Was ist das BIP?
BIP = Gesamtwert aller Produkte und Dienstleistungen, die für den Verbrauch gedacht sind und innerhalb eines best. Zeitraums in einem Land produziert wurden.
misst, wie gut/weniger gut eine Volkswirtschaft wirtschaftet. Zeigt, wie viel Geld in einer Volkswirtschaft verdient wurde und wie viele Güter/Dienstleistungen hergestellt wurden.
bezieht sich auf gesamte Produktion innerhalb territorialer Grenzen (Territorialprinzip)
beinhaltet: auch den Wert von Wohnungen und Häusern. Wenn Immobilie selbst bewohnt wird, dann schätzt man, wie viel Geld sich jemand theoretisch selbst bezahlen müsste. Diese Miete zählt dann zu den Einnahmen und Ausgaben der Person.
Fokus auf wirtschaftliche Leistung / Produktion
berücksichtigt Markttransaktionen (alles, was gekauft und verkauft wird)
keine Bewertung von Umweltfolgen oder sozialer Verteilung
Beispiel: mehr Produktion → BIP steigt, auch wenn Umwelt belastet wird
beinhaltet nicht: illegal produzierte und gekaufte Produkte sowie Produkte, die man in Heimarbeit herstellt und verbraucht (Tomaten für den eigenen Salat)
Kritik: beschränkt sich zu stark auf materielle Dinge im Ggs. zum ISEW
nominales BIP:
schließt Preisänderungen, wie Inflation, mit ein
reales BIP:
man rechnet Preisänderungen, z.B. Inflation, raus, um die tatsächliche Wachstumsrate zu ermitteln
Was ist das BNE?
BNE = berechnet, was die Bürger eines Landes herstellen, egal wo sie das tun.
Berechnung: BIP - Geld, welches ins Ausland geht + Geld, welches ins Land kommt
es gilt das Nationaliätsprinzip, erwirtschaftetes Einkommen der Einwohner entscheidend, nicht wo das Einkommen erwirtschaftet wurde.
Bsp: Luxemburg - 200.000 Menschen arbeiten dort, aber wohnen in den Nachbarländern. Folge: hohes BIP, etwas niedrigeres BNE.
Was ist das ISWE?
ISWE = Index of Sustainable Economic Welfare
= Index des nachhaltigen wirtschl. Wohlstands
misst nachhaltigen wirtschaftlichen Wohlstand
berücksichtigt neben wirtschaftlicher Leistung auch soziale und ökologische Faktoren
zieht z. B. Umweltschäden oder soziale Kosten vom Wohlstand ab
berücksichtigt auch nicht bezahlte Arbeit (z. B. Hausarbeit)
Ziel: realistischere Darstellung von Lebensqualität und Nachhaltigkeit
Beobachtung in der Praxis: wenn schnelles Wirtschaftswachstum, dann nimmt ISEW oft nicht zu, eher sinkend: Deutung - Wachstum kann nicht langfristig bestehen und Wohlstand wird immer ungleicher verteilt
Was ist das wirtschaftliche Gleichgewicht?
Wirschaftl. Gleichgewicht = Angebot und Nachfrage sind im Ausgleich
ist wichtig, um zu verstehen, wann der Markt optimal und stabil ist, warum wann Inflation etc. auftreten
wenn Ungleichgewicht, dann wirtschaftspol. Maßnahmen erforderlich zur Abmilderung/Beseitigung; Problem: welche Maßnahme und zu welchem Zeitpunkt und wie die Wirtschaftssubjekte darauf reagieren
Gegenmaßnahmen bei Ungleichgewicht über Zinsen, Steuern, Ausgaben oder Regeln, z.B. durch Abwrackprämie, Zinsanpassung EZB, Schulungen Arbeitslose, Mindestlohn oder Eingriffe gegen Monopolisten
versch. Arten (beziehen sich jeweils auf Gütermarkt, Arbeitsmarkt, Geldmarkt oder Kapitalmarkt):
Gesamtwirtschl. Gleichgewicht: betrachtet nur die beiden Makromärkte Güter- und Geldmarkt. So kann man mögliche fiskal- und geldpol. Maßnahmen diskutieren.
Ausgaben (E) = Einkommen (Y) sowie
Geldnachfrage (Dm) = Geldangebot (Sm)
monetäres Gleichgewicht: wird von der EZB gesteuert
Geldangebot (Sm) = Geldnachfrage (Dm)
langfristiges Gleichgewicht: Schnittpunkt zwischen aggregierter Nachfrage- und aggretierter Angebotskurve, Produktmenge findet zum herrschenden Preis Abnehmer. So wird das natürliche Produktionsniveau verwirklicht
Gleichgewichtslohn = jener Lohn/Gehalt, bei dem Arbeitskräfteangebot = Arbeitskräftenachfrage; sonst Arbeitslosigkeit oder Fachkräftemangel
Gleichgewichtszinssatz (Liquiditätspräferenztheorie nach Keynes): spielt sich so ein, dass Sm und Dm übereinstimmen, also angebotene entspricht der nachgefragten Geldmenge; wenn aus dem Gleichgewicht, werden Wirtschaftssubjekte ihre Vermögensbestände umdisponieren, Folge: bewegt sich hin zum Gleichgewichtsniveau
Wie lassen sich Güter kategorisieren?
nach Beschaffenheit: materiell (Sachgüter) und immatieriell
nach Verwendungszweck: Produktionsgüter (Mensch, Maschine, Werkzeuge) zur indirekten Bedürfnisbefriedigung, um Konsumgüter (direkte Bedürfnisbefriedigung) zu produzieren
nach Art der Nutzung:
nach Produktionsgütern: Potenzialfaktoren (Investionsgüter, Betriebsmittel, Mitarbeiter) mit einem best. Leistungspotential/-vermögen und Repetierfaktoren (Werkstoffe), die in ein Produkt eingehen/bei der Produktion verbraucht werden und deren Beschaffung laufend wiederholt (repetiert) werden muss
bei Konsumgütern nach der Haltbarkeit: Verbrauchsgüter (werden bei ihrem Einsatz verbraucht, z.B. Brennstoff, Lebensmittel) und Gebrauchsgüter (erlauben wiederholten Gebrauch und längerfristige Nutzung, z.B. Auto, Kleidung)
Nach der Beziehung zu anderen Gütern
Substitutionsgüter: können sich gegenseitig ersetzen (z. B. Butter und Margarine)
Komplementärgüter: werden gemeinsam genutzt (z. B. Auto und Benzin)
Nach der Einkommenswirkung
Normale Güter: Nachfrage steigt mit Einkommen
Inferiore Güter: Nachfrage sinkt bei höherem Einkommen, z.B. Instant-Nudeln, i.d.R. Second-Hand oder ÖPNV
Nach der Preiselastizität
Elastische Güter: Nachfrage reagiert stark auf Preisänderungen
Unelastische Güter: Nachfrage reagiert kaum auf Preisänderungen (z. B. Medikamente)
Nach dem Grad der Verarbeitung
Rohstoffe
Halbfertigprodukte
Fertigprodukte
Wie werden Bedürfnisse beeinflusst?
durch techn. Fortschritt
durch Werbung/Marketing
im Ausland erlebte oder importierte Konsumgüter können im Inland übernommen werden und neue Bedürfnisse wecken
Was ist Inflation und Deflation?
Inflation = Vorgang, bei dem Preise für Produkte und Dienstleistungen insgesamt deutlich und dauerhaft ansteigen.
Deflation = Gegenteil
Folge der Def.: saisonale und temporäre (Missernten, Superernten, Verknappungen von z.B. Computer-Chips), Preisentwicklungen werden nicht berücksichtigt
Inflationsarten:
leicht (bis 5% p.a.)
hoch (über 5% p.a.)
schleichend
normal (trabend)
galoppierend
Hyperinflation (monatl. Preisniveausteigerungen über 50%)
Messung: als %-Veränderung des Verbraucherpreisindex, des BIP-Deflators oder eines anderen Index
Welche wirtschaftspol. Maßnahmen können gegen Inflation und Deflation getroffen werden?
Inflation:
Zinsen anheben
Preise und Löhne stoppen
öff. Investitionen und Konsumausgaben reduzieren
Geldmengenwachstum und Kreditnachfragen bremsen
quantitative tightening oder Tapering: Verkauf Wertpapiere durch Zentralbank (konservative Geldpolitik)
Deflation:
Zinsen senken
quantitative easing (quantitative Lockerung, expansive Geldpolitik, Politik des lockeren Geldes): Ankauf von Wertpapieren durch Zentralbank bei Banken, um Liquidität zu erhöhen
Steuersenkungen
Nachfrage durch öff. Unternehmen stützen, weil hier Unt. und Haushalte weniger nachfragen: z.B. über Infrastrukturprojekte, Sanierungen…
Produkte und Dienstleistungen kaufen durch den Staat, um Preise zu stützen
Was ist eine Konjunktur?
lat. Conjunctura = Verbindung
Konjunktur = mittelfristige Schwankung (oft über mehrere Jahre) der Auslastung der vorhandenen Kapazitäten bzw. der gesamtwirtschl. Entwicklungen, dauert länger als saisonale Schwankungen
korrelliert mit kurzfristigen Schwankungen, wie BIP, Arbeitslosigkeit und Inflation
Konjunkturindikatoren zur Messung z.B.: Bestelleingänge Industrie, Geschäftsklimaindex, Einkaufsmanagerindex (PMI), Anträge auf Baugenehmigungen, Aktienkurse
Konjunkturzyklus: beinhaltet 4 Phasen
Aufschwung: weniger Arbeitslose, mehr Bestellungen, Produktion nimmt zu, Preise und Zinsen steigen, Löhne steigen, mehr Investitionen, mehr Kaufkraft
Boom: Nachfrage und Produktionsleistung sehr hoch, fast jeder arbeitet, Zinsen und Preise steigen. Einkommen steigt nicht mehr, weil höhere Preise hier die Kaufkraft schwächen. Produktion erhöht bis zur Marktsättigung. Mehr Kredite und Fehlinvestitionen.
Rezession: Wirtschaft schrumpft, Erwartung schlechterer Wirtschaftslage, Lager voll, fehlende Nachfrage, Überstundenabbau, mehr Kurzarbeit, weniger Investitionen, manche Produktionen stehen still, Preise, Löhne und Zinsen stagnieren oder fallen, Aktienkursrückgang
Indikator: fehlendes Wachstum in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen stagniert mind. oder sinkt oder kleinere Wirtschaft
Depression: lat. deprimere=niederdrücken; Abschwung der Wirtschaft
Wirtschaftskrise:
Wirtschaftswachstum lässt stark nach, entweder in Rezession oder Depression
zu viele ungenutzte Produktionsmittel, BIP sinkt über längeren Zeitraum, Vertrauen in Wirtschaft sinkt
weniger Kaufkraft
mehr Sparen und Angst vor der Zukunft
fallende Aktienkurse, hohe Arbeitslosigkeit
es kann zu Deflation kommen
Konjunkturtheorien:
u.a. Überinvestitionstheorie, Unterkonsumtheorie, Schocks auf Angebots- und Nachfrageseite
erklären oft die Trends in eine Richtung, aber kaum Trendumkehr, Aspekte für die Trendumkehr: Investionen, psycholog. Faktoren, monetäre Einflüsse
es gibt nicht die eine Konjunkturtheorie, diese wäre zu stark vereinfachend und daher kaum empirisch und prognostisch zu erklären
Was ist eine Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR)?
VGR ist eine Art Buchführung des Staates aus Perspektive der gesamten Wirtschaft. Zeigt, was in einer bestimmten Zeit passiert ist.
abgeschlossenes System
Bsp.: BIP, BNE…
VGR für Europa: Europ. System volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen für ein einheitliche Messung in EU-Ländern zur besseren Vergleichbarkeit
Eine VGR besteht im Wesentlichen aus:
• der Berechnung des BIP,
• der Input-Output-Rechnung,
• der Finanzierungsrechnung,
• der Arbeitsvolumenrechnung und
• der Vermögensrechnung
Berechnung aus unterschl. Perspektiven: Entstehung, Verwendung und Verteilung
Wie berechnet sich die Bruttowertschöpfung (BWS)?
Produktionswert (Summe der Produktionswerte der Unt.) - Vorleistungen
= BWS
Wie berechnet sich das BIP?
BWS + Steuern - Subventionen = BIP
Wie berechnet sich BNE?
BIP + Saldo Primäreinkommen mit der übrigen Welt = BNE
Wie berechnet sich Nettonationaleinkommen (Primäreinkommen)?
BNE - Abschreibungen = Primäreinkommen
Wie berechnet sich Volkseinkommen?
Primäreinkommen - Produktions- und Importabgaben Staat + Subventionen Staat = Volkseinkommen
Wie berechnet sich verfügbares Einkommen aller privaten Haushalte?
Volkseinkommen
- indirekte Steuern
- SV-Beiträge
+ Transfereinkommen (also Renten, Kindergeld etc.) = verfügbares Einkommen aller privaten Haushalte
Wie kann eine VGR erstellt werden?
VGR kann erstellt werden als
Entstehungsrechnung: Wo entsteht wirtschl. Wert?
zeigt, wie viel jede Branche zum BIP beiträgt
wichtigste Kennzahl BWS
Verwendungsrechnung: Wer gibt wofür Einkommen aus?
auch: Ausgabenmethode
wie viel wurde für den endgültigen Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen ausgegeben
umfasst Konsum private Haushalte und Staat, Außenbeitrag und Investitionen (also Wert importierter und exportierter Güter und Dienstleistungen)
Verteilungsrechnung:
Wer bekommt wie viel Einkommen? Welches EK entsteht während Produktion und wird ausgezahlt
dazu zählt MA-Gehalt, Einkünfte aus Firmenbesitz, Kapitalanlagen, Steuern, Abgaben und staatliche Zuschüsse sowie Wertminderungen von Gütern, Zinsen, Mieten, Pachten, Dividenden und Transferzahlungen
oft spricht man hier “nur“ von MA-Gehalt inkl. SV-Abgaben und Einkommen durch selbstständige Unternehmenstätigkeit
Was ist Wirtschaftswachstum?
= Zunahme des Produktionspotentials einer Volkswirtschaft
gemessen als prozentualer Anstieg Pro-Kopf-Realeinkommen
Lebensstandard hängt hauptsächlich davon ab, wie produktiv Arbeitnehmer in einer Stunde sind, wie viele Waren/Dienstleistungen sie herstellen können
Gründe für unterschl. Ergebnisse weltweit: Bildung, Ausstattung, technolog. Ausstattung, stabile Rechtsordnung, Infrastruktur, Ressourcen vor Ort (Mensch, Güter, Maschinen)
Wachstumsarten:
nominelles vs. reales Wachstum (mit/ohne Inflationsbereinigung)
Nullwachstum: Stagnation, wenn gleichzeitig Inflation herrscht = Stagflation
intensives vs. extensives Wachstum (Zunahme BIP mit/ohne Zunahme BIP pro Kopf)
Warum Wachstum?
vorteilhaft für Wohlfahrt und Konsum
höhere Steuereinnahmen
Sicherung/Zunahme Arbeitsplätze
Erleichterung und Sicherung Umverteilung
höherer sozialer Frieden
ABER nur quantitatives Wachstum hat viele negative Folgen (ökologisch, sozial)
ABER nur Anhaltspunkt, denn tatsächliches Geschehen wird auch beeinflusst durch:
Nicht-Markt-Produktion (Care-Arbeit Kinder und Haushalt) und Schattenwirtschaft (Schwarzarbeit, Produktion illegale Güter)
staatliche Beiträge werden unterbewertet: z.B. Gehalt Lehrer
fraglich, ob BIP wirklich als Wohlfahrtsindikator tauglich ist: nicht alle positiven Effekte (Bildung, Forschung, technologischer Fortschritt) und negative Effekte (Verkehrslärm, Luft-/Wasserverschmutzung, CO2-Emmissionen) werden hier berücksichtigt
wachstumsfördernde Faktoren sind:
Bildung
Investitionen
Infrastrukturverbesserungen
stabile rechtliche und politische Rahmenbedingungen
offene Märkte
Unternehmensgründungen und Wettbewerb
staatliche Anreize (Subventionen)
Was versteht man unter Wechselkurs?
= zeigt an, wie viel ausländ. Geld man für eine Einheit einheimisches Geld bekommt.
Wert einer ausländ. Währung wird gemessen in Euro.
Preis für internationale Geschäfte, hilft Käufern und Verkäufer, ihre Handlungen auf den globalen Märkten abzustimmen
Arten:
nominaler Wechselkurs: Verhältnis, zu welchem Wert man die Währung eines Landes in die Währung eines anderen Landes tauschen kann
echter/realer Wechselkurs: zeigt an, wie viele Waren und Dienstleistungen eines Landes man im Vergleich zu Waren/Dienstleistungen eines anderen Landes bekommt.
Realer Wechselkurs =
= (nominaler Wechselkurs x inländ. Preis) / Ausländ. Preis
Bsp.: Iphone in Dtl. 1.000€, in USA 850€, Wechselkurs 1,25 USD = 1€
= (1,25 USD x 1.000€)/850€ = 1,47 Interpretation: das Iphone ist in Deutschland 47% teurer als in den USA
echter Wechselkurs beeinflusst Entscheidungen Wirtschaftssubjekte, wie viel ein Land exportiert und importiert.
Was ist eine Kaufkraftparität?
eine Theorie im Rahmen der Wechselkurse, die die langfristigen Kräfte der Wechselkurse erklärt
besagt, dass man in jedem Land für die gleiche Währungsmenge auch die gleiche Gütermenge bekommt, dass also der Euro überall den gleichen Wert hat.
basiert auf dem Gesetz vom einheitlichen Preis: ein Gut lässt sich an jedem Ort zum gleichen Preis verkaufen. Wenn nicht, dann wird über Arbitrage
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