(Folie 4) Welche zwei Hauptbereiche behandelt die Vorlesung zu Volition & exekutiver Kontrolle?
• Volition
• Exekutive Kontrolle / exekutive Funktionen
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• Exekutive Funktionen werden weiter unterteilt in:
– Updating
– Inhibition
– Kognitive Flexibilität (Shifting)
– Dual Tasking
(Folie 5) Was zeigen die Beispiele zu Problemen in der Volition?
• Schwierigkeiten bei der willentlichen Kontrolle von Verhalten und Gedanken
• Probleme bei der zielgerichteten Umsetzung von Handlungen
Beispiele aus der Folie:
• Kind → kann nicht warten
• Patient → reflexartiges Greifen
• Zwang → wiederholtes Kontrollieren
• Schizophrenie → Gefühl fremdgesteuerter Gedanken
• Studierende → Ablenkung statt Lernen
(Folie 6) Womit beschäftigt sich Volition im Kern?
• Zielverfolgung
• willentliche Umsetzung von Verhalten
• Fokus: Umsetzung von Zielen durch Verhalten
• umfasst auch kognitive Handlungssteuerung
(Folie 6) Was ist der zentrale Unterschied zwischen Volition und Motivation?
• Motivation → Zielauswahl
• Volition → Zielverfolgung
(Folie 6) Wie wird Volition definiert?
• Zielverfolgung gegen innere Widerstände
• verantwortlich für kognitive Handlungssteuerung
• beinhaltet willentliche Planung und Steuerung von Verhalten
• Abgrenzung: Emotion & Motivation = eher nicht-willentlich
(Folie 7) Welche fünf Ebenen der Verhaltenssteuerung gibt es?
• Volitionale Selbststeuerung
• Intentionale Handlungen
• Motiviertes Verhalten
• Assoziativ Gelerntes
• Reflexe und Instinkte
(Folie 7) Wie unterscheiden sich die Verhaltensebenen hinsichtlich Antizipation und Reizabhängigkeit?
• Antizipation zukünftiger Situationen nimmt zu (nach oben)
• Einfluss aktueller Reize nimmt ab (nach oben)
• Höhere Ebenen = stärker zukunftsorientiert
• Niedrigere Ebenen = stärker reizgesteuert
(Folie 7) Wie verändern sich exekutive Funktionen und volitionale Kontrolle über die Verhaltensebenen?
• Volitionale Kontrollprozesse nehmen zu
• Exekutive Funktionen nehmen zu
➡️ je höher die Ebene, desto mehr Kontrolle
(Folie 8) Welche drei Arten der Verhaltenssteuerung beschreibt das SAS-Modell?
Automatische Aktivierung gelernter Schemata
Wettstreit & Inhibition zwischen Schemata
Kontrolle durch übergeordnete Aufmerksamkeit (SAS)
(Folie 8) Was ist die zentrale Funktion des Supervisory Attentional System (SAS)?
• Modulation der Auswahl passender Handlungsschemata
• Steuerung durch exekutive Kontrolle
• Wird bei konflikthaften oder neuen Situationen eingesetzt
• Beispiel: Stroop-Aufgabe
(Folie 9) Welche drei zentralen Problemfelder der Verhaltenssteuerung gibt es?
• Aufrechterhalten von Intentionen
• Unterdrückung automatisierter Reaktionen
• Abschirmung gegen konkurrierende Tendenzen
(Folie 9) Was bedeutet „Aufrechterhalten von Intentionen“?
• Beibehalten von Absichten über Zeiträume
• Kurzfristig → Arbeitsgedächtnis
• Langfristig → prospektives Gedächtnis
(Folie 9) Warum müssen automatisierte Reaktionen unterdrückt werden?
• weil sie oft nicht zur aktuellen Absicht passen
• sie können zielgerichtetes Verhalten stören
• Beispiel: Stroop-Effekt
(Folie 9) Was bedeutet Abschirmung von Absichten?
• Schutz von Zielen vor konkurrierenden Motivationstendenzen
➡️ z.B. kurzfristige Versuchungen vs. langfristige Ziele
(Folie 10) Was beschreibt das Persistenz-Flexibilitäts-Dilemma?
• Konflikt zwischen:
– Festhalten an einem Plan (Persistenz)
– Anpassung des Plans (Flexibilität)
• Beispiel: Sunk Cost Fallacy
(Folie 10) Was beschreibt das Abschirmung-Überwachung-Dilemma?
• Konflikt der Aufmerksamkeitsausrichtung:
– Fokus auf aktuelle Aufgabe
– vs. Fokus auf Umwelt / mögliche Gefahren
• Beispiel: Lernen vs. Wahrnehmen von Gefahren
(Folie 11) Wie werden Dilemmata laut Goschke (2008) gelöst?
• durch Regulation globaler Kontrollparameter
➡️ Steuerung, wie stark Ziele vs. Umwelt gewichtet werden
(Folie 11) Wie beeinflusst die Vorhersagbarkeit der Zielerreichung die Kontrolle?
• Hohe Vorhersagbarkeit → Persistenz (Stabilität)
• Geringe Vorhersagbarkeit → Flexibilität
(Folie 11) Wie beeinflusst der emotionale Zustand die Kontrolle?
• Negativer Affekt → mehr Persistenz
• Weniger Ablenkbarkeit / stärker fokussierte Aufmerksamkeit
(Folie 13) Was besagt die Levels-of-Focus-Hypothese?
• Positive Stimmung → globaler Fokus (Gestalt)
• Negative Stimmung → lokaler Fokus (Details)
(Folie 13) Welche Auswirkung hat negative Stimmung auf Aufmerksamkeit?
• Stärkere Fokussierung der Aufmerksamkeit
• Weniger Ablenkbarkeit → höhere Persistenz
(Folie 12–13) Was zeigt das Experiment zur Emotionsinduktion?
• Stimmung beeinflusst, wie Informationen verarbeitet werden
• Positive Stimmung → mehr globale Wahrnehmung
• Negative Stimmung → mehr detailorientierte Wahrnehmung
(Folie 14) Welche Phasen beschreibt das Rubikon-Modell der Handlungsphasen?
• Abwägen (prädezisional)
• Planen (präaktional)
• Handeln (aktional)
• Bewerten (postaktional)
(Folie 14) Was markiert im Rubikon-Modell den Übergang von Motivation zu Volition?
• Intentionsbildung (Rubikon)
➡️ Übergang von Abwägen → Planen
(Folie 15) Wie unterscheidet sich die Offenheit für Informationen zwischen Abwägen und Planen?
• Abwägephase → offen für neue Informationen
• Planungsphase → reduzierte Offenheit
(Folie 15) Was zeigt das Experiment von Fujita et al. (2007)?
• In der Abwägephase bessere Erinnerung für irrelevante Informationen
• → Hinweis auf höhere Offenheit
• Planungsphase = stärker fokussiert, weniger offen
(Folie 16) Wie unterscheiden sich Abwägen und Planen in der Einschätzung von Kontrolle?
• Abwägephase → geringere eingeschätzte Kontrolle
• Planungsphase → höhere eingeschätzte Kontrolle
(Folie 16) Wie unterscheiden sich Abwägen und Planen in der Realitätsbewertung?
• Abwägephase → objektiver / realistischer
• Planungsphase → verzerrt / überschätzt Erfolg
• Planen führt zu parteilicher Informationsverarbeitung
(Folie 17) Worin unterscheiden sich die gedanklichen Inhalte von Abwägen und Planen?
• Abwägen → Wünschbarkeit & Realisierbarkeit von Zielen
• Planen → konkrete Durchführung von Handlungen
(Folie 17) Wie unterscheidet sich die Informationsverarbeitung in beiden Phasen?
• Abwägen → unparteiisch / objektiv
• Planen → parteiisch
(Folie 18) Was besagt der Zeigarnik-Effekt?
• Unerledigte Aufgaben werden besser erinnert als erledigte
(Folie 18) Was beschreibt der Absichtsüberlegenheitseffekt?
• Inhalte von noch auszuführenden Absichten werden
→ schneller erkannt / besser verarbeitet
(Folie 18) Was passiert nach der Erledigung von Absichten?
• Hemmung erledigter Absichten
➡️ reduziert Störungen bei neuen Aufgaben
(Folie 19) Welche zwei Positionen stehen sich beim Problem der Willensfreiheit gegenüber?
• Determinismus
• Freier Wille
(Folie 20) Was untersuchten Libet et al. (1983, 1985)?
• Zusammenhang zwischen
– bewusster Bewegungsabsicht
– und neuronaler Aktivität (Bereitschaftspotenzial)
(Folie 20) Wie lief das Experiment von Libet ab?
• Probanden:
– bewegen Finger bei spontanem Drang
– geben Zeitpunkt der bewussten Absicht an
• Messung:
– Bereitschaftspotenzial (BP) im Gehirn
(Folie 20) Was ist das Bereitschaftspotenzial (BP)?
• Neuronale Vorbereitung einer Bewegung
• tritt in motorischen Hirnregionen auf
(Folie 20) Was war das zentrale Ergebnis des Libet-Experiments?
• BP beginnt ca. 550 ms vor Bewegung
• Bewusste Absicht erst ca. 350 ms vorher
➡️ Gehirn „startet“ Handlung vor Bewusstsein
(Folie 20) Welche Schlussfolgerung wurde aus dem Libet-Experiment gezogen?
• Verhalten = „Widerhall unbewusster neuronaler Prozesse“
➡️ Hinweis auf Determinismus
(Folie 21) Warum widerlegt Libet nicht eindeutig den freien Willen?
• Verhalten ist nicht unabhängig von bewusster Entscheidung
➡️ bewusste Prozesse spielen weiterhin eine Rolle
(Folie 21) Wie wird der Einfluss bewusster Prozesse laut Kritik erklärt?
• Bewusste Absicht wird vorab gesetzt (z.B. durch Instruktion)
• danach erfolgt automatisierte Ausführung
➡️ Kombination aus:
• freiem Willen (Setzen der Intention)
• Determinismus (Ausführung)
(Folie 22) Wie ist der zweite Hauptbereich der Vorlesung aufgebaut?
Unterbereiche:
• Updating
• Inhibition
• Kognitive Flexibilität (Shifting)
• Dual Tasking
(Folie 23) Was sind exekutive Funktionen laut Definition?
• Prozesse, die andere kognitive Prozesse steuern und kontrollieren
➡️ Ziel:
• zielgerichtete Verarbeitung von Informationen
• Ausrichtung von Verhalten auf Handlungsziele
(Folie 23) Wozu dienen exekutive Funktionen konkret?
• Strukturieren die Verarbeitung von Umweltinformationen
• integrieren internes Wissen
➡️ damit Verhalten zielgerichtet ausgeführt wird
(Folie 23) Was ist „Utilization Behavior“?
• Situationsunangemessenes, aber korrekt ausgeführtes Verhalten
➡️ Hinweis auf gestörte exekutive Kontrolle
(Folie 24) Wo sind exekutive Funktionen im Gehirn lokalisiert?
• im präfrontalen Kortex („Frontalhirnfunktionen“)
(Folie 24) Welche Verbindungen hat der präfrontale Kortex?
• Verbindungen zu:
– sensorischen Bereichen
– motorischen Bereichen
– emotional-motivationalen Systemen
– Gedächtnisstrukturen
(Folie 25) Was zeigt „Post-error slowing“?
• Nach Fehlern:
→ verlangsamte Reaktionen
➡️ Interpretation:
• erhöhte Sorgfalt / Kontrolle
(Folie 25) Was ist „Error-related negativity (ERN)“?
• EEG-Signal nach Fehlern
• charakteristische Komponenten: Ne, Pe
➡️ tritt direkt nach der Antwort auf
(Folie 25) Was zeigen Post-error slowing und ERN gemeinsam?
• Hinweise auf:
→ Überwachung und Anpassung der Informationsverarbeitung
➡️ zentrale Funktion kognitiver Kontrolle
(Folie 26) Welche vier Hauptkomponenten exekutiver Funktionen gibt es?
• Shifting (kognitive Flexibilität)
(Folie 27) Was zeigt sich bei Störungen der kognitiven Flexibilität?
• Perseverationen
→ unangemessene Wiederholung von Handlungen
➡️ typisch bei Frontalhirnschädigungen
(Folie 28) Wie funktioniert der Wisconsin Card Sorting Test (WCST)?
• Karten werden nach unbekanntem Kriterium sortiert
• Feedback nach jeder Zuordnung
• Kriterium wechselt nach 10 richtigen Antworten
(Folie 28) Was zeigen Ergebnisse im WCST bei Frontalhirnpatienten?
• mehr Perseverationsfehler
→ Festhalten an alten Regeln trotz Feedbac
(Folie 29) Was sind Wechselkosten beim Aufgabenwechsel?
• Task-Wechsel langsamer als Wiederholung
➡️ Differenz = Wechselkosten
(Folie 29) Wovon hängen Wechselkosten ab?
• werden geringer bei Vorbereitung (z.B. Ankündigung)
• bleiben aber nicht vollständig verschwunden (residuale Kosten)
(Folie 30) Was bedeutet Updating im Kontext exekutiver Funktionen?
• Aufrechterhaltung relevanter Informationen im Arbeitsgedächtnis
➡️ Voraussetzung für zielgerichtetes Verhalten
(Folie 30) Welche Befunde gibt es zum Updating?
• erhöhte Aktivität im präfrontalen Kortex
• besonders bei Aufrechterhaltung relevanter Information
(Folie 30) Welche Aufgabe wird häufig zur Untersuchung von Updating verwendet?
• n-Back-Aufgabe
(Folie 31) Was ist die zentrale Funktion von Inhibition?
• Unterdrückung konkurrierender, irrelevanter Reaktionen
➡️ Auswahl der schwächeren, aber zielrelevanten Handlung
(Folie 31) Wann entstehen typische Inhibitionsprobleme?
• wenn habituelle Reaktionen mit aktuellen Zielen konkurrieren
(Folie 32) Welche Aufgaben zeigen Inhibition im Experiment?
• Stroop-Aufgabe
• Flanker-Aufgabe
• Simon-Aufgabe
(Folie 32) Was passiert bei inkongruenten Reizen?
• längere Reaktionszeiten
• mehr Fehler
➡️ irrelevante Reizdimension wird nicht vollständig unterdrückt
(Folie 33) Wie beeinflusst perzeptuelle Belastung die Inhibition?
• Niedrige Belastung → höherer Inhibitionsaufwand
• Hohe Belastung → geringere Interferenz
(Folie 33) Wie wird dieser Effekt interpretiert?
• Bei niedriger Belastung:
→ Aufmerksamkeit weniger fokussiert
→ mehr Inhibition nötig
• Bei hoher Belastung:
→ weniger Verarbeitung irrelevanter Reize
(Folie 34) Was passiert bei der gleichzeitigen Ausführung von zwei Aufgaben?
• Reaktionszeiten werden länger
➡️ im Vergleich zu Einzelaufgaben
(Folie 34) Was sind Doppelaufgabenkosten?
• Leistungseinbußen bei gleichzeitiger Aufgabenbearbeitung
➡️ zeigen die Beanspruchung exekutiver Kontrolle
(Folie 34) Was demonstrieren Doppelaufgabenkosten über kognitive Kontrolle?
• dass exekutive Funktionen notwendig sind, um mehrere Aufgaben zu koordinieren
(Folie 35) Welche Paradigmen werden zur Untersuchung exekutiver Funktionen verwendet?
• Doppelaufgabe
• Task-Switching
(Folie 35) Welche Forschungsfragen stehen bei exekutiven Funktionen im Fokus?
• Eigenschaften exekutiver Funktionen
• Trainierbarkeit / Plastizität dieser Funktionen
(Folie 36) Welche Begriffe sind für die Klausur zentral im Bereich Volition?
• Gegenstand Volition
• Rubikon-Modell
• Abwägende vs. planende Bewusstseinslage
• Zeigarnik-Effekt
• Absichtsüberlegenheitseffekt
• SAS (Supervisory Attentional System)
(Folie 36) Welche Begriffe sind für die Klausur zentral im Bereich exekutive Funktionen?
• Exekutive Funktionen (allgemein)
• Post-error slowing
• Error-related negativity (ERN)
• Shifting (WCST, Aufgabenwechsel)
• Updating (n-Back)
• Inhibition (Stroop, Flanker, Simon)
• Dual Tasking (Doppelaufgabenkosten)
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