Was bedeutet „Biodiversität“?
Vielfalt des Lebens auf 3 Ebenen:
Ökosystemvielfalt
Artenvielfalt
Genetische Vielfalt
Was ist Ökosystemvielfalt?
Vielfalt unterschiedlicher Lebensräume/Ökosystemtypen (z. B. Wald, See, Wiese)
unterschiedliche Umweltbedingungen → unterschiedliche Artengemeinschaften
Was ist Artenvielfalt?
Anzahl und Zusammensetzung von Arten in einem Gebiet
umfasst auch Häufigkeiten/Verteilung der Arten
Was ist genetische Vielfalt?
Unterschiedlichkeit innerhalb einer Art (Gene/Varianten)
wichtig für Anpassungsfähigkeit an Umweltveränderungen
Was zeigt der globale Biodiversitätsgradient (grob)?
Biodiversität ist global nicht gleich verteilt
klassisch: höhere Diversität Richtung (Sub-)Tropen, niedriger Richtung Pole
Warum ist Biodiversität wichtig?
Biodiversität nimmt global ab, u. a. durch Landnutzungswandel
Verlust kann Funktionen/Stabilität von Ökosystemen schwächen
a) Was ist α-Diversität?
b) Was ist β-Diversität?
c) Was ist γ-Diversität?
a)
Artenvielfalt innerhalb eines Standorts/Plots (lokal)
b)
Unterschied in Artenzusammensetzung zwischen Standorten
hohe β-Diversität = Standorte sind sehr verschieden
c)
Gesamtartenvielfalt über eine ganze Landschaft/Region (regional)
Was ist „funktionelle Diversität“?
Vielfalt an funktionellen Merkmalen (Traits) in einer Gemeinschaft
nicht nur „wie viele Arten“, sondern wie verschieden ihre Rollen sind
Warum hängt Ökosystemstabilität stark von funktioneller Diversität ab?
unterschiedliche Traits → unterschiedliche Reaktionen auf Störungen
System bleibt eher funktionsfähig, weil nicht alle gleich ausfallen
Was ist „funktionelle Redundanz“?
mehrere Arten erfüllen ähnliche Funktionen
wenn eine Art wegfällt, können andere teilweise „einspringen“
Was bedeutet „Insurance-Hypothese“ (Versicherungshypothese)?
funktionelle Redundanz wirkt wie eine Versicherung
schützt Ökosystemfunktionen vor Zusammenbruch bei Artenverlust
Was ist eine ökologische Nische (einfach)?
„Rolle“ einer Art + Ressourcennutzung + Umweltansprüche
beschreibt, wo und wie eine Art leben kann
Was ist das ökologische Optimum/Toleranzbereich?
Optimum: Bedingungen, bei denen eine Art am besten funktioniert
Toleranzbereich: Spanne, in der Überleben möglich ist (Minimum–Maximum)
Fundamentale vs. realisierte Nische – Unterschied?
Fundamental: möglich ohne Konkurrenz/Feinde (theoretisch)
Realisiert: tatsächlich genutzt (eingeschränkt durch Konkurrenz, Prädation etc.)
Was ist ein Nahrungsnetz?
Netzwerk aus „Wer frisst wen?“ (trophische Interaktionen)
verbindet viele Nahrungsketten zu einem System
Generalisten vs. Spezialisten – was ist der Kernunterschied?
Generalist: nutzt viele Ressourcen/Beutearten
Spezialist: stark auf wenige Ressourcen/Beutearten spezialisiert
Warum können Spezialisten anfälliger sein?
fällt die Hauptressource weg → starkes Risiko
weniger „Ausweichmöglichkeiten“ im Nahrungsnetz
Was zeigt das Lotka-Volterra-Räuber-Beute-Modell (Grundidee)?
Räuber- und Beutepopulationen können zyklisch schwanken
mehr Beute → mehr Räuber; mehr Räuber → weniger Beute → später weniger Räuber
Was ist eine Schlüsselart (Keystone species)?
Art mit überproportional großer Bedeutung für Ökosystem & Stabilität
ihr Verlust kann starke Systemveränderungen auslösen
Wie können Schlüsselarten Biodiversität erhalten? (Mechanismen)
egulieren dominante Arten durch Prädation → schaffen Raum für andere
stellen Schlüsselressourcen bereit
strukturieren das Nahrungsnetz
indirekter Erhalt der Artenvielfalt
Was bedeutet „prädatoren-vermittelte Koexistenz“?
Prädator hält eine dominante Art in Schach
dadurch können mehrere Arten zusammen existieren
Was sind Ökosystemfunktionen (ÖSF)?
Prozesse/Leistungen des Systems (z. B. Produktion, Zersetzung, Nährstoffkreislauf)
Grundlage dafür, dass Ökosysteme „laufen“
Was sind Ökosystemdienstleistungen?
Nutzen, den Menschen aus Ökosystemen ziehen (direkt/indirekt)
oft in Kategorien dargestellt: unterstützend, regulierend, bereitstellend, kulturell
Nenne Beispiele für unterstützende Funktionen/Dienstleistungen.
Nährstoffkreislauf
Bodenbildung
Primärproduktion
Nenne Beispiele für regulierende Dienstleistungen.
Klimaregulation
Überschwemmungsregulation
Wasserreinigung
Nenne Beispiele für bereitstellende (Produktions-)Dienstleistungen.
Nahrungsmittel
frisches Wasser
Holz/Fasern/Brennstoffe
Nenne Beispiele für kulturelle Dienstleistungen.
ästhetisch, spirituell
pädagogisch
Erholung
Was ist die zentrale Frage des BEF (Biodiversity–Ecosystem Functioning)-Ansatzes?
Wie verändert Artenverlust oder Artenzunahme
die Struktur des Energieflusses,
die Ökosystemfunktionen,
und die Stabilität des Systems?
Warum ist der Nahrungsnetzansatz eine „Brücke“?
verbindet:
Gemeinschaftsökologie (Arten/Interaktionen)
Ökosystemökologie (Prozesse/Funktionen)
über Nahrungsnetzökologie werden beide zusammen gedacht
Warum ist „Energiefluss“ so wichtig im BEF (Biodiversity–Ecosystem Functioning)-Kontext?
Energiefluss wird als universelle Messgröße für Ökosystemfunktionen genutzt
verknüpft Biodiversität über trophische Ebenen mit Funktion
BEF (Biodiversity–Ecosystem Functioning)-Mechanismus: Was bedeutet „Körpergrößenverteilung bestimmt Energiefluss“?
Körpergröße beeinflusst Stoffwechsel, Nahrung, Interaktionen
dadurch wird mitbestimmt, wie Energie durch das Netz fließt
Was meint „allometrischer Gradient“?
Beziehungen, die mit Körpergröße skalieren (z. B. Stoffwechsel/Verbrauch)
Konsequenz: Größenstruktur prägt Energie- und Biomassedynamik
BEF (Biodiversity–Ecosystem Functioning)-Mechanismus: Warum sind Interaktionsstärke & Schlüsselarten zentral?
manche Interaktionen sind „stark“ und formen das ganze Netz
Schlüsselarten können über solche starken Effekte Stabilität/Funktion bestimmen
BEF (Biodiversity–Ecosystem Functioning)-Mechanismus: Wie wirkt funktionelle Redundanz im Nahrungsnetz?
ähnliche Funktionen auf gleicher trophischer Ebene
dämpft Folgen von Artenverlust → System bleibt eher stabil
BEF (Biodiversity–Ecosystem Functioning)-Mechanismus: Was sind „Konsument-Ressourcen-Interaktionen“?
Beziehungen zwischen Verbrauchern (Herbivoren, Prädatoren, Detrivoren) und ihrer Nahrung
verändern Biomasse, Energiefluss und damit Funktionen (z. B. Zersetzung)
Was bedeutet „erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Störungen“ durch Biodiversität?
mehr funktionelle Vielfalt/Redundanz → Störungen treffen nicht alle gleich
Funktionen brechen weniger stark ein bzw. erholen sich schneller
Warum ist entscheidend, wo Biodiversitätsverlust im Netz stattfindet?
Verlust an „kritischen Stellen“ (z. B. Top-Prädator oder Schlüsselart) → große Kaskaden
Verlust „ersetzbarer“ Arten kann geringere Folgen haben
Was sind kaskadierende Effekte im Nahrungsnetz?
Veränderungen wandern durch mehrere trophische Ebenen
können Energie- und Biomassedynamik des gesamten Systems verändern
Welche Art von Veränderungen wurden unter Einfluss der Yellow Crazy Ant genannt?
Veränderung von Mikroklima und Bodenstruktur
Veränderung von Primärproduktion und Habitatstruktur (Top-Down-Kaskade)
Was bedeutet „Top-Down-Kaskade“?
Veränderungen „von oben“ (Konsumenten/Prädatoren) wirken nach unten
beeinflussen Pflanzen/Detritus/Struktur des Lebensraums
a) Was heißt „Verschiebung der trophischen Architektur“?
b) Welche Folgen wurden für Detrivoren & Zersetzung genannt?
c) Welche Folgen wurden für Nährstoffkreislauf & Erosion genannt?
d) Welche Biodiversitätsfolgen wurden genannt?
System verschiebt sich von herbivoren-dominiert zu detrivoren-dominiert
also: Wer die Hauptrolle im Energie-/Stofffluss spielt, ändert sich
Änderung von Zusammensetzung & Biomasse der Detrivoren
dadurch Veränderung der Zersetzung
Änderung des Nährstoffkreislaufs
höhere Erosion als Folge der Systemveränderungen
d)
Verlust einer Key-Stone Spezies
Rückgang der α-Diversität (u. a. Boden- und Blattinsekten; indirekte Effekte auf weitere Gruppen)
Störung darüber liegender trophischer Ebenen
a) Was bedeutet „Homogenisierung des Systems“?
b) Was wurde als funktionelle Folge zusammengefasst?
Lebensgemeinschaften/Strukturen werden „gleichförmiger“
oft weniger unterschiedliche Rollen/Artenkombinationen → geringere funktionelle Vielfalt
reduzierte funktionelle Diversität
Destabilisierung des Ökosystems
Was meint „Ecological Meltdown“?
starkes „Kippen“/Zusammenbrechen wichtiger Beziehungen & Funktionen
verstärkte negative Effekte durch Invasionen/Interaktionsänderungen
Was sind die Kernaussagen aus dem Fazit?
Stabilität hängt stark von funktioneller Diversität ab
funktionelle Redundanz schützt (Insurance-Hypothese)
Nahrungsnetzansatz verbindet Biodiversität mit Prozessverständnis
Verlust von Schlüsselarten kann Zusammenbruch & Kaskaden auslösen
a) Was zeigt das Schema insgesamt (Grundidee)?
b) Rolle der Roten Landkrabbe (Normalzustand)
c) Was verändert die Yellow Crazy Ant (mit Schildläusen/Hemipteren)?
d)Welche Kaskaden entstehen, wenn die Krabbe wegfällt?
Nahrungsnetz mit Roter Landkrabbe = Keystone-Art
ohne Invasion: Krabbe hält Unterwuchs & Detritus niedrig → System stabil
mit Invasion (Yellow Crazy Ant + Schildläuse): Krabben brechen weg → Kaskaden
frisst Keimlinge/Unterwuchs → weniger Unterwuchs
reduziert Litter/Detritus → beeinflusst Zersetzer
Konkurrenz zur Achatschnecke
Land–Meer-Kopplung über Larven im Meer
Schildläuse liefern Honigtau → Ameisen profitieren
Ameisen schützen Schildläuse → Schildläuse nehmen zu
Ameisen werden massiv (Superkolonien)
Krabben werden stark reduziert
Unterwuchs ↑
Litter/Detritus ↑
Detritivoren-System ↑ (Zersetzung verändert)
Achatschnecke ↑
Biodiversität ↓ / Homogenisierung
Erosion ↑
marine Effekte durch weniger Krabbenlarven
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