6.1 Unsicherheiten bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen
Defintion Risiken
Als Risiken werden allgemein Ereignisse mit der Möglichkeit negativer Auswirkungen beschrieben (Quantifizierung als Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit/-häufigkeit und der Konsequenz als Schadensausmaß)
In der Wirtschaftlichkeitsberechnung: Informationsunsicherheit über den Eintritt eines Sachverhaltes und die dadurch induzierte Möglichkeit der Beeinträchtigung von Zielen
Allgemein gilt: mit zunehmenden Projektfortschritt nimmt üblicherweise das Risiko ab (verlauf aber unterschiedlich)
6.2 Risiken - Übersicht
endogene Risiken
exogene Risiken
Projektendogene Risiken: Risiken, die von der Projektgesellschaft oder den Projektbeteiligten kontrolliert werden können (Managmentrisiko, Absatzrisiko etc.)
Projektexogene Risiken: Risiken, die außerhalb der Projektbeteiligten auf das Projekt einwirken (Marktrisiko, Zulieferrisiko, Wechselkursrisiko etc.)
Alle Risiken werden mit Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhe berechnet, diese Werte werden dann im Rahmen von Wirtschaftlichkeits berechnungen im Base Case oder in Szenarien verwendet und analysiert
Fertigstellungsrisiko
Ressourcenrisiko
technisches Risiko
Fertigstellungsrisiko (Verzögerungen, höhere Kosten, keine Erfüllung, Minderung durch Garantien)
Ressourcenrisiko (Umfang, Qualität oder Vorkommen unter den Erwartungen, besonders bei EE, gute Datengrundlage, Validierung und Diversifizierung notwendig, meist genormt)
technische Risiko (Nichtrentabilität durch technischen Fortschritt, Spannungsfeld zwischen bewährten und möglichst modernen Technologien)
weitere Risiken
Zinsänderungsrisiko (kapitalintensive Projekte)
Inflationsrisiko
Länderrisiko (politische Instabilität, wirtschaftlich schlechte Situation)
Höhere Gewalt von Bedeutung: Wirkung von außen, nicht in Natur der gefährdeten Sache (objektiv) und keine Abwendung möglich (subjektiv), bspw. Naturkatastrophen jeder Art
-> Meist Berücksichtigung durch Definition dieser Fälle oder Force-Majeure-Klauseln (bei Ereigniseintritt Aussetzung der vertraglichen Pflichten)
6.3 Umgang mit Risiken – Risikomanagement
allgemeines Prinzip und flow chart
Risikomanagement als kontinuierlicher Prozess der Gesamtheit aller Aufgaben zur Handhabung von Projektrisiken unter angemessener Risikoverteilung
Ziel ist die Entwicklung einer Entscheidungsgrundlage der Optionen für Risikoreduktion (Minderung negativer Risiken und Forcierung positiver Risiken)
-> Demnach Kosten berechnen und in Wirtschaftlichkeitsberechnung einbeziehen
6.3 Umgang mit Risiken – Einzelstrategien für jedes Risiko
Ablauf über Identifizierung der Risiken, Analyse und Quantifizierung, Planung, Ausführung und Fortlauf bzw. Neubewertung
Informationen über Qualität und Quantität der Risiken wichtig und entscheidend
Zur Abminderung bspw. Einbau von Garantien in Verträge, bewährte Technik, etc.
7.1 Due Diligence und Financial Close
Due Diligence (DD) bezeichnet allgemein die gebotene Sorgfalt, mit der Verkäufe oder Beteiligungen an/von Projekten im Vorfeld geprüft werden -> Analyse von Stärken und Schwächen des Projekts, zudem Beurteilung und Identfikation von Projektrisiken und grundsätzliche Projektberwertung
Financial Close (FC) ist der Zeitpunkt der Vereinbarung der Parteien, an dem alle Konditionen erfüllt sind und alle Dokumente registriert und rechtskräftig sind. Ab diesem Zeitpunkt Auszahlungen an Projektgesellschaft möglich.
7.2 erweiterte Due Diligence Prüfung
fällt in vielen Bereichen an (grundlegende Prüfung aller relevanten Aspekte des zu analysierenden Projekts)
Aufteilung in Basic, Strategic, External, Finanacial/Tax, Legal, Marketing, Technical, Environmental, HR, Organizational/IT als Reihenfolge
Vorher festgelegte Aspekte, die nacheinander untersucht werden, um eine grundlegende Bewertung treffen zu können (technische Kenndaten, Verträge, Rechtslage, Gesellschaftsstruktur, Regulierungsfragen, etc.)
Rolle der finanziellen Beratung dabei über Erstellung der finanziellen Modelle, Strukturierungen und Einholung und Auswertung von Finanzierungsoptionen
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