Elemente der Biochemie
Grundelemente (96% H, C, N, O)
Mengenelemente (3% Na, Mg, K, Ca, P, S, Cl)
Spurenelemente (0,01% B, F, Fe, Br, I, Zn, Cu…)
Urey-Miller-Versuch
abiotische Synthese einfacher org. Moleküle aus anorganischen (bspw. Wasser, Stcikstoff, Kohlenstoffdioxid, Methan)
Mangelerscheinung durch Spurenelemente - Eisen
Hämoglobin ist Sauerstofftransportprotein im Körper
beeinhaltet 4 Eisenkationen (Fe 2+)
etwa 200 Milliarden rote Blutkörperchen mit Hämoglobin gefüllt
Eisen wird aus gealterten Zellen wiederverwendet
Eisen essentiell, sonst Blutarmut/Anämie
Substitution an Kohlenstoff-Wasserstoff-Verbindungen
häufig N oder O
führt zu reaktiveren Molekülen
Elektronegativität bestimmt Polarität (oben rechts am stärksten)
Konstitutionsisomere/Strukturisomere
Konnektivität unterschiedlich
gleiche Summenformel
Stereoisomere
gleiche Konnektivität
unterschiedliche räumliche Ausrichtung
Bsp.: cis-trans-Isomerie (Ausrichtung der Alkylgruppen um eine Doppel- oder Dreifachbindung -> beide nach oben/ unten oder eins hoch eins runter)
Chiralität
C als chirales Zentrum (vier unterschiedliche Liganden)
Bild und Spiegelbild
Enantiomere
durch Drehung nicht ineinander überführbar
Biomolekülklassen
Nukleinsäuren
Kohlenhydrate
Lipide
Proteine
Aminosäuren allg.
besitzen Carboxyl-, Aminogruppe und H
unterscheiden sich in Seitenkette (sind chiral bis auf Glycin)
durch Kondensation entstehen Peptide (verbunden mit Peptidbindungen)
ab ca. 100 Aminosäuren spricht man von Proteinen
Biosynthese vom N- zu C-Terminus und Schreibrichtung
sehr viele Klassen
meist amphiphil
gesättigte und ungesättigte fettsäuren sind Bestandteile von Membranen
hydrophober Effekt im Wasser: lagern sich zusammen, hydrophober Kern und außen hydrophil -> semipermeabele Membran
ab C=3 Namen: Triosen, Tetrosen, Pentosen, Hexosen -> Polysaccharide
Hexosen und Pentosen dominieren
Gleichgewicht zwischen linearer und ringförmiger Anordnung
ringförmig stabiler
Purinbasen (Adenin, Guanin)
Pyrimidinbasen (Cytosin, Thymin, Uracil)
Nukleosid: Nukleinbase + Zucker
Nukleotid: Nukleinbasen + Zucker + Phosphat
Nukleinsäuren: Polymere der Nukleotide -> Ribonukleinsäure (RNA) und Desoxyribunukleinsäure (DNA)
immer 5’ -> 3’ -Ende
nichtkovalente Wechselwirkungen
Grundlage für Proteinstrukturen, Zusammenlagerung von Lipiden, DNA-Doppelhelix
elektrostatisch (Anziehung unterschiedlicher Ladungen)
anziehene WW -> neg. Vorzeichen
Salzbrücken
Anziehungskraft wird durch das Coulomb‘sche Gesetzt definiert
Kraft ist proportional zum Produkt der beiden Ladungen (d.h. sie ist größer bei größerer Ladung) und antiproportional zum Radius (d.h. sie ist größer bei kleinerem Radius)
Wasserstoffbrücken
Mischung kovalenter und nicht kovalenter Bindung
Wasserstoffdonor: elektronegatives Element und Wasserstoff mit positiver Partialladung
Wasserstoffakzeptor: Atom mit freien Elektronenpaaren
linear stärker als gewinkelt
Van der Waals Kräfte
London-Kräfte: induzierte Dipole (Kontaktfläche)
-> große Summe der schwachen Kräfte
Dipol-Dipol-Kräfte: permanent
Kontaktdistanz
pi-pi- und Kationen-pi-WW
pi-Elektronensysteme über- und unterhalb von Ring stoßen sich ab
Anziehung nur wenn Ringe versetzt
Anziehung mit Kationen
Metall-Komplexierung
Zentralatom oder -ion
Liganden drumherum
koordinative Bindungen, Lücken in Elektronenkonfiguration
-> Hämoglobin & Chlorophyll
Zusammenlagerung durch Komplementarität
Basen in DNA
3 oder 2 H-Brücken-Bildung
spezifisch
Wasser als Medium (Hydrophober Effekt)
Dipole, die H-Brücken bilden
flüssig: 1/4 der Brücken gelöst
Eis: 100%gebildet
um unpolare Moleküle sortieren sich Wassermoleküle -> Entrophie sinkt
2. HS TD: unpolare Moleküle lagern sich zusammen ´, Oberfläche kleiner -> Entrophie steigt
Puffer
schwache Säure/Base mit konjugiertem
allmähliche Änderung des pH-Werts
Blut: 7,4 +- 0,03
minimale Schwankungen: Azidose (<7,37), Alkalose (>7,43)
Drei Domänen des Lebens
Bakterien
Einzeller ohne Zellkern
ganz unterschiedlich
Endosymbiontentheorie
Eukaryoten durch Aufnahme eines Prokaryoten entstanden
Archaeen
Hohe Salzkonzentrationen
Niedriger Sauerstoffanteil
Hohe Temperaturen
Hohe Drücke
ringförmige DNA
ATP
ADP durch Phosphorylierung “aufladen” -> ATP (Energie steckt in Phosphordiesterverbindung)
Energie durch Hydrolyse freigeben (stark exergon)
ATP -> ADP + P
α-Aminosäuren
Aminogruppe, Carboxylgruppe, Wasserstoff gleich
Unterschied immer nur in Seitenkette
fast nur L-Proteine (L fast immer in S-Konfiguration)
20 proteinogene Aminosäuren
sind Zwitterionen und Ampholyte
unpolare Aminosäuren
aliphatische Rest: Glycin, Alanin, Valin, Leucin, Isoleucin, Mathionin, Prolin
aromatische Reste: Phenylalanin, Tyrosin, Tryptophan
UV-Absorptionsspektren aromatischer Aminosäuren (Tyr, Trp und Phe)
polare Aminosäuren
Alkohole: Serin, Threonin
Thiole: Cystein
Carboxyamide: Asparagin, Glutamin
Cysteine bilden unter Oxidation Disulfidbrücke
geladene Aminosäuren
saure Reste: Asparaginsäure, Glutaminsäure
basische Reste: Lysin, Arginin, Histidin
Histidin kann bei neutralem pH-Wert Protonen aufnehmen/abgeben
Modifizierung der Aminosäuren
Serin & Threonin: Phosphorylierung, Glykosylierung
Tyrosin: Phosphorylierung
Lysin: Methylierung, Acetylierung, Ubiquitinierung
Cystein: Disulfid, Lipidierung
Aspargin: Gykolisierung
Arginin: Methylierung
essentielle und nicht essentielle Aminosäuren
essentielle müssen mit Nahrung aufgenommen werden
Körper produzeirt sie nicht eigenständig, weil zu viele Sytheseschritte, zu energieaufwendig
Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin
nicht essentielle werden selbst prudziert: 1-3 Sytheseschritte (außer Arginin 10)
Alanin, Arginin, Asparagin, Aspartat, Cystein, Glutamat, Glutamin, Glycin, Prolin, Serin, Tyrosin
Aminosäure-Code
nicht-proteinogene Aminosäuren + Funktionen
beta-Alanin: Coenzym A
D-Alanin: bakt. Zellwand
gamma-Aminobuttersäure (GABA): Neurotransmitter
L-Homoserin: Argininsythese
Citrullin: Harnstoffzyklus
Ninhydrin-Nachweis von Aminosäuren
Nachweis von Ammoniak und primären Aminen → Aminosäuren
Reaktion mit Aminogruppe der Aminosäure, es bildet sich eine Schiff‘sche Base, durch Abspaltung von CO2 und dem Aminosäurerest bildet sich Amino-Ninhydrin, welches mit einem zweiten Molekül zu Ruhemans-Violet dimerisiert
-> Kriminalistik: Fingerabdrücke
Entstehung Peptide
Kondensation von Aminosäuren
2 Aminosäuren -> Dipeptid, Tripeptid, …, Oligopeptid
ab ca. 100 Aminosäuren spricht man von Protein
Proteinmasse in Dalten (1 Da = 1 g/mol)
Rückgrat von Proteinen
Sich wiederholende Einheiten bilden das Rückgrat, variable Seitenketten (R)
Rückgrat bildet H-Brücken (NH-Gruppe → Donor, CO-Gruppe → Akzeptor)
Drehung um C-alpha ist möglich: trans-Konfiguration bevorzugt, weil bei cis größere Abstoßung/sterische Hinderung
außer bei Prolin, da ist es egal
Leserichtung Proteine
-> N-Terminus (aminoterminaler Rest) -> C-Terminus (carboxylterminaler Rest)
physiologische Funktionen von Peptiden
Peptidhormone: chemische Signalstoffe, die von Hormondrüsen ausgeschüttet werden und über das Blut transportiert werden
Neuropeptide: Botenstoffe im Nervensystem (Neurotransmitter, Neurohormone)
Antimikrobielle Peptide: antimikrobielle Wirkung, d.h. Abwehr gegen Mikroorganismen
Peptid-Antibiotika: ähnlich antimikrobielle Peptide
Peptid-Arzneistoffe: ringförmige Peptide (Antibiotika)
Toxine: z.B. von Schlangen, Kegelschnecken oder Amphibien
Hormon Insulin
Aminosäuresequenz 1953 ermittelt
genau Abfolge von Aminosäuren (Primärstruktur; keine Raumstruktur, nur Reihenfolge)
Nur L-Aminosäuren, die über alpha-Aminogruppen und alpha-Carboxygruppen verknüpft sind
Verknüpfung der zwei Ketten und Stabilisierung durch Disulfidbrücke
vom Vorläuferprotein zum Hormon
Präprohormon (besitzt ER-Signalpeptid)
-> Spaltung der Signalpeptides (ER)
Prohormon (inaktiv)
-> Freisetzung des Hormons meist durch protolytische Spaltung
Hormon
Antimikrobielle Peptide zur Abwehr gegen Mikroorganismen
viele Spezies & Strukturen
amphiphil -> Interaktionen mit Membranen
zB.: lagern sich in Membran ein, lagern sich zusammen und bilden so Kanal durch Membran
macht Mikroorganismus mit dieser Membran angreifbar
Peptid-Antibiotika
Antibiotikum: von Pilzen oder Bakterien gebildetes niedermolekulares Stoffwechselprodukt, was Wachstum anderer Organismen hemmt/abtötet
schwer Abbaubar durch: Häufig zyklisch, ungewöhnliche Bindungen, D-Aminosäuren oder nichtproteinogene Aminosäuren (also generell keine körpereigenen), häufig amphiphil (bilden Poren in Membranen -> Zelltod)
Peptid-Arzneistoff
Natürlich vorkommende Substanzen (z.B. Hormone, Neurotransmitter, Rezeptorliganden)
Synthetische Peptide (oder modifizierte Peptide)
können linear oder zyklisch sei
zyklisch: stabiler -> schwerer und langsamer abbaubar -> längere Wirkung
Toxine
Häufig Cys-reich
Häufig modifizierte Aminosäuren (schwer abbaubar)
Inhibieren z.B. Rezeptoren (Neurotoxine)
Häufig „starre“ Moleküle
Wie werden Peptide synthetisiert?
Biosynthese •
durch Ribosomen (ribosomale Peptidsynthese), analog Proteinbiosynthese
oder durch Enzyme (nicht-ribosomal), in Bakterien und Pilzen (selten)
chemische Peptidsynthese
durch Verknüpfen einzelner Aminosäuren
Anwedung sythehischer Peptide
Forschungszwecke (Struktur, Bindungsmotive usw.)
Herstellung von Antikörpern (für die Forschung oder auch als Impfstoffe)
Herstellung von Medikamente
Festphasenpeptidsynthese nach Merrifield
richtige Reihefolge wichtig und ohne Nebenreaktion der Seitenketten
Aufbau synthetischer Peptide vom C- zum N-Terminus (Natur: andersrum) unter Verwendung spaltbarer Schutzgruppen
Synthese erfolgt an einem polymeren Träger → Entfernen von Nebenprodukten
auch Seitenketten müssen geschützt sein, reagieren sonst auch bei Lys, Arg, His, Glu, Asp, Ser, Thr, Tyr, Cys
N-terminale Schutzgruppe und Seitenkettenschutzgruppen müssen orthogonal „entschützbar“ sein (wenn Synthese abgeschlossen, dann erst entschützen)
Festphasenpeptidsynthese – Vor- und Nachteile
Vorteile:
Schneller und weniger Nebenprodukte als in flüssiger Phase
Hohe Reinheit und Ausbeute
Leichte Abtrennung der Reagenzien
Automatisierbar
Produktmenge (Milligramm- bis Gramm maßstab)
Nachteile:
•Kupplung und „Entschützungen“ nicht immer vollständig
Nebenprodukte möglich (müssen abgetrennt werden)
Teilweise harsche Bedingungen (Abtrennen vom Harz durch Flusssäure)
Chromatographie (Peptidanalytik)
Probenmoleküle in der mobilen Phase wechselwirken mit der stationären Phase
Trennung aufgrund der Stärke der Wechselwirkung
Normalphasenchromatographie
staionäre Phase häufig Silica
unpolares Lösungsmittel entsprechend der Hydrophilie
Umkehrphasenchromatographie
bevorzugt bei Trennung Peptiden
Unpolare stationäre Phase → häufig C18 Materialien
polares Lösungsmittel
Sequenzierung von Peptiden: Edman-Abbau
-> Abfolge von Proteinen bestimmen
Zyklischer Prozess in 3 Schritten:
1. Kupplung
2. Spaltung
3. Konvertierung
Identifizierung einer Aminosäuren (pro Zyklus) mittels UV-Absorption und Chromatographie
Edman-Abbau – Vor- und Nachteile
Vorteile: •
Erste zuverlässige Sequenzierungsmethode
Sequenz von 30-60 Aminosäuren
Kaum Nebenprodukte
Automatisierung (Sequenator)
Relativ zeitaufwendig, mehrere Reaktionsschritte
Nur 30-60 Aminosäure
Nicht alle Aminosäuren gut nachweisbar/ quantifizierbar
Nebenprodukte schlecht abtrennbar
Kontaminationen (Detergenzien, Salze, Aminosäuren)
Repetitive Ausbeute (pro Schritt summieren sich Nebenprudukte)
Massenspektrometrie zur Identifizierung von Peptiden
Fragmentierung an Peptidbindungen (hier: von links nach rechts)
jeweils genau einmal fragmentiert per Zufall
Ionenmischung entsteht mit Ladung auf C-Terminaler Stelle
Massenunterschiede der Fragmente können im Massenspektrum abgelesen werden
Resonanzformen der Peptidbindung
Peptidbindung (C-N) oszilliert zwischen Einfach- und Doppelbindung
Doppelbindungscharakter → Rotation um die Peptidbindung wird verhindert
Peptidbindung ist planar
Rotation innerhalb eines Polypeptids
Wodurch werden Sekundärstrukturen ausgebildet?
H-Brücken zwischen Peptid-NH und -C=O-Gruppe
Möglichkeiten eingeschränkt durch Starrheit der Peptidbindung und möglichen Winkel von Phi und Psi
Struktur Alpha-Helix
Stabförmig (fast alle rechtsgängig)
Rückgrat innen
Aminosäureketten außen (können zu Polarität über Loch in der Mitte führen)
Wasserstoffbrückenbindung zwischen C=O der Aminosäure i und NH der Aminosäure i+4 desselben Stranges
Alpha-, 310-Helix und pi-Helix
tabelle
Beta-Faltblatt Struktur
Aminosäuren abwechselnd oberhalb/unterhalb des Rückgrats
Wasserstoffbrückenbindung zwischen Peptid-NH und -C=O benachbarter Stränge
„flächige“ Strukturen (durch Interaktionen mehrerer Stränge)
2 - 22 Stränge in Proteinen; pro Strang bis zu 15 Aminosäuren
Beta-Stränge häufig als Pfeil dargestellt
Wie lagern sich Beta-Faltblätter zusammen?
Parallel:
C über C Terminus
Wasserstoffbrückenbindung zwischen NH- und C=O Gruppen von Aminosäuren, die nicht übereinander liegen
Anitaparallel
C über N Terminus
Wasserstoffbrückenbindung NH- und C=O-Gruppen von Aminosäuren, die übereinander liegen
-> Mischen sich und verdrehen sich
Beta-Schleifen/Kehren
Wasserstoffbrückenbindung zwischen C=O und NH-Gruppen der ersten und vierten Aminosäure
Häufig Richtungswechsel in antiparallelen -Faltblatt-Strukturen
Typ II erfordert Gly in Position 3 (Drehung der Peptidbindung um 180°)
Omega-Schleife
Weniger definierte Struktur, dennoch starr
Häufig an Oberflächen von Proteinen
Häufig in parallelen Beta-Faltblatt-Strukturen
Wechselwirkungen mit anderen Proteinen / Moleküle
Destabilisierende Aminosäuren in Sekundärstruktur
Alpha:
Val, Thr, Ile: sterisch hinderlich
Ser, Asn: Können H-Brücken bilden, sollen aber nicht
Prolin in Alpa und Beta: Bruch/Knick (N im Ring -> kann keine H-Brücke bilden)
CD-Spektroskopie zur Analyse von Sekundärstrukturen
Alpha-Helices und Beta-Faltblatt-Strukturen sind chiral und optisch aktiv
Unterschiedliche Absorption der chiralen Zentren von links- und rechts-zirkular polarisiertem Licht → elliptisch polarisiertes Licht (Eliptizität wird gemessen)
unspezifisch: kann Anteil bestimmter Sekundärsturturen bestimmen
schnell/leicht (viel Protein benötigt)
nur bei L-Aminosäuren
Supersekundärstrukturen
Zusammenlagerung von paar Sek.Strukturen, aber noch keinevollständige Tertiärsturktur
bild
Vorkommen:
a: DNA-bindenden Proteinen (Calmodulin bindet Ca2+ über 4 EF-Hände)
c: 2 rechtsgängige Alpha-Helices -> Linksgängige Superhelix (Intermediärfilamente, Muskelproteine) häufig Gly, Pro, Hyp
Domänen von Proteinen
Große Proteine falten sich häufig in mehrere kompakten Bereiche (= Domänen)
~ 30-400 Aminosäuren
strukturell unabhängig, können aber in engem Kontakt stehen (Verbindung über Polypeptidsegmente)
oft spez. Funktionen
Sturktur Myoglobin
wenn O gebunden: Oxymyoglobin; ohne: Desoymyoglobin
Häm-Gruppe gebunden
Alpha Helices, globuläre Struktur
Quartärstuktur
Komplexe aus mehreren Proteinen
Aufbau Häm-Gruppe
4 Pyrrolringe über Methinbrücken verbunden → Tetrapyrrolring
Eisen im Zentrum mit zwei Koordinationsstellen über- und unterhalb
ergibt Farbe Blut
Bindung von Sauerstoff an die Häm-Gruppe
an Fe 2+ ( e- Übertrag auf O2, welches als Superanoxid gebunden ist)
Gefahr von reaktivem Sauerstoff
Distales His bildet Wasserstoffbrücke → Freisetzung des Superoxids oder CO wird verhindert
Fe 3+ mit e- mehr und dafür O nd gebunden ist zu groß -> liegt außerhalb der Porphyrin-Ebene
Sauerstoffbindungseigenschaften von Myglobin und Hämoglobin
nahezu gleiche Struktur
Hämoglobin → rote Blutkörperchen → Transport von Sauerstoff → 90 % Effizienz
O-Bindung schwächer
4 Bindungsstellen
Bind. von O an einer Stelle, macht Bind. an deren 3 Stellen wahrscheinlicher -> kooperativ (begünstigt vollst. Abgabe von O)
hoher O-Partialdruck: gesättigt
Druck im Gewebe: gibt 21% bei Ruhe (Anstrengung: 45%)
Myoglobin → Muskelzellen → Speicherung von Sauerstoff → 7 % Effizienz
hohe Affinität für O (nd kooperativ)
eine Bindungsstelle
Druck im Gewebe: gibt nur 7% O ab
Kooperative Bindung von Sauerstoff am Hämoglobin
Änderung der Quartärstruktur:
Relaxed-Form → Sauerstoffbindestellen sind frei von Spannung → höhere Affinität zu O2
Tense-Form (ohne O) -> Bindung von O2 → Übergang in die R-Form → Erhöhung der Affinität anderer Bindestelle
Hervorgerufen durch KOnformationsänderung durch
Wirkung 2,3-Bisphosphoglycerat
ändert die Sauerstoffaffinität von Hämoglobin
allosterischer Effektor
2,3-BPG bindet im Zentrum des Tetramers (ist stark anionisch) -> stabilisiert T-Form (mehr O nötig, um O zu binden)
bessere O Abgabe
gleiche Konzentration wie Hämoglobin in Erythrocyten
Bohr-Effekt
Wasserstoffionen und CO2 (allosterische Effektoren) fördern die Freisetzung von O2
Durch niedrigeren pH in z.B. kontrahierenden Muskeln → erhöhte Abgabe von O2 77%
His146-C-Terminus bildet Ionenbrücke zu Lys40, durch Protonierung weitere Salzbrücke zu Asp94
Stabilisierung der T-Form
CO2 <-> CO2 + H2O <-> H2CO3 - +H+
Stabilisierung Proteine
Hydrophobe Seitenketten im Lösung innen -> hydrophober Effekt
Viele Alpha-Helices und Beta-Faltblattstrukturen sind amphiphil
NH- und C=O-Gruppen bilden im Innern Wasserstoffbrücke
Faltung und Entfaltung von Proteinen
Harnstoff entfaltet/denaturiert
Beta-Mercaptoethanol löst Disulfidbrücken
Faltung nicht zufällig, sondern thermodynamisch günstiger
globales Minimum = richtige Struktur (native Struktur)
lokales Minimum = falsch, aber faltet sich erstmal nicht richtig (Faltungshelfer nötig)
Verlauf über Zwischenzustände:
prim., sek., (Molten Globule; viele Sek, aber noch keine Tert) tert.
Tert. stabilisert sek.
Proteindisulfidisomerasen als Faltungshelfer
ordnen Disulfidbrücken neu oder katalysieren Bildung davon
PDI
Peptidyl-Prolyl-cis/trans-Isomerasen
stellen das Gleichgewicht zwischen cis/trans-Konfiguration von Peptidbindungen, an denen Prolin beteiligt ist, ein
Chaperone
binden ungefaltete oder teilweise gefaltete Proteine, um ihre falsche Faltung zu verhindern
holen sie aus lokalem Minima
Durch Binden werden inter- oder intramolekulare Aggregate aufgebrochen, durch Freisetzen kann die Neufaltung stattfinden. Energie wird durch ATP-Hydrolyse gewonnen.
Bei Prokaryoten: Triggerfaktor schützen neues Protein
Hsp70: machen Denaturierung / Aggregation rückgängig
Chaperonine: schließen Proteine ein zum Neufalten (ATP nötig)
Hsp90: letzter Schritt, für Signalweiterleitung
Folgen falsch gefalteter Proteine
Alzheimer-, Parkinson-, Huntington-, Prion-Krankheit (Bildung von Fibrillen aus Kernen -> zerstören Gehirn)
lösliche Form (Kerne) ungefährlich, gefährlich die unlösliche (Fibrillen)
Infektiöse Krankheiten: BSE, Creutzfeld-Jakob-Krankheit, Scrapi
Welche Eigenschaften von Proteinen können zur Reinigung genutzt werden?
Größe
Ladung
Hydrophobizität
Interaktionen
Affinität
Gelfiltration (Größenauschlusschromatographie)
Gelkügelchen mit Matrix
kleine Moleküle passen in Kügelchen und brauchen länger in Matrix
große Moleküle eluieren zuerst (wandern nur um Kügelchen drum herum)
Welche Eigenschaften von Proteinen können zum Nachweis genutzt werden?
Sequenz
Struktur
Chromatographische Trennmethoden für Proteine (und Peptide)
Ionenaustauschchromatographie
geladenes Säulenmaterial
Protein mit geringster Affinität zum Säulenmaterial eluiert zuerst (neg. Säule -> neg. zuerst)
Salzkonzentration wird erhöht, um stärker bindende Proteine zu eluieren
Elektrophoretische Verfahren
Protein wird mit SDS (Natriumdodecylsulfat) denaturiert
also bindet daran und erzeugt Ladung
Ladung proportional zur Masse des Proteins
elektrische Spannung anlegen und Proteine mit weniger SDS wandern langsamer zu Anode
Gelelktrophorese
Proteine angefärbt und in Kammer mit gel gefullt
Spannung anlegen
Kleine Moleküle haben eine höhere Mobilität (Mobilität ist proportional zu 1/r)
Auftrennung nach kDA (Gewicht)
Isoelektrische Fokussierung
Trennung nah pI
Isoelektrischer Punkt (pI): pH-Wert, bei dem die Nettoladung eines Proteins Null ist. Die elektrophoretische Mobilität ist auch Null
pH-Gradient im Gel
Proteine wandern im elekt. Feld bis sie ihren pI erreichen
Enzymgekoppelter Immunnachweis
Antigenbindestelle (Paratop) ist spezifisch für jeden Antikörper
Monoklonale Antikörper erkennen nur ein bestimmtes Antigen
Western-Blotting
Proteine vorher mittels Gelelektrophorese getrennt
dann vom Gel auf Nitrocellulosemembran übertragen
Identifizierung von Proteinen mittels Massenspektrometrie
Proteine durch enzymatische Hydrolyse in Peptide zerlegen
Peptide werden analysiert (fragmentiert und dann berechnet)
Identifizierung der Proteine durch Abgleich der intakten Peptidmassen und Fragmentmassen mit Datenbanken
Proteine unterscheiden sich in ihrer Herkunft
Bakterielle Proteine
Virale Proteine
Pflanzliche Proteine
Tierische Proteine
Proteine unterscheiden sich in ihrer Struktur
Globuläre Proteine (lösliche Proteine)
Fibrilläre Proteine
Integrale Membranproteine (nicht lösliche Proteine
Proteine unterscheiden sich in ihrer Funktion
Strukturproteine
Motorproteine
Transport- und Speicherproteine
Signal- und Regulationsproteine
Verteidigungsproteine
Enzyme
Was sind Enzyme?
biologische Katalysatoren von Stoffwechselprozessen
reduzieren Aktivierungsenergie und stabilisieren die Übergangszustände
bleiben selbst unverändert
Enzyme binden Cofaktoren und Substrate
Enzyme sind Proteine
erhöhen Umsatz einer Reaktion: (kat): Enzymmenge, die den Umsatz um 1 mol ∙ s-1 erhöht
binden substratspezifisch durch strukturelle Komplementarität -> stereospezifisch
chiral im aktiven Zentrum
Wann laufen Reaktionen ab?
Wenn das Endprodukt energetisch tiefer liegt als das Ausgangsprodukt
Wenn die Entropie zunimmt
Wenn die Aktivierungsenergie überwunden wird
Delta G neg.
aktive Zentrum vom Enzym
Das aktive Zentrum wird von mehreren Aminosäureresten gebildet (Diese liegen in der Sequenz nicht unbedingt nebeneinander!)
für Wasser unzugänglich
Enzyme sind flexibel. Das aktive Zentrum verändert sich durch Substratbindung (induced fit)
Enzyme binden Cofaktoren
können versch. Reaktionen katalysieren, aber nd gut Redox
dafür Cofaktoren benötigt (müssen regeneriert werden)
bspw.: NAD+/NADH+H+
NAD+ ist Oxidationsmittel
NADH wird gebildet und dissoziiert vom Enzym
in einer unabh. Reaktion oxidiert (regeneriert)
Apoenzym + Cofaktor → Holoenzym
6 + 1 Hauptklassen der Enzyme
Oxidoreduktasen
Transferasen
Hyrolasen
Isomerasen
Lyasen
Ligasen
Translokasen (+1 relativ neu)
Mechanismen der Enzym Reaktionen
1. Säure-Base-Katalyse
2. Kovalente Katalyse
3. Metallionenkatalyse
4. Nachbargruppen- und Orientierungseffekte
5. Stabilisierung des Übergangszustandskomplexes
Säure-Base-Katalyse
Katalytische Aktivität der Enzyme ist abhängig vom pH-Wert
Asp, Glu, His, Cys, Tyr, Lys haben pK-Werte im physiologischen Bereich → sie sind gute Säure- und Basekatalysatoren
Kovalente Katalyse
1. Nucleophile Reaktion zwischen Katalysator und Substrat
2. Entfernung der Elektronen durch den nun elektrophilen Katalysator. 3. Eliminierung des Katalysators
hohe Nucleophilie und gute Abgangsgruppe (d.h. negativ geladen oder freie Elektronenpaare)
Nucleophile: Hydroxygruppe, Thiolgruppe, Aminogruppe, Imidazolgruppe
Elektrophile: Protonen, Metallionen, Carbonyl-C-Atom, Kationisches Imin (Schiff’sche Base)
Metallionenkatalyse
Metallionen neutralisiere neg. Lad.
3 mögliche katalytische Prozesse:
1. Bindung an Substrate (Konformation)
2. Reduktions-Oxidations-Reaktionen
3. Stabilisierung oder Abschirmen von negativen Ladunge
Katalyse durch Nachbargruppen- und Orientierungseffekte
Reaktanden in richtige räumliche Anordnung gebracht
1. Enzyme bringen Substrat und katalytische Gruppen in Kontakt
2. Bindung der Substrate in der richtigen Ausrichtung
3. Geladene Gruppen stabilisieren den Übergangszustand (elektrostatische Katalyse)
4. Translation und Rotation der Substrate/katalytischen Gruppen ist eingeschränkt
Katalyse durch Stabilisierung des Übergangszustandskomplexes
Enzym bindet den Übergangszustand der katalytischen Reaktion mit höherer Affinität als die Substrate oder Produkte
aktive Zentrum bindet bevorzugt den Übergangszustand, Substrate werden „hineingezwängt“
Gute „Passung“ sorgt für hohe Reaktionsgeschwindigkeiten → Reaktionsgeschwindigkeit und Affinität des Substrats im Grundzustand korrelieren nicht notwendigerweise
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