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Motivationstheoretische Ansätze

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by nils R.

Erläutern Sie den Unterschied zwischen Triebtheorie auf der einen und Erregungstheorien auf der anderen Seite.

 Dem triebtheoretischen Ansatz der Motivation liegt ein Konzept zugrunde, welches als Mangelmotivation bezeichnet wird. Dies meint die Auffassung, dass ein Organismus nur dann aktiv wird, wenn er depriviert ist, da es ihm an einem bedeutsamen Stoff fehlt. Ein Motiv ist demnach das Resultat eines physiologischen Ungleichgewichts. Die von den Triebtheorien in den Mittelpunkt gestellte Spannungsreduktion kann aber nicht jegliches motiviertes Verhalten erklären. So zeigt sich, dass nahrungsdeprivierte Ratten, die in ein Labyrinth gesetzt werden, welches zahlreiche Möglichkeiten bietet zu fressen und zu trinken, sich zunächst dafür entscheiden ihre Umgebung zu erkunden. Die Triebreduktionstheorie würde dagegen vorhersagen, dass die Tiere zuerst fressen und trinken und sich dann der Erkundung des Labyrinths widmen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Erst wenn die Neugier befriedigt wurde, gehen die Ratten ihrem Bedürfnis nach Futter und Wasser nach. Es zeigte sich, dass Verhalten ebenso durch Anreize motiviert wird. Dabei handelt es sich um Reize oder Belohnungen, die keinen direkten Bezug zu biologischen Bedürfnissen haben. So wurde das Verhalten der Ratten in dem oben genannten Beispiel durch Anreize gesteuert und nicht durch biologische Bedürfnisse. In derselben Art und Weise wird auch menschliches Verhalten durch Anreize gesteuert. Wie bereits mehrfach betont, ist im Rahmen der Triebtheorie alles Handeln auf die Spannungsreduktion hin ausgerichtet. Daher bietet eine solche Theorie keinerlei Möglichkeit, Verhalten zu erklären, welches auf die Erhöhung von Spannung ausgerichtet ist, wie zum Beispiel das Fahren mit einer Achterbahn oder das Schauen eines Horrorfilms. Vor diesem Hintergrund wird ein individuell typisches optimales Erregungsniveau angenommen. So wie es unterschiedlich präferierte Freizeitaktivitäten gibt oder unterschiedliche Geschmäcker, gebe es auch ein entsprechend individuelles optimales Erregungsniveau für jeden Organismus. Wird das Niveau unterschritten, wird Stimulation aufgesucht, wird es überschritten, wird Stimulation vermieden. Es wird insgesamt also unterschieden zwischen Defizit- oder Mangelmotiven (zur Spannungsreduktion) auf der einen Seite und sogenannten Abundanz- oder Überflussmotiven auf der anderen Seite.

Nennen Sie die Konfliktarten im Rahmen des gestaltpsychologischen Ansatzes der Motivation und geben Sie Beispiele.

Es können folgende vier Arten von Konflikten unterschieden werden:

1. Aufsuchen-Aufsuchen-Konflikt:

Dieser Konflikt meint, dass eine Person zwischen zwei Zielen steht, die beide annähernd gleichen Aufforderungscharakter (Valenz) haben, also gleich attraktiv sind. Da die Person aber nicht beide Ziele zugleich anstreben kann, sondern sich für eines der beiden entscheiden muss, entsteht ein Konflikt. Dieser Konflikt wird auch Appetenzkonflikt genannt.



2. Meiden-Meiden-Konflikt:

Dieser Konflikt meint, dass eine Person zwischen zwei annähernd gleich schlimmen Übeln wählen muss. Dieser Konflikt wird auch Aversionskonflikt genannt.

3. Aufsuchen-Meiden-Konflikt

Dieser Konflikt meint, dass eine Person sich einem Ziel ausgesetzt sieht, welches zugleich attraktiv und unattraktiv ist. Dieser Konflikt wird auch Appetenz-Aversionskonflikt genannt.

4. Doppelter Aufsuchen-Meiden-Konflikt:

Dieser Konflikt meint, dass eine Person zwischen zwei Zielen schwankt, die beide sowohl positive als auch negative Seiten haben. Dieser Konflikt wird auch doppelter Appetenz-Aversionskonflikt genannt.

Ein Aufsuchen-Aufsuchen-Konflikt liegt beispielsweise dann vor, wenn jemand zwei Studienplätze angeboten bekommt, die er sich gleichermaßen gewünscht hat. Ein Meiden-Meiden-Konflikt liegt zum Beispiel vor, wenn ein Schüler zwischen dem Erledigen einer Hausaufgabe in einem verhassten Fach oder einer Strafarbeit wählen muss, die er dann erhält, wenn er die Hausaufgabe nicht macht. Ein Aufsuchen-Meiden-Konflikt liegt beispielsweise vor, wenn jemand durch eine Heirat einen geliebten Menschen an sich binden möchte, zugleich aber befürchtet seine Freiheit zu verlieren. Schließlich zeigt sich ein Aufsuchen-Meiden-Konflikt zum Beispiel in der Wahl zwischen zwei Stellenangeboten, wobei jede Position und jedes Unternehmen sowohl positive als auch negative Seiten mit sich bringt

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nils R.

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