Sachverständige Begriff
Der Sachverständige ist eine natürliche Person, die aufgrund
umfangreicher Spezialkenntnisse anderweitig fehlendes Fachwissen ersetzt
Wo wird ein Verzeichnis der annerkannten Prüfingenieure gefuden?
Ein Verzeichnis der vom Bauministerium anerkannten
Prüfingenieure für Baustatik .
Welche sind die Baustatik ?
-baulichen Brandschutz
-Schall-Wärmeschutz
Europa
Welche ist die unterschiedliche Verwendung in den Mitgliedstaaten ? Was ist die Unterschied ? Was sollen alles vor Gericht Nachweise?
(Inspektions-, Prüf-, Gutachter- oder Auditorentätigkeit)
Unterschied in : Rechstellung/Vergütung/Haftung, Versicherung , Werbung
aber vor Gericht in allle Mitgliedstaaten : annerkanntes Beweismittel
Länder mit besonderen rechtlichen Grundlagen
Frankreich: keine Regelungen
England, Portugal: nur Hinweise und Bezugnahmen in verschiedenen Vorschriften.
Website Sachverständigenorganisation Eropaexperts und Mitglieder? Und Ihre Aufgaben?
www.europaexpert.org
Deutschland , UK, Frankreich, Österreich
Entwicklung gemeinsamer Standars, U.a. verbindliche Anforderungen an die Sachverständigen und die Sachverständigenorganisationen.
Was zeichnet einen öffentlich bestellten Sachverständugen aus?
Besondere Sachkunde
Vertrauenswürdigkeit
Obketivität
Pflicht zur Gutachtenarstatttung
Schweigepflicht
Überwachung
Welche persönlichen Voraussetzungen muss ein Sachverständiger erfüllen?
Persönliche Zuverlässigkeit
Eigene Leistungserbringung
Haftpflichtversicherung
Unparteilichkeit
Keine Weisungsgebundenheit
Ausschluss von Interessenkonflikten
Welche sind die fachliche Voraussetzungen zu erfüllen?
Abgeschlossenes Studium
Fortbildung
gerätechnische Mindesausstattung
Mindestalter 30 Jahre
Aufgaben des Sachverständigen:
Weitergabe von Ergahrungssätzen
Feststellung von Tatsachen
Beurteilung von Tatsachen und Ziehen von Schlussfolgerungen
Beratung
Kontroll-und Prüftätigkeiten
Pflichten des Sachverständigen
Persönliche Gutachtenerstattung
Dokumentation von Hilfskräften
Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit
Verschwiegenheit
Besondere Pflichten des öffentlich bestellten und vereidigten
Sachverständigen:
Beachtung der DIHK-Sachverständigenordnung
Gutachtenerstattung als Privat- und Gerichtsgutachter
Fortbildungspflicht
Aufzeichnungspflicht
Niederlassungspflicht
Die Tätigkeit von Sachverständigen
Gutachter im Schiedsverfahren versus Schiedsgutachter
Gerichtsgutachter (Zivil- und Strafprozess)
„Behördengutachter“ - Arbeiten im Behördenauftrag
Privatgutachter
Gutachter im Schiedsverfahren
Schiedsgutachter
Sachverständiger bei Prüf- und Kontrolltätigkeiten
(nicht Inhalt der Veranstaltung)
Wann handelt es sich um ein „Falschgutachten“?
Um ein “Falschgutachten” handelt es sich, wenn die Feststellungen oder Schlussfolgerungen des Sachverständigen offenbar unrichtig sind.
Was kann der Schieldgutachten nicht sagen? Wie höch sind Ihre Vergütung? Wer bezahlt?
Der Schiedsgutachter hat nicht zu sagen, zu welchen Lasten seine Festellungen gehen und welche Rechtsfolgen sich darus ergeben.
Die Vergütung ist wie im Privatgutachten mit den Parteien frei zu vereinbaren, die Grundlage ist ein Werkvertrag
Die Parteien haften gesamtshuldnerisch. Der Sachverständige ist frei in der Wahl welche Partei er zu Erstattung des Honorars in Anspruch nimmt
Was ist Unstreitig?
Beide Parteien sind sich einig, was wirklich passiert ist.
Beide Parteien stellen die Tatsachen gleich dar.
Eine Partei trägt etwas vor, und die andere Partei bestreitet das nicht klar und nicht mit Begründung.
Welche ist das Ziel des Strafprozess?
Schuld-und Strafmaßstellung von beweisbaren Straftaten auszugehen ist
Sachverhalt
Beweisthema
Gerichtakten
Schlussfolgerungen
Sachverhalt: Gesamtheit der tatsächlichen Umstände eines Falles, auf denen eine rechtliche Bewertung beruht.
Beweisthema: Konkrete Tatsache oder Frage, die im Prozess durch Beweismittel geklärt werden soll.
Gerichtsakten: Sammlung aller Schriftstücke und Dokumente, die zu einem gerichtlichen Verfahren gehören.
Schlussfolgerungen: Logische Ergebnisse oder Ableitungen, die aus festgestellten Tatsachen oder Beweisen gezogen werden.
Befundtatsachen
Anknüpfungstatsachen
Wege zu den Anknüpfungstatsachen
Befundtatsachen: Tatsachen, die unmittelbar festgestellt oder beobachtet werden können, insbesondere durch Untersuchungen, Messungen oder Aktenanalyse.
Anknüpfungstatsachen: Tatsachen, auf die ein Sachverständiger seine fachliche Bewertung oder Schlussfolgerung stützt.
Wege zu den Anknüpfungstatsachen: Methoden und Informationsquellen, durch die die Anknüpfungstatsachen ermittelt oder gewonnen wurden (z. B. Aktenstudium, Befragungen, Untersuchungen).
BGB §150 Abs. 2
Die Annahme eines Angebotes mit Erweiterung Einschränkung oder sonstigen Änderungen gilt als Ablehnung des ursprünglichen Angebotes Verbunden mit einem neuen Antrag
Gültigkeitsdauer - Regelung in §146 BGB
Anwesende: Nur sofort (auch Telefon).
Abwesende: Übliche Erwartungszeit (Brief: ~1 Woche).
Eigene Frist: Hat immer Vorrang.
Klauseln: Möglich (z.B. Vorrat).
Katalog, Prospekt oder Werbesendung: Ist keine Angebot . (Die beworbene Ware muss für mindestens zwei Tage vorrätig sein,
sonst ist die Handlung wettbewerbswidrig)
Vertragsgrundlagen
Vertragabschluss: Gestaltungsfreiheit (Privatautonomie).
Grenze: Darf nicht sittenwidrig sein oder gegen Schutzgesetze verstoßen.
Zustandekommen: Durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen (Angebot & Annahme).
Form: Grundsätzlich formfrei (mündlich/konkludent möglich).
Rechtsgrundlage: Meist Werkvertrags- oder Dienstvertragsrecht.
Was ist möglichst vor Vertragsabschluss eines Privatgutachtens festzulegen?
Der genaue Inhalt des Themas.
Der Zweck des Gutachtens.
Welche Grundsätze gelten für Parteivorträge (Natur, Wahrheitspflicht & Umfang)?
Natur: Sie sind von Natur aus parteilich (Interessenvertretung).
Wahrheit: Es ist nur verboten, bewusst die Unwahrheit zu sagen (Lüge).
Umfang:
Es dürfen vermutete Umstände vorgetragen werden.
Tatsachen dürfen weggelassen werden.
Besonderheit Anwälte: Sie tragen meist vor und können sich darauf berufen, vom Mandanten falsch informiert worden zu sein.
Welche Aufgaben/Grenzen hat der Sachverständiger bezüglich der Anknüpfungstatsachen und eigener Ermittlungen?
Anknüpfungstatsachen: Der Sachverständiger muss sie auf Richtigkeit und Vollständigkeit prüfen.
Pflicht: Bei Bedenken muss er das Gericht hinweisen.
Eigene Ermittlungen: Grundsätzlich nur erlaubt, wenn:
der Beweisbeschluss es erfordert/zulässt,
oder das Gericht es ihm (nach Hinweis) aufgegeben hat.
Wann hat man Anspruch auf Schadenersatz?
Ein Anspruch auf Schadensersatz besteht, wenn eine Pflicht aus einem Schuldverhältnis verletzt wurde und dadurch ein Schaden entstanden ist.
Definiere Fahrlässigkeit und unterscheide zwischen einfacher und grober Fahrlässigkeit.
Definition (§ 276 II BGB): Das Außerachtlassen der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt.
Einfache Fahrlässigkeit: Fehler, die jedem einmal passieren können (aber nicht dürfen).
Grobe Fahrlässigkeit: Wenn ganz einfache, naheliegende Überlegungen nicht angestellt wurden (Verstoß gegen das Offensichtliche).
Was setzt eine grobe Fahrlässigkeit speziell im Sinne des § 839a BGB (Haftung des gerichtlichen Sachverständigen) voraus?
Sie setzt einen objektiv und subjektiv nicht entschuldbaren Verstoß gegen die Anforderungen an die im Verkehr erforderliche Sorgfalt voraus.
Welche hohen Anforderungen (materielle & prozessuale) gelten für den Schadensersatzanspruch gegen Gerichtsgutachter (§ 839a BGB)?
Inhaltlich:
Nur Gerichtsgutachter (kein Privatgutachter)
Objektiv unrichtiges Gutachten
Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit (keine einfache Fahrlässigkeit)
Kausalität: Gutachten → gerichtliche Entscheidung → Schaden
Vermögensschaden
Prozessual (Wichtig!):
Rechtskräftige Ausgangsentscheidung
Ausschöpfung aller Rechtsmittel im Ausgangsverfahren
Vorrang des Primärrechtsschutzes
Volle Beweislast beim Kläger
Wann ist ein Werk (Gutachten) frei von Sachmängeln?
Wenn es die vereinbarte Beschaffenheit hat (Vorrang!).
Wenn es (falls nichts vereinbart wurde) eine übliche Beschaffenheit hat.
Was muss im Auftragsinhalt zwingend festgelegt werden, um Mangelvorwürfe zu vermeiden?
Thema (Was?).
Umfang (Wie viel?).
Methoden (Wie?).
Zweck (Wofür?).
Negativabgrenzung (Was ist nicht Gegenstand des Gutachtens?).
Auf welchen 3 Säulen ruht die Haftung als Privatgutachter?
Haftung aus Unmöglichkeit und Verzug.
Haftung aus dem Vertrag (Werk-/Dienstvertrag).
Haftung aus unerlaubter Tätigkeit (Deliktsrecht).
Wann haftet der Gutachter für ein falsches Gutachten auch gegenüber Dritten (die nicht Auftraggeber sind)?
Wenn Dritte in den Schutzbereich des Gutachtens einbezogen sind.
Wann ist das der Fall? In der Regel, wenn das Gutachten nach dem Zweck des Auftrages auch für Dritte bestimmt ist (z.B. bei einem Bewertungsauftrag für einen Bankkredit oder Verkauf).
Auch Haftung bei „Anbahnung eines
Vertragsabschlusses“
Normalerweise haftest du nur dem, der dich bezahlt (Auftraggeber). Aber: Wenn du ein Haus bewertest und weißt, dass der Auftraggeber das Gutachten der Bank vorlegen will, um einen Kredit zu bekommen, dann verlässt sich die Bank auf deine Zahl. Wenn du falsch rechnest, haftest du auch der Bank – obwohl du mit ihr keinen Vertrag hast.
Wie weit geht die Verpflichtung des Planers bei einem risikobehafteten Grundstück? Muss er zwingend vom Bauvorhaben abraten?
Abraten: Nicht zwingend (die Pflicht geht nicht so weit, es pauschal zu verbieten).
Entscheidungssituation: Aber er muss die Bauherrschaft in eine Lage versetzen, in der ihr das Risiko klar wird, das sie trägt.
Ziel: Der Bauherr muss das Wagnis bewusst akzeptieren können ("Informed Consent")
Welche Pflicht hat der Fachplaner bezüglich fehlender Informationen (z.B. Bodengutachten)? Darf er warten, bis der Architekt/Bauherr ihm alles liefert?
Nein, er darf nicht warten. Er muss für die ordnungsgemäße Erfüllung seines Auftrags:
Sich selbständig die notwendigen Kenntnisse verschaffen.
Durch eigene Initiative dafür sorgen, dass er die erforderlichen Angaben (vom Auftraggeber oder Objektplaner) erhält.
Was ist der wichtigste Anwendungsfall der Gesamtschuld am Bau und welche gravierende Konsequenz hat dies für den überwachenden Planer?
Fall: Zusammentreffen von Ausführungsfehler (Unternehmer) und Überwachungsfehler (Planer).
Rechtsfolge: Beide haften als Gesamtschuldner.
Konsequenz: Der Bauherr kann 100% der Nachbesserungskosten direkt vom Planer verlangen, ohne vorher den Unternehmer in Anspruch zu nehmen (freie Wahl des Schuldners).
Verjährungsfristen Privatgutachter (Vertrag vs. Delikt)?
Vertrag:
Unmittelbar: 6 Monate.
Folgeschäden: 30 Jahre.
Delikt (§ 823):
Kenntnis: 3 Jahre (zum Jahresende).
Unkenntnis: 10 Jahre.
Körper/Leben: 30 Jahre.
Welche 4 Voraussetzungen müssen für die Haftung des Gerichtsgutachters erfüllt sein?
Das erstattete Gutachten muss unrichtig sein.
Der Sachvertändiger muss grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt haben.
Einem Verfahrensbeteiligten muss ein Schaden entstanden sein.
Der Schaden muss durch eine Gerichtsentscheidung entstanden sein, die auf das Gutachten zurückzuführen ist.
Wie lang sind die Verjährungsfristen bei Mängeln für:
Kauf: 2 Jahre ab Lieferung (§ 438 BGB).
Werk (Sache/Reparatur): 2 Jahre ab Abnahme (§ 634a Nr. 1).
Bauwerk: 5 Jahre ab Abnahme (§ 634a Nr. 2).
Grundstücken: 10 Jahre ab Fälligkeit des Anspruches und nicht erst zum Jahresende
Nach Ablauf der Verjährungsfrist kann der Gläubiger seinen Anspruch nicht mehr gerichtlich durchsetzen, obwohl der Anspruch rechtlich gesehen weiterhin besteht.
Was ist der Unterschied zwischen Hemmung und Neubeginn der Verjährung?
Hemmung (§ 209 BGB):
Die Verjährungsfrist pausiert.
Der Zeitraum der Hemmung wird nicht eingerechnet. Nach Ende der Hemmung läuft die restliche Frist weiter.
Beispiel: Verhandlungen, Klageerhebung, Mahnbescheid.
Neubeginn (§ 212 BGB):
Die Verjährungsfrist beginnt komplett von vorne (die bereits verstrichene Zeit verfällt).
Beispiel: Abschlagszahlung, Zinszahlung, Schuldanerkenntnis, Vollstreckungshandlung
Wann endet die Hemmung im gerichtlichen Mahnverfahren, wenn das Verfahren nicht weiter betrieben wird (Stillstand), und was ist die Folge?
Ende der Hemmung: 6 Monate nach der letzten Verfahrenshandlung (§ 204 Abs. 2 BGB).
Folge: Die Verjährung läuft weiter (die "Stoppuhr" läuft wieder an).
Wiederaufleben: Die Hemmung setzt erst wieder ein, wenn das Verfahren erneut betrieben wird.
Nenne die 5 wichtigsten Hemmungstatbestände nach § 204 BGB (Gerichtliche Maßnahmen & Sonstiges).
Schwebende Verhandlungen.
Klageerhebung (bzw. Einreichung, wenn Zustellung "demnächst" erfolgt).
Zustellung des Mahnbescheids (Mahnverfahren).
Zustellung des Antrags auf selbständiges Beweisverfahren.
Anmeldung des Anspruchs im Insolvenzverfahren.
Wie lange dauert die Hemmung bei schwebenden Verhandlungen und wann tritt die Verjährung frühestens ein, wenn die Verhandlungen scheitern?
Dauer: Bis eine Partei die Fortsetzung der Verhandlungen verweigert.
Ablaufbremse: Die Verjährung tritt frühestens 3 Monate nach dem Ende der Hemmung ein.
Zweck: Die Parteien sollen Zeit haben, nach dem Scheitern doch noch eine Klage vorzubereiten.
Auf welchen genauen Zeitpunkt kommt es für die Hemmung an bei:
Klage?
Mahnbescheid / Selbständiges Beweisverfahren?
Klage: Grundsätzlich Erhebung (Einreichung bei Gericht), sofern die Zustellung "demnächst" erfolgt (Rückwirkung).
Mahnbescheid / Beweisverfahren: Die Zustellung an den Gegner.
Wann tritt die Fälligkeit des Honoraranspruchs bei Ingenieurverträgen außerhalb der HOAI ein? (Spielt die Rechnungsstellung eine Rolle?)
Zeitpunkt: Mit Abschluss und Abnahme der letzten vertraglichen Leistung.
Rechnung: Die Fälligkeit tritt auch ohne Rechnungsstellung ein. (Die Abnahme löst formal die Werklohnforderung aus).
Wie lang ist die Verjährungsfrist für HOAI-Honoraransprüche und wie wird der Beginn berechnet?
Dauer: 3 Jahre.
Beginn: Am Schluss des Jahres, in dem die Fälligkeit eingetreten ist (Ultimo-Regelung).
Das Jahr der Fälligkeit selbst zählt also nicht mit.
Wann verjährt eine Honorarforderung, die am 05.05.2010 fällig wurde?
Sie verjährt mit Ablauf des 31.12.2013. (Ab dem 01.01.2014 ist der Anspruch durchsetzbar verjährt). Rechnung: Restjahr 2010 (Startschuss Silvester) + 3 volle Jahre (2011, 2012, 2013).
Hemmt eine private/außergerichtliche „Mahnung“ (Zahlungserinnerung) den Beginn der Verjährung?
Nein. Eine bloße Mahnung hat keinen Einfluss auf die Verjährung. Nur gerichtliche Schritte oder Verhandlungen/Anerkenntnis stoppen die Uhr.
Wodurch tritt eine Hemmung (Pause) der Verjährungsfrist ein? (3 Fälle)
Gerichtliche Geltendmachung (Mahnbescheid oder Klage).
Einigung (Auftraggeber verzichtet auf Einrede der Verjährung).
Anerkenntnis des Anspruchs durch den Auftraggeber.
Was wird von der Skontoabrede erfasst, wenn nichts anderes vereinbart ist? Gilt dies auch für Nachträge?
Sie erfasst die gesamte Vergütung aus dem Vertrag.
Ja, sie gilt damit auch für Nachträge, die auf Basis des Hauptvertrages vereinbart wurden.
Worauf bezieht sich das Skonto, wenn im Vertrag formuliert ist, dass es „für alle Zahlungen innerhalb einer Frist“ gewährt wird?
Es bezieht sich auf jegliche Zahlungen auf die vertraglichen Leistungen, also insbesondere auch auf Abschlagszahlungen.
Was ist die Konsequenz der „einfacheren Formulierung“ („Skonto wird bei Zahlung innerhalb der Frist gewährt“) in Bezug auf Abschlagszahlungen?
Nach herrschender Meinung darf Skonto hier nur bei der Schlusszahlung abgezogen werden. (Ein Abzug bei laufenden Abschlagszahlungen ist bei dieser Formulierung unzulässig).
Gibt es ein generelles Werbeverbot für Sachverständige? Welche Gesetze setzen die Grenzen?
Kein Werbeverbot: Grundsätzlich ist Werbung erlaubt.
Grenzen:
UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb): Verbot irreführender Werbung.
Telemediengesetz: Bei Internetauftritten.
Gebot: Zurückhaltung und Beschränkung auf sachliche Informationswerbung.
Wann sind schmückende Beiwörter wie „zertifiziert“, „anerkannt“ oder „geprüft“ wettbewerbswidrig (irreführend)?
Wenn nicht gleichzeitig auf die jeweils anerkennende oder zertifizierende Stelle hingewiesen wird. (Der Verbraucher muss prüfen können, wer das Zertifikat ausgestellt hat).
Warum ist die Werbung mit Begriffen wie „unabhängig“, „unparteilich“ oder „frei“ unzulässig?
Es handelt sich um Werbung mit Selbstverständlichkeiten.
Begründung: Diese Eigenschaften sind für jeden Sachverständigen unabdingbare Voraussetzung (immanent). Sie extra hervorzuheben suggeriert fälschlicherweise, dies sei ein besonderes Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz.
Was muss der Sachverständige beachten, wenn er neben Gutachten noch eine andere gewerbliche Tätigkeit ausübt (z.B. Verkauf, Makler)?
Er muss die Werbung für seine gutachtliche Tätigkeit streng trennen von seiner sonstigen beruflichen/gewerblichen Tätigkeit. (Vermischung ist unzulässig, um die Neutralität zu wahren).
Ist vergleichende Werbung zulässig und wo liegt die absolute Grenze?
Grundsatz: Ja, sie ist (aufgrund von EU-Vorgaben) grundsätzlich zulässig.
Grenze (Verbot): Es ist darauf zu achten, dass Mitbewerber (Einzelne oder Gruppen) dabei nicht herabgesetzt (schlechtgemacht/verunglimpft) werden.
Warum ist der Werbeslogan eines Sachverständigen: „Ich stelle mich voll und ganz auf Sie ein“ unzulässig?
Er verletzt das Gebot der Neutralität und Unabhängigkeit. (Der Satz suggeriert, dass der Gutachter parteiisch im Sinne des Auftraggebers agiert, anstatt objektiv zu prüfen).
Ein Anwalt muss sich auf seinen Mandanten einstellen (Interessenvertreter).
Ein Gutachter darf das nicht (Objektiver Prüfer). Er darf sich nur auf die Sache einstellen, nicht auf die Person.
Was gilt als klassischer Fall einer unzulässigen Verquickung auf der Homepage eines Sachverständigen (Wettbewerbsrecht)?
Die direkte Vermischung von Sachverständigentätigkeit (z.B. Lobpreisung der eigenen Expertise) mit einer gewerblichen Tätigkeit (z.B. Ausführung von Bauarbeiten, Verkauf von Produkten).
Grund: Der Sachverständige muss neutral prüfen; wenn er gleichzeitig an der Mängelbeseitigung verdienen will, ist er befangen.
Was ist das Ziel des Beweisverfahrens und was bedeutet „Beweisen“ im Zivilprozess konkret?
Ziel: Die Feststellung der relevanten Tatsachen.
Beweisen bedeutet: Dem Gericht die Überzeugung von der Wahrheit oder Unwahrheit einer Tatsachenbehauptung zu verschaffen.
Ist für die richterliche Überzeugung eine absolute Gewissheit (100%) erforderlich?
Nein. Da Irrtümer nie absolut ausgeschlossen werden können, reicht ein hoher Grad an Wahrscheinlichkeit aus. (Dieser wird durch möglichst erschöpfende und gewissenhafte Beweisführung erreicht).
Welchen Beweis erbringen Privaturkunden vor Gericht, wenn sie unterschrieben (oder mit beglaubigtem Handzeichen versehen) sind?
Sie erbringen den vollen Beweis dafür, dass die in ihnen enthaltenen Erklärungen von den Ausstellern abgegeben wurden. (Sie beweisen also die Echtheit der Erklärung, nicht zwingend die inhaltliche Wahrheit).
Typischer Ablauf
Last changed9 days ago