Personalmanagement
Aufgabe des Personalmanagements ist es, das Unternehmen mit dem erforderlichen Personal in quantitativer und qualitativer Hinsicht auszustattten
Um die Stellen der Organisationsstruktur mit konkreten menschlichen Aufgabenträgern zu besetzen, ist Personal und dessen Management notwendig. Aufgabe des Personal-managements, welches im angloamerikanischen Sprachraum Human Resource Management genannt wird, ist es, das in quantitativer und qualitativer Hinsicht benötigte Personal zur Verfügung zu stellen. Während in der Vergangenheit unter Personal v.a. abhängig Beschäftigte, also AN, im Mittelpunkt der Betrachtung standen, ist Spektrum der Beschäftigungs-verhältnisse stark gewachsen. Es reicht von unbefristet per Arbeitsvertrag Beschäftigten über zeitlich befristet Beschäftigte und Personalleasing (Zeitarbeit) bis hin zu per Dienst- o. Werkvertrag Beschäftigten, z. B. Freelancer, die zu einer Unterscheidung in Stamm- & Randbelegschaften geführt haben und den Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität bezüglich der Personalkapazität und -kosten geben.
Welches theoretische Konzept dominiert im Personalmanagement ?
Resourced Based View
wenn qualifiziertes und motiviertes Personal als Ressource und gute Personalarbeit als Kernkompetenz angesehen wird
Personal und Personalmanagement können Wettbe-werbsvorteil für ein Unternehmen darstellen
Dynamic-Capabilities-Ansatz
zunehmenden Volatilität der Umwelt auch im Personalmanagement gerecht zu werden, indem Personal + Personalmanagement ständig weiterentwickelt werden
Konzepten des Personalmarketings und des darin enthaltenen Employer Branding
Unternehmen als Arbeitgebermarke auf dem Arbeitsmarkt positioniert, hat aber auch der Market-based View eine Bedeutung für das Personalmanagement erlangt
Wie wird das Personalmanagement in der BWL verstanden ?
mehrheitlich als verhaltenswissenschaftlich fundierte, interdisziplinäre Disziplin angesehen, die neben betriebswirtschaftlichen Aspekten auch Erkenntnisse aus Soziologie, Psychologie, Arbeitswissenschaften, Recht usw. berücksichtigt.
Demgegenüber steht Personalökonomie, die nur institutio-nenökonomische Überlegungen wie in der Agency Theory in den Mittelpunkt stellt. Damit wird besonders berücksichtigt, dass MA andere Ziele als Unternehmens- bzw. Eigentümerziele verfolgen können und nach Institutionen gesucht, die Opportunismus verhindern können, z. B. variable Vergütungsbestandteile
Personalaufgaben als Sach- und als Managementfunktion
Nach Schreyögg/Koch (2015) müssen bestimmte Personal-aufgaben von einer Personalabteilung und vom jeweiligen Manager mit Personalverantwortung erfüllt werden
Die Sachfunktion Personal ist eine weitere betriebliche Sachfunktion neben z. B. Beschaffung, Produktion & Absatz. Aufgabe ist es, eine Personalstrategie o. -politik zu entwerfen und umzusetzen, um die Unternehmensziele besser erreichen zu können. Dafür organisatorisch zuständig ist das Personalressort bzw. Personalabteilung. Die Managementfunktion Personal betrifft diejenigen Aufgaben, die von jedem Manager mit Personalver-antwortung wahrgenommen werden müssen. Zu dieser generischen Aufgabe gehört im Kern, dass genügend qualifiziertes und motiviertes Personal zur Aufgaben-erfüllung im Verantwortungsbereich des Managers vorhanden ist, was unter dem Begriff Personaleinsatz (Staffing) im Katalog der Managementfunktionen subsumiert wird. Historisch betrachtet entstand diese Doppelfunktion von Personal durch Arbeitsteilung, indem bestimmte Personalfunktionen aus der Linie in einem Personalressort zusammengefasst wurden, um Spezia-lisierungsvorteile zu erreichen. Neben der Kernaufgabe Personaleinsatz wird auch die Personalführung (Directing) als direkte Verhaltensbeeinflussung von einzelnen MA oder Teams als weitere generische Aufgabe von Managern angesehen. Zwischen diesen beiden Perspektiven existieren zahlreiche Interdependenzen, indem die Sachfunktion Personal Rahmenbedingungen für das mitarbeiterbezogene Managerhandeln schafft und der Manager Informationen über den MA an die Sachfunktion Personal weitergibt
Mitarbeiterflusssystem
Eintritt, Entwicklung und Austritt einer Führungskraft oder eines Mitarbeiters können in einem Mitarbeiterflusssystem abgebildet werden
Vielfältigen Aufgaben des Personalmanagements lassen sich nach dem MAfluss im Unternehmen von der Personalbeschaf-fung bis zur Freisetzung in einem MAflusssystem anordnen
Vorbereitet und unterstützt werden diese Personalfunktionen durch betriebliche Personalforschung. Wissenschaftlich gestützt gewinnt und verarbeitet sie Infos zu personalbezo-genen Aktivitäten in systematischer Art und Weise, um personale Probleme wie den Fachkräftemangel rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Entscheidungen auf eine bessere Infogrundlage zu stellen. Eine neuere Entwicklung in diesem Gebiet ist HR Analytics oder People Analytics, wobei es sich um eine IT-basierte Analyse großer Mengen von Personaldaten (Big Data) handelt. Die Ziele der betrieblichen Personal-forschung sind: Ermittlung personaler Probleme (Stärken & Schwächen), Gewinnung und Analyse von Daten für das Personalmanagement, Prognose der Folgen personaler Maßnahmen und Bewertung personaler Handlungen.
Zentrale Aufgabe betriebliche Personalforschung
Personalbedarfsplanung
Personalbedarfsplanung ?
Die Personalbedarfsplanung ermittelt den zukünftigen Netto-personalbedarf, indem der zukünftige Bruttopersonalbedarf dem zukünftigen Personalbestand ggügestellt wird
Notwendigen Bruttopersonalbedarf in quantitativer (Anzahl der MA), qualitativer (Qualifikationen der MA), räumlicher (Beschäftigungsort) und zeitlicher Hinsicht (Planungs-horizont) prognostiziert. Der Bruttopersonalbedarf setzt sich zusammen aus dem Einsatzbedarf, der zur Aufgabenerfüllung notwendig ist, und dem Reservebedarf, der aufgrund von Ausfällen durch Fehlzeiten, Urlaub etc. entsteht
Personalbedarf Schrumpfungs- Wachstumsstrategie ?
Eine Wachstums- bzw. eine Schrumpfungsstrategie kann zu einem höheren oder niedrigeren quantitativen Bruttopersonal-bedarf in der Zukunft führen. Die Verfolgung einer Kosten-/ Preisführerschafts- bzw. einer Differenzierungs-strategie hat eher Auswirkungen auf den qualitativen Bruttopersonalbedarf. So können die Anforderungen an die Qualifikationen bei einer Kosten-/Preisführerschafts-strategie aufgrund der höheren Arbeitsspezialisierung geringer sein, als bei einer Differenzierungsstrategie.
Wie ergbibt sich der Nettopersonalbedarf ? Und was bedeutet ein Ergebnis über/unter 0
Ist der Nettopersonalbedarf > 0, liegt eine Unterdeckung vor; ist der Nettopersonalbedarf < 0, liegt eine Überdeckung vor.
Dem zukünftigen quantitativen Bruttopersonalbedarf (Soll-Bestand) wird dann der um Zu-& Abgänge fortgeschriebene Personalbestand (Ist-Bestand + Zugänge – Abgänge = Wird-Bestand) ggügestellt (Soll-Wird-Vergleich).
Der sich ergebende Nettopersonalbedarf ist dann positiv (negativ), wenn der Bruttopersonalbedarf höher (niedriger) ist als der zukünftige Personalbestand. Demzufolge sind bei einer quantitativen Unter- bzw. Überdeckung Maßnahmen der Personalbeschaffung oder der Personalfreisetzung zu ergreifen
Was kann durch die Personalbedarfsplanung erreicht werden, bzw was wird hier eingesetzt ?
In der Personalbedarfsplanung können eine Vielzahl von (vergangenheits- & zukunftsorientierten) Methoden zur Prognose des quantitativen Nettopersonalbedarfs eingesetzt werden, die unter dem Begriff Predictive Analytics gerade für die Schätzung des Reservebedarfs, der voraussichtlichen Zu- & Abgänge und des Nettopersonalbedarfs eingesetzt werden
Qualitative Personalbedarfsplanung
Gegenüberstellung von zukünftigen Anforderungen an die MA und Fähigkeiten der MA führt zum qualitativen Personalbedarf
…stellt die sich aus den zukünftigen Aufgaben ergebenden Anforderungen den Fähigkeiten bzw. Kompetenzen der MA ggü. Bei einer qualitativen Unterdeckung liegt eine Qualifikationslücke vor, sodass Qualifizierungsmaßnahmen der Personalentwicklung ergriffen werden müssen; bei einer qualitativen Überdeckung werden bestehende Potenziale der MA nicht ausgeschöpft, was der Anstoß für eine herausforderndere Neugestaltung der Aufgaben durch die Organisationsfunktion sein kann.
Wie wird Personalbedarfsplanung heute eingeordnet und wie war es früher ?
Während in der Vergangenheit die Personalbedarfsplanung eine aus den anderen Unternehmensplanungen abgeleitete Planung war, ist heutzutage Personal aufgrund des demografischen Wandels ein zunehmender Engpassfaktor, der die Reihenfolge der Planungen umkehren kann
Personalbeschaffung
Die Personalbeschaffung dient zur Beseitigung einer personellen Unterdeckung und kann auf internen & externen Arbeitsmarkt erfolgen
Unterscheidung unternehmensintern & -extern Methoden
Maßnahmen der Personalbeschaffung
interne Personalbeschaffung
erfolgt über zeitliche, räumliche & qualitative Anpassungen der Personalkapazität bei gleichem quantitativen Personalbestand
z.B. interne Stellenausschreibungen, Ansprechung eines gezielten MA
Nachteil interne Personalbeschaffung ?
Problem wird nicht beseitigt, nur verlagert
Externe Personalbeschaffung ?
mehrere Möglichkeiten
Stellenanzeigen
gezielte Ansprache von Fach- & Führungskräften durch Campus Recruitment und Headhunting
MAempfehlungsprogramme
Meldung von Vakanzen an Agentur für Arbeit
private Arbeitsvermittler
Personalleasing
etc.
Veränderung Personalmarketing in den letzten Jahren ?
Personalmarketing und, als Teilgebiet davon, das Employer Branding an Bedeutung gewonnen, um Arbeitsmarkt aktiv zu gestalten und das Unternehmen als attraktiven & glaubwürdigen Arbeitgeber zu positionieren. Ferner sollen durch das Talent-management angehende Fach- & Führungskräfte, sogenannte High Potentials, frühzeitig erkannt und gewonnen werden
Was findet im ANschluss an die Personalbeschaffung statt ?
Im Anschluss findet die Personalauswahl statt. ???
Die Personalbeschaffung endet mit der Personaleinführung (Onboarding), die die fachliche Einarbeitung und soziale Integration zum Inhalt hat. Damit soll vor allem eine Frühfluktuation von neuen MA verhindert werden
Was ist der Gegenpart zur Personalbeschaffung ?
Personalfreisetzung
Personalfreisetzung ?
Die Personalfreisetzung dient zur Beseitigung einer personellen Überdeckung und kann ohne und mit Entlassungen als Ultima Ratio erfolgen
Durch sie soll eine personelle Überdeckung (negativer Nettopersonalbedarf) verringert oder bestenfalls vermieden werden. Durch z. B. den Abbau von Mehrarbeit, die Einführung von Kurzarbeit, Urlaubsverlegungen, Einstellungsstopps oder die Nichtverlängerung von befristeten Arbeitsverträgen kann die Personalkapazität ohne Entlassungen verringert werden. Durch Entlassungen als Ultima Ratio, die betriebs- o. mabedingt sein können, werden MA dem externen Arbeitsmarkt zugeführt. Vorgesetzte haben dann mit Unterstützung durch das Personalressort Kündigungsgespräche zu führen. Durch Outplacement werden Führungskräfte und MA bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz unterstützt, wodurch Unternehmen soziale Verantwortung zeigen und einen Reputationsverlust verhindern. Alternative Maßnahmen…
Die alternativen Maßnahmen der Personalfreisetzung gibt folgende Abbildung im Überblick wieder:
Personaleinsatz
Personaleinsatz steht im Mittelpunkt des Personalmanagements und stellt sicher, dass richtige Anzahl von qualifizierten MA zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Erfüllung der Aufgaben zur Verfügung steht
Die damit verbundenen Aufgaben betreffen Personalauswahl + Fragen der Gestaltung von Arbeitszeit (Dauer & Lage), Arbeitsort (im Betrieb &/o. einer Form der Telearbeit wie Homeoffice o. Mobile-Office) und Arbeitsinhalt bzw. -platz (spezialisierte oder generalisierte Arbeit, Ergonomie). Die Rahmenbedingungen bestimmt dabei das Personalmanagement als Sachfunktion und der direkte Vorgesetzte kann bedarfsgerecht Anpassungen vornehmen, indem er z. B. sein Weisungsrecht bezüglich der Arbeitsinhalte ausübt
Personalerhaltung
Die Personalerhaltung schafft ein System von monetären und nichtmonetären Anreizen, um MA zu gewinnen, zu halten und zur Leistungsabgabe zu bewegen
monetäre & nichtmonetäre Anreize
konzipiert um Eintritt und Verbleib sowie die Leistungs-abgabe der MA im Unternehmen (Commitment) positiv zu beeinflussen
Aufgabe der Personalentwicklung ?
Aufgaben der Personalentwicklung sind die Qualifizierung und die Förderung der Mitarbeiterkarriere
Aus- & Weiterbildung der MA, um die notwendigen Qualifika-tionen im Unternehmen zu schaffen und zu erhalten, und die Planung der MAkarriere
Generische Personalfunktionen eines Managers
Die generischen Personalfunktionen eines Managers bestehen aus der Personalauswahl, der Personalbeurteilung & - entwicklung sowie der Entlohnung
Personalauswahl (1. generische Personalfunktion)
Die Personalauswahl betrifft die Besetzung einer Stelle mit dem am besten geeigneten Bewerber, indem dem Anforderungsprofil der Stelle die Fähigkeitsprofile der Bewerber ggügestellt werden
Besetzung einer Stelle bzw Arbeitsplatz mit internen/ externen Bewerber
Ablauf nächste Folie
Wie läuft die Personalauswahl ab ?
-> Eignungsprognose für jeden Bewerber
Erstellung Anforderungsprofil (Grundlage Arbeitsbewertung /Stellenbeschreibung, Beachtung meherer Kriterien)
Genfer Schema (1950) -> Kriterien
geistige Anforderungen (Fachkenntnisse, Nachdenken)
körperliche Anforderungen (Geschick sowie Muskel-, Nerven- und Sinnesbelastung),
Verantwortung (bspw für Betriebsmittel, Sicherheit & Gesundheit anderer)
Arbeitsbedingungen (Temperaturen, Nässe, Schmutz etc.) unterscheidet,
wobei körperliche & geistige Anforderungen jeweils in Können und Belastungen unterschieden werden, sodass insgesamt 6 Kriterien vorliegen.
Anlage Fähigkeitsprofil für jeden Bewerber
Vergleich Anforderungen/ und Tätitgkeitsprofil = Eignungsprofil (mit Über-, Unter und Deckungen)
Optimaler Bewerber = Profile deckungsgleich
Kein optimaler Bewerber -> der mit geringsten Abweichungen, wobei Über- und Unterdeckungen nicht saldiert werden sollten
Praxis-> schwierig umzusetzen, da Anforderungen komplex und stark veränderlich sein können und zukünftige Anforderungen berücksichtigt werden müssen. Deswegen sind neben der rein fachlichen Eignung auch Möglichkeiten der Befriedigung der individuellen Wünsche des Bewerbers (Neigung) durch die Stelle zu berücksichtigen sowie, Entwicklungspotenzial des Bewerbers zu zukünftigen Veränderungen der Stelle passt, damit Zuordnung auf Dauer erfolgreich ist
(Personalauswahl) Diese 3 Ebenen der Eignung (gegenwärtige fachliche Eignung, Neigung und zukünftige Eignung) sind in folgender Abbildung dargestellt:
Personalausleseprozess
Der Personalausleseprozess beginnt mit der Analyse der Bewer-bungsunterlagen, darauf folgt eine Vorselektion der Bewerber, die verbliebenen Bewerber werden zu Auswahlgesprächen, Tests und ggf. zu Assessment Centern eingeladen.
Ablauf Personalausleseprozess
Analyse der Bewerbungsunterlagen
teils online über CV Parsing automatisch eingelesen und in Bewerbermanagementsysteme übertragen.
grobe Vorselektion der Bewerber
Einzel- oder Gruppenauswahlgespräche (auch online)
strukturierte/unstrukturierte bzw. freie Interviews
Freie Interview Merkmale
spontane, flexible gestaltete Gespräche
Vorteil: Flexibilität
Nachteil:
Vergleichbarkeit der Interviews schwierig
Gefahr subj. Wertungen -> Verfälschungen
Ergänzend somit empfohlen ->
formale Tests, die möglichst wissenschaftlichen Anforderungen der
Objektivität (d. h., verschiedene Bewerter kommen zu gleichen Ergebnissen)
Reliabilität (d. h., Wiederholung des Tests führt bei gleichen Bedingungen zu gleichen Ergebnis)
Validität (d. h., es wird tatsächlich gemessen, was gemessen werden soll) entspricht
Formale Tests: Leistungs-, Funktions-, Intelligenz & Persönlichkeitstests
Weitere Methode der Personalauswahl?
Assessment Center
Basiert auf dem Mehrfach-Prinzip: Mehrere Bewerber werden von mehreren Beurteilern bei mehreren Methoden an mehreren Tagen beobachtet und bewertet
Vorteile:
erhöhtes Maß an Objektivität des Urteils
höhere Prognosevalidität, d. h., dass Erfolgsprognose durch Assessment Center mit späteren, tatsächlichen Erfolg des ausgewählten Bewerbers enger korreliert
Nachteile:
Beurteiler sich (unbewusst) auf bestimmte „Erfolgs-typen“ von Bewerbern fokussieren, indem Bewerber ihr Verhalten an Sprache, Mimik o. Gestik der Beurteiler ausrichten (Reaktivitätseffekt)
Gruppeneffekte unter den Beobachtern, wie Risikoschub und Gruppendenken, stattfinden
sehr zeit- und personalintensiv
(Zweite generische Personalfunktion) Personalbeurteilung
Durch die Personalbeurteilung des Vorgesetzten werden Qualifikation, Leistung und Motivation des MA regelmäßig bewertet
erhalten sowohl Unternehmen als auch MA regelmäßig ein Feedback über erbrachte Leistung, Verhalten & Qualifikation
Leistungsbeurteilungen, ob bewusst oder unbewusst, finden in Unternehmen permanent statt
Was ist die Personalentwicklung ?
Qualifikation und Kompetenz der MA fördert + Karriere-möglichkeiten aufzeigt
Was geschieht durch ein formales Personalbeurteilungssystem ? Ziele ?
Leistungsdaten der MA regelmäßig in geregelter & kontrollierter Form gesammelt, was zweifellos einem informalen Vorgehen überlegen ist.
Ziele von formalen Beurteilungssystemen sind eine stärkere leistungsorientierte Lohn- & Gehaltsdifferenzierung, bessere personelle Auswahlentscheidungen (v.a. auf internen Arbeits-markt), an den MA besser angepasste Fort- & Weiterbildungs-angebote, Evaluation der Effektivität von personellen Maßnahmen, wie von Personalauswahl oder Weiterbildung, gesteigerte Motivation und Förderung der MAentwicklung sowie die Erfüllung rechtlicher Normen, wie das Arbeitnehmerrecht auf Erörterung der Leistungsbeurteilung sowie der beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten gemäß § 82 Abs. 2 Betriebsverfassungsgesetz
Was entseht durch die Personalbeurteilung beim Vorgesetzten ?
Rollenkonflikt
Rollenkonflikt beim Vorgesetzten
Ein Vorgesetzter muss bei der Personalbeurteilung eine gewisse Distanz gegenüber dem Beurteilten einnehmen, während seine sonstige Tätigkeit eher Nähe zum MA erfordert.
unbestechlicher Richter: objektiv beurteilen, erfordert hohes Maß an sozialer Distanz + Unabhängigkeit ggü Beurteilten erfordert
Nähe an seinen MA: durch Ermutigung und emotionale Anteilnahme dem MA nah sein, um ihn zu motivieren + zu fördern
Der Konflikt wird dadurch abgemildert, dass Personalbeurteilung nur in bestimmten Zeiträumen im Jahr stattfindet
3 Grundkonzepte der Personalbeurteilung
Die 3 Grundkonzepte der Personalbeurteilung sind der eigenschafts-, der tätigkeits- und der ergebnisorientierte Ansatz
Der eigenschaftsorientierte Ansatz stellt die Fähigkeiten und die Persönlichkeitseigenschaften des MA in den Mittelpunkt, die als universelle und generelle Verhaltens-dispositionen aufgefasst werden. Aufgrund des unsicheren Zusammenhangs zur Leistung und der möglichen Beurteilungsfehler ungeschulter Beobachter wird dieser Ansatz heute als wenig geeignet angesehen
Beim tätigkeitsorientierten Ansatz wird das konkrete Arbeitsverhalten beurteilt, wenn das Arbeitsergebnis nicht oder nur schwer erfassbar ist
Beim ergebnisorientierten Ansatz wird das Arbeitsergebnis von Individuen oder Gruppen anhand von vorab festge-legten Zielen beurteilt. Dieser Ansatz ist besonders motivationsfördernd, wenn der MA an der Zielfestlegung beteiligt wird („Zielvereinbarung statt Zielvorgabe“) sowie das Arbeitsergebnis beeinflussen und selbst kontrollieren kann. Dies erfordert ein adäquates Führungssystem, wie das Management by Objectives, und Aufgaben, denen klare Ziele zugewiesen werden können
Methoden der Personalbeurteilung
Zu den Personalbeurteilungsmethoden gehören schriftliche Beurteilungen, Methode der kritischen Ereignisse, Polari-tätenprofile, verhaltensverankerte Beurteilungsskalen und Mitarbeitervergleiche
schriftliche Beurteilungen
Methode der kritischen Ereignisse
Polaritätenprofile,
verhaltensverankerte Beurteilungsskalen
Mitarbeitervergleiche (Rangfolge, Paarvergleiche) in Betracht.
Eine weitverbreitete Darstellungsform der Ergebnisse der Personalbeurteilung sind MA-Portfolios, die an die Portfolios der strategischen Planung angelehnt sind. In ihnen werden MA bspw hinsichtlich ihrer aktuellen Leistung und ihres zukünftigen Entwicklungspotenzials jeweils in 2 oder 3 Stufen unterteilt, in 4 oder 9 Quadranten, z. B. Problemfälle, Fragezeichen, Talente, Potzenzialträger, positioniert und entsprechende Maßnahmen abgeleitet
Mitarbeitergespräch ?
Besprechung der Personalbeurteilung
MA oft hohes Interesse
Manager häufig unangenehm
Wenn Bewertung negativ -> MA nicht demotivieren sondern stärken, Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen
Gespräche wo der VOrgesetzet bewertet wird ?
Vorgesetztenbeurteilung
MA beurteilen Führungsverhalten und/oder die Kenntnisse/Fähigkeiten des direkten Vorgesetzten
Erweiterung der Beurteilung des Vorgesetzten um Kollegen, Vorgesetzte, eine Selbsteinschätzung und externe Kunden und Lieferanten führt -> 360°Grad-Feedback
360° Feedback ?
Beim 360-Grad- Feedback wird ein Manager von MA, Kollegen, Vorgesetzten und Externen beurteilt
So eine Vervielfachung der formalen Beurteilung ist wesentlich aufwendiger (so werden im Allgemeinen 5-10 Beurteilungen eingeholt und birgt die Gefahr, dass der beurteilte Vorgesetzte sich allen Seiten anpasst und kein eigenes Profil entwickelt
Beurteilungsfehler
Kurzbeschreibung
Halo-Effekt
Positive Eigenschaft überstrahlt andere Eigenschaften
Positiver/negativer Schluss von einer Eigenschaft des Beurteilten auf andere Eigenschaften
Sympathie/Antipathie
Zu- o. Abneigung führt zu verfälschten Ergebnissen
Same-as-me-Effekt
Ähnlicher Werdegang, Ausbildung, Charakter o. Herkunft führen zu verbesserter Bewertung
Nikolauseffekt
Leistungen, die vor Kurzem gezeigt wurden, wiegen stärker als Leistungen, die länger zurückliegen
Kontrasteffekt
Jeder Beurteilte wird mit Vorgänger verglichen. Durchschnittliche Leistungen werden schlechter beurteilt, wenn der Vorgänger besonders gut war.
Hierarchieeffekt
Hierarchisch höhere MA werden tendenziell besser beurteilt als hierarchisch niedrigere
Statuseffekt („Wer es so weit gebracht hat, wird schon gut sein“).
Benjamineffekt
Unterschätzung eines (meist jungen) MA
Statuseffekt („so jung, der muss noch viel lernen“)
idiosynkratische Prozesse
Beurteiler ordnet (bspw. aufgrund unterschiedlicher Sozialisation) einem Beurteilungsmerkmal eine andere Bedeutung als die im Unternehmen üblicher-weise verstandene zu
Kleber-Effekt
Vorausgegangene (positive / negative) Beurteilungen haften dem Beurteilten an
Primacy-/Recency-Effekt
Erste oder letzte Eindruck dominiert Beurteilung
Stereotypen
Vorurteile prägen Gesamt-urteil (Asiaten – fleißig, Dicke – gemütlich, Brille – Nerd,…)
Tendenz zur Mitte/Strenge
Ist Beurteilende im Urteil unsicher bzw. möchte Härte + Anspruch demons-trieren, führt dies häufig zu besseren/ schlechteren Beurteilungen, als es notwendig wäre.
systemimmanente Fehler
Weist Beurteilungsver-fahren Unstimmigkeiten, Lücken, doppelte Gewicht-ungen, … auf, sind die darauf aufbauenden Beur-teilungen systemimmanent verzerrt.
Wie können Beurteilungsfehler vermieden werden?
Einsatz von KI
Datenschutz berücksichtigen!
Personalentwicklung
Durch die Personalentwicklung erfolgt die Aus-und Weiterbildung der MA sowie die Förderung der MAkarriere
dient der Qualifizierung durch Aus- & Weiterbildung sowie (Be-)Förderung der MA. Aufgrund der abnehmenden Halbwertszeit des Wissens wird Personalentwicklung immer bedeutsamer
Der Prozess der Personalentwicklung durchläuft folgende Phasen:
Bestimmung der Ziele und Inhalte der Personalentwicklung erfolgt auf strategischen & operativen Ebene, wobei sich an den zukünftigen Aufgaben und den sich daraus ergebenden Anforderungen sowie den korrespondierenden personellen Fähigkeiten zu orientieren ist
Ermittlung des Entwicklungsbedarfs besteht im Finden von Unterdeckungen (Gap-Analyse), die sich aus der Gegenüberstellung von zukünftigen Anforderungen und vorhandenen Fähigkeiten der ganzen Belegschaft oder von einzelnen MA ergeben. Dazu können Personalauswahl und -beurteilung Infos bereitstellen. Neben diesem Schließen von Qualifikationslücken hat die Personalentwicklung allerdings auch dafür zu sorgen, dass Flexibilität, Innovationsfreude, Eigeninitiative und Kreativität der MA gefördert werden, damit das Unternehmen im Wettbewerb bestehen kann
Aufstellen von Entwicklungsprogrammen und dAuswahl geeigneter Methoden der Personalentwicklung hängen von Entwicklungszielen und der Zielgruppe ab. Vielzahl von Methoden der Personalentwicklung kann in 6 verschiedene Methodenbündel differenziert werden:
Grad der Beteiligung der Lernenden kann zwischen aktiven (z. B. Workshop) + passiven Methoden (z. B. Vortrag), nach den Adressaten in Entwicklungsmaß-nahmen für Führungskräfte und für kaufmännische oder technische MA, nach dem Träger der Maßnahmen zwischen unternehmensinternen & -externen Angeboten und schließlich nach dem Lernort bzw. dem MAfluss unterschieden werden
Gestaltung & Durchführung von Maßnahmen inklusive der Transfersicherung kann man sich an folgenden Überlegungen orientieren: Steht Vermittlung von explizitem Wissen im Vordergrund, sind Methoden des passiven Lernens, wie Vorträge, vorzuziehen. Die Aneignung von Kompetenzen oder Fertigkeiten sowie von implizitem Wissen wird durch on-the-job-Methoden gefördert, indem die Mitarbeiter Qualifikationen im täglichen Zusammen-wirken (unbewusst) erwerben. Neben der Förderung persönlicher Kompetenzen spielt auch die Fortentwicklung organisationaler Kompetenzen im Sinne des Resource-based View eine zunehmende Bedeutung, um schwer imitierbare Wettbewerbsvorteile für das Unternehmen zu erschaffen
Evaluation des Entwicklungserfolgs ist schwierig, da die Wirkung von Bildungsmaßnahmen auf den Unternehmens-erfolg oder die persönliche Leistungsfähigkeit nicht isoliert betrachtet werden kann. Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Häufig wird direkt am Ende von Bildungsmaß-nahmen ein Teilnehmer-Feedback eingeholt, worin die Bildungsmaßnahme, der Dozent und die Tagungsstätte beurteilt werden, aber nicht der langfristige Erfolg der Bildungsmaßnahme aus Sicht des Teilnehmers oder des Unternehmens
Methoden der Personalentwicklung:
Mitarbeiterförderung
Die Mitarbeiterförderung dient der Planung einer Führungs-, Fach- oder Projektkarriere.
Personalentwicklung als MAförderung hat die Aufgabe, insb. für Führungsnachwuchskräfte und junge Führungskräfte eine langfristige berufliche Entwicklungsmöglichkeit im Rahmen der Karriere- bzw. Laufbahnplanung aufzuzeigen. Fehlt diese, können solche High Potentials das Unternehmen schnell verlassen. Da traditionelle Führungskarrieren („Kaminkarriere“) durch die Schaffung flacher Hierarchien weniger oft angeboten werden können, gewinnen Fachkarrieren, z. B. als Spezialisten-laufbahn in den Bereichen Forschung & Entwicklung oder Organisation/IT sowie Projektkarrieren, die mit größeren Projekten einhergehen, als Alternativen zunehmend an Bedeutung
Wozu dienen Anreize im Arbeitsverhältnis ?
Verhalten von MA zu beeinflussen und zu lenken
Anreiz-Beitrag-Theorie
Teilnahme-, Leistungs- und Bleibeentscheidung von MA davon abhängig sind, ob ihre erbrachten Beiträge durch subjektiv mindestens als gleich hoch empfundene Anreize seitens des Unternehmens „honoriert“ werden. Liegt aus MAsicht ein Ungleichgewicht vor, wird die Leistungsabgabe verringert oder das Unternehmen verlassen
Equity-Theorie der Motivation
Nach der Equity-Theorie der Motivation vergleicht ein Individuum sein Verhältnis von Anreizen und Beiträgen mit dem von Referenzpersonen und strebt ein Gleichgewicht
erweitert Anreiz-Beitrag Theorie, durch Annahmen dass ein Individuum sein Verhältnis von empfangenen Anreizen (z. B. Lohn/Gehalt (Outcome)) und geleisteten Beiträgen (z. B. Anstrengung in Arbeitsstunden oder Mengenleistung (Input)) mit dem Verhältnis von Referenzpersonen/gruppen vergleicht
Angestrebt wird ein Gleichgewicht, d. h., ein gleicher Quotient der beteiligten Personen (trotz unterschiedlich hoher Beiträge und Anreize der Individuen)
Dieses Gleichgewicht führt zu Motivation & Lohnzufriedenheit des Individuums. Ist der eigene Quotient kleiner als jener der Referenzperson oder -gruppe, führt dies zu Spannungen im Individuum, welche zu Anpassungsmaßnahmen führen:
(1) MA verändert Input
(Bsp.: MA reduziert Arbeitsintensität)
(2) MA verändert Outcome
(Bsp.: MA fragt nach Gehaltserhöhung)
(3) Kognitive Verzerrung von Input/Outcome
(Bsp.: MA redet sich Ergebnis schön)
(4) MA bricht Beziehung ab
(Bsp.: MA kündigt)
(5) Einwirken auf Vergleichsperson
(Bsp.: Anderer MA soll mehr/weniger arbeiten)
(6) Suche von anderem Vergleichsmaßstab
(Bsp.: Maßstab wird auf außerberufliche Aspekte verschoben)
Ist der eigene Quotient hingegen größer („Überbezahlung“), kann dies zu temporärer Unbehaglichkeit oder Schuldgefühlen führen, bis die kognitive Dissonanz des Individuums durch gedankliche Umbewertung des Quotienten beseitigt wird.
Eine empfundene Unterbezahlung ist dabei wesentlich schwieriger zu beseitigen, da eine Änderung der realen Arbeitssituation durch eine Höherbezahlung oder einen Arbeitsplatzwechsel notwendig ist
Welche Anreizsysteme können somit unterschieden werden und welche Kategorien gibt es noch ?
materielle Anreize (monetär)
immaterielle Anreize (nichtmonetäre)
intrinsische Anreize (Motivatoren)
extrinsische Anreize (Hygienefaktoren)
Materielle Anreize kurz und knapp Merkmale ?
Zu den materiellen Anreizen gehören Vergütung, Mitarbeiter-beteiligungsmodelle sowie Sozialleistungen
Vergütung, Erfolgs- & Kapitalbeteiligungen, Sozialleistungen (betriebliche Altersvorsorge)
Was ist eine Vergütutng ?
Vertraglich geregeltes Entgelt auf Grundlage eines Arbeitsvertrages/Tarifvertrages
Vergütung von Führungskräften (AT-Angestellten), leitenden Angestellten & Vorständen ist im Allgemeinen freier gestaltbar als von Tarifangestellten
Vergütung als „generalisiertes ‚Mittel zum Zweck‘“ ist dabei in der Lage, unterschiedlichste Motive eines MA bzw. einer Führungskraft, von den Grundbedürfnissen bis zum Selbstverwirklichungsbedürfnis, zu befriedigen.
Vergangenheit -> Vergütung v.a. unter dem Aspekt der Personalkosten betrachtet wurde, wird heute auch die strategische Bedeutung der Vergütung zur Erreichung der Unternehmensziele beachtet. Die leistungssteigernde und Opportunismus verringernde Wirkung von variablen Vergütungsbestandteilen wird vor allem von der Prinzipal-Agent-Theorie im Rahmen der Institutionenökonomie untersucht
Was ist ein nicht erreichbares Ziel beim Thema Vergütutng ? Und was stattdessen ?
Absolute Vergütungsgerechtigkeit für alle Beschäftigten
Ziel -> relativen Vergütungsgerechtigkeit durch verschiedene Gerechtigkeitsprinzipien der Vergütung, dazu gehören v. a. Anforderungs-, Leistungs-, Qualifikations-, Bedarfs- bzw. Sozial- & Marktgerechtigkeit
Gerechtigkeitsprinzipien der Vergütung
Dipien der Vergütung Die gängigen Gerechtigkeitsprinzipien der Vergütung sind: Anforderungs-, Leistungs-, Qualifikations-, Bedarfs-/Sozial- und Marktgerechtigkeit
Die Anforderungsgerechtigkeit wird durch die Entgelt-satzdifferenzierung umgesetzt, indem die Tätigkeiten bzw. die konkreten Arbeitsplätze nach ihrem Schwierigkeitsgrad bzw. der Höhe der Anforderungen in eine Reihenfolge gebracht werden bzw. vorgegebenen Schwierigkeitsstufen zugeordnet werden, was Aufgabe der Arbeitsbewertung ist. Dabei kann die Tätigkeit als Ganzes (summarische Arbeitsbewertung) oder können einzelne Aspekte der Tätigkeit betrachtet werden (analytische Arbeitsbewertung anhand z. B. des Genfer Schemas). Den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bzw. -klassen werden dann bestimmte Entgeltsätze zugewiesen, die die (fixe) Grundvergütung ergeben, die dann noch um soziale und arbeitsmarktliche Aspekte korrigiert bzw. um leistungs-bezogene Aspekte erhöht werden kann. Während die Arbeits-bewertung von den Stellen- bzw. Arbeitsplatzanforderungen ausgeht, also personenunabhängig ist, soll die Entgeltformdifferenzierung die quantitative und/oder qualitative Leistung des MA oder einer Arbeitsgruppe berücksichtigen
Arbeitsbewertung
Verfahren der Arbeitsbewertung weisen Arbeitsplätzen einen Schwierigkeitsgrad zu, der mit einem Entgeltsatz verbunden ist
Entgeltformdifferenzierung
Verschiedene Entgeltformen, wie Zeit-, Akkord & Prämienlohn, berücksichtigen individuelle oder gruppenbezogene Leistungsunterschiede in der Entgelthöhe
Ziel der Entgeltformdifferenzierung ?
Leistungsgerechtigkeit
Was gibt es für Entgeltformen ?
Als wesentliche Entgeltformen werden Zeit-, Akkord- & Prämienlohn unterschieden
Zeitlohn ?
Arbeitszeit in (h, d, Wochen, Monate, Jahre) vergütet
proportional zur Arbeitszeit
MA hat im Allgemeinen keinen Einfluss auf Arbeitsanfall, aber auf Arbeitsergebnis
Es wird durchschnittliche Leistung erwartet, die v.a. qualitativer Natur ist (Arbeitsgüte, Sorgfalt)
entspricht dem anforderungsgerechten Grundlohn einer bestimmten Tätigkeit.
Auf Grundlage gesonderten Leistungsbeurteilung kann zusätzlich zum Grundlohn Leistungszulage gewährt werden
Gemeinsamkeit Akkord & Prämienlohn ?
quantitative &/oder qualitative Leistung, die in Mittel-Zweck-Beziehung zu den Unternehmenszielen steht, wird berücksichtigt
Akkordlohn ?
Mengenleistung
Zum tariflichen Grundlohn Akkordzuschlag von 15 - 20 % gewährt = Akkordrichtsatz
Akkordrichtsatz entspricht Stundenverdienst bei Normal-leistung.i
Liegt Leistung über Normalleistung, erhöht sich Stundenverdienst.
Liegt sie darunter, bleibt Vergütung zunächst beim Akkordrichtsatz
Stückakkord & Zeitakkord
Stückakkord -> Produkt aus Menge + Stücklohn bei Normalleistung
Zeitakkord -> Produkt aus produzierten Menge, der Vorgabezeit je Mengeneinheit und dem Minutenfaktor (Akkordrichtsatz : 60 Min)
Vorraussetzung Akkordlohn -> Akkordfähigkeit & -reife + Beeinflussbarkeit der Ausbringungsmenge durch Akkordarbeiter
Akkordlohn heute: rückläufig, wesentliche Anwendungs-voraussetzung, die Beeinflussung der Mengenleistung durch den MA, durch veränderte Fabrikkonzepte rückläufig
Prämienlohn?
Kann neben reinen Mengenleistung auch Arbeitsqualität, Ersparnis von Material- & Energieeinsatz und Nutzungsgrad von Anlagen als Prämiengrundlage berücksichtigt werden
Prämie zusätzlich zum Grundlohn
flexibel in der Anwendung
nicht mehr als 2 Prämienarten gleichzeitig -> da sonst Beziehung zwischen Prämienbemessungsgrundlagen & Prämienzulage für MA nicht mehr nachvollziehbar ist
Qualifikationsgerechte Vergütung ?
nicht die geforderte Qualifikation (wie bei Entgeltsatz-differenzierung), sondern die vom MA erworbene betriebs- oder tätigkeitsnotwendige Qualifikation vergütet (Potenzial-lohn)
Potenziallohn
Beim Potenziallohn ist nicht die zur Aufgabenerfüllung geforderte Qualifikation, sondern die betriebsnotwendige Qualifikation, die der MA mitbringt, Grundlage der Vergütung
Art der Vergütung stellt Anreiz dar, dass MA & Führungs-kräfte sich kontinuierlich qualifizieren bzw. MA gemäß ihrer Qualifikation eingesetzt werden, um Qualifikations-leerkosten zu vermeiden.
Breite Qualifikation mit vielfachen Einsatzmöglichkeiten wird durch einen Polyvalenzlohn gefördert, der die breit gefächerte Einsetzbarkeit (Polyvalenz) eines MA vergütet. Allerdings ist die
In Deutschland nicht weit verbreitet, da Unternehmen befürchten, durch vom MA initiierte Qualifizierungen die Personalkostenkontrolle zu verlieren
????
Bedarfs- bzw. Sozialgerechtigkeit wird durch Korrekturfaktoren bei der Entgeltfindung verfolgt, indem soziale Gesichtspunkte wie Familienstand, Anzahl der Kinder, Lebensalter o. Dauer der Betriebszugehörigkeit bei der Entlohnung berücksichtigt werden. Allerdings muss dabei gesetzliche Gleichbehand-lungsgrundsatz berücksichtigt werden. So verbietet § 1 AGG Benachteiligungen wegen Rasse/ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung, Behinderung, Alter & sexueller Identität. Sozialleistungen werden nach der Anspruchsgrundlage in gesetzliche, tarifliche und freiwillige Sozialleistungen unterschieden.
Freiwillige Sozialleistungen, z. B. Gratifikationen, werden nach dreimaliger Gewährung ohne Freiwilligkeitsvorbehalt zur „betrieblichen Übung“, sodass MA darauf einen Anspruch erhalten. Dieser „Soziallohn“ kann durchaus ökonomisch sinnvoll sein, indem er die Arbeitgeberattraktivität steigert und die Loyalität der MA erhöht. Werden Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Vergütungsbestandteilen nach den individuellen Präferenzen der MA eingeführt, liegen Cafeteria-Modelle vor. Damit wird das Angebot an Leistungen nahezu kostenneutral individualisiert und die Motivation des MA kann dadurch erhöht werden
Sozialleistungen
Gemäß der Anspruchsgrundlage existieren gesetzliche, tarifliche und freiwillige Sozialleistungen
Strategien der marktgerechten Vergütung
Die 3 Strategien der marktgerechten Vergütung sind Bench-marking-, Matching- und Lagging-Strategie
Knappe Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt können zu einer übertariflichen Zulage für MA führen, die Ausdruck der Marktgerechtigkeit der Vergütung ist
Benchmarking-Strategie:
überdurchschnittliche Vergütung
Großunternehmen
hoch qualifizierte MA gewinnen und halten
MatchingStrategie: eine
marktübliche Vergütung
Mittelständische Unternehmen
Lagging-Strategie:
unterdurchschnittliche Vergütung
Start-ups + Kleinunternehmen
mit nichtmonetären Anreizen Vergütung erhöht
Mitarbeiterbeteiligungsmodelle
Durch Mitarbeiterbeteiligungsmodelle sollen MA am „kollektiven Erfolg“ des Unternehmens beteiligt werden. Dazu gehören die Kapital und die Erfolgsbeteiligung.
nehmen kollektive Unternehmensleistung als Bemessungs-grundlage der Zusatzvergütung (bspw. im Unternehmens-gewinn oder einer Steigerung des Aktienkurses ausdrücken kann)
verschiedene Modelle der Beteiligung an Eigen- (z. B. Belegschaftsaktie) & Fremdkapital (z. B. Mitarbeiterschuld-verschreibung) des Unternehmens sowie am Unternehmenserfolg (Umsatz-, Gewinn- o. Leistungsbeteiligung) möglich
Lohnfindung ist trotz einer Vielzahl von Methoden zur Objektivierung im Kern ein Verhandlungsprozess zwischen den Tarifpartnern (einzelnes Unternehmen (Haustarifvertrag) oder Unternehmen einer Branche (Branchentarifvertrag) auf der einen Seite und einer Gewerkschaft auf der anderen Seite) o. zwischen Unternehmen und MA (Arbeitsvertrag). Als Unter-grenze gilt der allg. Mindestlohn aufgrund des Mindestlohn-gesetzes. Eine nachhaltige Arbeitsmotivation kann allerdings durch die Entlohnung, die nur kurzfristig motivationsfördernd wirkt, nicht herbeigeführt werden. Ferner besteht Gefahr, dass Vergütung die intrinsische Motivation der MA verdrängen kann (Crowding-out-Effekt der Vergütung), insb. dann, wenn Vergütung als Kontrolle und Reglementierung empfunden wird. Allerdings kann eine überraschende Erhöhung der Entlohnung, z. B. durch eine Sonderzahlung, die intrinsische Motivation indirekt erhöhen, da damit das Selbstwertgefühl und die Kompetenz eines MA gesteigert werden
Crowding-out-Effekt der Vergütung
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Vergütung die intrinsische Motivation der MA verdrängen, sodass man das, was man vorher aus innerem Antrieb tat, nur noch gegen eine Belohnung tut.
Was sind immaterielle Anreize ?
verschiedene Kategorien
soziale Anreize
Kontakte mit Kollegen, Vorgesetzten, MA, Lieferanten & Kunden
Anreize aus Arbeit selbst
Arbeitsinhalt, Autonomie, Entscheidungspartizi-pation
Karriereanreize
durch Qualifizierung & Aufstieg
Anreize des Arbeitsumfeldes,
positives Image des Unternehmens als AG
Anreize durch individuelle Wahl Arbeitszeit & -ort
Motivierende Gestaltung des Arbeitsinhalts -> Handlungs-spielraum eines Arbeitsplatzes zu erhöhen, was im Gegensatz zur hochgradigen Arbeitsteilung des Taylorismus steht.
Ansatzpunkte bei der Erhöhung des Handlungsspielraums sind die Ausweitung des Tätigkeits- und/oder des Entscheidungs- und Kontrollspielraums.
Job Rotation:
wird der Arbeitsplatz im Zeitablauf systematisch gewechselt, sodass sich bei einfachen Tätigkeiten Monotonie und einseitige Belastungen verringern, während sich bei anspruchsvolleren Tätigkeiten Flexibilität und Qualifikation des MA z. B. durch ein Trainee-Programm erhöhen. Job Rotation wird daher vor allem bei Führungs- und Nachwuchskräften im Rahmen der Personalentwicklung eingesetzt
Job Enlargement:
werden Tätigkeiten um vor- & nach-gelagerte Tätigkeiten erweitert, wodurch sich der Arbeits-zyklus verlängert und Arbeit abwechslungsreicher wird
Job Enrichment:
(auf Individualebene): Tätigkeits-, Entscheidungs- & Kontrollspielraum erhöht, indem Planungs-, Entscheidungs- & Kontrollaufgaben hinzukommen
Aufgabenvielfalt, Ganzheitscharakter, Entschei-dungs- & Kontrollspielraum sowie Rückmeldung über geleistete Arbeit als Kerndimensionen einer anreicherungsorientierten Arbeitsgestaltung besonders gut erfüllt
Auf Gruppenbasis-> selbststeuernde Arbeits-gruppen, die gerade bei dezentralen Fertigungs-konzepten sowie bei Konzepten der Prozessorganisation eingesetzt werden
Handlungsspielraum eines Arbeitsplatzes
Der Handlungsspielraum eines Arbeitsplatzes wird durch den Tätigkeits- und den Entscheidungsspielraum bestimmt
bspw Homeoffice
Arbeitszeit -> Jahres-/Lebensarbeitszeitmodelle, Job Sharing/Teilzeit o. Sabbaticals, führen zur Arbeitsindividualisierung
Arbeitsort- & Arbeitszeitgestaltung sind auch vor dem Hintergrund der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben (Work-Life-Balance) zu sehen
Was ist bei der Arbeitsmotivation zu beachten ? Und vor allem wichtig zu merken !
Dauerhafte Arbeitsmotivation & -zufriedenheit kann nicht durch materielle Anreize (extrinsische Motivation), sondern nur durch die Arbeit selbst (intrinsische Motivation) erfolgen.
Dennoch ist eine als gerecht empfundene Vergütung notwendig, um Unzufriedenheit zu verhindern. Nur durch die Übertragung herausfordernder, aber nicht überfordernder Aufgaben und Entscheidungspartizipation kann letztendlich Zufriedenheit herbeigeführt werden.
ZUSAMMENFASSUNG
Aufgabe des Personalmanagements ist es, das in quantitativer und qualitativer Hinsicht notwendige Personal zur Verfügung zu stellen. Unter Personal wird – unabhängig von der rechtlichen Ausgestaltung des Beschäftigungsverhältnisses – menschliche Arbeitskraft in Unternehmen verstanden. Sowohl Resource-based View als auch Market-based View haben für Personalmanagement eine Bewandtnis. Personalmanagement kann zum einen als Sachfunktion in einer Personalabteilung stattfinden und zum anderen vom direkten Vorgesetzten ausgeübt werden. Diese Arbeitsteilung ist auf Spezialisierungs-vorteile zurückzuführen.
Aufgaben des Personalmanagements lassen sich nach dem MAfluss anordnen. Die Grundlagen dafür schaffen Personal-forschung & -bedarfsplanung. Ein positiver quantitativer Nettopersonalbedarf führt zu Maßnahmen der Personal-beschaffung, die auf dem internen o. externen Arbeitsmarkt erfolgen können. Ein negativer Nettopersonalbedarf führt zu Maßnahmen der Personalfreisetzung, die ohne oder mit Entlassungen erfolgen können. Ein positiver qualitativer Nettopersonalbedarf führt zu Maßnahmen der Personal-entwicklung. Die zentrale Personalmanagementfunktion ist der Personaleinsatz, bei dem es um die Zuordnung von MA zu Stellen sowie um Fragen der (eher kurzfristigen) Gestaltung von Arbeitsinhalt, -zeit & -ort geht. Die Personalerhaltung konzipiert ein Anreizsystem, damit MA in ein Unternehmen eintreten, dort bleiben und Leistung erbringen. Dabei kann es sich um materielle (monetäre) & immaterielle (nichtmonetäre) Anreize handeln. Die Aufgaben der Personalentwicklung sind die Qualifizierung der MA durch Aus- & Weiterbildung sowie Planung von Karrieren für die MA.
Als generische Personalfunktionen eines jeden Managers werden die Personalauswahl, -beurteilung & -entwicklung sowie Entlohnung angesehen. Personalauswahl trifft eine Auswahl unter Bewerbern für eine Stelle nach der Eignung. Dazu werden Anforderungsprofil der Stelle und die Fähigkeits-profile der Bewerber ggügestellt. Der Bewerber mit den geringsten Abweichungen weist höchste Eignung auf. Der Personalausleseprozess verläuft mehrstufig: Zuerst werden Bewerbungsunterlagen analysiert, dann wird Vorselektion getroffen, anschließend werden verbliebenen Bewerber zu Auswahlgesprächen gebeten. Ferner können auch Assessment Center stattfinden, um die Auswahlentscheidung auf eine bessere Basis zu stellen.
Durch Personalbeurteilung werden Eigenschaften, Tätigkeiten oder Arbeitsergebnisse eines MA regelmäßig bewertet und ihm in einem Gespräch mitgeteilt, welche Entwicklungsmöglich-keiten es für ihn gibt. Das 360°-Feedback ist eine umfassende Personalbeurteilung durch MA, Vorgesetzte, Kollegen & Externe. Personalentwicklung wird aufgrund der abnehmenden Halbwertszeit des Wissens immer wichtiger. Nach dem Lernort bzw. dem MAfluss lässt sich eine Vielzahl von Methoden der Personalentwicklung unterscheiden (into, on, parallel to, near, off und out of the job), deren Einsatz von den Entwicklungs-zielen und der Zielgruppe abhängt. Die MAförderung dient der Planung einer Führungskarriere oder alternativ einer Fach- oder Projektkarriere.
Die Anreiz-Beitrag-Theorie sagt aus, dass Unternehmens-mitglieder ein Gleichgewicht von geleisteten Beiträgen und empfangenen Anreizen suchen, um in ein Unternehmen einzutreten, dort zu verbleiben und Leistung zu erbringen. Ein empfundenes Ungleichgewicht führt zu Leistungszurück-haltung und u. U. zum Austritt. Die Equity-Theorie besagt, dass Individuen ihr Anreiz-Beitrag-Verhältnis mit Referenzpersonen o. -gruppen vergleichen und einen gleich hohen Quotienten als gerecht ansehen. Ein subjektiv empfundenes Ungleichgewicht kann vielfältige Folgen haben, indem z. B. eigene Leistung verringert wird. Anreizsystem kann in materielle & immaterielle Anreize unterschieden werden. Zum materiellen Anreizsystem gehören Vergütung, MAbeteiligungsmodelle (Erfolgs- & Kapitalbeteiligungen) und Sozialleistungen.
Insb. bei der Vergütung werden verschiedene Gerechtigkeits-vorstellungen angewandt: Anforderungs- (Entgeltsatzdifferen-zierung), Leistungs- (Entgeltformdifferenzierung), Qualifi-kations- (Potenziallohn), Bedarfs-/Sozial- („Soziallohn“) und Marktgerechtigkeit (übertarifliche Zulage). MAbeteiligungs-modelle nehmen die Gesamtleistung des Unternehmens als Bemessungsgrundlage für eine Erfolgs- o. Kapitalbeteiligung. Bei der Gestaltung von monetären Anreizen ist zu berücksichtigten, dass intrinsische Motivation („eine Sache um ihrer selbst willen machen“) verdrängen können. Zu den immateriellen Anreizen gehören viele Kategorien, wovon Gestaltung der Arbeitsinhalte besonders wichtig ist. Eine Ausweitung von Handlungs- & Entscheidungsspielräumen wird als besonders motivierend angesehen. Ferner sind Wahl-möglichkeiten bei Arbeitszeit & -ort nach individuellen Präferenzen ein wichtiger Anreiz
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