Was ist die zentrale Energiequelle in See-Ökosystemen (klassisch)?
Sonnenenergie als Grundlage
Produzenten bauen daraus Biomasse (Basis des Systems)
Konsumenten nutzen diese Biomasse (z. B. Zooplankton → Fische)
Destruenten schließen Nährstoffe wieder auf (Rückkopplung)
Was bedeutet „autochthon“ vs. „allochthon“?
Autochthon: im Gewässer produziert
z. B. Phytoplankton, benthische Algen, Biofilme
Allochthon: von außen eingetragen
z. B. Laub, Feinpartikel, Huminstoffe (DOC), Bodenmaterial
Seen sind keine isolierten Systeme (ständiger Eintrag aus dem Einzugsgebiet)
Was ist terrestrisches organisches Material (t-OM)?
Sammelbegriff für organisches Material aus dem Einzugsgebiet im Gewässer
kommt als gelöst (DOC) und partikulär (POC) vor
Was ist T-DOC und welche Wirkung ist typisch?
T-DOC: terrestrisches gelöstes organisches Material (Huminstoffe, löslicher C)
verursacht „Browning“ (bräunliche Wasserfärbung)
stark lichtabsorbierend → große ökologische Wirkung
Was ist T-POC und was passiert damit im Gewässer?
T-POC: terrestrisches partikuläres organisches Material
Laub, Pflanzenreste, Feinpartikel aus dem Boden
sinkt ab und landet überwiegend am Gewässergrund
Über welche Wege gelangt t-OM ins Gewässer?
Niederschläge & Oberflächenabfluss
Laubfall
Ufererosion
Grundwasser
Flüsse/Zuflüsse
Welche physikalisch-chemischen Veränderungen kann t-OM auslösen?
Lichtreduktion (Browning)
Temperatur- und Sichtveränderungen
Nährstoffbindung
Sedimentation
Wie wirkt sich viel eingetragener Humus (DOC) typischerweise auf das Leben am
meist negative Effekte durch Lichtmangel
weniger Licht → weniger benthische Primärproduktion (Periphyton)
kann benthische Nahrungsketten schwächen
Warum ist „Browning“ so wichtig für Nahrungsnetze?
dämpft Licht → weniger Photosynthese (Phytoplankton/Periphyton)
verschiebt Energieflüsse (weniger Algenenergie, mehr Detritus-/Mikrobenpfade)
verändert Habitatbedingungen (Sicht/Temperatur)
Was sagen die „zentralen Schlussfolgerungen“ aus (Effekte auf Benthos, Pelagial & Produktion)?
Algen sind Hauptstütze der Sekundärproduktion in Seen & Fließgewässern
terrestrischer C ist wichtig für Stoffkreisläufe (CO₂, Licht, Temperatur), aber
meist untergeordnet für Tierwachstum
biochemische Qualität ist entscheidender als Herkunft/Menge
Wie sind die Mengenverhältnisse in oligo-/mesotrophen Seen (grobe Tendenz)?
Algenproduktion im Mittel 4–7× höher als nutzbare terrestrische C-Zuflüsse
großer Teil von t-DOC wird nicht genutzt, sondern „durchgespült“
Wie ist es oft in Fließgewässern (C-Einträge vs. Algenproduktion)?
Laubeinträge häufig größer als Algenproduktion
trotzdem: Menge allein sagt nichts über Bedeutung für Konsumenten
Warum reicht „viel terrestrischer Input“ nicht als Argument, dass Tiere davon profitieren?
Nutzung hängt stark von Verdaulichkeit/Qualität ab
fehlende essenzielle Nährstoffe in t-OM
Wege in die Nahrungskette (Mikrobenpfad vs. direkt) begrenzen Effekte
Woraus besteht terrestrischer Kohlenstoff häufig (und warum ist das problematisch)?
zu 80–90 % Lignocellulose
schwer abbaubar
geringe Verdaulichkeit für viele Tiere
Welche „essentiellen“ Stoffe fehlen terrestrischen Ressourcen oft?
essentielle Fettsäuren (z. B. EPA, DHA)
Sterole
essentielle Aminosäuren
Warum gelten Algen als „hochwertige Nahrung“?
liefern eher die benötigten essentiellen Fettsäuren/Sterole/Aminosäuren
bessere Verdaulichkeit
unterstützen Wachstum/Reproduktion von Konsumenten stärker
Was bedeutet „Subsidy“ vs. „Subtraction“ im Kontext von t-OM?
Subsidy (Subvention): zusätzlicher Input erhöht Konsumentenproduktion
Subtraction (Verminderung): Input reduziert Produktion (z. B. durch Abschattung)
Wo tritt „Subtraction“ laut Folien oft stärker auf?
häufig in der benthischen Zone
t-OM → weniger Primärproduktion (v. a. durch DOC/Lichtmangel)
kann auch Zoobenthos negativ beeinflussen
Wo kann „Subsidy“ eher auftreten?
oft im Pelagial (Freiwasser)
t-OM kann unter Bedingungen als zusätzliche Energiequelle wirken
kann Zooplankton-Wachstum fördern
Welche 3 Bedingungen definieren einen „Subsidy“-Effekt?
Material/Energie stammt aus benachbartem Ökosystem
Menge wird vom Spender-Ökosystem kontrolliert (exogen)
messbar positiver Effekt auf Konsumentenproduktion im Empfänger-System
Welche zwei Wege führen terrestrischen C in pelagische Konsumenten?
Indirekt (DOC) über mikrobielle Schleife:
Bakterien nutzen DOC → werden selbst Nahrung → Zooplankton frisst Bakterien
Direkt (POC):
Zooplankton kann partikuläre Bestandteile direkt fressen (habitatspezifisch)
Warum kann Zooplanktonproduktion steigen, obwohl die „Ressourcenbasis“ im See sinkt?
pelagische Konsumenten können über Mikrobenpfad oder direkt POC profitieren
gleichzeitig sinkt Algenproduktion (Abschattung) → Gesamtbasis sinkt, aber Umwege können einzelne Gruppen stützen
Wann ist der Subventionseffekt am stärksten?
abhängig von Nährstoffsituation des Sees
abhängig davon, wie viel terrestrischer C nachkommt
Warum ist die Wirkung von t-OM „kein einfacher Subsidy“?
See reagiert zonal unterschiedlich (Freiwasser vs. Boden)
t-OM hat gleichzeitig positive und negative Effekte
„Subsidy“ dort, wo positive Effekte überwiegen; „Verminderung“ dort, wo negative dominieren
Welche 2 dominanten Mechanismen steuern die Nutzung von t-OM in Seen?
Verfügbarkeit terrestrischer organischer Materie im Einzugsgebiet
Unterdrückung der Algenproduktion durch Abschattung (DOC → Lichtdämpfung)
In welchen Seen ist t-OM-Nutzung besonders groß (Tendenz)?
Seen mit starker physischer Verbindung zum Einzugsgebiet
Einzugsgebiete mit viel organischer Substanz (z. B. bewaldet/torfig)
Wie beeinflusst steigende Algenproduktion die Nutzung allochthoner Ressourcen?
fördernder Effekt allochthoner Ressourcen wird abgeschwächt, wenn Algenproduktion zunimmt
mehr hochwertige Algen → geringere relative Bedeutung von t-OM
Wovon hängt der tatsächliche Grad der terrestrischen Ressourcennutzung stark ab?
stark vom Konsumenten-Taxon abhängig (Art/Gruppe-spezifische Unterschiede)
Kernaussage aus dem Kapitel Einfluss der See-Beschaffenheit.
t-OM kann fundamentaler Pfeiler der Nahrungsgrundlage sein
aber: enorme Variabilität → Seen sind keine homogene Gruppe
Was lernen wir aus allen drei Studien (3 Punkte)?
terrestrischer C ist wichtig, aber nicht dominierend
Qualität vor Quantität: Algen-C dominiert Sekundärproduktion
Nutzung ist stark vom Ökosystemkontext abhängig
Welche primären Managementmaßnahmen zielen auf DOC-Kontrolle „an der Quelle“?
Wiedervernässung von Mooren/Feuchtgebieten
Pufferzonen & Uferschutzstreifen
nachhaltige Forstwirtschaft & Bodenbearbeitung
Welche sekundären Maßnahmen sollen Primärproduktion im See fördern?
Optimierung/Steuerung der Nährstoffzufuhr (Eutrophierungskontrolle)
Management der Wassertiefe
Was erwartet man im Klimawandel bzgl. DOC & Browning?
höhere Temperaturen + veränderte Niederschläge → mehr DOC-Löslichkeit/Export
tendenziell verstärktes Browning
Welche Folge hat mehr DOC häufig für den „Subtraction“-Effekt?
mehr DOC → stärkere Lichtabschattung
Primärproduktion sinkt stärker → Subtraction-Effekt verschärft
Welche Seen sind ungleich stark betroffen (wer bekommt besonders viel DOC)?
Seen mit bewaldeten oder torfigen Einzugsgebieten (höchster DOC-Eintrag)
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