S-R-Modell
S für Stimulus (Reiz), R für Reaktion = Verhaltensweisen werden durch bestimmte Stimulusgegebenheiten ausgelöst und können auf dieser Basis gesteuert werden (behavioristischen Erklärungsansatz). z.B. Umgebungslärm mit Stressreaktion.
S-R-Modell besitzt allerdings nur eine sehr begrenzte Aussagekraft: einfache Arbeitssituationenmit wenigen Einfluss nehmenden Variablen erklären.
• menschliches Verhalten ist nicht ausschließlich durch Reize von außen beeinflusst, sondern auch Prozesse im Inneren des Menschen einen Einflussauf das resultierende Verhalten ausüben.
• individuelle Wahrnehmung eines Reizes: Verarbeitung und Bewertungist entscheidend für die Reaktion. (Einstellungen, Motive, Emotionen, Fähigkeiten oder Persönlichkeitseigenschaften einen Einfluss auf das resultierende Verhalten).
Reiz-Organismus-Reaktions-Beziehung (S-O-R) S-O-R-Modell
= Denk-und Untersuchungsansatz zur Erklärung und Beschreibung sicherheitskritischer Verhaltensweise in risikobehafteten Arbeitssystemen.
Stimulus (S) bestimmte Signale, die Hinweise auf sicherheitsrelevante Situationen bzw. Anforderungen geben.
Organismusvariable (O) Analyse von Sicherheitseinstellungen.
Reaktion (R) Ermittlung von sicherheitsadäquate bzw. -inadäquate Verhaltensweisen.
S-O-R-Ansatz: Untersuchung des vermittelnden Einflusses von personalen oder sozialen Ressourcenals Organismusvariable z. B. Selbstvertrauen oder soziale Unterstützung durch Kollegen zwischen Belastungen/ Stressoren und Beanspruchungen/Stresserleben.
Organizational Behaviour Modification Ansatz (Arnold et al., 2016)
Im Fokus von Verhaltensmodifikationsprogramme steht die Identifikation kritischer Verhaltensweisen, die im Zusammenhang mit guten Arbeitsleistungen bzw. -ergebnissen stehen und durch Prinzipien der operanten Konditionierung verstärkt, reduziert oder verändert werden sollen.
Vorgehensschritte: Identifikation kritischer Verhaltensweisen:
Zusammenhang mit organisationalen Erfolgs- bzw. Leistungskennziffern einer Organisation bzw. Organisationseinheit (beobachtbares Verhalten). 2. 3. 4. 5. 2.
Messung der Basisrate des kritischen Verhaltens: Form und Ausmaß des kritischen Verhaltens in der Organisation (präzises Bild über das Problemausmaß).
Funktionale Analyse: Identifikation der Stimuli. Analyse der Folgen und Konsequenzen des kritischen Verhaltens.
Ausarbeitung einer Interventionsstrategie: Prinzipien der operanten Konditionierung: Auswahl geeigneter Verstärker (finanziellen Anreizen, Angebote zu attraktiven Freizeitbeschäftigungen, sozialen Verstärkern) und Verstärkungspläne.
Evaluation: Überprüfung der Interventionsstrategie zur gewünschten Verhaltensveränderung.
Rahmenmodell der Informationsverarbeitung (Newell und Simon, 1972)
Informationsverarbeitungssystem besteht im aus vier verschiedenen Komponenten:
Sensorisches System (Rezeptorsystem): Aufnahme von visuellen, auditiven oder haptischen Informationen, welche dann an einen zentralen Prozessor weitergeleitet werden.
Gedächtnis: Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis KZG: für zeitlich relativ begrenzte Bereitstellung von Informationen zur Verarbeitung im Prozessor zuständig. LZG: für die langfristige Speicherung von symbolisch kodierten Informationen in Form von Wissensrepräsentationen bestimmt.
Zentraler Prozessor: Ausführung von elementare Operationen zur Kodierung, Verarbeitung und Speicherung nach einem bestimmten Schema .
Antwortgenerator (Effektorsystem): Verarbeitete Information führt schließlich zu einem bestimmten Verhalten oder Handeln (Antwortgenerator).
Informationsverarbeitungsprozesse (Muthig, 1999):
Informationelle Beschreibung: Informationsverarbeitungsprozesse folgen einer Sequenz von Input, Operation und Output, wobei der Output direkt vom Input sowie der Operation, die den Input bearbeitet, abhängt.
• Rekursive Zerlegung: Informationsverarbeitungsprozesse folgen einer Sequenz von Input, Operation und Output, wobei der Output direkt vom Input sowie der Operation, die den Input bearbeitet, abhängt. Der Informationsverarbeitungsprozess kann in verschiedene Komponenten oder Stufen zerlegt werden. Diese Komponenten stellen jeweils getrennte Verarbeitungsprozesse dar, die auf einer anderen Ebene oder zu einem anderen Zeitpunkt im Ablauf erfolgen. z.B. Gedächtnis in drei Teilsysteme gegliedert: den sensorischen Speicher, den Kurzzeit- bzw. Arbeitsspeicher und den Langzeitspeicher.
• Kontinuität und zeitliche Steuerung des Informationsflusses: Jede informationsverarbeitende Operation kann erst dann beginnen, wenn der für sie benötigte Input zur Verfügung steht.
• Physikalische Verankerung: Im physischen System sind die jeweiligen Zustände des Systems der Information (symbolische Repräsentationen) zu betrachten, während die Zustandsänderungen der Operationen (Prozesse) zu verstehen sind
Informationsverarbeitungsmodell (Rasmussen, 1986)
Allgemein
Individuen greifen aktiv auf die Informationenzu, die für sie im Kontext ihreraktuellen Ziele und Bedürfnisse relevantsind.
• Dieses aktive Extrahieren von Informationenwird durch Prozesse der selektiven Aufmerksamkeitermöglicht, welche aus einer Fülle von wahrgenommenen Informationen nur jene herausfiltert, die gerade für die bewusste Handlungssteuerung benötigt wird.
• Die Auswahl der relevanten Informationen kann jedoch nur dann kontrolliert werden, wenn das Individuum über eine dynamische innere Repräsentation des aktuellen Zustandes verfügt(ein aktives, inneres dynamisches Weltmodell).
Die Wahrnehmung und selektive Verarbeitung von Informationenauf dieser Ebene erfolgt vor allem mithilfe eines sog. primären Verarbeitungssystems, dessen automatischen Prozessein Form einer „parallelen“, wahrnehmungsorientierten Verarbeitungundunterhalb der Bewusstseinsschwelleablaufen.
• Ein sekundäres Verarbeitungssystemüberwacht das primäre und kontrolliert, das durch einen „sequenziell“ sowie wissens-und zielorientiert arbeitenden Prozessor oberhalb der Bewusstseinsschwelle gekennzeichnet ist.
• Das Modell hat denVorteil, einem breiten Spektrum kognitiver Prozesse und LeistungenRechnung zu tragen
Primäres Verarbeitungssystem
Charakteristik: unbewusste, automatisierte Ebene • verteilte, parallele Verarbeitungsmodi • (z. B. die gleichzeitige Aufnahme, Verarbeitung und Integration von Informationen über mehrere Sinneskanäle bzw. Aufgaben) eine hohe Verarbeitungskapazität • Koordination des Körpers mit einer dynamischen Umwelt auf einer sensomotorischen Ebene.
Zentraler Fokus: Wahrnehmung (Aufnahme von Informationen) aus der Umwelt durch sensorische Inputs. • Ausrichtung der Wahrnehmung wird unter Zuhilfenahme des internen dynamischen
• Weltmodells: Kontinuierliche dynamische mentale Simulation der (Arbeits-) Umgebung sowie der Befindlichkeit des eigenen Körpers, um sensomotorische Prozesse zu koordinieren.
Problem: Durch die parallele Verarbeitung von Informationen auf der sensomotorischen Ebene kann bei der gleichzeitigen Beanspruchung unterschiedlicher Ressourcen zusätzlicher Aufwand entstehen(Kluwe, 2006). (z. B. das Telefonieren während des Autofahrens)
Training: Die automatisierte sensomotorische Verarbeitung kann durch das Einüben von Routineprozeduren unterstützt werden („Entlastung“ der Verarbeitungskapazitäten).
Dynamisches internes Weltmodell
👉 Unser Gehirn erstellt ständig ein inneres Bild der aktuellen Situation – wie eine mentale Simulation in Echtzeit.
Es gibt eine Wechselwirkung:
🔄 Das Weltmodell steuert die Aufmerksamkeit Wir schauen dorthin, wo wir wichtige Veränderungen erwarten.
🔄 Die Wahrnehmung aktualisiert das Weltmodell Neue Informationen aus der Umwelt werden ständig eingearbeitet.
Dieses innere Modell wird laufend aktualisiert und hilft uns, richtig zu handeln.Charakteristik: Kontinuierliche, interne Repräsentation bzw. mentale Simulation der Handlungssituation. • Kognitive Grundlage für die Handhabung von Objekten und Werkzeugen sowie die antizipatorische Steuerung und Kontrolle schneller Handlungssequenzen.
• Wechselseitigen Verschränkung: Wahrnehmungssysteme werden auf die Quelle der Information ausgerichtet, zu der relevante Veränderungen der aktuellen (Arbeits-)Situation erwartet werden. • Wahrnehmungssysteme liefern die Informationen zur kontinuierlichen Aktualisierung des Weltmodells. • Informationsverarbeitung wird auf Umgebungsmerkmale gerichtet, die ziel-und handlungsrelevant in einem bestimmten Arbeitskontext sind.
Inkongruenzentdecker
Unser Gehirn prüft ständig:
👉 Passt das, was ich wahrnehme, zu dem, was ich erwartet habe?
Wenn etwas nicht passt, entsteht eine Art innerer Alarm.
Beispiel:
Du erwartest, dass dein Auto bremst – aber es reagiert verzögert.
Sofort steigt deine Aufmerksamkeit.
Unbewusste Unstimmigkeiten machen das bewusste Denken aktiv.
Die Funktion, Abweichungen des äußeren Geschehens von der internen Situationsrepräsentation aufzudecken (Diskrepanzen Wahrnehmungsergebnisse - Umweltzustand und dem Simulationsergebnis) • Unbewusst wahrgenommenen Unstimmigkeiten alarmieren das bewusste bzw. sekundäre Verarbeitungssystem.
„Situation Awareness“-Konzept auf (Endsley, 1995)
Situation Awarenessbezeichnet die zu einem Zeitpunkt vorgenommene Aufmerksamkeitsverteilung über ein Situationsgeschehen (quasi eine komplexe Momentaufnahme; z. B. beim Landeanflug eines Verkehrsflugzeugs), • das tiefer reichende Verständnis der aktuellen Vorgänge (z. B. die Wirkung von Seitenwind beim Endanflug des Flugzeugs) und • die Erwartungen darüber, wie sich die Situation entwickeln wird (z. B. dass das Flugzeug durch den Seitenwindabdrift die Landebahn verfehlt, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen werden).
Sekundäres Verarbeitungssystem
Das sekundäre Verarbeitungssystem ist die:
👉 bewusste, kontrollierende Denkebene
Es wird aktiv, wenn wir nachdenken, planen oder Probleme lösen müssen.
Charakteristik: Kontrolle des primäre Verarbeitungssystem • Höhere, bewusste Ebene
symbolbasierter sequenzieller Prozessor: hohe Effizienz, da die Wahrnehmungsergebnisse als abstrahierte und hoch aggregierte • Informationscodes (Zeichen und Symbole) interpretiert und verarbeitet werden Begrenzte Verarbeitungskapazität (Begrenzungen der Speicherkapazität • und -dauer des Kurzzeitspeichers) Die Gedächtnisinhalte werden sequenziell und sehr selektiv verarbeitet
Zentraler Fokus: Anhand der Kopplung mit dem Kurzeit-und Langzeitgedächtnis kontrolliert dieser Prozessor: die Ebene und die Aufmerksamkeitsausrichtung der Wahrnehmungsaktivitäten. • die Zielbildung für den gesamten Verarbeitungsprozess sowie die Handlungen. • Einsatz, wenn ungewöhnliche Situationen vorliegen und rationale Folgerungen, • symbolisches Denken sowie neuartige Handlungsstrategien erforderlich werden.
Das sekundäre System arbeitet mit dem Kurzzeitgedächtnis (Arbeitsgedächtnis).
Dieses kann nur etwa:
👉 7 ± 2 Informationseinheiten (Chunks) gleichzeitig halten.
Mentales Modell
Ein mentales Modell ist:
👉 ein inneres Vorstellungsbild davon, wie etwas funktioniert.
Mentale Modelle enthalten:
zeitliche Zusammenhänge (Was passiert wann?)
räumliche Beziehungen (Wo ist was?)
kausale Beziehungen (Was verursacht was?)
symbolische Relationen (z. B. Anzeigen, Warnsignale)
Es hilft uns, komplexe Situationen zu verstehen und sinnvoll zu handeln – auch wenn es nie eine perfekte Kopie der Realität ist.
Das Konzept mentaler Modelle verwendet, das auf große strukturierte Wissenseinheiten Bezug nimmt, die zur Beschreibung, Erklärung und Vorhersage von komplexen technischen, organisatorischen oder sozialen Zusammenhängengebildet werden.
Mentale Modelle weisen eine gegenüber der Wirklichkeit reduzierte Komplexität auf, wodurch die Bestandteile des modellierten Realitätsausschnittes für das Arbeitsgedächtnis –mit seiner sehr begrenzten Kapazität –verarbeitet werden können.
= repräsentieren interne Wissensmodelle über Ausschnitte der äußeren und inneren Realität. Sie stimmen in ihren strukturellen Merkmalen (zeitlichen, räumlichen, kausalen oder symbolische Relationen) mit einem Realitätsausschnitt mehr oder weniger gut überein und ermöglichen dem Individuum, Vorhersagen zu machen, Phänomene zu verstehen, Entscheidungen zu treffen und Ereignisse stellvertretend zu erfahren.
Handlungstheorien
= Beschreibung, Erklärung und Vorhersage menschlicher (Arbeits )Handlungen.
Handlungen von Individuen werden zweckgerichtet, motiviert und bewusst ausgeführt, besitzen einen aktiven, finalen Charakter und wird als Mittel zur Erreichung von Zielen verstanden
Rückkopplungsmechanismen
👉 Damit Menschen gezielt und koordiniert handeln können, brauchen sie Rückkopplung (Feedback).
Ohne Rückmeldung wüssten wir nicht, ob unsere Handlung erfolgreich war oder korrigiert werden muss.
Beim Menschen läuft das genauso:
Wahrnehmung → aktueller Zustand
Ziel → gewünschter Zustand
Vergleich → passt es oder nicht?
Anpassung → Handlung korrigieren
TOTE-Modell (Miller, Galanter, & Pribram, 1973)
Das TOTE bzw. Test Operate Test Exit Modell = Untersuchung zielstrebigen Verhaltens, und dient dazu, menschliches (Arbeits jeweiligen Situation ganzheitlich zu erklären.
Verhalten ist hierarchisch organisiert und läuft nach folgendem Muster ab (Miller et al., 1973):
Vergleich zwischen Soll- und Ist-Situation (Test 1).
Anschluss einer bestimmten Operation, durch welche die Umwelt verändert wird (Operate 1).
Rückmeldung über das erzielte Veränderungsresultat (Test 2).
Wiederholung der Test-und-Operate-Einheiten bis das gewünschte Resultat erreicht wird (Exit).
Handlungsregulationstheorie (Hacker, 2005; Oesterreich und Volpert, 1987)
Ein wesentlicher Ausgangspunkt der Handlungsregulationstheorie ist, dass Arbeitsverhalten bzw. -handeln durch Ziele geleitet und gesteuert wird. Arbeitshandeln kann aus zwei Perspektiven betrachtet werden:
Veränderungs-Vergleichs-Rückkopplungs-Einheiten (VVR-Einheiten) nach Winfried Hacker (2005)
VVR-Einheiten sind die Grundbausteine menschlichen Handelns.
Sie beschreiben, wie wir Schritt für Schritt auf ein Ziel hinarbeiten – immer mit Vergleich und Rückmeldung.
Man kann sie sich als wiederkehrende Handlungsschleifen vorstellen.
Eine VVR-Einheit besteht aus drei Teilen:
Ein Ziel oder Zwischenziel wird festgelegt. → „Was will ich erreichen?“
Eine Handlung wird ausgeführt, um das Ziel zu erreichen. → „Was muss ich tun?“
Das Ergebnis wird überprüft. → „Habe ich das Ziel erreicht?“
Dann beginnt der Kreislauf erneut – falls nötig.
Ziel festlegen
Handlung ausführen
Ergebnis prüfen
Bei Abweichung → erneut handeln
Bei Übereinstimmung → nächster Handlungsschritt
VVR-Einheiten sind:
ineinander verschachtelt
hierarchisch aufgebaut
Die VVR-Einheiten ähneln den TOTE-Einheiten (Test–Operate–Test–Exit).
Unterschied:
VVR-Einheiten:
beziehen sich stärker auf konkrete Zielergebnisse
betonen deutlicher die Veränderung der Umwelt durch Handeln
stellen den Vergleich mit einem „vorgedachten“ Ziel stärker in den Mittelpunkt
Regulationsebenen der Handlungsregulationstheorie (Hacker, 2005)
Menschliches Handeln läuft nicht nur auf einer Ebene, sondern auf drei qualitativ unterschiedlichen Regulationsebenen.
Je nach Situation wird eine andere Ebene aktiv.
👉 Automatisches Handeln
Merkmale:
Steuerung einzelner Bewegungen
stereotype, gut eingeübte Abläufe
läuft ohne bewusste Aufmerksamkeit
wenig Anstrengung
Gangschalten beim Autofahren
Tippen auf der Tastatur
Fahrradfahren
Diese Ebene funktioniert fast automatisch – ähnlich dem primären Verarbeitungssystem bei Rasmussen.
👉 Regelgeleitetes, bewusstes Handeln
Steuerung mehrerer Handlungsschritte
Nutzung von Handlungsschemata
basiert auf Erfahrung
bewusste Urteile und Klassifikationen
Was sind Handlungsschemata?
Das sind:
gespeicherte Handlungspläne
„Wenn-dann“-Regeln
gut trainierte Muster
Standardvorgehen bei einer Maschinenstörung
Ablauf einer Präsentation
Diagnoseschema beim Arzt
Hier wird bewusst gedacht – aber innerhalb bekannter Regeln.
👉 Neuartiges, problemlösendes Denken
Entwicklung neuer Handlungspläne
Analyse komplexer Situationen
bewusste Zielbildung
Entscheidungsfindung
Problemlösen
Diese Ebene wird gebraucht, wenn:
etwas Unbekanntes passiert
keine passenden Schemata vorhanden sind
kreative Lösungen nötig sind
Lösung eines neuen technischen Problems
strategische Planung
Krisenbewältigung
Nach Übung können solche neuen Pläne später auf die untergeordneten Ebenen „absinken“ und automatisiert werden.
Die Ebenen sind hierarchisch organisiert:
Intellektuelle Ebene ⬇ Perzeptiv-begriffliche Ebene ⬇ Sensomotorische Ebene
Neue Handlungen entstehen oben und werden durch Übung nach unten „automatisiert“.
Eine sehr ähnliche Einteilung findet sich bei Jens Rasmussen (1986):
Skill-based level → sensomotorisch
Rule-based level → perzeptiv-begrifflich
Knowledge-based level → intellektuell
Operative Abbildsysteme (OAS)
Sie bezeichnen:
👉 relativ stabile innere Vorstellungen von
Zielen
Plänen
Bedingungen des Handelns
Ohne diese inneren „Abbilder“ wäre zielgerichtetes Handeln nicht möglich.
Man kann sie sich vorstellen wie eine mentale Arbeitskarte, die uns durch eine Aufgabe führt.
Operative Abbildsysteme beinhalten drei wichtige Arten von Repräsentationen:
Sie enthalten:
das Hauptziel
mögliche Teilziele
👉 Sie helfen uns, das gewünschte Arbeitsergebnis gedanklich vorwegzunehmen (= Antizipation).
Beispiel: Ein Schreiner hat ein inneres Bild vom fertigen Möbelstück.
Sie enthalten Wissen über:
Umweltbedingungen
verfügbare Mittel
Einschränkungen
👉 Sie helfen bei der Orientierung im Handlungskontext.
Beispiel: Welche Werkzeuge stehen zur Verfügung? Welche Regeln gelten?
die geplanten Schritte
die Maßnahmen, um vom Ist- zum Soll-Zustand zu kommen
👉 Sie unterstützen die Handlungsplanung und -ausführung.
Sie entstehen in der handlungsvorbereitenden Phase.
Sie bleiben während der gesamten Handlung aktiv.
Es findet ein ständiger Vergleich von Soll- und Ist-Zustand statt.
Über Rückkopplung wird das Handeln angepasst.
OAS ähneln dem internen dynamischen Weltmodell von Jens Rasmussen:
Beide Konzepte beschreiben innere Repräsentationen, die Handeln ermöglichen, steuern und kontrollieren.
Sie sind die:
👉 kognitive Grundlage menschlichen (Arbeits-)Handelns
Ohne sie könnten wir:
keine Ziele verfolgen
keine Handlungen planen
keine Ergebnisse überprüfen
Last changed2 days ago