Was wird im Zusammenhang mit Motivation unter Persistenz verstanden?
Ausdauer bei der Zielverfolgung, insbesondere angesichts von Hindernissen und Widerständen.
Wie lässt sich der Begriff „Trieb“ beschreiben?
Aus physiologischen Mangelzuständen resultierender, unspezifischer Energetisierungszustand.
Was wird unter Motivanregung verstanden?
Prozess, in dem ein (situativer oder imaginierter) Anreiz auf ein passendes Motiv einer Person trifft und einen Zustand der Motivation hervorruft.
Was ist ein Motiv?
Eigenschaft von Personen, auf Ziele einer bestimmten Thematik (etwa Anschluss, Macht oder Leistung) emotional anzusprechen
Wie lässt sich der Begriff „Motivation“ beschreiben?
Zustand zielgerichteten Verhaltens, der durch die Parameter Richtung, Intensität und Dauer beschrieben werden kann.
Definieren Sie Motivation und erklären Sie warum der Begriff im Rahmen der Motivationsforschung auch als eine „Hilfsgröße“ bezeichnet wird.
Motivation meint ein Bedürfnis oder einen Wunsch, der Verhalten antreibt. Der Begriff umfasst alle Prozesse, die der Initiierung, der Richtungsgebung und der Aufrechterhaltung physischer und psychischer Aktivitäten dienen. Die Motivationsforschung möchte beant-worten, was menschliches Verhalten in Gang setzt, wodurch dieses Verhalten aufrecht-erhalten wird, warum bestimmte Verhaltensweisen anderen vorgezogen werden und warum Menschen zum Teil beeindruckende Anstrengungen zur Zielerreichung zeigen und auch aufrechterhalten. Der Begriff „Motivation“ verweist auf nicht direkt beobachtbare Prozesse und interne Variablen, die das direkt beobachtbare Verhalten erklären sollen. Er ist daher eine Hilfsgröße, eine gedankliche Konstruktion, die bestimmte Besonderheiten im Verhalten erklären soll.
Zeigen Sie den Zusammenhang zwischen Motivation und Emotion auf und erläutern Sie was vor diesem Hintergrund mit Affektoptimierung gemeint ist.
Die Themenbereiche Motivation und Emotion sind eng miteinander verknüpft. Motive haben einen „energetisierenden“ Charakter, indem sie Menschen dazu antreiben, spezifische Emotionen anzustreben oder zu vermeiden. Motive bestimmen dabei, was der Mensch wolle, Kognitionen vermitteln Informationen darüber, wie der Mensch etwas erreichen wolle und Emotionen informieren schließlich darüber, inwiefern das Verhalten den Menschen einem angestrebten Ziel nähergebracht hat oder nicht. Vor dem Hintergrund dieses Verständnisses kann festgestellt werden, dass es ohne Motivation keine Emotion und ohne Emotion keine Motivation gibt. Menschen reagieren auf der einen Seite nur dann emotional, wenn ein Ereignis für ihre persönlichen Ziele, Bedürfnisse und Motive von Bedeutung, also motivational relevant ist. Auf der anderen Seite ist das, was Menschen überhaupt zum Handeln motiviert, der Wunsch positive Gefühle zu erleben und negative Gefühle zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund ist der Begriff „Affektoptimierung“ zu verstehen. Organismen versuchen ständig ihr Wohlbefinden durch eine Optimierung der Affektbilanz zu maximieren, indem sie Ereignisse, die positive Affekte anregen, herbeizuführen und Ereignisse, die negative Affekte anregen, zu verhindern suchen.
Erläutern Sie den Unterschied zwischen Instinkttheorie und Triebtheorie.
Instinkte sind komplexes Verhalten, das bei jedem Mitglied einer Gattung als Muster festgelegt ist und nicht gelernt werden muss. Reize, die zuverlässig ein solches Verhaltens-muster in Gang setzen, werden als Auslöser bezeichnet. So teilen Bienen anderen Bienen mit, an welchen Orten sich Nahrung befindet oder bauen Vögel Nester oder weben Spinnen ein vergleichsweise kompliziertes Netz.
Erläutern Sie den Unterschied zwischen Triebtheorie auf der einen und Erregungstheorien auf der anderen Seite.
Dem triebtheoretischen Ansatz der Motivation liegt ein Konzept zugrunde, welches als Mangelmotivation bezeichnet wird. Dies meint die Auffassung, dass ein Organismus nur dann aktiv wird, wenn er depriviert ist, da es ihm an einem bedeutsamen Stoff fehlt. Ein Motiv ist demnach das Resultat eines physiologischen Ungleichgewichts. Die von den Triebtheorien in den Mittelpunkt gestellte Spannungsreduktion kann aber nicht jegliches motiviertes Verhalten erklären. So zeigt sich, dass nahrungsdeprivierte Ratten, die in ein Labyrinth gesetzt werden, welches zahlreiche Möglichkeiten bietet zu fressen und zu trinken, sich zunächst dafür entscheiden ihre Umgebung zu erkunden. Die Triebreduktionstheorie würde dagegen vorhersagen, dass die Tiere zuerst fressen und trinken und sich dann der Erkundung des Labyrinths widmen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Erst wenn die Neugier befriedigt wurde, gehen die Ratten ihrem Bedürfnis nach Futter und Wasser nach. Es zeigte sich, dass Verhalten ebenso durch Anreize motiviert wird. Dabei handelt es sich um Reize oder Belohnungen, die keinen direkten Bezug zu biologischen Bedürfnissen haben. So wurde das Verhalten der Ratten in dem oben genannten Beispiel durch Anreize gesteuert und nicht durch biologische Bedürfnisse. In derselben Art und Weise wird auch menschliches Verhalten durch Anreize gesteuert. Wie bereits mehrfach betont, ist im Rahmen der Triebtheorie alles Handeln auf die Spannungsreduktion hin ausgerichtet. Daher bietet eine solche Theorie keinerlei Möglichkeit, Verhalten zu erklären, welches auf die Erhöhung von Spannung ausgerichtet ist, wie zum Beispiel das Fahren mit einer Achterbahn oder das Schauen eines Horrorfilms. Vor diesem Hintergrund wird ein individuell typisches optimales Erregungsniveau angenommen. So wie es unterschiedlich präferierte Freizeitaktivitäten gibt oder unterschiedliche Geschmäcker, gebe es auch ein entsprechend individuelles optimales Erregungsniveau für jeden Organismus. Wird das Niveau unterschritten, wird Stimulation aufgesucht, wird es überschritten, wird Stimulation vermieden. Es wird insgesamt also unterschieden zwischen Defizit- oder Mangelmotiven (zur Spannungsreduktion) auf der einen Seite und sogenannten Abundanz- oder Überflussmotiven auf der anderen Seite.
Welche generellen Vorhersagen macht das Risiko-Wahl-Modell nach Attkinson bezüglich erfolgsmotivierter und misserfolgsmotiverter Personen?
Zusammenfassend macht das Modell die Vorhersage, dass erfolgsmotivierte Personen sich generell eher optimistisch zeigen, während misserfolgsmotivierte Personen unter Befürchtungen und Selbstzweifeln leiden. Daher präferieren erfolgsmotivierte Menschen mittelschwierige Aufgaben. Bei solchen Aufgaben strengen sie sich am meisten an und zeigen maximale Ausdauer. Misserfolgsmotivierte Menschen meiden generell Leistungsanforderungen oder wählen entweder subjektiv vergleichsweise leichte oder sehr schwere Aufgaben. Bei mittelschweren Aufgaben zeigen Misserfolgsmotivierte minimale Anstrengung und Ausdauer.
Erläutern Sie anhand der Frage, ob sich ein Studierender erneut für eine Prüfung anmeldet, obwohl er bereits durchgefallen ist, wie Attributionen die Motivation beeinflussen.
Attributionen beeinflussen – in Abhängigkeit der Erwartungen – die Motivation, als Ausmaß an Anstrengung, die eine Person in einer vergleichbaren kommenden Situation investieren wird. Dies soll folgendes Beispiel verdeutlichen: Studierender 1 schreibt Erfolge konsequent seinen Fähigkeiten und seiner Anstrengung zu, während er Misserfolge stets dem persönlichen Pech oder aber unfairen Prüfungen zurechnet. Studierender 2 schreibt dagegen Erfolge konsequent seinem persönlichen Glück und besonders leichten Prüfungen zu, während er Misserfolge stets auf seine persönlichen Eigenschaften zurückführt. Die Risikobereitschaft der beiden Studierenden wird sich sehr deutlich unterscheiden. Während Studierender 1 nichts zu verlieren hat, hat Studierender 2 nichts zu gewinnen. Werden Misserfolge geringen Fähigkeiten und der Schwierigkeit der Aufgabe zugeschrieben, wird sich eine Person bald einfacheren Aufgaben zuwenden beziehungsweise wird diese Person sich bald bescheidenere Ziele setzen. Werden Misserfolge von einer Person jedoch regelmäßig auf Pech und mangelnde Anstrengung zurückgeführt, dann wird diese wahrscheinlich zukünftig eine höhere Motivation haben, es noch einmal zu versuchen.
Welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen dem Konzept der internen Kontrollüberzeugung und der Selbstwirksamkeitserwartung?
Hinter einer internen Kontrollüberzeugung verbergen sich zwei Komponenten. Um eine hinreichend hohe Erfolgswahrscheinlichkeit haben zu können, muss sich eine Person zum ersten sicher sein, dass eine bestimmte Handlung zu einem bestimmten Ergebnis führt. Zum zweiten muss die Person sich sicher sein, dass diese Handlung auch ausführbar ist. Erwerben Menschen eine internale Kontrollüberzeugung (internal locus of control), setzen sie sich Ziele und verwenden sie in der Regel Mittel, die sie diese Ziele erfolgreich erreichen lassen, dann erwerben Menschen laut Bandura (1977) ein sogenanntes Gefühl der Selbstwirksamkeit. Unter Selbstwirksamkeit wird das Gefühl verstanden, das, was geschieht, kontrollieren zu können. Durch eine hohe wahrgenommene Selbstwirksamkeit wird die Leistung besser und die emotionale Erregung sinkt. Dagegen kann ein Gefühl der Selbstunwirksamkeit zu Apathie und zu Mutlosigkeit führen.
Was sind Attributionsstile und was haben diese mit Motivation zu tun?
Als Attributionsstil wird ein konsistentes, individuelles Muster der Zuschreibung von Ursachen für Erfahrungen und Ereignisse des Lebens bezeichnet. Solche Attributionsstile können ein Leben lang beibehalten werden. Pessimisten erklären Probleme generell mit internalen-stabilen und globalen Faktoren. Optimisten erklären Probleme dagegen external-variabel und spezifisch. Während sich also der Pessimist sagt: „Das Problem hatte ich schon immer, es wird nie besser werden, es wird meine Karriere ruinieren“, sagt sich der Optimist: „Manchmal ist die Situation nun einmal so, das kann die Lage vorübergehend verschärfen.“ Haben Optimisten dagegen Erfolg, dann attribuieren sie internal-stabil und global: „Ich bin einfach ein Gewinner.“
Nennen Sie die Konfliktarten im Rahmen des gestaltpsychologischen Ansatzes der Motivation und geben Sie Beispiele.
Es können folgende vier Arten von Konflikten unterschieden werden:
1. Aufsuchen-Aufsuchen-Konflikt:
Dieser Konflikt meint, dass eine Person zwischen zwei Zielen steht, die beide annähernd gleichen Aufforderungscharakter (Valenz) haben, also gleich attraktiv sind. Da die Person aber nicht beide Ziele zugleich anstreben kann, sondern sich für eines der beiden entscheiden muss, entsteht ein Konflikt. Dieser Konflikt wird auch Appetenzkonflikt genannt.
2. Meiden-Meiden-Konflikt:
Dieser Konflikt meint, dass eine Person zwischen zwei annähernd gleich schlimmen Übeln wählen muss. Dieser Konflikt wird auch Aversionskonflikt genannt.
3. Aufsuchen-Meiden-Konflikt
Dieser Konflikt meint, dass eine Person sich einem Ziel ausgesetzt sieht, welches zugleich attraktiv und unattraktiv ist. Dieser Konflikt wird auch Appetenz-Aversionskonflikt genannt.
4. Doppelter Aufsuchen-Meiden-Konflikt:
Dieser Konflikt meint, dass eine Person zwischen zwei Zielen schwankt, die beide sowohl positive als auch negative Seiten haben. Dieser Konflikt wird auch doppelter Appetenz-Aversionskonflikt genannt.
Ein Aufsuchen-Aufsuchen-Konflikt liegt beispielsweise dann vor, wenn jemand zwei Studienplätze angeboten bekommt, die er sich gleichermaßen gewünscht hat. Ein Meiden-Meiden-Konflikt liegt zum Beispiel vor, wenn ein Schüler zwischen dem Erledigen einer Hausaufgabe in einem verhassten Fach oder einer Strafarbeit wählen muss, die er dann erhält, wenn er die Hausaufgabe nicht macht. Ein Aufsuchen-Meiden-Konflikt liegt beispielsweise vor, wenn jemand durch eine Heirat einen geliebten Menschen an sich binden möchte, zugleich aber befürchtet seine Freiheit zu verlieren. Schließlich zeigt sich ein Aufsuchen-Meiden-Konflikt zum Beispiel in der Wahl zwischen zwei Stellenangeboten, wobei jede Position und jedes Unternehmen sowohl positive als auch negative Seiten mit sich bringt
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