Buffl

Föderale Demokratie

JJ
by Jo J.

Welche theoretischen und empirischen Argumente gibt es zur Parteipolitisierung des Bundesrates und zur Wirkung des Bundesrates auf die Gesetzgebung?

Parteipolitisierung des Bundesrats:

Theoretische Argumente:

·       Trennung von Landes- und Parteipolitik kaum möglich, weil Landesregierungen von Parteien gebildet werden

·       Option, dass die Opposition aus dem Bundestag den Bundesrat zur Blockade nutzt

·       Verantwortungsteilung: Politische Verantwortlichkeiten verschwimmen zwischen Bund und Ländern -> erschwert demokratische Zurechenbarkeit

Empirische Argumente:

·       Abstimmungsverhalten: Bei kontroversen Themen ist Abstimmungsverhalten häufig entlang der Parteilinie

·       Uneinigkeit in den Länderkoalitionen führt zu Enthaltung was sich wie ein Nein auswirkt, da eine absolute Mehrheit erforderlich ist

·       Vermittlungsausschuss wird häufiger genutzt

Wirkung des Bundesrates auf die Gesetzgebung: Bundesrat wirkt als „Veto-Spieler“ und beeinflusst Inhalt und Geschwindigkeit der Gesetzgebung

Theoretische Argumente:

·       Bei Zustimmungsgesetzen hat Bundesrat absolutes Veto. Bei Einspruchsgesetzen verzögert es den Prozess

·       Antizipations-Effekt: Bundestag passt Entwurf an, sodass er im Bundesrat eher angenommen wird.

Empirische Argumente:

·       Höhere administrative Praktikabilität, da Länder die Umsetzung mehr mitdenken

·       Kompromisszwang: Wirkt mäßigend, da parteiübergreifende Mehrheiten für Zustimmungsgesetzen notwendig sind.

·       Statistisch gesehen, werden nur sehr wenige Gesetze tatsächlich blockiert

·       Zustimmung des Bundesrats ist an finanzielle Zugeständnisse des Bundes gekoppelt

Author

Jo J.

Information

Last changed