Zeichnen Sie die Grundstruktur eines mechatronischen Systems nach VDI -Richtlinie 2206 und beschriften Sie die wesentlichen Komponenten und Verbindungen (Informationsfluss,
Stofffluss, Energiefluss).
Richtlinie Verein Deutscher Ingenieure
Was versteht man unter dem Begriff Rapid Control Prototyping (RCP)? Was sind die Vorteile von RCP?
Rapid Control Prototyping (RCP) ist ein integrierter Entwurfsprozess unter Verwendung von Modellen, Simulationen und realen Prozess(teil)en sowie automatischer Codegenerierung.
Im engeren Sinne wird unter RCP auch häufig verstanden, dass mechatronische Prototypen als Echtteil mit der simulierten Regelung auf einem Prüfstand zusammen arbeiten, um z.B. Regelalgorithmen unter realen Bedingungen zu testen. Der Prototyping-Rechner ist ein leistungsfähiger Echtzeit-Rechner mit einer höheren Sprache.
Was versteht man unter dem Begriff Hardware-in -the-Loop (HiL) ? Was sind die Vorteile von HiL?
Hardware in the Loop:
-Untersuchung eines Steuerungs-Prototypen auf der Zielhardware
-Der Prozess wird auf einem Echtzeit-RCP-Rechner implementiert
-Untersuchung des Prototypen auf vollständige Funktionsfähigkeit, Robustheit und Sicherheit
Vorteile von HiL:
-Funktionstests können automatisch durchgeführt werden
-Kritische Szenarien können gezielt und risikoarm getestet werden
-Testverfahren ist kostengünstig, da keine Eingriffe in reale Prozesse erfolgen
Vervollständigen Sie das V-Modell des Steuergeräte-Entwicklungsprozesses mit den (unsortiert
vorgegebenen) Begriffen:
a. Rapid Control Prototyping (RCP)
b. Serien-Applikation
c. Serien-Codegenerierung
d. SiL-Simulation
e. Lastenheft-Definition
f. HiL-Simulation
g. Produktion
Lastenheft → RCP → SiL → HiL → Serien-Codegenerierung → Serien-Applikation → Produktion
Ergänzen Sie das Schaubild zu den Kopplungen von Prozess und Elektronik:
a. HiL
b. Realer Prozess
c. SiL
d. Prozess-Modell
e. Reales Steuergerät (ECU)
f. RCP
g. Steuergeräte Modell
Erläutern Sie anhand des Schaubildes den Signalfluss durch ein digitales System. Welche Rolle spielen hier die Faltung und die Übertragungsfunktion?
Abtastung: Das kontinuierliche Eingangssignal x(t) wird durch den ADC zeitdiskretisiert und als Folge x[n] dargestellt.
Digitale Verarbeitung: Das zeitdiskrete System verarbeitet x[n]. Dies erfolgt im Zeitbereich durch Faltung mit der Impulsantwort h[n]:
y[n]=x[n]∗h[n]. Im Frequenzbereich wird dasselbe System durch die Übertragungsfunktion H(ejω) beschrieben, welche angibt, wie einzelne Frequenzanteile verändert werden.
Rekonstruktion: Das diskrete Ausgangssignal y[n] wird durch den DAC wieder in ein kontinuierliches Signal y(t) überführt.
Rolle von Faltung und Übertragungsfunktion:Die Faltung beschreibt das Systemverhalten im Zeitbereich, während die Übertragungsfunktion die äquivalente Beschreibung im Frequenzbereich darstellt. Beide beschreiben dasselbe digitale System.
Wie sieht ein typischer RCP-Aufbau zur Untersuchung einer digitalen Steuerung aus? Ergänzen Sie das Blockschaltbild.
Um analoge Spannungssignale mit einem digitalen System zu verarbeiten, müssen diese mit einem analogen Tiefpass gefiltert (Nyquist-Abtasttheorem) und mit einem Analog-Digital-Umsetzer (A/D) digitalisiert (Abtastung und Quantisierung) werden. Digitale Ausgangswerte der Steuerung werden durch den Digital-Analog-Umsetzer (D/A) als ein wertdiskretes Spannungssignal (Stufensignal) ausgegeben. Dieses Signal wird mit einem analogen Tiefpass gefiltert, um ein analoges Signal (zeit- und wertkontinuierlich) zu erhalten.
Gegeben ist ein Versuchsaufbau für aktive akustische Systeme. Wie sollte man folgende
Komponenten einstellen?
a. Filter
b. Mikrofonverstärker
c. Lautsprecherverstärker
a) Filter
Als Tiefpass / Bandbegrenzung einstellen.
Aufgabe: Anti-Aliasing vor dem ADC und Rekonstruktionsfilter nach dem DAC.
Grenzfrequenz unterhalb der halben Abtastfrequenz wählen.
Keine starke Verstärkung, nur frequenzmäßige Begrenzung.
b) Mikrofonverstärker
Gain so einstellen, dass das Mikrofonsignal gut ausgesteuert, aber nicht übersteuert ist.
Kein Clipping am ADC (ausreichend Headroom).
Ziel: möglichst gutes Signal-Rausch-Verhältnis.
c) Lautsprecherverstärker
Anfangs auf Null, dann langsam erhöhen.
So einstellen, dass der gewünschte Schalldruck erreicht wird, ohne Clipping und ohne Rückkopplung.
Genug Leistung für die Regelung, aber keine unnötig hohe Verstärkung (Stabilität!).
Merksatz für die mündliche Prüfung: Filter begrenzen die Frequenzen, der Mikrofonverstärker stellt saubere Messsignale sicher, und der Lautsprecherverstärker liefert ausreichend Leistung, ohne das System instabil zu machen.
Die Empfindlichkeit eines Mikrofons kann als linearer Übertragungsfaktor in mV/Pa oder logarithmisch in dBV/Pa angegeben werden. Die dB-Angabe bezieht sich auf eine Referenzempfindlichkeit von 1 V/Pa. Ein Mikrofon besitzt eine Empfindlichkeit von -27 dBV/Pa. Der Mikrofonvorverstärker ist auf eine Verstärkung von +20dB eingestellt.
a. Welche Mikrofonempfindlichkeit S in mV/Pa hat das Mikrofon?
b. Welcher Umrechnungsfaktor 𝑋𝑋 in V/Pa ist im Modell für das Gesamtsystem aus
Mikrofon und Vorverstärker zu berücksichtigen?
Erläutern Sie anhand des Blockschaltbildes eines digitalen FIR-Filters, wie das Ausgangssignal 𝑦(𝑛) entsteht.
Was versteht man unter „Systemidentifikation“?
Systemidentifikation bedeutet, ein unbekanntes System durch ein adaptives Modell so zu approximieren, dass dessen Ausgang dem realen System möglichst genau entspricht.
Beschriften Sie folgendes Blockschaltbild zur Systemidentifikation.
(LMS weglassen)
Erläutern Sie das LMS -Verfahren. Wie lautet die Kostenfunktion? Schreiben Sie die Gleichung zum Update der Filterkoeffizienten beim LMS -Verfahren an.
LMS-Verfahren: Das Least-Mean-Squares-Verfahren (LMS) ist ein rekursiver, adaptiver Algorithmus, der die Filterkoeffizienten eines digitalen Filters iterativ so anpasst, dass das Fehlersignal minimiert wird. Die Anpassung erfolgt mit einem Gradientenverfahren (steilstes Gefälle) auf Basis des momentanen Fehlers.
Kostenfunktion: Die Kostenfunktion ist der quadratische Fehler:
J(n) = e²(n)
Das LMS-Verfahren passt die Filterkoeffizienten iterativ mithilfe des Gradienten des quadratischen Fehlers an, um das Fehlersignal zu minimieren.
Wie kann die Schrittweite des LMS -Verfahrens normiert werden? Warum wird die Schrittweite normiert?
Wie wird die Schrittweite beim nLMS normiert? Beim normalized LMS (nLMS) wird die Schrittweite durch die momentane Leistung des Eingangssignals normiert. Die effektive Schrittweite ergibt sich aus der Grundschrittweite geteilt durch die Eingangsenergie (plus Sicherheitsfaktor).
Warum wird die Schrittweite beim nLMS normiert?
damit die Konvergenz unabhängig vom Signalpegel ist
um Instabilität bei großen Eingangsamplituden zu vermeiden
um eine gleichmäßige Einlaufgeschwindigkeit zu erzielen
um den Algorithmus für Echtzeit- und ANC-Anwendungen robust zu machen
Prüfungssatz: Beim nLMS wird die Schrittweite an die momentane Eingangsleistung angepasst, sodass der Algorithmus unabhängig vom Signalpegel stabil und zuverlässig konvergiert.
LMS:
konstante Schrittweite μ
Konvergenz abhängig vom Signalpegel
Gefahr von Instabilität bei großen Eingangsamplituden
nLMS:
normierte, zeitvariable Schrittweite μ(n)
explizit abhängig von der Eingangsleistung
stabileres und robusteres Verhalten
Ein System wurde auf drei verschiedene Weise n mit einem LMS -Algorithmus identifiziert. Erläutern Sie das zugehörige Schaubild und die drei Kurven.
Ergänzen Sie das Schaubild zum FxLMS. Erklären Sie die Größen. Aus welchen Komponenten besteht bei der aktiven Schallreduktion die Sekundärstrecke S?
Ergänzen Sie das Blockschaltbild zum FxLMS und zur Systemidentifikation. Erläutern Sie den Ablauf bei der aktiven Schallreduktion im Schallrohr anhand des Blockschaltbildes.
Gegeben ist das 1x2x2 kanalige ANC-System. Zeichnen Sie die Filterung des Referenzsignals im gelb hinterlegten Block „FxLMS“ ein.
Gegeben ist ein mehrkanaliges ANC-System (MIMO) für eine tonale Störung. Wie stellt sich die Sekundärübertragungsstreckenmatrix dar?
Welche beiden software-abhängigen Parameter haben einen wichtigen Einfluss auf die Auswahl eines DSP (Digital Signal Procesoor)?
Ein DSP ist ein spezieller Mikroprozessor, der für die schnelle Verarbeitung digitaler Signale optimiert ist.
Die zwei software-abhängigen Parameter mit großem Einfluss auf die DSP-Auswahl sind:
Rechenaufwand / Algorithmuskomplexität
Abtastrate / Echtzeitanforderungen
Merksatz: Die Software bestimmt, wie schnell und wie viel gerechnet werden muss – das legt den DSP fest.
Welche drei grundsätzlich verschiedenen Speichertypen gibt es in einem Digitalen Signal Prozessor (DSP) System?
In einem DSP-System gibt es drei grundsätzlich verschiedene Speichertypen:
Programmspeicher
speichert den auszuführenden Code (Instruktionen)
meist nichtflüchtig (z. B. Flash)
Datenspeicher
speichert Signale, Variablen, Filterkoeffizienten
schneller Zugriff (RAM)
Ein-/Ausgabespeicher (I/O-Speicher)
Schnittstelle zu Peripherie (ADC, DAC, Register)
ermöglicht schnellen Datenaustausch mit der Außenwelt
Merksatz für die Prüfung: Ein DSP trennt Programmspeicher, Datenspeicher und I/O-Speicher, um schnelle und deterministische Signalverarbeitung zu ermöglichen.
Was ist ein FxLMS und wie unterscheidet es sich von LMS?
FxLMS = Filtered-x Least Mean Squares
Kurz erklärt: FxLMS ist ein adaptiver Algorithmus für aktive Geräuschunterdrückung (ANC), der eine zusätzliche Sekundärstrecke berücksichtigt.
Warum „filtered-x“? Das Referenzsignal x(n) wird vor dem Update durch ein Modell der Sekundärstrecke gefiltert. Dieses gefilterte Signal wird dann für die Koeffizientenanpassung verwendet.
Was macht FxLMS anders als LMS?
LMS: nutzt direkt x(n)
FxLMS: nutzt x_f(n) = Ŝ(z) * x(n)
Worin unterscheidet sich grundsätzlich der Algorithmus eines SISO-Systems bspw. SISO-FxLMS von dem eines MIMO-Systems bspw. MIMO-FxLMS?
SISO-FxLMS (Single Input Single Output)
1 Referenzsignal x(n)
1 Aktor
1 Fehlersensor
1 Sekundärstrecke Ŝ(z)
MIMO-FxLMS (Multiple Input Multiple Output)
mehrere Referenzsignale
mehrere Aktoren
mehrere Fehlersensoren
Sekundärstreckenmatrix Ŝ_ij(z)
➡ Beim MIMO wirkt jeder Aktor auf mehrere Fehlersensoren.
Worin besteht der Unterschied zwischen Feedforward- und Feedback-FxLMS hinsichtlich der Referenz.
Merkmal
Feedforward-FxLMS
Feedback-FxLMS
Referenzgewinnung
Separater Referenzsensor (extern)
Schätzung aus dem Fehlersignal
Signalart
Breitbandig & Schmalbandig
Primär Schmalbandig (periodisch)
Hardware
Höherer Aufwand (extra Sensor)
Kompakter & Kostengünstiger
Kausalität
Ermöglicht vorausschauendes Handeln
Reagiert auf bereits aufgetretenen Fehler
Worin unterscheiden sich unüberwachtes und überwachtes Lernen? Nennen Sie Beispiele für die beiden Lernverfahren.
Lernen mit Sollwert / Referenz / Fehlersignal
System weiß, wie gut die aktuelle Lösung ist
Anpassung erfolgt anhand eines Fehlers
Beispiele:
LMS / nLMS / FxLMS (Fehlersignal e(n) vorhanden)
Klassifikation mit bekannten Zielwerten
Lernen ohne Sollwert / Fehlersignal
System erkennt Strukturen oder Muster selbstständig
Keine direkte Fehlerbewertung
Clustering (z. B. k-Means)
Hauptkomponentenanalyse (PCA)
Welches Ziel haben die KI-Algorithmen, Klassifikationen und Regressionen in der Audiosignalverarbeitung.
Wie müssen die Datensätze zum Trainieren der Algorithmen mittels überwachten Lernens aussehen?
Ziel KI-Algorithmen in der Audiosignalverarbeitung:
Klassifikation: Ziel ist die Zuordnung eines Audiosignals zu einer diskreten Klasse. Beispiele: Sprache / Lärm, verschiedene Geräuscharten, Maschinenzustände.
Regression: Ziel ist die Schätzung eines kontinuierlichen (numerischen) Wertes aus einem Audiosignal. Beispiele: Schalldruckpegel, Frequenz, Amplitude, Störpegel.
Datensätze für überwachtes Lernen
Die Trainingsdatensätze müssen bestehen aus:
Eingangsdaten (Features) aus dem Audiosignal z. B. Zeit- oder Frequenzmerkmale, Spektren, MFCCs
Zielwerten (Labels)
bei Klassifikation: Klassenlabel
bei Regression: numerischer Sollwert
Wichtig ist, dass jedem Eingabedatensatz ein bekannter Zielwert eindeutig zugeordnet ist.
=> Klassifikation liefert Klassen, Regression liefert Zahlenwerte; für überwachtes Lernen müssen Trainingsdaten aus Eingangsmerkmalen und bekannten Zielwerten bestehen.
Precision, Recall, F1-Score und Accuracy sind Evaluations-Metriken im maschinellen Lernen.
Wie sind diese Metriken definiert?
TP = True Positives
TN = True Negatives
FP = False Positives
FN = False Negatives
Zeichnen Sie ein einschichtiges neuronales Netz mit vier Knoten in der Eingabeschicht und drei Knoten in der Ausgabeschicht. Wie lautet die Gleichung zum Berechnen der Ausgabewerte? Wie viele Parameter hat dieses einschichtige neuronale Netz? Wie ändert sich die Anzahl der Parameter, wenn eine verborgene Schicht mit vier Knoten hinzugefügt wird?
Vier Knoten aus Vorlesung:
Erklären Sie den Begriff „Backpropagation“ anhand eines mehrschichtigen neuronalen Netzes.
Warum werden die Daten in Trainings-, Validierungs- und Testdaten eingeteilt?
Welche Schichten beinhalten faltende neuronale Netzwerke und welche Aufgabe haben die einzelnen Schichten?
Wie funktioniert die Faltungsschicht (Convolution)?
Wofür werden Aktivierungsfunktionen in Neuralen Netzen verwendet? Wie ist die Rectified Linear Unit (ReLU)-Aktivierungsfunktion definiert? Welche Vor- und Nachteile hat ReLU?
(Aktivierungsschicht)
Pooling Schicht
Flatten Schicht
Volständig verbundene Schicht
Ausgabe Schicht
Verlustfunktion
Welche Größe hat die Ausgabe einer Faltungsschichte mit 5x5 Eingabe und 3x3 Filter. Wie groß muss das Padding sein, damit die Ausgabe dieselbe Größe wie die Eingabe hat?
Eingabe: 5 × 5
Filter: 3 × 3
Padding: 1 Pixel auf jeder Seite
Stride: 1
Ausgabe hat die gleiche Größe wie die Eingabe (5×5).
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