(Folie 4) Was war der zentrale Fokus der strategischen Perspektive in ihrer dominierenden Phase?
• Fokus auf familiäre Interaktionsstrukturen
• Annahme: Diese Strukturen tragen zur Aufrechterhaltung von Symptomatik bei
→ Ziel: Veränderung der Interaktionsmuster
(Folie 4) Wann war die strategische Perspektive besonders dominant?
• 1970er bis 1990er Jahre
• In dieser Zeit prägend für die systemische Therapieentwicklung
(Folie 4) Von welchen Schulen ging die strategische Perspektive historisch aus?
• In den USA: ausgehend vom MRI
• In Europa: geprägt von der Mailänder Schule
Details merken:
• USA: Bateson, Erickson, Watzlawick
• Mailänder Schule: Selvini-Palazzoli, Boscolo
(Folie 5) Welche klassischen Methoden prägten die strategische Perspektive?
• Varianten der Einwegspiegel-Arbeit
• Strategische Verschreibungen
(Folie 5) Welche Methoden sind heute noch bedeutsam?
• Reflecting-Team
• Zirkuläres Fragen
• Verschreibungen
• Paradoxe Interventionen (intersession tasks)
(Folie 5) Welche Haltungen sind zentral für die strategische Perspektive?
• Neutralität
• Hypothetisieren
• Zirkularität
(Folie 6) Was ist das zentrale Grundprinzip der narrativen Perspektive?
• Kooperation auf Augenhöhe
• Therapeutisches Wissen dient der Erweiterung des Möglichkeitsraumes
→ Alle zuvor genannten Aspekte können einbezogen werden
(Folie 6) Welche Veränderung im Interventionsstil beschreibt die narrative Perspektive?
• Übergang von distanzierter Intervention
→ zu kooperativer Kommunikation unter Beteiligten
• Bezug: Kybernetik 2. Ordnung
(Folie 6) Worauf liegt der Fokus narrativer Therapien?
• Geschichten
• Diskurs
• Position
(Folie 7) Was wird unter „Geschichten“ in der narrativen Perspektive verstanden?
Es geht um:
• Welche Art von Geschichte wird erzählt?
• Mit welchem Standpunkt?
• Vor welcher Zuhörerschaft?
→ Welche Interpretationen werden nahegelegt?
→ Welche selbstverständlichen Implikationen sind enthalten?
(Folie 7) Was bedeutet „Diskurs“ im narrativen Verständnis?
• Unterstützen bisherige Perspektiven das Problem
oder lassen sie neue Sichtweisen zu?
• Wie gewinnen bestimmte Perspektiven über
Person und Problem Bedeutung?
• Entsprechen diese Ideen den Intentionen der Klienten?
(Folie 7) Was meint „Position“ in der narrativen Perspektive?
• Verortung der Person in ihren Geschichten
• Standortbestimmung gegenüber Diskursen
• Beschreibung der therapeutischen Beziehung und Konversation
→ Der Therapeut nimmt eine dezentrale Position ein
(Folie 8) Wie grenzen sich lösungsorientierte und hypnosystemische Ansätze von systemischer Therapie ab?
• Explizite Abgrenzung von der systemischen Therapie
• Kein Reden über Ursachen
→ vollständiger Verzicht auf Ursachendiskussion
(Folie 8) Was ist die zentrale Annahme nach Steve de Shazer?
• Problem und Lösung haben nicht zwingend miteinander zu tun
• Veranschaulicht durch die Türschlossmetapher
(Folie 8) Welche heutige Grundhaltung prägt lösungsorientierte Ansätze?
• Ziel- und Lösungsorientierung
• „problem talk creates…“
• Techniken:
– Ausnahmen
– Wunderfrage
(Folie 9) Welche Hausaufgaben werden je nach Kliententyp unterschieden?
• Besucher → Komplimente
• Klagende → Beobachtungs- und Denkaufgaben
• Kunden → Beobachtungs- und Verhaltensaufgaben
(Folie 9) Welche Haltung prägt lösungsorientierte Interventionen besonders?
• Kreativität
• Leichtigkeit
• Ungewöhnliche Interventionen
(Folie 9) Wie unterscheiden sich hypnosystemische Ansätze (Gunther Schmidt)?
• Wertschätzung des problem talk
• Gleichzeitig: Wertschätzung als Informationsquelle für Bedürfnisse
(Folie 9) Worauf richtet sich in hypnosystemischen Ansätzen die Aufmerksamkeit?
• Fokus auf zukünftig Erwünschtes
Daraus folgen:
• Zielfokussierung
• Pacing
• Imaginationen
• Utilisation
(Folie 15) Worin sehen sich systemische Therapeuten primär als Experten?
Nicht für:
• Inhalte oder Ursachen von Symptomen
Sondern für:
• Veränderungsprozesse sozial-interaktiver Strukturen
• Strukturen, die Symptome aufrechterhalten
• Blockaden eigenständiger Lösungen
(Folie 15) Was wird im systemischen Ansatz zentral berücksichtigt?
• Soziales Umfeld
• Interaktionsstrukturen
• Gemeinsame „Deutungen der Welt“
(Folie 15) Welche Annahme wird über soziale Realität getroffen?
• Ein bedeutsamer Anteil sozialer Realität beruht auf
Wirklichkeitskonstruktionen
• Nicht ausschließlich auf objektiven Fakten
(Folie 15) Worauf richtet sich der therapeutische Fokus statt Ursachenforschung?
Nicht primär:
• Erforschung möglicher Ursachen
Sondern:
• Was wirkt jetzt aufrechterhaltend?
• Welche Lösungen sind möglich?
(Folie 15) Wie wird Veränderung im systemischen Verständnis gedacht?
• Orientierung an Selbstorganisation
Bedeutet:
• Veränderung nicht „von außen“
• Schaffen eines Rahmens, in dem vorhandene Potenziale genutzt werden können
(in Anlehnung an Kriz, 2014)
(Folie 17) Was ist der „kleinste gemeinsame Nenner“ der unterschiedlichen Konstruktivismen?
• Aussagen und Beschreibungen sind keine objektive Abbildung von Realität
• Sie sind abhängig von der Perspektive eines Beobachters
→ Realität wird subjektgebunden aufgefasst
(Folie 17) Wie wird der Konstruktivismus insgesamt charakterisiert?
• Kein einheitliches System
• Eher ein
„inkohärenter Diskurs mit unterschiedlichen Stimmen und Verzweigungen“
(Schmidt, 2010)
(Folie 17) Von welchem Ansatz geht die systemische Rezeption aus?
• Vom radikalen Konstruktivismus
• Geprägt von Ernst von Glasersfeld
Zentraler Begriff:
• Viabilität
(Folie 19) Wie wird ein System nach Ludewig (1982) definiert?
• Elemente
→ veränderliche Größen
• Diese relationieren
→ innerhalb einer Sinngrenze
(Bezug: Bonney, 2003)
(Folie 19) Was bedeutet „Sinngrenze“ im Kontext der Systemdefinition?
• Grenze, innerhalb derer Elemente
bedeutsam aufeinander bezogen sind
→ Das System ist durch Sinnzusammenhang bestimmt
(Folie 20) Worin sieht Kriz die Erklärungsleistung der Synergetik?
• Entstehen von Ordnung wird konzeptionell erfassbar
• Besonders wichtig: Übergang von einem Ordnungszustand in einen anderen
→ Relevant für therapeutische Veränderungsprozesse
(Folie 20) Welche zentrale Frage stellt sich in dieser Theorie?
• Wie entstehen in der Lebenswelt
Ordnung bzw. Ordnungsmuster?
(Folie 20) Was sind Attraktoren?
• Dynamische Ordnungsbildungen
Beispiel auf der Folie:
• Applaus → „Zwanghafte Ordnung der Elemente“
(Folie 20) Was ist die zentrale systemtheoretische Frage laut v. Schlippe & Schweitzer?
• Wie entstehen unter bestimmten Bedingungen
„Muster von Sinn und Bedeutung in dynamischen Interaktionen“?
(Folie 22) Welche vier Prozessebenen unterscheidet die personzentrierte Systemtheorie?
• Körperliche Ebene
• Psychische Ebene
• Interpersonelle Ebene
• Kulturelle Ebene
(Folie 22) Wie entsteht Ordnung auf diesen Ebenen?
• Durch Sinnattraktoren
• Entwickelt aus den jeweiligen Sinnangeboten
(Folie 22) Warum kommt es zur Komplexitätsreduktion?
• Um „lebensfähig“ zu sein
• Zwischen Chaos, Angst und Ordnung
Aber:
• Tendenz zur Überstabilität von Attraktoren
(Folie 22) Was ist eine Komplettierungsdynamik?
• Neue Informationen werden
im Sinne eines vorhandenen Attraktors integriert
Beispiel laut Folie:
• Eigenschaften
• Diagnosen
(Folie 22) Wie entstehen stabile Muster über die Zeit?
• Durch Wiederholung
• Stabilisierung durch Selbstreproduktion
Begriffe:
• Emergenz
• Iteration
(Folie 24) Welche zwei Haltungen sollen systemische Therapeut:innen vermeiden?
• Nicht individualisieren
→ Personen keine stabilen Eigenschaften zuschreiben
• Nicht pathologisieren
→ Personen keine Defizite zuschreiben
(Folie 24) Was soll stattdessen beschrieben werden?
• Interaktionelle Muster und Zusammenhänge
Leitfrage:
→ In welchen Kontexten entsteht ein Problem?
(Folie 24) Wie soll mit Symptomen umgegangen werden?
• Nach Funktionen suchen
• Nach guten Absichten von Symptomen fragen
(Folie 24) Wie wird mit der Idee von „Permanenz“ umgegangen?
• Konstruktion von Dauerhaftigkeit vermeiden
• Stattdessen: Unterschiede erzeugen
→ Wann tritt das Problem nicht auf?
(Folie 24) Welche Haltung zur Veränderung ist zentral?
• Fähigkeiten zur Veränderung unterstellen
• Gleichzeitig: Neutralität bezüglich individueller Lösungen bewahren
(Folie 24) Was muss bei gewünschten Veränderungen berücksichtigt werden?
• Mögliche negative Auswirkungen der Veränderung beachten
(Folie 24) Was ist hinsichtlich des Therapieauftrags wichtig?
• Therapieauftrag erfragen
• Erwartungen aller Beteiligten berücksichtigen
(Folie 24) Wie soll gearbeitet werden?
• Zielorientiert arbeiten
• Fokus auf Ressourcen
• Aufmerksamkeit auf kleine Erfolge
(Folie 26) Welche Zuordnungsfrage wird zu den Perspektiven gestellt?
Es soll jeweils ein typisches Element oder eine Technik zugeordnet werden für:
• Strategische Perspektive
• Narrative Perspektive
• Lösungsorientierte Perspektive
• Hypnosystemische Perspektive
(Folie 26) Was ist laut Leitfrage der markanteste Unterschied zwischen lösungsorientierter und hypnosystemischer Perspektive?
• Herausarbeiten des markantesten Unterschieds zwischen beiden Ansätzen
(keine inhaltliche Ausformulierung auf der Folie selbst)
(Folie 26) Welche grundlegende Definitionsfrage zur Systemischen Therapie wird gestellt?
• Was ist Systemische Therapie?
• Was sind typische „Zutaten“ und Grundlagen?
(Folie 26) Welche theoretische Klärung zum Konstruktivismus wird gefordert?
• Welchen Beitrag leistet der Konstruktivismus
zur Erklärung von
– „Störung“
– Veränderung?
(Folie 26) Welche zwei systemtheoretischen Begriffe sollen erklärt werden?
• Was versteht man unter einem Attraktor?
• Was ist eine Komplettierungsdynamik?
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