kennt und erklärt die Begriffe Miktion, Diurese, Kontinenz
Miktion = Harnentleerung (Wasserlassen)
Diurese = Urinproduktion der Niere (Menge pro Zeit)
Kontinenz = Fähigkeit, Urin kontrolliert zurückzuhalten
weiß wovon die Harnausscheidung abhängig ist und kennt Normwerte
Einflussfaktoren:
Umgebung (z. B. ungewohnte Umgebung)
Psyche (Stress, Angst)
Kultur (Gewohnheiten)
Körper (Flüssigkeit, Ernährung, Immobilität, Stoffwechsel)
Normwerte: Erwachsene:
200–400 ml pro Miktion
4–6 Miktionen/Tag
ca. 1500–2000 ml/Tag
weiß welche Beobachtungen die Pflegepersonen am Urin durchführen können
Pflegepersonen achten auf:
Menge (zu viel / zu wenig?)
Farbe (klar, dunkel, rot ⚠️)
Geruch (stark, süßlich, faulig)
Beimengungen (Blut, Schaum, Eiter)
Schmerzen beim Wasserlassen
und kann physiologische und pathologische Veränderungen erkennen, einschätzen und korrekte Handlungen setzen
Physiologisch (normal):
dunkler Urin am Morgen
mehr Urin bei viel Trinken
Pathologisch (krankhaft):
Blut im Urin ⚠️
sehr dunkler Urin → Flüssigkeitsmangel
sehr wenig Urin → Nierenproblem
Schmerzen → Infektion
👉 Wichtig: Immer beobachten, dokumentieren und melden!
kennt die Fachbezeichnungen von pathologischen Veränderungen
Anurie: < 100 ml/Tag
Oligurie: < 500 ml/Tag
Polyurie: > 2000 ml/Tag
Weitere Störungen:
Harnverhalt
Inkontinenz
Restharn
Wichtig: Pflege muss Veränderungen erkennen und handeln (z. B. Arzt informieren)
kennt die unterschiedlichen Hilfsmittel zur Harnausscheidung, setzt diese adäquat ein und wendet diese auch korrekt an (Vorbereitung, Durchführung, Nachsorge) …z.B. Steckbecken, Leibstuhl, Harnflasche,…
Hilfsmittel zur Harnausscheidung
Steckbecken → für bettlägerige Patient*innen
Leibstuhl → wenn Patient sitzen kann, aber nicht zur Toilette gehen kann
Harnflasche → meist für Männer im Liegen
🟡 1. Vorbereitung
Patient informieren 🗣️
Privatsphäre sicherstellen (Vorhang, Tür schließen)
Material bereitstellen
Handschuhe anziehen 🧤
Patient richtig lagern (bequem + sicher)
🟡 2. Durchführung
Hilfsmittel korrekt positionieren
Patient unterstützen, aber Selbstständigkeit fördern
auf Intimsphäre achten
bei Bedarf helfen (z. B. halten, stabilisieren)
👉 Wichtig: ruhig bleiben und respektvoll handeln!
🟡 3. Nachsorge
Intimpflege durchführen 🚿
Patient bequem lagern
Hilfsmittel reinigen/desinfizieren
Handschuhe ausziehen
Beobachtung & Dokumentation (Menge, Farbe, Auffälligkeiten)
📝 Wichtiger Prüfungssatz:
„Bei der Anwendung von Hilfsmitteln zur Harnausscheidung sind Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge wichtig, wobei besonders auf Hygiene, Intimsphäre und Beobachtung zu achten ist.“
kann adäquat und gezielt Kontinenz-fördernde und Kontinenz-erhaltende Maßnahmen ergreifen und Patient*innen dahingehend anleiten (Umgebungsfaktoren, Kleidungsfaktoren, allg. Maßnahmen,…)
🟡 1. Umgebungsfaktoren
Toilette gut erreichbar 🚽
Nachtlicht für Orientierung 🌙
keine Hindernisse (Sturzgefahr vermeiden!)
Rufanlage in Reichweite
🟡 2. Kleidungsfaktoren
leicht zu öffnende Kleidung (z. B. kein komplizierter Gürtel)
bequeme Kleidung
schnell ausziehbar → wichtig bei Harndrang
🟡 3. Allgemeine Maßnahmen
regelmäßige Toilettengänge (Toilettentraining)
Trinkverhalten anpassen (nicht zu wenig!) 💧
Beckenbodentraining
Mobilisation fördern 🚶♀️
individuelle Unterstützung anbieten
🟡 4. Anleitung der Patient*innen
über Kontinenz sprechen (ohne Scham!)
erklären, warum Maßnahmen wichtig sind
zur Selbstständigkeit motivieren
feste Gewohnheiten aufbauen
kennt und beschreibt die unterschiedlichen Formen der Harninkontinenz (Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz, Mischinkontinenz, Überlaufinkontinenz)
Belastungsinkontinenz: bei Husten/Niesen
Dranginkontinenz: starker Harndrang
Mischinkontinenz: Kombination
Überlaufinkontinenz: Blase läuft über
Funktionelle Inkontinenz: Patient erreicht Toilette nicht
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