Wie heißt die Kanüle, mit der CO₂ insuffliert wird und welche Gefahr besteht bei der Anlage?
Verres-Nadel
Gefahr der Darmverletzung (selten)
Wie hoch wird der intraabdominale Druck bei Erwachsenen bzw. Kindern in der Regel eingestellt?
Erwachsene: ca. 12 bis 16 mmHg
Kleinkinder/Säuglinge: max. 8 mmHg
Was ist die Alternative zum Kapnoperitoneum?
Sog. “Abdominal-Wall-Lift-System, eine Art Regenschirmgestänge, welches die Bauchhöhle offen halten kann.
Welche Vorteile hat CO₂ im Vergleich zu anderen Gasen bei laparoskopischen Operationen?
Hohe Blutlöslichkeit
Hohe Speicherkapazität im Körper
Relativ geringe hämodynamische Auswirkungen
Schnelle Elimination
Für eine Gasembolie notwendige Menge ca. 5x so hoch wie bei anderen Gasen
Im Vergleich zu O₂ keine Explosionsgefahr
Welche Vorteile hat die minimalinvasive Chirurgie (MIC) mittels Laparoskopie trotz teils deutlich längerem Operationsdauer?
Geringe Operations-Trauma
Seltener thromboembolische Komplikationen
Geringere postoperative Lungenfunktionsstörungen (Hypoxien und Pneumonien)
Geringere postoperative Schmerzen
Schneller Erholung der Darmmotilität
Kürzere Krankenhausverweildauer
Welche anästhesiologisch relevanten Probleme sind bei laparoskopischen Operationen typischweise zu erwarten?
Anstieg des pₐCO₂
Beeinträchtigung des respiratorischen Systems
Beeinträchtigung der Hämodynamik
Abfall der Körpertemperatur
Warum spielt die CO₂-Resorption während eines intraabdominale Eingriffen keine so große Rolle?
Weil die zahlreich im Peritoneum verlaufenden Gefäße durch den Druck von 12 - 16 mmHg leicht komprimiert werden können. Erst nach Ablassen des Druckes kommt es zu einem merklichen Anstieg der CO₂-Resorption.
Um wie viel muss das AMV gesteigert werden, um eine Hyperkapnie bei Anlage des Kapnoperitoneums zu verhindern?
Um ca. 20%.
Um wie viel Prozent muss das AMV bei der extraperitonealen CO₂-Insufflation gesteigert werden und warum?
Um ca. 50%.
Aufgrund der höheren CO₂-Resorption, da die Gefäße hier deutlich weniger stark komptimiert werden.
Was sind die
schnellen
mittleren
langsamen
CO₂-Speicher im Körper?
Blut und gut durchblutete Organe (Gehirn, Herz, Leber, Niere)
Muskulatur
U.a. Fett- und Knochengewebe
Welche Probleme drohen bei einer stärkeren Hyperkapnie?
Respiratorische Azidose
Vasodilatation im großen Kreislauf
Abfall des systemischen Blutdrucks
Ventrikuläre Extrasystolen
Vasokonstriktion im Pulmonalkreislauf
Vasodilatation im Zerebralkreislauf
Welche Ursachen kann es haben, wenn eine übermäßige Steigerung des AMV notwendig ist, um eine Hyperkapnie zu verhindern?
Es sollte ein Hautemphysem (oder Retroperitonealemphysem) und ein Pneumothorax ausgeschlossenw werden.
Was ist in der postoperativen Phase bzgl. des CO₂ zu beachten?
Die CO₂-Resorption aus dem Peritonealraum ist in der frühen postoperativen Phase höher als intraoperativ.
Deswegen ist in dieser Phase eine intakte Atemregulation und eine möglichst gute Vigilanz notwendig.
Welche respiratorischen Auswirkungen kann die Anlage eines Kapnoperitoneums haben?
Abnahme der Vitalkapazität
Abnahme der FRC
Abnahme der respiratorischen Compliance
Anstieg des notwendigen Beatmungsdruckes
Zunahme des Ventilations-/Perfusionsmissmatch
Verdrängung von Zwerchfell und Carina nach kranial
Um wie viel kann sich das Zwerchfell (und die Carina) nach kranial verlagern und welche Problem kann daraus entstehen?
Um bis zu 3 cm.
Durch die Verlagerung der Carina kann es zu akzidentiellen einseitigen Intubation bei vorher korrekter Tubuslage kommen.
Welche Auswirkungen kann die Anlage eines Kapnoperitoneums auf die Hämodynamik haben?
Anstieg des zentralen Venendruckes
Initial Anstieg, dann Abfall des venösen Rückflusses
Initial Anstieg, dann Abfall des HMV und des SV
Anstieg des peripheren Gefäßwiderstandes
Anstieg des pulmonalvaskulären Widerstandes
Anstieg des arteriellen Blutdruck
Wodurch steigt initial das HMV bzw. SV bei Anlage des Kapnoperitoneums?
Wodurch nimmt in Folge das HMV bzw. SV ab?
Durch das “Ausquetschen” des abdominalen venösen Gefäßsystems
Durch Kompression der V. cava und ein venöses Pooling in den Beinen
Um wie viel Prozent nimmt der periphere Gefäßwiderstand und der mittlere arterielle Blutdruck während eines Kapnoperitoneums zu?
Um ca. 30 - 60%.
Um ca. 10 - 40%.
Was sind die beiden hauptsächlichen Gründe für den Anstieg des peripheren Gefäßwiderstandes?
Mechanische Gefäßkompression im Abdominalbereich
Konzentrationsanstieg vasoaktiver Hormone (z.B. Adrenalin, Noradrenalin, Vasopression und Renin-Angiotensin)
Aus welchen 3 Gründen ist eine laparoskopische Operation bei Patienten mit einem erhöhten ICP kontraindiziert?
Mögliche Hyperkapnie und damit verbundener ICP-Anstieg
Gedrosselter venöser Rückfluss aus dem Gehirn
Evtl. notwendige Kopftieflagerung
Inwiefern kann man die hämodynamischen Folgen eines Kapnoperitoneums mit denen einer chron. Herzinsuffizenz vergleichen?
Zunahme des systemischen Gefäßwiderstandes
Zunahme des pulmonalvaskulären Widerstandes
Abfall des Herzminutenvolumens
Welche Folgen kann Dehnung des Peritoneums haben und wie häufig sind diese Folgen?
Reflex-Bradykardie, AV-Dissoziation, AV-Knoten-Rhythmus
Ca. 5%
Welche renalen und hepatischen Veränderungen treten bei einem Kapnoperitoneum auf?
Abnahme des renalen Blutflusses
Abnahme der glomerulären Filtrationsrate
Abnahme der Urinausscheidung
Abnahme des hepatischen Blutflusses
Zunahme der Konzentration der Transaminase
Welche Temperatur hat das insufflierte CO₂?
In der Regel unter 20°C
Wie viel CO₂ befindet sich ungefähr im Peritoneum und wie hoch ist die Menge am gesamt applizierten CO₂?
Ca. 2,5 bis 5 Liter
Ungefähr 25 bis 30 Liter
Wie hoch ist die Inzidenz einer Gasembolie bei einer laparoskopischen Operation?
Die Inzidenz wird mit <0,6% angegeben.
Was sind typische Hinweise auf eine Gasembolie?
Abfall der endexpiratorischen CO₂-Konzentration
Anstieg des arteriellen CO₂-Druck
Abfall der arteriellen Sauerstoffsättigung
Blutdruckabfall
Tachykardie
Rhythmusstörungen
Bei welchen Eingriffen ist die Gefahr einer Gasembolie am größten?
Bei Leberteilresektionen, da hierbei zahlreiche Lebervenen verletzt werden.
Warum spricht ein Shunt-Vitium ggf. gegen eine laparoskopische Operation?
Es besteht ggf. die Gefahr einer paradoxen Luftembolie mit Verlegung einer Koronar- oder Zerebralarterie.
Wie hoch wird die Inzidenz von PONV nach laparoskopischen Eingriffen angegeben?
Die Inzidenz wird häufig mit 50 bis 70% angegeben.
Wodurch kommen häufige Schulter- und Nackenschmerzen nach laparoskopischen Eingriffen zustande?
Durch Reizung der Zwerchfells und Projektion der Schmerzen über den N. phrenicus auf den Schulterbereich.
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