(Folie 3) Welche Kontexte der Intelligenztestung werden visuell angedeutet?
Die Bilder zeigen Anwendungsfelder von Intelligenzdiagnostik:
Schule (Klassenraumszene)
Militär / U.S. Army
Rekrutierung & Testverfahren („I want you for I.Q. Test“)
➡️ Intelligenztestung wird als gesellschaftlich breit eingesetztes Instrument dargestellt.
(Folie 5) Warum sind implizite Intelligenztheorien nach Sternberg im Alltag relevant?
Nach Robert J. Sternberg sind implizite Intelligenztheorien:
im Alltagsleben hoch relevant
bedeutsam für Schule, Beruf, Familie und Partnerwahl
➡️ Sie beeinflussen alltägliche Einschätzungen von „Intelligenz“.
(Folie 5) Wie untersuchte Sternberg das Alltagsverständnis von Intelligenz?
In klassischen Studien (Sternberg et al., 1981):
Befragung von Laien (z. B. in Büchereien, Supermärkten)
Leitfrage: „Was fällt Ihnen zum Begriff Intelligenz ein?“
Systematisierung der Antworten
Extraktion zentraler Dimensionen
(Folie 5) Welche Dimensionen von Intelligenz nennen Laien besonders häufig?
Aus den Befragungen ergeben sich drei zentrale Dimensionen:
Problemlösefähigkeit
Verbale Fähigkeiten
Soziale Kompetenz
Grafischer Hinweis:
Die Wortwolken-Grafik mit Kopf-Silhouette visualisiert das breite Alltagsverständnis von Intelligenz.
(Folie 6) Welche drei Faktoren beschreiben laut Laien eine „idealtypisch intelligente Person“?
Die Tabelle unterscheidet drei zentrale Faktoren:
Praktische Problemlösefähigkeit
Verbale Fähigkeit
Die Faktoren stammen aus einer Faktorenanalyse mit Faktorladungen.
(Folie 6) Welche Verhaltensweisen kennzeichnen praktische Problemlösefähigkeit?
Zur praktischen Problemlösefähigkeit zählen u. a.:
logisch urteilen und schlussfolgern
Beziehungen zwischen Ideen erkennen
alle Aspekte eines Problems sehen
Situationen angemessen einschätzen
Kern von Problemen erfassen
(Folie 6) Welche Merkmale werden mit verbaler Fähigkeit verbunden?
Zur verbalen Fähigkeit gehören:
klar und artikuliert sprechen
verbale Flüssigkeit
gute Kenntnisse in Wissensgebieten
viel lesen
effektiv mit Menschen umgehen
(Folie 6) Wie äußert sich soziale Kompetenz im Laienverständnis von Intelligenz?
Soziale Kompetenz zeigt sich durch:
Akzeptanz anderer
Fehler zugeben
Interesse am Weltgeschehen
Pünktlichkeit
soziales Bewusstsein
Nachdenken vor Sprechen und Handeln
Details merken:
Beurteiler waren Laien (Sternberg et al., 1981).
(Folie 8) Was zeigt die Weltkarte zu impliziten Intelligenztheorien?
Die Abbildung zeigt:
kulturelle Unterschiede im Intelligenzverständnis
gleichzeitig wiederkehrende Gemeinsamkeiten
Intelligenz wird kontextabhängig definiert
(Folie 8) Welche Aspekte von Intelligenz werden in westlichen Ländern betont?
Beispiele aus der Grafik:
USA: praktische Problemlösefähigkeit, verbale Fähigkeit, soziale Kompetenz, schnelles Denken
Deutschland: Leistung, Vernunft, Gedächtnis, Stabilität
(Folie 8) Welche Intelligenzmerkmale werden in nicht-westlichen Kulturen hervorgehoben?
Aus der Abbildung:
China: Nachdenken, rechtsschaffenes Handeln, Demut, Lernen
Korea: soziale Kompetenz, Problemlösen, verantwortliches Handeln
Afrikanische Länder: soziale Verantwortung, Kooperation, Respekt
(Folie 7) Welche Merkmale nennen Laien zur Beschreibung intelligenter Menschen?
Genannt werden:
verbale Fähigkeiten
intellektuelle Ausgeglichenheit
Integrationsfähigkeit (z. B. Verbindungen herstellen)
(Folie 7) Welche motivationalen und kontextuellen Aspekte gehören laut Laien zu Intelligenz?
Zusätzlich betont:
Zielorientierung und Ehrgeiz
kontextuelle Intelligenz (z. B. aus Fehlern oder Erfolgen lernen)
flüssiges Denken (z. B. schnelles Denken)
(Folie 9) Welche Intelligenzaspekte werden in den USA im Laienverständnis betont?
Für die USA werden folgende Aspekte genannt:
Intellektuelle Ausgeglichenheit und Integration
Zielorientierung und Verwirklichung eigener Ziele
Kontextuelle Intelligenz
(Folie 9) Welche Intelligenzmerkmale stehen im Vordergrund des chinesischen Laienverständnisses?
Für China werden hervorgehoben:
Wohltätigkeit
Flüssiges Denken
Rechtschaffenes Handeln
Bemühungen zum Dazulernen
Bescheidenheit
Freiheit von konventionellen Urteilsmaßstäben
Umfassendes Wissen über sich selbst und äußere Umstände
Die Tabelle vergleicht Länder systematisch nach Intelligenzaspekten.
(Folie 11) Was beschreibt der Better-Than-Average-Effekt bei Intelligenz?
Der Better-Than-Average-Effekt beschreibt:
eine Tendenz, sich selbst als überdurchschnittlich intelligent wahrzunehmen
(Folie 11) Welche Befunde zeigt die Meta-Analyse zum Better-Than-Average-Effekt?
Die Meta-Analyse (N = 950.000) zeigt:
robuste Tendenz zur Selbstüberschätzung
Effektstärke: dz = 0,78
95 % CI [0,71; 0,84]
(Folie 11) Wie wurde Intelligenz in der zugrunde liegenden Befragung erfasst?
Die Befragten beantworteten:
„Wie intelligent sind Sie im Vergleich zur Durchschnittsperson?“
Antwortskala:
viel weniger intelligent
etwas weniger intelligent
durchschnittlich intelligent
etwas intelligenter
viel intelligenter
(Folie 10) Welche Fragestellung untersucht die Gesichter-Studie zur Intelligenzwahrnehmung?
Untersucht wurde:
ob Menschen bestimmte Gesichter als intelligenter wahrnehmen
Einschätzung von 80 Gesichtern
durch 160 Proband:innen
(Folie 10) Welche Stereotype zur Gesichtswahrnehmung von Intelligenz wurden gefunden?
Ergebnis:
Es existieren Stereotype für „intelligentere“ Gesichter
z. B.:
schmales Gesicht
schmales Kinn
(Folie 10) Korrespondiert wahrgenommene Intelligenz mit gemessener Intelligenz?
Schwacher Zusammenhang nur bei Männern
Kein Zusammenhang über das gesamte Begabungsspektrum
(Folie 10) Welche Rolle spielt Attraktivität bei der Intelligenzwahrnehmung?
Weitere Befunde:
Positive Korrelation zwischen Attraktivität und wahrgenommener Intelligenz
besonders bei Frauen
Kein Zusammenhang zwischen Attraktivität und tatsächlicher Intelligenz
(Folie 12) Welche unterschiedlichen Definitionen von Intelligenz wurden von frühen Forschenden vorgeschlagen?
Genannt werden mehrere Fähigkeitsdefinitionen:
Abstraktes Denken (Terman, 1921)
Anpassung an die Umwelt (Colvin, 1921)
Anpassung an neue Situationen (Pinter, 1921)
Lernfähigkeit / Profitieren von Erfahrung (Dearborn, 1921)
Das, was ein Intelligenztest misst (Boring, 1923)
(Folie 12) Welche umfassende Definition formulierte Wechsler?
Intelligenz ist eine:
zusammengefasste / globale Kapazität des Individuums,
zweckvoll zu handeln,
rational zu denken
und sich effektiv mit der Umwelt auseinanderzusetzen (Wechsler, 1944)
(Folie 12) Wie werden die verschiedenen Intelligenzdefinitionen insgesamt eingeordnet?
Es existieren unterschiedliche Definitionen
gleichzeitig gibt es Überschneidungen zwischen ihnen
(Folie 12) Auf welche gemeinsame Definition haben sich führende Intelligenzforscher:innen geeinigt?
Intelligenz ist:
eine sehr allgemeine geistige Fähigkeit, die u. a. umfasst:
schlussfolgerndes Denken
Planen
Problemlösen
abstraktes Denken
Verstehen komplexer Ideen
rasches Auffassen
Lernen aus Erfahrung (Gottfredson, 1997)
(Folie 14) Welche zentrale Annahme vertrat Sir Francis Galton zur Intelligenz?
Sir Francis Galton (1822–1911) ging davon aus:
Intelligenz ist erblich
bestimmte Fähigkeiten ballen sich in Familien (Hereditary Genius)
(Folie 14) Welche methodische Forderung stellte Galton zur Intelligenzforschung?
Galton formulierte die Notwendigkeit:
Intelligenz mit objektiven Tests zu messen
(Folie 14) Welcher Grundgedanke lag Galtons Intelligenzverständnis zugrunde?
Intelligente Menschen:
können große Mengen sensorischer Informationen adäquat verarbeiten
zeigen stärkere Reaktionen auf sensorische Reize
(Folie 14) Wie versuchte Galton Intelligenz konkret zu messen?
Durch eine objektive Testbatterie, u. a.:
Reaktionszeiten
Sehvermögen
Hörvermögen
Farbdiskriminationsleistung
Abbildungen zeigen Galton, sein Werk Hereditary Genius und ein Messinstrument.
(Folie 14) Welche weiteren Verdienste Galtons für die Psychologie werden genannt?
Übertragung der Normalverteilung von physischen auf psychische Merkmale
Vorbereitung des Korrelationskoeffizienten (Pearson, 1857–1936)
(Folie 15) Wer entwickelte den ersten Intelligenztest und in welchem Kontext?
Alfred Binet entwickelte 1905 gemeinsam mit Théodore Simon
den ersten Intelligenztest
im Auftrag des französischen Bildungsministeriums
bekannt als Binet-Simon-Test
(Folie 15) Welches Ziel verfolgte der Binet-Simon-Test?
Ziel war es:
Minderbegabung bei Kindern
bzw. besondere Förderbedürftigkeit
frühzeitig im Kindesalter festzustellen
(Folie 15) Worin bestand Binet & Simons Kritik an früheren Intelligenzmessungen?
Kritik an der Messung sensorischer Fähigkeiten zur Intelligenzerfassung.
(Folie 15) Welche Fähigkeiten sollten stattdessen zur Intelligenzdiagnostik herangezogen werden?
Binet & Simon betonten u. a.:
Gedächtnis
Vorstellungskraft
Aufmerksamkeit
Verständnis
Suggestibilität
Willensstärke
motorische Fähigkeiten
moralische Haltungen
(Folie 16) Wie war der ursprüngliche Binet-Simon-Test aufgebaut?
30 Aufgaben (1905)
differenzierten zwischen:
minderbegabten
und normalbegabten Kindern
(Folie 16) Welche zentrale Neuerung brachten die revidierten Fassungen des Tests?
Revidierte Fassungen (1908, 1911)
Einbeziehung des Alters in die Intelligenzdiagnostik
(Folie 16) Wie waren die Aufgaben in der revidierten Fassung organisiert?
Aufgaben für Altersbereiche von 3–15 Jahren
so gewählt, dass 50–75 % der Kinder der jeweiligen Altersgruppe sie lösen konnten
(Folie 16) Was bezeichnet das „Grundalter“ im Binet-Simon-Test?
Altersstufe, deren Aufgaben ein Kind vollständig lösen kann
(Folie 16) Wie wurden Leistungen über das Grundalter hinaus bewertet?
Gelöste Aufgaben höherer Altersstufen
ergeben anteilig Zusatzpunkte
Beispiel:
3 Aufgaben höherer Altersgruppe
Rechnung: 3 × 12 / 5 = 7,2 Zusatzpunkte
(12/5, da 5 Aufgaben pro Altersgruppe)
(Folie 16) Wie wurde das Intelligenzalter bestimmt?
Intelligenzalter = Summe aller Punkte
(Folie 17) Welche Aufgaben waren für die Altersgruppe 6 vorgesehen?
Beispiele:
Rechts und links erkennen (z. B. über Ohren)
Satz mit 16 Silben wiederholen
Hübscheres Gesicht auswählen
Morgen und Nachmittag kennen
(Folie 17) Welche Aufgaben gab es für die Altersgruppe 8?
Text lesen und zwei Details erinnern
Vier Farben benennen (rot, gelb, blau, grün)
Rückwärts zählen von 20 auf 0
Satz nach Diktat schreiben
Unterschiede zwischen Gegenständen aus dem Gedächtnis nennen
(Folie 17) Welche Anforderungen stellte der Test an die Altersgruppe 11?
Absurditäten in widersprüchlichen Aussagen finden
60 Wörter in drei Minuten nennen
Abstrakte Begriffe definieren (z. B. Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Freundlichkeit)
Zufällig angeordnete Wörter zu einem sinnvollen Satz verbinden
(Folie 18) Wie wird das Intelligenzalter im Binet-Simon-Test grundsätzlich berechnet?
Das Intelligenzalter ergibt sich aus:
dem Grundalter (vollständig gelöste Altersstufe)
plus anteilige Zusatzpunkte für gelöste Aufgaben höherer Altersstufen
(Folie 18) Wie lautet das konkrete Rechenbeispiel für ein 7-jähriges Kind?
Grundalter: 7 Jahre × 12 Monate = 84 Monate
Zusatzleistungen:
3 Aufgaben (8-Jährige): 3 × 12 / 5 = 7,2 Monate
3 Aufgaben (9-Jährige): 3 × 12 / 5 = 7,2 Monate
1 Aufgabe (11-Jährige): 1 × 12 / 5 = 2,4 Monate
➡️ Intelligenzalter = 84 + 7,2 + 7,2 + 2,4 = 100,8 Monate
Hinweis aus der Folie:
12/5, da es 5 Aufgaben pro Altersgruppe gibt.
(Folie 20) Welche Grundannahme machte William Stern zur Intelligenzentwicklung?
William Stern nahm an:
das Intelligenzalter (IA) variiert proportional zum Lebensalter (LA)
Beispiel aus der Folie:
IA = 5 mit 6 Jahren
IA = 8 mit 10 Jahren
(Folie 20) Wie leitete Stern daraus den Intelligenzquotienten ab?
Da das Verhältnis IA / LA konstant bleibt:
Bildung eines Quotienten:
IQ = (IA / LA) × 100
(Folie 20) Welcher Vorteil ergibt sich aus dem IQ-Konzept?
Vergleichbarkeit der Intelligenz
über verschiedene Altersgruppen
der Kindheit und Jugend hinweg
(Folie 20) Welches zentrale Problem des IQ-Konzepts wird genannt?
Intelligenzentwicklung ist nicht linear
ab dem Erwachsenenalter:
kaum weiterer Zuwachs kognitiver Fähigkeiten
Folge:
ältere Personen erhalten extrem niedrige IQ-Werte
Ursache:
Konstanz des IA bei steigendem LA
(Folie 19) Welche Rolle spielte Lewis Terman bei der Weiterentwicklung des Binet-Tests?
Lewis Terman (1877–1951):
US-amerikanischer Psychologe
Weiterentwicklung des Binet-Simon-Tests
große Stichprobe:
N = 1000 kalifornische Schulkinder
(Folie 19) Welche zentrale Altersproblematik des Binet-Simon-/Terman-Tests wird kritisiert?
keine Aufgaben zur Differenzierung
über 15 Jahre hinaus
Binet ging davon aus:
Intelligenzentwicklung mit 15 Jahren abgeschlossen
(Folie 19) Welche weiteren Kritikpunkte am Stanford-Binet-Test werden genannt?
Unterschiedliche Schwierigkeit höherer Aufgaben wird nicht berücksichtigt (z. B. ob 7- oder 10-Jahres-Aufgabe gelöst wird)
Hoher Sprachanteil der Aufgaben → Kulturabhängigkeit
Verzerrung:
Intelligenzalter bedeutet je nach Altersgruppe etwas Unterschiedliches
(Folie 21) Warum sinkt der IQ nach Sterns Formel mit steigendem Lebensalter?
Weil:
das Intelligenzalter (IA) konstant bleibt
das Lebensalter (LA) weiter steigt
der IQ als IQ = (IA / LA) × 100 berechnet wird
➡️ Bei konstantem IA führt höheres LA zu niedrigerem IQ.
(Folie 21) Wie zeigt das Rechenbeispiel die Abnahme des IQ im Erwachsenenalter?
20- und 40-Jährige haben beide ein IA = 30
IQ (20-jährig): (30 / 20) × 100 = 150
IQ (40-jährig): (30 / 40) × 100 = 75
➡️ Der 40-Jährige erscheint nur halb so intelligent wie der 20-Jährige.
(Folie 22) Wer war Robert Yerkes und in welchem Kontext arbeitete er?
Robert Yerkes:
Psychologe
Major der US-Army
tätig beim Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg
(Folie 22) Warum entwickelte Yerkes Gruppentests zur Intelligenzmessung?
Ziel: Beurteilung der Intelligenz von Rekruten
Einzeltestungen nach Binet-Simon:
wären zu aufwendig / unökonomisch
Lösung: Gruppentestungen
(Folie 22) Wie viele Personen wurden mit den Gruppentests untersucht?
Bis Kriegsende:
1.250.000 Rekruten getestet
(Folie 22) Für wen war der Army-Alpha-Test konzipiert?
Der Army-Alpha-Test war für:
lese- und schreibkundige Gruppen
(Folie 22) Welche Aufgabentypen enthielt der Army-Alpha-Test?
arithmetische Aufgaben
Synonyme verwenden
Neuordnung verwürfelter Sätze
Allgemeinwissen
(Folie 22) Für welche Zielgruppe wurde der Army-Beta-Test entwickelt?
Der Army-Beta-Test war für:
Analphabeten
Nicht-Muttersprachler
sprachfrei konzipiert
(Folie 22) Welche Aufgaben enthielt der Army-Beta-Test?
Labyrinthe
Puzzleaufgaben
geometrische Konstruktionsaufgaben
(Folie 24) Was zeigt diese Folie zu den Gruppentestungen nach Yerkes?
Beispiele für bildhafte Aufgaben aus Gruppentests
Einsatz von Abbildungen statt Sprache
geeignet für:
(Folie 24) Welches Ziel hatten diese bildbasierten Aufgaben?
sprachfreie Intelligenzdiagnostik
Massenuntersuchung großer Gruppen
faire Testung unabhängig von:
Schulbildung
Sprachkenntnissen
(Folie 26) Welches Grundproblem greift Wechsler auf?
Bei Binet-Simon / Terman & Stern:
sinkt der IQ mit steigendem Alter
IQ ist altersabhängig verzerrt
Vergleich zwischen Altersgruppen nicht sinnvoll
(Folie 26) Was ist Wechslers Lösung?
➡️ Abweichungsquotient
individuelle Leistung wird:
als Differenz zum Altersmittel
bezogen auf die Streuung der Werte
Ergebnis: Standardwerte
(Folie 26) Wie standardisiert Wechsler die IQ-Werte?
Mittelwert (M) jeder Altersgruppe → 100
Standardabweichung (SD) → 15
Normierung:
Mittelwert = 100
Streuung = 15
➡️ ermöglicht Vergleichbarkeit zwischen Altersgruppen
(Folie 26) Wie lautet die Wechsler-Formel für den IQ?
X = individueller Rohwert
Mₓ = Mittelwert der Altersgruppe
SDₓ = Standardabweichung der Altersgruppe
(Folie 26) Warum ist diese Normierung „willkürlich“?
Werte 100 (M) und 15 (SD) sind festgelegt
dienen:
Vergleichbarkeit
Anschluss an frühere IQ-Konzepte
keine natürliche Grenze, sondern Konvention
(Folie 25) Was zeigt das Einstellungsbeispiel mit Person A und B?
Person A (20 Jahre):
105 Punkte
10 Punkte unter dem Durchschnitt der 20-Jährigen (115)
Person B (25 Jahre):
100 Punkte
5 Punkte unter dem Durchschnitt der 25-Jährigen (105)
(Folie 25) Warum ist ein direkter Vergleich unfair?
Rohwerte berücksichtigen Altersunterschiede nicht
105 ≠ automatisch besser als 100
entscheidend ist:
Abweichung vom Altersdurchschnitt
(Folie 25) Welche Schlussfolgerung zieht Wechsler?
➡️ IQ-Werte müssen standardisiert werden,
um:
faire Vergleiche
sinnvolle Entscheidungen (z. B. Einstellung)
altersunabhängige Beurteilung zu ermöglichen
(Folie 27) Wie wird der Abweichungs-IQ nach Wechsler konkret berechnet?
Der IQ nach Wechsler berechnet sich als standardisierter Abweichungswert:
Formel: Abweichungs-IQ = 100 + 15 · (X − Mₓ) / SDₓ
X = individueller Test-Rohwert
Mₓ = Mittelwert der altersspezifischen Rohwertverteilung
SDₓ = Standardabweichung der altersspezifischen Rohwertverteilung
➡️ Grafisch dargestellt in der Formelbox der Folie.
(Folie 27) Warum werden unterschiedliche Altersgruppen auf dieselbe IQ-Skala gebracht?
Die Folie zeigt zwei Altersgruppen:
20-Jährige:
Mittelwert = 115 Punkte, SD = 12
25-Jährige:
Mittelwert = 105 Punkte, SD = 16
➡️ Beide Gruppen werden transformiert auf:
M = 100
SD = 15
Ziel: Vergleichbarkeit zwischen Altersgruppen
(Folie 27) Was ergibt die Wechsler-Berechnung im Einstellungsbeispiel?
Rohwert: 105
IQ = 100 + 15 · (105 − 115) / 12
Ergebnis: IQ = 87,5
Rohwert: 100
IQ = 100 + 15 · (100 − 105) / 16
Ergebnis: IQ = 95,3
➡️ Die Werte sind altersstandardisiert berechnet.
(Folie 29) Wie werden IQ-Werte sprachlich klassifiziert?
Die Tabelle ordnet IQ-Bereiche sprachlichen Kategorien zu:
< 70 → extrem niedrig („Oligophrenie“)
70–79 → sehr niedrig
80–89 → niedrig
90–109 → durchschnittlich
110–119 → hoch
120–129 → sehr hoch
≥ 130 → extrem hoch („Hochbegabung“)
(Folie 29) Wie häufig kommen diese IQ-Bereiche in der Bevölkerung vor?
Laut Tabelle (ca.-Angaben):
< 70: ca. 2 %
70–79: ca. 7 %
80–89: ca. 16 %
90–109: ca. 50 %
110–119: ca. 16 %
120–129: ca. 7 %
≥ 130: ca. 2 %
➡️ Verteilung bezieht sich auf μ = 100, σ = 15.
(Folie 29) Was zeigt der Prozentrang (PR) in der Tabelle?
Der PR gibt an, wie viel Prozent der Personen unterhalb eines IQ-Wertes liegen:
z. B.
90–109 → PR 25–73
≥ 130 → PR ≥ 98
➡️ Grafisch tabellarisch dargestellt.
(Folie 28) Wozu dient die Normalverteilungskurve der Intelligenz?
Sie erlaubt die Interpretation individueller IQ-Werte, z. B.:
Wie viele Personen erreichen bestimmte IQ-Werte?
Wie häufig sind Abweichungen vom Mittelwert?
(Folie 28) Was zeigt der Bereich ± 1 Standardabweichung?
68 % der Bevölkerung
IQ-Bereich: 85–115
entspricht:
eine Standardabweichung unter und über dem Mittelwert
➡️ Im Diagramm grün markiert.
(Folie 28) Was zeigt der Bereich ± 2 Standardabweichungen?
95 % der Bevölkerung
IQ-Bereich: 70–130
zwei Standardabweichungen unter und über dem Mittelwert
➡️ In der Glockenkurve visuell hervorgehoben.
(Folie 28) Welche grafischen Elemente sind für die Interpretation zentral?
Glockenförmige Kurve (Normalverteilung)
x-Achse: IQ-Werte
y-Achse: prozentualer Anteil an der Gesamtbevölkerung
Markierungen für:
± 1 SD
± 2 SD
Mittelwert (100)
(Folie 30) Warum wird bei der zufallskritischen Einzelfallauswertung nicht nur der IQ-Wert betrachtet?
Bei der zufallskritischen Einzelfallauswertung werden Messeigenschaften des Tests berücksichtigt.
Standardwerte werden relativiert anhand der Test-Reliabilität (Zuverlässigkeit)
Ziel: realistischere Interpretation eines einzelnen Testergebnisses
(Folie 30) Was zeigt das Diagramm zur Unsicherheit eines IQ-Testergebnisses?
Das Diagramm verdeutlicht den Schwankungsbereich eines gemessenen IQ-Werts.
Beispiel: IQ = 110
Reliabilität: z. B. 0.88 (testspezifisch)
95 %-Konfidenzintervall: ± 8.5 IQ-Punkte
➡️ Der „wahre“ IQ liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich, nicht exakt bei einem Punktwert.
Skala: μ = 100, σ = 15
Darstellung über Normalverteilung, σ-Abstände und Prozentränge
(Folie 31) Welche prüfungsrelevanten Inhalte fasst die Übersicht „Das sollten Sie jetzt wissen…“ zusammen?
Die Folie bündelt zentrale Lernziele der gesamten Einheit, u. a.:
Definition von Intelligenz
Entwicklung & Annahmen des Binet-Simon-Tests
Berechnung des Intelligenzalters
Kritik am Binet-Simon- bzw. Terman-Test
IQ-Konzept nach Stern und Probleme im Erwachsenenalter
Abweichungs-IQ nach Wechsler
Interpretation von IQ-Werten mithilfe der Normalverteilung
(Folie 31) Welche Funktion hat die Literaturliste am Ende der Vorlesung?
Die Literaturliste dient als fachliche Grundlage und Vertiefung der Inhalte.
Lehrbücher zur Differenziellen Psychologie
Bezug auf Intelligenz, Persönlichkeit und Testtheorie
Kapitelangaben zeigen prüfungsrelevante Abschnitte
(Folie 32) Warum ist der Intelligenzquotient laut Folie kein perfekt normalverteiltes Merkmal?
Die reale Verteilung der IQ-Werte weicht von der theoretischen Normalverteilung ab.
Grundlage: schottische bevölkerungsrepräsentative Daten
Stichprobe: > 150.000 Kinder, getestet 1932 und 1947
(Folie 32) Was zeigen die beiden Verteilungsdiagramme im Vergleich zur Normalverteilung?
Die Diagramme zeigen eine flachere Verteilung als theoretisch erwartet.
Besonders im unteren Bereich der Verteilung:
mehr Individuen als erwartet
Kennzeichen:
negative Schiefe
Kurtosis
➡️ Der empirische IQ entspricht nicht exakt einer idealen Normalverteilung.
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