(Folie 3) Welche Faktoren sind laut Beispiel notwendig, um ein Tor zu schießen?
Mehrere Komponenten wirken zusammen:
Fähigkeiten
Kondition
Kognition
Motivation
➡️ Motivation wird explizit hervorgehoben (z. B. durch Ansprache des Trainers).
(Folie 3) Welche offene Frage stellt das Beispiel zur Motivation?
Was motiviert nach einem bereits erreichten Ziel weiter?
Welche Faktoren können zukünftige Motivation aufrechterhalten?
(Folie 4) Was ist der zentrale Gegenstand der Motivationspsychologie laut Mook?
Motivationspsychologie untersucht:
Warum Verhalten initiiert
Warum es gewählt
und warum es aufrechterhalten wird → jeweils in bestimmten Situationen
(Folie 4) Welche Prozesse beschreibt Motivation laut Jones?
Motivation erklärt:
wie Verhalten startet
energetisiert wird
aufrechterhalten
gerichtet
und beendet wird
welche subjektiven Reaktionen dabei auftreten
(Folie 4) Welche drei Dimensionen von Verhalten erklärt die Motivationspsychologie nach Rheinberg?
Sie erklärt:
Richtung des Verhaltens
Ausdauer
Intensität
(Folie 5) Welche Art von Verhalten gehört zur Motivationspsychologie?
Verhalten, das ein Ziel verfolgen lässt (z. B. zielgerichtete Handlungen)
(Folie 5) Welche Inhalte gehören nicht zur Motivationspsychologie?
Nicht dazu gehören:
Nicht-zielgerichtetes Verhalten (z. B. Reflexe)
Grundlegende Prozesse (z. B. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit)
Gedächtnisstrukturen
Koordination von Handlungen
(Folie 6) Welche zwei grundlegenden Perspektiven zur Einteilung der Motivationspsychologie gibt es?
Zwei Perspektiven:
Motivorientiert → z. B. Leistung, Macht, Hunger, Durst
Theorieorientiert → z. B. Triebtheorie, Feldtheorie, Erwartung-Wert-Theorie
(Folie 7) Welche Struktur (roter Faden) folgt die Vorlesung?
Zwei Hauptbereiche:
Motive
biogene Motive
soziogene Motive
Motivationstheorien
Triebtheorie
Feldtheorie
Erwartung-Wert-Theorie
(Folie 8) Was erklärt das Motivkonstrukt?
Es erklärt:
interindividuelle Unterschiede (zwischen Personen)
intraindividuelle Unterschiede (innerhalb einer Person)
➡️ Unterschiede in Reaktionen und Verhalten auf gleiche Zustände
(Folie 8) Was ist ein Motiv laut Definition?
Ein Motiv ist:
eine latente Bereitschaft, durch Verhalten
einen Zielzustand zu erreichen, → der positive emotionale Konsequenzen erwarten lässt
(Folie 8) Wie wirken Motive mechanistisch?
Durch Antizipation zukünftiger Emotionen → Verhalten wird durch erwartete Gefühle gesteuert
(Folie 8) Was zeigt das Beispiel des Anschlussmotivs?
Ziel: positive soziale Beziehungen
Reaktion:
positive Emotionen, wenn erreichbar
negative Emotionen, wenn bedroht
(Folie 8) Sind Motive angeboren oder gelernt?
Motive sind:
angeboren
und/oder erlernt
(Folie 9) Was kennzeichnet das appetitive Motivationssystem?
Ausrichtung: → Hin zu positiven Reizen/Zuständen
Folge: → angenehme Emotionen bei Befriedigung
(Folie 9) Was kennzeichnet das aversive Motivationssystem?
Ausrichtung: → Weg von negativen Reizen/Zuständen
Folge: → Vermeidung negativer Emotionen
(Folie 9) Wie können appetitives und aversives System zusammenwirken?
Können:
auf dasselbe Ziel gerichtet sein
aber aus unterschiedlichen Gründen
Können auch:
gegeneinander wirken (Konflikt)
(Folie 9, Grafik) Was zeigen die Rattenbeispiele zum Motivationskonflikt?
Situation 1:
Strom vs. Futter getrennt → Verhalten durch zwei Motive gleichzeitig beeinflusst
Situation 2:
Strom + Futter an einem Ort → Konflikt zwischen Annäherung und Vermeidung
(Folie 10) Wie werden Motivarten unterschieden?
Zwei Arten:
Biogene Motive → z. B. Hunger, Durst, Schlaf, Sexualität
Soziogene Motive → z. B. Leistung, Macht, Anschluss
(Folie 10) Was kennzeichnet biogene Motive?
Genetisches Fundament
Variieren: → intraindividuell (z. B. Hunger abhängig von Zeit)
(Folie 10) Was kennzeichnet soziogene Motive?
Variieren: → interpersonell (zwischen Personen)
Beispiel: → unterschiedliche Ausprägung des Leistungsmotivs
(Folie 11) Welche Funktion haben Hunger und Durst?
Sie sind homöostatisch → dienen:
dem körperlichen Gleichgewicht
einem optimalen Funktionsniveau
dem Überleben des Individuums
(Folie 11) Welche evolutionäre Präferenz besteht bei Nahrung?
Präferenz für:
energiehaltige Substanzen
z. B. Kohlenhydrate, Fette
(Folie 11) Was zeigt die Studie von Rozin (1976) bei Neugeborenen?
Bevorzugung süßer Substanzen
Ablehnung bitterer Nahrungsmittel
➡️ Auch ohne Lernerfahrung
(Folie 11) Wie verändert sich Präferenz durch Nahrungsaufnahme?
Süßes/Salziges nimmt ab, wenn bereits konsumiert
➡️ Förderung von abwechslungsreicher Nahrung
(Folie 11) Was zeigt das Experiment zu Hunger und Gedächtnis (Lazarus et al., 1953)?
Hungrige Personen: → besseres Gedächtnis für essenbezogene Wörter
Im Vergleich zu: → nicht-hungrigen Personen
(Folie 12) Ist Sexualität homöostatisch?
Nein
Sie ist: → nicht-homöostatisch
(Folie 12) Welche Funktion hat Sexualität?
Dient: → dem Überleben der Art (Fortpflanzung)
Nicht notwendig für: → Überleben des Individuums
Zusätzlich: → Lusterfüllung
(Folie 12) Welche evolutionären Präferenzen gibt es bei der Partnerwahl?
Präferenz für Partner, die: → Fortpflanzungserfolg erhöhen
(Folie 12) Woran orientieren sich Frauen laut Buss (1995) bei Männern?
Status
wahrgenommene Dominanz
(Folie 13) Was beschreibt das Anschlussmotiv?
Ziel: → Reduktion negativer Affekte
Ursache: → Beeinträchtigte soziale Beziehungen (z. B. Isolation, Zurückweisung)
➡️ gehört zum aversiven Motivationssystem
(Folie 13) Wodurch zeigt sich ein starkes Anschlussmotiv im Verhalten?
Personen: → verbringen mehr Zeit mit Freunden → führen mehr Telefonate
(Folie 13) Was beschreibt das Intimitätsmotiv?
Verhaltensantrieb durch: → Aussicht auf befriedigende soziale Kontakte
➡️ Fokus auf positive soziale Interaktionen
(Folie 13) Wie äußert sich ein starkes Intimitätsmotiv?
Mehr:
Lachen
Blickkontakt
Zuhören
➡️ gehört zum appetitiven Motivationssystem
(Folie 14) Was ist das Ziel des Machtmotivs?
Bedürfnis nach:
Einfluss
Überlegenheit
Dominanz
(Folie 14) Wozu dient das Machtmotiv konkret?
Ziele:
Status erhöhen (formale/informelle Hierarchie)
→ um:
Einfluss zu haben
sich stark zu fühlen
andere zu beeindrucken/kontrollieren
(Folie 14) Welchen empirischen Zusammenhang zeigt Perusse (1994)?
Höherer sozialer Status → mehr Partner (v. a. bei Männern)
(Folie 15) Was sind die zwei zentralen Ziele des Leistungsmotivs?
(1) Erreichen eines Leistungsstandards
(2) Kompetenzerweiterung
(Folie 15) Wodurch wird das Leistungsmotiv emotional verstärkt?
Positive Emotionen bei:
erfolgreicher Leistung
Meistern schwieriger Aufgaben
Übertreffen eines Gütemaßstabs
(Folie 15) Wichtige Abgrenzung: Leistung vs. Machtmotiv?
Leistungsmotiv: → eigene Standards übertreffen
Machtmotiv: → andere übertreffen
(Folie 15) Wann ist das Leistungsmotiv am stärksten wirksam?
Bei: → mittelschweren Aufgaben (geringfügig schwierig)
(Folie 15) Warum ist Rückmeldung beim Leistungsmotiv wichtig?
Zur: → Überprüfung des Gütemaßstabs → Einschätzung, ob Ziel erreicht wurde
(Folie 15) Wie wählen Personen mit hohem Leistungsmotiv Aufgaben?
Bevorzugen: → Leistungsaufgaben
statt: → Glücksaufgaben
(Folie 15) Was zeigt die Studie von McClelland & Franz (1992)?
Leistungsmotiv mit 31 Jahren sagt voraus: → Einkommen → Berufserfolg (10 Jahre später)
(Folie 16) Was markiert der zweite „rote Faden“ der Vorlesung?
Übergang zu:
(Folie 17) Wovon hängt die Handlungswahrscheinlichkeit ab?
Sie ist eine Funktion von:
inneren Zuständen (z. B. hungrig vs. satt)
äußeren Gegebenheiten (z. B. trockenes Brot vs. Leckerli)
(Folie 17, Diagramm) Welche Komponenten zeigt das Modell der Handlungsentstehung?
Ablauf (aus der Grafik):
Person (Bedürfnisse, Motive, Ziele)
Situation (Gelegenheiten, Anreize)
Interaktion: Person × Situation
Handlung
Ergebnis
Folgen:
langfristige Ziele
Fremdbewertung
Selbstbewertung
materielle Vorteile
(Folie 17) Was zeigt das Guppy-Beispiel zum Einfluss von Motivation?
Bei starkem Sexualmotiv: → auch kleinere Weibchen lösen Verhalten aus
Bei schwachem Sexualmotiv: → größere Weibchen nötig
➡️ Verhalten hängt von:
Motivausprägung (innerer Zustand)
Reizqualität (äußere Situation) ab
(Folie 17) Was ist die Kernaussage des Zusammenspiels von Person und Situation?
Verhalten entsteht durch: → Interaktion von inneren Motiven und äußeren Reizen
➡️ Nicht einer allein bestimmt Verhalten
(Folie 18) Was ist ein Trieb (Drive, D) nach Hull?
Unspezifische physiologische Kraft
Entsteht durch: → Mangelzustand (z. B. Hunger)
Wirkung: → aktiviert Verhalten → Stärke abhängig vom Ausmaß des Mangels
(Folie 18) Was ist eine Gewohnheit (Habit, H)?
Entsteht durch: → Lernen nach Triebreduktion
Inhalt: → das „Wie“ des Verhaltens wird gespeichert
(Folie 18) Wie berechnet sich die Reaktionsstärke nach Hull?
R = Reaktionsstärke
D = Trieb
H = Gewohnheit
(Folie 18) Was bedeutet die multiplikative Verknüpfung von D und H?
Verhalten tritt nur auf, wenn: → D > 0 und H > 0
Wenn einer = 0: → kein Verhalten
(Folie 19) Wie wurde die Trieb-Gewohnheits-Verknüpfung empirisch geprüft?
Vergleich:
hungrige Ratten (hoher Trieb)
nicht-hungrige Ratten (niedriger Trieb)
Messung: → Drücken eines Hebels für Futter
(Folie 19) Woran wird Reaktionsstärke (R) gemessen?
Löschungsresistenz
Häufigkeit des Verhaltens
Initiierungszeit
(Folie 20) Was zeigt das Experiment von Crespi (1942)?
Anfang:
Mehr Futter → höhere Laufgeschwindigkeit
Danach (gleiche Futtermenge):
Verhalten bleibt unterschiedlich
Starke Reduktion → stärkere Verlangsamung
(Folie 20) Was ist der „negative Verhaltenskontrast“?
Verhalten verschlechtert sich: → wenn Belohnung reduziert wird
Trotz: → gleicher aktueller Verstärkung
(Folie 20) Warum widerspricht das Experiment dem Gesetz des Effekts?
S-R-Verknüpfung ist: → nicht schwächer gelernt
Trotzdem: → Verhaltensänderung
➡️ Lernen allein erklärt Verhalten nicht
(Folie 20) Welche Schlussfolgerung ergibt sich aus dem Crespi-Experiment?
Verhalten hängt ab von:
Assoziationsstärke
UND Motivation
(Folie 21) Welche zusätzliche Variable erweitert Hulls Modell?
Anreiz (K) → situative Faktoren außerhalb des Organismus
(Folie 21) Wie lautet die erweiterte Formel der Reaktionsstärke?
K = Anreiz (äußere Situation)
(Folie 21) Was bedeutet die erweiterte multiplikative Verknüpfung?
Verhalten nur möglich, wenn: → D > 0, H > 0 und K > 0
Alle Faktoren müssen vorhanden sein
(Folie 22) Wie unterscheiden sich triebtheoretische und feldtheoretische Ansätze?
Triebtheorie: → Verhalten durch Mangelzustände (innere Kraft) erklärt
Feldtheorie: → Verhalten durch Person UND Umwelt
(Folie 22) Wie lautet die Grundformel der Feldtheorie nach Lewin?
V = Verhalten
P = Person
U = Umwelt
(Folie 22) Was bestimmt laut Feldtheorie die Valenz eines Ziels?
Bedürfnisspannung
Objektqualität
➡️ zusammen → Wertigkeit (Valenz) des Ziels
(Folie 22, Grafik) Was bedeutet positive vs. negative Valenz?
Positive Valenz: → Kräfte wirken zum Ziel hin
Negative Valenz: → Kräfte wirken vom Ziel weg
(Folie 23) Was ist ein Aufsuchen–Vermeiden-Konflikt?
Ein Ziel hat:
positive UND negative Valenzen → gleichzeitig:
Anziehung und Abstoßung
(Folie 23) Wie entsteht ein solcher Konflikt?
Dasselbe Ereignis hat: → unterschiedliche Bewertungsaspekte
Diese sind: → positiv und negativ gleichzeitig
(Folie 23) Wie zeigt sich die Dynamik eines solchen Konflikts?
Oszillierendes Verhalten: → Hin- und Herbewegung → zwischen Annäherung und Vermeidung
(Folie 23) Was ist ein Beispiel für einen Aufsuchen–Vermeiden-Konflikt?
Auftritt vor Publikum
positiv: Erfolg, Anerkennung
negativ: Angst, Bewertung
➡️ beide Valenzen gleichzeitig aktiv
(Folie 24) Wovon hängt Motivation laut Erwartung-Wert-Theorien ab?
Vom Produkt aus:
Erwartung (Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung)
Wert (Attraktivität des Ziels)
➡️ Motivation ist maximal, wenn Erwartung × Wert hoch ist
(Folie 24) Woraus setzt sich die Verhaltensstärke im Risikowahlmodell zusammen?
Kombination aus:
erfolgsaufsuchender Tendenz (Te)
misserfolgsmeidender Tendenz (Tm)
(Folie 24) Wie wird die erfolgsaufsuchende Tendenz (Te) berechnet?
Me = Erfolgsmotiv
Ae = Anreiz des Erfolgs
We = Erfolgswahrscheinlichkeit
(Folie 24) Wie wird die misserfolgsmeidende Tendenz (Tm) berechnet?
Mm = Misserfolgsmotiv
Am = Anreiz des Misserfolgs
Wm = Misserfolgswahrscheinlichkeit
(Folie 24) Wie hängen Anreiz und Wahrscheinlichkeit zusammen?
Ae = 1 − We
Am = −Wm → Am ist immer negativ
(Folie 24) Wie berechnet sich die resultierende Tendenz (RT)?
(Folie 25) Wann sind Erfolgs- und Misserfolgstendenz am stärksten?
Bei: → mittlerer Erfolgswahrscheinlichkeit
(Folie 25) Wie verhalten sich erfolgsorientierte Personen?
Bevorzugen: → mittelschwere Aufgaben
(Folie 25) Wie verhalten sich misserfolgsorientierte Personen?
Meiden: → mittelschwere Aufgaben
Wählen eher:
sehr leichte
oder sehr schwere Aufgaben
(Folie 26) Wurden die Vorhersagen des Modells vollständig bestätigt?
Nein, nur teilweise
(Folie 26) Wie verhalten sich misserfolgsorientierte Personen tatsächlich?
Wählen häufiger: → leichte und schwere Aufgaben
Aber auch: → mittlere Schwierigkeitsgrade
(Folie 26) Welche Erweiterung schlägt Weiner (1974) vor?
Erfolg/Misserfolg hängt auch davon ab: → welche Ursachen zugeschrieben werden
Beispiele:
internal: mangelnde Begabung
external: ungünstige Bedingungen
(Folie 27) Was beschreibt der Begriff Volition?
Willentliche Zielverfolgung
Fähigkeit: → ein Ziel trotz konkurrierender Ziele durchzusetzen
(Folie 27) Welche Beispiele zeigen die Bedeutung von Volition?
Ablenkung durch:
andere Gedanken
oder:
Erschöpfung
➡️ Ziel muss aktiv aufrechterhalten werden
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