Definition
Suppositorien sind einzeldosierte Zubereitungen von fester Konsistenz. Die Form, Größe und Konsistenz ist der rektalen Verabreichung angepasst. Suppositorien enthalten einen oder mehrere Wirkstoffe, die dispergiert oder gelöst in einer geeigneten Grundlage vorliegen. Die Grundlage muss in Wasser
löslich oder dispergierbar sein oder bei Körpertemperatur schmelzen. Neben den Wirkstoffen können auch Hilfsstoffe wie Füllmittel, adsorbierende Stoffe, ober- flächenaktive Substanzen, Gleitmittel, Konservierungsmittel und zugelassene
Farbmittel zugesetzt sein.
Bei der Herstellung von Suppositorien, die dispergierte Wirkstoffe enthalten, muss sichergestellt sein, dass die Partikelgröße geeignet und kontrolliert ist.
Einteilung nach Europäischem Arzneibuch (Zubereitungen zur
rektalen Anwendung)
• Suppositorien
• Rektalkapseln
• Rektallösungen und Rektalsuspensionen
• Pulver und Tabletten zur Herstellung von Rektallösungen und
Rektalsuspensionen
• Halbfeste Zubereitungen zur rektalen Anwendung
• Rektal anzuwendende Schäume
• Rektaltampons
Allgemeine Anforderungen an die Grundlage
• Physiologische und chemische Indifferenz
• Bei Körpertemperatur schmelzen oder Auflösung innerhalb weniger Minuten
• Ausreichende Wirkstofffreisetzung und Absorption
• Keine instabilen Modifikationen
• Gutes Kontraktionsvermögen beim Erstarren
• Geringes Intervall zwischen Schmelz- und Erstarrungspunkt
• Ausreichende Viskosität der Schmelze
• Gute Haltbarkeit und Lagerfähigkeit
Einteilung der Suppositoriengrundlagen
• Lipophile Grundlagen
– Hartfett
– Kakaobutter
• Hydrophile Grundlagen
– Macrogol
– Glycerol-Gelatine
Herstellung
- Wirkstoffe mit Glycerol anreiben
- Gelatine auf Wasser streuen und quellen lassen
- Alles auf Wasserbad schmelzen (cave: Schaum)
- Verdunstetes Wasser ergänzen
Hilfsstoffe für Suppositorien
• Verbesserung der Konsistenz
• Erhöhung der Viskosität der Schmelze
• Erleichterung der Einarbeitung von Wirkstoffen
• Konservierungsstoffe
• Antioxidantien
Lösungssuppositorien
– Wirkstoff ist löslich in Grundlage
– Veränderung des Schmelzpunktes gegenüber der reinen Grundlage
möglich
• Verwendung von einer höher schmelzenden Grundlage
• Zusatz von schmelzpunkterhöhenden Substanzen (z.B. Cetyl-
stearylalkohol, Cetylpalmitat, Glycerolmonostearat)
– Gefahr der Rekristallisation des Wirkstoffes
– Langsamere Wirkstofffreigabe im Vergleich zu Suspensionszäpfchen
Beispiele für lösliche Wirkstoffe
Campher, Procain, Chloralhydrat, Lidocain
Suspensionssuppositorien
– Zerkleinerung des Wirkstoffes (und Sieben) notwendig (Ausnahme: mikronisierter Wirkstoff)
Pressverfahren
1.feste Bestandteile zerkleinern und sieben
2.geraspelte Grundlage mit Wirkstoff mischen
3. Suppositorien mit spezieller Presse produzieren
Gießverfahren
1. feste Bestandteile zerkleinern und sieben
2. Grundlage auf schmelzen
3. Wirkstoff in der Grundlage lösen/dispergieren
4.aufgießen und verfestigen lassen
Dosierverfahren
Rechnerische Methode
- Verdrängungsfaktor-Verfahren
Experimentelle Methode
• Verfahren nach Münzel
• Verfahren nach Starke (Gießbechermethode)
• Probesuppositorium
Verfahren nach Münzel
1. Wirkstoff wird mit einem Teil der benötigten Grundlage angesetzt
(Produktionszuschlag für Grundlage und Wirkstoff) und in die Form gegossen (nicht vollständig gefüllt!)
2. Vollständiges Auffüllen mit der Grundlage
3. Gießschwarte wird entfernt
4. Erstarrte, inhomogene Suppositorien werden entnommen, erneut aufgeschmolzen und ausgegossen (herzustellende Anzahl!)
5. Erstarrte, homogene Suppositorien werden entnommen
Es muss mit Produktionszuschlägen gearbeitet werden
Verfahren nach Starke
1. Ermittlung des Kalibriervolumens mit geschmolzenem Hartfett
2. Arzneistoff mit geschmolzenem Hartfett anreiben
3. Mit reiner geschmolzener Grundmasse zum Kalibriervolumen auffüllen und homogenisieren
4. Suppositorien ausgießen
Probesuppositorium
1. Menge des Arzneistoffes einwiegen
2. Mit einer nicht ausreichenden Menge Grundlage anreiben und
ausgießen
3. Anschließendes vollständige Auffüllen mit reinem Hartfett
4. Gießschwarte entfernen
5. Wiegen des fertigen Suppositoriums
Prüfung nach Arzneibuch
– Zerfallszeit
– Erweichungszeit
– Gleichförmigkeit einzeldosierter
Arzneiformen
– Wirkstofffreisetzung aus festen
lipophilen Arzneiformen
Klysmen
Flüssige Zubereitungen, die zum Hervorrufen eines lokalen Effekts, zur Resorption von Wirkstoffen oder zur Entleerung des Darms bestimmt sind.
• Lösungen, Emulsionen oder Suspensionen möglich
• Abgabe als Einzeldosis oder Mehrdosenbehätnis möglich
→ cave: Konservierung!
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