Buffl

Ersatzteillogistik im After-Sales-Mgmt

LG
by Linus G.

Beschreibe zwei Herausforderungen in der Ersatzteillogistik

Lagerhaltung: Die Lagerhaltung ist direkt vom Ersatzteilbedarf abhängig, dessen Prognose eine große Schwierigkeit darstellt. Da die Nachfrage oft sporadisch und schlecht planbar ist, müssen Unternehmen Strategien wie die selektive Lagerhaltung (dezentral für Schnelldreher, zentral für Langsamdreher) oder lebensdauerorientierte Prognoseverfahren nutzen, um die Verfügbarkeit bei optimierten Beständen zu sichern.

Auftragsabwicklung: Aufgrund der oft extremen Kurzfristigkeit des Bedarfs hat die Auftragsabwicklung einen sehr hohen Stellenwert. Sie ist durch hohe Komplexität, zeitkritische Abläufe und eine weltweite Ausrichtung geprägt, wobei Kunden oft eine Erreichbarkeit von 24/7/365 sowie die zusätzliche Bereitstellung von Technikern und Werkzeugen erwarten.

Transport: Je eiliger eine Bestellung ist, desto bedeutender wird die Wahl des Transportmittels. In der Ersatzteillogistik wird nicht immer die kostengünstigste Alternative gewählt; bei drohenden hohen Stillstandskosten von Anlagen kommen auch teure Express-Optionen wie Hubschrauber-Eiltransporte zum Einsatz, um Ausfallzeiten zu minimieren.

Verpackung: Verpackungen müssen in diesem Bereich spezielle Schutz- und Lagerfunktionen erfüllen, da Ersatzteile oft über sehr lange Zeiträume gelagert werden. Sie müssen das Teil gegen mechanische sowie chemisch-physikalische Einflüsse (wie Feuchtigkeit oder Hitze) schützen und zudem eine eindeutige Identifizierung durch technische Angaben ermöglichen.

Was verstehen Sie unter dem lebenszyklusorientierten Portfolio von Prognoseverfahren in der Ersatzteillogistik?

Unter dem lebenszyklusorientierten Portfolio von Prognoseverfahren versteht man in der Ersatzteillogistik einen Ansatz, bei dem die Wahl des geeigneten Vorhersageverfahrens von der aktuellen Lebenszyklusphase des Primärprodukts abhängig gemacht wird,. Da die Verfügbarkeit von Daten und die Planbarkeit des Bedarfs über die Zeit stark variieren, kommen je nach Phase unterschiedliche Methoden zum Einsatz:

Einführungsphase: In dieser Phase werden neue Primärprodukte am Markt eingeführt. Da noch keine oder nur sehr wenige Vergangenheitsdaten vorliegen, ist eine zeitreihenanalytische Prognose nicht möglich. Stattdessen nutzt man qualitative Verfahren wie das Analogieverfahren (Vergleich mit ähnlichen, bereits existierenden Teilen), Expertenwissen oder regelbasierte Verfahren,.

Konsolidierungsphase: Befindet sich das Produkt in der Reife- bzw. Sättigungsphase, liegen in der Regel ausreichend Vergangenheitsdaten über einen längeren Zeitraum vor. In dieser Phase ist der Bedarf meist stabiler, weshalb vorwiegend zeitreihenanalytische Verfahren (quantitative Analysen) zur Ermittlung des Ersatzteilbedarfs eingesetzt werden,.

Degenerationsphase: In der Endphase des Produktlebenszyklus geht es primär um die Endbevorratung, um die Versorgung über die gesamte Nachserienphase sicherzustellen. Hier kommen wieder Analogieverfahren und Expertenwissen zum Einsatz, ergänzt durch komplexere quantitative Methoden wie koeffizientenbasierte oder kausalanalytische Verfahren.

Zusätzlich zu diesen phasenabhängigen Verfahren können lebensdauerorientierte Prognoseverfahren als Alternative genutzt werden, wenn Vergangenheitswerte fehlen. Diese orientieren sich an Ausfallraten (oft modelliert durch die sogenannte Badewannenkurve), um den Bedarf basierend auf dem Alter und dem Zustand der verbauten Komponenten vorherzusagen,.

Das Ziel dieses Portfolios ist es, trotz der oft sporadischen und schlecht prognostizierbaren Nachfrage nach Ersatzteilen eine hohe Versorgungszuverlässigkeit zu gewährleisten und gleichzeitig die Lagerbestände zu optimieren,,.

Author

Linus G.

Information

Last changed