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Grundlagen der Fertigungstechnik 2

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by Crypto A.

Skizzieren Sie eine Stufenversetzung, warum lässt sich ein metallischer Werkstoff leichter Umformen als ein perfekter Einkristall?

Eine Stufenversetzung wird klassischerweise als ein regelmäßiges Atomgitter (z. B. gezeichnet als ein Raster aus Kreisen) dargestellt, in das von oben eine zusätzliche Atom-Halbebene eingeschoben ist. Das untere Ende dieser eingeschobenen Halbebene bildet die eigentliche Versetzungslinie (in der Literatur oft mit dem Symbol „⊥“ gekennzeichnet). Im direkten Umfeld dieses Bereichs ist das Atomgitter lokal stark verzerrt.

Warum lässt sich ein metallischer Werkstoff leichter umformen als ein perfekter Einkristall? Um einen perfekten Einkristall plastisch abzuscheren, müssten alle atomaren Bindungen entlang einer Gleitebene gleichzeitig aufgebrochen und nach der Verschiebung um einen Atomabstand neu geknüpft werden. Dies erfordert eine extrem hohe theoretische Schubspannung.

Reale metallische Werkstoffe enthalten jedoch immer Gitterbaufehler, vor allem Versetzungen. Bei mechanischer Belastung (Umformung) müssen nicht alle Bindungen einer Gleitebene auf einmal getrennt werden. Stattdessen "wandert" die Stufenversetzung schrittweise durch das Kristallgitter. Dabei wird immer nur eine Atomreihe nach der anderen umgeklappt und neu verbunden. (Ein gängiges Modell hierfür ist das Verschieben eines schweren Teppichs: Anstatt den ganzen Teppich auf einmal zu ziehen, schiebt man eine kleine Falte hindurch). Dieser Mechanismus der Versetzungsbewegung erfordert nur einen Bruchteil der Energie, wodurch die reale Fließspannung (Streckgrenze) eines Metalls weit unter der theoretischen Festigkeit eines perfekten Kristalls liegt.

Skizzieren Sie ein Spannungs-Dehnungsdiagramm für einen metallischen Werkstoff qualitativ auf und zeichnen Sie die Kenngrößen Zugfestigkeit, Streckgrenze, Gleichmaßdehnung und Bruchdehnung in dieses Diagramm ein.

Der qualitative Kurvenverlauf für einen typischen duktilen metallischen Werkstoff beginnt mit einer steilen, linearen Geraden (Hooke'scher Bereich, rein elastisch). Danach flacht die Kurve ab (Beginn der plastischen Verformung) und steigt bogenförmig durch Kaltverfestigung bis zu einem Maximum an. Nach diesem Maximum fällt die Kurve ab, da sich die Probe lokal einschnürt, bis sie schließlich bricht.

Einzuzeichnende Kenngrößen:

  1. Streckgrenze ($R_e$): Zu finden am Ende der linearen Steigung auf der y-Achse. Es ist die Spannung, bei der die Hooke'sche Gerade verlassen wird und die irreversible plastische Verformung (das Fließen) beginnt. (Hinweis: Hat der Werkstoff keine ausgeprägte Streckgrenze, wird stattdessen die Dehngrenze $R_{p0,2}$ eingezeichnet).

  2. Zugfestigkeit ($R_m$): Der höchste Punkt (das Maximum) der Kurve, projiziert auf die y-Achse. Dies ist die maximale Spannung, die das Bauteil bezogen auf den Ausgangsquerschnitt ertragen kann, bevor die lokale Einschnürung beginnt.

  3. Gleichmaßdehnung ($A_g$): Dieser Punkt wird auf der x-Achse (Dehnung) markiert und liegt exakt lotrecht unter dem Maximum der Zugfestigkeit ($R_m$). Bis zu dieser Dehnung verformt sich die Probe über ihre gesamte Messlänge gleichmäßig.

  4. Bruchdehnung ($A$): Der allerletzte Punkt der Kurve im Moment des Versagens, lotrecht nach unten auf die x-Achse projiziert. Er markiert die maximal erreichte bleibende plastische Dehnung nach dem Bruch.


Voll vs Hohlstanzniet

1. Das Vollstanznieten (VSN)

Beim Vollstanznieten wird ein massiver Nietstempel verwendet. Der Prozess zeichnet sich dadurch aus, dass das Material komplett durchstanzt wird.

  • Der Prozess: Der Stempel drückt den Vollniet durch alle Blechlagen. Das ausgestanzte Material (der Butzen) wird durch die Öffnung in der Matrize nach unten abgeführt. Die Matrize drückt anschließend das Material der unteren Blechlage in spezielle Ringnuten am Nietschaft. Dadurch entsteht ein Formschluss.

  • Besondere Vorteile:

    • Erzeugt auf beiden Seiten der Verbindung eine fast ebene Oberfläche.

    • Ideal, wenn sehr harte oder spröde Werkstoffe (die sich nicht plastisch verformen lassen) gefügt werden müssen. Voraussetzung ist, dass die hochfeste Lage oben liegt (stempelseitig).

    • Es können problemlos mehr als drei Lagen gefügt werden.

2. Das (Halb-)Hohlstanznieten (HSN)

Dieses Verfahren hat sich im modernen Leichtbau (Automobilindustrie) als Standard etabliert. Der Niet ist hierbei hohl oder halbhohl (zylindrischer Schaft mit zentraler Sacklochbohrung).

  • Der Prozess: Der Niet stanzt sich durch die obere(n) Lage(n) des Materials. Wenn er auf die unterste Blechlage trifft, durchtrennt er diese jedoch nicht. Stattdessen wird der hohle Nietschaft durch die Form der Gegenmatrize nach außen aufgespreizt. Er verkrallt sich (plastische Verformung) in der untersten Schicht und bildet einen Schließkopf.

  • Besondere Vorteile:

    • Da die unterste Lage nicht durchstoßen wird, ist die Verbindung von Natur aus flüssigkeits- und gasdicht (wichtig z. B. bei Karosserien zum Schutz vor Korrosion).

    • Es entsteht kein Stanzabfall, der im Prozess störend wirken oder aufwendig abgeführt werden müsste.

    • Die aufgespreizte Form im unteren Blech sorgt für eine extrem hohe Festigkeit, insbesondere gegen Zug- und Scherbelastungen.

    • Hervorragend geeignet für Mischbauweisen (z. B. Aluminium mit Stahl oder Kunststoffen).


Pro/Con Niet zu Schraube

Die Nietverbindung

Nieten kommen vor allem dort zum Einsatz, wo Bauteile dauerhaft zusammenbleiben sollen, im Leichtbau (Flugzeuge, KFZ-Karosserien) und bei dünnen Blechen.

Vorteile (Pro):

  • Kein selbsttätiges Lösen: Nieten sind extrem beständig gegen dynamische Belastungen und Vibrationen. Wo eine Schraube sich freirütteln könnte, hält der Niet.

  • Hervorragend für Mischbauweisen: Unterschiedliche Materialien (z. B. Aluminium mit Stahl, Kunststoffe mit Metall) lassen sich problemlos verbinden.

  • Keine Gewindefertigung: Bei dünnen Blechen fehlt oft das "Fleisch", um ein tragfähiges Gewinde für eine Schraube zu schneiden. Hier ist das Nieten ideal.

  • Kein Verzug durch Wärme: Im Gegensatz zum Schweißen entsteht beim Nieten keine Wärmeeinflusszone (Gefügeänderung).

  • Schnelle Taktzeiten: Setzprozesse (gerade in der Automatisierung) dauern oft nur Bruchteile einer Sekunde.

Nachteile (Con):

  • Wartungsfeindlich: Die Verbindung kann nur durch Zerstörung des Niets (Aufbohren, Abschleifen) gelöst werden.

  • Geringere axiale Belastbarkeit: Nieten nehmen Scherkräfte sehr gut auf, sind aber bei starken Zugkräften (in Achsrichtung) einer hochfesten Schraube unterlegen.

  • Qualitätskontrolle: Eine fehlerhafte Nietverbindung (z. B. unsichtbare Risse im Schließkopf) ist schwerer zerstörungsfrei zu prüfen als das Anzugsmoment einer Schraube.

Die Schraubverbindung

Schrauben sind der Standard, wenn hohe Kräfte übertragen werden müssen oder eine Demontage zwingend erforderlich ist.

Vorteile (Pro):

  • Wartung und Reparatur: Die Verbindung kann beliebig oft gelöst und wiederhergestellt werden, ohne die Bauteile zu beschädigen.

  • Kontrollierte Vorspannung: Durch das exakte Anzugsdrehmoment lässt sich die Flächenpressung und Klemmkraft der Bauteile genau berechnen und einstellen.

  • Hohe Tragfähigkeit: Hochfeste Schrauben (z. B. Festigkeitsklasse 10.9 oder 12.9) können enorme Zug- und Scherkräfte aufnehmen.

  • Hohe Standardisierung: Schrauben sind genormte Massenartikel, die weltweit leicht verfügbar und austauschbar sind.

Nachteile (Con):

  • Gefahr des Losdrehens: Bei thermischen Schwankungen, Setzerscheinungen oder Vibrationen können sich Schrauben lösen. Es sind zusätzliche Maßnahmen (Schraubensicherungslack, Spannscheiben, Sperrkantringe) nötig.

  • Aufwendigere Vorbereitung: Es muss entweder ein Gewinde in das Bauteil geschnitten werden (kosten- und zeitintensiv) oder es wird eine Mutter benötigt (beidseitige Zugänglichkeit erforderlich).

  • Kerbwirkung: Das Gewinde stellt eine geometrische Kerbe dar, was die Schraube anfällig für Materialermüdung bei schwellenden oder wechselnden Belastungen macht.


Gesenkschmieden Ablauf

Gesenkumformen (Gesenkschmieden)

Das Gesenkumformen ist ein diskontinuierliches Druckumformverfahren, bei dem das Material durch gegeneinander bewegte Werkzeuge (das Gesenk) eine gezielte, meist dreidimensionale Form erhält. Die Form des fertigen Werkstücks ist als Negativ im Werkzeug (der Gravur) eingearbeitet.

Prozessbeschreibung:

  1. Erwärmung (meistens): Das Rohteil (z. B. ein abgelängter Stahlknüppel) wird in der Regel auf Schmiedetemperatur erwärmt, um die Fließspannung zu senken und das Formfüllungsvermögen zu erhöhen.

  2. Einlegen: Das Rohteil wird in das Untergesenk eingelegt. Oft sind mehrere Vorformschritte (Schmieden in Vor- und Zwischengravuren) nötig, bevor das Teil in die Endgravur kommt.

  3. Umformung (Schlag oder Druck): Das Obergesenk fährt nach unten (durch Hämmer oder Pressen). Das Material beginnt plastisch zu fließen und füllt die Hohlräume (Gravuren) der Werkzeughälften aus.

  4. Gratbildung (beim Schmieden mit Grat): Da das exakte Volumen des Rohteils schwer zu dosieren ist, wird mit einem leichten Materialüberschuss gearbeitet. Sobald die Gravur gefüllt ist, fließt das überschüssige Material in einen schmalen Spalt zwischen den Gesenkhälften ab und bildet den Grat. Dieser Grat kühlt schnell ab, erhöht den Fließwiderstand drastisch und zwingt das verbleibende Material, selbst feinste Ecken der Gravur unter hohem Druck vollständig auszufüllen.

  5. Entnahme und Nachbearbeitung: Das Schmiedeteil wird entnommen und kühlt ab. Anschließend wird der Grat in einem separaten Schritt (Abgraten) weggestanzt.


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Crypto A.

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