Was ist Bestäubung im Kontext von Ökosystemleistungen?
regulierende Ökosystemleistung
direkt wichtig für Stabilität & Funktionsweise von Ökosystemen
Welcher Trend wird aktuell bei Bestäubern beobachtet?
negativer Trend bei Anzahl und Vielfalt von Bestäubern
Zusammenhang mit menschlichem Handeln
Welche Schutz-/Datenlage zu Bestäubern wird genannt?
keine weltweite Rote Liste speziell für Bestäuberarten
in der EU: 9% der Bienen- und Schmetterlingsarten als bedroht eingestuft
Wie abhängig sind wildblühende Pflanzen von Bestäubung?
weltweit sind ca. 90% der wildblühenden Pflanzenarten ganz oder teilweise von Bestäubung abhängig
Warum ist eine hohe Bestäuber-Diversität wichtig?
sorgt für effektivere Bestäubung
macht Bestäubung stabiler/verlässlicher (Resilienz durch Vielfalt)
Welche Arten von Bestäubern werden unterschieden?
wilde Bestäuber
bewirtschaftete Bestäuber
nachtaktive Bestäuber
Welche Zahl zu bewirtschafteten Bienenvölkern in Deutschland wird genannt?
ca. 1.013.000 bewirtschaftete Bienenvölker
Was sind die Haupttreiber des Bestäuberrückgangs (direkte Treiber)?
intensive Landwirtschaft & Landnutzungsänderung
Pestizide & Herbizide
Krankheitserreger & Parasiten
invasive & bewirtschaftete Arten
Klimawandel
Umweltverschmutzung
künstliches Licht in der Nacht
Wie viele wichtige Nutzpflanzen sind von Bestäubung abhängig?
87 von 124 der wichtigsten Nutzpflanzen (≈ 70%)
Welche Nutzpflanzengruppen sind besonders abhängig?
Gemüse
Obst/Früchte
Nüsse
Ölsaaten
Genussmittel (z. B. Kaffee, Tabak, …)
Was wird zum Wert bestäubungsabhängiger Kulturpflanzen gesagt?
bestäubungsabhängige Kulturpflanzen haben etwa den 5-fachen Wert von bestäubungsunabhängigen Kulturpflanzen
Warum ist Bestäubung auch für die menschliche Ernährung/Gesundheit wichtig?
wichtig für Versorgung mit Mineralien, Vitaminen, Mikronährstoffen
kompletter Verlust der Bestäubungsleistung könnte gesundheitliche Folgen haben
Welche Größenordnung wird für den globalen ökonomischen Wert angedeutet?
globaler „Marktwert“ der Pflanzenproduktion pro Jahr: ca. 200–500 Mrd. (Grafik)
ein kleiner Anteil der globalen Pflanzenproduktion ist ausschließlich von Tierbestäubung abhängig (Grafik: 5–8%)
Was ist das Besondere an Bestäubung bei Saatgutproduktion?
Endprodukt kann bestäubungsunabhängig sein
für die Saatgut-Herstellung wird Bestäubung trotzdem benötigt
Beispiel Möhren: Was zeigt es?
Möhrenproduktion als Beispiel für Bestäubung in der Saatgutproduktion
indirekte ökonomische Relevanz trotz „bestäubungsunabhängigem“ Endprodukt
Welche Kulturpflanzentypen sind bei Saatgutproduktion besonders betroffen?
Kreuzblütler
Knollen- und Wurzelgemüse
Futterpflanzen (z. B. Luzerne)
Welche Kaskadeneffekte werden genannt?
indirekte Auswirkungen auf Milch- und Fleischproduktion (über Futterpflanzen)
Wohlfahrtsverlust: ca. 244 Mio. €
Was sind „Vulnerabilitätsraten“ im Kontext der Bestäubung?
Maß dafür, wie stark Erträge/Wert einer Pflanzenkategorie/Region vom Bestäuberrückgang betroffen sein können
variieren stark nach Pflanzenkategorie & Region
Welche Vulnerabilitätsraten nach Pflanzenkategorien werden genannt?
Genussmittel: 39,0% (weltweit am höchsten)
Nüsse: 31%
Früchte: 23,1%
Gemüse: 12,2%
insgesamt weltweit: 9,5%
Was wird zur regionalen Variation bei Vulnerabilität betont?
starke regionale Unterschiede (Beispiele für Nüsse & Früchte je Weltregion)
Beispiel Westafrika: Was ist die Kernaussage?
Westafrika: gesamte Vulnerabilitätsrate ~ 10%
produziert aber 56% der weltweiten Genussmittel
Genussmittel dort: kritische Vulnerabilität ~90% (hohes Risiko trotz „moderatem“ Gesamtwert)
Welche übergeordneten Ziele nennt IPBES für Maßnahmen?
Verbesserung/Aufrechterhaltung von Bedingungen für Bestäuber/Bestäubung
Reduktion unmittelbarer Risiken
Transformation von Agrarlandschaften
Verbesserung der Beziehung der Gesellschaft zur Natur
Beispiele für „unmittelbare Verbesserungen“ (Habitatmaßnahmen)?
nicht-kultivierte, blütenreiche Vegetationsflächen über die gesamte Saison
z. B. entlang von Ackerflächen (Nektar & Pollen bereitstellen)
Welche urbanen Maßnahmen werden genannt?
Freiflächen sowie freie/offene Korridore in Städten
zur Unterstützung von Bestäubern
Was bedeutet „Transformation von Agrarlandschaften“ (Beispiele)?
ökologische Intensivierung (Ökosystemleistungen aktiv managen)
diversifizierte Anbausysteme stärken / Bio-Anbau unterstützen
Investitionen in ökologische Infrastruktur
Landwirtschaft an Klimawandel anpassen
naturnahe Lebensräume wiederherstellen (auch in Städten)
Wie kann die „Beziehung der Gesellschaft zur Natur“ verbessert werden (Beispiele)?
vielfältige Wissensformen & Werte in Bewirtschaftung/Management integrieren
Menschen & Bestäuber durch gemeinschaftliche Ansätze verknüpfen
Ergebnisse der Bestäuberforschung in landwirtschaftliche Praxis integrieren
Bildungs- und Informationsprogramme (für Entscheidungsträger, Öffentlichkeit, Medien)
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