Nenne die wichtigsten Migrationsrouten nach Europa.
Zentrale Mittelmeerroute (Nordafrika → Italien)
Östliche Mittelmeerroute (Türkei → Griechenland / Balkan)
Westliche Mittelmeerroute (Marokko/Algerien → Spanien)
Atlantikroute zu den Kanaren (Westafrika → Kanaren)
Westbalkanroute (Südosteuropa → EU über Serbien etc.)
Östliche Landrouten (Belarus/Russland → Polen/Litauen)
Welche Herkunftsländer sind häufig unter den Migranten?
Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia, Nigeria, Mali, Guinea, Bangladesch — plus in 2020er Jahren: Ukraine (temporärer Schutz), Sudan-Geflüchtete
Was weißt du zu den aktuellen und vergangenen Zahlen der irregulären Migration?
Gesamttrend: Seit 2020 deutliche Zunahme bis 2023, danach Rückgang durch stärkere Grenzkooperationen.
Hauptregionen: Zentral-Mittelmeerroute bleibt führend, Westbalkanroute stark schwankend.
Neue Entwicklungen: Zunehmend Migration über Guinea, Mali, Sudan, teils infolge regionaler Konflikte.
Politischer Kontext: EU verstärkt Abkommen mit Drittstaaten (z. B. Tunesien, Ägypten, Mauretanien) und baut FRONTEX-Kapazitäten an Land- und Seegrenzen aus.
Infos:
2020: 125.000 IÜ, -13% (COVID), Zentrale Mittelmeerroute, SYR/AFG/MAR
2021: 199.900 IÜ, +60%, Westbalkan, SYR/AFG/TUN
2022: 330.000 IÜ, +64%, Westbalkan und Mittelmeer, SYR/AFG/TÜR
2023: 380.000 IÜ, +17%, Zentrale Mittelmeerroute und Westbalkan, SYR/GUI/AFG, Rekordwert, viele Seelandungen in Italien
2024: 239.000 IÜ, -38%, Ostgrenze, SYR/AFG/SUD/GUI, Rückgang durch EU Abkommen, Belarus (politisches Druckmittel); über 2.300 Todesfälle; Pushbacks: 120.457 (Bulgarien, Griechenland, Polen)
2025 (11 Monate): 166.900 IÜ, -25%, Westafrikanische Route (-60%), Westbalkan (-43%), Zentrale Mittelmeerroute (40% aller IÜ) 90% davon über Libyen, BANG/AFG/ÄGY/ERI, ca. 1.700 Todesfälle
Warum gab es 2023 über 100.000 syrische Flüchtlinge?
2023 kam es zu einem massiven Anstieg syrischer Flüchtlinge, weil Krieg, Erdbeben und wirtschaftlicher Zusammenbruch in Syrien und seinen Nachbarländern Millionen Menschen erneut zur Flucht zwangen.
Zudem sinkende Aufnahmebereitschaft der Türkei („freiwillige Rückkehr“)
Lockerungen der Visabestimmungen einiger Transitländer: Erleichterte Mobilität Richtung Nordafrika, von wo aus Schleusungen nach Europa erfolgten.
Schwache EU-Aufnahmekapazität in Griechenland und Italien (Sekundärmigration)
Viele suchten Schutz in der EU, meist über das Mittelmeer und die Balkanroute.
Warum gab es 2024 einen Anstieg von Migranten von 192 % über die Ostgrenze?
politisch gesteuerte Migrationsbewegung – vor allem über Belarus.
Migration als politisches Druckmittel (Migranten aus Syrien, Irak und afrikanischen Staaten wurden gezielt nach Belarus gelockt, um sie zur EU-Grenze (v. a. Polen, Litauen, Lettland) zu schleusen.)
Russland und Belarus nutzen Migration als Instrument geopolitischer Erpressung, um die EU innenpolitisch zu spalten, außenpolitisch zu schwächen und vom Krieg in der Ukraine abzulenken.
FRONTEX spielt hier eine zentrale Rolle beim Schutz der EU-Außengrenzen gegen diese Form der hybriden Bedrohung.
Schleuser nutzten soziale Medien (z. B. Telegram, TikTok), um neue Routen über Belarus oder Russland zu bewerben – besonders für Migranten aus Syrien, Afghanistan, Sudan, Somalia.
Durch EU-Abkommen mit Tunesien, Ägypten und Mauretanien gingen 2024 die Übertritte über die Mittelmeer- und Balkanrouten stark zurück. Folge: Ausweichbewegung Richtung Osten, da Schleuser auf neue Routen auswichen.
FRONTEX reagierte mit verstärktem Grenzschutz und Lageanalyse an der Ostflanke.
Etwa 9 000–10 000 irreguläre Übertritte über die östliche Landgrenze (→ Anstieg um +192 % gegenüber 2023).
Besonders betroffen: Polen, Litauen, Lettland.
Hauptnationalitäten: Syrien, Afghanistan, Irak, Somalia, Eritrea.
Nenne EU Abkommen mit Drittstaaten, bei denen FRONTEX eine wichtige Rolle spielt.
Tunesien: “Memorandum of Understanding”
Eindämmung irregulärer Migration über das zentrale Mittelmeer, Unterstützung der tunesischen Küstenwache mit Ausrüstung, Schulung & Finanzhilfen (≈ 1 Mrd €), Förderung der wirtschaftlichen Stabilität & Energiekooperation
Ägypten: 2024 neues Migrationsabkommen
Grenzmanagement, Wirtschaftshilfe, Verhinderung von Abfahrten nach Libyen.
Mauretanien: 2024 Partnerschaftsabkommen
Z: Eindämmung von Migration über die westafrikanische / Kanaren-Route, FRONTEX unterstützt Mauretanien mit Schulungen, Schiffen und technischer Ausrüstung, EU-Finanzhilfe von ca. 210 Mio €
Marokko: langjährige Kooperation
Eindämmung der Migration über Ceuta, Melilla und Kanaren.
Libyen: Technische Zusammenarbeit (unter schwierigen Bedingungen)
Seenotrettung, Schulung von Küstenwache, aber Menschenrechtskritik.
Was verfolgt die EU für Ziele mit solchen Abkommen?
Die EU verfolgt mit diesen Abkommen eine „Migrationssteuerung an der Quelle“:
• Prävention: Verhinderung von Abfahrten bereits an der afrikanischen Küste
• Kooperation: Zusammenarbeit bei Rückführungen & Grenzüberwachung
• Stabilisierung: Wirtschaftliche und sicherheitspolitische Unterstützung der Partnerländer
Diese Vereinbarungen sind Teil der neuen EU-Migrationsstrategie und des EU-Pakts für Migration und Asyl (2023/2024).
Sie sollen langfristig Frontex-Missionen und bilaterale Grenzschutzoperationen ermöglichen (ähnlich wie bisher in Albanien, Serbien oder Nordmazedonien).
Was gibt es für Kritik an solchen Abkommen?
⚖️ Kritische Punkte
• Menschenrechtslage: Gefährdung der Rechte von Migranten in Drittstaaten.
• Abhängigkeit: EU macht sich politisch abhängig von instabilen Regimen.
• Kontrolle: FRONTEX darf nur begrenzt auf fremdem Staatsgebiet agieren – meist beratend oder unterstützend.
Was sind die Maghreb-Staaten und was haben sie mit FRONTEX zu tun?
Der Maghreb umfasst die nordwestafrikanischen Staaten Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Mauretanien.
Sie sind für die EU und FRONTEX strategisch entscheidend,
weil sie als Transitregion für irreguläre Migration dienen.
Deshalb bestehen enge Migrationsabkommen zur Migrationskontrolle und Rückübernahme sowie Grenzschutzkooperationen mit der EU.
Was ist die häufigste Migrationsroute zwischen 2020-2024?
Das zentrale Mittelmeer war fast jedes Jahr die intensivste Route, gefolgt von der Balkanroute und der Westafrika/Kanaren-Route (ab 2023 stark zunehmend).
Welche Nationalitäten sind häufig auf den Hauptrouten?
Je nach Route unterschiedlich:
Zentrales Mittelmeer: Ägypten, Bangladesch, Syrien, Sudan, Tunesien
Balkanroute: Syrien, Afghanistan, Türkei
Kanaren: Mauretanien, Senegal, Mali
Ostgrenze: Syrien, Irak, Jemen (v. a. durch Belarus gesteuert)
Welche Transitländer sind für die Migration nach Europa besonders relevant und warum?
Libyen (Kein funktionierender Staat; wichtigste Abfahrtsorte nach Italien; Schleusernetzwerke; EU-Kooperation zur Küstenüberwachung)
Tunesien (Küstennah zu Lampedusa; 2023/24 stark gestiegene Abfahrten; EU-Migrationsabkommen)
Ägypten (Transit für Sudan, Eritrea, Äthiopien; zunehmend Abfahrten Richtung Mittelmeer)
Algerien (Transit für West- & Zentralafrikaner; Land- und Seeabfahrten Richtung Spanien/Italien)
Türkei (Schlüsselstaat zwischen Asien & Europa; Millionen Flüchtlinge (v. a. Syrien); EU-Türkei-Abkommen)
Serbien (Zentrale Drehscheibe der Westbalkanroute)
Bosnien-Herzegowina (Zugang zur EU über Kroatien)
Montenegro (Alternativroute bei Sperrung anderer Balkanländer)
Albanien (Umgehungsroute Richtung Italien/Griechenland)
Marokko (Abfahrten nach Spanien; Landgrenzen Ceuta & Melilla)
Mauretanien (Zunehmend Abfahrtsland Richtung Kanaren)
Belarus (Instrumentalisierung von Migration gegen EU)
Russland (Hybride Einflussnahme; Route Richtung Finnland/Baltikum)
Ukraine (Fluchtmigration seit 2022)
Welche Risiken bestehen bei irregulären Migrationen über das Mittelmeer?
Irreguläre Migration über das Mittelmeer ist mit erheblichen Lebens-, Menschenrechts- und Sicherheitsrisiken verbunden – sowohl für Migranten als auch für Einsatzkräfte. FRONTEX hat die Aufgabe, Leben zu schützen, Grenzen zu sichern und gleichzeitig Grund- und Menschenrechte zu wahren.
Zentrales Mittelmeer (Libyen/Tunesien → Italien) - Höchste Todesrate
Östliches Mittelmeer (Türkei → Griechenland) - Kentern nahe Küste
Westliches Mittelmeer & Atlantik (Marokko/Westafrika → Spanien/Kanaren) - Lange Strecken, Erschöpfung
Was wissen Sie über die Zusammenarbeit zwischen Frontex und Ländern wie Libyen oder der Türkei?
Working Arrangements:
Ziel: irreguläre Migration über das Mittelmeer und die östliche Mittelmeer Route besser kontrollieren
Türkei: EU – Türkei – Abkommen (2016) sieht vor, dass die Türkei irregulär eingereist Migranten zurücknimmt, wenn diese zuvor von der türkischen Küste aus nach Griechenland gelangt sind.
Frontex: unterstützt Rückführungs- und Überwachungmaßnahmen in der Ägäis
Libyen: Menschenrechtsverletzungen in Auffanglagern
Frontex: liefert Lagebilder, Aufklärungsdaten, Koordinationshilfe für libysche Küstenwache; keine eigenen Operationen
Welche Maßnahmen plant die EU um die Zahl irregulärer Einreisen zu reduzieren?
Migrations-/Asylreform (2020):
Stärkung Frontex (bis 10.000 Kräfte bis 2027)
Abkommen mit Drittstaaten (Ägypten, Tunesien, Türkei) zur besseren Grenzüberwachung und Rückführungen
Rückführungsoffensive (Schnellere Abschiebung von Personen ohne Schutzanspruch)
Digitalisierung der Grenzkontrollen (ETIAS, EES)
Wie kann man die Balance zwischen Sicherheit und Menschenrechte an den Außengrenzen gewährleisten?
Auftrag ist, die Außengrenzen effektiv zu sichern, aber auch Würde und Rechte jedes Menschen zu schützen, der an der Grenze ankommt.
Einhaltung der EU-Grundrechtscharta und der GFK
Unabhängige Grundrechtsbeobachter innerhalb von Frontex
Schulung der Einsatzkräfte zu Menschenrechten und Umgang mit Schutzsuchenden
Dokumentation und Transparenzpflichten bei Operation
Stärkere Kooperation mit UN-Organisationen wie UNHCR (hoher Flüchtlingskommissar schützt Flüchtlinge) und IOM (internationale Organisation für Migration managed Migration)
Was versteht man unter der temporären Schutzrichtlinie (Ukraine Krieg)?
Es ist ein EU Rechtsinstrument, das Menschen in einer massiven Flüchtlingskrise schnell und unbürokratisch Schutz in der EU gewährleisten soll. (Richtlinie 2021/55/EG).
Schnellere Aufnahme und Verteilung innerhalb der EU, Entlastung der nationalen Asylsysteme
Aufenthalt (verlängert bis 2026), Keine individuelle Prüfung des Schutzgrundes, sofortige Arbeitserlaubnis, Zugang zu Bildung, Sozialleistungen, Familiennachzug, freie Wahl des Aufnahmelandes
Frontex unterstützte die EU Staaten bei der Registrierung, Grenzüberwachung, Datenkoordination und Lageberichten
Mehr als 4,2 Mio. EU-Weit
Ca. 1,1 Mio. in Deutschland
Nenne mir 5 Push-Faktoren.
Krieg
Menschenrechtsverletzungen, Verfolgung
Armut, Arbeitslosigkeit
Mangelnde Gesundheitsversorgung
Naturkatastrophen, Ressourcenknappheit
Nenne mir 5 Pull-Faktoren.
bessere Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten
Schutz der Menschenrechte und Meinungsfreiheit
Gute Bildungssysteme und Gesundheitsversorgung
Möglichkeit, Asyl oder Schutzstatus zu erhalten
Frieden
Sicheres Klima, stabile Umwelt
Was kannst du mir über LampeFuß (Italien) sagen?
Lage: Mittelmeer, südlich von Sizilien, nahe Tunesien und Libyen
Migration: wichtigster Anlaufpunkt für Migranten aus Nordafrika über die Zentrale Mittelmeerroute
Überfüllte Aufnahmezentren
Humanitäre Notlage
Frontex beteiligt sich an Überwachung, Rettung und Registrierung
Was kannst du mir zu Lesbos (Griechenland) sagen?
Lage: Ägäis, nahe Türkei
Migration: Hauptroute über die östliche Mittelmeerroute, viele Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Irak
Berüchtigte Moria-Notlager (2015-2020), Stark überfüllt und katastrophale Bedingungen
Frontex unterstützt griechische Behörden bei Grenzschutz, Registrierung und Rettung
Politische Spannungen zwischen EU und Türkei über Rückführungen
Was weißt du über die kanarischen Inseln in Bezug auf Migration?
Lage: Atlantik, westlich von Marokko
Migration: westafrikanische Route aus Senegal, Mauretanien, Westafrika
Lange, gefährliche Atlantiküberfahrten (viele Tote)
Weniger vorbereitetes Aufnahmesystem als auf dem Festland
Frontex unterstützt bei Registrierung, Rückführungen und Koordinierung mit spanischen Behörden
Was sind die Gemeinsamkeiten der Inseln Lampedusa, Lesbos und den Kanaren?
inseln dienen als 1. EU-Hotspots für Flüchtlinge
Frontex ist häufig operativ aktiv (Überwachung, Rettung, Registrierung, Rückführungen)
Überlastung der lokalen Infrastruktur, humanitäre Herausforderungen
Politisch heikle Punkte: Dublin-Verordnung, Rückführungen, Kooperation mit Drittstaaten
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