Küsteningenieurwesen (Coastal Engineering)
planerische und bauliche Maßnahmen zur Erschließung, Sicherung
und nachhaltigen Nutzung der Küsten und Küstengewässer.
• Schutz und Sicherung der Küste und des Hinterlandes
(Hochwasserschutz, Küstenschutz)
• Bau, Sicherung und Unterhaltung von Verkehrswegen und Häfen
• Sicherstellung der Vorflut
• Bereitstellung und Schutz des Meerwassers
• Erhaltung, Verbesserung, Schutz von Landschaft und Umwelt
Küstenschutz (Coastal Defence / Coastal Protection)
Maßnahmen zur Sicherung der Küsten des Festlandes und der Inseln
gegen die zerstörerischen Einwirkungen des Meeres
(DIN 4047-2)
... dazu ist die fachliche Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von
Nachbardisziplinen notwendig.
Küstentypen
Deutsche Nordseeküste
Ostseeküste
Steilküsten
Flächküsten
Flachküsten
Bildung einer Haff-Nehrungs-Dünenwallküste / Ausgleichsküste
1. Materialtransport und Hakenbildung
2. Haff- und Nehrungsbildung
3. Bildung eines Strandsees
Typische Flachküste aus Lockersedimenten mit überwiegend küstenparallelem Sandtransport
und wenig ausgebildetem Gezeitenstrom (z.B. Ostseeküste).
Flachküsten Teil 2
Gestaltung der Watt-Nehrungs-Inselreihen-Küste:
1. bei Flutstrom
2. bei Ebbstrom
Ähnliche Transportprozesse wie an Haff-, Nehrungs- und Dünenwallküsten, aber:
• starker Gezeitenstrom
• hinter Nehrungsinseln entsteht Wattenmeer
Steilküste
Querschnitt durch eine Kliffreihenküste
= Steilküste, die durch das Meer abgetragen wurde (z.B. Sylt, Rügen)
aus dem abbrechenden Material entstehender Schuttkegel
wird infolge Seegang seewärts transportiert Abrasionsplatte
4 Tiden und Sturmfluten
Tiden
• = Gezeiten (ozeanographisch)
• = periodische Wasserstandsänderungen des Meeres
• Ursache: Anziehungskräfte (Gravitation) zwischen
Erde – Sonne – Mond
Gezeitenwirksame Kräfte
Tiden Teil 2
• Rotation des Systems „Erde – Mond“ um gemeinsame Schwerachse bewirkt
halbtägliche Wasserstandsänderungen (Dauer = 12 h 25 min)
• Einfluss der Sonnenmasse bewirkt zusätzlich
eintägige Wasserstandsänderungen (Dauer = 24 h 50 min)
Zusammenwirken der Anziehungskräfte von Erde – Mond – Sonne
Halbmonatliche Ungleichheit der Tiden
Springtide
Vollmond und Neumond (Syzygien)
fluterzeugende Kräfte von Mond und Sonne in gleicher Richtung
Teil 2
Nipptide
Erstes und Drittes Viertel (Quadraturen)
fluterzeugende Kräfte von Mond und Sonne rechtwinklig zueinander
Verlauf der Flutwelle in der Nordsee
• Gezeiten von Randmeeren werden durch Gezeiten der Ozeane beeinflusst
(z.B. Nordsee durch Nordatlantischen Ozean)
• Flutwelle läuft entlang Ostküste GB, Küste NL, Küste D, Küste DK
• Linien gleicher Hochwasserzeit (Flutstundenlinien) drehen in Nordsee
um mehrere Punkte (Drehwellen = Amphidromien)
Halbtägliche Ungleichheit der Tiden – allgemeinverständlich
Halbtägliche Ungleichheit der Tide – nach DIN 4049, Teil 1, 3.3.30
Sturmfluten entstehen durch..
Sturmfluten entstehen durch
Überlagerung der astronomischen Tide durch
• Windstau
• Fernwellen
• Beckenschwingungen
• Säkularen Meeresspiegelanstieg
• Oberwasserzufluss
Diagramm
5 Seegang
Beaufort-Skala
5 Seegang - Wellenperiode
Definition von Seegangsparametern
Lineare Wellentheorie (Theorie 1. Ordnung) nach Airy/Laplace
• für praktische Anwendungen
„brauchbare Ergebnisse bei guter Anschaulichkeit“
• Annahmen:
1. Sinusförmige Oberfläche, d.h. symmetrisches Wellenprofil
2. Kleine Amplituden, d.h. H < L, H < d
3. Ebener Untergrund
4. Ideale Flüssigkeit, d.h. reibungsfrei, inkompressibel, homogen
5. Kein Einfluss der Luftbewegung auf die Wellenbewegung
5 Seegang - Gleichungen der linearen Wellentheorie
Entstehung von Seegang
Entstehung von Seegang – Windwirklänge (Fetchlänge)
5 Seegang - Beschreibung von Seegang
5 Seegang - Signifikante Wellenhöhe
Die signifikante Wellenhöhe, Hs, ist das arithmetische Mittel des Drittels der höchsten Wellen in
einem Seegangsschrieb.
(Dies entspricht in etwa dem Mittel der höchsten Wellen in einer Wellengruppe.)
5 Seegang - Signifikante Wellenhöhe Teil 2
Signifikante Wellenhöhe
Die signifikante Wellenhöhe, Hs, ist das arithmetische Mittel des Drittels der höchsten Wellen
in einem Seegangsschrieb.
Sie kann z.B. aus einem Seegangsschrieb mit Hilfe der “zero-down-crossing”
-Methode bestimmt werden.
Häufigkeitsverteilung von Wellen:
• Hd = dominierende Wellenhöhe, d.h. die Wellenhöhe
mit der größten Häufigkeit in der ausgewerteten
Zeitreihe
• Hm = mittlere Wellenhöhe, d.h. das arithmetische
Mittel aller gemessenen Wellenhöhen
• H1/3 = arithmetisches Mittel der 33% höchsten Wellen
einer Zeitreihe = kennzeichnende (= signifikante oder
charakteristische) Wellenhöhe HS
• H1/10 = arithmetisches Mittel der 10% höchsten Wellen
einer Zeitreihe
• H1/100 = arithmetisches Mittel der 1% höchsten Wellen
• Hmax = max. Wellenhöhe der ausgewerteten Zeitreihe
Häufigkeitsverteilung von Wellen: Teil 2
• Aufbauend auf der Rayleigh´schen Verteilungsfunktion ergeben sich
zwischen den definierten Wellenhöhen folgende Beziehungen:
• Hm = 0,63 · H1/3
• H1/10 = 1,27 · H1/3
• H1/100 = 1,67 · H1/3
• Der theoretische Verhältniswert für die (mittlere) maximale
Wellenhöhe ist abhängig von der Gesamtzahl der Wellen und
beträgt:
• Hmax = 1,87 · H1/3 (1000 Wellen)
Mittlere Wellenperiode
Mittlere Wellenrichtung
Die mittlere Wellenperiode, Tm, ist das arithmetische Mittel aller Wellenperioden in einem
Seegangsschrieb.
Die mittlere Wellenrichtung, θm, als das arithmetische Mittel der Richtungen aller
Einzelwellen in einer Zeitreihe.
Seegangsspektrum – abgeleitet aus einer Zeitreihe (FFT)
Die Analyse der Verteilung der Wellenenergie als eine
Funktion der Frequenz (Periode-1) für eine
Aufzeichnung von Einzelwellen wird als spektrale
Seegangsanalyse bezeichnet (Seegangsspektrum).
Windinduzierte Wellenperioden unterliegen oftmals
dem sogenannten JONSWAP oder Pierson-
Moskowitz-Spektrum.
Hs berechnet auf der Basis eines Seegangsspektrums
wird als Hm0 bezeichnet.
Die Peakperiode Tp ist die Wellenperiode mit der
höchsten Energiedichte und kann aus dem Spektrum
abgeleitet werden.
Als Richtwert gilt: Tp ~ 5.3 Hm0
1/2
Tief-, Übergang und Flachwasser
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