3.1 Begriff und Gegenstand der Prozesskostenrechnung
Gründe für die Entstehung der Prozesskostenrechnung
Was ist die Prozesskostenrechnung?
Warum wird die Prozesskostenrechnung eingesetzt
Vollkostenrechnung, die die Verteilung der Gemeinkosten am Leistungserstelungsprozess ausrichtet
Gründe:
Pauschale Gemeinkostenzuschläge in der traditionellen Kostenrechnung
Ungenaue Verrechnung indirekter Bereiche (z. B. Verwaltung, Logistik)
Steigender Gemeinkostenanteil, sinkende Bedeutung der Einzelkosten
Fehlende Abbildung des tatsächlichen Ressourcenverbrauchs
Kosten entstehen durch Prozesse, nicht direkt durch Produkte
Bedarf an verursachungsgerechter Gemeinkostenverrechnung
Erhöhte Kostentransparenz in indirekten Bereichen
Unterstützung von Kostenkontrolle und Prozessverbesserung
Idee der Prozesskostenrechnung
Was ist die Grundidee der Prozesskostenrechnung?
Welche Rolle spielt sie im Verhältnis zur traditionellen Kostenrechnung?
Wie ist die Prozesskostenrechnung systematisch einzuordnen?
Welche Rechnungen setzt sie voraus?
Worin liegt der zentrale Unterschied zur traditionellen Kostenrechnung?
Welche Bezugsgrößen werden verwendet?
Welche Voraussetzungen müssen für ihren Einsatz vorliegen?
Wann ist ihr Nutzen besonders hoch?
Abkehr von der ausschließlichen Volumenorientierung hin zur Betrachtung von Tätigkeiten und Prozessen.
Sie ersetzt traditionelle Systeme nicht, sondern ergänzt sie.
Sie ist eine Vollkostenrechnung.
Kostenartenrechnung und Kostenstellenrechnung.
Verursachungsgerechtere Gemeinkostenschlüsselung über Prozesse.
Anzahl der bearbeiteten Vorgänge statt Einzel- oder Herstellkosten.
Repetitive, standardisierte Prozesse mit geringem Entscheidungsspielraum.
Bei hohen Gemeinkostenanteilen, geringer Kostentransparenz und unterschiedlicher Ressourceninanspruchnahme.
Ziele der Prozesskostenrechnung
Was sind die Ziele?
Kosten genauer verteilen: Kosten sollen fairer zugeordnet werden, je nachdem welche Leistungen oder Prozesse sie wirklich verursachen. Statt pauschaler Zuschläge wird nach tatsächlicher Prozessmenge gerechnet.
Bessere Kontrolle der Ressourcen: Es soll sichtbar werden, wofür Personal, Material und Betriebsmittel tatsächlich eingesetzt werden.
Mehr Transparenz in den Kostenstellen: Verantwortliche sollen erkennen können, welche Tätigkeiten Kosten verursachen und warum.
Stärkere Markt- und Kundenorientierung: Tätigkeiten, die keinen Mehrwert für Kunden oder Produkte bringen, sollen leichter erkannt werden.
Unnötige Tätigkeiten abbauen: Solche nicht wertschöpfenden Aktivitäten können reduziert oder ganz abgeschafft werden.
Rationalisierung fördern: Durch bessere Kostentransparenz werden gezielte Einspar- und Verbesserungsmaßnahmen möglich.
Vorgehen der Prozesskostenrechnung
Welche Schritte umfasst die PKR?
Ermittlung der Prozesse und Prozessgrößen;
Prozesskostenrechnung in der Kostenstellenrechnung;
prozessorientierte Kalkulation im Rahmen der Kostenträgerstückrechnung.
3.2 Ermittlung der Prozesse und Prozessgrößen
In welche Schritte lässt sich der erste Schritt der PKR unterteilen?
Ermittlung der Prozesse,
Zusammenfassung zu Hauptprozessen,
Ermittlung der Kostentreiber (Prozessgrößen),
Bestimmung der Prozessmengen.
Ermittung der Prozesse
Was ist der Ausgangspunkt der Prozessermittlung?
Warum werden zunächst Hypothesen gebildet?
Womit werden die Tätigkeiten in den Kostenstellen erfasst?
Was ist eine Tätigkeit?
Was wird im Rahmen der Tätigkeitsanalyse erhoben?
Was entsteht aus sachlich zusammenhängenden Tätigkeiten?
Wie ist ein Teilprozess organisatorisch zugeordnet?
Nach welchem Kriterium werden Teilprozesse unterschieden?
Was sind lmi-Prozesse?
Was sind lmn-Prozesse?
Ableitung von Hypothesen zu Hauptprozessen und Kostentreibern.
Um ein gezielteres Vorgehen zu ermöglichen.
Durch eine Tätigkeitsanalyse.
Die kleinste erfassbare und abgrenzbare Einheit von kostenstellenbezogenen Arbeitsvorgängen
Tätigkeiten und benötigte Ressourcen (Personal- und Sachmittel).
Ein Teilprozess.
Eindeutig einer Kostenstelle.
Ob sie von der Leistungsmenge beeinflusst werden oder nicht.
Leistungsmengeninduzierte Prozesse.
Leistungsmengenneutrale Prozesse.
Zusammenfassung zu Hauptprozessen
Was passiert in diesem Schritt?
kostenstellenübergreifende Zusammenfassung von Teilprozessen
Ermittlung der Kostentreiber
Was sind Kostentreiber?
Für welche Prozesse werden Kostentreiber ermittelt?
Warum sind Kostentreiber die zentrale Größe der Prozesskostenrechnung?
Was ist die wichtigste Aufgabe bei der Ermittlung der Kostentreiber?
Wie werden Kostentreiber identifiziert: kostenstellen- oder prozessorientiert?
Woran besteht das zentrale Interesse statt an Einzelkosten?
Warum sind Prozessmengen für Gemeinkosten entscheidend?
Welche Voraussetzungen müssen Kostentreiber erfüllen?
Wie viele Kostentreiber werden meist je Hauptprozess verwendet?
Wann werden mehrere Kostentreiber eingesetzt?
Welcher Nachteil entsteht bei mehreren Kostentreibern?
Bezugsgrößen, die die Kosten eines Prozesses verursachen.
Für jeden Hauptprozess.
Weil sie die Gemeinkosten verursachungsgerecht zuordnen.
Identifizierung, Qualifizierung und Quantifizierung der Kostentreiber.
Prozessorientiert.
An der Anzahl der Prozesse.
Weil sie ursächlich für das Entstehen der Gemeinkosten sind.
Voraussetzungen
Einfache Ableitbarkeit aus vorhandenen Daten
Proportionalität zur Ressourcennutzung und zu Kosten
Proportionalität zur Ausbringungsmenge
Transparenz und Verständlichkeit
In der Regel ein geeigneter Kostentreiber.
Bei genauerer Kostenzuordnung auf Teilprozessebene.
Erhöhter Erfassungs- und Rechenaufwand.
Bestimmung der Prozessmengen
Was ist eine Prozessmenge?
Womit wird die Prozessmenge beschrieben?
Welchen Zweck hat die Angabe der maximalen Kapazität?
Wie wird die Prozessmenge ermittelt?
Was ist notwendig, um Prozessmengen zu erfassen?
Was bedeutet die Prozessmenge im Beispiel „Material beschaffen“?
Die einem Kostentreiber zuzurechnende, messbare Leistung.
Mit der maximalen Kapazität des Prozesses.
Damit jederzeit eine Maßeinheit für die Auslastung des Prozesses vorliegt.
Über Messsysteme oder Zähler.
Eine entsprechende Erfassung der Prozessgröße.
Die Anzahl der Bestellpositionen muss erfasst werden.
3.3 Prozesskostenrechnung in der Kostenstellenrechnung
Welche Teilschritte umfasst die PKR in der KSR?
Erhebung der Prozesskosten
Ermittlung der Prozesskostenansätze
Verrechnung leistungsneutraler Kosten
Was versteht man unter Prozesskosten?
Für welche Prozesse werden die Prozesskosten ermittelt?
Welche Kostenarten zählen zu den Prozesskosten?
Worauf stützt sich die Datengrundlage der Prozesskostenermittlung?
Alle Kosten, die verursachungsgerecht mit einem Prozess verknüpft sind.
Für die identifizierten (Haupt-)Prozesse.
Personal-, Energie- und Raumkosten sowie kalkulatorische Abschreibungen und Zinsen genutzter Anlagen.
Auf Daten aus dem Betriebsabrechnungsbogen der Kostenstellenrechnung.
Ermittlung der Prozesskostensätze
Wie wird der Prozesskostensatz berechnet?
Wie wird der Teilprozesskostensatz berechnet?
Was geben sie an?
1.
2.
(T-)PK-Satz gibt durchschnittlichen Kosten für die einmalige Durchführung eines (T-)Prozesses
Verrechnung leistungsmengenneutraler Kosten
Warum können für lmn-Prozesse keine Prozesskostensätze über Prozessmengen gebildet werden?
Warum müssen lmn-Kosten trotzdem verrechnet werden?
Welche zwei Ansätze zur Verrechnung lmn-Kosten gibt es?
Wie funktioniert der erste Ansatz?
Was ist der Vorteil des ersten Ansatzes?
Was ist der Nachteil des ersten Ansatzes?
Wie funktioniert der zweite Ansatz?
Was ist der Vorteil des zweiten Ansatzes?
Was ist der Nachteil des zweiten Ansatzes?
Weil lmn-Prozesse definitionsgemäß nicht von der Leistungsmenge abhängen.
Weil sie im Sinne einer Vollkostenrechnung auf die Kostenträger verrechnet werden müssen.
Verrechnung über eigene Zuschlagssätze oder proportionale Verrechnung zu lmi-Prozesskosten.
Über eigene Kalkulationssätze (meist prozentuale Zuschläge) mit einer geeigneten, aber willkürlichen Bezugsgröße.
Unverfälschte Kosteninformation zu den lmi-Prozessen.
Willkürliche Festlegung der Zuschlagssätze.
Über einen lmn-Zuschlagssatz proportional zu den lmi-Prozesskosten, zusammen mit einem Gesamtprozesskostensatz.
Leichte Anwendung.
Willkürlich unterstellte Proportionalität zwischen lmn- und lmi-Prozesskosten.
3.4 Kalkulation mit der Prozesskostenrechnung
Welchen Schritt bildet die Kalkulation in der Prozesskostenrechnung?
Wodurch wird die klassische Gemeinkostenverrechnung ersetzt?
Was sagt ein Prozesskostensatz aus?
Was muss für die Kostenträgerstückrechnung zusätzlich ermittelt werden?
Wodurch wird der Zusammenhang zwischen Produkt und Prozess hergestellt?
Was wird bei der Verrechnung der Prozesskosten berücksichtigt?
Den letzten Schritt der Prozesskostenrechnung.
Durch die Verrechnung über Prozesskostensätze.
Was die einmalige Inanspruchnahme eines Prozesses kostet.
Welche Prozesse ein Produkt wie oft pro Stück bzw. Leistungseinheit beansprucht.
Über die identifizierten Kostentreiber.
Sowohl die Anzahl der Bestellpositionen als auch die Anzahl der bestellten Produkte, wodurch sich die Prozesskosten pro Stück verändern.
Prozessorientierte Kalkulation
Wie können die Selbstkosten pro Stück eines Produkts berechnet werden?
Wann entfällt die Verrechnung der Restgemeinkosten?
Restgemeinkosten entfällt, wenn die lmn-Prozesse proportional zu den Prozesskosten behandelt werden.
3.5 Aussagekraft der Prozesskostenrechnung
Welche Vorteile bietet die PKR?
Allokationseffekt
Gemeinkosten werden dort verteilt, wo sie wirklich entstehen – je nachdem, wie stark ein Produkt Ressourcen nutzt, nicht danach, wie hoch seine Einzelkosten sind.
Komplexitätseffekt
Produkte, die mehr Arbeitsschritte und Aufwand verursachen, bekommen auch mehr Gemeinkosten zugewiesen.
Degressionseffekt
Wenn mehr Stücke produziert werden, sinken die Prozesskosten pro Stück, weil sich die Kosten auf mehr Einheiten verteilen. In der klassischen Kostenrechnung bleiben die Gemeinkosten pro Stück dagegen gleich hoch.
Beurteilung der PKR
Worin liegt der zentrale Vorteil der Prozesskostenrechnung?
Welche Einschränkungen bleiben bestehen?
Wie wird die Prozesskostenrechnung in der Fachwelt beurteilt?
Welche kritische Sichtweise gibt es?
Welches praktische Problem ist mit der Prozesskostenrechnung verbunden?
Welche Frage stellt sich daraus?
In der verursachungsgerechten Verrechnung eindeutig prozessbezogener Gemeinkosten.
Alle übrigen Einschränkungen der Vollkostenrechnung.
Uneinheitlich; es gibt Befürworter und Skeptiker.
Skeptiker sprechen der Prozesskostenrechnung den Innovationscharakter ab.
Hoher Erfassungs- und Planungsaufwand.
Ob sich die Anwendung wirtschaftlich lohnt.
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