(Folie 6) Warum stehen Kompetenztrainings im Fokus der Verhaltenstherapie?
Belastungen im
privaten oder
beruflichen Kontext
können durch interaktionelle Schwierigkeiten entstehen.
➡️ Probleme ergeben sich also nicht nur aus inneren Zuständen, sondern aus zwischenmenschlichen Interaktionen.
(Folie 6) In welchen Bereichen können laut Vorlesung Defizite an Fertigkeiten vorliegen?
Defizite können u. a. bestehen in
emotionalen Fertigkeiten
sozialen Fertigkeiten
kommunikativen Fertigkeiten
➡️ Diese Bereiche sind zentrale Ansatzpunkte für fertigkeitsbasierte Verfahren.
(Folie 6) Welche klinische Bedeutung haben solche Fertigkeitsdefizite?
Defizite in emotionalen, sozialen oder kommunikativen Fertigkeiten gelten als
Risikofaktor für die Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen
➡️ Kompetenzmängel wirken damit störungsübergreifend.
(Folie 7) Wovon hängen die Ziele von Kompetenztrainings konkret ab?
Die Ziele sind
abhängig vom jeweiligen Trainingsprogramm
und bestehen in der Verbesserung der jeweils trainierten Fertigkeiten
➡️ Es gibt kein einheitliches Ziel, sondern programmspezifische Schwerpunkte.
(Folie 7) Welches zentrale Wirkprinzip steht hinter Kompetenztrainings?
Kernprinzip ist der
Aufbau funktionaler Verhaltensweisen
➡️ Fokus liegt auf neuem, hilfreichem Verhalten, nicht nur auf Problemreduktion.
(Folie 7) Wie werden funktionale Verhaltensweisen im Training aufgebaut?
Der Aufbau erfolgt
durch regelmäßiges Üben
durch die Anwendung von Lernprinzipien
➡️ Kompetenzentwicklung ist ein lern- und trainingsbasierter Prozess.
(Folie 7) Wie wird laut Folie die Motivation der Teilnehmenden gesteigert?
Motivation wird gesteigert durch
das Erreichen von Teilerfolgen
➡️ Kleine Fortschritte wirken motivationsfördernd.
(Folie 7) Welche Grundhaltung unterscheidet Kompetenztrainings von defizitorientierten Ansätzen?
Kompetenztrainings setzen auf
Ressourcenorientierung
statt Defizitorientierung
➡️ Stärken und Entwicklungspotenziale stehen im Vordergrund.
(Folie 7) Welche Beispiele für Kompetenztrainings nennt die Vorlesung?
Genannt werden:
Soziale Kompetenztrainings (SKT)
Training emotionaler Kompetenzen (TEK)
Kommunikationstrainings
Stressbewältigungstrainings
Problemlösetrainings
➡️ Beispiele verdeutlichen die inhaltliche Breite der Verfahren.
(Folie 8) Welches übergeordnete Ziel verfolgt das Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK)?
Ziel ist die
Förderung sozialer Kompetenzen
➡️ Im Mittelpunkt steht der Aufbau sozial angemessenen Verhaltens.
(Folie 8) Wie ist das Vorgehen beim Gruppentraining sozialer Kompetenzen organisiert?
Das Vorgehen ist
halbstandardisiert
über 7 Sitzungen
in Gruppen mit 8–10 Teilnehmenden
➡️ Kombination aus Struktur und Flexibilität.
(Folie 8) Welche inhaltlichen Bausteine umfasst das Gruppentraining sozialer Kompetenzen?
Zentrale Inhalte sind:
Verdeutlichung eines Erklärungsmodells sozialkompetenten Verhaltens
Diskriminationsübungen
Rollenspiele
Entspannungsübungen / Selbstinstruktionen
➡️ Mischung aus kognitiven, praktischen und selbstregulatorischen Elementen.
(Folie 8) Warum spielen Rollenspiele im GSK eine zentrale Rolle?
Rollenspiele ermöglichen
das aktive Einüben sozialer Situationen
unter geschützten Bedingungen
➡️ Soziales Verhalten wird handlungsnah trainiert.
(Folie 8) Welche typischen Situationen werden in Rollenspielen des GSK geübt?
Geübt werden u. a.:
Recht durchsetzen
Beziehungen gestalten
Sympathie zeigen
➡️ Fokus auf alltagsnahe soziale Herausforderungen.
(Folie 9) Welche drei Typen von Rollenspielsituationen werden im GSK unterschieden?
Unterschieden werden:
Typ R: Recht durchsetzen
Typ B: Beziehungen
Typ S: Um Sympathie werben
➡️ Die Typen unterscheiden sich nach dem sozialen Ziel der Situation.
(Folie 9) Was kennzeichnet Rollenspielsituationen Typ R – Recht durchsetzen?
Typ R fokussiert auf
das Einfordern berechtigter Ansprüche
in einer asymmetrischen Interaktion
Beispiel:
Lauwarmes Essen im Lokal → Bedienung ansprechen und warmes Essen verlangen
(Folie 9) Was ist das Ziel von Rollenspielsituationen Typ B – Beziehungen?
Typ B dient der
Gestaltung und Pflege von Beziehungen
bei gegenseitiger sozialer Anerkennung
Auf einer Feier ein Kompliment annehmen, über das man sich freut
(Folie 9) Worum geht es bei Rollenspielsituationen Typ S – um Sympathie werben?
Typ S zielt auf
das aktive Aufbauen von Kontakt
mit dem Ziel, Sympathie zu gewinnen
Bekannte zufällig treffen und
zu einem Gespräch im Lokal einladen
(Folie 9) Was verdeutlichen die Ich–Du-Grafiken bei den drei Rollenspieltypen?
Die Grafiken zeigen
die Beziehungsdynamik zwischen „Ich“ und „Du“
je nach Ziel: Durchsetzen, Beziehung oder Sympathie
➡️ Visuelle Hervorhebung der Interaktionsstruktur.
(Folie 10) In welchen Einsatzgebieten werden Kompetenztrainings angewendet?
Einsatzgebiete sind:
Prävention: Risikominderung
Therapie: Kompetenzdefizite als Bestandteil vieler psychischer Störungen
Rehabilitation: Rückfallprophylaxe
➡️ Kompetenztrainings sind über den gesamten Behandlungsverlauf hinweg einsetzbar.
(Folie 10) Welche Rolle spielen Kompetenzdefizite in der Therapie?
Kompetenzdefizite gelten als
Teil vieler psychischer Störungen
➡️ Sie sind damit ein zentraler therapeutischer Ansatzpunkt.
(Folie 10) Was bedeutet Wirksamkeit im Kontext von Kompetenztrainings?
Die Wirksamkeit ist
programmabhängig
mit unterschiedlicher Evidenzlage je nach Training
➡️ Es gibt keine einheitliche Wirksamkeitsaussage für alle Programme.
(Folie 10) Für welche Populationen gilt das Training emotionaler Kompetenzen (TEK) als wirksam?
TEK gilt als wirksam
in Risikopopulationen
in klinischen Populationen
➡️ Breite Wirksamkeit über Prävention und Therapie hinweg.
(Folie 10) Bei welchen Störungsbildern ist die Wirksamkeit des GSK belegt?
Wirksamkeitsnachweise bestehen u. a. bei:
Depressionen
Partnerschaftsproblemen
Schizophrenie
➡️ GSK ist störungsübergreifend einsetzbar.
(Folie 12) Wie viele Entwicklungsphasen der Verhaltenstherapie werden unterschieden?
Es werden drei Entwicklungsphasen unterschieden:
Behaviorismus
Kognitive Wende / kognitiv-behaviorale Phase
„Dritte Welle“
➡️ Die Grafik stellt sie zeitlich aufeinander aufbauend dar.
(Folie 12) Wodurch ist die 1. Phase: Behaviorismus gekennzeichnet?
Kennzeichen der 1. Phase:
seit den 1950er Jahren
Fokus auf Lerntheorien
klassische Konditionierung
operante Konditionierung
➡️ Schwerpunkt liegt auf beobachtbarem Verhalten.
(Folie 12) Was ist das zentrale Merkmal der 2. Phase: Kognitive Wende?
Kennzeichen der 2. Phase:
kognitive Wende / kognitiv-behaviorale Phase
seit den 1970er Jahren
Einbezug von
kognitiven Modellen
sozialen Lerntheorien
➡️ Gedanken und Bewertungen werden therapeutisch relevant.
(Folie 12) Was charakterisiert die 3. Phase: „Dritte Welle“ der Verhaltenstherapie?
Kennzeichen der 3. Phase:
seit den 1990er Jahren
integrative Ansätze, z. B.:
Emotionen
Achtsamkeit
Entwicklung spezifischer Therapien
➡️ Fokus auf Umgang mit innerem Erleben, nicht nur Veränderung von Inhalten.
(Folie 13) Wer hat den Begriff „Dritte Welle“ der Verhaltenstherapie geprägt?
Der Begriff „Dritte Welle“ wurde geprägt von
Steven Hayes
im Jahr 2004
➡️ Die Bezeichnung entstand nachträglich zur Beschreibung neuer Entwicklungen.
(Folie 13) Seit wann wird die Verhaltenstherapie durch die „Dritte Welle“ erweitert?
Seit den 1990er Jahren
Erweiterung der Verhaltenstherapie
um zuvor vernachlässigte Aspekte
➡️ Zeitlich parallel zu anderen kognitiv-behavioralen Weiterentwicklungen.
(Folie 13) Wie ist die Entstehung der „Dritten Welle“ verlaufen?
Die Entwicklung erfolgte
parallel
durch unterschiedliche Psychotherapeut:innen
➡️ Kein einheitliches Verfahren, sondern mehrere unabhängige Ansätze.
(Folie 13) Welche Beispiele für Ansätze der „Dritten Welle“ werden genannt?
Genannte Beispiele sind:
Schematherapie (Young, 1990)
Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) (Linehan, 1993)
➡️ Unterschiedliche Ansätze mit gemeinsamer Grundidee.
(Folie 13) Wie lässt sich die „Dritte Welle“ insgesamt charakterisieren?
Die „Dritte Welle“ umfasst
eine heterogene Sammlung von Verfahren
die die „klassische“ kognitive Verhaltenstherapie ergänzen
➡️ Keine Ablösung, sondern Erweiterung der KVT.
(Folie 14) Worauf richten die Neuentwicklungen der „Dritten Welle“ ihren zentralen Fokus, im Vergleich zur klassischen KVT?
Stärkerer Fokus auf
die Veränderung der Funktion psychologischer Ereignisse
statt auf die Veränderung der Ereignisse selbst
nicht Gedankeninhalte verändern
sondern Akzeptanz von Gedanken üben
(Folie 14) Wie wird Verhaltensänderung in der „Dritten Welle“ ergänzt?
Durch die
Verbindung von Verhaltensänderung
mit der Förderung von Akzeptanz
bezogen auf das innere Erleben
➡️ Verhalten und innerer Umgang werden gleichzeitig adressiert.
(Folie 14) Welche Rolle spielt die therapeutische Beziehung in den Neuentwicklungen?
Es besteht ein
stärkerer Fokus auf die therapeutische Beziehung
➡️ Beziehung wird als aktiver Wirkfaktor verstanden.
(Folie 14) Welcher praktische Fokus bleibt trotz neuer Konzepte erhalten?
Ein zentrales Ziel bleibt die
Verbesserung von Fertigkeiten
➡️ Die „Dritte Welle“ bleibt handlungs- und trainingsorientiert.
(Folie 14) Inwiefern bleibt die „Dritte Welle“ der klassischen KVT verpflichtet?
Sie orientiert sich weiterhin an
wissenschaftlicher Fundierung
empirischer Validierung
➡️ Keine Abkehr von evidenzbasierter Psychotherapie.
(Folie 14) Welche theoretischen Traditionen werden zusätzlich integriert?
U. a. Orientierung an
Konzepten der humanistischen Psychotherapie
z. B. der Bedeutung von Werten
➡️ Erweiterung des Menschenbildes.
(Folie 14) Welche neuen Konzepte werden in der „Dritten Welle“ systematisch integriert?
Integriert werden insbesondere:
Akzeptanz
Beziehung
➡️ Fokus auf den Umgang mit innerem Erleben.
(Folie 16) Wie beschreibt die Vorlesung Emotionen funktional?
Emotionen sind
Reaktionsmuster auf auslösende Ereignisse,
die den Organismus darauf vorbereiten,
möglichst effektiv in einem bestimmten Kontext zu handeln.
➡️ Emotionen haben eine adaptive Funktion.
(Folie 16) Was ist der zentrale Zweck von Emotionen aus dieser Perspektive?
Der Zweck von Emotionen liegt in der
Handlungsvorbereitung
angepasst an den jeweiligen Kontext
➡️ Emotionen sind nicht zufällig, sondern zielgerichtet.
(Folie 16) Welche Perspektive auf Emotionen wird damit in der „Dritten Welle“ betont?
Betont wird eine
funktionale
und kontextbezogene Sicht auf Emotionen
➡️ Nicht Unterdrückung, sondern Verstehen und Umgang stehen im Fokus.
(Folie 17) Aus welchen Hauptkomponenten setzen sich Emotionen zusammen?
Emotionen bestehen aus mehreren Komponenten:
Ausdruck
Subjektives Erleben
Neurophysiologische Veränderungen
Kognition
Motivation
➡️ Emotionen sind mehrdimensional, nicht nur ein Gefühl.
(Folie 17) Welche Funktion hat der emotionale Ausdruck?
Der Ausdruck dient der
Kommunikation von Gefühlszuständen
➡️ Emotionen haben eine soziale Signalwirkung.
(Folie 17) Was bezeichnet das subjektive Erleben bei Emotionen?
Das subjektive Erleben meint
das innere Gefühlserleben
wie sich eine Emotion für die Person anfühlt
➡️ Diese Komponente ist nur der Person selbst zugänglich.
(Folie 17) Welche Rolle spielen neurophysiologische Veränderungen bei Emotionen?
Neurophysiologische Veränderungen haben eine
handlungsvorbereitende Funktion
➡️ Der Körper wird auf relevantes Handeln vorbereitet.
(Folie 17) Was umfasst die kognitive Komponente von Emotionen?
Die kognitive Komponente beinhaltet
Bewertung / Bedeutung von Situationen
nicht notwendigerweise bewusst
➡️ Emotionen entstehen auch durch automatische Bewertungen.
(Folie 17) Welche Teilaspekte gehören zur Motivationskomponente von Emotionen?
Zur Motivation gehören:
Bedürfnisse / Ziele
Aufmerksamkeit
Handlungstendenz
➡️ Emotionen lenken, worauf wir uns ausrichten und wie wir handeln.
(Folie 17) Was verdeutlicht die grafische Anordnung der Komponenten?
Die Grafik zeigt:
Emotionen als zentrales Konstrukt
mit gleichzeitig ablaufenden Teilprozessen
➡️ Keine lineare Abfolge, sondern parallel wirksame Systeme.
(Folie 18) Welche Basisemotionen sind im Emotionsrad dargestellt?
Das Emotionsrad zeigt folgende Basisemotionen:
Freude
Liebe
Wut
Trauer
Angst/Furcht
Ekel
Scham
➡️ Diese Emotionen bilden die Grundachsen des Modells.
(Folie 18) Warum sind die Basisemotionen kreisförmig angeordnet?
Die Kreisform zeigt:
Emotionen sind nicht isoliert,
sondern inhaltlich verwandt und ineinander übergehend.
➡️ Übergänge zwischen Emotionen sind fließend.
(Folie 18) Was bedeuten die Abstufungen nach außen im Emotionsrad?
Die konzentrischen Kreise stehen für
unterschiedliche Intensitätsgrade einer Emotion
von leichter Freude zu Begeisterung
von Ärger zu Wut / Zorn
(Folie 18) Welche Funktion haben die feiner benannten Emotionen innerhalb der Segmente?
Sie zeigen
Differenzierungen innerhalb einer Basisemotion
z. B. Unterformen, Mischungen oder Abstufungen
➡️ Emotionen sind fein abstufbar, nicht nur „entweder–oder“.
(Folie 18) Warum ist im Zentrum „Gleichmut“ dargestellt?
Gleichmut markiert
einen Zustand geringer emotionaler Aktivierung
als emotionalen Referenzpunkt
➡️ Emotionale Intensität nimmt vom Zentrum nach außen zu.
(Folie 18) Was verdeutlicht das Emotionsrad für den therapeutischen Umgang mit Emotionen?
Das Modell verdeutlicht:
Emotionen sind differenzierbar
und können benannt, eingeordnet und abgestuft werden
➡️ Grundlage für Emotionswahrnehmung und -regulation.
(Folie 19) Was versteht man unter Emotionsregulation?
Emotionsregulation ist die Fähigkeit,
Emotionen zu tolerieren,
sich ihrer gewahr zu sein,
sie in Worte zu fassen
und adaptiv zu nutzen,
um emotionale Belastung zu regulieren und Bedürfnissen sowie Zielen gerecht zu werden.
(Folie 19) Welche Teilfähigkeiten umfasst Emotionsregulation?
Emotionsregulation umfasst:
Wahrnehmen von Emotionen
Akzeptieren/Tolerieren von Emotionen
Verbalisieren von Emotionen
Adaptive Nutzung von Emotionen
➡️ Nicht Kontrolle, sondern kompetenter Umgang.
(Folie 19) Warum ist Emotionsregulation klinisch relevant?
Emotionsregulation ist
bei psychischen Störungen häufig gestört
➡️ Sie stellt einen zentralen transdiagnostischen Faktor dar.
(Folie 19) Womit sind Defizite in der Emotionsregulation assoziiert?
Defizite sind verbunden mit:
erhöhter psychischer Belastung
geringerem Wohlbefinden
➡️ Emotionsregulation beeinflusst die psychische Gesundheit direkt.
(Folie 19) Was ist das Ziel der Therapie im Umgang mit Emotionen?
Ziel ist eine
und adaptive Emotionsregulation
➡️ Emotionen sollen hilfreich genutzt, nicht unterdrückt werden.
(Folie 20) Wie wird Achtsamkeit definiert?
Achtsamkeit ist
ein Bewusstsein, das entsteht,
indem man der sich entfaltenden Erfahrung von Moment zu Moment
bewusst Aufmerksamkeit widmet,
im gegenwärtigen Augenblick
und ohne ein Urteil zu fällen.
(Folie 20) Worauf richtet sich die Aufmerksamkeitslenkung bei Achtsamkeit?
Die Aufmerksamkeit liegt auf
dem aktuellen Moment
dem gegenwärtigen Erleben
➡️ Der Geist beschäftigt sich
weder mit der Zukunft
noch mit der Vergangenheit.
(Folie 20) Was bedeutet absichtsvoll im Kontext von Achtsamkeit?
Absichtsvoll heißt:
die Aufmerksamkeit wird immer wieder bewusst
ins Hier und Jetzt zurückgebracht
der Atem dient als Anker.
(Folie 20) Was bedeutet nicht wertend bei achtsamer Aufmerksamkeit?
Nicht wertend meint:
möglichst große Offenheit
Akzeptanz gegenüber den Erfahrungen
des gegenwärtigen Augenblicks
➡️ Erfahrungen werden beobachtet, nicht bewertet.
(Folie 20) Welche zentralen Merkmale kennzeichnen Achtsamkeit insgesamt?
Achtsamkeit ist:
gegenwartsbezogen
absichtsvoll
nicht wertend
➡️ Diese drei Merkmale wirken gemeinsam.
(Folie 20) Welche Funktion hat das Bild auf der Folie?
Das Bild visualisiert
eine meditative Haltung
als Symbol für achtsame Aufmerksamkeit und Präsenz
➡️ Verbindung von Konzept und Praxisbezug.
(Folie 22) Warum ist Achtsamkeit grundlegend für das Erleben von Leben?
Weil wir
wirkliches Leben nur im Hier und Jetzt erfahren
➡️ Erleben ist an den gegenwärtigen Moment gebunden.
(Folie 22) Welche Rolle spielen Vergangenheit und Zukunft für das Erleben?
Die Vergangenheit ist immer schon vorüber
Die Zukunft ist noch nicht da
➡️ Beide sind nicht direkt erlebbar.
(Folie 22) In welchem Moment können wir das Leben wirklich berühren?
Nur im
gegenwärtigen Augenblick
➡️ Achtsamkeit richtet sich genau auf diesen Moment.
(Folie 22) Welche zentrale Botschaft vermittelt das Zitat zur Achtsamkeit?
Die Botschaft lautet:
Präsenz im Jetzt ist Voraussetzung für
authentisches Erleben
➡️ Achtsamkeit ist kein Zusatz, sondern Grundhaltung.
(Folie 23) Worauf basiert die Achtsamkeitspraxis historisch?
Die Achtsamkeitspraxis
basiert auf buddhistischen Meditationsansätzen
ist in ihrer Essenz universell
➡️ Herkunft religiös, Anwendung kontextübergreifend.
(Folie 23) Was ist das Kernprinzip beim Üben von Achtsamkeit?
Achtsamkeit bedeutet
bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit
auf die Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks
➡️ Fokus liegt auf direktem Erleben, nicht auf Analyse.
(Folie 23) Worauf kann sich die Aufmerksamkeit in der Achtsamkeitspraxis richten?
Mögliche Aufmerksamkeitsanker sind:
Atem
Körperempfindungen
Gedanken
Gefühle
Geräusche
➡️ Unterschiedliche Zugänge zum Hier und Jetzt.
(Folie 23) Welche formellen Übungen der Achtsamkeit werden genannt?
Formelle Übungen (aus MBSR) sind:
Body-Scan
Yoga
Sitzmeditation
Gehmeditation
➡️ Strukturierte Praxisformen mit klarer Anleitung.
(Folie 23) Welchem Programm sind diese formellen Übungen zugeordnet?
Die Übungen stammen aus
MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction)
nach Jon Kabat-Zinn (1990)
➡️ Achtsamkeit wird manualisiert und trainierbar.
(Folie 23) Welche Funktion hat das Bild auf der Folie?
Das Bild symbolisiert
formelle Meditationspraxis
als körperlich verankerte Aufmerksamkeitslenkung
➡️ Visualisiert den Praxisbezug von Achtsamkeit.
(Folie 24) Was ist ein zentraler erster Nutzen von Achtsamkeit in der Therapie?
Achtsamkeit ermöglicht
wahrzunehmen, was gerade da ist
z. B. Belastungs- und Gefühlszustände erkennen und einschätzen
➡️ Grundlage für Selbstbeobachtung statt Reaktion.
(Folie 24) Wie verändert Achtsamkeit den Umgang mit Gedanken und Gefühlen?
Achtsamkeit hilft,
Distanz zu Gedanken, Gefühlen
und unangenehmen Erinnerungen zu schaffen
➡️ Inhalte werden beobachtet, nicht verschmolzen.
(Folie 24) Was bedeutet der Satz: „Ich bin nicht ein Gefühl, ich habe ein Gefühl“?
Er beschreibt
eine Entkopplung von Selbst und Emotion
Emotionen als Erleben, nicht als Identität
➡️ Gefühle sind Zustände, kein Selbst.
(Folie 24) Was meint die „Satellitenposition“ in der Achtsamkeit?
Sie bezeichnet die Fähigkeit,
sich aus unmittelbaren inneren Prozessen zu lösen
Gedanken und Gefühle von einer Metaebene aus zu beobachten
➡️ Perspektivwechsel statt Verstrickung.
(Folie 24) Wie wirkt Achtsamkeit auf automatische Bewertungen?
Achtsamkeit ermöglicht,
automatische Bewertungen zu erkennen
ohne ihnen Folge zu leisten
➡️ Leid entsteht oft erst im Bewertungsprozess.
(Folie 24) Welchen Einfluss hat Achtsamkeit auf Vermeidungstendenzen?
automatische Vermeidungstendenzen zu erkennen
ohne ihnen automatisch nachzugeben
➡️ Mehr Handlungsfreiheit im Umgang mit Belastung.
(Folie 25) Was bedeutet Akzeptanz im Kontext der „Dritten Welle“?
Akzeptanz bedeutet das bewusste Annehmen
einer absichtsvoll offenen,
empfänglichen,
flexiblen
und nicht urteilenden Haltung
gegenüber dem Erleben im gegenwärtigen Augenblick.
(Folie 25) Worauf richtet sich Akzeptanz im Umgang mit dem inneren Erleben?
Akzeptanz meint
Offenheit für alle Dimensionen des inneren Erlebens,
ohne schmerzhafte
Gefühle,
Gedanken oder
Erinnerungen bekämpfen oder beeinflussen zu müssen.
➡️ Erleben darf da sein, ohne verändert zu werden.
(Folie 25) Welche Haltungskomponenten gehören zur Akzeptanz?
Akzeptanz umfasst eine Haltung von:
Offenheit
Gegenwartsorientierung
Mitgefühl
Güte
Bereitschaft
gegenüber den eigenen Erfahrungen.
(Folie 25) Worin unterscheidet sich Akzeptanz von Resignation oder Aufgeben?
Akzeptanz bedeutet
Annehmen dessen, was ist,
ohne inneren Kampf,
➡️ nicht Passivität, sondern eine bewusste innere Haltung.
(Ableitung ausschließlich aus Text + Bildlogik)
(Folie 32) Welche Grundannahme vertritt die ACT (Acceptance & Commitment Therapy) im Umgang mit Leid?
ACT geht davon aus, dass
menschliches Leiden
und psychischer Schmerz
normale Prozesse sind.
➡️ Universalität des Leidens: Leiden gehört zum Menschsein.
(Folie 32) Warum unterscheidet die ACT zwischen Schmerz und Leiden?
ACT unterscheidet klar:
Schmerz ≠ Leiden
beides sind unterschiedliche Phänomene
➡️ Schmerz ist unvermeidbar, Leiden nicht zwangsläufig.
(Folie 32) Wodurch entsteht Leiden nach der ACT?
Leiden entsteht
nicht durch den Schmerz selbst,
sondern durch den Kampf gegen den Schmerz.
➡️ Vermeidung und Kontrolle verstärken das Leiden.
(Folie 32) Was verdeutlicht die Chinese-Finger-Trap-Metapher?
Die Metapher zeigt:
je mehr wir ankämpfen oder vermeiden,
desto größer wird das Leiden
➡️ Loslassen statt Ziehen reduziert die Verstrickung.
(Folie 34) Was bezeichnet der Begriff psychische Inflexibilität in der ACT?
Psychische Inflexibilität beschreibt
ein starres Erleben und Verhalten,
das durch mehrere miteinander verbundene Prozesse entsteht
➡️ Im Diagramm als Zentrum, gespeist durch sechs Einflussfaktoren.
(Folie 34) Welche Rolle spielt die Dominanz von Vergangenheit und Zukunft bei psychischer Inflexibilität?
Sie zeigt sich darin, dass
die Aufmerksamkeit nicht im gegenwärtigen Moment liegt,
sondern von Erinnerungen oder Sorgen dominiert wird
➡️ Gegenwärtiges Handeln tritt in den Hintergrund.
(Folie 34) Was bedeutet Erlebensvermeidung im Modell der psychischen Inflexibilität?
Erlebensvermeidung meint
den Versuch, unangenehme innere Erfahrungen
(Gefühle, Gedanken, Erinnerungen) zu vermeiden oder zu kontrollieren
➡️ Kurzfristige Entlastung, langfristige Einengung.
(Folie 34) Was ist mit kognitiver Fusion gemeint?
Kognitive Fusion bedeutet
Gedanken werden als absolute Realität erlebt
statt als mentale Ereignisse
➡️ Gedanken bestimmen direkt das Verhalten.
(Folie 34) Was beschreibt das Festhalten am Konzeptselbst?
Es bezeichnet
eine starre Selbstbeschreibung
(„Ich bin halt so“, „So darf ich nicht sein“)
➡️ Das Selbstbild wird unflexibel verteidigt.
(Folie 34) Welche Bedeutung haben mangelnde Werteklarheit und Untätigkeit?
Sie äußern sich durch
fehlende Orientierung an persönlichen Werten
sowie Untätigkeit oder beharrliches Vermeidungsverhalten
➡️ Handeln wird nicht mehr wertgeleitet, sondern vermeidungsgetrieben.
(Folie 34) Warum sind alle Faktoren im Diagramm miteinander verbunden?
Das Diagramm zeigt, dass
die Prozesse sich gegenseitig verstärken,
und gemeinsam zur psychischen Inflexibilität beitragen
➡️ Kein isoliertes Problem, sondern ein dynamisches System.
(Folie 35) Was bedeutet Experiential Avoidance in der ACT?
Experiential Avoidance beschreibt den Versuch,
Schmerz oder
unangenehme Gefühle
zu vermeiden oder zu kontrollieren –
➡️ was paradoxerweise zu mehr Schmerz führt.
(Folie 35) Was zeigt der Kreis im Diagramm zur Vermeidung von Schmerz?
Der Kreis verdeutlicht einen Teufelskreis:
Natürlicher Schmerz
→ Vermeidung
→ mehr Schmerz
→ noch mehr Vermeidung
➡️ Vermeidung verstärkt das Problem.
(Folie 35) Warum nimmt der Schmerz im Diagramm nach außen hin zu?
Die nach außen größer werdenden Kreise zeigen:
zunehmende Vermeidung
führt zu zunehmendem Leiden
➡️ Nicht der Ursprungsschmerz wächst, sondern das sekundäre Leiden.
(Folie 35) Welche Alternative zur Vermeidung stellt die ACT gegenüber?
Die ACT betont
und Akzeptanz
als Alternative zum Versuch,
Gefühle zu kontrollieren oder
zu bekämpfen.
(Folie 35) Was bedeutet Bereitschaft im Sinne der ACT?
Bereitschaft heißt,
innere Erfahrungen zuzulassen,
ohne sofortige Vermeidung oder Kontrolle
➡️ Ein aktives Sich-Öffnen, kein Aufgeben.
(Folie 36) Was ist nicht das primäre Ziel der ACT?
ACT zielt nicht primär auf
die Reduktion von Symptomen
oder die Beseitigung von Störungen im engeren Sinn
➡️ Fokus liegt nicht auf Symptomkontrolle.
(Folie 36) Welche Haltung soll durch ACT entwickelt werden?
ACT fördert die Entwicklung einer Haltung von
gegenüber
sich selbst
und dem eigenen Erleben
➡️ Zentrale Veränderung betrifft die Beziehung zum Erleben.
(Folie 36) Welches übergeordnete Lebensziel verfolgt die ACT?
Ziel der ACT ist der
Aufbau eines engagierten
und sinnerfüllten Lebens
➡️ Lebensqualität statt Symptomfreiheit.
(Folie 36) Wodurch wird dieses Ziel in der ACT erreicht?
Das Ziel wird erreicht durch
die Entwicklung psychischer Flexibilität
➡️ Flexibilität ist der zentrale Wirkmechanismus der ACT.
(Folie 36) Was ermöglicht psychische Flexibilität im Sinne der ACT?
Psychische Flexibilität bedeutet,
mit schmerzlichen Gedanken und Gefühlen
ein erfülltes Leben führen zu können
➡️ Schwierige innere Erfahrungen schließen Sinn nicht aus.
(Folie 37) Welche Funktion hat Achtsamkeit im therapeutischen Prozess der ACT?
Achtsamkeit bedeutet,
Gedanken, Gefühle und Empfindungen bewusst wahrzunehmen,
ohne sie verändern oder vermeiden zu wollen.
➡️ Achtsamkeit fördert Wahrnehmung, nicht Kontrolle.
(Folie 37) Warum ist Achtsamkeit die Grundlage für Akzeptanz?
macht inneres Erleben überhaupt erst zugänglich,
ohne sofortige Reaktion oder Bewertung.
➡️ Nur was wahrgenommen wird, kann akzeptiert werden.
(Folie 37) Was bedeutet Akzeptanz als therapeutisches Prinzip in der ACT?
Akzeptanz heißt,
Gedanken, Gefühle und Empfindungen
im gegenwärtigen Augenblick anzunehmen.
Zentrale Leitfragen:
Wo kann ich etwas verändern – wo nicht?
Was kostet mich der Kampf?
(Folie 37) Welche Funktion hat Akzeptanz im Wirkmodell der ACT?
ermöglicht den nächsten Schritt im Prozess,
indem sie den inneren Kampf reduziert.
➡️ Energie wird frei für handlungsbezogene Ausrichtung.
(Folie 37) Was meint Commitment und Werteorientierung in der ACT?
Dieser Schritt umfasst:
Klärung persönlicher Werte
Was ist mir wichtig?
Nutzung von Werten als Lebensrichtung
➡️ Werte geben dem Handeln Orientierung.
(Folie 37) Was bedeutet Committed Action?
Committed Action heißt,
entsprechend der eigenen Werte zu handeln,
auch wenn unangenehme Gedanken oder Gefühle da sind.
➡️ Handeln wird wertgeleitet, nicht symptomgesteuert.
(Folie 38) Was bezeichnet der Begriff „Hexaflex“ in der ACT?
Der Hexaflex beschreibt
die 6 zentralen Behandlungsschritte der ACT
die gemeinsam zur psychischen Flexibilität führen
➡️ Psychische Flexibilität steht im Zentrum des Modells.
(Folie 38) Was zeigt die Grafik des Hexaflex im Zentrum?
Im Mittelpunkt der Grafik steht
psychische Flexibilität
➡️ Alle sechs Prozesse wirken zusammen, nicht isoliert.
(Folie 38) Was bedeutet Achtsamkeit im Hexaflex der ACT?
Achtsamkeit heißt,
gegenwärtig zu leben
sich des Hier und Jetzt bewusst zu sein
➡️ Fokus liegt auf gegenwärtigem Erleben, nicht Vergangenheit oder Zukunft.
(Folie 38) Wie wird Akzeptanz im Hexaflex beschrieben?
aktives, offenes Annehmen
der gegebenen inneren und äußeren Erfahrungen
➡️ Kein passives Erdulden, sondern bewusste Haltung.
(Folie 38) Was ist mit kognitiver Defusion gemeint?
Kognitive Defusion bedeutet
Entschmelzung von Gedanken
Abstand gewinnen zu inneren Inhalten
➡️ Gedanken werden als Gedanken erkannt, nicht als Fakten.
(Folie 38) Was bezeichnet der Prozess Selbst-als-Kontext?
Selbst-als-Kontext meint
das Selbst als beobachtende Perspektive
als immer bleibende, unberührte Einheit
➡️ Inhalte wechseln – das Beobachter-Selbst bleibt.
(Folie 38) Was bedeutet persönliche Werte formulieren im Hexaflex?
Dieser Prozess umfasst
das Klären von persönlichen Ausrichtungen,
die als sinnvoll und wertvoll eingeschätzt werden
➡️ Werte geben dem Leben Richtung, keine Ziele.
(Folie 38) Was versteht man unter engagiertem Handeln (Commitment)?
Engagiertes Handeln heißt
überzeugtes, aktives Handeln,
orientiert an den eigenen Werten
➡️ Handeln trotz unangenehmer Gedanken oder Gefühle.
(Folie 40) Warum werden Werte in der ACT als „Kompass“ für das Leben beschrieben?
Werte geben dem Leben eine Richtung, ähnlich einem Kompass, der hilft:
auf Kurs zu bleiben, auch bei Unsicherheit
Entscheidungen an dem auszurichten, was wirklich zählt
➡️ Werte zeigen wohin ich gehen möchte, nicht wie schnell oder wie perfekt.
(Folie 40) Wie geben Werte Energie und Motivation im Sinne der ACT?
Werte:
geben dem Leben Energie
erzeugen Motivation, weil man Dinge umsetzt, die persönlich wichtig sind
➡️ Motivation entsteht nicht durch Symptomfreiheit, sondern durch wertegeleitetes Handeln.
(Folie 40) Inwiefern stiften Werte Sinn im ACT-Modell?
Sinn entsteht durch:
die Umsetzung von Werten
nicht durch das Erreichen einzelner Ziele
➡️ Ein wertorientiertes Leben fühlt sich sinnerfüllt, auch wenn es schwierig oder schmerzhaft ist.
(Folie 40) Warum ist es wichtig, die eigenen Werte zu kennen?
Das Wissen um die eigenen Werte ermöglicht:
Orientierung bei vielen Handlungsmöglichkeiten
bewusstere Entscheidungen statt reaktiven Verhaltens
➡️ Werte helfen, sich nicht zu verlieren, wenn viele Optionen oder innere Konflikte bestehen.
(Folie 43) Warum beginnt der ACT-Veränderungsplan immer mit einem Wert?
Der Wert:
gibt die übergeordnete Richtung vor
beantwortet die Frage: Was ist mir wichtig?
📌 Beispiel aus der Grafik:
Wert: Mich körperlich fit halten
➡️ Werte sind dauerhaft, nicht erreichbar oder „abhakbar“.
(Folie 43) Wie unterscheiden sich Ziele von Werten im ACT-Modell?
Ziele:
leiten sich aus dem Wert ab
sind konkret und veränderbar
📌 Beispiele aus der Grafik:
Mich mehr bewegen
Mehr schlafen
➡️ Ziele sind Schritte in Richtung eines Wertes, nicht der Wert selbst.
(Folie 43) Welche Rolle spielen Handlungen im Veränderungsplan?
Handlungen sind:
konkrete, umsetzbare Aktivitäten
direkt beobachtbar
Fitnesskurs buchen
Sportschuhe kaufen
➡️ ACT fragt: Was tue ich tatsächlich?
(Folie 43) Was sind typische Barrieren auf dem Weg vom Ziel zur Handlung?
Barrieren sind:
innere Hindernisse
meist unangenehme Gefühle oder Gedanken
Angst, mich zu blamieren
Unlust
➡️ Barrieren sind normal, kein Zeichen von Scheitern.
(Folie 43) Wie geht ACT mit Barrieren um – statt sie zu beseitigen?
ACT setzt auf Umgang, nicht auf Kontrolle:
Bereitschaft / Akzeptanz → Gefühle zulassen → sich den Wert bewusst machen
Defusion → Gedanken als Gedanken erkennen → z. B. dem Verstand für Warnungen „danken“
➡️ Ziel: Handeln trotz innerer Barrieren.
(Folie 43) Was zeigt der Veränderungsplan insgesamt über Commitment in ACT?
Commitment bedeutet:
werteorientiert handeln
auch wenn unangenehme innere Erfahrungen auftreten
➡️ Engagement entsteht nicht nach Symptomreduktion, sondern im Handeln selbst.
(Folie 44) Für welche Störungsbereiche wird ACT laut Vorlesung eingesetzt?
ACT hat einen breiten Einsatzbereich, u. a. bei:
Depression
chronischen Schmerzen
körperlichen Erkrankungen
weiteren psychischen Belastungen (u. v. m.)
➡️ Fokus liegt nicht auf einer einzelnen Diagnose, sondern auf transdiagnostischer Anwendbarkeit.
(Folie 44) Was sagt die Vorlesung zur empirischen Wirksamkeit von ACT?
Es gibt:
breite empirische Belege
Wirksamkeit über verschiedene Erfolgskriterien hinweg
➡️ ACT wird nicht nur punktuell, sondern systematisch untersucht.
(Folie 44) Wie bewertet die APA Division 12 die Wirksamkeit von ACT?
Laut APA 12th Division:
starke Evidenz bei chronischen Schmerzen
moderate Evidenz bei:
gemischten Angststörungen
Zwangsstörungen
Psychose
➡️ Evidenzlage ist störungsabhängig abgestuft.
(Folie 44) Wie schneidet ACT im Vergleich zur klassischen KVT ab?
ACT ist:
gleich wirksam
teilweise sogar wirksamer als klassische KVT
➡️ ACT gilt damit als gleichwertige Alternative innerhalb der Verhaltenstherapie.
(Folie 47) Warum wurde die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) ursprünglich entwickelt – und für wen?
Die DBT wurde in den 1980er-Jahren von Marsha Linehan entwickelt als
störungsspezifische Therapie für:
chronisch suizidale Patient:innen
mit Borderline-Störung
Ziel war es, extreme emotionale Reaktionen therapeutisch zu adressieren.
(Folie 47) Was bedeutet das „dialektische“ Grundprinzip der DBT?
DBT hält eine Balance zwischen zwei Polen:
Verstehen & Akzeptieren, was gerade passiert
Veränderung problematischer Verhaltens- und Reaktionsmuster
➡️ Extreme Reaktionen sollen durch ausgeglichenere Reaktionen ersetzt werden.
(Folie 47) Aus welchen Bausteinen besteht DBT typischerweise?
DBT ist ein multimodales Therapiekonzept mit:
Einzeltherapie
Skillstraining
Telefonkontakten in Krisen
Supervisionsgruppe für Therapeut:innen
ggf. Pharmakotherapie
(Folie 47) Für welche Störungen wird DBT heute zusätzlich eingesetzt?
DBT wurde erweitert auf weitere Störungsbilder mit
gestörter Emotionsregulation, z. B.:
PTBS
Essstörungen
Suchterkrankungen
(Folie 49) Welche kognitiven Merkmale sind typisch für die Borderline-Persönlichkeitsstörung?
Typische kognitive Auffälligkeiten sind:
stressabhängige paranoide Vorstellungen
schwere dissoziative Symptome
Identitätsstörung:
ausgeprägte Instabilität des Selbstbildes
unsicheres Gefühl für die eigene Person
(Folie 49) Welche interpersonellen Muster kennzeichnen die Borderline-Störung?
Im zwischenmenschlichen Bereich zeigen sich:
verzweifeltes Bemühen, reales oder imaginiertes Alleinsein zu verhindern
instabile und intensive Beziehungen
➡️ Beziehungen schwanken oft stark zwischen Nähe und Distanz.
(Folie 48) Woran erkennt man eine Störung der Affektregulation bei Borderline?
Zentrale Merkmale der Affektregulationsstörung:
unangemessen starke Wut
Schwierigkeiten, Ärger zu kontrollieren
affektive Instabilität
chronisches Gefühl der Leere
(Folie 48) Welche Formen von Impulsivität treten bei Borderline häufig auf?
Typisch ist Impulsivität in potenziell selbstschädigenden Bereichen, z. B.:
Sexualität
Substanzmissbrauch
rücksichtsloses Fahren
Essanfälle
Zusätzlich häufig:
wiederkehrende Suiziddrohungen oder -versuche
selbstschädigendes Verhalten
(Folie 52) Warum gilt in der DBT jedes Verhalten von Patient:innen zunächst als sinnvoll?
In der DBT wird angenommen:
Jedes Verhalten macht im subjektiven Kontext Sinn
Patient:innen versuchen, das Beste aus aktuell sehr belastenden Situationen zu machen
➡️ Verhalten wird verstanden, nicht vorschnell bewertet.
(Folie 52) Welche Haltung nimmt die DBT gegenüber der Veränderungsmotivation von Borderline-Patient:innen ein?
Die DBT geht davon aus:
Borderline-Patient:innen wollen sich verbessern
Fehlendes Vorankommen bedeutet nicht fehlenden Willen, sondern hohe Belastung
➡️ Motivation wird unterstellt, nicht infrage gestellt.
(Folie 52) Warum spricht die DBT von einer Ungerechtigkeit gegenüber Borderline-Patient:innen?
Laut DBT:
Borderline-Patient:innen müssen sich stärker anstrengen,
härter arbeiten und
stärker motiviert sein als andere, um Veränderungen zu erreichen
➡️ Diese erhöhte Anforderung wird als ungerecht anerkannt.
(Folie 52) Wie verbindet die DBT Verantwortung und Entlastung bei Borderline-Patient:innen?
Zwei gleichzeitige Annahmen:
Patient:innen haben ihre Probleme meist nicht selbst verursacht
Sie müssen diese Probleme trotzdem selbst lösen
➡️ Keine Schuld, aber Eigenverantwortung.
(Folie 52) Warum können Patient:innen in der DBT nicht versagen?
Grundannahme der DBT:
Patient:innen können nicht versagen
Schwierigkeiten gelten als Teil des Lern- und Veränderungsprozesses
➡️ Fokus liegt auf Anpassung der Therapie, nicht auf Schuldzuweisung.
(Folie 52) Warum betont die DBT ausdrücklich den Unterstützungsbedarf von Therapeut:innen?
Die Arbeit mit Borderline-Patient:innen ist hochbelastend
Therapeut:innen brauchen Unterstützung, z. B. durch Teams oder Supervision
➡️ Schutz vor Überforderung ist Teil des Therapieansatzes.
(Folie 53) Warum arbeitet die DBT mit einer Hierarchie der Therapieziele statt mit gleichzeitigen Zielen?
Die DBT priorisiert Ziele, weil:
nicht alles gleichzeitig bearbeitet werden kann
bestimmte Verhaltensweisen Therapie und Leben akut gefährden
➡️ Ziele werden in fester Reihenfolge abgearbeitet – von akut lebensbedrohlich bis Lebensqualität.
(Folie 53) Welches ist das oberste Therapieziel in der DBT – und warum?
Verringern von lebensbedrohlichem Verhalten
sowie Verhalten, das andere Menschen gefährdet
➡️ Überleben hat Priorität – ohne Sicherheit ist keine weitere Therapie möglich.
(Folie 53) Was versteht die DBT unter therapiezerstörendem Verhalten?
Ziel 2:
Verringern von Verhalten, das die Therapie selbst sabotiert
➡️ Gemeint sind Verhaltensweisen, die:
Sitzungen verhindern
die therapeutische Zusammenarbeit unterbrechen
den Behandlungsprozess gefährden
(keine Beispiele auf der Folie genannt)
(Folie 53) Warum werden Krisenverhalten und Selbstschädigung erst nach den ersten beiden Zielen bearbeitet?
Ziel 3:
Verringern von Verhalten, das zu Krisen führt, z. B.
Selbstverletzungen
andere Selbstschädigungen
➡️ Voraussetzung:
Lebensgefahr ist reduziert
Therapie kann stabil stattfinden
(Folie 53) Welche Verhaltensweisen stehen im Fokus von Ziel 4 der DBT?
Ziel 4:
Verringern von Verhalten, das Fortschritte in der Therapie gefährdet
➡️ Gemeint sind Muster, die:
Veränderung blockieren
Rückfälle begünstigen
Lernprozesse unterbrechen
(Folie 53) Welches Ziel steht am Ende der DBT-Hierarchie – und warum erst dort?
Ziel 5:
Verringern von Verhalten, das die Lebensqualität beeinträchtigt
➡️ Erst sinnvoll, wenn:
Sicherheit gewährleistet ist
Therapie stabil läuft
Krisen besser reguliert werden können
(Folie 54) Welche vier Basisstrategien kennzeichnen die DBT?
Die DBT arbeitet mit vier zentralen Basisstrategien:
Validieren
Problemlösen
Kontingenzmanagement
Fertigkeitentraining (Skillstraining)
➡️ Sie bilden das Grundgerüst der therapeutischen Arbeit.
(Folie 54) Was bedeutet Validieren in der DBT konkret?
Validieren heißt:
Reaktionen der Patient:innen ergeben Sinn
sie sind im subjektiven Kontext nachvollziehbar
➡️ Zielt zunächst auf Akzeptanz, erst später auf Veränderung.
(Folie 54) Warum steht bei der DBT die Akzeptanz vor der Veränderung?
Weil:
Validierung emotionale Beruhigung ermöglicht
ohne Akzeptanz keine tragfähige Veränderung möglich ist
➡️ Veränderung baut auf Akzeptanz auf, nicht umgekehrt.
(Folie 54) Was umfasst Problemlösen als Basisstrategie in der DBT?
Problemlösen beinhaltet u. a.:
Prioritäten setzen
Entscheidungen treffen
Lösungsprozesse strukturieren
Verhaltensanalysen durchführen
➡️ Fokus: konkrete, veränderbare Probleme.
(Folie 54) Was meint Kontingenzmanagement in der DBT?
Kontingenzmanagement bezieht sich auf:
den raum-zeitlichen Zusammenhang
zwischen Reaktion und Konsequenz
➡️ Verhalten wird über Konsequenzen beeinflusst.
(Folie 54) Welche Rolle spielt das Fertigkeitentraining (Skillstraining) in der DBT?
Fertigkeitentraining bedeutet:
gezieltes Erlernen und Üben von Skills
Aufbau von funktionalen Verhaltensalternativen
➡️ Skills ersetzen dysfunktionales Verhalten.
(Folie 55) Welche sieben Schritte sind im Beispiel der DBT-Verhaltensanalyse aufgeführt?
Die Folie listet sieben nummerierte Schritte:
Problemverhalten
Vorausgehende Bedingungen
Anfälligkeitsfaktoren
Konsequenzen
Lösungsanalyse
Präventionsstrategien
Wiedergutmachung
(Folie 56) Wie wird auf der Folie ein „Skill“ definiert?
Ein Skill ist:
Jedes Verhalten,
das in einer Situation kurzfristig wirksam ist
und langfristig nicht schadet
(Folie 56) Was wird laut Textfeld im Skillstraining gemacht?
Im Skillstraining werden:
neue Skills erlernt
bereits vorhandene Skills bewusst gemacht
(Folie 56) Welches Beispiel für einen Skill wird auf der Folie genannt?
Als Beispiel wird genannt:
„Schwimmen“ als gezielt eingesetzter Skill
(Folie 56) Welche kurzfristige Wirkung von „Schwimmen“ wird im Beispiel beschrieben?
Kurzfristig:
Bringt Ablenkung in einer Krisensituation
(Folie 56) Welche langfristige Eigenschaft von „Schwimmen“ wird im Beispiel genannt?
Langfristig:
„Schwimmen“ schadet Ihnen nicht
(Folie 56) Welche Module des Skillstrainings sind auf der Folie aufgelistet?
Die Folie nennt folgende Module des Skillstrainings:
Stresstoleranz
Umgang mit Gefühlen
Zwischenmenschliche Fertigkeiten
Selbstwert
(Folie 57) Was sollen die Patient:innen laut Folie mit der Spannungskurve lernen?
Die Patient:innen sollen lernen,
ihre Anspannung einzuschätzen
mithilfe einer Skala von 0–100
Details merken:
0 = keine Anspannung
100 = Zustand maximaler Anspannung
(Folie 57) Welche Anspannungsbereiche werden auf der Skala unterschieden?
Die Folie unterscheidet drei Bereiche:
0–30: niedrige Anspannung
30–70: mittlere Anspannung
70–100: Hochspannung
(Folie 57) Was sagt die Folie zum Einsatz von Skills in Abhängigkeit von der Anspannung?
Die Folie sagt:
Je nach Anspannungslevel sind unterschiedliche Skills einzusetzen
(Folie 59) Welche drei Anspannungsbereiche zeigt die Anspannungskurve?
Die Grafik unterscheidet drei Bereiche:
Niedrige Anspannung (bis 30 %)
Mittlere Anspannung (30–70 %)
Hochspannung (ab 70 %)
(Folie 59) Welche Skillbereiche sind laut Grafik bei Hochspannung zugeordnet?
Bei Hochspannung ist zugeordnet:
(Folie 59) Welche Skillbereiche sind bei mittlerer Anspannung eingezeichnet?
Bei mittlerer Anspannung sind eingezeichnet:
(Folie 59) Welche Skillbereiche sind bei niedriger Anspannung dargestellt?
Bei niedriger Anspannung sind dargestellt:
Achtsamkeit & Selbstwert
(Folie 59) Welcher Skillbereich ist über alle Anspannungsbereiche hinweg markiert?
Über alle Anspannungsbereiche hinweg ist markiert:
(Folie 59) Welche Beobachtungsbereiche sollen entlang der Anspannung erfasst werden?
Für jeden Anspannungsbereich sind vorgesehen:
Körperliche Merkmale
Verhalten
(Folie 62) Für welche Störung wurde die DBT ursprünglich entwickelt?
Die DBT wurde primär entwickelt für:
Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)
(Folie 62) Für welche weiteren Störungen liegen laut Folie DBT-Interventionsmanuale vor?
Laut Folie gibt es Interventionsmanuale für:
BPS mit Substanzabhängigkeit
Antisoziale Persönlichkeitsstörungen
u.a. (weitere nicht spezifizierte)
(Folie 62) Welche Wirkungen der DBT werden auf der Folie genannt?
Die Folie nennt folgende Wirkungen:
Reduziert wirksam Symptomatik
Reduziert Selbstverletzung
Verbessert Funktionsfähigkeit
(Folie 62) Welche Quelle zur Wirksamkeit der DBT ist auf der Folie abgebildet?
Auf der Folie ist dargestellt:
Cochrane Library
Titel der Arbeit: „Psychological therapies for people with borderline personality disorder“
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