Auswirkungen von Hochwasser
• Überschwemmungen
• Verklausungen
• Treibgutanprall
• Feststofftransport
• Hochwasserschäden an Gebäuden
Überschwemmungen
Überschwemmung oder Überflutung ist
eine vorübergehende Bedeckung einer Landfläche
mit Wasser
Während Hochwasser = das Gerinne zu klein und Wasser tritt über die Ufer
Verklausungen an Brücken und Engstellen, temporär zurückstauen -> können Überschwemmungen nach sich ziehen.
Vom Wasser mitgeführte Feststoffe werden
unter Umständen auf der überfluteten Fläche
abgelagert
Es gibt zwei Arten von Überschwemmungen,
Im Wesentlichen lassen sich zwei charakteristische Formen von
Überschwemmungen unterscheiden, die auch abwechselnd auftreten können:
• Dynamische Überschwemmungen hohe Fließgeschwindigkeiten
• Statische Überschwemmungen geringe Fließgeschwindigkeiten
Dynamische Überschwemmungen:
Geneigtes Gelände (z.B. entlang Wildbächen und Gebirgsflüssen): hohe
Fließgeschwindigkeiten
• Große Fließenergie transportiert Schutt und Geröll Ablagerung außerhalb des
Flussbettes
• Dauer der dynamischen Überschwemmung nur wenige Stunden (Wasser fließt
durch Geländeneigung schnell wieder ab)
• Schäden bei dynamischen Überschwemmungen durch starke Strömungen und
Erosion
Statische Überschwemmung:
• Flaches Gelände: langsamer Anstieg des Wasserspiegels
• Fortschreitende Ausuferung möglich
• Wasser bewegt sich langsam im ebenen Gelände
• Schäden bei statischen Überschwemmungen durch Wassertiefe im
Überflutungsbereich (z.B. Mauerwerke oft durch Durchfeuchtung
beschädigt)
Verklausungen
Mitgerissene Bäume und Äste (Schwemmholz) bleiben an künstlichen (z.B.
Brückenpfeiler, Wasserbauwerke, Durchlässe, Überbauungen) oder natürlichen
Engstellen hängen
• Hindernisbildung aus Treibgut Kein ungehinderten Abflusses mehr möglich
(so können
• Rückstau, wenn verbleibender Abflussquerschnitt nicht ausreicht, um
Hochwasser abzuführen Überströmung von seitlichen Dämmen oder Deichen
möglich Überschwemmungen, die ohne Verklausung nicht aufgetreten wären
• Wildbäche: Manchmal vollständiger Verschluss des Abflussquerschnitt
Wo können Verklausungen auftreten ?
Was könnte gegen Verklausungen helfen ?
Brücken und Engstellen
Lösungsansätze (einzeln oder in Kombination anwendbar):
• Reduzierung des Schwemmholzaufkommens durch
Bewirtschaftungsmaßnahmen im Einzugsgebiet
• Schwemmholzrückhalt durch bauliche Einrichtungen im Fließgewässer oberhalb
der gefährdeten Bereiche
• Treibholzfänge (Rechenkonstruktionen)
• Treibholznetze
• Verbesserung der Durchgängigkeit an den verklausungsgefährdeten Engstellen
• Vergrößerung des Querschnitts
• Leiteinrichtungen
• Geplanter Maschineneinsatz im Hochwasserfall
Treibgutanprall
• Treibgut wirkt nicht nur als Ursache von Verklausungen, sondern auch als
eigenständiger Mechanismus der Schadensentstehung
• Mitgeführte Baumstämme, Äste und andere große Objekte können Bauwerke
direkt mechanisch belasten
• Anprall an Fassaden, Pfeilern, Mauern oder Brücken kann zu lokalen Schäden,
Instabilitäten und im Extremfall zu strukturellem Versagen führen
Feststofftransport
• Hochwasser ist gekennzeichnet durch große Wassermassen und hohe
Fließgeschwindigkeiten, die Menschen und Materialien mitreißen und
Bauwerke zerstören können. Ufer- und Tiefenerosion untergraben
Fundamente und das mitgeschleppte Material kann Kulturland und Bauten
beschädigen. Das Erscheinungsbild von Hochwasser variiert je nach Gelände
und Flusscharakter.
• Situationen, in denen Feststofftransport auftritt werden unterschieden in:
Übersarung
Sohlenauflandung
Murgang
Ufererosion
Sohlenerosion
• Übersarung:
Übersarung: Ablagerung von Wildbachschutt und Murgangmaterial außerhalb
des Gerinnes
• Nur bei dynamischen Überschwemmungen
• Enthalten häufig sehr grobe Stein- und Geröllkomponenten
• Sohlenauflandung:
Geschiebe wird innerhalb eines Gerinne Abschnittes nicht
mehr weitertransportiert (Transportvermögen nicht ausreichen)
• Akkumulation bzw. Auflandung der Gerinnesohle
• Murgang bzw. Mure:
• Murgang bzw. Mure: breiartiges, oft schnell fließendes Gemenge aus Wasser
und Feststoffen (Sand, Kies, Steine, Blöcke, Holz) mit einem hohen
Feststoffanteil von bis zu 60 %
• Im Gebirgsraum, wenn Lockermaterial durch erosionsanfälligen Untergrund verfügbar
• Gefälle von mindestens 25 bis 30 % erforderlich
• fließt, meist in mehreren Schüben, mit hoher Geschwindigkeit von 40 bis 60 km/h im
Gerinne zu Tal
• Hohes Erosionsvermögen, kann Geröllmassen, aber auch Baumstämme und Autos
umlagern
• Kann zu erheblichen Sohleintiefung und Destabilisierung der Uferböschung führen
• Ufererosion:
Ufererosion: Abtrag von Festgestein und Lockermaterial an Uferböschungen
durch die Schleppkraft des fließenden Wassers
• Führt zu Uferrutschungen und Gerinnebettverlagerungen
• Sohlenerosion bzw. Tiefenerosion (Einschneiden in den Untergrund):
Sohlenerosion bzw. Tiefenerosion (Einschneiden in den Untergrund):
abhängig von:
• Wasserführung
• Sohlenzustand
• geologischen Untergrund
• Gefälle
• Gerinnegeometrie
• Menge und der Zusammensetzung des Feststoffeintrages (aus
Gerinneabschnitten oberhalb und Böschungen)
• Veränderung des Gerinnelaufs
Veränderung des Gerinnelaufs während großer Hochwasser bedrohen
Bauwerke am Gewässer (z. B. Brücken und Stege)
• Infolge von einstürzenden Uferböschungen und Unterspülungen können
Gebäude und Verkehrswege auch oberhalb des höchsten Wasserstandes
bedroht sein
Hochwasserschäden an Gebäuden
• Überflutungsereignisse führen zu vielfältigen Schäden an Gebäuden. Die
Schäden lassen sich in drei Schadenstypen einordnen:
• Feuchte- und Wasserschäden
• Statisch relevante Schäden
• Kontamination infolge von Schadstoffeinträgen
Feuchte- und Wasserschäden
Wassereintrittsmöglichkeiten in Gebäude (BMVBW, 2003)
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