3.1 Begriffliche Festlegungen
Planung bedeutet allgemein, sich gedanklich mit der Zukunft bzw. mit zukünftigen Ereignissen zu beschäftigen.
Dabei stellen sich die Planungsträger einer Organisation vor, was in Zukunft passieren könnte und wie darauf reagiert werden soll.
Genauere Definition von Planung
Planung ist die gedankliche Vorwegnahme zukünftigen Handelns.
Dabei werden:
verschiedene Handlungsmöglichkeiten betrachtet,
deren wahrscheinliche Ergebnisse eingeschätzt,
und auf dieser Grundlage zukunftsgerichtete Entscheidungen getroffen.
Ziel dieses Prozesses ist es, festgelegte Ziele zu erreichen.
Das Ergebnis dieses Planungsprozesses wird als Plan bezeichnet.
Strategische Planung im Marketing
Strategische Planung wird im strategischen Marketing als informationsverarbeitender Prozess verstanden.
Dieser Prozess umfasst:
eine Analyse des Unternehmens und
eine Analyse der Umwelt.
Auf dieser Basis werden:
die Anforderungen der Umwelt
mit den Potenzialen und Ressourcen des Unternehmens abgestimmt.
Ziel ist es, mithilfe einer geeigneten Strategie den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern.
Unterschied zwischen Planung und Prognose
Prognose
sagt den wahrscheinlichen Eintritt eines zukünftigen Ergebnisses voraus.
Grundlage dafür ist die Analyse vergangener Ereignisse.
Planung
legt konkrete Ziele fest.
entwickelt Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen.
Bedeutung der Planung für Unternehmen
Planung bildet die Basis für unternehmerisches Handeln.
Sie hilft dabei, die festgelegten Unternehmensziele zu erreichen.
Durch Planung wird das zukünftige Geschehen aktiv beeinflusst, anstatt es nur abzuwarten.
Schwierigkeiten der Planung
Eine zentrale Schwierigkeit liegt darin, dass zukünftige Entwicklungen grundsätzlich unsicher sind.
3.2 Planung
3.2.1 Planungsarten und Planungsebenen
In der Unternehmensplanung wird zwischen strategischer Planung und operativer Planung unterschieden.
Die strategische Planung ist langfristig ausgerichtet.
Der Planungszeitraum beträgt mehr als ein Jahr, meist drei bis vier Jahre.
Grundlage sind die Ergebnisse von Umweltanalysen.
Auf dieser Basis werden Unternehmensstrategien entwickelt, also die Wege zur Erreichung der Unternehmensziele.
Zusätzlich wird die Unternehmensorganisation an die gewählte Strategie angepasst.
Die operative Planung ist kurzfristiger und umfasst in der Regel einen Zeitraum von einem Jahr.
Sie ist maßnahmenorientiert bzw. funktionsorientiert.
Dabei werden konkrete Strategien für einzelne Funktionsbereiche entwickelt, zum Beispiel:
Beschaffung
Fertigung
Absatz
Diese Funktionsbereichsstrategien werden aus der strategischen Planung abgeleitet, damit sie mit der übergeordneten Unternehmensstrategie übereinstimmen.
Planungsebenen
Die Planung im Unternehmen erfolgt auf drei verschiedenen Ebenen.
Auf dieser obersten Ebene werden:
Unternehmensziele
Unternehmensstrategien
entwickelt.
Außerdem werden die strategischen Geschäftsfelder (SGF) festgelegt. Strategische Geschäftsfelder sind Produkt-Markt-Kombinationen.
Die strategischen Geschäftsfelder werden auch bezeichnet als:
Profit-Center
Business-Units
strategische Geschäftsfeldeinheiten (SGE)
Auf dieser Ebene werden geplant:
Wettbewerbsstrategien
Differenzierung
Kostenführerschaft
Spezialisierung
Produkte bzw. Produktprogramme
Kundengruppen, die bearbeitet werden sollen
Budgets
Auf dieser Ebene werden die Strategien der einzelnen Unternehmensbereiche konkretisiert und umgesetzt.
Dazu gehören:
Beschaffungsstrategien
Produktionsstrategien
Absatz- bzw. Marketingstrategien
Die Marketingstrategien werden weiter unterteilt in:
Produktstrategie
Preisstrategie
Kommunikationsstrategie
Vertriebsstrategie
3.2.2 Planungsträger
Verantwortung für die strategische Planung
Die strategische Planung gehört zum Aufgaben- und Verantwortungsbereich der Unternehmensleitung.
Grund dafür ist, dass Planung eine entscheidungsorientierte Aktivität ist.
Wer Planungsträger sein kann
Je nach Organisationsstruktur des Unternehmens können folgende Personen Planungsträger sein:
das Management
Geschäftsbereichsleiter
Funktionsbereichsleiter
Abteilungsleiter (in Zusammenarbeit mit den oben genannten)
Welche Bereiche planen, hängt somit von der Aufbauorganisation des Unternehmens ab.
Rolle von Planungsabteilungen
Die eigentliche Planungsarbeit kann an:
eigenständige Planungsabteilungen (Stäbe) oder
Planungsbeauftragte übertragen werden.
Die Festlegung der unternehmerischen Ziele, die durch die Planung erreicht werden sollen, bleibt jedoch Aufgabe der Planungsträger.
3.2.3 Planungsablauf
Damit die Planung im Unternehmen funktioniert, müssen Abstimmungen zwischen verschiedenen Bereichen erfolgen.
Diese Abstimmungen finden in zwei Richtungen statt:
vertikal (zwischen Hierarchieebenen)
horizontal (zwischen Bereichen auf derselben Ebene)
Die vertikale Abstimmung kann auf drei Arten erfolgen:
Top-down-Verfahren
Bottom-up-Verfahren
Gegenstromverfahren
Die Unternehmensleitung gibt Ziele, Maßnahmen und Strategien vor.
Damit wird der Rahmen für die Planung der nachgeordneten Bereiche festgelegt.
Vorteil
klare und eindeutige Planungsvorgaben
Nachteil
fehlende Abstimmung mit den unteren Ebenen
mögliche Widerstände der nachgeordneten Bereiche gegen vorgegebene Ziele
Die Planung orientiert sich an den Wünschen und Vorstellungen der nachgeordneten Führungsebenen.
die Planungsinhalte können von den Vorstellungen der Unternehmensleitung abweichen
Dieses Verfahren funktioniert nur, wenn:
die übergeordneten Ziele und Absichten der Unternehmensleitung den unteren Planungsträgern bekannt sind.
Dieses Verfahren versucht, die Nachteile von Top-down und Bottom-up zu vermeiden.
Ablauf:
Die Unternehmensleitung gibt Prämissen, Absichten, Ziele und Strategien vor.
Die Geschäfts- und Funktionsbereiche entwickeln darauf aufbauend ihre Bereichsziele.
Anschließend werden Unternehmensplan und Bereichspläne bewertet und aufeinander abgestimmt.
Das Management muss sicherstellen, dass aus den einzelnen Teilplänen ein konsistenter Gesamtplan entsteht.
Die horizontale Abstimmung findet innerhalb derselben Planungsebene statt.
Dabei erfolgen Abstimmungen:
zwischen verschiedenen Bereichen, die an der Planung beteiligt sind
zwischen Linienmanagement und Planungsabteilungen (Stäben)
Für die Durchführung der Planung stehen verschiedene Planungstechniken zur Verfügung.
Die Unternehmensleitung entscheidet, ob:
die Nutzung bestimmter Planungstechniken frei gewählt werden kann, oder
ob bestimmte Techniken verpflichtend vorgegeben werden.
Gründe für die Vorgabe von Planungstechniken
höhere Transparenz des Planungsprozesses
bessere Arbeitsteilung
bessere Kontrollierbarkeit der Planungsergebnisse
Dadurch kann die Planung standardisiert und formalisiert werden, was den gesamten Planungsprozess erleichtert.
3.3 Ziele
Ziele dienen als Orientierung für unternehmerisches Handeln.
Sie beschreiben angestrebte Zustände, die durch Maßnahmen des Unternehmens erreicht werden sollen.
Ein Ziel ist definiert als:
die gedankliche Vorwegnahme eines gewünschten Soll-Zustands
also die Vorstellung davon, was erreicht werden soll.
Aus einer SWOT-Analyse ergibt sich zunächst nur ein allgemeines Ziel, zum Beispiel:
Schwächen abbauen
Stärken erhalten oder ausbauen
Solche Ziele sind jedoch noch zu abstrakt und müssen konkretisiert werden.
Die Konkretisierung von Zielen ist wichtig, weil Ziele eine zentrale Rolle spielen für:
Koordination
Kontrolle
im Unternehmen.
Bei der Zielfindung sollte darauf geachtet werden, dass auch qualitative Ziele möglichst operationalisiert werden.
Auf der Vision- und Missionsebene ist eine genaue Konkretisierung oft nur eingeschränkt möglich.
Bei strategischen Unternehmens- und Geschäftsfeldzielen (Planungshorizont bis zu fünf Jahren) sollte sie jedoch erfolgen.
Eine Zieloperationalisierung legt drei Dinge fest:
Zielinhalt
Was soll erreicht werden?
Beispiel: Umsatzsteigerung
Zielausmaß
Wie stark soll das Ziel erreicht werden?
Beispiel: Steigerung um 5 %
Zielrealisierungszeitraum
Bis wann soll das Ziel erreicht werden?
Beispiel: innerhalb eines Jahres
Für die Operationalisierung von Zielen kann die SMART-Formel verwendet werden.
Ziele sollen dabei sein:
Spezifiziert
Messbar
Abgestimmt
Realistisch
Terminiert
Planungsträger können Ziele auf zwei verschiedene Arten festlegen.
Zunächst werden Ziele festgelegt.
Anschließend wird geplant, wie diese Ziele erreicht werden können.
Zuerst wird ein Plan zur zukünftigen Entwicklung des Unternehmens erstellt.
Aus diesem Plan werden anschließend die Ziele abgeleitet.
Ein Argument für diesen Ansatz ist, dass zunächst die grundsätzliche Entwicklungsrichtung eines Unternehmens und seiner Bereiche festgelegt wird.
Darauf aufbauend können dann konkrete Ziele, zum Beispiel Erfolgsgrößen wie die Eigenkapitalrentabilität, formuliert werden.
In diesem Fall entsteht die Konkretisierung der Ziele als Ergebnis der Planung.
Bevorzugt wird jedoch der synoptische Ansatz.
Dabei:
überlegt das Management zunächst, welche Ziele erreicht werden sollen
anschließend werden Maßnahmen geplant, die zur Erreichung dieser Ziele führen
Damit werden Ziele zur Grundlage der Planung.
Die beschriebenen Zielbildungsprozesse führen in der Praxis meist zu Zielen mit unterschiedlicher Reichweite und unterschiedlichem Genauigkeitsgrad, worauf später noch näher eingegangen wird.
3.3.1 Zielhierarchie
Nach der Zielfindung werden die Unternehmensziele hierarchisch geordnet.
Diese Struktur nennt man Zielhierarchie.
Dabei werden Ziele nach Abstraktionsgrad und Konkretisierung in verschiedene Ebenen unterteilt
An der Spitze stehen sehr allgemeine und langfristige Orientierungspunkte des Unternehmens.
Nach unten hin werden die Ziele immer konkreter und operativer.
Die Abbildung zeigt eine pyramidenförmige Zielhierarchie im Unternehmen.
Zwei wichtige Prinzipien werden dargestellt:
Zunehmende Konkretisierung (nach unten) → Ziele werden immer genauer und messbarer.
Mittel-Zweck-Beziehung (nach oben) → Untere Ziele dienen als Mittel, um höhere Ziele zu erreichen.
Die Vision steht an der Spitze der Hierarchie.
Sie beschreibt eine langfristige Zukunftsvorstellung des Unternehmens.
Zusammen mit der Unternehmensphilosophie drückt sie die grundlegenden Werte und Positionen des Unternehmens aus.
Sie gibt eine grundsätzliche Orientierung für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.
Das Unternehmensleitbild konkretisiert die Vision.
Es formuliert Grundsätze und Verhaltensrichtlinien für:
die Unternehmensleitung
die Mitarbeiter
Damit zeigt es, wie die Vision umgesetzt werden soll.
Da Leitbilder noch relativ abstrakt sind, werden sie durch konkretere Unternehmensziele ergänzt.
Beispiele:
Steigerung des Return on Investment um 5 % im kommenden Geschäftsjahr
Erhöhung des Marktanteils um 10 % innerhalb der nächsten fünf Jahre
Diese Ziele sind bereits messbarer und zeitlich eingegrenzt.
Aus den Unternehmenszielen werden weitere Ziele für einzelne Unternehmensbereiche abgeleitet.
Dies geschieht durch Zielauflösung, zum Beispiel mithilfe eines Kennzahlensystems.
Dabei entstehen:
Geschäftsbereichsziele
Funktionsbereichsziele
Diese Ziele können zum Beispiel enthalten:
Kostenziele im Beschaffungsbereich
Kostenziele in der Fertigung
Kostenziele im Absatzbereich
Diese Ziele beeinflussen auch den Marketingmix.
Ein Beispiel für eine Zielhierarchie ist der Sportartikelhersteller Adidas.
„Unsere Leidenschaft für den Sport macht die Welt zu einem besseren Platz.“
„Wir konzentrieren uns voll und ganz auf unsere Mission: Wir streben danach, der weltweit führende Anbieter der Sportartikelbranche zu sein – mit Marken, die auf Leidenschaft für den Sport sowie sportlichem Lifestyle basieren.“
Unternehmensverantwortung ist fest in den Werten des Unternehmens verankert:
Leistung
Leidenschaft
Integrität
Vielfalt
Diese Werte stammen aus der Welt des Sports und bilden die Grundlage der Unternehmensidentität. Sport verbindet dabei Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Unternehmens.
Wachstum beschleunigen
Der Umsatz soll bis 2022 jährlich durchschnittlich im hohen einstelligen Bereich wachsen.
Der Konzerngewinn soll durchschnittlich um etwa 15 % pro Jahr steigen.
3.3.2 Marketingziele
Marketingziele beschreiben die angestrebten Sollzustände im Absatzbereich eines Unternehmens.
Diese Zustände sollen durch den Einsatz der Marketinginstrumente erreicht werden.
Da ihnen eine SWOT-Analyse vorausgeht, verbinden Marketingziele:
die zukünftigen Marktmöglichkeiten
mit den vorhandenen Ressourcen des Unternehmens.
Marketingziele sind keine eigenständigen Ziele, sondern konkrete Ausprägungen der übergeordneten Unternehmensziele. Deshalb können sie sehr unterschiedlich und zahlreich sein.
Grundsätzlich werden Marketingziele in zwei Kategorien unterteilt:
ökonomische Ziele
marktpsychologische Ziele
Ökonomische Ziele beziehen sich auf wirtschaftliche Kennzahlen.
Deckungsbeitrag
Gewinn
Umsatz
Marktanteil
Diese Ziele sind meist quantitativ messbar.
Marktpsychologische Ziele beziehen sich auf Einstellungen und Verhaltensweisen von Kunden.
Bekanntheitsgrad einer Marke
Image bzw. Markeneinstellungen
Markentreue
Einkaufsstättentreue
Käuferpenetration (Anteil der Käufer eines Produkts)
Kaufintensität
Diese Ziele werden auch vorökonomische Ziele genannt.
Grund dafür: Ihre Wirkung tritt vor den ökonomischen Ergebnissen ein und beeinflusst diese.
Beispiel:
Ein positives Markenimage kann zu höherem Umsatz führen.
Marktpsychologische Ziele lassen sich nur eingeschränkt operationalisieren, da es sich oft um qualitative Ziele handelt, zum Beispiel:
Einstellungen
Image
Trotzdem sind diese Ziele sehr wichtig, weil sie häufig die Voraussetzung für monetäre Ziele wie Umsatz oder Gewinn darstellen.
Solche Voraussetzungen werden häufig durch kommunikationspolitische Maßnahmen geschaffen, zum Beispiel:
Werbung
Es ist nicht sinnvoll, marktpsychologische Ziele direkt über ökonomische Kennzahlen zu messen.
positives Image → steigender Umsatz
Der Grund dafür ist, dass Absatzerfolge immer durch das Zusammenwirken aller Marketinginstrumente entstehen. Der Einfluss des Images auf den Erfolg eines Produkts kann daher nicht eindeutig isoliert werden.
Um die Zielerreichung dennoch zu messen, werden psychologische Messgrößen oder Hilfsgrößen verwendet.
Reklamationsquoten zur Messung der Kundenzufriedenheit.
3.3.3 Balanced Scorecard
Unternehmen formulieren ihre Ziele häufig als Zielsystem, das sowohl:
quantitative Ziele (z. B. Rentabilität)
qualitative Ziele (z. B. Kundenzufriedenheit)
enthält.
Damit solche Ziele sinnvoll sind, muss ihre Erreichung kontrollierbar sein. Dafür gilt der Grundsatz:
„Planung ohne Kontrolle ist sinnlos, Kontrolle ohne Planung unmöglich.“
Das bedeutet: Ziele sollten messbar formuliert werden, zum Beispiel durch Kennzahlen.
Ein Instrument zur Operationalisierung von Zielen und zur Darstellung von Zusammenhängen oder Zielkonflikten ist die Balanced Scorecard (BSC).
Die Balanced Scorecard bedeutet übersetzt „ausgewogener Berichtsbogen“.
Ihr wichtigstes Merkmal ist die Integration verschiedener Perspektiven, durch die unterschiedliche Aspekte der Unternehmensleistung betrachtet werden.
In der Theorie werden vier Perspektiven unterschieden:
Finanzperspektive
Kundenperspektive
Prozessperspektive
Mitarbeiterperspektive
Ein Unternehmen kann diese Perspektiven jedoch erweitern oder reduzieren, je nach eigenen Anforderungen.
Für jede Perspektive werden:
monetäre oder nicht monetäre Ziele
Kennzahlen zur Messung dieser Ziele (Soll-Werte)
Maßnahmen zur Zielerreichung
festgelegt.
Auch qualitative Ziele werden dabei mithilfe von Kennzahlen messbar gemacht.
Die Balanced Scorecard folgt dabei dem synoptischen Ansatz:
Zuerst wird die gewünschte messbare Wirkung (Ziel) festgelegt.
Anschließend werden die Maßnahmen bestimmt, die dieses Ziel ermöglichen.
Mit der Balanced Scorecard können Unternehmen:
Maßnahmen zur Zielverfolgung steuern
Zielerreichung messen
Ergebnisse dokumentieren
Wechselwirkungen zwischen Zielen sichtbar machen
Wirkungszusammenhänge zwischen Maßnahmen und Ergebnissen verdeutlichen
Das Beispiel zeigt, wie Ziele, Kennzahlen und Maßnahmen in den vier Perspektiven der Balanced Scorecard miteinander verbunden sind.
Ziel
Steigerung der Kundenzufriedenheit (qualitatives Ziel)
Kennzahl
Reklamationsquote soll von 7 % auf 5 % sinken
Maßnahme
Verbesserung der Trainingsbetreuung
Optimierung des Trainingsprozesses zur Gewichtsreduktion
Trainingsdauer wird von 1,5 Stunden auf 1 Stunde reduziert
Einführung neuer Software
Einsatz neuer Trainingsgeräte
besser qualifizierte Mitarbeiter
Jeder Trainer erhält fünf Weiterbildungstage pro Jahr
Fortbildungen zur Nutzung der neuen Software und des Trainingsprogramms
Steigerung der Unternehmensrendite von 5 % auf 7 %
Reduzierung der Verwaltungskosten um 5 %
Einführung eines Kostensenkungsprogramms in der Verwaltung
Hintergrund:
Durch Investitionen in Software, Geräte und Mitarbeiter steigen zunächst die Kosten.
Deshalb sollen die Verwaltungskosten gesenkt werden, um die Rendite zu erhöhen.
3.3.4 Aufgaben der Zielsetzung/ Funktion
Wenn Unternehmensziele klar und konkret formuliert werden, erfüllen sie mehrere wichtige Funktionen im Unternehmen.
Ziele dienen als Kriterien zur Bewertung verschiedener Handlungsalternativen.
Dadurch können unterschiedliche Möglichkeiten miteinander verglichen werden.
Auf Grundlage dieser Bewertung können geeignete Strategien ausgewählt werden.
Ziele werden damit zur Voraussetzung für strategische Entscheidungen.
Ziele ermöglichen außerdem eine Kontrolle der Zielerreichung.
Dazu werden:
Soll-Daten (geplante Ziele)
mit Ist-Daten (tatsächliche Ergebnisse) verglichen.
Realistische Zielvorgaben können Mitarbeiter motivieren, diese Ziele auch zu erreichen.
Durch Zielvorgaben werden die Mitarbeiter über die zukünftigen Aktivitäten des Unternehmens informiert.
Aus den übergeordneten Unternehmenszielen werden Geschäfts- und Funktionsbereichsstrategien abgeleitet.
Dadurch werden die Aktivitäten der einzelnen Unternehmensbereiche aufeinander abgestimmt und auf das gemeinsame Unternehmensziel ausgerichtet.
3.4 Strategiewahl
Ziele und Strategien sind eng miteinander verbunden.
Eine Strategie beschreibt den Weg zum Ziel.
Sie ist also ein Plan, mit dem ein oder mehrere Ziele erreicht werden sollen.
Da Ziel- und Strategieentscheidungen stark miteinander zusammenhängen, sind mehrstufige Rückkopplungsprozesse sinnvoll.
Die Stärken eines Unternehmens sollen gezielt genutzt werden, um:
Chancen zu nutzen
Risiken zu bewältigen
und damit unternehmerische Ziele zu erreichen.
Dafür müssen geeignete Strategien entwickelt und ausgewählt werden.
Die Strategie hat eine wichtige Steuerungsfunktion im Unternehmen:
Sie bestimmt den Einsatz der Instrumente, z. B. der Marketinginstrumente.
Dadurch wird sichergestellt, dass die Strategie logisch und einheitlich umgesetzt wird.
Außerdem lenkt sie unternehmerische Entscheidungen und den Einsatz von Ressourcen.
Ein wesentliches Merkmal von Strategien ist ihr Bezug zum Markt und zur Umwelt.
Strategien zielen darauf ab, bestimmte Marktpositionen zu erreichen, zum Beispiel durch:
den Aufbau von Erfolgspotenzialen.
Damit werden Strategien zu mittel- bis langfristigen Leitlinien für unternehmerisches Handeln.
Diese drei Elemente stehen in einem klaren Zusammenhang:
Ziele beschreiben den gewünschten Zustand → Was soll erreicht werden?
Strategien bestimmen den Weg zum Ziel → Wie wird das Ziel erreicht?
Operative Maßnahmen setzen die Strategie um → Womit wird sie umgesetzt?
Im Marketing werden diese operativen Maßnahmen als Marketingmix bezeichnet.
Die operativen Maßnahmen stellen gleichzeitig die taktische Ebene dar.
betrifft kurzfristige Maßnahmen
bezieht sich auf täglich auftretende Probleme
reagiert oft auf unerwartetes Verhalten von Wettbewerbern oder Kunden
Diese Maßnahmen müssen jedoch mit der übergeordneten Strategie vereinbar sein.
Die Strategie bildet den verbindlichen Rahmen für operative Entscheidungen.
Gleichzeitig können operative Maßnahmen auch:
Strategien beeinflussen
verändern
oder sogar aufheben.
Der wichtigste Unterschied liegt in Zeit- und Handlungsebene:
Strategie
definiert die grundlegende Entwicklungsrichtung des Unternehmens
mittel- bis langfristiger Zeitraum (ca. 5–10 Jahre)
Operatives Marketing
richtet sich auf situationsgerechtes Verhalten des Unternehmens
kurzfristiger Zeitraum (meist bis zu einem Jahr)
3.4.1 Strategiearten
Eine Strategie ist ein Konzept zur Entwicklung eines Unternehmens.
Dieses Konzept beschreibt, wie ein Unternehmen seine Ziele erreichen will, während es sich mit seiner Umwelt und dem Wettbewerb auseinandersetzt.
Durch die Umsetzung der Strategie sollen:
Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz erreicht werden
und der langfristige Erfolg des Unternehmens gesichert werden.
Durch die Positionierung am Markt ordnen Kunden einem Unternehmen bestimmte Eigenschaften zu, zum Beispiel:
Stärken
Wettbewerbsvorteile
besondere Qualitäten
Diese Eigenschaften helfen den Kunden, ein Unternehmen von seinen Wettbewerbern zu unterscheiden.
Im Rahmen der strategischen Planung lassen sich drei zentrale Planungsebenen unterscheiden:
Unternehmensebene
Geschäftsbereichsebene
Funktionsebene
Die Umsetzung einer Strategie bestimmt, welche operativen Maßnahmen auf der Funktionsebene durchgeführt werden müssen.
Bei einem ganzheitlichen Planungsansatz gilt:
Auf der Funktionsbereichsebene werden keine eigenständigen Strategien entwickelt.
Stattdessen werden diese aus der übergeordneten Unternehmensstrategie abgeleitet.
Unternehmensstrategien sind häufig:
oder Marketingstrategien
Die Unterscheidung zwischen:
Geschäftsbereichsstrategien
ergibt sich aus der Struktur des Unternehmens.
Wenn ein Unternehmen nur einen Geschäftsbereich besitzt, können die Geschäftsbereichsstrategien gleichzeitig als Unternehmensstrategie gelten.
3.4.1.1 Unternehmensstrategien (Produkt-Markt Strategien nach Ansoff -> Wachstumsstrategien
Unternehmensstrategien bestimmen die grundsätzliche Entwicklungsrichtung eines Unternehmens.
Die Entwicklung eines Unternehmens kann grundsätzlich durch drei strategische Richtungen geprägt sein:
Wachstumsstrategien
Konsolidierungsstrategien
Schrumpfungsstrategien
Praxisbeispiel: Der Sportartikelhersteller Adidas verfolgt beispielsweise eine Wachstumsstrategie, die sich auf Schnelligkeit, Städte und Open Source konzentriert.
Der Ansatz von Igor Ansoff basiert auf der Frage:
Wem (Markt) soll was (Produkt) angeboten werden?
Daraus entstehen Produkt-Markt-Kombinationen, die verschiedene Wachstumsstrategien darstellen.
Die Tabelle zeigt vier mögliche Wachstumsstrategien, abhängig davon, ob:
bestehende oder neue Produkte
in bestehenden oder neuen Märkten
angeboten werden.
Bestehende Produkte
Bestehende Märkte
Ziel ist es, den Marktanteil zu erhöhen.
Dies geschieht durch einen intensiveren Einsatz von Marketinginstrumenten.
Möglichkeiten:
a) Erhöhung der Produktverwendung bei bestehenden Kunden durch:
Verbesserung des Produktes
Beschleunigung des Ersatzbedarfs (z. B. Mode)
Vergrößerung der Verkaufseinheiten (z. B. Familienpackungen)
Erschließung zusätzlicher Absatzkanäle
stärkere Werbung und Verkaufsförderung
b) Gewinnung neuer Kunden
Produktverbesserungen oder Zusatznutzen
Verbesserung des Serviceangebots
Preissenkungen
Diese Strategie gilt als natürliche Entwicklungsrichtung, weil sie versucht, bisher ungenutztes Absatzpotenzial auszuschöpfen.
Bei der Marktentwicklungsstrategie sucht ein Unternehmen mit einem bereits vorhandenen Produkt nach neuen Märkten.
Ein Unternehmen sucht für bestehende Produkte neue Märkte.
Erschließung ausländischer Märkte
Ansprache neuer Kundengruppen
Erschließung zusätzlicher Märkte (national, international, global)
Eindringen in Zusatzmärkte durch Funktionserweiterungen
neue Kundengruppen durch Variationen von Produkt oder Absatzwegen
Neue oder weiterentwickelte Produkte
Hier werden neue Produkte für bestehende Kunden entwickelt.
Dabei unterscheidet man:
echte Innovationen (originäre Produkte)
neuartige Produkte, die auf bestehenden Produkten aufbauen
Me-too-Produkte (Produktimitationen)
Wichtige Aspekte der Produktentwicklung sind:
technisch-funktionale Qualität
ästhetische Eigenschaften
Verpackung
Markierung
Außerdem spielt das Timing der Markteinführung eine wichtige Rolle.
Neue Produkte
Neue Märkte
Diese Strategie ist die risikoreichste Wachstumsstrategie, da sowohl:
der Markt
als auch das Produkt
neu und damit unsicher sind.
Man unterscheidet drei Arten der Diversifikation:
Horizontale Diversifikation
neue Produkte auf derselben Produktionsstufe
Beispiel: Ein Produzent kauft einen anderen Hersteller.
Vertikale Diversifikation
Ausdehnung auf vor- oder nachgelagerte Wertschöpfungsstufen
Kauf eines Zulieferunternehmens
Kauf eines Handelsunternehmens
Laterale Diversifikation
keine Verbindung zwischen bestehenden und neuen Märkten
auch Portfolio-Strategie (Risikostreuung) genannt
Die vier Produkt-Markt-Strategien sind nicht immer klar voneinander getrennt und können teilweise ineinander übergehen.
In der Praxis existieren daher verschiedene Kombinationsmöglichkeiten.
Trotzdem müssen Unternehmen sich grundsätzlich für eine Entwicklungsrichtung entscheiden.
Idealerweise erfolgt die Entwicklung häufig in folgender Reihenfolge:
Marktdurchdringung
Marktentwicklung
Produktentwicklung
Diversifikation
Produkt-Markt-Technologie-Ansatz nach Abell
Abell unterscheidet im Gegensatz zu Ansoff drei Betrachtungsebenen:
Markt,
Produkt
und Technologie (Kinzler, 2005, S. 18).
Abell unterscheidet drei strategische Dimensionen:
Zielgruppen / Marktsegmente
Produktfunktionen (Funktionserfüllung)
Technologien
Ein Unternehmen hat dadurch drei strategische Möglichkeiten:
Erschließung neuer Marktsegmente
Befriedigung zusätzlicher Kundenbedürfnisse durch neue Produkte oder Funktionen
Einsatz neuer Technologien zur Verbesserung oder Entwicklung von Produkten
Voraussetzung für diesen Ansatz ist eine Marktsegmentierung.
Praxisbeispiel:
Ein Fitnessstudio benötigt für die Produktinnovation „Fitness am Computer“ eine neue Technologie (Software).
Lokale, nationale, internationale, globale Strategien
Wachstumsstrategien können auf verschiedenen geografischen Ebenen umgesetzt werden:
lokal (Ort oder Region)
national (landesweit)
international (länderübergreifend)
global (weltweit)
Die Wahl des Absatzgebietes ist wichtig, weil sie langfristige strukturelle Entscheidungen beeinflusst, zum Beispiel:
Standort
Absatzorganisation
Produktprogramm
In der Praxis erfolgt die Ausweitung des Absatzgebietes häufig stufenweise:
lokal
regional
national
international
global
Dieser Prozess kann sich über mehrere Jahre erstrecken.
Bei internationaler Expansion stellt sich die Frage:
Standardisierung oder Differenzierung?
Standardisierung
Vorteile:
Skaleneffekte
Kostenvorteile
Sie ist besonders möglich in Branchen mit ähnlichen globalen Märkten, z. B. High-Tech.
Standardisiert werden häufig:
Marke
Werbebotschaft
Marktpositionierung
Garantieleistungen
Kundendienst
Sie berücksichtigt länderspezifische Unterschiede, z. B.:
Konsumgewohnheiten
Einkommen
Differenziert werden meist:
Preis
Konsolidierungs- und Schrumpfungsstrategien
Diese Strategien dienen dazu, die bestehende Wettbewerbsposition zu sichern.
Merkmale:
eher defensiver Charakter
häufig Übergangsstrategien
Sie werden eingesetzt, um:
das bisher Erreichte zu sichern
Zeit für spätere Entscheidungen über Wachstum oder Schrumpfung zu gewinnen
Wenn sich ein Markt oder eine Branche rückläufig entwickelt, stehen Unternehmen mehrere strategische Optionen zur Verfügung.
Steigerung der Investitionsintensität
Ziel: Stärkung der Marktposition
Beispiel: Übernahme von Konkurrenzunternehmen
Beibehaltung des bisherigen Investitionsniveaus
Ziel: Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit
Selektives Schrumpfen
Aufgabe unrentabler Segmente
Investitionen nur in profitablen Bereichen
Abschöpfungsstrategie („Cashcow“)
Investitionen werden auf Ersatzinvestitionen reduziert
Kosten werden gesenkt
Ziel: möglichst hohe Rückflüsse erzielen
Marktaustritt
extremste strategische Entscheidung
Stilllegung der Kapazitäten zu einem festgelegten Zeitpunkt
Welche dieser Strategien gewählt wird, hängt von mehreren Faktoren ab:
Werte und Einstellungen der Entscheidungsträger
konkrete Entscheidungssituation
Potenziale des Unternehmens.
3.4.1.2 Geschäftsfeld- oder Wettbewerbsstrategien
Nachdem auf Unternehmensebene die generelle Entwicklungsrichtung eines Unternehmens festgelegt wurde, wird diese Strategie auf der Geschäftsfeldebene weiter konkretisiert.
Bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie auf dieser Ebene müssen zwei zentrale Fragen beantwortet werden:
Soll nur ein bestimmtes Marktsegment oder der gesamte Markt bearbeitet werden?
Mit welchen Instrumenten soll der Wettbewerb geführt werden?
Nach Porter gibt es drei grundlegende Strategien zur Marktbearbeitung:
Kostenführerstrategie
Differenzierungsstrategie
Nischenstrategie
Diese Strategien werden auch Wettbewerbsstrategien (Strategiestile) genannt, da ihre Ausgestaltung stark vom Wettbewerb geprägt ist.
Ziel der Kostenführerstrategie ist es, der preisgünstigste Anbieter auf einem Markt zu sein.
Dies wird häufig durch standardisierte Produkte mit wenig Service erreicht.
Im Mittelpunkt steht die kontinuierliche Senkung der Kosten.
Dies kann unter anderem durch folgende Maßnahmen erfolgen:
Nutzung von Erfahrungskurveneffekten
Nutzung von Synergieeffekten
Automatisierung von Prozessen
Standardisierung von Produkten und Abläufen
Einsatz moderner Managementtechniken, z. B.
Lean Management
Lean Production
Total Quality Management
Kaizen
Praxisbeispiele
Unternehmen, die diese Strategie verfolgen:
McFit im Bereich der Fitnessdienstleistungen
Aldi bei Sporttextilien
Rossmann bei Sportlernahrung
Bei der Differenzierungsstrategie versucht ein Unternehmen, sich deutlich von der Konkurrenz abzuheben.
Die Differenzierung kann erfolgen durch:
höhere Produktqualität
größere Produktvielfalt
besseren Service
besondere Vertriebsformen
Zur Umsetzung können verschiedene Maßnahmen genutzt werden:
konsequente Kundenorientierung
Verbesserung der technischen Ausstattung der Produkte
gezielte Zusammensetzung des Produktprogramms
Design oder Markenbildung
Serviceleistungen, Kundendienst, Finanzdienstleistungen oder Gewährleistungen
Distributionspolitik (z. B. Wahl der Vertriebswege)
-> Die Differenzierung führt dazu, dass Güter und Dienstleistungen heterogener werden. Dadurch sinkt die Markttransparenz.
-> Da das Unternehmen zusätzliche Leistungen bietet (z. B. bessere Qualität oder Service), kann es höhere Preise verlangen. Somit sind Kosten und Preis nicht der wichtigste strategische Erfolgsfaktor.
adidas differenziert sich z. B. über:
die Breite des Produktprogramms
die Qualität der Produkte (z. B. bei Fußbällen)
Fitness First hebt sich vom Wettbewerb ab durch:
Fitnessurlaube
Gesundheitsangebote
besondere Studioausstattungen (z. B. Platinum- oder Black-Label-Clubs)
Die Nischenstrategie konzentriert sich auf ein klar abgegrenztes Marktsegment bzw. eine bestimmte Zielgruppe.
Dabei wird ein spezifischer Teilmarkt mit besonderen Bedürfnissen bedient, zum Beispiel:
Sportwagenfahrer innerhalb des PKW-Marktes.
Eine weitere Möglichkeit der Umsetzung besteht darin:
sich auf bestimmte Produkte oder Produktlinien zu konzentrieren
das Unternehmen stark auf sein Basisgeschäft zu fokussieren
Die Kostenführerstrategie und die Differenzierungsstrategie können auch innerhalb einer Nische angewendet werden. Das bedeutet, dass diese Strategien auf ein bestimmtes Marktsegment beschränkt verfolgt werden.
Fitnessstudios, die sich ausschließlich auf Frauen („Ladyfitness“) spezialisieren
Reebok, das sich ursprünglich auf die Produktnische Sportschuhe konzentrierte
3.4.2 Wettbewerbsstrategische Handlungsmuster
Wettbewerbsstrategische Handlungen lassen sich auf zwei grundlegende Faktoren zurückführen:
Leistung und Preis → Preis-Leistungs-Verhältnis
Raum und Zeit → Zeit-Raum-Verhältnis
Eine Wettbewerbsstrategie entsteht durch die Kombination dieser Faktoren, um gegenüber der Konkurrenz Wettbewerbsvorteile zu erreichen.
Unternehmen können Vorteile erzielen, indem sie im Vergleich zu Wettbewerbern:
vergleichbare Leistungen zu niedrigeren Preisen anbieten
höherwertige Leistungen zum gleichen Preis anbieten
vergleichbare Leistungen zum gleichen Preis in anderen geografischen Räumen anbieten
vergleichbare Leistungen zum gleichen Preis früher im selben Raum anbieten
Bei der Entwicklung einer Wettbewerbsstrategie geht es grundsätzlich darum, anders zu sein als die Konkurrenz.
Das bedeutet, dass ein Unternehmen bestimmte Tätigkeiten gezielt auswählt und kombiniert, sodass eine einzigartige Mischung an Werten entsteht.
Strategie basiert daher auf einzigartigen Tätigkeiten, die anders als bei Wettbewerbern ausgeführt werden. Dadurch kann eine dauerhafte Differenzierung erreicht werden.
Eine solche differenzierende Wettbewerbsstrategie erfordert jedoch:
ein Abwägen der vorhandenen Handlungsmöglichkeiten
das Treffen klarer Entscheidungen
eine Begrenzung des Angebots und der Handlungsoptionen
Dadurch wird deutlich, worauf sich das Unternehmen hauptsächlich konzentrieren muss.
3.4.3 Marketingstrategien
Im Marketing werden vier grundlegende Strategietypen unterschieden:
Marktfeldstrategien
Marktstimulierungsstrategien
Marktparzellierungsstrategien
Marktarealstrategien
Die Marktfeldstrategien entsprechen den vier Produkt-Markt-Kombinationen nach Ansoff. Da diese bereits zuvor behandelt wurden, wird hier nicht weiter darauf eingegangen.
Die Marktarealstrategie beschäftigt sich mit gebietsbezogenen strategischen Fragen.
Diese Aspekte wurden bereits im Zusammenhang mit folgenden Strategien behandelt:
lokale Strategien
nationale Strategien
internationale Strategien
globale Strategien
Daher wird auch hier keine weiterführende Betrachtung vorgenommen.
3.4.3.1 Marktstimulierungsstrategien
Marktstimulierungsstrategien umfassen alle Entscheidungen und Maßnahmen, die festlegen, wie ein Markt beeinflusst wird.
Im Marketing gibt es zwei grundlegende Formen der Marktstimulierung:
Präferenzstrategie (Differenzierungsstrategie)
Preis-Mengen-Strategie (Kostenführerschaft)
Diese beiden Strategien stellen gegengesätzliche Extremstrategien dar. Zwischen ihnen können jedoch auch weitere Strategien liegen.
Die Präferenzstrategie basiert auf hoher Qualität und hohem Preis und bietet einen klaren Leistungsvorteil durch die Befriedigung von Grund- und Zusatznutzen.
Die Preis-Mengen-Strategie basiert auf niedriger Qualität und niedrigem Preis und erfüllt in der Regel nur den Grundnutzen.
Der Ausgangspunkt der Strategien ist also entweder:
die Leistung oder
der Preis.
Zwischen diesen beiden Strategien können Mischstrategien auftreten.
Dabei wird ein Qualitäts- und Preiswettbewerb auf mittlerem Niveau geführt.
Diese sogenannten „stuck in the middle“-Strategien sind problematisch, da sie weder markenorientierte Käufer noch preisbewusste Käufer klar ansprechen.
Präferenzstrategie
Die Präferenzstrategie richtet sich vor allem an Kunden in Märkten, in denen Grundbedürfnisse bereits gesättigt sind, die jedoch zusätzliche Bedürfnisse befriedigt sehen möchten, z. B.:
Differenzierungsbedürfnisse
Prestigebedürfnisse
Kennzeichnend für diese Strategie ist der Einsatz aller nicht preislichen Marketinginstrumente, um beim Verbraucher Präferenzen für ein Angebot zu schaffen.
Dadurch entstehen Preisspielräume, da die Kunden bereit sind, höhere Preise zu bezahlen.
Präferenzen werden hauptsächlich durch produktdifferenzierende Maßnahmen erzeugt, z. B.:
Qualität
Stil
Design
Farbe
Funktionen
Dadurch können technisch homogene Güter voneinander unterschieden und individualisiert werden.
Auch der Preis selbst kann ein Differenzierungsmerkmal sein.
Dabei wirkt der Preis-Qualitäts-Zusammenhang, da Verbraucher hohe Preise häufig als Hinweis auf hohe Qualität interpretieren, wenn andere Bewertungskriterien fehlen.
Eine konsequente Umsetzung der Präferenzstrategie erfolgt durch Markenartikel-Konzepte.
Markenartikel zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
gleichbleibende Qualität
Produktkennzeichnung (gleichbleibende Aufmachung)
Anerkennung im Markt
großer Absatzmarkt (breite Verfügbarkeit)
Imagevermittlung
Verbraucherwerbung
Die Marke erfüllt außerdem eine Identifizierungsfunktion, da sie Angebote wiedererkennbar macht.
Durch die gleichbleibende Qualität werden Enttäuschungen bei den Verbrauchern vermieden. Dadurch entstehen Präferenzen und monopolistische Preisspielräume.
Märkte bestehen jedoch nicht nur aus Bereichen mit präferenzorientierten Markenartikeln. Meist gibt es auch mittlere und untere Marktsegmente, in denen andere Marketinginstrumente eingesetzt werden.
Preis-Mengen-Strategie
Die Preis-Mengen-Strategie basiert auf einem aggressiven Preis- und Konditionenwettbewerb.
Dabei wird häufig weitgehend auf andere Marketingmaßnahmen verzichtet.
Mit dieser Strategie werden vor allem preisbewusste Käufer angesprochen.
Der niedrige Angebotspreis eines Produktes führt dazu, dass bei dieser Zielgruppe eine Präferenz für das Angebot entsteht. Diese wird als eindimensionale oder unechte Präferenz bezeichnet.
Die Anwendung dieser Strategie bedeutet jedoch nicht zwingend, dass auf eine Markierung des Angebots verzichtet wird.
Typisch ist lediglich der fast ausschließliche Einsatz des Preises als Wettbewerbsinstrument.
Auch die Preis-Mengen-Strategie kann in verschiedenen Ausprägungen auftreten. Selbst bei der Präferenzstrategie kann ein gewisser Preiswettbewerb aus Wettbewerbsgründen zeitweise notwendig sein.
Ein besonders deutliches Beispiel für reinen Preiswettbewerb sind preisaggressive Handelsformen, wie etwa Discounter.
Mischstrategien
Unternehmen, die Mischstrategien (hybride Strategien) verfolgen, nutzen sowohl:
Qualität als Wettbewerbsinstrument
Preis als Wettbewerbsinstrument
-> Dies kann jedoch zu strategischen Inkonsistenzen führen, da sich möglicherweise weder qualitätsorientierte noch preisbewusste Kunden angesprochen fühlen.
Eine Mischstrategie kann auch das Ergebnis einer Strategieänderung sein:
Trading-up: Wechsel von der Preis-Mengen-Strategie zur Präferenzstrategie
Trading-down: Wechsel von der Präferenzstrategie zur Preis-Mengen-Strategie
Bei dieser Strategie versucht ein Unternehmen, die durch Niedrigpreise gewonnenen Kunden durch höherwertige Angebote stärker zu binden.
Gleichzeitig wird versucht, in ein höheres Marktsegment vorzustoßen, um neue Kunden zu gewinnen.
Diese Strategie dient z. B.:
der Rückgewinnung von Marktanteilen
oder kann Folge eines nicht aufzuhaltenden Markenverfalls sein.
Vergleich von Präferenz- und Preis-Mengen-Strategie
Die Preis-Mengen-Strategie setzt bestimmte kostenseitige Voraussetzungen voraus, insbesondere:
Erfahrungskurveneffekte
Economies of Scale
Ein Risiko dieser Strategie besteht darin, dass bei intensivem Wettbewerb die Preise im Zeitverlauf weiter gesenkt werden müssen, da kein starkes Markenimage vorhanden ist.
Die Präferenzstrategie schafft dagegen ein präferenzorientiertes Markenimage.
Allerdings sind dafür bestimmte Voraussetzungen notwendig:
höhere finanzielle Mittel
Investitionen z. B. in:
Forschung und Entwicklung
entsprechendes Markt- und Management-Know-how
Durch die Präferenzstrategie entstehen monopolistische Preisspielräume.
Hohe Preise führen dabei nicht zwingend zu Kundenverlusten, sondern werden häufig als Qualitätsindikator wahrgenommen.
Dadurch kann ein Anbieter seine Preise weitgehend unabhängig von der Kostensituation festlegen und überdurchschnittliche Gewinne erzielen.
Hohe Gewinnspannen können jedoch neue Wettbewerber anziehen, wodurch der Wettbewerb intensiver wird und die Preise langfristig sinken können.
Trotzdem gilt die Präferenzstrategie gegenüber der Preis-Mengen-Strategie als vorteilhafter, da:
höhere Gewinnspannen möglich sind
mehr Marketinginstrumente eingesetzt werden können.
3.4.3.2 Marktparzellierungsstrategie
Die Marktparzellierungsstrategie befasst sich mit der Frage, welche Märkte bzw. Marktsegmente ein Unternehmen bearbeiten soll.
Grundlage dafür ist eine Marktsegmentierung, bei der ein heterogener Gesamtmarkt in mehrere homogene Teilmärkte bzw. Zielgruppen aufgeteilt wird.
Aus dieser Segmentierung ergeben sich drei grundlegende Marktbearbeitungsstrategien:
undifferenzierte Marktbearbeitung
konzentrierte Marktbearbeitung
differenzierte Marktbearbeitung
Die übliche Einteilung ist problematisch, da Marktbearbeitung und Marktabdeckung miteinander vermischt werden. Dadurch entstehen nur drei Alternativen, obwohl tatsächlich fünf Möglichkeiten unterschieden werden können:
Undifferenziertes Marketing mit vollständiger Marktabdeckung
Undifferenziertes Marketing mit teilweiser Marktabdeckung
Differenziertes Marketing mit vollständiger Marktabdeckung
Differenziertes Marketing mit teilweiser Marktabdeckung
Konzentriertes Marketing mit Abdeckung eines einzelnen Segmentes
Unternehmen müssen daher zwei grundlegende Entscheidungen treffen.
Unternehmen müssen zunächst entscheiden, ob sie:
Massenmarketing (undifferenziertes Marketing) oder
differenziertes Marketing
betreiben möchten.
Massenmarketing
Es werden Standardprodukte angeboten.
Diese sollen die durchschnittlichen Bedürfnisse aller Kunden befriedigen.
Differenziertes Marketing
Zuerst werden unterschiedliche Zielgruppen identifiziert (Marktsegmentierung).
Anschließend werden auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittene Produkte angeboten.
Die zweite Entscheidung betrifft die Marktabdeckung, also die Frage:
Soll der gesamte Markt bedient werden oder
nur bestimmte Marktsegmente?
Eine partiale Marktabdeckung ist sowohl beim Massenmarketing als auch beim Segmentmarketing möglich.
Massenmarktstrategie
Die Massenmarktstrategie ist eine klassische Vorgehensweise und wird von vielen Unternehmen in unterschiedlichen Märkten angewendet.
Das Grundprinzip dieser Unifizierungsstrategie besteht darin:
nicht die Unterschiede der Nachfrager, sondern
den Markt als Ganzes
zu bedienen.
Das Angebot wird so gestaltet, dass gemeinsame Bedürfnisse der Verbraucher angesprochen werden. Ziel ist es, möglichst viele Verbraucher zu erreichen.
Nutzung von Distributionskanälen und Werbemedien, die eine breite Masse erreichen
Angebot von vielseitig verwendbaren Standardprodukten
Befriedigung vor allem der Grundbedürfnisse
-> Dadurch richtet sich das Angebot an den gesamten Markt, z. B. an alle Haushalte eines Bundeslandes.
Personen, die aus rechtlichen, sachlichen oder anderen Gründen nicht als Kunden infrage kommen, schließen sich selbst aus.
Oft werden Produkte so gestaltet, dass ihre Verwendung möglichst einfach und eindeutig vorgegeben ist, um Probleme bei der Nutzung zu vermeiden.
Die Massenmarktstrategie ist nicht zwingend an eine Preis-Mengen-Strategie gebunden. Häufig ist sie sogar mit einer Markenartikelstrategie verbunden.
Massenmärkte sind jedoch besonders anfällig für Preiswettbewerb, selbst wenn eine präferenzorientierte Strategie verfolgt wird.
Dieser Wettbewerb zeigt sich häufig in Aktionswettbewerben, z. B.:
zeitlich begrenzte Preisaktionen für Markenartikel
Solche Aktionen werden besonders von Handelsketten eingesetzt, um ihre Leistungsfähigkeit zu demonstrieren.
Eine Massenmarktstrategie mit teilweiser Marktabdeckung konzentriert sich auf bestimmte Teilbereiche eines Massenmarktes.
Dabei wird der Markt bewusst enger definiert, indem bestimmte Bedarfsunterschiede berücksichtigt werden.
Diese Abgrenzung kann erfolgen durch:
objektive Merkmale (z. B. physikalisch-technologische Produkteigenschaften)
subjektive Merkmale (z. B. durch Werbeaussagen)
Das Massenmarketing stößt an seine Grenzen, wenn:
Märkte gesättigt sind
der Wettbewerb intensiver wird
Unternehmen reagieren darauf häufig mit einer Strategie des qualitativen Wachstums.
Marktsegmentierungsstrategie
Beim qualitativen Wachstum geht es darum, Kunden Angebote über die bloße Befriedigung von Grundbedürfnissen hinaus zu machen.
Diese Angebote sollen Zusatzbedürfnisse ansprechen.
Da diese Bedürfnisse individuell unterschiedlich sind, müssen Märkte stärker differenziert werden.
Dazu wird der Gesamtmarkt in mehrere Teilmärkte (Marktsegmente) aufgeteilt:
Jedes Segment besteht aus Kunden mit ähnlichen Bedürfnissen
Zwischen den Segmenten bestehen unterschiedliche Bedürfnisstrukturen
Diese Segmente stellen Zielgruppen dar, die mit einem spezifisch angepassten Marketingmix erreicht werden können.
Das Ziel besteht darin, eine möglichst hohe Übereinstimmung zwischen den Bedürfnissen der Zielgruppe und den angebotenen Leistungen zu erreichen.
Zur Identifizierung von Marktsegmenten können verschiedene Trennvariablen genutzt werden, z. B.:
demografische Merkmale
sozioökonomische Merkmale
psychografische Merkmale
Neben der Identifikation der Segmente muss ein Unternehmen auch entscheiden:
wie viele Segmente bearbeitet werden sollen
wie der Marketingmix für jedes Segment gestaltet wird
Der zielgruppenspezifische Marketingmix gilt dabei als entscheidender Erfolgsfaktor.
Die Massenmarktstrategie und die Marktsegmentierungsstrategie sollten nicht als isolierte Strategien betrachtet werden.
In der Praxis gibt es zahlreiche Möglichkeiten, beide Ansätze miteinander zu kombinieren.
3.4.4 Strategiekombinationen
Grundidee von Strategiekombinationen
In den vorherigen Abschnitten wurden verschiedene Arten und Formen von Strategien vorgestellt.
Diese Strategien bilden ein Grundraster, das Unternehmen miteinander kombinieren können.
Durch die Kombination der einzelnen Strategieelemente entstehen viele mögliche Gesamtstrategien, die mehrdimensional aufgebaut sind (vgl. Becker, 2019, S. 308 ff.).
Zentrale Strategietypen
Für eine zielgerichtete Unternehmensführung sind besonders zwei Strategietypen wichtig:
Diese stellen die klassischen strategischen Optionen dar, die ein Unternehmen festlegen muss, wenn es zielorientiert handeln möchte.
Rolle der Marktstimulierungsstrategie
Die Marktstimulierungsstrategie hat eine besondere Bedeutung.
In der Praxis gilt sie häufig als Schlüsselstrategie.
Die Entscheidung für eine Marktstimulierungsstrategie bildet oft die Grundlage für weitere strategische Entscheidungen im Unternehmen.
Vollständige Strategiekombination
Eine Strategiekombination ist nur dann vollständig, wenn alle vier grundlegenden Marketingstrategien zu einer Gesamtstrategie zusammengeführt werden.
Diese vier Strategieebenen sind:
Marktfeldstrategie
Marktstimulierungsstrategie
Marktparzellierungsstrategie
Marktarealstrategie
Wahlzwänge bei Strategiekombinationen
Bei der Erstellung eines strategischen Profils müssen bestimmte Wahlzwänge berücksichtigt werden.
Diese entstehen, wenn natürliche Strategiefolgen eingehalten werden müssen.
Das bedeutet: Nicht jede Strategie lässt sich mit jeder anderen Strategie kombinieren.
Eine Präferenzstrategie kann sowohl mit einer Massenmarktstrategie als auch mit einer Segmentierungsstrategie kombiniert werden.
Eine Preis-Mengen-Strategie kann dagegen nur mit einer Massenmarktstrategie verbunden werden.
3.4.5 Zeit als Wettbewerbsfaktor
Beim technologieorientierten Wettbewerbsverhalten wird zwischen Führer- und Folgestrategien unterschieden. Dazu gehören:
First-to-Market
Second-to-Market
Later-to-Market
Latest-to-Market
Diese Strategien unterscheiden sich danach, wann ein Unternehmen mit einem Produkt in den Markt eintritt.
Das zentrale Problem besteht darin, den richtigen Zeitpunkt für den Markteintritt zu finden. Dabei muss eine zeitliche Abstimmung zwischen zwei Faktoren erreicht werden:
der Produktreife
der Aufnahmebereitschaft des Marktes
Zusätzlich muss das Verhalten der Konkurrenz berücksichtigt werden.
Eine First-to-Market-Strategie bedeutet, dass ein Unternehmen als erstes ein Produkt auf den Markt bringt.
Diese Strategie eignet sich besonders, wenn Marktführerschaft angestrebt wird.
Sie wird vor allem im Investitionsgütermarkt empfohlen.
Auch eine Second-to-Market-Strategie kann sinnvoll sein, insbesondere im Konsumgütermarkt.
Mögliche Gründe:
Absatzmittler suchen Alternativen, um Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten zu vermeiden.
Verbraucher wünschen Differenzierung zwischen Produkten.
(Absatzmittler: Handelsunternehmen (Groß- und Einzelhändler), die als Zwischenhändler Waren vom Hersteller erwerben und an Endkunden weiterverkaufen)
Ob weitere Anbieter in den Markt eintreten, hängt von zwei Prozessen ab:
Anbietergesteuerte Innovationsdiffusion → Verbreitung der Innovation durch den Anbieter im Markt.
Abnehmerorientierter Adaptionsprozess → Übernahme und Nutzung der Innovation durch die Kunden.
Wenn eine Innovation eines First-to-Market-Anbieters erfolgreich ist, also:
von Kunden akzeptiert wird und
sich im Markt verbreitet (Wachstumsphase),
dann treten häufig weitere Anbieter (Imitatoren) in den Markt ein. Der Grund dafür sind die hohen Gewinnaussichten, die den Markt attraktiv machen.
Obwohl es viele Möglichkeiten zur Strategieentwicklung gibt, lassen sie sich auf zwei theoretische Ansätze zurückführen:
Marktperspektive (z. B. 5 Forces)
Ressourcenperspektive (z. B. Kernkompetenzen)
3.4.6 Strategiebewertung und -auswahl
Nachdem mögliche strategische Handlungsalternativen identifiziert wurden, folgt der Schritt der Strategiebewertung und -auswahl.
Dabei steht eine methodische und zielorientierte Auswahl von Strategien im Mittelpunkt.
Die Bewertung basiert auf einer strategischen Analyse, die zwei Bereiche umfasst:
Umweltanalysen
Unternehmensanalysen
Ziel dieser Analysen ist es:
die aktuelle strategische Marktposition eines Unternehmens zu bestimmen
darauf aufbauend die zukünftige Marktposition zu planen
Für die strategische Analyse stehen zwei grundlegende Klassen von Bewertungstechniken zur Verfügung:
Normstrategien
z. B. Portfolio-Analyse (siehe Kapitel 2.2.6)
Planungsmodelle
Die BCG-Matrix zeigt beispielsweise, dass sich je nach strategischer Situation eines Geschäftsfeldes unterschiedliche Strategien anbieten, etwa:
Investitionsstrategien
Desinvestitionsstrategien
Planungsmodelle versuchen:
das strategische Entscheidungsproblem modellhaft abzubilden
durch strukturierte Vorgehensweisen oder Lösungsalgorithmen die beste Strategie zu bestimmen.
Auf Normstrategien und Planungsmodelle wird im weiteren Verlauf nicht näher eingegangen.
Strategien werden immer auf Grundlage der unternehmens- und umweltspezifischen Situation entwickelt.
Da die Realität sehr komplex ist, können Modelle oder Normstrategien sie nicht vollständig abbilden.
Deshalb muss jedes Unternehmen eigene Bewertungskriterien definieren.
Die Auswahl einer Strategie erfolgt hauptsächlich danach, in welchem Maß sie zur Zielerreichung beiträgt.
Zur Bewertung können unter anderem folgende Fragen gestellt werden:
In welcher Weise trägt die Strategie zur Erreichung der Ziele bei?
Ist die Strategie klar definiert?
Sind die Planannahmen realistisch?
Kann ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil erreicht werden?
Kann die Strategie mit den vorhandenen Ressourcen und Managementfähigkeiten umgesetzt werden?
Unterstützt das Management die Strategie?
Ist die Strategie in sich konsistent und werden die Ressourcen entsprechend zugeteilt?
Kann die Strategie an veränderte Umwelt- und Unternehmensbedingungen angepasst werden?
Ob eine Strategie wirtschaftlich realisierbar ist, wird mithilfe von:
Nutzwertanalyse
Wirtschaftlichkeitsrechnung
überprüft.
Nutzwertanalyse (Scoring-Verfahren)
Die Nutzwertanalyse bewertet strategische Alternativen systematisch.
Festlegung relevanter Erfolgsfaktoren Beispiele:
Marketingstärke
Finanzkraft
Personalqualität
Gewichtung der Faktoren
Die Faktoren werden entsprechend ihrer Bedeutung für den Gesamterfolg gewichtet.
Bewertung der strategischen Optionen Entscheidungsträger vergeben Punkte von 1 bis 5:
1 Punkt → Strategie erfüllt das Kriterium nicht
5 Punkte → Strategie erfüllt das Kriterium vollständig
Berechnung der gewichteten Punktwerte
Punkte werden mit den Gewichtungsfaktoren multipliziert.
Ermittlung des Gesamtergebnisses
Alle gewichteten Werte werden addiert.
Die Strategie mit dem höchsten Gesamtpunktwert gilt als bevorzugte Strategie.
Die Auswahl einer Strategie ist immer ein unternehmensindividueller Entscheidungsprozess. Sie wird beeinflusst durch:
Bewertungen
Risikoneigungen
Professionalität der Entscheidungsträger
Strategien versuchen meist einen Kompromiss zwischen verschiedenen Faktoren zu finden:
Maximierung von Chancen und Minimierung von Risiken
Risikoreiche Alternativen mit hohen Gewinnaussichten und risikoarme Alternativen mit geringem Gewinnpotenzial
Erwartete Konkurrenzreaktionen und eigene strategische Maßnahmen
Für die Umsetzung einer Strategie werden finanzielle Mittel benötigt.
Deshalb prüft das Management mithilfe von Wirtschaftlichkeitsrechnungen, ob die erwartete Rentabilität einer Investition den unternehmensspezifischen Anforderungen entspricht.
Für die strategische Positionierung im Markt stehen Unternehmen drei grundlegende Möglichkeiten zur Verfügung:
Spezialisierung → Angebot einer bestimmten Teilmenge von Produkten oder Leistungen
Bedarfsorientierung → Befriedigung der Bedürfnisse einer bestimmten Zielgruppe
Kundenzugang → Fokus auf Erreichbarkeit und Ansprache der Kunden
Eine erfolgreiche strategische Positionierung entsteht dadurch, dass ein Unternehmen Tätigkeiten wählt, die sich von denen der Wettbewerber unterscheiden.
3.4.7 Operative Maßnahmen (Taktik)
Strategien geben die grundsätzliche Richtung zur Erzielung von Wettbewerbsvorteilen vor.
Damit diese umgesetzt werden können, müssen sie auf der Funktionsbereichsebene in konkrete Maßnahmen überführt werden, beispielsweise in die konkrete Gestaltung des Marketingmixes.
Der Umfang möglicher operativer Maßnahmen hängt von den Potenzialen bzw. Stärken eines Unternehmens in verschiedenen Bereichen ab.
Für die Umsetzung von Wettbewerbs- und Marketingstrategien spielt der Marketingmix eine zentrale Rolle.
Marketingziele können nur erreicht werden, wenn die vorhandenen Marketinginstrumente koordiniert eingesetzt werden.
Die Gesamtheit dieser koordinierten Maßnahmen wird als Marketingprogramm bezeichnet.
Die verfügbaren Marketinginstrumente lassen sich auf vier zentrale Bereiche reduzieren:
Produkt- und Sortimentspolitik (Product)
Kontrahierungs- bzw. Konditionenpolitik (Price)
Distributionspolitik (Place)
Kommunikationspolitik (Promotion)
Diese vier Bereiche werden auch als 4Ps des Marketing bezeichnet.
Für einen koordinierten Einsatz der Marketinginstrumente sind zwei Schritte notwendig:
Auswahl geeigneter Maßnahmen (Zusammenstellung des Marketingmix)
Festlegung der Reihenfolge, in der die Maßnahmen umgesetzt werden sollen
Bei der Entscheidung, welche Instrumente in den Marketingmix aufgenommen werden sollen, können branchenspezifische Standardmixe als Orientierung dienen.
Beispiel: Marketingmix für Markenartikel
Typische Maßnahmen bei Markenartikeln sind:
Entwicklung einer gezielten Produktpolitik
Positionierung zu einem bestimmten Preis
Vertrieb über ausgewählte Absatzwege (meist indirekter Vertrieb)
Hohe Lieferbereitschaft
Intensive Werbung
Je nach Strategie kann der Marketingmix jedoch auch strategisch bedingte Unterschiede aufweisen.
Wichtig ist dabei immer: Die ausgewählten Marketinginstrumente müssen mit der gewählten Strategie kompatibel sein.
Wenn ein Unternehmen eine Kostenführerschaftsstrategie verfolgt, ergeben sich daraus bestimmte Maßnahmen in den einzelnen Bereichen des Marketingmixes.
Produktrationalisierung und Programmbereinigung
Angebot von Standardprodukten
Fokus auf Prozessinnovationen, um die Produktion kostengünstiger zu gestalten
Minimale Kundendienstleistungen
Preisreduktionen
Mengenrabatte
Keine Zahlungsziele
Standardisierte Ansprache der Zielgruppen
Nutzung von Massenmedien
Gegebenenfalls Verzicht auf teure Werbeträger
Indirekter Vertrieb, um eine breite Distribution zu ermöglichen
Kooperation mit dem Handel, um Distributions- und Kommunikationskosten zu reduzieren
Die Umsetzung einer Strategie in konkrete Aktivitäten auf der Funktionsbereichsebene führt zur Frage der Strategieimplementierung.
Diese beschäftigt sich damit, wie die Strategie tatsächlich umgesetzt und realisiert wird, was im folgenden Abschnitt weiter behandelt wird.
Lernkontrollfragen
Aufgabe 3.1
Was ist im Marketing unter einer strategischen Planung zu verstehen?
Informationsverarbeitender Prozess, der ausgehend von einer Unternehmens und Umweltanalyse die Anforderungen der Umwelt mit den Potenzialen und Ressourcen der Unternehmung abstimmt, um mithilfe einer adäquaten Strategie den langfristigen Erfolg einer Unternehmung zu sichern.
Aufgabe 3.2
Was sind die wesentlichen Kennzeichen der strategischen Planung?
Prognise: Diese sagt den wahrscheinlichen Eintritt eines Ergebnisses auf der Grundlage der Analyse zurückliegender Ereignisse voraus, ohne dass dieses Ergebnis durch Handeln beeinflusst wird.
Aufgabe 3.3
Zeigen Sie die Planungsebenen für die Entwicklung einer Strategie auf. Stellen Sie in diesem Kontext den Bezug zwischen den Planungsebenen und der Zielhierarchie her.
Unternehmensebene:
Entwicklung der Unternehmensstrategie, Auswahl der Geschäftsfelder;
Zielhierarchie: Vision, Leitbild, Mission, Philosophie, Unternehmenszweck
Geschäftsfeldebene:
Geschäftsfeldstrategie (Auswahl der Kundengruppen und Produktprogramme),
Wahl der Wettbewerbsstrategie (Differenzierung, Kostenführerschaft, Spezialisierung);
Zielhierarchie: Geschäftsfeldziele – im Allgemeinen quantitativ (in Zahlen) formuliert wie z. B. Umsatzziele; Zeithorizont: ein Jahr
Funktionsbereichsebene:
Funktionsbereichsstrategien (Beschaffungs-, Fertigungs, Absatz- bzw. Marketingstrategie [Produkt-, Preis-, Kommunikations-, Vertriebsstrategie]);
Zielhierarchie: Aktions- und Instrumentalziele
Aufgabe 3.4
Was ist ein Ziel, wie sollte ein Ziel definiert sein und welche Zielkategorien sind Ihnen bekannt?
Was?: geistige Antizipation eines erwünschten Soll-Zustands
Wie?: Zieloperationalisierung nach Zielinhalt (z. B. Umsatzsteigerung), Zielausmaß (z. B. um 5 %) und Zielrealisierungszeitraum (innerhalb eines
Jahres) – SMART
Zielkategorien: Unternehmens-, Geschäftsfeld- und Funktionsbereichsziele
Aufgabe 3.5
Worin liegt die Bedeutung der Ziele (Aufgaben der Ziele)?
Wenn die Unternehmensziele derart konkretisiert werden, liefern die Ziele Kriterien für die Bewertung möglicher Handlungsalternativen (Bewertungsfunktion)
und werden damit zu einer Voraussetzung für die Auswahl von Strategien (Selektionsfunktion).
Gleichzeitig ermöglichen Ziele so auch die Kontrolle der Zielerreichung, indem die Ziele (Soll-Daten) mit den Ergebnissen der Handlung (Ist-Daten) verglichen werden (Kontrollfunktion).
Durch realistische Soll-Vorgaben werden die Mitarbeiter einer Unternehmung motiviert, die Ziele auch zu erreichen (Motivationsfunktion).
Eng damit verbunden ist die Informationsfunktion der Ziele, da durch die Zielvorgaben die Mitarbeiter des Unternehmens über die künftigen Aktivitäten der Unternehmung informiert werden.
Durch die Ableitung der Geschäftsbereichs- und Funktionsbereichsstrategien aus den übergeordneten Zielen werden die Aktivitäten innerhalb dieser Bereiche koordiniert und auf das übergeordnete Ziel ausgerichtet (Koordinations oder Steuerungsfunktion).
Aufgabe 3.6
Beschreiben Sie bitte den Planungsprozess.
Vertikale Planung:
von oben nach unten (Top-down)
Vorgabe der Ziele, Maßnahmen und Strategien an die nachgeordneten Bereiche.
von unten nach oben (Bottom-up):
Ausgangspunkt der Planung sind Ziele, Wünsche und Vorstellungen der nachgeordneten Führungsorgane.
Gegenstromverfahren:
Vorgabe der Prämissen, Absichten, Ziele und Strategien durch die Unternehmensleitung; Erarbeitung der Bereichsziele dann Aufgabe der Geschäfts- bzw. Funktionsbereiche.
Im nächsten Schritt erfolgt dann eine Bewertung und Abstimmung des Unternehmensplans mit den Bereichsplänen.
Das Management einer Unternehmung sorgt dann dafür, dass aus den Teilplänen ein in sich logischer Gesamtplan entsteht.
Horizontale Planung:
Abstimmungen zwischen den an der Planung beteiligten Bereichen oder zwischen dem Linienmanagement und den Planungsabteilungen (Stäbe) auf den einzelnen Ebenen.
Aufgabe 3.7
Was ist das Grundproblem der Planung und wie kann man dieses lösen?
Grundproblem:
Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Entwicklung
Lösung:
gar nicht, da niemand die Zukunft voraussagen kann!
Man kann nur versuchen, durch sorgfältige Unternehmensanalysen die wahrscheinliche zukünftige Entwicklung zu antizipieren und damit das Risiko einer Fehlentscheidung zu reduzieren;
der Vorteil der Planung liegt in der systematischen Analyse und Vorausschau, dem Abschätzen des möglichen Ergebnisses der Handlungsalternativen und somit einer rationelleren/effizienteren Vorgehensweise.
Aufgabe 3.8
Was ist Inhalt und Zweck der SWOT-Analyse?
Inhalt:
zusammenfassende Gegenüberstellung der Erkenntnisse aus der Umwelt- und Unternehmensanalyse.
SWOT steht dabei für:
S = Strengths (Stärken)
W = Weaknesses (Schwächen)
O = Opportunities (Chancen)
T = Threats (Bedrohungen, Risiken)
Zweck:
Durch den Vergleich der Chancen und Risiken (Ergebnis der Umweltanalyse)
mit den Stärken und Schwächen der Unternehmung (Ergebnis der Unternehmensanalyse)
erhält die Unternehmensführung Hinweise darauf, welche Schwächen das Überleben der Unternehmung gefährden und welche Stärken das Überleben der Unternehmung unterstützen, und erhält Anhaltspunkte für die zu wählende Strategie, da selbige auf den Stärken einer Unternehmung beruhen sollte.
Aufgabe 3.9
Was ist ein ‚Leitbild‘?
Leitbilder stellen den übergeordneten Rahmen für die Marketingziele dar und beruhen auf mittel- bis langfristigen Marktpositionszielen (Marktanteilsziele [wert-/mengenmäßig] und Distributionszielen [Marktdurchdringung, -präsenz]).
Aufgabe 3.10
Erklären Sie bitte den Zusammenhang zwischen Ziel und Strategie!
Ziel: erwünschter Sollzustand, den es durch Handlungen zu erreichen gilt;
Strategie ist zunächst nicht anderes als der ‚Weg zum Ziel‘ oder ein Plan, mit welchem das oder die Ziele erreicht werden sollen.
Aufgabe 3.11
Definieren Sie bitte den Begriff ‚Strategie‘ und zeigen Sie das Ziel sowie die Merkmale und Folgen einer definierten Strategie auf.
Begriff:
Strategie bezeichnet die Entwicklung eines Unternehmenskonzeptes, mit welchem ein Unternehmen in Auseinandersetzung mit der Umwelt die langfristigen Unternehmensziele erreichen will (Weg zum Ziel).
Ziel:
Aufbau und Sicherung der langfristigen Erfolgspotenziale.
Aktivität, Umweltorientierung, Konzentration auf das Wesentliche, Langfristigkeit.
Folgen:
Festlegung der Entwicklungsrichtung, Allokation der Ressourcen, Integration der Geschäftsfelder.
Aufgabe 3.12
Differenzieren Sie bitte die Strategien voneinander.
Unternehmensstrategien (Wachstum, Konsolidierung, Schrumpfung);
Geschäftsfeldstrategien (Differenzierung, Kostenführerschaft, Spezialisierung)
Aufgabe 3.13
Was ist der strategische Aussagegehalt von Ansoff?
Verfolgung einer Wachstumsstrategie mithilfe von Produkt-Markt-Kombinationen, um Märkte zu durchdringen, zu entwickeln, neue Produkte in einen bestehenden Markt einzuführen oder mit neuen Produkten in neue Märkte (Diversifikation) einzutreten.
Aufgabe 3.14
Wodurch unterscheidet sich der Abelsche Ansatz von Ansoffs Systematik?
Erweiterung der zweidimensionalen Betrachtung (Produkt-Markt-Kombination) um die technische Dimension (Produkt-Markt-Technologie);
Strategischer Aussagegehalt:
Erst Markterweiterung durch Erschließung neuer Zielgruppen (Markterweiterung), dann Produktverbesserungen/-änderungen, um dadurch wiederum neue Zielgruppen besser erschließen zukönnen;
durch die Entwicklung neuer Technologien neue Produktfunktionen generieren, die wiederum dazu führen, dass für diese neuen Funktionen auch wiederum neue Zielgruppen gesucht werden können.
Aufgabe 3.15
Nennen und erklären Sie bitte die Geschäftsfeldstrategien nach Porter.
Differenzierungsstrategie:
Differenzierung (Unterscheidung) vom Wettbewerber, z. B. durch bessere Qualität, Service, Design, Vertriebswege, Kundenbindungsprogramme, um dem Kunden somit einen Grund zu liefern, warum er die Ware bei dem Unternehmen kaufen sollte.
Zugleich erfolgen eine Erschwerung der Vergleichbarkeit der Produkte (Herabsetzung der Transparenz) und eine Heterogenisierung des Leistungsangebots, sodass auch ein höherer Preis gefordert werden kann.
Kostenführerschaft:
Stringentes Kostenmanagement in Kombination mit der Automatisierung und Standardisierung des Produktionsprozesses bzw. des Produktes führt zu Kostenvorteilen, welche über den Preis an den Kunden weitergegeben werden.
Je geringer der Preis, desto mehr Kunden können sich das Produkt leisten und kaufen es dann.
Der niedrigere Preis führt somit zu höheren Umsätzen (Marktanteilen), sodass der Markt rasch durchdrungen werden kann.
Dieser Vorgehensweise eignet sich insbesondere für die Erschließung von Massenmärkten.
Allerdings ist zu beachten, dass neue Technologien vielleicht zu noch günstigeren Preisen bei den Wettbewerbern führen, womit Preisvorteile verloren gehen würden.
Spezialisierung:
Konzentration auf die Bedürfnisse einer Kundengruppe (Outdoor-Fans) oder auf Produkte/Produktlinien (z. B. nur Sportwagen) –
Aufbau eines Expertenstatus, demzufolge hohe Preise, intensive Kundenbetreuung, ausgefallene, besondere Produkte und Leistungsangebote.
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