Begriffsklärung Humanistischer Ansatz
(Betonung und Grundannahmen)
- Gruppe therapeutischer Methoden mit einheitlichem Menschenbild:
o Optimismus Bezogen auf Entwicklungsfähigkeit (innere Kraft der Selbstverwirklichung)
o Betonung: Einzigartigkeit, Autonomie, Freiheit, Selbstverantwortung und Ganzheitlichkeit
§ Vier Grundannahmen:
· Ziel und Sinnorientierung (jedes Verhalten hat Ziel auch neg)
· Autonomie und Abhängigkeit (In diesem Spannungsfeld Balance finden)
· Selbstverwirklichung (inkl Kompetenzerleben)
· Ganzheitlichkeit (mehr als summe der teile/Einzigartigkeit
- Deutliche Unterschiede zwischen humanistischen Ansätzen in Störungsmodellen und Techniken
- Humanismusdefinition Im Rahmen des Anerkennungsantrags
o Experientell (an unmittelbarer Erfahrung), experimentell (Kooperative Kreativität) und existentiell (Sinnfragen)
§ Gemeinsame Grundordnung vom WB akzeptiert aber nicht konzeptuell konsistent genug
Behandlungselemente
- Primär: Förderung Kongruenz /Reduktion Inkongruenz
- Förderung der Selbstexploration und Regulation (Erkunden und Verstehen eigenes Erleben, Regulation (affekt, und Körperlich) ua durch Körperwahrnehmung/haltung ect)
- Förderung Kommunikation von Gefühlen
- Exploration von Bedeutungssystemen/-Werten
- Erlebnisaktivierung
- Spezifisches Beziehungsangebot (Empathie, bedingungslose positive Zuwendung, Kongruenz des Therapeuten)
Unterschiedliche humanistische Methoden/Verfahren
- Internationnal (humanistic-experiental)
- In Deutschland zusätzlich: Transaktionsanalyse und Integrative Therapie (Kombi aus GP, GT, KP und PdT)
Allgemeines zur GT
(Alternativbezeichnung und Wurzeln)
o Andere Bezeichnungen: klientenzentrierte, personenzentrierte, supportive Therapie, nicht-direktive Therapie
o Philosophische Wurzeln (what a surprise) + Gestaltpsychologie, Psychoanalyse
§ Unzufriedenheit mit PS und frühem Behaviorismus (fehlende theoretische fundierung u Empirie in angewandter Therapie/Beratung GT als Pionier der empirischen Psychotherapieforschung (inkl statistik und Operationalisierung von Therapie-variablen und Outcomes
Historische entwicklung GT
o 1942 Buch mit Gegenentwurf zur VT u PA (Counseling and Psychotherapy/ Die nicht-direktive Beratung)
· 1951 deutliche Distanzierung von Begriff „nicht-direktiv“ „klientenzentriert“
§ 60er/70er führendes Verfahren in der Therapie Verankert in psychologischen Instituten
§ 1967 Gründung der ersten psych. Beratung and der UHH studierende konnten Ausbildung in Psychotherapie beginnen
§ 1970 Gründung der Gesellschaft wissenschaftliche GT heute: Gesellschaft für personenzentrierte Psychotherapie
- Begriffe nach Rodgers:
Psychische störung ≠ Krankheit (stattd. Mangel and Bewusstsein und Wachstum)
o Aktualisierungstendenz= Tendenz Entfaltung der eigenen Kräfte
§ Selbstaktualisierung = selbst stetig weiterentwickeln indem Erfahrungen in Selbstkonzept integriert werden
o Streben nach unbedinger Wertschätzung (Wenn an bedingung geknüpft dann wird Erfahrung nicht integriert)
o Inkongruenz (Selbstkonzept vs Ideal-Selbst)
§ Psychische Störung als Ergebnis chronischer Inkongruenz (Verzerrung, Verleugnung, Verdrängung nicht integrierbarer Erfahrungsaspekte)
o fully functioning person
o fully functioning person (nach Rodgers)
§ offen ggü neuen Erfahrungen
§ Genaue integration(Symbolisierung) von Erfahrungen ohne Verzerrung
§ Erkennen des Selbst?
§ Bedingungslose positive Selbsteinschätzung
§ Korrektur von Fehlentscheidungen ist leicht
§ Ungehindertes Annehmen und vergeben positiver Wertschätzung
§ Befriedigende soziale Interaktionen
- Aufgabe + Voraussetzungen (an TherapeutIn) der GesprächsTherapie
o Förderung der Selbstaktualisierung
o Voraussetzung (laut späteren Vertretern aber nicht mehr hinreichend) für therapeutische Grundhaltung
§ Bedingungsfreie positive Wertschätzung Klient in allen Aspekten
· Interesse Zeigen
· Bestätigen (in Entscheidungen und Einstellungen)
· Solidarisieren
§ Kongruenz und Echtheit (Therapeut ist in Kongruenz und hat eigene Selbstaktualisierungskompetenz)
· Konfronieren (widersprüche)
· Klärung individueller Beziehungskonzepte
· Selbsteinbringen eigener Gefühle
§ Empathie
· Verbalisieren (wiederholen) von emotionalen Erlebnisinhalten
· Konkretisierendes Verstehen
· Herausarbeiten der Persönlichen Bedeutung
§ Focusing (nach Gendlin)
Weiterentwicklung der GT:
· Grundannahme: jede Wahrnehmung hat vorher körperliche Resonanz
· 6 Schritte (In der Reihenfolge)
o Inneren Freiraum schaffen (Entspannung, offenheit)
o Felt Sense herstellen ( Problem als Körpergefühl vorstellen)
o Griff finden Felt sense mit Wort, Symbol oder Bild beschreiben
o Stimmigkeit zwischen Felt sense und Bild
o Fragen stellen;
§ Problem als Ursache des Felt Sense?
§ Was braucht man, um Felt Sense zu bessern ?
§ Kann das auch zur Lösung des Problems beitragen?
o Heilenden Prozess annehmen und schützen
§ Klärungsorientiert (nach Sachse)
Weiterentwicklung GT:
· Grundannahme; dysfunktionale organisierte Strukturen/Annahmen Mangelnder Zugang zu Motiven Zielen Werten, problematisches Erleben
· Stärkere Berücksichtigung Von Zielen und Handlungsebenen
· Grundvoraussetzungen nach Rodger nicht hinreichend (nur Grundlage für Beziehungsaufbau und Stabilisierung)
Ergänzend Ein-Personen Rollenspiel oder gezielte Fragen nach persönlicher Bedeutung von Erlebnissen
- Psychodrama (Moreno)
Basics
o Entwickelt in 1930 basierend auf Erfahrung in Flüchtlingslagern, Gefängnissen Psychatrien (schwere Fälle)
o Grundannahme: Nacherleben und Ausagieren von belastenden Erfahrungen = Heilung
o Patient*in = Protagonist*in
6 Konstituenten des Psychodramas
o (Therapiekonzept)
§ Bühne als abgetrennter Raum
§ Entfalten bedeutsamer Szenen aus Vergangenheit/Zukunft
§ Hoher affektiver Realitätsgehalt (durch Einsatz Bewegung, Mimik, Sprache)
§ Experimente mit neuen Erlebens-Verhaltensweisen (nicht nur Vergangenes)
§ Therapeut*in als Spielleiter wendet Techniken für intensives Spiel
· Im Anschluss Analyse mit Mitspielerinnen(Hilfs-Ich) und Protagonist*in
§ Gruppenmitglieder geben Rückmeldung
Konkrete Techniken
§ Szenisches Spiel = Nachstellung konkreter Ereignisse mit Bühnenbild und Hilfs-ichs (Gruppenmitglieder)
§ Rollenspiel/Training = Einüben neuer Verhaltensmuster (in Vorgegebenen Rollen/ Doppeln, Spiegeln, Rollentausch)
§ Zukunftsprojektion
§ Leerer Stuhl (Repräsentation für bestimmte Rolle)
§ Systemaufstellung (Standbild)
Anwendung
§ Nicht-kurativer Bereich bei psychisch Gesungen in Beratung Pädagogik
§ Klinische Anwendung im Gruppensetting
§ Bei vulnerablen Personen(auch wenn vulnerabilität unbekannt) oder ungeschulter Anleitung aufgrund hoher emotionaler Aktivierung ggf Probleme
- Gestalttherapie (Perls)
o Einflüsse: Gestaltpsychologie, Psychoanalyse, körperpsychotherapie 1940er -60er
o Grundannahme:
§ Prinzip organismische Selbstregulation (Drang zu wachsen)
§ Gestalten Ganzheit und Ordnung sind primäre Einheiten Erlebens/Verhaltens
· Gestalt ist mehr als nur Summe der Teile Mensch und Umwelt = untrennbares Ganzes
§ Wahrnehmung in Figur-Grund-Einheiten (nicht Details)
o Störung durch Abspaltung von Teilen inneren/äußeren Erlebens
§ Verhinderung der Ganzheit des Individuums
§ Behinderung des Wachstums und eigener Problemlösefähigkeit
§ Kontaktstörungen (Abwehrmechanismen
Techniken
§ Fördern Erlebnisausdruck
§ Skillful frustration = Konfrontation durch Provokation
§ Experimente /Rollenspiele
§ Traumarbeit (Traum im Präsens wie Geschichte erzählen, Neues Ende erfinden, Re-Identifikation: Traum als Stück vom Selbst)
§ Arbeit mit den Stühlen (übernommen von Psychodrama)
· Heißer Stuhl Person die arbeiten Möchte ?
· Leerer Stuhl ermöglicht Einsicht in erleben von Aspekten der Eigenen Persönlichkeit oder Bezugspersonen
Anerkennung der GT
o Wissenschaftlicher Beirat
§ 1999: Ja aber nur 3 Störungsbilder (3 von 12) für eigenständige Therapieform
§ 2002: Affektive Störungen, Angststörungen, Belastungsstörung, Anpassungsstörungen, psychische und soziale Faktoren bei somatischen Erkrankung
· Empfehlung für Zulassung zur vertieften Ausbildung
o Gemeinsamer Bundesausschuss: 2006 Studien genügen nicht den Ansprüchen nur 1 gute dh keine Versorgungszulassung
§ Beleg nur bei Depressionen und nur genauso gut wie bereits zur Verfügung stehende Therapien
Anerkennung der Klientenzentrierten Spieltherapie
Wiss Beirat Nein, keine Ausreichende Studienlage
Humanistische Therapie als Gesamtverfahren Anerkennung
o Wissenschaftlicher Beirat: 2018 keine Anerkennung
§ Keine Nachweise für Effektivität bei Angststörungen
· Gt hat auch ihre Anerkennung dadurch verloren
§ Zwar übergeordnetes Verfahren (Humanismus als Grundorientierung) aber Keine differenzierte Ausarbeitung über Fusion der verschiedenen Ansätze für einen konkreten Ansatz in Aus und Fortbildung
§ Neuer Antrag der gestellt werden soll
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