Was beeinflusst pädagogisches Handeln grundsätzlich?
Zusammenspiel von
proximalen Einflüssen
distalen Einflüssen
individuellen Faktoren (Affekte, Kognitionen)
Was sind proximale Einflüsse?
Situationsnahe, unmittelbare Einflüsse auf das Verhalten(z. B. Klassensituation, Zeitdruck, Unterrichtskontext)
Klassenkomposition
Unterrichtsmaterial
konkrete Situation im Unterricht
Was sind distale Einflüsse?
Übergeordnete, langfristige Einflüsse(z. B. Kultur, Sozialisation, Zeitgeist)
kulturelle Werte
gesellschaftliche Normen
politische/soziale Rahmenbedingungen
Unterschied proximale vs. distale Einflüsse?
proximal = direkt & situativ
distal = indirekt & langfristig
Welche Ebenen beeinflussen pädagogisches Handeln?
Gesellschaft
Institutionen (Schule etc.)
Interaktionen (z. B. Lehrer-Schüler)
Individuum
Was besagt die „Bedeutsamkeit der Situation“?
Verhalten wird stark durch die konkrete Situation bestimmt
Was bedeutet „Interpretation (construal)“?
Wie eine Situation gedeutet wird, beeinflusst das Verhalten
Unterschied automatische vs. kontrollierte Verarbeitung?
automatisch = schnell, unbewusst
kontrolliert = bewusst, reflektiert
Worum ging es in der Studie von Darley & Batson (1973)?
Einfluss von Zeitdruck auf Hilfsverhalten
Menschen in Eile helfen weniger
Zeitdruck reduzierte Hilfsverhalten deutlich
Situation beeinflusst Verhalten stärker als Persönlichkeit
Was ist der fundamentale Attributionsfehler?
Tendenz, Verhalten anderer auf Persönlichkeit zurückzuführenund Situation zu unterschätzen
„Schüler ist faul“ statt „Schüler hat gerade Probleme / Stress“
Was ist der Akteur-Beobachter-Fehler?
Warum ensteht dieser Fehler?
Akteur → Situation verantwortlich
Beobachter → Person verantwortlich
Unterschiedliche Perspektiven (Selbst vs. Andere)
Warum sind proximale Einflüsse im Unterricht besonders wichtig?
Weil sie direkt Verhalten steuern (z. B. Zeitdruck, Situation)
Wie kann man Attributionsfehler im Unterricht vermeiden?
Situation stärker berücksichtigen
Verhalten nicht vorschnell bewerten
Was ist die zentrale Erkenntnis von Karpicke & Blunt (2011)?
Abruf (Retrieval Practice) ist effektiver als reines Wiederholen oder Mindmaps
einmal lernen
mehrfach lernen
Mindmaps
Abrufübungen (Retrieval Practice)
Was ist eine „Illusion of competence“?
Gefühl, etwas zu können, obwohl man es nicht wirklich abrufen kann
Was bedeutet „Deutung (Interpretation)“ im pädagogischen Kontext?
Situationen werden subjektiv interpretiert, nicht objektiv wahrgenommen
Ist entscheidens, weil sie bestimmt wie wir handeln
Beispiele für Stereotype beziehen sich auf?
Geschlecht, Herkunft, Alter, Religion etc.
Auf welchen zwei Dimensionen basieren Stereotype?
Wärme und Kompetenz
hohe Wärme + hohe Kompetenz = Bewunderung -> Förderung
hohe Wärme + niedrige Kompetenz = Mitleid -> paternalistische Hilfe
niedrige Wärme + hohe Kompetenz = Neid -> ambivalentes Verhalten
niedrige Wärme + niedrige Kompetenz = Verachtung -> Diskriminierung
Was bedeutet „Salienz sozialer Kategorien“?
Bestimmte Gruppenmerkmale werden besonders sichtbar/bedeutsam
Was ist numerische Distinktheit?
Minderheiten fallen stärker auf
Was ist „Priming“?
Aktivierung durch Kontext (z. B. Unterrichtsmaterial)
Wie können Lehrpersonen Salienz erhöhen?
durch Kategorisierung (z. B. „Mädchen vs. Jungen“)
Welche zwei Systeme unterscheidet Kahneman?
System 1 & System 2
1
schnell
automatisch
unbewusst
emotional
spontanes Reagieren, Intuition
2
langsam
bewusst
anstrengend
kontrolliert
Problemlösen, Nachdenken, Analysieren
System 1 liefert Vorschläge, System 2 prüft
System 2 wird bei schwierigen oder wiedersprüchlichen Situationen aktiv
System 1 ist anfällig für Bias/Denkfehler
Warum ist automatische Verarbeitung im Unterricht problematisch?
führt zu schnellen, oft verzerrten Urteilen (z. B. Stereotype)
Warum ist kontrollierte Verarbeitung wichtig?
ermöglicht reflektiertes, faires Handeln
Last changed13 days ago