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Prüfungsvorbereitung Fragen

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by ve S.

welche verschiedenen Anbaugebiete gibt es in Deutschland und was sind deren klimatische Unterschiede

1. Die Hauptanbaugebiete und ihre klimatischen Profile

vier Hauptregionen für den kommerzielle Obstanbau (Äpfel, Birnen, Kirschen, Steinobst) in Deutschland

A. Bodenseegebiet (Konstanz, Überlingen, Lindau)

-> wärmste und mildeste Anbaugebiet

  • Sonnenstunden:

    • ca. 1.800 bis 1.900 Stunden/Jahr

      • Der Bodensee wirkt als gigantischer Wärmespeicher („See-Effekt"), der die Nachttemperaturen mildert und die Vegetationsperiode verlängert

  • Temperaturen:

    • Jahrestemperatur bei ca. 9–10 °C

      • Frostgefahr im Frühjahr ist geringer als im Binnenland (relevant Kirschen, Aprikosen)

  • Niederschlag:

    • Ca. 1.000–1.200 mm/Jahr

      • oft gleichmäßiger verteilt

      • Luftfeuchtigkeit ist hoch, was Pilzdruck (z. B. Schorf) erhöhen kann, aber auch die Verdunstung reduziert

  • Spezialisierung: Bekannt für frühe Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche und hochwertige Äpfel (z. B. Gala, Golden Delicious). Hier gedeihen auch wärmeliebende Sorten, die anderswo kaum reifen

B. Altmühltal und die Fränkische Schweiz (Bayern)

-> klassisches kontinentales Übergangsklima mit starken Tag-Nacht-Schwankungen.

  • Sonnenstunden:

    • Sehr hoch, oft über 1.700 Stunden/Jahr

      • da die Region oft wolkenärmer ist als das Nordwestdeutsche Tiefland

  • Temperaturen:

    • Heiße Sommer (oft >30 °C), aber kalte Winter

      • Die Temperaturschwankung zwischen Tag und Nacht ist groß ->fördert die Zuckerbildung und Farbentwicklung (Anthocyane) bei Äpfeln und Birnen

  • Niederschlag:

    • Relativ gering (ca. 700–800 mm/Jahr)

      • Trockenstress ist hier ein häufigeres Problem als in anderen Regionen, weshalb Bewässerungssysteme oft notwendig sind.

  • Spezialisierung: Stark auf Birnen (z. B. Conference) und Äpfel spezialigt. Die trockene Luft begünstigt die Haltbarkeit der Früchte nach der Ernte.

C. Rheintal (Rheinhessen, Pfalz, Baden)

-> warmes, trockenes Klima mit kontinentalem Einschlag

  • Sonnenstunden:

    • Ähnlich hoch wie am Bodensee, teils über 1.800 Stunden/Jahr

  • Temperaturen:

    • Sehr warme Sommer, milde Winter -> Region gilt als eine der wärmsten in Deutschland

  • Niederschlag:

    • Oft unter 600–700 mm/Jahr (besonders in der Pfalz)

      • eines der trockensten Gebiete, was den Bedarf an künstlicher Beregnung massiv erhöht

  • Spezialisierung: Neben Wein ist dies ein wichtiges Gebiet für Steinobst (Zwetschgen, Kirschen) und Äpfel. Die Trockenheit reduziert Pilzkrankheiten, erhöht aber das Risiko von Sonnenbrand an den Früchten

D. Das Norddeutsche Tiefland (Oldenburg, Ostfriesland, Schleswig-Holstein)

-> maritimes, kühles und feuchtes Klima.

  • Sonnenstunden:

    • Deutlich niedriger, oft nur 1.500–1.600 Stunden/Jahr.

  • Temperaturen:

    • Kühlere Sommer, milde Winter -> Vegetationsperiode beginnt später und endet früher.

  • Niederschlag:

    • Hoch und häufig (über 900–1.000 mm/Jahr)

      • Die hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt Pilzkrankheiten (Apfelschorf, Monilia) massiv

  • Spezialisierung: Traditionell Äpfel (z. B. Boskoop, Elstar) und Beerenobst (Johannisbeeren, Himbeeren). Der Anbau von Steinobst (Kirschen, Pflaumen) ist hier riskanter wegen der Feuchtigkeit während der Blüte und Reife.

2. Spezifische Faktoren im Detail (Vergleich)

Nachfolgend eine Gegenüberstellung der Schlüsselfaktoren, wie sie in Studien des Julius Kühn-Instituts (JKI) und des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) diskutiert werden:

Faktor

Bodensee (Süd)

Rheintal/Pfalz (West/Süd)

Altmühltal (Ost/Süd)

Norddeutsches Tiefland (Nord)

Wärmesumme

Sehr hoch (hohe Nachttemp.)

Sehr hoch (hohe Tagestemp.)

Hoch (große Schwankung)

Mittel bis niedrig

Frostrisiko

Gering (durch See)

Mittel (kalte Nächte möglich)

Hoch (Spätfröste im Tal)

Mittel (häufige Nebelfröste)

Niederschlag

Hoch, gleichmäßig

Niedrig, trocken

Mittel, oft trocken

Hoch, häufig

Luftfeuchtigkeit

Hoch (Pilzdruck!)

Niedrig (geringer Pilzdruck)

Mittel

Sehr hoch (hoher Pilzdruck)

Bodenwärme

Durch See moderiert

Durch Sand/Kies gespeichert

Durch Lössböden gespeichert

Oft sandig/kühl

Hauptproblem

Pilzbefall (Schorf)

Trockenstress / Hitze

Spätfröste / Trockenheit

Pilzbefall / Kühle Sommer

3. Wissenschaftliche Einordnung und aktuelle Herausforderungen

Laut aktuellen Veröffentlichungen des Staatsinstituts für Obstbau und des DWD verändern sich diese Zonen durch den Klimawandel:

  1. Verschiebung der Anbaugrenzen:

    • Regionen, die früher zu kalt waren (z. B. Teile Norddeutschlands), werden zunehmend für wärmeliebendere Sorten interessant.

    • Gleichzeitig leiden traditionelle Gebiete wie das Rheintal unter Hitzeextremen (>35 °C), die zu Sonnenbrand an Früchten führen und die Photosynthese hemmen.

  2. Wasserstress als limitierender Faktor:

    • In den trockenen Regionen (Pfalz, Altmühltal) wird die Bewässerung zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor. Studien zeigen, dass ohne Bewässerung die Erträge bei Äpfeln und Birnen um bis zu 40 % sinken können.

    • Im Norden ist das Problem weniger Wasser, sondern die Verdunstung und die Notwendigkeit von Fungiziden gegen Pilze.

  3. Blütezeit und Frost:

    • Durch mildere Winter blühen Obstbäume früher. Das erhöht das Risiko von Spätfrösten im April/Mai, besonders in Tallagen (Altmühltal, Neckartal). Der Bodensee bietet hier noch den besten Schutz.

Fazit für den Obstanbau

Die Unterschiede in Deutschland sind weniger durch grobe Breitengrade bestimmt, sondern durch lokale Mikroklimata (Täler, Flussnähe, Höhenlagen).

  • Für frühes und wärmeliebendes Obst (Kirschen, Aprikosen) ist das Bodenseeklima unübertroffen.

  • Für hochwertige Äpfel und Birnen mit guter Lagerfähigkeit sind die trockenen, sonnigen Gebiete (Rheintal, Altmühltal) ideal, sofern bewässert werden kann.

  • Das Norddeutsche Klima erfordert intensive Pflanzenschutzmaßnahmen gegen Pilze, bietet aber stabile Erträge bei robusten Sorten.

3 anerkannte Anbauverbände des ökologischen Landbaus

  • Bioland e.V.

  • Demeter

  • Naturland e.V.

  • Ecoland e.V.

Merkmal

EU-Bio (Grundstandard)

Bioland

Naturland

Demeter

ecoland (Hinweis unten*)

Philosophie

Gesetzliches Minimum für Bio.

Ganzheitlicher Ansatz, Fokus auf geschlossene Kreisläufe.

Sozial-ökologischer Ansatz, Fokus auf Nachhaltigkeit & Fairtrade.

Biodynamisch: Hof als lebendiger Organismus, spirituell-ökologisch.

Oft regionaler Dachverband oder spezifische Initiative (siehe Hinweis).

Düngung

Kompost, Mist, pflanzliche Dünger. Strohmist bevorzugt.

Eigenbetriebliche Düngung bevorzugt. Externe Zufuhr stark begrenzt.

Ähnlich wie Bioland, strenge Regeln für externe Dünger.

Exklusiv eigene Hofdünger (Mist, Kompost). Keine externen mineralischen Dünger.

Folgt meist EU-Bio oder eigenen regionalen Standards.

Futter

Bio-Futter (mind. 60% vom eigenen Hof).

100% Bio-Futter. Max. 20% konventionelles Futter in Ausnahmefällen (nicht bei Demeter).

100% Bio-Futter. Strengere Regeln für Importfutter.

100% Bio-Futter vom eigenen Hof oder Partnerhöfen. Keine Importe von außerhalb der Region (sofern möglich).

Variabel, oft EU-Bio.

Tierhaltung

Stallfläche, Auslauf, kein Massentierhaltung.

Mehr Platz als EU-Bio (z.B. 20% mehr Stallfläche). Auslauf verpflichtend.

Soziale Aspekte: Faire Preise für Landwirte, strenge Tierschutzregeln.

Maximaler Tierschutz: Viel Platz, Weidegang verpflichtend, keine Kastration ohne Betäubung, Hörner bei Rindern.

Variabel.

Pflanzenschutz

Nur zugelassene natürliche Mittel.

Noch strengere Liste erlaubter Mittel.

Fokus auf Prävention und Biodiversität.

Keine chemisch-synthetischen Mittel. Einsatz von biodynamischen Präparaten (z.B. Hornmist, Hornsilber).

Variabel.

Verarbeitung

95% Bio-Zutaten, strenge Zusatzstoffliste.

Weniger Zusatzstoffe als EU-Bio.

Fokus auf faire Handelsbedingungen in der Lieferkette.

Sehr strenge Zusatzstoffliste. Keine künstlichen Aromen, keine Gentechnik, strenge Reinigungsmittelregeln.

Variabel.

Besonderheit

Basis für alle Bio-Siegel.

Größter deutscher Bio-Verband, stark in der Politik vertreten.

Fairtrade-Integration, globale soziale Standards.

Biodynamische Präparate, Mondrhythmus, Hoforganismus.

Siehe Hinweis.

Wichtige Hinweise zu den Unterschieden

  1. Demeter (Der strengste Standard):

    • Unterscheidet sich fundamental durch die biodynamische Landwirtschaft. Der Hof wird als eigenständiger, lebendiger Organismus betrachtet.

    • Verpflichtender Einsatz von biodynamischen Präparaten (z. B. Präparat 500 aus Kuhhorn, Präparat 501 aus Quarz), die die Boden- und Pflanzenkraft aktivieren sollen.

    • Verzicht auf jegliche externe Zufuhr von Futtermitteln oder Dünger, wenn es im Rahmen des Hoforganismus möglich ist (stärkere Selbstversorgung als bei Bioland/Naturland).

    • Erhalt der Hörner bei Rindern ist Pflicht.

  2. Naturland (Sozial & Global):

    • Legt besonderen Wert auf soziale Gerechtigkeit und faire Arbeitsbedingungen, auch in Entwicklungsländern (starker Fairtrade-Bezug).

    • Hat oft strengere Vorgaben zur Biodiversität (z. B. Anteil der Fläche für Naturflächen) und zum Gewässerschutz als Bioland.

    • Führt oft Projekte zur Förderung von Kleinbauern weltweit.

  3. Bioland (Der etablierte Standard):

    • Setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz, ist aber oft pragmatischer als Demeter.

    • Fokus auf geschlossene Nährstoffkreisläufe innerhalb des Betriebs, erlaubt aber mehr Flexibilität bei der Futtermittelzufuhr als Demeter.

    • Sehr stark in der politischen Lobbyarbeit für den Bio-Sektor in Deutschland.

  4. ecoland (Klärung):

    • Wichtig: "ecoland" ist kein großer, flächendeckender Bio-Verband in Deutschland wie die oben genannten drei.

    • Es gibt regionale Initiativen oder kleinere Verbände mit ähnlichem Namen (z. B. ecoland e.V. in einigen Regionen oder Vermarktungsinitiativen), die oft EU-Bio-Standards plus zusätzliche regionale Kriterien verfolgen.

    • Falls Sie einen spezifischen regionalen Verband meinen (z. B. in Österreich oder einer bestimmten Region Deutschlands), können die Kriterien variieren. Oft orientieren sie sich an Bioland oder Naturland, haben aber weniger eigene, strenge Richtlinien als Demeter.

Möglichkeiten zur Vogelabwehr für welche Kulturen

-> Kirschen, Beeren (Erdbeeren, Johannis-, Heidel- Himbeeren) -> weiche Schale, süß

  • Netze

  • Schussanlagen/-apparate

  • Geräuschsimulatoren

  • Flugdrachen/Raubvogelimitationen

  • Spiegel- und Lasergeräte

  • Vogelscheuche

1. Extrem anfällig (Hoher Schaden ohne Schutz fast unmöglich)

-> Diese Früchte sind für Vögel aufgrund ihres hohen Zuckergehalts und oft weichen Fruchtfleisches extrem attraktiv. Ohne Schutznetze sind Ernteverluste von 50–100 % üblich.

  • Kirschen (Süßkirschen):

    • Warum: Der höchste Zuckergehalt aller Obstarten, weiches Fruchtfleisch, keine Schale. Vögel (vor allem Drosseln, Stare und Kirschenfresser) picken die Früchte oft schon an, bevor sie vollreif sind, um an den Saft zu kommen.

    • Schadensbild: Oft wird nur ein kleiner Teil der Frucht angefressen, die ganze Frucht fällt jedoch ab oder ist unbrauchbar.

    • Schutz: Netze sind hier fast zwingend erforderlich für den kommerziellen Anbau.

  • Beerenobst (Heidelbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren):

    • Warum: Kleine, weiche, sehr süße Früchte, die leicht zu pflücken sind.

    • Besonderheit: Bei Heidelbeeren ist der Druck enorm, da die Früchte lange am Strauch hängen und die Reifung über Wochen verläuft. Stare und Drosseln können ganze Bestände leerfressen.

    • Schutz: Netze sind Standard im modernen Anbau.

2. Sehr anfällig (Signifikante Verluste ohne Schutz)

-> Diese Früchte sind attraktiv, aber oft etwas härter oder haben eine Schale, die Vögeln etwas mehr Widerstand bietet. Dennoch sind die Verluste ohne Schutz wirtschaftlich nicht tragbar.

  • Pfirsiche & Nektarinen:

    • Warum: Sehr süß, saftig, weiches Fleisch. Vögel (Amseln, Drosseln) picken oft Löcher in die reifen Früchte.

    • Problem: Die Einstichstellen öffnen die Tür für Pilze und Fäulnis, was die Lagerfähigkeit zerstört.

  • Aprikosen:

    • Warum: Ähnlich wie Pfirsiche, aber oft noch süßer und weicher. Da sie früh reifen, sind sie eine der ersten "Leckerbissen" im Frühsommer.

  • Trauben (Weinbeeren):

    • Warum: Hoher Zuckergehalt, weiche Schale. Stare und Drosseln fressen gerne die reifen Beeren.

    • Schaden: Neben dem direkten Fraß führen die Einstichstellen zu Essigsäuregärung und Schimmel (Botrytis), was den gesamten Wein verderben kann.

3. Moderat anfällig (Schäden möglich, aber oft tolerierbar)

-> Bei diesen Früchten ist der Schaden oft geringer oder betrifft nur einen Teil der Ernte, da die Früchte härter sind oder Vögel andere Präferenzen haben.

  • Äpfel:

    • Warum: Äpfel sind härter und haben eine dickere Schale. Vögel (vor allem Stare und Drosseln) fressen sie erst, wenn sie vollreif und weich sind, oder picken Löcher in die Schale, um an den Saft zu kommen.

    • Unterschied: Bei frühen Sorten ist der Druck geringer. Bei späten, sehr süßen Sorten (z. B. Gala, Fuji) steigt der Druck im Herbst, wenn andere Nahrungsquellen knapp werden.

    • Schutz: Oft werden nur Netze in sehr empfindlichen Hochwert-Produktionen eingesetzt; in vielen Betrieben wird der Schaden in Kauf genommen oder durch Abschreckung (Vogelscheuchen, Laser) versucht zu minimieren.

  • Birnen:

    • Warum: Ähnlich wie Äpfel, aber oft etwas weicher im Kernbereich. Vögel fressen sie, aber der Schaden ist oft geringer als bei Kirschen.

4. Geringe Anfälligkeit (Selten problematisch)

  • Pflaumen/Zwetschgen: Zwar süß, aber oft etwas festeres Fleisch und eine wachsartige Schicht (Käse), die Vögeln weniger zusagt als bei Kirschen. Dennoch können Schäden auftreten, besonders bei späten Sorten.

  • Sauerkirschen: Aufgrund des hohen Säuregehalts sind sie für viele Vogelarten weniger attraktiv als Süßkirschen.

Wirtschaftliche Konsequenz und Schutzmaßnahmen

-> Da der Vogelfraß bei Kirschen und Beerenobst existenzbedrohend sein kann, hat sich der Einsatz von Schutznetzen als wirtschaftlich notwendige Investition etabliert.

  • Netze: Wirksamste Methode (95–99 % Schutz). Kostenpunkt: Hohe Anfangsinvestition, aber langfristig amortisiert durch Ertragssicherung.

  • Akustische/Visuelle Abschreckung: (Ballons, Laser, Lautsprecher mit Vogelalarmrufen). Wirkt oft nur kurzzeitig, da Vögel sich daran gewöhnen (Habituation).

  • Chemische Mittel: In Deutschland und der EU für den Vogelfraßschutz im Freiland kaum noch zugelassen oder effektiv (z. B. Methionin-basierte Mittel, die den Magen von Vögeln reizen, sind stark reglementiert).

Zusammenfassend: Wenn Sie eine Obstart wählen, die ohne Netze wirtschaftlich angebaut werden soll, sind Äpfel und Birnen die sicherste Wahl. Kirschen und Beeren erfordern fast zwingend eine Netzinvestition, da der natürliche Fraßdruck zu hoch ist.

was sind optimale Lagerbedingungen bei Äpfeln

  • Temperatur 1-3°

  • Luftfeuchtigkeit 95%

  • Sauerstoff 1-2%

  • Kohlendioxid <1-4%


    -> das ist auch sortenabhängig


Hier sind die spezifischen Lagerbedingungen für die Top-Sorten im deutschen Anbau:


A. Gala (und Varianten wie Royal Gala, Brookfield)

  • Marktanteil: Eine der meistangebauten Sorten in Deutschland (früh bis mittlere Reife).

  • Lagerdauer: Kurz bis mittellang (ca. 3–5 Monate).

  • Temperatur: 0,5 °C bis 1,0 °C.

    • Hinweis: Empfindlich gegen Kälteschäden (Chilling Injury) bei zu niedrigen Temperaturen (< 0 °C) oder zu langer Lagerung bei 0 °C.

  • Relative Luftfeuchtigkeit (RLF): 90–95 %.

    • Wichtig zur Vermeidung von Gewichtsverlust (Schrumpfung).

  • CO₂-Gehalt (CA-Lager): 1,0–2,0 %.

    • Höhere CO₂-Werte (> 3 %) können zu CO₂-Schäden führen (braune Flecken im Fruchtfleisch, "Core Flush").

  • O₂-Gehalt: 2,0–3,0 %.

  • Besonderheit: Gala neigt bei zu warmer Lagerung schnell zur Mehlbrüchigkeit (Verlust der Knackigkeit). Die Lagerung sollte daher so kühl wie möglich, aber ohne Kälteschaden, erfolgen.

B. Elstar (und Varianten)

  • Marktanteil: Traditionelle deutsche Sorte, sehr beliebt, mittlere Reife.

  • Lagerdauer: Mittellang (ca. 4–6 Monate).

  • Temperatur: 0,5 °C bis 1,0 °C.

  • Relative Luftfeuchtigkeit (RLF): 90–95 %.

  • CO₂-Gehalt (CA-Lager): 1,5–2,5 %.

    • Elstar ist relativ robust gegenüber CO₂, aber zu hohe Werte können zu Braunfäule führen.

  • O₂-Gehalt: 2,0–3,0 %.

  • Besonderheit: Elstar hat eine hohe Ethylenproduktion. Sie sollte nicht zusammen mit sehr ethylenempfindlichen Sorten gelagert werden. Neigt bei zu warmer Lagerung zur Schwammigkeit des Fruchtfleisches.

C. Golden Delicious

  • Marktanteil: Weltweit und in Deutschland sehr wichtig, späte Reife.

  • Lagerdauer: Lang (ca. 6–9 Monate, unter idealen Bedingungen bis 10 Monate).

  • Temperatur: 0,0 °C bis 0,5 °C.

    • Hinweis: Sehr kältetolerant, aber bei zu langer Lagerung bei 0 °C kann Kälteschaden (bräunliche Flecken unter der Schale) auftreten.

  • Relative Luftfeuchtigkeit (RLF): 90–95 %.

  • CO₂-Gehalt (CA-Lager): 1,0–2,0 %.

    • Sehr empfindlich gegenüber hohen CO₂-Werten (Risiko von CO₂-Schäden und Innenfäule).

  • O₂-Gehalt: 1,5–2,5 %.

  • Besonderheit: Gold Delicious ist die "Königin der Lageräpfel". Sie behält ihre Qualität sehr lange, verliert aber bei zu warmer Lagerung schnell an Säure und wird mehlig. Oft wird 1-MCP (Ethylenblocker) eingesetzt, um die Haltbarkeit zu verlängern.

D. Braeburn

  • Marktanteil: Wichtige späte Sorte, sehr lagerfähig.

  • Lagerdauer: Sehr lang (bis 10–12 Monate).

  • Temperatur: 0,0 °C bis 0,5 °C.

  • Relative Luftfeuchtigkeit (RLF): 90–95 %.

  • CO₂-Gehalt (CA-Lager): 1,5–2,5 %.

    • Braeburn toleriert höhere CO₂-Werte besser als Golden Delicious, ist aber anfällig für Braunfäule bei zu hohen Werten.

  • O₂-Gehalt: 1,5–2,5 %.

  • Besonderheit: Sehr robust, aber neigt bei unsachgemäßer Lagerung zu Bitterfleck (eine physiologische Störung).

E. Fuji

  • Marktanteil: Wachsende Bedeutung, sehr spät reifend.

  • Lagerdauer: Extrem lang (bis 12 Monate und mehr).

  • Temperatur: 0,0 °C bis 0,5 °C.

  • Relative Luftfeuchtigkeit (RLF): 90–95 %.

  • CO₂-Gehalt (CA-Lager): 1,0–2,0 %.

    • Fuji ist sehr empfindlich gegenüber CO₂-Schäden (braune Flecken).

  • O₂-Gehalt: 1,5–2,5 %.

  • Besonderheit: Sehr hoher Zuckergehalt und feste Struktur machen ihn extrem lagerfähig. Oft wird 1-MCP eingesetzt, um die Reife zu verzögern.


2. Allgemeine Lagerprinzipien (Fachliteratur-Zusammenfassung)

  1. Kontrollierte Atmosphäre (CA-Lager):

    • Die Reduzierung von Sauerstoff (O₂) auf 1,5–3,0 % und die Erhöhung von Kohlendioxid (CO₂) auf 1,0–3,0 % verlangsamen die Atmung drastisch.

    • Wichtig: Die genauen Werte müssen sortenspezifisch eingestellt werden. Zu viel CO₂ führt zu physiologischen Schäden (Flecken, Faulstellen), zu wenig O₂ führt zu Gärung.

  2. Temperaturmanagement:

    • Die ideale Temperatur liegt knapp über dem Gefrierpunkt des Apfels (ca. -1,0 °C bis -1,5 °C, je nach Sorte und Zuckergehalt).

    • Temperaturschwankungen sind zu vermeiden, da sie Kondenswasserbildung fördern, was Pilzbefall (z. B. Graufäule) begünstigt.

  3. Relative Luftfeuchtigkeit (RLF):

    • 90–95 % ist der Standard.

    • Unter 85 % führt zu Gewichtsverlust (Schrumpfung) und Welke.

    • Über 98 % fördert Pilzwachstum.

  4. Ethylen-Management:

    • Äpfel produzieren Ethylen, das die Reife beschleunigt.

    • In modernen Lagern wird Ethylen durch Aktivkohlefilter oder chemische 1-MCP-Behandlung (1-Methylcyclopropen) entfernt/blockiert. 1-MCP bindet an die Ethylenrezeptoren und stoppt die Reifung für mehrere Monate.

  5. Erntezeitpunkt:

    • Die Lagerfähigkeit ist stark vom Erntezeitpunkt abhängig.

    • Zu früh geerntet: Schlechte Lagerfähigkeit, schmecken "grün", entwickeln keine Aromen.

    • Zu spät geerntet: Schnelle Alterung, mehlige Textur, hohe Anfälligkeit für Lagerfäule.

    • Indikatoren: Stärke-Charts, Festigkeitsmessung, Amylase-Test, Schaumtest.


3. Typische Lagerfehler und Ursachen

Fehler

Ursache

Betroffene Sorten

Mehlbrüchigkeit

Zu warme Lagerung, zu lange Lagerung, zu spätere Ernte

Gala, Elstar, Jonagold

CO₂-Schaden

Zu hoher CO₂-Gehalt (> 3 %), zu niedriger O₂-Gehalt

Golden Delicious, Fuji, Gala

Braunfäule

Zu hoher CO₂-Gehalt, zu niedrige Temperatur

Elstar, Braeburn

Kälteschaden

Zu niedrige Temperatur (< 0 °C) über längere Zeit

Gala, Granny Smith

Bitterfleck

Calciummangel im Baum, zu lange Lagerung bei zu hoher Temp.

Braeburn, Fuji

Graufäule

Hohe Luftfeuchtigkeit, Pilzinfektion bei der Ernte

Alle Sorten (besonders bei Beschädigung)

Fazit für die Praxis

Für die wirtschaftlich relevantesten Sorten in Deutschland (Gala, Elstar, Golden Delicious, Braeburn, Fuji) gilt:

  • Temperatur: Fast immer 0,0–1,0 °C.

  • Feuchtigkeit: 90–95 %.

  • Atmosphäre: CA-Lagerung mit O₂ 1,5–3,0 % und CO₂ 1,0–2,5 % (sortenspezifisch anpassen!).

  • Ethylenkontrolle: Einsatz von 1-MCP ist in der modernen Lagerung Standard, um die Haltbarkeit zu maximieren.




6 Bodenbearbeitungsmaßnahmen

Hacken, fräsen, pflügen, wenden, lockern, zerkleinern, ebnen, walzen, umbrechen, Mulchen, krümeln

Hacken

  • oberflächliche Bearbeitung

  • brechen der Bodenkapillare um eine Verdunstung zu verhindern

  • mechanische Unkrautentfernung

Fräsen

  • Lockerung, Krümelung und intensive Durchmischung von organischen Substanzen

  • Bearbeitungstiefe ist zwischen 15-25 cm

-> problematisch kann dabei Hummusabbau, Strukturverschlechterung und Abnahme von MIkroorganismenaktivität sein, wenn zuviel gefräßt wird

(Zerstörung der Krümmelstruktur, Verlust des Bodenschlusses, Unterbrechung der Kapillare, Abtöten von größeren Bodentiere)

-> gröbere Alternative ist eine Rotoregge

Pflügen

  • tiefe, wendende Bodenbearbeitung (25-35 cm tief)

  • nachhaltiges Lockern, Krümmeln und Durchlüften der gesamten Krumentiefe

  • unterpfügen von Ernteresten, Wildkräutern oder organischer Düngung

  • grobschollige Pflügen im Winter führt zur Frostgare und Verkrümmelung vor allem von schweren Böden

-> Problem ist die Pflugsohle, die durch pflügen in unterschiedlichen Tiefen vermieden werden kann

Spaten/Spatenmaschine

  • wendende Bodenbearbeitung (Schollen werden aus dem Boden gestochen, gewendet und wieder abgelegt)

  • gut gelockerter Boden mit grober Krümelung

Egge/Kreiselegge

  • Krümeln, mischen und ebnen (ohne Schichtung zu verändern)

  • Saatbeetbereitung

Scheibenegge

  • oberflächliche Bearbeitung

  • Krümelung und Mischung

-> gut zur Einarbeitung von Gründüngung oder Erntereste

Grubber

-> Gerät mit Grubberzinken an denen Schare befestigt sind

  • Bearbeitungstiefe 10 - 30cm

  • Lockerung und Krümelung

  • bessere Alternative zum Pflug -> bessere Wasseraufnahme durch den Boden und weniger Erosion

Tiefenlockern

bspw. Hubschwenklockerer, Wippscharlockerer, Tiefpflüge, Heckaufreißer

  • Lockerungstiefen von 60 - max 100cm

  • zur Beseitigung von Verdichtungen unterhalb des Oberbodens

[-> Was machen diese Geräte???]

verschiedene Nährstoffmangelerscheinungen an Blättern und Ursachen

Nährstoff

Mangelerscheinungen

Ursachen

Mangel beseitigen

Eisen (Fe)

Starke Gelbfärbung der jungen Triebe und Blätter mit grünen Blattadern

Zu hoher pH-Wert im Boden; zu nasses Wurzelwerk oder zu viel Lichteinstrahlung

Blatt mit Eisenchelat düngen und/oder dem Substrat zufügen

Kupfer (Cu)

Verwelken und austrocknen jüngerer Blätter; kräuselnde Blätter mit leicht bläulichem Farbton

Zu niedriger Kupfergehalt im Boden; zu hoher pH-Wert, Eisen-, Aluminium-, Mangan- oder Calciumgehalt

Kupferreiche Blumenerde verwenden; Kupfer durch Düngen hinzufügen

Bor (B)

Blatt- und Blütenknospen sind schlecht entwickelt; Blätter sind klein und verformt

Moorboden oder leichter, sandiger, saurer bzw. trockener Boden

Borhaltigen Dünger verwenden, Feuchtigkeitsgehalt des Bodens prüfen

Zink (Zn)

Zwergwuchs; Missbildung der Blätter (unvollständige Entwicklung); kleine gelb-gefleckte Blätter

Alkalischer oder sehr saurer Boden; pH-Wert zu hoch; Überwässerung

Mit pH-neutralem Wasser spülen; Blattdüngung mit mineralischem Dünger

Mangan (Mn)

Junge Blätter sind hellgrün bis gelb verfärbt zwischen den Blattadern; braune, kleinere Flecken an der Blattoberfläche

Alkalischer Boden; Böden mit hohem Grundwasserspiegel

Blattdüngung; sauer physiologischen Dünger verwenden

Molybdän (Mo)

Mangelnder Wuchs; gelb oder braun verfärbte Blattränder; einzelne Blätter sind am Rand orange, rosa oder rot

Niedriger pH-Wert im Boden: Wurzeln können Molybdän nicht aufnehmen

Entwässerung; pH-Wert erhöhen; Blattdüngung

 

Pflanzenhormone und deren Aufgaben

Auxine

-> Wachstumshormon

  • fördert die Zellteilung, Zellstreckung, Bildung der Phloem- und Xylemleitgewebe, Wurzelbildung und -verzweigung, Fruchtansatz sowie Fruchtwachstum

  • hemmt den Blatt- und Fruchtfall, Wachstum von Seitenknospen und verursacht damit Apikaldominanz

    • es wird hauptsächlich in Blattanlagen, jungen Blättern der Triebspitzen und Samenanlagen der Früchte aus der Aminosäure Tryptophan gebildet

-> Gegen unerwünschte Auxinwirkung können Cytokinin und Trijodbenzoesäure wirksam sein

Gibberelline

-> Wachstumshormon

  • fördert das Trieb- und Fruchtwachstum über vermehrte Zellteilung und Zellstreckung

  • fördert den Fruchtansatz und die Produktion samenloser (parthenokarper) Früchte

  • die Blütenbildung wird gehemmt -> aufgrund des übermäßigen Wachstums andere Blüten = andere Blüten fallen ab

  • wirtschaftlicher Einsatz für:

    • Veringerung der Fruchtschalenberostung

    • Förderung des Fruchtansatzes (besonders bei schlecht ansetzenden Birnensorten)

    • bei Blütenschäden nach Spätfrost durch die Anregung parthenokarper Früchte

    • Chemische Ausdünnung

-> um die Wirkung von Gibberreline bei Pflanzen (zu starkes Triebwachstum) zu verhindern, können synthetische Wachstumsregler eingesetzt werden

  • bei Apfel -> Daminozid /Alar

  • bei Birne -> Chlorcholinchlorid

  • neueres Mittel -> Prohexadion-Ca

Cytokinine

-> Wachstumshormon

  • fördert die Zellteilung und den Nährstofftransport

  • Förderung der Seitenknospenentwicklung -> mildert die Apikaldominanz

  • verzögert das Altern und Abfallen von Blättern

    • wird in den Wurzeln gebildet

    • befindet sich bevorzugt in Organen mit hoher Zellteilungsaktivitat, wie junge Blätter und Früchte

-> wirtschaftlicher Einsatz von synthetischen Cytokininen (Kinetin, Benzyladenin)

  • Föderung der Seitentriebe

  • Fruchtausdünnung (?)

  • Erzeugung hochgebauter Früchte

Ethylen

-> das einzige gasförmige Pflanzenhormon

  • ist ein Reife- und Alterungshormon

    • fördert die Blütenbildung, den Blatt- und Blütenfall

    • fördert die Fruchtreife

    • wirkt als Wachstumsregler durch Hemmung des Zellwachstums

      • wird von reifendem alterndem Gewebe gebildet, das unter Stress steht

        • bspw durch Schnittwunden, Reibe- oder Biegeschäden, Einwirkung von Schadorganismen, Trockenheit oder extremen Temperaturen

-> Wirtschaftlicher Einsatz mittels Ethephon/Präparat Ethrel

  • gegen übermäßiges Wachstum

  • Förderung der Blütenbildung

  • chemische Ausdünnung

  • Reifebeschleunigung von Früchten

  • Erleichterung der mechanischen Ernte von Kirschen, Johannisbeeren und Nüssen -> der Abschluß vom Baum wird gefördert

  • Verminderung von Spätfrostschäden bei Kirsche und Pfirsich durch Herbstbehandlung und späterer Blüte

Abscisinsäure (ABA)

  • Stresshormon bspw zur Anpassung an Kälte oder Trockenheit

    • Steuerung von Hemmung oder Einstellung des Pflanzenwachstums und Stoffwechelsprozesse

    • Hemmung der Zellteilung, Zellstreckung, Photosynthese und Transpiration

    • Erhöhung der Frostresistenz

    • Förderung des Fruchtansatzes

    • Verzögerung des Vorerntefruchtfalls

      • die größten Mengen sind in alten Blättern, Knospen, ruhenden Samen und Fruchten zu finden

Nenne jeweils 3 nach Reifezeitpunkt geordnete Marktsorten für

a) Erdbeere

b) Himbeere

c) Rote Johannisbeere

a) Erdbeere

  • Clery (sehr früh)

  • Senga Sengana (mittelspät)

  • Malwina (sehr spät)

b) Himbeere

  • Glen Ample (früh)

  • Tulameen (mittel)

  • Autumn Bliss (spät)

c) Rote Johannisbeere

  • Jonkheer van Tets (sehr früh)

  • Tenah (mittelfrüh)

  • Rovada (spät)

a) Erdbeere -> Elvira (früh), Korona (mittelfrüh), Senga Sengana (mittelspät)

Reifezeit

Sorte

Eigenschaften

Früh

Honeoye

Sehr frühe Sorte, robuste Früchte, gute Lagerfähigkeit, hoher Ertrag

Früh

Korona

Deutsche Züchtung, aromatisch, feste Früchte, gute Krankheitsresistenz

Mitte

Murano

Mittlere Reife, sehr aromatisch, feste Konsistenz, lange Ernteperiode

Mitte

Senga Sengana

Klassiker, intensiv aromatisch, dunkle Farbe, gute Lagerfähigkeit

Spät

Malwina

Sehr spät, lange Ernteperiode, feste Früchte, gute Qualität

Spät

Polka

Späte Sorte, aromatisch, gute Transportfähigkeit

b) Himbeere -> Glen Ample (früh), Tulameen (mittel), Autumn Bliss (spät)

Reifezeit

Sorte

Eigenschaften

Früh

Glen Ample

Sehr frühe Sommerhimbeere, große Früchte, hoher Ertrag, robust

Früh

Glen Moy

Frühe Sorte, sehr feste Früchte, gute Transportfähigkeit

Mitte

Tulameen

Mittlere Reife, sehr aromatisch, große Früchte, hoher Zuckergehalt

Mitte

Heritage

Sommer- und Herbstsorte (remontierend), gute Lagerfähigkeit

Spät

Polka

Späte Sommerhimbeere, aromatisch, feste Früchte

Spät

Autumn Bliss

Herbsthimbeere (remontierend), Ernte August–Oktober

c) Rote Johannisbeere -> Jonkheer van Tets (sehr früh), Rovada (mittel), Heinemanns Spätlese (sehr spät)

Reifezeit

Sorte

Eigenschaften

Früh

Jonkheer van Tets

Sehr frühe Sorte, große Beeren, hoher Ertrag, klassische Sorte

Früh

Red Lake

Frühe Sorte, sehr ertragreich, feste Beeren, gute Lagerfähigkeit

Mitte

Rovada

Mittlere Reife, sehr große Beeren, hohe Festigkeit, lange Haltbarkeit

Mitte

Star of the North

Mittlere Sorte, aromatisch, gute Krankheitsresistenz

Spät

Versailles

Späte Sorte, sehr große Beeren, hoher Ertrag

Spät

Rote Versailles

Späte Sorte, aromatisch, gute Qualität

neuere gegen Schorf robuste/resistente Apfelsorten


  • Deljonca

  • Ladina

  • Allurel

  • Karneval

  • Admiral

  • Natyra



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Deljonca

  • Herkunft: Baumschulen Delbard (Frankreich/Deutschland); Kreuzung aus zwei Nummernsorten des Delbard-Züchtungsprogramms.

  • Erntezeitpunkt: Frühsommer bis Frühsommer (frühe Spätsaison). Erntebeginn meist Anfang August (ca. 3.–5. August-Woche).

  • Resistenzen: Hochresistent gegen Apfelschorf (Venturia inaequalis).

  • Anfälligkeiten: Geringe Anfälligkeit für Apfelmehltau

Ladina

  • Herkunft: Schweiz (Agroscope); Kreuzung aus Topaz × Fuji (1999 gezüchtet).

  • Erntezeitpunkt: Mitte bis Ende September (ca. eine Woche nach Gala).

  • Resistenzen: Resistent gegen Apfelschorf (Vf-Gen), wenig anfällig für Apfelmehltau und Feuerbrand.

  • Anfälligkeiten: Wie bei vielen modernen Sorten ist eine regelmäßige Beobachtung ratsam, gilt aber insgesamt als sehr robust. Keine starken Anfälligkeiten dokumentiert.

Allurel

  • Herkunft: Deutschland (Institut für Obstbau Dresden-Pillnitz / Universität Hohenheim); 2005 eingeführt.

  • Erntezeitpunkt: Spätherbst (Anfang bis Mitte Oktober). Gute Lagerfähigkeit (bis ca. 6 Monate).

  • Resistenzen: Resistent gegen Apfelschorf (Vf-Gen), Feldresistenz gegen Mehltau (leichter Befall möglich).

  • Anfälligkeiten: Anfällig für jonathanspotartige Flecken (Pseudomonas syringae). Die Resistenz gegen Feuerbrand ist weniger ausgeprägt als bei anderen robusten Sorten.

Karneval

  • Herkunft: Deutschland (Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg, LWO); Kreuzung aus Discovery × Elstar.

  • Erntezeitpunkt: Frühsommer (Ende Juli bis Anfang August).

  • Resistenzen: Resistent gegen Apfelschorf.

  • Anfälligkeiten: Wie viele alte Kreuzungen mit Elstar-Anteil kann eine gewisse Anfälligkeit für Mehltau bestehen, ist aber insgesamt eine robuste Frühsorte für den Hausgarten und Direktvermarktung.

Admiral

  • Herkunft: Deutschland (LWO Weinsberg); Kreuzung aus Discovery × Elstar (ähnliche Abstammung wie Karneval, oft als weitere robuste Frühsorte geführt).

  • Erntezeitpunkt: Frühsommer (Ende Juli bis Anfang August).

  • Resistenzen: Resistent gegen Apfelschorf.

  • Anfälligkeiten: Geringe Anfälligkeit für Mehltau. Insgesamt als robuste Sorte für den ökologischen Anbau und Hausgarten eingestuft.

Natyra

  • Herkunft: Deutschland (LWO Weinsberg); Kreuzung aus Discovery × Elstar.

  • Erntezeitpunkt: Frühsommer (Ende Juli bis Anfang August).

  • Resistenzen: Resistent gegen Apfelschorf.

  • Anfälligkeiten: Geringe Anfälligkeit für Mehltau. Wird oft als sehr geschmackvolle Frühsorte für den Bio-Anbau empfohlen.


Wichtige Hinweise zur Resistenz

  1. Vf-Gen: Die meisten dieser Sorten tragen das Vf-Gen (von Malus floribunda). Dieses Gen ist gegen den "normalen" Schorfpilz (Venturia inaequalis) sehr wirksam.

  2. Neue Rassen: Es gibt jedoch neue Schorfrassen (z. B. R4, R6), die das Vf-Gen überwinden können. In Regionen mit hohem Infektionsdruck (z. B. feuchte Lagen) kann es daher trotzdem zu leichten Schorfsymptomen kommen, die aber meist oberflächlich bleiben und die Lagerfähigkeit nicht beeinträchtigen.

  3. Mehlttau: Die Resistenz gegen Mehltau ist bei diesen Sorten oft ebenfalls gegeben, aber nicht immer 100%ig. In sehr feuchten Jahren kann ein leichter Befall auftreten.

  4. Ökologischer Anbau: Diese Sorten sind die Basis für den ökologischen Apfelanbau in Deutschland, da sie den Einsatz von Kupfer und Schwefel (die im Bio-Anbau erlaubt, aber umweltschädlich sind) minimieren.


3 Himbeersorten nach Reifezeit sortiert


  • Glen Ample (früh)

  • Tulameen (mittel)

  • Autumn Bliss (Herbst)

Reifezeit

Sorte

Typ

Hauptmerkmal

Wirtschaftliche Rolle

Früh

Glen Ample

Sommerhimbeere

Groß, fest, hoher Ertrag

Saisonöffner, Standard

Mittel

Tulameen

Sommerhimbeere

Sehr groß, aromatisch, Premium

Frischmarkt, Qualität

Spät

Autumn Bliss

Herbsthimbeere

Remontierend, robust

Saisonverlängerung

1. Glen Ample (Früh – Sommerhimbeere)

  • Reifezeit: Früh (Mitte bis Ende Juni).

  • Charakteristik:

    • Frucht: Groß, fest, hellrot bis rot, sehr gut transportfähig.

    • Ertrag: Sehr hoch, zuverlässig.

    • Geschmack: Mild-süß, gutes Aroma.

  • Wirtschaftliche Bedeutung: Die wichtigste frühe Sommerhimbeere in Deutschland. Sie eröffnet die Saison und ist aufgrund ihrer großen Früchte und hohen Erträge sehr beliebt im Handel.

  • Besonderheit: Sehr robuste Sorte, relativ resistent gegen Krankheiten. Die Früchte halten sich gut nach der Ernte.

2. Tulameen (Mittel – Sommerhimbeere)

  • Reifezeit: Mittlere Reife (Ende Juni bis Mitte Juli).

  • Charakteristik:

    • Frucht: Sehr groß, fest, dunkelrot, exzellente Qualität.

    • Ertrag: Hoch, aber etwas geringer als Glen Ample.

    • Geschmack: Intensiv aromatisch, süß, gilt als eine der geschmacklichsten Sorten.

  • Wirtschaftliche Bedeutung: Die Premium-Sorte für den Frischmarkt. Wird oft für Direktvermarktung und hochwertige Supermärkte angebaut.

  • Besonderheit: Die Früchte sind sehr fest und haben eine gute Lagerfähigkeit. Benötigt einen Pollenspender (z. B. Glen Ample).

3. Autumn Bliss (Spät – Herbsthimbeere/remontierend)

  • Reifezeit: Spät (August bis Oktober).

  • Charakteristik:

    • Frucht: Mittelgroß, fest, rot, gute Transportfähigkeit.

    • Ertrag: Zweimal tragend (leichter Ertrag im Sommer, Hauptertrag im Herbst).

    • Geschmack: Ausgewogen, säuerlich-süß, gutes Aroma.

  • Wirtschaftliche Bedeutung: Die wichtigste Herbsthimbeere in Deutschland. Sie verlängert die Ernteperiode bis in den Herbst hinein, wenn keine Sommerhimbeeren mehr verfügbar sind.

  • Besonderheit: Sehr robust gegen Krankheiten und Frost. Die Ernte erfolgt am einjährigen Trieb, was die Pflege vereinfacht.


Beispiele für Artbastarde

  • Jostabeere -> Ribes x nidigrolia

  • Tayberry -> Rubus sect rubus x idaeus (Brombeere - Himbeere)

  • Pluot, Plumcot, Apriums, Apriplums -> Aprikose x verschiedene Pflaumenarten


1. Die "Großen" Hybriden (Gattung Prunus – Steinobst)

Die Gattung Prunus ist bekannt für ihre Fähigkeit, sich leicht zu kreuzen.

  • Aprikose × Pflaume = Pluot (und Aprium)

    • Herkunft: Kreuzung aus Prunus armeniaca (Aprikose) und Prunus domestica (Pflaume).

    • Unterscheidung:

      • Pluot: Enthält mehr Pflaumen-Genetik (ca. 60–75 % Pflaume). Sie sind oft größer, saftiger und haben eine glattere Haut.

      • Aprium: Enthält mehr Aprikosen-Genetik (ca. 60–75 % Aprikose). Sie sind oft kleiner, haben mehr Flaum und ein intensiveres Aprikosenaroma.

    • Verbreitung: In Deutschland noch eine Nische, aber im internationalen Handel (USA, Südeuropa) sehr beliebt.

  • Kirsche × Pflaume = Plumcot (Urvater der Pluots)

    • Herkunft: Erste Kreuzungen von Prunus avium/serrulata und Prunus domestica.

    • Status: Oft steriler oder weniger stabil als moderne Pluots, aber die genetische Basis für viele neue Sorten.

  • Pfirsich × Nektarine

    • Hinweis: Technisch gesehen sind Nektarinen keine Hybride, sondern eine Mutation des Pfirsichs (Prunus persica), die durch ein rezessives Gen die flaumlose Haut verursacht. Sie werden aber oft fälschlicherweise als Bastard wahrgenommen.

2. Die "Citrus"-Hybriden (Gattung Citrus)

Zitrusfrüchte sind die Champions der Hybridisierung. Fast alle kommerziellen Sorten sind Bastarde.

  • Orange = Mandarine × Pampelmuse (oder Grapefruit)

    • Wissenschaftlich: Citrus × sinensis.

    • Herkunft: Eine natürliche Kreuzung zwischen der Mandarine (Citrus reticulata) und der Pampelmuse (Citrus maxima).

    • Bedeutung: Die weltweit wichtigste Zitrusfrucht.

  • Grapefruit = Pampelmuse × Orange

    • Wissenschaftlich: Citrus × paradisi.

    • Herkunft: Eine zufällige Kreuzung in Barbados im 18. Jahrhundert zwischen Pampelmuse und Orange.

    • Bedeutung: Wichtige Frucht für Säfte und Frischverzehr.

  • Limoncello / Citrange = Orange × Zitrone

    • Wissenschaftlich: Citrus × limon (die Zitrone selbst ist ein Bastard aus Pampelmuse × Mandarine).

    • Citrange: Kreuzung aus Orange und der wilden Poncirus trifoliata (Bitterorange), um Frostresistenz zu gewinnen.

  • Yuzu = Mandarine × Ichang-Papeda

    • Wissenschaftlich: Citrus × junos.

    • Bedeutung: Wichtige Zutat in der asiatischen Küche, gewinnt in Europa an Bedeutung.

3. Die "Rosaceae"-Hybriden (Gattung Rubus – Beerenobst)

Hier sind die Kreuzungen oft komplexer und werden als "Loganberry" oder "Boysenberry" bezeichnet.

  • Loganbeere = Himbeere × Brombeere

    • Wissenschaftlich: Rubus × loganobaccus.

    • Herkunft: 1881 in Kalifornien von James Harvey Logan gezüchtet.

    • Eigenschaften: Länger als Himbeeren, dunkler, aromatischer, aber weniger fest.

  • Boysenbeere = Himbeere × Brombeere × Loganbeere

    • Wissenschaftlich: Rubus × ursinus (Komplexer Hybrid).

    • Herkunft: Eine Kreuzung, die die Loganbeere mit weiteren Brombeer- und Himbeer-Sorten kombinierte.

    • Eigenschaften: Sehr groß, dunkelrot bis violett, intensives Aroma, sehr saftig.

  • Tayberry = Himbeere × Loganbeere

    • Wissenschaftlich: Rubus × taylorii.

    • Eigenschaften: Längere Früchte als Himbeeren, robuster, spät reifend.

  • Marionbeere = Brombeere × Loganbeere

    • Wissenschaftlich: Rubus × marion.

    • Bedeutung: Sehr wichtig in den USA (Oregon), in Deutschland selten im Freiland, aber in der Verarbeitung bekannt.

4. Andere wichtige Hybriden

  • Feige × Maulbeere = Maulbeerfeige (selten)

    • Es gibt Versuche, aber keine große kommerzielle Bedeutung.

  • Apfel × Quitte = Pineapple Quince (selten)

    • Es gibt Züchtungsversuche, aber keine etablierte Marktsorte.

  • Birne × Quitte = Quittenbirne (selten)

    • Oft als Veredelungsunterlage genutzt, weniger als Frischobst.

  • Kiwibeere (Kiwi-Strawberry) = Actinidia arguta × Actinidia chinensis

    • Wissenschaftlich: Actinidia × kolomikta (oder Hybriden daraus).

    • Eigenschaften: Kleine, essbare Kiwis ohne Flaum, die man wie eine Weintraube essen kann.

Warum sind diese Bastarde wichtig?

  1. Resistenz: Oft wird eine wilde Art (z. B. Poncirus bei Zitrus) gekreuzt, um Frost- oder Krankheitsresistenz zu gewinnen.

  2. Geschmack: Die Kombination von zwei Aromaprofilen (z. B. Himbeere + Brombeere) erzeugt neue, komplexe Geschmacksnoten.

  3. Festigkeit & Lagerfähigkeit: Hybriden wie die Pluot sind oft fester und lagerfähiger als die reine Aprikose.

  4. Größe: Viele Hybriden (z. B. Boysenbeere) sind größer als ihre Elternarten.


Ordne nach Blühzeiten:

Apfel, Himbeere, Pfirsich, Birne, Zwetschge, Aprikose, Süßkirsche

Rang

Obstart

Typische Blühzeit

Frostrisiko

1

Aprikose

März

Sehr Hoch

2

Pfirsich

Ende März / Anfang April

Sehr Hoch

3

Zwetschge

April

Hoch

4

Kirsche

Mitte April

Mittel

5

Birne

Mitte bis Ende April

Mittel

6

Apfel

Ende April bis Mai

Mittel (geringer als Steinobst)

7

Himbeere

Mai bis Juni

Niedrig (blüht zu spät für Spätfröste)

  • (Mandel: Mitte Februar - MitteMärz)

  • Aprikose: März

  • Pfirsich: März

  • Zwetschge: März-Mai

  • Kirsche: April/Mai

  • Birne: April/Mai

  • (Mirabelle: April - Mai)

  • Apfel: Mitte April - Mitte Mai

  • (Walnuß: April/Mai)

  • (Feige: Mai-September)

  • (Quitte: Mai/Juni)

Beeren:

  • Erdbeeren: März - Juni

  • Johannisbeeren: April/Mai

  • Stachelbeeren: April/Mai

  • Brombeeren: Mai/Juni

  • Sommerhimbeeren: Juni?

  • Herbsthimbeeren: später

1. Aprikose (Frühester Blüher)

  • Zeitpunkt: März (oft Mitte bis Ende, bei warmem Wetter auch Anfang).

  • Besonderheit: Die Aprikose blüht als erstes Steinobst. Genau wegen dieser sehr frühen Blüte ist sie extrem frostgefährdet. Ein Spätfröste im April kann die gesamte Ernte vernichten.

2. Pfirsich & Süßkirsche??? (Früh)

  • Zeitpunkt: Ende März bis Anfang April.

  • Pfirsich: Blüht sehr früh, oft gleichzeitig mit der Aprikose oder kurz danach. Auch hier ist die Frostgefahr sehr hoch.

  • Süßkirsche: Blüht typischerweise im April (oft "Kirschblüte" als Volksfest). Sie blüht etwas später als die Aprikose, aber deutlich vor dem Apfel.

3. Zwetschge??? (Mittel-Früh)

  • Zeitpunkt: Mitte April.

  • Besonderheit: Steinobst wie die Zwetschge blüht meist etwas später als die Kirsche und ist dadurch etwas weniger frostgefährdet als Aprikose oder Pfirsich, aber immer noch im Risikobereich der Spätfröste.

4. Birne (Mittel)

  • Zeitpunkt: Mitte bis Ende April.

  • Besonderheit: Die Birne blüht in der Regel etwas später als der Apfel. Das ist ein wichtiger Vorteil: Wenn ein Spätfröste die frühen Apfelblüten trifft, ist die Birne oft schon vorbei oder im fortgeschrittenen Stadium, wo sie weniger empfindlich ist.

5. Apfel (Mittel bis Spät)

  • Zeitpunkt: Ende April bis Anfang Mai.

  • Besonderheit: Der Apfel blüht typischerweise nach der Birne. Die Hauptblütezeit ist oft im Mai ("Mai ist der Apfelmonat"). Da er später blüht, ist er etwas besser vor den schweren Aprilfrösten geschützt als die Steinobstarten, aber immer noch gefährdet.

6. Himbeere (Spät)

  • Zeitpunkt: Mai bis Juni (je nach Sorte).

  • Besonderheit: Im Gegensatz zu den Baumsorten blüht die Himbeere (ein Strauch) deutlich später.

    • Sommerhimbeeren: Blühen im Mai, die Früchte reifen im Juni/Juli.

    • Herbsthimbeeren: Blühen erst im Juni/Juli an den einjährigen Trieben und tragen im Spätsommer/Herbst.

    • Sie ist damit die letzte auf dieser Liste, die blüht.

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ve S.

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