Definition Asthma bronchiale
eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege,
gekennzeichnet durch bronchiale Hyperreaktivität und eine variable Atemwegsobstruktion
Einteilung nach Ätiologie
Allergisches Asthma, auch exogenes oder extrinsisches Asthma genannt
Nichtallergisches Asthma bzw. endogenes oder intrinsisches Asthma
Mischformen
Welche Reize hat das intrinsische (nicht allergische) Asthma?
Kälte
psychische und physische Belastung
Infektionen
Arzneimittel („Analgetikaasthma“ auf COX-Hemmstoffe, insbesondere Acetylsalicylsäure)
Welche Faktoren können ein allergisches Asthma auslösen oder verschlimmern?
Umweltallergene (z.B. Pollen, Hausstaubmilbenkot)
Tabakrauchexposition
Schimmelpilzbefall
offenes Kaminfeuer (Feinstaubbelastung!)
spez. Nahrungsmittel- oder Berufsallergene (z.B. Mehlstaub).
Was passiert pathophysiologisch bei Asthma?
Entzündung der Bronchien
bronchiale Hyperreagibilität
endobronchiale Obstruktion
langfristig: Remodeling der Atemwege.
Pathophysiologie: Entzündung der Bronchien
IgE-vermittelte Typ-1-Reaktion (Soforttyp) nach Allergeninhalation
Mastzell-Degranulation in der Schleimhaut
Freisetzung von Mediatoren: Histamin, Leukotriene, Bradykinin, ECF-A
→ akute Bronchokonstriktion und Entzündung (immediate reaction)
IgG-vermittelte Spätreaktion: nach 6-12h
Was passiert bei der bronchialen Hyperregibilität?
nach Inhalation der Reizsubstanz oder z.B. bei Kälte
starke Verengung der Bronchialwege
Wie kann man die bronchiale Hyperreagibilität testen?
unspezifischer Provokationstest mit Mehacholin oder Histamin, dann Bronchodilatation
Pathophysiologie der endobrachialen Obstruktion
entsteht durch Verlegung des Lumens der Bronchialwege infolge von
Schleimhautödemen,
vermehrter bzw. gestörter Sekretion von Bronchialschleim und
Bronchospasmen
Wodruch entsteht das Remodeling der Atemwege?
Anhaltende Entzündung der Bronchialschleimhaut
unzureichende antiinflammatorische Therapie
Was passiert beim Remodeling der Atemwege?
Hypertrophie der glatten Muskulatur
Verdickung der subepitherlialen Basalmembran
Hyperplasie der Drüsenzellen
subepitheliale Fibrosierung
Hypervaskularisierung der Bronchialschleimhäute
Schädigung der bronchialen Knorpelspangen
Leitsymptome des Asthma bronchiale
Atemnot mit expiratorischem Stridor
ausgeprägter Hustenreiz
Tachykardie
Wie ist die Haltung eines Patienten während eines Asthmaanfalls?
Pat. sitzt schwer atmend
stützt sich auf die Arme auf (Aktivierung der Atemhilfsmuskulatur) = Kutschersitzhaltung
dadurch wir die Expiration verlängert
bei Erschöpfung: respiratorischer Alternans (abwechselnd Bauch- und Brustatmung)
Was sind weitere Symptome, die bei einem schweren Asthmaanfall (“Status asthmaticus”) auftreten können?
Zyanose
überblähter Thorax
Erschöpfung
Verwirrtheit
Rastlosigkeit
Was gehört zur Diagnostik im Allgemeinen dazu?
Körperliche Untersuchung
Spiro / Body
Allergiediagnostik
Röntgen
Labor
Was gehört zur körperlichen Untersuchung dazu? Was sind mögliche Auffälligkeiten?
Inspektion: Fassthorax, Harrison-Furche, Zyanose
Auskultation: Giemen, Brummen, Pfeifen, verlängertes Exspirium. Bei schwerer Obstruktion ist das Atemgeräusch sehr leise.
Perkussion: Überblähung, hypersonorer Klopfschall
Welche Auffälligkeiten zeigt die Lungenfunktionsdiagnostik bei Asthmatikern?
eine (annähernd) normale Vitalkapazität
bei Obstruktion erniedrigte Einsekundenkapazität (FEV1), erniedrigter Tiffeneau-Index (FEV1/FVC) und erniedrigte maximale exspiratorische Atemstromstärke (Peak Expiratory Flow, PEF)
Erhöhung des Atemwegswiderstandes nach Allergenexposition.
Was sind Differenzialdiagnosen ggü. des Asthma bronchiale?
COPD
Alpha-1-Antitrypsin-Mangel
Gastroösophageale Refluxkrankheit
Sarkoidose
Obstruktion durch Fremdkörper (vor allem bei Kindern)
Weitere Erkrankungen mit dem Symptom Dyspnoe
Welche Medi-Arten kommen bei Asthma zum Einsatz?
Glukokortikoide (inhalativ)
Betasympathomimetika (inhalativ)
Methylxanthine (Theophyllin)
Leukotrienantagonisten
Mastzellstabilisatoren (Cromoglicinsäure, Nedocromil, Lodoxamid) (seltener)
Biologika
Was ist Grundlage jeglicher Therapie?
Grad der Asthmakontrolle
gut kontrolliertes Asthma,
teilweise kontrolliertes Asthma und
unkontrolliertes Asthma
Was wird bei der Symptomkontrolle alles beurteilt und welche Beurteilung erfolgt daraus?
> 2 x pro Woche Symptome tagsüber
nächtliche Symptome (Aufwachen)
> 2 x pro Woche Gebrauch von Bedarfsmedikation (bei Fixkombination von ICS niedrigdosiert und Formoterol: > 4 x pro Woche; Anwendung vor körperlicher Belastung wird nicht berücksichtigt)
Aktivitätseinschränkung
→ gut kontrolliertes Asthma: kein Kriterium erfüllt
→ teilweise kontrolliertes Asthma: 1 bis 2 Kriterien erfüllt
→ unkontrolliertes Asthma: 3 bis 4 Kriterien erfüllt.
Was sind therapeutische Allgemeinmaßnahmen?
Vermeidung von auslösenden Triggerfaktoren
ggf. Hyposensibilisierung
Asthmaschulung
Nenne die Medis, die verschrieben werden mit ihrer dazugehörigen Gruppe!
kurz wirksame inhalative β2-Sympathomimetika (SABA): z.B. Fenoterol, Salbutamol
lang wirksame inhalative β2-Sympathomimetika (LABA): z.B. Formoterol (schneller Wirkeintritt), Salmeterol
kurz wirksame Anticholinergika: z.B. Ipratropiumbromid
lang wirksame Anticholinergika/Muskarinantagonisten (LAMA): z.B: Tiotropiumbromid
inhalative Glukokortikoide (ICS): z.B. Beclometason, Budesonid, Fluticason
Leukotrienrezeptorantagonisten (LTRA): z.B. Montelukast.
Was ist Basis der medikamentösen Dauertherapie?
inhalative Glukokortikoide (z.B. Beclometasondipropionat, Budesonid)
Nenne Nebenwirkungen von β2-Sympathomimetika
Palpitationen,
Tachykardien,
kardiale Arrhythmien,
Blutdruckanstieg,
feinschlägiger Tremor,
Hyperglykämien,
Hypokaliämien
Nenne Nebenwirkungen voninhalativen Glukokortikoide
Heiserkeit,
erhöhte Inzidenz von Candida-Infektionen im Mund- und Rachenbereich
Langzeitkomplikationen von Glukokortikoiden
Kinder und Jugendliche: Störungen von Längenwachstum und Gewichtszunahme.
Glukokortikoide: Katarakt („grauer Star“)
Nebenwirkung von Montelukast
neuropsychische Nebenwirkungen
Depressionen,
Suizidilität
Verhaltensänderung
Medikation bei Stufe 1
Dauer:
Nix oder
niedrig dosiert ICS
Bedarf:
SABA oder
ISC + Formoterol
Medikation bei Stufe 2
ICS (niedrig) oder
LTRA
Medikation bei Stufe 3
ICS (niedrig) + LABA oder
ICS (mittel)
Bei Bedarf: SABA
Medikation bei Stufe 4
ICS (mittel-hoch) + LABA
ggf. zusätzlich + LAMA
Medikation bei Stufe 5
ICS (hoch) + LAMA + LABA
zusätzlich: Biologika
Medikamentöse Therapie eines schweren Asthmaanfalls
β2-Sympathomimetika inhalativ (z.B. Salbutamol), ggf. Wiederholung der Anwendung nach 10–15 Minuten
Glukokortikoidgabe per os oder i.v. (z.B. Prednisolon)
Anticholinergika (z.B. Ipatropiumbromid) inhalativ (vernebelt oder aus Dosierinhalator mit Spacer)
bei Beschwerdepersistenz nach Ausschöpfen der Initialtherapie ggf. weiterhin β2-Sympathomimetikum parenteral oder Magnesium i.v. sowie erneute Glukokortikoidgabe, schnellstmöglicher Transport in eine Klinik.
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