Unterschied zwsichen Logistik und Supply Chain Management (SCM) ?
Die Supply Chain ist das gesamte Netzwerk aller Beteiligten und Stufen von Rohstoff bis Endkunde
-Sie beschreibt also die Kette/Struktur, in der Wertschöpfung entsteht.
Lieferanten → Zulieferer → Hersteller → Handel/Logistikdienstleister → Kunde
Logistik ist die operative Gestaltung und Steuerung der Flüsse, damit Produkte zuverlässig ankommen. Sie kümmert sich vor allem um:
Transport, Lagerung, Umschlag
Bestände & Kommissionierung
Auftragsabwicklung & Liefertermine (7R: richtiges Produkt, Menge, Zeit, Ort, Zustand, Kunde, Kosten)
Logistik sorgt dafür, dass die Versorgung/Belieferung effizient und termingerecht funktioniert.
Die 7R in der Logistik
Die 7R beschreiben das klassische Leistungsversprechen der Logisitk: die Richtige Leistung zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Richtiges Produkt ( Genau das Produkt, Material)
Richtige Menge( weder zu viel noch zu wenig )
Richtiger Zustand
Richtiger Ort
Richtige Zeit
Richtiger Kunde
Richtige Kosten ( Wirtschaftlich: nicht nur “ schnell”, sondern im sinvollsten Kosten - Service - track- off
JIT = Just in Time
Materialien/ Teile kommen genau dann, wenn SIe gebraucht werden, nicht früher und nicht später.
Ziel:
Beständen und Kapitalbindungen senken
Druchlaufzeit reduzieren
Problemen sichtbar machen ( statt sie “ Lager zu verstecken” )
JIS = Just in Sequence
Teile kommen nicht nur pünktlich, sondern in der exakten Einbaureihenfolge an der Linie an. ( z.B. Sitze, Cockpitz, Stoßträger beim Auto)
Wichtig: JIS ist noch empfindlicher gegenüber Störungen als JIT, weil Fehlteile/Verspätungen sofort eine konkrete Auftragsreihenfolge zereißen.
2 Vorteile und 2 Nachteile von Just in Time ( JIT )
orteile
Geringe Lagerbestände → weniger Lagerkosten & weniger Kapitalbindung
Schlankere Prozesse → weniger Verschwendung, Probleme werden schneller sichtbar
Nachteile
Störanfällig: Lieferverzug/Qualitätsprobleme führen schnell zu Produktionsstillstand
Hoher Abstimmungsaufwand: sehr genaue Planung + zuverlässige Lieferanten nötig (sonst Chaos)
2 Vorteile und 2 Nachteile von Just in Sequence ( JIS )
Vorteile
Teile kommen in exakt der Montagereihenfolge → schneller, weniger Such-/Rüstaufwand
Sehr gut bei Variantenvielfalt (z. B. Autos) → weniger Zwischenlager, effizientere Montage
Sehr hohe Komplexität: Reihenfolge muss perfekt stimmen (Planungs-/IT-Fehler wirken sofort)
Extrem abhängig von Lieferkette & Timing: kleinste Störungen bringen die Montage durcheinander/stoppen sie
Phasen der Entscheidungsfindung im SCM
1.SC - Gestaltung:
Zeithorizont: 1 -3 Jahren für eine Entscheidung
Beispiel Entscheidungen: Konfiguration der SC, Verteilung der Ressourcen, Ausführung der jeweiligen Stufen durch welche Prozesse ?
2.SC- Planung:
Z: 1/4 - 1 Jahr für eine Entscheidung
B. E. : Auslagerung der Produktion, Lagerpolitik, Timing und Umfang der Preisgestaltung
SC- Umsetzung
SC- Durchführung und Steuerung
tägliche oder wöchentliche Entscheidung
Planungsgrundsätzte sind bereits definiert
Entscheidungen hinsichtlich einzelner Kundenaufträge
Ziele des Betriebs: Eingehende Kundenaufträge bestmöglich erfüllen, Ausschöpfungen der Reduktion der Unsicherheiten, Optimierung der Perfomance
Machtverhätnisse in der supply chain
Machtverhältnisse beschreiben, wer in der Kette “bestimmt”
(1) Wenige Partner (z. B. Batterieherstellung): wenige große Hersteller + wenige Lieferanten → eher partnerschaftlich, langfristig, Lösungen einfacher umzusetzen.
(2) Ein starker Partner (z. B. Chemie/BASF): viele Zulieferer + viele Kunden, BASF übernimmt die fokale Rolle und koordiniert die Kette.
(3) Starker Partner + starke Abhängigkeit (Automotive): wenige OEMs, viele abhängige Zulieferer; OEM erwartet Kooperation nach seinen Vorgaben.
Starke Partner setzen Interessen durch und beanspruchen Effekte für sich (Beispiel Metro: Lieferanten „gezwungen“, Probleme ignoriert). Ziel: Nutzen (“Kuchen”) fair aufteilen, sonst leidet Kooperation.
Fokale Unternehmen
Fokales Unternehmen: der zentrale “Taktgeber”/Koordinator der Supply Chain (setzt Regeln, koordiniert Prozesse & Zusammenarbeit).
Bullwhipp Effekt + Beispiele
Der Bullwhip-Effekt ist die Aufschaukelung von Nachfrage-/Bestellschwankungen entlang der Supply Chain: kleine Endkundenschwankungen werden stromaufwärts immer größer.
Beispiele:
Sammelbestellungen
Vorratsbestellungen wegen Preisaktionen
fehlende Prognosedaten
Zeitverzug in der Informationsverarbeitung
Folgen
Hohe Lagerbestände
fehlende Marktnähe
Postponement
👉 Du entscheidest so spät wie möglich, wie genau das Produkt am Ende aussieht.
Also: Du stellst erst ein Grundprodukt her (oder lagerst es) und machst die letzten Schritte (z. B. Farbe, Verpackung, Etikett, Zusammenbau) erst dann, wenn du wirklich weißt, was der Kunde braucht.
du musst nicht viele Varianten auf Vorrat lagern
du hast weniger Risiko, dass du die „falsche Variante“ produzierst
dadurch weniger Lagerbestand und weniger Überbestand
Ein Unternehmen produziert 1.000 neutrale T-Shirts (ohne Aufdruck) und druckt erst nach Bestellung „S“, „M“, „L“ oder ein Motiv drauf.
ECR ( Efficient Consumer Response )
👉 Handel und Hersteller arbeiten eng zusammen, damit genau das nachgeliefert/produziert wird, was Kunden wirklich kaufen.
Statt dass jeder „rät“ und auf Verdacht bestellt, werden echte Verkaufsdaten aus dem Laden genutzt (Kassendaten / POS-Daten). Dann kann der Hersteller besser planen und der Handel bestellt passender nach.
weniger leere Regale (bessere Verfügbarkeit)
weniger Lagerbestand
weniger Fehlbestellungen
weniger Bullwhip-Effekt, weil man sich an der echten Nachfrage orientiert
Der Supermarkt schickt dem Hersteller täglich seine Kassendaten: „Heute wurden 120 Packungen verkauft.“ Der Hersteller produziert/plant danach und liefert gezielt nach → statt dass der Supermarkt „zur Sicherheit“ zu viel bestellt.
Formeln Für Berchnungen von Beständen
( Durschnittlicher Bestand, Reichweite des Bestands und Sicherheitsbestand )
Engpasspoker
Beim Engpasspoker bestellen Unternehmen oder Händler bewusst mehr, als sie eigentlich benötigen, um bei erwarteten Lieferengpässen trotzdem ausreichend Ware zu erhalten.
👉 Folge: künstlich erhöhte Bestellmengen → Verstärkung des Bullwhip-Effekts.
Kurzbeispiel: Ein Händler erwartet Lieferschwierigkeiten und bestellt statt 100 Stück vorsorglich 150 Stück.
Promotions
Promotions sind Sonderaktionen oder Preisrabatte, bei denen Händler oder Kunden auf Verdacht mehr bestellen, um vom niedrigeren Preis zu profitieren.
👉 Folge: Nachfragespitzen während der Aktion und Absatzeinbruch danach → ebenfalls Bullwhip-Effekt.
Kurzbeispiel: Wegen einer Rabattaktion bestellt der Großhändler doppelt so viel Shampoo, obwohl der tatsächliche Bedarf gleich bleibt
Warum können mit Postponement Bestände in der Lieferkette reduziert werden ?
Durch Postponement werden weniger fertige Varianten auf Lager gehalten, sondern eher generische Komponenten/Grundprodukte. Dadurch sinkt der Gesamtbestand, weil man wenige Standardteile statt vieler Varianten bevorratet. Zusätzlich können Nachfrageschwankungen über mehrere Märkte/Varianten zusammengefasst werden (Pooling), wodurch die Variabilität und damit der Sicherheitsbestand sinkt.
Was bedeutet CPFR ?
CPFR steht für Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment. Dabei werden nicht nur Bestandsdaten, sondern auch Planungs- und Prognosedaten geteilt: Absatzprognosen werden zwischen Partnern ausgetauscht und laufend aktualisiert, wodurch Planungsunsicherheit und damit Sicherheitsbestände sinken
Welche Rolle hat ein fokales Unternehmen in einer Suppyl Chain inne ?
Ein fokales Unternehmen ist der zentrale/führende Partner in einer Supply Chain (typisch bei „einem starken Partner“). In der PDF wird das am Beispiel BASF genannt: viele Zulieferer und viele Kunden – das fokale Unternehmen übernimmt die Koordination der Supply Chain (und prägt Zusammenarbeit/Abwicklung). 02 Logistik und SCM
Klausurantwort:
Ein fokales Unternehmen ist der zentrale, meist starke Akteur einer Supply Chain, der die Zusammenarbeit und Abläufe maßgeblich koordiniert (z. B. BASF in der Chemie-Supply-Chain).
DIe Sägezahnkurve
Das Andler -/ Harris- Modell ( Jährliche losabhängige Kosten )
Das Andler-/Harris - Modell ( Lagerhaltungskosten KL )
Das Andler-/Harris Modell ( Auftragsauflagekosten )
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