Cushing-Triade
Kardiovaskulärer Reflex infolge eines erhöhten intrakraniellen Drucks -> Cushing-Reflex
Cushing-Triade:
Bradykardie
systolischer Blutdruckanstieg
Atemdepression
Dekortikationshaltung
Bei Zwischenhirnsyndrom
Beuge- und Strecksynergismen mit
Beugung der Arme und
Streckung der Beine
Dezerebrtionsstarre
Mittelhirnsyndrom
Arme und Beine gestreckt, da Hemmung für Flexoren und Aktvierung von Flexoren der OE geschädigt
Finger gebeugt
Lebhafte Muskeleigenreflexe
Pathologische Reflexe
Schädigungsort zwischen Nukleus Ruber (Hemmung der Aktivierung der Flexoren) und Nukleus Vestibularis (vierhügelplatte)
SAB-Einteilung nach….
Hunt und Hess
hoher Grad -> schlechteres Outcome und höhere Letalität
Grad
Klinik
1
Asymptomatisch oder leichter Kopfschmerz und/oder leichter Meningismus
2
Mäßige bis starke Kopfschmerzen, Meningismus, möglich: Hirnnervenausfälle
3
Somnolenz und/oder Verwirrtheit und/oder leichte fokal-neurologische Ausfälle
4
Sopor, mäßige bis schwere fokal-neurologische Ausfälle, vegetative Störungen
5
Koma, Zeichen der Einklemmung
Terson-Syndrom
Glaskörperblutung infolge einer SAB (venöse Stase bei erhöhtem ICP)
Test auf Meningitis
Reflektorische Nackensteifigkeit:
passives Vorbeugen des Kopfes beim auf dem Rückenliegenden Patienten -> Dehnung der entzündlich gereizten Meningen bzw. Nervenwurzeln -> Schmerzen und spürbarer Widerstand gegen die weitere Beugung. Bei schwerer Ausprägung ist keine Beugung möglich.
Brudzinski-Zeichen:
Bei der Prüfung auf Nackensteifigkeit kommt es zum reflexartigen Anziehen der Beine. Dadurch wird die mit Schmerzen verbundene Spannung der Meningen und v.a. der lumbosakralen Nervenwurzeln reduziert.
Kernig-Zeichen:
Das Bein des auf dem Rücken liegenden Patienten wird in Hüft- und Kniegelenk je 90° gebeugt und dann durch den Untersucher im Kniegelenk gestreckt. Bei meningealer Reizung kommt es zu Schmerzen und muskulärem Widerstand.
Alternativ: passives Anheben des gestreckten Beines im Hüftgelenk. Sobald durch eine Wurzeldehnung oder aufgrund einer meningealen Reizung Schmerzen auftreten, wird reflektorisch das Bein im Kniegelenk gebeugt.
Lasègue-Zeichen:
Das gestreckte Bein des auf dem Rücken liegenden Patienten wird passiv durch den Untersucher in der Hüfte gebeugt. Ab einem bestimmten Beugungswinkel kommt es zu einem Nervendehnungsschmerz.
Kalkulierte Antibiotikatherapie bei ambulant erworbener Meningitis
Kombinationstherapie
Cephalosporin der 3. Generation i.v. (bspw. Ceftriaxon oder Cefotaxim): Wirksam gegen Meningokokken, Pneumokokken, Haemophilus
Und Ampicillin i.v. bei Erwachsenen und Neugeborenen: Zur Abdeckung von Listerien
Bei Nachweis von Listerien
Ampicillin
Plus Gentamicin
Bei Pneumokokken Dexamethason i.v. für 4d weitergeben, sonst bei Erregernachweis absetzen
Kalkulierte Antibiotikatherapie bei nosokomial erworbener Meningitis
Indikation: Bspw. nach neurochirurgischer Operation, Schädel-Hirn-Trauma oder bei Shunt-Infektion
Vancomycin + Meropenem oder Vancomycin + Ceftazidim
Zusätzlich Metronidazol (bei Meningitis infolge einer Operation, bei der ein Zugang über die Schleimhäute erfolgte)
Liquordiagnostik
Referenzwerte
Erscheinung:
Zellzahl/µl:
Zellart:
Lactat:
Eiweiß:
Glucose:
Therapie der tuberkulösen Meningitis
Tuberkulostatische Kombinationstherapie: Gesamttherapiedauer mind. 12 Monate
Initial 4er-Kombination über 2 Monate: Isoniazid + Rifampicin + Pyrazinamid + Ethambutol
Anschließend 2er-Kombination über weitere 10 Monate: Isoniazid + Rifampicin
Plus adjuvante Steroidgabe, bspw. Prednisolon
Kalkulierte Virustatikatherapie bei Meningitis
Sofortige Gabe von Aciclovir bei (Meningo‑)Enzephalitis
(Aufgrund der Gefährlichkeit und relativen Häufigkeit einer HSV- oder VZV-Meningitis wird mind. bis zum Erregernachweis immer mit Aciclovir i.v.anbehandelt!)
Uhthoff-Phänomen
„Pseudoschub“ bei MS:
Passagere Verschlechterung der Symptomatik im Zusammenhang mit erhöhter Körpertemperatur (etwa bei Fieber, körperlicher Anstrengung, heißen Bädern oder heißem Wetter)
-> elektrische Leitfähigkeit von demyelinisierten Axonen ist Temperatur-abhängig, damit nicht länger konstant
Lhermitte-Zeichen
=positives Nackenbeugezeichen:
Beim Vornüberbeugen des Kopfes kommt es zu elektrisierenden Missempfindungen entlang der Wirbelsäule von kranial nach kaudal absteigend
Charcot-Trias I
Kombiniertes Auftreten von Zieltremor, Nystagmus und skandierendem Sprechen (selten!)
Charcot-Trias II
Rechtsseitiger Oberbauchschmerz, Ikterus und Fieber -> klinischer Hinweis auf Cholangitis
Dawson-Finger
ovaloiden, fingerförmig ins Marklager ziehenden Entmarkungsherde
-> bei MS
in T2 hyperintens (hell)
McDonald-Kriterien
McDonald-Kriterien der schubförmig remittierenden MS
Kriterium der örtlichen Dissemination erfüllt PLUS
Kriterium der zeitlichen Dissemination erfüllt oder
Positiver Liquorbefund im Sinne der McDonald-Kriterien
Beschreibung der McDonald-Kriterien
Kriterium der örtlichen Dissemination: Relevantestes Kriterium
Mind. 2/5 verschiedenen MS-typischen ZNS-Lokalisationen betroffen
MS-typische ZNS-Lokalisationen: Periventrikulär (Seitenventrikel), juxtakortikal bzw. kortikal, infratentoriell, spinal, N. opticus
Kriterium der zeitlichen Dissemination: Nicht mehr obligat
MRT: Gleichzeitiger Nachweis von Gadolinium-anreichernden und nicht-anreichernden Läsionen oder
Verlaufs-MRT: Neue T2-hyperintense und/oder Gadolinium-anreichernde Läsion oder
Klinisch: Zweiter Schub
Liquorspezifische oligoklonale Banden nachweisbar
Test bei V.a. Benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel
-> am häufigsten betroffen:
posteriore Bogengänge
-> Dix-Hallpike-Manöver
Durchführung
Patient:in sitzt aufrecht, dreht Kopf um 45° zur betroffenen/zu testenden Seite
Dabei wird der Kopf um etwa 30° überstreckt
Unter Beibehaltung dieser Kopfposition rasche Umlagerung in Rückenlage
Typischer pathologischer Befund: Upbeat-/torsionaler Nystagmus
D.h. zur Stirn hochschlagend mit torsionaler Komponente zum betroffenen Ohr
Therapie des BPLS (posteriorer Bogengang)
Epley-Manöver
Patient:in sitzt auf einer Liege und dreht Kopf um 45° zur betroffenen Seite
Rasches Umlagern auf den Rücken (unter Beibehaltung der Kopfposition), wobei der Kopf leicht über den Rand der Untersuchungsliege hängt → Schwindelsymptomatik sollte ausgelöst werden
Abklingen der Schwindelsymptomatik abwarten (ca. 30 s), dann Kopf um 90° zur anderen (nicht-betroffenen) Seite drehen
30 s warten und Patient:in dann um weitere 90° auf die nicht-betroffene Seite drehen
Weitere 30 s warten und Patient:in dann aufsetzen
Froment-Manöver
Klinischer Test zur Diagnostik eines Parkinson-Syndroms. Dabei wird der Patient aufgefordert, wiederholt Bewegungen des einen Arms auszuführen (z.B. Öffnen und Schließen der Hand), während der Untersucher den anderen Arm durchbewegt. Die wiederholten Bewegungen des Patienten führen dazu, dass ein Rigor auf der kontralateralen Seite verstärkt und so auch bei subklinischer Ausprägung demaskiert wird.
Froment-Zeichen
N. ulnaris-Läsion
Patient kann den Daumen aufgrund der Parese des M. adductor pollicis nicht adduzieren
Wird er gebeten, ein Blatt zwischen Daumen und Zeigefinger zu halten, flektiert er den Daumen daher im Endglied
Parkinson-Krankheit
-> Therapie bei Beginn
Wahl des Mittels bei Therapiebeginn: Abhängig von Alter, Komorbidität, Verträglichkeit und psychosozialen Faktoren
L-Dopa + Decarboxylasehemmer (Benserazid oder Carbidopa); damit peripher nicht Aktivierung von L-Dopa (höhere Dosis und mehr UAW)
Stärkste Wirkung bei vergleichsweise geringen Nebenwirkungen
CAVE: Früh begonnene bzw. hohe Dosierungen von L-Dopa bedingen früheres Auftreten von Wirkungsfluktuationen und Dyskinesien
MAO-B-Hemmer (Selegilin, Rasagilin)
Normalerweise gute Verträglichkeit
CAVE: Häufig nicht ausreichende Wirksamkeit (insb. bei relevanten motorischen Symptomen), in hoher Dosierung ggf. unerwünschte kardiovaskuläre und zentralnervöse Stimulation
(Non-Ergot‑)Dopaminagonisten (Piribedil, Pramipexol, Ropinirol, Rotigotin)
Einmalgabe teilweise möglich: Retardpräparate (Ropinirol, Pramipexol) oder Pflaster (Rotigotin)
CAVE: Geringere Wirksamkeit und schlechteres Nebenwirkungsprofil im Vergleich zu L-Dopa
Parkinson-Krankheit:
Stärkere Symptomatik bzw. beginnende hypo- und hyperkinetische Wirkungsfluktuationen
Stärkere Symptomatik: Anpassung der jeweiligen Monotherapie bis zur suffizienten Symptomkontrolle bzw. bis zur Maximaldosis
Optionen bei hypo- oder hyperkinetischen Wirkungsfluktuationen
Bei bereits bestehender L-Dopa-Therapie
Dosierungsintervalle verkürzen
Kombinationstherapie: I.d.R. L-Dopa mit einer der anderen Wirkstoffgruppen
Non-Ergot-Dopaminagonisten
MAO-B-Hemmer
COMT-Hemmer (bestehende Basistherapie mit L-Dopa + Decarboxylasehemmerobligat)
Psychotische Episode bei Parkinson-Krankheit
ggf. Medis reduzieren/absetzen, am besten nicht L-Dopa, weil stärkste Wirkung auf Motorik
Auslöser beseitigen, häufig metabolische Sachen (Infekte)
Clozapin
Viele Antipsychotika wegen antidopaminerger Wirkung kontraindiziert
Akinetische Krise bei Parkinson-Krankheit
Mögliche Auslöser:
Reduktion/Absetzen von dopaminerger Medikation (insb. L-Dopa oder Dopaminagonisten)
Resorptionsstörungen (bspw. gastrointestinaler Infekt, Ileus)
Körperliche Stressfaktoren wie bspw. Infekte, Dehydrierung, OPs, metabolische Entgleisung
Klinik:
Ausgeprägte Akinese und Rigor
Meist vollständige Bewegungsunfähigkeit
Schwere Dysarthrie
Dysphagie
Fieber
Therapie:
Allgemeine Maßnahmen
Frühzeitige Behandlung und intensivmedizinische Überwachung
Auslösende Faktoren möglichst beseitigen/behandeln
Spezifische Therapie
Ausreichende dopaminerge Medikationszufuhr sicherstellen
L-Dopa
Amantadin i.v.
Gordon-II-Zeichen
Verzögerung bei der Beinrückstellung nach Auslösung des Patellarsehnenreflexes
Bei Chorea Huntington
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