Matthes, J., & Naderer, B. (2015). Children's consumption behavior in response to food product placements in movies.
Diese Studie stellt eine zentrale Frage innerhalb der Kinderwerbeforschung:
Können Product Placements nicht nur Einstellungen — sondern reales Essverhalten von Kindern beeinflussen?
Das ist der entscheidende Unterschied zu fast allen früheren Studien.
Frühere Arbeiten (inkl. Auty & Lewis):
Fokus auf Brand Choice oder Attitudes.
Diese Studie geht weiter:
➡ tatsächliches Konsumverhalten wird gemessen.
Im Themenblock „Werbung & Kinder“ passiert hier ein Paradigmenwechsel:
Die Autoren argumentieren:
Selbstberichte und Einstellungen sind oft unzuverlässig.
Entscheidend ist echtes Verhalten.
Deshalb wird gemessen:
⭐ Snack Consumption (echtes Essen).
Das macht die Studie sehr stark.
Die Studie basiert auf zwei zentralen Ideen:
Wiederholte Exposition → höhere Vertrautheit → mehr positive Reaktionen.
Aber:
Die Autoren prüfen kritisch, ob das wirklich erklärt, was passiert.
Placements:
sind eingebettet in Storytelling,
wirken unter dem Radar,
können auch ältere Kinder beeinflussen.
Das ist wichtig, weil klassische Werbekompetenz hier evtl. nicht hilft.
Kinder (6–14 Jahre) sehen:
Ausschnitt aus Alvin and the Chipmunks.
Manipulation:
keine Platzierung
moderate Platzierung
hohe Platzierungsfrequenz.
Danach:
➡ Kinder wählen einen Snack.
Das ist die entscheidende Verhaltensmessung.
Die Autoren erwarten Effekte auf:
1️⃣ Brand Attitudes 2️⃣ Product Attitudes 3️⃣ tatsächliches Konsumverhalten.
Zusätzlich prüfen sie:
Alter als Moderator
Prior Exposure
Placement Frequency.
Die Ergebnisse sind überraschend:
✔️ Hohe Placement-Frequenz → mehr Snack-Konsum.
ABER:
❌ keine Veränderung von Brand- oder Product-Attitudes.
Das ist die wichtigste Erkenntnis der ganzen Studie. Matthes, J., & Naderer, B. (201…
Normalerweise erwartet man:
Exposure → Attitude → Behavior.
Hier passiert:
Exposure → Behavior (direkt).
Das bedeutet:
➡ Verhalten wird beeinflusst, ohne bewusste Einstellungsänderung.
Die Autoren schlagen deshalb eine andere Erklärung vor:
⭐ Implicit Persuasion Model.
Idee:
positive Charaktere + Produkt
automatische Assoziationen entstehen
spontane Entscheidungen werden beeinflusst.
Kinder essen das Produkt, ohne bewusste positive Einstellung zu berichten.
Auty & Lewis:
Reminder Effect
Prior exposure wichtig.
Matthes & Naderer:
Effekt auch ohne vorherige Exposition.
hohe Platzierungsfrequenz reicht aus.
➡ Placement scheint stärker als gedacht.
Einer der spannendsten Befunde:
❌ Alter moderiert den Effekt NICHT.
auch ältere Kinder sind beeinflussbar.
Warum wichtig?
mehr Alter → mehr Werbekompetenz.
Hier:
➡ Product Placement umgeht diese Schutzmechanismen.
Nur hohe Frequenz wirkt.
Moderate Placement:
kein signifikanter Effekt.
Das spricht für:
wiederholte Assoziation nötig.
Die Studie ist stark regulatorisch relevant:
Unhealthy food placements beeinflussen realen Konsum.
Kinder können sich nicht einfach „dagegen wehren“.
Das macht Placement zu einem ernsten Public-Health-Thema.
Prüfer fragen sehr oft:
Warum ist Verhalten wichtiger als Attitudes?
Warum kein Attitude-Effekt?
Unterschied zu Mere Exposure?
Warum moderiert Alter nicht?
Warum nur hohe Frequenz?
Hochfrequente Food Product Placements beeinflussen das tatsächliche Konsumverhalten von Kindern, selbst ohne Veränderungen von Einstellungen oder Werbebewusstsein.
Kind sieht Film → Charakter isst Snack → mehrere Wiederholungen.
Später:
Snack steht auf Tisch.
Kind greift spontan danach — ohne bewusst zu denken warum.
Diese Studie ist im Themenblock:
⭐ die Behavioral Impact Study.
Sie zeigt:
Werbung beeinflusst Verhalten direkt.
Kognitive Schutzmechanismen greifen nicht.
Und ganz ehrlich:
Viele Prüfer lieben genau diese Studie, weil sie überraschend starke reale Effekte zeigt.
Was untersucht die Studie im Kern?
Die Studie untersucht, ob Food Product Placements in Filmen das tatsächliche Essverhalten von Kindern beeinflussen – nicht nur Einstellungen oder Markenpräferenzen.
Was unterscheidet diese Studie von früherer Placement-Forschung?
Im Fokus steht reales Konsumverhalten (Snack Consumption) statt nur Einstellungen oder Selbstberichte. Damit wird direkte Verhaltenswirkung von Werbung gemessen.
Welche theoretischen Ansätze sind zentral?
Mere Exposure (Vertrautheit durch Wiederholung)
Implizite Persuasion / automatische Assoziation
Product Placement als subtile Werbeform.
Wie wurde die Studie durchgeführt?
Experiment mit Kindern (ca. 6–14 Jahre)
Filmclip aus Alvin and the Chipmunks
drei Bedingungen:
hohe Platzierungsfrequenz
danach reale Snackwahl als Verhaltensmaß.
Welche Hauptwirkungen wurden erwartet?
Product Placements erhöhen Brand Attitudes
verbessern Product Attitudes
erhöhen tatsächlichen Konsum.
Was zeigte sich beim Konsumverhalten?
Kinder konsumierten signifikant mehr vom platzierten Snack, wenn die Platzierungsfrequenz hoch war.
➡ direkter Werbeeffekt auf Verhalten.
a. Wie beeinflusste Placement Einstellungen?
b. Warum ist das theoretisch wichtig?
a. Es gab keine signifikanten Veränderungen bei Brand Attitudes oder Product Attitudes.
b. Der Effekt läuft nicht über bewusste Einstellungsänderung. Werbung beeinflusst Verhalten direkt über implizite Prozesse.
Wie erklären die Autoren den direkten Verhaltenseffekt?
Über implizite Prozesse: Wiederholte Exposition mit positiven Filmcharakteren erzeugt automatische Assoziationen, die spontane Entscheidungen beeinflussen.
Warum ist Frequenz entscheidend?
Nur hohe Wiederholung führte zu signifikanter Konsumsteigerung.
Einmalige oder moderate Platzierung reicht nicht aus.
Nein, Alter moderierte nicht den Placement-Effekt? Auch ältere Kinder waren ähnlich beeinflussbar wie jüngere.
Bedeutung des fehlenden Altereffekts: Produktplatzierungen umgehen teilweise entwicklungsbedingte Werbekompetenz; selbst ältere Kinder sind anfällig.
Warum wirkt Product Placement anders als klassische Werbung?
Weil es in Unterhaltung eingebettet ist und dadurch weniger kritische Verarbeitung oder Werbeerkennung auslöst.
Wie ergänzt diese Studie frühere Forschung?
Sie zeigt – ähnlich wie Auty & Lewis – implizite Wirkungen von Placement, geht aber weiter, indem sie tatsächliches Verhalten statt Markenwahl misst.
Warum ist die Studie regulatorisch wichtig?
Unhealthy Food Placements beeinflussen tatsächliches Essverhalten von Kindern, was gesundheitspolitische und regulatorische Konsequenzen nahelegt.
Welche Einschränkungen nennen die Autoren?
Laborartige Situation
kurzer Beobachtungszeitraum
spezifischer Filmkontext
kurzfristiges Verhalten statt Langzeiteffekte.
Was ist der zentrale Beitrag der Studie?
Product Placements können Kinderverhalten direkt beeinflussen, ohne bewusste Einstellungsänderung oder Werbeerkennung.
Was ist die wichtigste Prüfungsbotschaft der Studie?
Häufige Food Product Placements im Film erhöhen den tatsächlichen Konsum von Kindern über implizite Prozesse, nicht über bewusste Einstellungen.
Wenn du diese Punkte kannst, bist du sehr sicher:
1️⃣ Verhalten statt Einstellung gemessen 2️⃣ hoher Placement-Level → mehr Konsum 3️⃣ kein Attitude-Effekt 4️⃣ implizite Persuasion zentral 5️⃣ Alter schützt nicht
Im Kinder-Block ist diese Studie:
⭐ die Behavioral Evidence Study.
Sie liefert den stärksten realen Nachweis, dass:
➡ eingebettete Werbung direkt Verhalten verändern kann.
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