Was ist der Deckungsbeitrag?
Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der einem Unternehmen nach Abzug der variablen Kosten bleibt, um die Fixkosten zu decken.
Was ist der Leverage-Effekt?
Der Begriff „Leverage“ kommt aus dem Englischen und bedeutet Hebelwirkung. Der Effekt beschreibt, dass man mit dem Einsatz von Fremdkapital (z. B. einem Bankkredit) die Rentabilität des eigenen Kapitals (Eigenkapitalrentabilität) wie mit einem Hebel nach oben drücken kann.
Damit der Hebel positiv wirkt, muss eine entscheidende Bedingung erfüllt sein: Die Gesamtkapitalrentabilität muss höher sein als der Zinssatz für das Fremdkapital.
Das bedeutet: Das Projekt, in das du investierst, muss mehr Gewinn abwerfen, als dich die Zinsen für den Kredit kosten.
Was ist Kapitalbedarf?
Unter Kapitalbedarf versteht man die Summe an finanziellen Mitteln, die ein Unternehmen benötigt, um seine geplanten Ziele (z. B. Gründung, Erweiterung oder laufender Betrieb) umsetzen zu können.
Was versteht man unter Liquidität? Welche Zahlen werden dazu in der Bilanz verglichen?
Unter Liquidität versteht man die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen fälligen Zahlungsverpflichtungen (z. B. Rechnungen, Löhne, Kredite) jederzeit uneingeschränkt nachkommen zu können. Kurz gesagt: Ist genug Cash da, um die Rechnungen zu bezahlen?
In der Bilanz werden zur Berechnung der Liquiditätsgrade vor allem die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit den unterschiedlich schnell verfügbaren Teilen des Umlaufvermögens verglichen.
Wie lässt sich Finanzierung unterscheiden? --> Innen- und Außenfinanzierung mit Beispielen
Das Kapital fließt dem Unternehmen von externen Quellen zu (Investoren, Banken, Gesellschafter).
Eigenfinanzierung (Beteiligungsfinanzierung): Ein Gesellschafter zahlt frisches Geld in die Firma ein oder ein neues Mitglied bringt Kapital mit (z. B. Ausgabe neuer Aktien bei einer AG).
Fremdfinanzierung (Kreditfinanzierung): Das Unternehmen leiht sich Geld, das später zurückgezahlt werden muss.
Beispiel: Aufnahme eines Bankkredits, Ausgabe einer Unternehmensanleihe oder die Nutzung eines Lieferantenkredits.
Das Kapital wird durch die betriebliche Tätigkeit selbst generiert. Es verlässt das Unternehmen nicht, sondern wird einbehalten.
Selbstfinanzierung: Gewinne werden nicht an die Eigentümer ausgeschüttet, sondern im Unternehmen behalten (Thesaurierung).
Beispiel: Ein Softwareunternehmen macht 1 Mio. € Gewinn und nutzt diesen direkt, um neue Server zu kaufen, statt ihn als Dividende auszuzahlen.
Finanzierung aus Abschreibungen: Da Abschreibungen den Gewinn mindern, aber nicht zu einem tatsächlichen Geldabfluss führen, bleibt liquide Masse im Unternehmen, die für Ersatzinvestitionen genutzt werden kann.
Finanzierung aus Rückstellungen: Geld wird für künftige Verpflichtungen (z. B. Pensionen oder drohende Prozesse) zur Seite gelegt und steht bis zum Zeitpunkt der Auszahlung zur Verfügung.
Was ist der Unterschied zwischen einer Teilkostenrechnug und Vollkostenrechnung?
Hier werden alle anfallenden Kosten (Einzelkosten + alle Gemeinkosten) auf die Produkte verteilt.
Logik: Langfristig muss jedes Produkt seinen Anteil an den Mieten, Gehältern der Verwaltung und Abschreibungen tragen, damit das Unternehmen überlebt.
Problem: Fixkostenproportionalisierung. Wenn man weniger produziert, "steigt" rechnerisch der Preis pro Stück, obwohl die Maschine nicht teurer geworden ist. Das kann zu Fehlentscheidungen führen (man denkt, ein Produkt sei unrentabel, nur weil die Fixkosten darauf abgewälzt werden).
Hier werden den Produkten nur die variablen Kosten (diejenigen, die direkt bei der Herstellung anfallen, z. B. Material) zugerechnet.
Logik: Fixkosten (Miete, Gehälter) werden als Block behandelt und erst am Ende vom Gesamtergebnis abgezogen.
Zentrale Kennzahl: Der Deckungsbeitrag ($DB = \text{Preis} - \text{variable Kosten}$). Er gibt an, wie viel ein Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt.
Erläutern Sie die Teilbereiche der Kostenrechnung!
Kostenartenrechnung: Welche Kosten fallen in welcher Höhe an? (inkl. Grundkosten, Zusatzkosten, Anderskosten)
Kostenstellenrechnung: Wo fallen die Kosten an? Verteilung auf Kostenstellen, v. a. Verrechnung sekundärer Gemeinkosten.
Kostenträgerstückrechnung: Welche Kosten entfallen auf welches Produkt/welche Leistung?
Kostenträgerzeitrechnung: Welche Kosten fielen in einem Zeitraum an? (nach Gesamt- oder Umsatzkostenverfahren)
Wozu benötigt das externe Rechnungswesen das interne?
Für die Bewertung von Vorräten (halbfertige/fertige Erzeugnisse) und selbsterstellten Anlagegütern. Instrument: der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) – verteilt Gemeinkosten und ermittelt Kalkulationssätze. Das externe RW nutzt ihn für die Herstellungskostenermittlung nach § 255 Abs. 2 HGB (mit handels-/steuerrechtlichen Korrekturen).
Was ist der Unterschied zwischen Aufwand und Kosten?
n der Alltagssprache werden die Begriffe oft synonym verwendet, aber in der Betriebswirtschaftslehre (BWL) gibt es einen klaren Unterschied. Vereinfacht gesagt: Aufwand gehört in die offizielle Buchführung (Gewinn-und-Verlust-Rechnung), während Kosten das Werkzeug für die interne Planung und Kalkulation sind.
Hier ist die Abgrenzung auf den Punkt gebracht:
Aufwand umfasst den gesamten Werteverzehr eines Unternehmens innerhalb eines Jahres. Er mindert das Eigenkapital.
Fokus: Wie viel Vermögen hat das Unternehmen insgesamt „verbraucht“?
Beispiel: Eine Spende an einen Sportverein oder ein Brandschaden in der Lagerhalle. Beides mindert den Gewinn, hat aber nichts mit der eigentlichen Produktion zu tun.
Kosten sind der betriebsbedingte Werteverzehr. Sie müssen drei Kriterien erfüllen: Sie müssen für den Betriebszweck entstehen, ordentlich (planbar) und periodengerecht sein.
Fokus: Was kostet uns die Herstellung unserer Produkte oder Dienstleistungen?
Beispiel: Rohstoffe für die Produktion, Löhne der Fabrikarbeiter, Strom für die Maschinen.
Was ist der kalkulatorische Unternehmerlohn?
Opportunitätskosten des Unternehmers (entgangenes Gehalt), die handels- und steuerrechtlich kein Aufwand sind, aber betriebswirtschaftlich in die Preiskalkulation einfließen müssen. Beispiel: Wer als Angestellter 100.000 € verdient und für 20.000 € Selbständigkeit aufgibt, muss mindestens 20.000 € einkalkulieren – sonst ist die Selbständigkeit unwirtschaftlich.
Was sind kalkulatorische Abschreibungen?
Abschreibungen auf Wiederbeschaffungskosten (statt Anschaffungskosten). Grund: Nur so kann der Unternehmer nach Ende der Nutzungsdauer das Gut tatsächlich ersetzen, da Preise meist gestiegen sind. Die Bilanz-AfA reicht hierfür nicht aus.
Unterschied zwischen Einzelkosten/Gemeinkosten und primären/sekundären Kosten?
Einzelkosten: Direkt einem Kostenträger zuordenbar (z. B. Material). Gemeinkosten: Nicht direkt zuordenbar, müssen verteilt werden (z. B. Miete, Verwaltung).
Primäre Kosten: Von externen Lieferanten in Rechnung gestellt. Sekundäre Kosten: Entstehen durch innerbetriebliche Leistungen (z. B. eigene Kantine, Reparaturstelle).
Deckungsbeitrag = Netto-Verkaufserlös − variable Kosten
Er ist die absolute Preisuntergrenze: Bei DB = 0 kein Angebot. Bei DB > 0, aber unter Vollkosten: Angebot kann trotzdem sinnvoll sein, um Fixkosten zu decken – aber nur bei fehlender Auslastung.
Was ist der Break-Even-Punkt?
Die Absatzmenge, bei der Umsatzerlöse = Gesamtkosten. Jede weitere Einheit erzeugt erstmals Gewinn. Auch: „Gewinnschwelle".
Unterschied zwischen Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität?
Produktivität: Output / Input (in Mengeneinheiten)
Wirtschaftlichkeit: Bewerteter Output / Bewerteter Input (in €)
Rentabilität: Ergebnis / Einsatz (in %)
Was ist der DAX? Letzte Neuzugänge?
Deutscher Aktienindex, eingeführt am 1.7.1988. Seit September 2021: DAX 40 (40 größte börsennotierte deutsche AGs). Überprüfung zweimal jährlich (März/September).
Neuzugänge September 2025: GEA Group und Scout24. Ausgeschieden: Porsche und Sartorius.
Was ist mezzanines Kapital?
Hybridform zwischen Eigen- und Fremdkapital.
Eigenkapitalähnlich: Vorzugsaktien, Wandelanleihen, atypisch stille Beteiligung
Fremdkapitalähnlich: Nachrangdarlehen, Gesellschafterdarlehen, typisch stille Beteiligung
Steuerliche Relevanz: BEPS-Problematik, Qualifikationskonflikte → Missbrauchsbekämpfung durch § 4i und § 4k EStG.
Was kennzeichnet die Innenfinanzierung?
Finanzierung aus intern freigesetzten Mitteln. Formen:
Selbstfinanzierung: offen (Gewinnthesaurierung) oder still (stille Reserven)
Finanzierung aus Rückstellungen: Langfristige Rückstellungen (v. a. Pensionen) werden eingepreist; Geldfluss erfolgt sofort, Auszahlung erst später → Finanzierungseffekt
Finanzierung aus Abschreibungen: Abschreibungen eingepreist → Liquiditätszufluss vor tatsächlicher Reinvestition
Vermögensumschichtung: z. B. Sale-and-lease-back → sofortiger Liquiditätszufluss
Was kennzeichnet die Außenfinanzierung?
Kapitalzuführung von außen. Formen:
Eigenfinanzierung: Einlagen der Anteilseigner gegen Eigentumsrechte
Fremdfinanzierung: Kredite gegen Zinsen und Rückzahlung
Mischformen: Mezzanines Kapital
Sonderformen: Factoring (Forderungsverkauf), Leasing
Wichtig: Eigenkapital von außen = Außenfinanzierung (nicht Innenfinanzierung)!
Was ist die Eigenkapitalquote und wie kann sie verbessert werden?
EK-Quote = Eigenkapital / Gesamtkapital
Verbesserung durch:
Gewinneinbehalt (keine Ausschüttung)
Kapitalerhöhung (neue Gesellschafter)
Umwandlung von Gesellschafterdarlehen in EK
Sale-and-lease-back / Leasing statt Kauf
FK-Quote = Fremdkapital / Gesamtkapital
Was besagen goldene Bilanz- und Finanzierungsregel?
Goldene Bilanzregel: Anlagevermögen muss langfristig finanziert sein (durch EK + langfristiges FK). Deckungsgrad II > 1.
Goldene Finanzierungsregel: Kapitalbindungsdauer ≤ Kapitalüberlassungsdauer. Anlagevermögen / (EK + langfristiges FK) < 1.
Beispiel: Maschine mit 20-jähriger Nutzung sollte nicht mit 15-jährigem Darlehen finanziert werden.
? Durch Substitution von EK durch FK kann die Eigenkapitalrendite gesteigert werden – wenn Gesamtkapitalrendite > Fremdkapitalzins.
Beispiel: Maschine für 1 Mio. €, 20 % EK / 80 % FK zu 6 % Zinsen, Rendite 9 % → EK-Rendite steigt durch FK-Einsatz.
Was ist der Cash Flow? Direkte und indirekte Methode?
Cash Flow = Einzahlungen − Auszahlungen einer Periode. Indikator für Zahlungsfähigkeit, Stabilität und Kreditwürdigkeit.
Direkte Methode
Indirekte Methode
Jahresüberschuss
− Auszahlungen, die kein Aufwand waren
+ Abschreibungen
+ zahlungsunwirksame Aufwendungen
− Zuschreibungen
− nicht zu Einzahlungen führende Erträge
+ Erhöhung langfristige Rückstellungen
+ ertragsunwirksame Einzahlungen
− Verminderung langfristige Rückstellungen
= Cash Flow
Welche Arten von Cash Flows gibt es?
Operativer CF: Zahlungsströme aus dem Kerngeschäft
CF aus Investitionstätigkeit: Kauf/Verkauf von Anlagevermögen → Rückschlüsse auf Wachstumsfähigkeit
CF aus Finanzierungstätigkeit: Aufnahme/Rückzahlung von Kapital, Dividenden → Kapitalstruktur
Freier CF = Operativer CF − CF aus Investitionstätigkeit → Indikator für Schuldentilgungs- und Ausschüttungsfähigkeit
Unterschied statische vs. dynamische Investitionsrechenverfahren?
Statisch: Betrachten nur eine Periode, kein Zeitwert des Geldes.
Kostenvergleich, Gewinnvergleich, Rentabilitätsvergleich, Amortisationsrechnung
Dynamisch: Mehrperiodisch, berücksichtigen Zeitpunkt der Zahlungen durch Abzinsung.
Kapitalwertmethode: Summe der abgezinsten Einzahlungsüberschüsse − Investitionsauszahlung. Kapitalwert > 0 → Investition durchführen.
Erläutern Sie das BCG-Portfolio!
Vier Felder nach relativem Marktanteil und Marktwachstum:
Cash Cows (hoher Anteil, niedriges Wachstum): Gewinne abschöpfen
Stars (hoch/hoch): Investieren
Dogs (niedrig/niedrig): Keine Investitionen
Question Marks (niedriger Anteil, hohes Wachstum): Selektive Entscheidung: zum Star entwickeln oder aufgeben?
Was ist der Produktlebenszyklus?
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