Wie kennzeichnet sich die Interdisziplinarität der Sporttherapie?
Verbindung von Medizin, Trainingswissenschaft, Psychologie
Worauf beruhen die Wirkmechanismen der Sport- und Bewegungstherapie?
beruhen auf den strukturellen und funktionellen Anpassungen des biologischen Systems durch geeignete Aktivitäten
Früher: Herzkranke ins Bett gelegt zur Schonung
Heute: Bewegung, Forderung des Herzen zur Heilung
Warum ist Sporttherapie ein mehrdimensionales Vorgehen?
funktionelle
Psychosoziale
Pädagogische Ziele
Vermittlung eines langfristig gesundheitsorientierten Lebensstils
Nachhaltige Veränderung geht nicht durch reines Trainingsparadigma
Was sind die Ziele der Sporttherapie?
Funktionelle Dimension
Verbesserung der Körperwahrnehmung
Motorische Fähigkeiten Und Fertigkeiten
Alltagsmotorik
Psychosoziale Dimension
Erkennen der Leistungsfähigkeit
Vermitteln von Erfolgserlebnissen
Förderung von Selbstverantwortung
Fördern von Selbstvertrauen
Verbesserung der aktiven Teilhabe
Pädagogische Dimension
Zielgruppengerecht adäquates Wissen vermitteln
Einüben von gesundheitsorientiertem Verhalten
Wie sehen die Anpassungen an Training auf medizinischer Ebene aus?
Gehirn
Steigerung kognitive Funktion, Neurogenese
Fettgewebe
Zunahme Lipolyse und Mitochondrien
Immunsystem
Zunahme Anti-entzündliche Effekte und Infektabwehr
Knochen, Sehnen und Knorpel
Zunahme Knochendichte und -masse, Sehnendichte und -Festigkeit
Muskel
Zunahme Querschnitt, Kapillarisierung, Mitochondriendichte
Herz
Zunahme Kammergröße, Wnaddicke
Abnahme Saucherstoffverbrauch und Herzfrequenz
Welche Aspekte werden in die Wirkweisen der Sporttherapie integriert?
Erlernen und Üben geeigneter motorischer Fertigkeiten
Sensomotorische Lernzielebene - Handeln
Trainieren motorischer Fähigkeiten wie Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit
Motorische Lernzielebene - Handeln
Vermittlung von Kenntnissen und Wissen als Grundlage einer selbstständigen und langfristigen gesundheitsbezogenen Handlungs- und Sozialkompetenz
Kognitive Lernzielebene - Wissen
Schaffung langfristiger Motivation zur Durchführung von Eigenübungsprogrammen und zur Erreichung eines körperlich aktiven Lebensstils
Affektive und edukative Lernzielebene - Emotion
Welche Komponenten enthält das Biopsychosoziale Modell?
Körperliche Schädigungen
Individuelle/Funktionelle Einschränkungen
Soziale Beeinträchtigungen
Wie sieht die Begleitung des Patienten zu einem selbstständigen und aktiven Leben aus?
Screening und Bedarfserhebung
Befundbericht, Vorgeschichte
Bewegungsbezogene Anamnese
Auf sportliche Hintergründe eingehen
Risikoeinschätzung
Kann Mensch das machen, was ich für sinnvoll erachte
Medizinische Abklärung
Bei Multimorbidität
Beratung und Trainingsempfehlung
Vermittlung in ein wohnortnahes Bewegungsprogramm
Supervidiertes Training
Warum bleiben Menschen trotz Belastung gesund?
Generalisierte Widerstandsquellen stehen den externen Stressoren entgegen
Krankheiten wirken auf beide Seiten negativ ein
In Therapie sowohl auf generalisierte Widerstandsquellen eingehen und diese stärken, als auch die Stressoren beachten und in die Therapie einbinden
Was sind die Kernmerkmale therapeutischen Handelns?
Evidenzbasiert und indikationsgeleitet
Beruht auf einem therapeutischen Auftrag
Integration somatischer, psychischer und sozialer Aspekte
Kontinuierliche Evaluation und Anpassung
Verantwortungsbewusste Risiko-Nutzen-Abwägung
Welche Kompetenzen hat ein Sporttherapeut?
Kenntnisse über Krankheitsbilder und Pathophysiologie
Anpassung von Bewegung an Funktions- und Belastungseinschränkungen
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Dokumentation und Therapiekontrolle
Empathie, Motivation und pädagogisches Geschick
Wie sieht das Phasenmodell der Sporttherapie aus?
Eingangsdiagnostik
Medizinische und sportliche Anamnese, Funktionstests
Zieldefinition
ZB SMART-Kriterien
Trainingsplanung
Durchführung: Regelmäßige Bewegungseinheiten
Evaluation: Tests, Fragebögen, Feedback
Alltagstransfer und Nachsorge
Motivationsstrategien, Einbindung in Lebenswelt
Was sind die SMART-Kriterien?
etabliertes Modell zur Zielformulierung - besonders in der Therapieplanung, im Coaching, in der Trainingssteuerung und im Projektmanagement
S - Spezifisch
Das Ziel soll klar und eindeutig formuliert sein
M - Messbar
Es soll objektiv überprüfbar sein, ob das Ziel erreicht wurde
A - Attraktiv
Das Ziel soll für die betroffene Person bedeutsam, motivierend oder sinnvoll sein
R - Realisitsch
Das Ziel soll erreichbar sein - unter Berücksichtigung der aktuellen Möglichkeiten
T - Terminiert
Das Ziel soll einen klaren Zeitrahmen haben
Was sind die Leitlinienklassen nach AWMF?
Drei Stufen
S 1
Expertenkonsens, Empfehlungen einer Expertengruppe ohne systematische Recherche
S 2k
Konsensbasiert, strukturierter Konsensprozess (zB Delphi-Verfahren), ohne systematische Literaturrecherche
S 2e
Evidenzbasiert, systematische Literaturrecherche, aber ohne strukturierte Konsensfindung
S 3
Evidenz- und konsensbasiert, systematische Literaturauswertung und strukturierter Konsens, transparente Methodik
Goldstandard
Wann ist die Drop-out Rate am höchsten, was sind die Ursachen?
am höchsten während der ersten 3 Monate
Ursachen vielfältig
Zeitlich (Beruf/Familie)
Gewohnheiten / Bequemlichkeit
Erreichbarkeit
Angst / Hemnisse
Was sind Empfehlungen zur Verbesserung der Adhärenz / Compliance?
Unterstützung / Begleitung
Sanft einsteigen, dosiert trainieren, nicht über-/unterfordern
Training in der Gruppe fördern
Soziale Unterstützung der Gruppe
Freude und Abwechslung bei der Therapie
Positives Feedback durch “Tests”
Spielsportarten einbauen
Regelmäßigkeit fördern
Enthusiasmus und Qualifikation
Warum muss die Risiko Nutzen Funktion einer Sportlichen Aktivität abgewogen werden?
Patienten, die nicht gut eingestellt, frisch operiert sind oder Vorerkrankungen haben, bringen auch Risiken in der sportlichen Betätigung mit
Daneben steht die vielfältige Wirkung als Nutzen sportlicher Aktivität
Auch ökonomisch betrachtet (Abrechnung Krankenkasse) muss der Kosten-Nutzen Effekt betrachtet werden
Relation Risiko-Nutzen findet in der sportärztlichen Untersuchung bereits Berücksichtigung
Was sind Ziele der Vorsorgeuntersuchung / Sporttauglichkeitsuntersuchung?
Erfassung bislang unerkannter oder bereits bekannter Erkrankungen, die unter körperlicher Belastung ein relevantes Gesundheitsrisiko darstellen können
Identifikation seltener, jedoch potenziell lebensbedrohlicher Ereignisse, insbesondere kardiovaskulärer Genese
Reduktion des individuellen Risikos durch frühzeitige medizinische Beurteilung und risikoadaptierte Empfehlungen
Zb Belastbarkeit max bei x% für die nächsten Wochen
Schaffung der Voraussetzungen für eine möglichst sichere Ausübung sportlicher Aktivität unter (präventiv-) medizinischen Gesichtspunkten
Wie sehen Vorsorgeuntersuchungen im Spitzensport aus?
Nationalkader
1 mal pro Jahr Pflichtuntersuchung
Teilweise auf Landeskaderebene auch, zumindest wird Empfehlung und Einladung ausgesprochen
Wann sind Gruppen bezüglich eines akuten Myokardinfarkts bei intensiver körperlicher Aktivität besonders gefährdet?
bei inaktivem Lebensstil
Wenn diese Personen von 0 auf 100 wieder anfangen Sport zu treiben
Je aktiver der Lebensstil, umso geringer ist das Risiko bei einer intensiven körperlichen Aktivität
Herzinfarktrisiko auch in Ruhe bei Personen mit häufiger regelmäßiger körperlicher Aktivität pro Woche geringer als bei körperlich inaktiven Personen
Wann wird eine sportmedizinische Untersuchung durchgeführt?
Vor allem bei Neu- und Wiedereinsteigern sowie bei Personen über 35 Jahre mit latenten oder manifesten Voerkrankungen
Erhöhtes Risiko kardialer Zwischenfälle insbesondere zu Beginn intensiver körperlicher Belastung
Ruhe EKG statt Belastungs EKG bei Jungen Menschen aufgrund der Kosten-Nutzen Funktion durchgeführt
Häufigste Ursache kardialer Ereignisse bei Sporttreibenden über 35-40 Jahre ist die koronare Herzkrankheit
Was sind mögliche Risikomodulatoren für akute kardiovaskuläre Ereignisse bei körperlicher Belastung?
Aktuelles Aktivitätsniveau
Regelmäßig aktiv (über 30 Minuten, mindestens 3 mal die Woche)
Warnsymptome checken lassen
Brustschmerz, Atemnot, Schwindel, Knöchelschwellung, Herzstolpern/Herzrasen, belastungsabhängige Beinschmerzen
Bekannte Vorerkrankungen
Diabetes, Nierenerkrankung, kardiovaskuläre Erkrankungen
Wofür ist eine sportärztliche Vorsorgeuntersuchung relevant?
sichere Belastungsdosierung
Individuelle Trainingssteuerung
Prävention kardiovaskulärer Zwischenfälle
Was ist der PAR-Q Fragebogen?
Anamnesetool
Grundsätzliche Sporttauglichkeit vorhanden und wie kann der Patient eingeordnet werden?
Was wird bei der klinischen Untersuchung gemacht?
Internistisch-kardiologische Untersuchung abhängig von Alter, Vorerkrankungen, Risikofaktoren und Fragestellung
Ruhe-EKG als obligate Basisuntersuchung
Ergometrie zur Beurteilung der Belastungsreaktion und Erkennung von
Belastungshypertonie (hoher Blutdruck unter Belastung)
Koronare Durchblutungsstörungen
Belastungsinduzierte Herzrhythmusstörungen
Welche Informationen liefert das Belastungs-EKG?
Informationen zur Erkennung von Koronare Durchblutungsstörungen, Rhythmusstörungen und Blutdruckverhalten unter Belastung
Gesundheitsdiagnostik
Trainingsempfehlungen
Wann wird die Echokardiographie gemacht?
als ergänzende, indikationsbezogene Diagnostik bei kardiovaskulären Risikofaktoren oder Verdacht auf strukturelle Herzerkrankungen
Aber: keine Evidenz für den routinemäßigen Einsatz in der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung
Für was wird die Lungenfunktionsdiagnostik angewendet?
zur Beurteilung ventilatorischer Funktion und zur Früherkennung obstruktiver Atemwegserkrankungen
Relevanz insbesondere bei Dyspnoe, verminderter Belastbarkeit oder Verdacht auf belastungsinduziertes Asthma
Wann und für was wird die Spirometrie/Spiroergometrie durchgeführt?
in Wissenschaft oft eingesetzt, im Arztalltag seltener, da Anschaffung teuer
Fakultative, indikationsbezogene Untersuchung
Obligatorisch bei respiratorischer Symptomatik oder anamnestischen Hinweisen auf pulmonale Erkrankungen
Bestimmung der Vo2Max
Beurteilung der aerobes Leistungsfähigkeit und maximalen körperlichen Belastbarkeit
Ableitung ventilatorischer Schwellenwerte zur individuellen Trainingssteuerung
Wofür kann die Vo2Max angesehen werden?
valider Biomarker für Morbdität und Mortalität
Wenn unter bestimmte Werte, ist Risiko für Krankheiten und Tod erhöht
Welche Erkenntnisse zeigte die Gießener Immun-Alterungsstudie?
Menschen über 55, keine Vorerkrankungen, keine Medikamente
Diejenigen, die durch Alltagsaktivität fit waren, waren am Anfang gut dabei, danach starker Abfall
Diejenigen, die Sport machen, zeigten am Anfang keinen großen Unterschied, aber sind nicht so schnell/stark gealtert
Sind Trainingsableitungen aus der Laktatdiagonstik oder Spiro besser?
Spiro
Wie verschiebt sich die Laktatkurve bei Verbesserung?
nach rechts
Wann werden laborchemische Untersuchungen vorgenommen?
bei gesunden Personen unter 35 Jahre in der Regel keine obligate laborchemische Routinediagnostik
Lipidprofil bei Verdacht auf familiäre Hypercholesterinämie sinnvoll
Bei Adipositas: Bestimmung Nüchternglukose, ggfalls Durchführung eines oGTT
Bei Personen über 35: Erfassung des kardiovaskulären Risikoprofils mit Gesamtcholesterin, Lipidunterfraktionen, Triglyzeriden und Nüchterblutzucker
Was ist oGTT?
Oraler Glukosetoleranztest
Verfahren zur Diagnose von Diabetes mellitus oder gestörter Glukosetoleranz
Nüchternblutabnahme trinken von Glukose in Wasser + weitere Messungen nach 1-2 Stunden
Misst, wie gut Körper Zucker verarbeitet
Durch welche laborchemische Untersuchung kann Nierenfunktion beurteilt werden?
Kreatinin
Erhöhte Werte können auf eine eingeschränkte renale Ausscheidung hinweisen
Welcher Parameter der hepato-biliären Diagnostik kann auf Lebererkrankung hindeuten?
Gamma-Glutamyl-Transferase
Erhöhte Werte zeigen Erkrankung der Leber oder Gallenwege
Was sind Entzündungsmarker im Körper?
CRP bzw hsCRP
Was sind die häufigsten Todesursachen in Deutschland?
Herz-Kreislauf Erkrankungen
Krebsleiden
Chronische Ischämische Herzkrankheit
Lungen-/Bronchialkrebs
Was ist die Framingham Heart Study?
zunächst ging man davon aus, dass Herzinfarkt Zufall war
Mit den Jahren hat man immer mehr Risikofaktoren und Zusammenhänge gefunden
Hoher Blutdruck und Cholesterol
Rauchen
Übergewicht, wenig körperliche Aktivität
Sind die Faktoren, Rauchen, Übergewicht etc kausale Zusammenhänge für Erkrankungen?
nein
Statistische Koinzidenz
Was ist der Ausgangspunkt aller Herzkreislauf Erkrankungen?
Endothel
Aktivierung und Dysfunktion
Endothel kann nicht mehr erweitern/verengen, Partikel durchlassen etc
Wie unterscheiden sich ischämischer und hämorrhagischer Insult?
ischämisch
Thrombose
Hirnregion ohne bzw mit eingeschränkter Blutversorgung durch Thrombus
Embolie
Hirnregion ohne bzw mit eingeschränkter Blutversorgung durch angeschwemmten Embolus
Hämorrhagisch
Blutung
Ausgetretenes Blut
Wie beeinflusst Sport die Endothelfunktion?
Blutfluss wird erhöht
Verbesserung Kollateralblutflusses bei der koronaren Verschlusskrankheit
Durch Angiogenese (Aussprossen von Endothelzellen aus bereits vorhandenen Kapillaren und die Bildung eines Kapillarnetzes)
Durch Arteriolarisation von Kapillaren und Mikrogefäßen
Durch verbesserte vasomotorische Funktion der Leitungsarterien und der Widerstandsgefäße der Kollateralversorgungsarterien
NO steigt
Oxidativer Stress und Inflammation werden blockiert
Wie wirken vegetatives Nervensystem und Training zusammen?
Körperliches Training verschiebt das Gleichgewicht - vom Stressmodus zur Regulation
Sympathikus-Aktivität wird heruntergefahren, da weniger “Dauerstress” fürs Herz
Herzfrequenz in Ruhe ist niedriger, Blutdruck sinkt
Parasympathikus-Aktivität steigt
Höhere Herzfrequenzvariabilität
Schnellere Erholung
Protektiver Effekt auf das Herz
Rezeptorebene: sinkende ß-adrenerge Sensitivität
weniger Überreaktion auf Stresshormone
Klinische Bedeutung
Verringertes Arrhytmierisiko
Verringerte kardiovaskuläre Mortalität
Gestiegene Belastbarkeit
Was versteht man unter dem cardiac preconditioning bei sportlicher Aktivität?
Ischämietoleranz steigt
Herz wird resistenter gegenüber Sauerstoffmangel
Stickstoffmonoxid steigt (NO)
Zellschützende Signalwege steigen (RISK-Pathway)
Stabilisierung der Mitochondrien
Kalzium-Regulation
Bessere Kontrolle intrazellulärer Ca 2+ Ströme
Weniger Zellschaden
Kleinere Infarktgröße, bessere Erholung nach Ischämie und weniger Zelluntergang
Wie sollte therapeutisches Training bei KHK aussehen?
Empfehlung für alle stabilen KHK-Patienten
Regelmäßiges, individuell verordnetes Training im Rahmen der Sekundärprävention
Ausdauertraining ca 150-300 min/Woche moderat oder 75-150 min/Woche intensiv, angepasst an Risiko, Leistungsfähigkeit und Symptome
Krafttraining (ergänzend) meist 2-3 mal/Woche für Muskelkraft, Funktion und metabolische Gesundheit
Kardiologische Rehabilitation senkt Ereignisse, Hospitalisierung und Mortalität
Was ist das FITT-Prinzip?
Frequency
Intensity
Time
Type
Worauf sollte der Fokus beim Training mit Patienten liegen?
Regelmäßigkeit > Intensität
Häufig über Borg-Skala (subjektive Belastung)
Symptome (Dyspnoe, Erschöpfung)
Herzfrequenz weniger zuverlässig
ZB durch Medikation wie Beta-Blocker
Wie sieht die Klassifikation von Blutdruckbereichen aus?
Was sind Lebensstilmaßnahmen bei Bluthochdruck?
Gewichtsreduktion (5-20 mmHG)
BMI 18,5 bis 24,9
DASH Ernährungsplan (8-14 mmHG)
Softgetränke reduzieren (2-8 mmHG)
Sportliche Aktivität steigern (4-9 mmHG)
Mindestens 30 min am Tag, an den meisten Tagen die Woche
Alkoholkonsum verringern (2-4 mmHG)
Welche Effekte hat die Sporttherapie auf den Bluthochdruck?
isometrisches Training kann: systolischen Blutdruck um 5-10 mmHG senken
Besonders wirksam
Handgrip-Training, Wall Sit
Konsistente Blutdrucksenkung
Reduktion des peripheren Widerstandes
Verbesserung der endothelialen Dysfunktion
Steigerung der Insulinsensitivität des arbeitenden Skelettmuskels
Verbesserung des Lipidprofils
Verschiebung der vegetativen Balance Zugunsten des parasympathischen Tonus
Modulation der Barorezeptoren-Sensitivität mit Absenkung des Sollwertes
Antithrombogene Effekte
Negative Kalorienbilanz / Unterstützung einer Gewichtsreduktion
Kochsalzverlust durch Schweißbildung
Welche Voraussetzungen müssen Patienten mit Hypertonie und KHK erfüllen, um an einem Krafttraining teilnehmen zu können? Was sind Kontraindikationen?
moderate bis gute LV-Funktion
Gute kardiale Belastbarkeit ohne Angina pectoris-Symptomatik oder St-Streckensenkung, unter Beibehaltung der klinisch notwendigen Medikation
Vorab leichtes aerobes Ausdauertraining für ca 4 Wochen empfohlen
Kontraindikationen
Instabiles Koronarsyndrom
Dekompensierte Herzinsuffizienz
Unkontrollierte Arrhytmien
Wie kann Krafttraining bei Hypertonie und KHK durchgeführt werden?
große Muskelgruppen
Langsame, kontrollierte Bewegung
Kein Pressen (Valsalva vermeiden)
Kleinere Muskelgruppen auch isoliert belasten
Was sind Hinweise zur sicheren Durchführung eines Krafttrainings?
Training muss individuell dosiert werden
Medizinische Überwachung
Kontrolle durch erfahrene Sporttherapeuten
Für jeden Patienten ein individuelles Trainingsprogramm erarbeiten
Erreichbare Trainingsziele formulieren
Absprache mit Patient
Jeder Patient muss individuelle und kontrollierte Einführung in das Training erhalten
Welche Wirkungen zeigt Sport auf eine Fettstoffwechselstörungen?
Was sind mechanische Effekte?
Senken der Triglyzeride
Senken der hepatischen VLDL-Produktion
Steigerung HDL
Steigerung Reverse Cholesterintransport
LDL-Qualität verbessert
Weniger kleine, dichte LDL Partikel
Mechanistische Effekte:
Erhöhung Fettsäureoxidation (Muskel)
Erhöhung Mitochondrien und Enzymaktivität
Senkung freie Fettsäuren im Ruhezustand
Senkung Insulinresistenz
Was sind die Effekte eines hochintensiven Trainings?
Steigerung der VO2 max sowie der Wettkampfleistung
Verbesserung der Kontraktilität von Kardiomyozyten
Reduktion der ANP nach Infarkt im Tiermodell
Wie definiert sich ein hochintensives Training?
Intensität: 85-100 % der Vo2 Peak
Zweck
Längeres Durchhalten intensiver Phasen als bei kontinuierlichen Belastungen
Unterscheidung
Langzeit-, Mittelzeit- und Kurzzeitintervalle
Wie verhält sich die VO2 Max und die Ventilation bei einer kontinuierlichen Belastung und einer Intervallbelastung?
VO2 bei Intervall höher
Ventilation bei Intervall geringer
Welche Art von Intervalltraining hat besonders gute Effekte bei Patienten gezeigt?
Programme mit passiver Erholung und Kurzzeitintervallen
Warum wird das Intervalltraining von Herzpatienten mit stabiler Koronare Herzerkrankung gut toleriert?
geringere Dyspnoe und Ventilation
Passive Erholung erlaubt eine gute Re-Oxygenierung des Gewebes
Subjektiv ein geringes Belastungs-/Ermüdungsempfinden
Gute Auffüllung der muskulären Kreatinphosphat Speicher
Abwechslungsreicher und interessanter - ggf Stärkung der Adhärenz
Keine Zeichen von Risiken in Hämodynamik oder EKG, keine Ischämien, keine Arrythmien, keine Erhöhung von Herzschadens-Markern
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