Was ist IPBES (kurz)?
internationale Wissenschafts-Politik-Plattform zu Biodiversität & Ökosystemleistungen
bewertet Wissen, fasst Evidenz zusammen, unterstützt politische Entscheidungen
Was ist das „IPBES Global Assessment“ (2019)?
globaler Sachstandsbericht zu Biodiversität/ÖSL
Veröffentlichung: 6. Mai 2019
Welche Treibergruppen unterscheidet IPBES (Schema)?
indirekte Treiber: Demografie/Soziokultur; Wirtschaft/Technologie; Institutionen/Governance; Konflikte/Epidemien
direkte Treiber: Land-/Meeresnutzungsänderung; direkte Ausbeutung; Klimawandel; Verschmutzung; invasive Arten
Welche Beispiele für Verschlechterungen in der Natur nennt das Factsheet?
Zustand von Ökosystemen im Schnitt deutlich schlechter als „Ursprungszustand“
erhöhtes Aussterberisiko vieler Artengruppen
Verschlechterung ökologischer Gemeinschaften
Rückgang von Biomasse/Häufigkeit bei vielen Gruppen
Verschlechterung von Naturelementen, die für indigene/lokale Bevölkerungen wichtig sind
a) Was bedeutet „direkter“ vs. „indirekter“ Treiber?
b) Warum wird Klimawandel als direkter Treiber hervorgehoben?
a)
direkt: wirkt unmittelbar auf Ökosysteme/Arten (z. B. Landnutzung, Klimawandel)
indirekt: gesellschaftliche „Ursachen hinter den Ursachen“ (z. B. Governance, Wirtschaft)
b)
verändert Temperatur/Feuchtigkeit/Extremereignisse → beeinflusst Arten, Lebensräume, Interaktionen
wirkt zusätzlich zu Landnutzung, Ausbeutung etc. (Kumulation)
Was zeigen Zeitreihen zur Biodiversität über lange Zeiträume (Beispiel Insekten)?
Artenvielfalt (z. B. Insekten) über hunderte Mio. Jahre insgesamt stark ansteigend
nicht „gleichmäßig“: Einbrüche durch Massenaussterben
Was sind die „Big Five“ (Massenaussterben)?
5 große Aussterbeereignisse der Erdgeschichte
reduzieren Biodiversität stark → danach oft Wiederanstieg/Neudiversifizierung
Was bedeutet „Holozän“?
Nacheiszeit (nach der letzten Kaltzeit)
Was ist „nacheiszeitliche Vegetationsentwicklung“ (Mitteleuropa)?
Wiederbewaldung nach der Eiszeit („mitteleuropäische Grundsukzession“)
Baumarten wandern je nach Ausbreitungsfähigkeit/-geschwindigkeit ein
Welche Methode wird zur Rekonstruktion der Vegetationsgeschichte genannt?
Pollenanalyse
Welche letzten großen Eiszeiten werden genannt (Mitteleuropa-Bezug)?
Weichsel-(Würm-)Kaltzeit (ca. 115.000–10.000 v. Chr.)
Saale-(Riß-)Kaltzeit (ca. 300.000–130.000 v. Chr.)
Was zeigt die Karte „Vegetation Europas um 20.000 v. Chr.“ grob?
maximale Eisausdehnung → große Bereiche ohne Wald / Tundra-/Steppe-Vegetation
Refugien/isolierte Baumbestände in günstigeren Regionen
Beispiel Postglaziale Ausbreitung: Fagus sylvatica (Rotbuche) – was wird gezeigt?
rezente Verbreitung + Pollenprozente + Makrofossilfunde
Rekonstruktion von Einwanderungs-/Ausbreitungswegen nach der Eiszeit
Was meint „Einwanderungsrouten“ nach der Eiszeit?
Wiederbesiedlung aus Refugien
unterschiedliche Routen je nach Art (Barrieren, Klima, Ausbreitung)
Wie beeinflusste der Mensch früh die Biodiversitäts-/Landschaftsdynamik?
Ausbreitung bäuerlicher Wirtschaftsformen → Landschaftswandel
langfristige Veränderung von Lebensräumen/Artenzahlen (Florenwandel)
Was sind indigene (einheimische) Arten?
seit Ende der letzten Eiszeit in Deutschland vorhanden
aus eigener Kraft besiedelt oder hier entstanden
Was sind Archäobiota (Archäophyten/Archäozoen)?
frühe Einbringung in die freie Natur vor 1492
z. B. mit Ackerbau in der Jungsteinzeit oder durch Römer/Handel
Was sind Neobiota (Neophyten/Neozoen)?
von Natur aus nicht heimisch
nach 1492 durch menschlichen Einfluss zu uns gekommen
Was bedeutet „gebietsfremde Arten“?
Sammelbegriff für Archäobiota + Neobiota
Was ist Arealkunde (Chorologie)?
Lehre von der Verbreitung von Tier-/Pflanzensippen
Methodik der Erfassung & Analyse von Arealen und Arealveränderungen
Was ist ein „Areal“ (Definition)?
Fläche/Flächengruppe aller Orte, an denen Populationen einer Sippe vorkommen (Fundorte)
Welche Arealformen werden schematisch unterschieden?
geschlossenes Areal
disjunktes Areal durch Aussterben in Teilbereichen
disjunktes Areal mit Reliktvorkommen
disjunktes Areal durch Fernausbreitung
a) Welche Faktoren begrenzen Verbreitungsgebiete (Grundschema)?
b) Warum sind Temperatur & Feuchtigkeit oft „limitierend“?
c) Was wird als Beispiel für kurzfristige „Acclimation“ (Akklimatisation) genannt?
d) Welche Prozesse können am Arealrand betroffen sein?
abiotisch: Temperatur, Feuchtigkeit
biotisch: Ausbreitungspotenzial, trophische Interaktionen
bestimmen Überleben/Stress, Wachstumsbedingungen, Wasserhaushalt
am Arealrand besonders kritisch (Knappheit/Extremwerte)
c)
Salix-Zweige: im Winter gesammelt überleben bis ca. −150 °C; im Sommer gesammelt bis ca. −5 °C
d)
Überleben
Reproduktion
Entwicklung
Interaktionen (Konkurrenz, Prädation, Parasitismus, Krankheiten)
Was ist die „Klimahülle“ (Kontext Buche/Fichte im Skript)?
Klimabedingungs-„Fenster“, in dem eine Art vorkommen kann
Nutzung zur Einordnung, wo Arten klimatisch „passen“/an Grenzen geraten
Welche Aussage zur Wasserbilanz/Aridität wird genannt?
Niederschlagsdefizit (Evaporation > Niederschlag) betrifft ca. 1/3 der Landfläche
auf ca. 12% ist Evaporation mindestens doppelt so groß wie Niederschlag
Warum ist „Korrelation mit aktuellem Klima“ problematisch?
Ausbreitungspotenzial limitiert (Arten sind nicht überall „hingekommen“)
Anpassungen an sich änderndes Klima möglich
langlebige Individuen (z. B. Bäume) überleben lange, aber Rekrutierung sinkt
lokale Anpassungen können bei schnellem Wandel verloren gehen
unklar, ob wirklich Klimaparameter die Verbreitung bestimmen (oder andere Faktoren)
a) Was bedeutet „dispersal limitation“ (Ausbreitungsbegrenzung)?
b) Welche Spannweite von Ausbreitung wird genannt (Krebs 2000, grob)?
Art könnte klimatisch passen, erreicht Gebiet aber nicht (zu langsam/Barrieren/fehlende Vektoren)
Folge: „low range filling“ (Areal nicht voll ausgeschöpft)
wenige km bis >1000 km in >10.000 Jahren
nicht alle Populationen breiten sich aus
Warum sind Langstrecken-Disperser schwer nachzuweisen?
nur wenige Individuen machen große Distanzen
diese Ereignisse sind selten und schlecht zu belegen
Was sind typische mittlere Ausbreitungsgeschwindigkeiten von Waldarten?
Größenordnung: Bruchteile von Metern pro Jahr (z. B. ~0,2–0,8 m/a bei mehreren Arten)
Was ist die Kernaussage zur „Klimanachführung“ (tracking) bei schnellem Klimawandel?
viele Arten (z. B. Bäume) werden Klimaänderungen nicht schnell genug „nachwandern“ können
Erwartung: nur begrenztes Tracking ohne Hilfe
Was ist eine Population (Definition)?
Gruppe von Individuen derselben Art
verbunden durch Entstehungsprozesse, bildet Fortpflanzungsgemeinschaft
zur gleichen Zeit in einem einheitlichen Areal
Welche Reaktionsmöglichkeiten von Populationen auf Klimaänderungen werden genannt?
Arealveränderungen/-verschiebungen („shifts“)
Adaptation
Phänologie
CO₂-Effekte (Produktivität/Konkurrenz)
trophische Interaktionen
Was sind trophische Interaktionen (Definition)?
Alle Nahrungsbeziehungen in Lebensgemeinschaften
Was ist eine Lebensgemeinschaft (community/Biozönose)?
Gesamtheit der Lebewesen eines Lebensraums
mit (mindestens teilweisen) Wechselbeziehungen untereinander
Warum sind trophische Interaktionen bei Klimawandel wichtig?
Verschiebungen in Timing/Verbreitung verändern „wer frisst wen“
kann Kaskaden auslösen (z. B. Bestäubung, Herbivorie, Prädation)
a) Wie definiert IPBES „Adaptation“?
b) Wie definiert IPCC „Adaptation“?
Anpassung in natürlichen oder menschlichen Systemen an neue/ändernde Umwelt
durch genetische oder Verhaltensänderung
Prozess der Anpassung an tatsächliches/erwartetes Klima und dessen Effekte
in menschlichen Systemen: Schäden mindern/vermeiden oder Chancen nutzen
in natürlichen Systemen: menschliche Intervention kann Anpassung unterstützen
Worum geht es beim Themenblock „Management von Ökosystemleistungen“ (ÖSL-MV)?
Management & Vermarktung von Wald-Ökosystemleistungen (Projektkontext)
Verbindung zu Geschäftsmodellen/Finanzierungspfaden
a) Welche Beispiele für „Geschäftsmodelle“/Leistungsfelder werden genannt?
b) Welche Beispiele für „Multifunktionale Forstwirtschaft“ werden genannt?
c) Welche Finanzierungswege werden gegenübergestellt?
Biodiversität/Arten- & Prozessschutz
Holzproduktion
Windenergie
Vertragsnaturschutz (Art. 31, 35)
Ökokonto
Waldtourismus
Waldklimaprojekte (Art. 35)
Hochwasserschutzprojekte (Art. 31)
stoffliche/energetische Holznutzung
Bodenschutz & Stoffkreislauf
Klima- & Wasserhaushalt
Erholung/Tourismus
Pacht/Windpark
CO₂-Bindung
Markt
öffentlicher Haushalt
Transferleistungen
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