Was ist Eutrophierung?
Nährstoffüberschuss in Gewässern
wichtigste Nährstoffe: Phosphor (P) und Stickstoff (N)
Haupttreiber: menschliche Aktivitäten
Folge: Verschlechterung der Gewässerqualität und der Ökosystemleistungen
Warum sind v. a. Phosphor und Stickstoff so wichtig?
sind häufig die limitierenden Nährstoffe für Algen-/Pflanzenwachstum
zu hohe Einträge → übermäßiges Algenwachstum und Folgekaskaden
Welche Ziele setzt die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)?
Ziel: bis 2027 alle Gewässer in „gutem“ ökologischem Zustand (bzw. Potenzial)
Status (Beispiel aus den Folien): 2021 nur 8 % der Flüsse „gut“/„sehr gut“
Was sagt der Phosphor-Status über Flüsse aus?
fast 2/3 der Gewässer mit zu hohem Phosphor-Gehalt
Phosphor gilt als zentraler Treiber für Eutrophierungsprobleme
Unterschied Standgewässer vs. Fließgewässer (Eutrophierungsanfälligkeit)?
See (stehend): weniger O₂, höhere Wassertemperatur, eher anfällig; „Nährstoffkreislauf“
Fluss (strömend): mehr O₂, niedrigere Wassertemperatur, tendenziell weniger anfällig; „Nährstoffspirale“
Typischer Ablauf der Eutrophierung (Kettenreaktion)?
überschüssige Nährstoffe gelangen ins Gewässer
Algenblüte/übermäßiges Pflanzenwachstum
Licht wird knapp, Organismen sterben ab
Zersetzung verbraucht Sauerstoff
Risiko von Sauerstoffmangel bis hin zu „Systemkollaps“/Absterben empfindlicher Organismen
Was bedeutet „Selbstreinigungskraft“ im Fluss?
gewässereigener Mechanismus zur Reduktion von Nähr-/Schadstoffen
spielt sich stark im hyporheischen Interstitial ab (Kieslückensystem)
außerdem: wichtige Lebensraumfunktion
Was ist das hyporheische Interstitial (Kieslückensystem)?
durchströmter, belebter Porenraum der Gewässersohle
Verbindung von Flusswasser („fließende Welle“) und Grundwasser
Ort für Abbauprozesse und Lebensraum (z. B. Laich-/Rückzugsräume)
Welche N-Umsetzungen laufen im funktionierenden Kieslückensystem?
mikrobieller Abbau organischer Substanz → Freisetzung von NH₄⁺ (Ammonium)
sauerstoffreiche Bereiche: Nitrifikation NH₄⁺ → NO₃⁻
sauerstoffarme Bereiche: Denitrifikation NO₃⁻ → N₂ (gasförmig)
Was passiert bei gestörtem Kieslückensystem (Kolmation)?
erhöhte Nährstoffeinträge (N, P) → übermäßiges Algenwachstum
Versiegelung/Verstopfung der Kiesschicht → Kolmation
Veränderung von Stoffflüssen; in den Folien: DNRA wird genannt
möglich: Freisetzung von NH₃ (Ammoniak)
Was ist DNRA?
„dissimilatorische Nitratreduktion zu Ammonium“
Prozess im gestörten System, bei dem Nitrat eher zu Ammonium statt zu N₂ umgewandelt wird
kann Eutrophierung verstärken (mehr pflanzenverfügbarer N)
Welche natürlichen Nährstoffquellen gibt es?
insgesamt nur geringer Anteil an der Gesamtbelastung
Eintrag durch:
Verwitterung von Gestein
Auswaschung zersetzten organischen Materials
atmosphärische Deposition
biologische Fixierung durch Mikroorganismen
natürliche Mechanik: biologische Selbstreinigung
Welche anthropogenen Hauptquellen nennen die Folien?
Industrie
Landwirtschaft
Abwässer
atmosphärische Stickstoffdeposition
Landnutzungsänderung
Düngemittel, Auswaschung & Bodenerosion
Was sind Punktquellen (Definition + Beispiele)?
kommunale und industrielle Abwässer
permanente lokale Eintragspfade
vergleichsweise gut zu kontrollieren
Was sind diffuse Quellen (Definition + Beispiele)?
v. a. landwirtschaftliche Nutzung
Düngemittel, Bodenauswaschung, Erosion durch Bodenbearbeitung
schwer zu kontrollieren (flächenhaft, variabel)
Was sind intermediäre Quellen (Definition + Beispiele)?
Oberflächenabfluss von versiegelten städtischen und landwirtschaftlichen Flächen
starke Variation von Nährstoffmengen/-zusammensetzung
besonders relevant bei Starkregenereignissen
ebenfalls schwer zu kontrollieren
Was zeigt der Konnektivitätsstatus-Index (CSI)?
weltweit: > 63 % der Flüsse > 1.000 km sind nicht mehr frei fließend
Unterbrechung der Konnektivität beeinflusst Prozesse/Belastungen im Flussnetz
Welche Belastungsindikatoren werden aufgelistet (Konnektivität/Fragmentierung)?
Fragmentierung (DOF)
Regulierung (DOR)
Sedimentrückhalt (SED)
Wasserentnahme (USE)
Urbanisierung (URB)
Wie verschlechtert sich die Wasserqualität bei Eutrophierung?
sinkender Sauerstoffgehalt, geringere Lichtdurchlässigkeit
Sauerstoffbedarf steigt (v. a. durch Zersetzung)
Anstieg der N- und P-Konzentrationen
zusätzliche Anreicherung mit weiteren schädlichen Substanzen
veränderte Wärmeaustauschdynamik Wasseroberfläche ↔ Atmosphäre
unzureichender Austausch zwischen fließender Welle und Grundwasser
Welche Biodiversitäts-/Lebensraumfolgen nennt die Präsentation?
übermäßiges Wachstum eutropher Pflanzen → Konkurrenz um Nährstoffe/Raum/Licht
Kolmation des Kieslückensystems → Verlust von Lebensraum & Laichplätzen
betroffen: Fische, Insektenlarven, Makrozoobenthos
Verdrängung Einheimischer durch invasive Arten
Zerstörung natürlicher Artenzusammensetzung
Absterben von Nahrungspflanzen
Welche wirtschaftlichen & sozialen Auswirkungen werden genannt?
Verlust von Tourismuseinnahmen (schlechte Wasserqualität)
hohe Kosten für Trinkwasseraufbereitung
Fischereieinbußen
Gesundheitsrisiken
Verlust von Erholungswert und Lebensqualität für Anwohner
Warum kann Eutrophierung Gesundheitsrisiken erhöhen?
in den Folien allgemein genannt (ohne Detailmechanismus)
typische Bezüge: Nutzungseinschränkungen (z. B. Baden verboten), Risiken durch Wasserqualitätsverschlechterung
Grundprinzipien der Prävention?
viele Nährstoffquellen → Kombination von Maßnahmen nötig
Betrachtung von Einzugsgebiet und Gewässerraum
Prävention im Einzugsgebiet: Maßnahmen auf dem Land?
angepasste Düngung
Erosionsschutz
Zwischenfrüchte
Grünlandextensivierung
Prävention im Einzugsgebiet: Maßnahmen in der Stadt?
Sturmwassermanagement (Regen-/Abfluss besser zurückhalten/steuern)
Prävention im Gewässerraum: welche drei Maßnahmenblöcke?
strukturverbessernde Maßnahmen
Flussrenaturierung
Eutrophierungskontrolle durch Biomanipulation
Vegetationsbewachsene Pufferzonen: Wie wirken sie?
fangen angeschwemmte Bodenpartikel ab
verlangsamen Oberflächenabfluss
ermöglichen erweiterte Nährstoffaufnahme (Filter-/Pufferfunktion)
Wiederanbindung von Auenbereichen: Nutzen im Kontext Nährstoffe?
verbessert Rückhalt/Abbau durch längere Verweilzeiten und mehr Kontakt zu Vegetation/Boden
wirkt zusammen mit Pufferzonen als Nährstoffsenke im Gewässerraum
Flussrenaturierung: Warum kann sie gegen Eutrophierung helfen?
verbessert Struktur/Habitate
kann Selbstreinigung und Stoffrückhaltprozesse unterstützen (zusammen mit Maßnahmen im Einzugsgebiet)
Biomanipulation: Grundidee (trophische Kaskade)?
mehr Fische (Beispiel: Döbel) → höherer Fraßdruck auf kleine Fische
dadurch mehr Weidegänger (Grazers)
Weidegänger fressen mehr Algenbiomasse
Ergebnis: weniger Algen, „guter Lebensraum“
Warum sind diffuse Quellen so schwer zu managen?
flächenhaft verteilt, viele Eintragspfade
stark abhängig von Bewirtschaftung & Wetter (z. B. Starkregen)
Kontrolle nicht an einem „Rohr“ möglich (anders als Punktquellen)
Welche Kernaussagen nennt das Fazit der Präsentation?
Hauptursachen: Industrie, Abwässer, Landwirtschaft
Klimawandel verschärft: höhere Temperaturen, intensivere Niederschläge/Extremwetter → mehr Nährstoffeintrag & Algenblüten, höheres O₂-Mangel-Risiko
Eutrophierung verschlechtert Ökosystemqualität (Selbstreinigung, Nahrungs-/Lebensraum, Biodiversität)
Handeln nötig, um WRRL-Ziele zu erreichen; Hoffnung durch Renaturierung, Pufferzonen, Biomanipulation
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