Cushing-Triade
Kardiovaskulärer Reflex infolge eines erhöhten intrakraniellen Drucks -> Cushing-Reflex
Cushing-Triade:
Bradykardie
systolischer Blutdruckanstieg
Atemdepression
Dekortikationshaltung
Bei Zwischenhirnsyndrom
Beuge- und Strecksynergismen mit
Beugung der Arme und
Streckung der Beine
Dezerebrtionsstarre
Mittelhirnsyndrom
Arme und Beine gestreckt, da Hemmung für Flexoren und Aktvierung von Flexoren der OE geschädigt
Finger gebeugt
Lebhafte Muskeleigenreflexe
Pathologische Reflexe
Schädigungsort zwischen Nukleus Ruber (Hemmung der Aktivierung der Flexoren) und Nukleus Vestibularis (vierhügelplatte)
SAB-Einteilung nach….
Hunt und Hess
hoher Grad -> schlechteres Outcome und höhere Letalität
Grad
Klinik
1
Asymptomatisch oder leichter Kopfschmerz und/oder leichter Meningismus
2
Mäßige bis starke Kopfschmerzen, Meningismus, möglich: Hirnnervenausfälle
3
Somnolenz und/oder Verwirrtheit und/oder leichte fokal-neurologische Ausfälle
4
Sopor, mäßige bis schwere fokal-neurologische Ausfälle, vegetative Störungen
5
Koma, Zeichen der Einklemmung
Terson-Syndrom
Glaskörperblutung infolge einer SAB (venöse Stase bei erhöhtem ICP)
Test auf Meningitis
Reflektorische Nackensteifigkeit:
passives Vorbeugen des Kopfes beim auf dem Rückenliegenden Patienten -> Dehnung der entzündlich gereizten Meningen bzw. Nervenwurzeln -> Schmerzen und spürbarer Widerstand gegen die weitere Beugung. Bei schwerer Ausprägung ist keine Beugung möglich.
Brudzinski-Zeichen:
Bei der Prüfung auf Nackensteifigkeit kommt es zum reflexartigen Anziehen der Beine. Dadurch wird die mit Schmerzen verbundene Spannung der Meningen und v.a. der lumbosakralen Nervenwurzeln reduziert.
Kernig-Zeichen:
Das Bein des auf dem Rücken liegenden Patienten wird in Hüft- und Kniegelenk je 90° gebeugt und dann durch den Untersucher im Kniegelenk gestreckt. Bei meningealer Reizung kommt es zu Schmerzen und muskulärem Widerstand.
Alternativ: passives Anheben des gestreckten Beines im Hüftgelenk. Sobald durch eine Wurzeldehnung oder aufgrund einer meningealen Reizung Schmerzen auftreten, wird reflektorisch das Bein im Kniegelenk gebeugt.
Lasègue-Zeichen:
Das gestreckte Bein des auf dem Rücken liegenden Patienten wird passiv durch den Untersucher in der Hüfte gebeugt. Ab einem bestimmten Beugungswinkel kommt es zu einem Nervendehnungsschmerz.
Kalkulierte Antibiotikatherapie bei ambulant erworbener Meningitis
Kombinationstherapie
Cephalosporin der 3. Generation i.v. (bspw. Ceftriaxon oder Cefotaxim): Wirksam gegen Meningokokken, Pneumokokken, Haemophilus
Und Ampicillin i.v. bei Erwachsenen und Neugeborenen: Zur Abdeckung von Listerien
Bei Nachweis von Listerien
Ampicillin
Plus Gentamicin
Bei Pneumokokken Dexamethason i.v. für 4d weitergeben, sonst bei Erregernachweis absetzen
Kalkulierte Antibiotikatherapie bei nosokomial erworbener Meningitis
Indikation: Bspw. nach neurochirurgischer Operation, Schädel-Hirn-Trauma oder bei Shunt-Infektion
Vancomycin + Meropenem oder Vancomycin + Ceftazidim
Zusätzlich Metronidazol (bei Meningitis infolge einer Operation, bei der ein Zugang über die Schleimhäute erfolgte)
Liquordiagnostik
Referenzwerte
Erscheinung:
Zellzahl/µl:
Zellart:
Lactat:
Eiweiß:
Glucose:
Therapie der tuberkulösen Meningitis
Tuberkulostatische Kombinationstherapie: Gesamttherapiedauer mind. 12 Monate
Initial 4er-Kombination über 2 Monate: Isoniazid + Rifampicin + Pyrazinamid + Ethambutol
Anschließend 2er-Kombination über weitere 10 Monate: Isoniazid + Rifampicin
Plus adjuvante Steroidgabe, bspw. Prednisolon
Kalkulierte Virustatikatherapie bei Meningitis
Sofortige Gabe von Aciclovir bei (Meningo‑)Enzephalitis
(Aufgrund der Gefährlichkeit und relativen Häufigkeit einer HSV- oder VZV-Meningitis wird mind. bis zum Erregernachweis immer mit Aciclovir i.v.anbehandelt!)
Uhthoff-Phänomen
„Pseudoschub“ bei MS:
Passagere Verschlechterung der Symptomatik im Zusammenhang mit erhöhter Körpertemperatur (etwa bei Fieber, körperlicher Anstrengung, heißen Bädern oder heißem Wetter)
-> elektrische Leitfähigkeit von demyelinisierten Axonen ist Temperatur-abhängig, damit nicht länger konstant
Lhermitte-Zeichen
=positives Nackenbeugezeichen:
Beim Vornüberbeugen des Kopfes kommt es zu elektrisierenden Missempfindungen entlang der Wirbelsäule von kranial nach kaudal absteigend
Charcot-Trias I
Kombiniertes Auftreten von Zieltremor, Nystagmus und skandierendem Sprechen (selten!)
Charcot-Trias II
Rechtsseitiger Oberbauchschmerz, Ikterus und Fieber -> klinischer Hinweis auf Cholangitis
Dawson-Finger
ovaloiden, fingerförmig ins Marklager ziehenden Entmarkungsherde
-> bei MS
in T2 hyperintens (hell)
McDonald-Kriterien
McDonald-Kriterien der schubförmig remittierenden MS
Kriterium der örtlichen Dissemination erfüllt PLUS
Kriterium der zeitlichen Dissemination erfüllt oder
Positiver Liquorbefund im Sinne der McDonald-Kriterien
Beschreibung der McDonald-Kriterien
Kriterium der örtlichen Dissemination: Relevantestes Kriterium
Mind. 2/5 verschiedenen MS-typischen ZNS-Lokalisationen betroffen
MS-typische ZNS-Lokalisationen: Periventrikulär (Seitenventrikel), juxtakortikal bzw. kortikal, infratentoriell, spinal, N. opticus
Kriterium der zeitlichen Dissemination: Nicht mehr obligat
MRT: Gleichzeitiger Nachweis von Gadolinium-anreichernden und nicht-anreichernden Läsionen oder
Verlaufs-MRT: Neue T2-hyperintense und/oder Gadolinium-anreichernde Läsion oder
Klinisch: Zweiter Schub
Liquorspezifische oligoklonale Banden nachweisbar
Test bei V.a. Benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel
-> am häufigsten betroffen:
posteriore Bogengänge
-> Dix-Hallpike-Manöver
Durchführung
Patient:in sitzt aufrecht, dreht Kopf um 45° zur betroffenen/zu testenden Seite
Dabei wird der Kopf um etwa 30° überstreckt
Unter Beibehaltung dieser Kopfposition rasche Umlagerung in Rückenlage
Typischer pathologischer Befund: Upbeat-/torsionaler Nystagmus
D.h. zur Stirn hochschlagend mit torsionaler Komponente zum betroffenen Ohr
Therapie des BPLS (posteriorer Bogengang)
Epley-Manöver
Patient:in sitzt auf einer Liege und dreht Kopf um 45° zur betroffenen Seite
Rasches Umlagern auf den Rücken (unter Beibehaltung der Kopfposition), wobei der Kopf leicht über den Rand der Untersuchungsliege hängt → Schwindelsymptomatik sollte ausgelöst werden
Abklingen der Schwindelsymptomatik abwarten (ca. 30 s), dann Kopf um 90° zur anderen (nicht-betroffenen) Seite drehen
30 s warten und Patient:in dann um weitere 90° auf die nicht-betroffene Seite drehen
Weitere 30 s warten und Patient:in dann aufsetzen
Froment-Manöver
Klinischer Test zur Diagnostik eines Parkinson-Syndroms. Dabei wird der Patient aufgefordert, wiederholt Bewegungen des einen Arms auszuführen (z.B. Öffnen und Schließen der Hand), während der Untersucher den anderen Arm durchbewegt. Die wiederholten Bewegungen des Patienten führen dazu, dass ein Rigor auf der kontralateralen Seite verstärkt und so auch bei subklinischer Ausprägung demaskiert wird.
Froment-Zeichen
N. ulnaris-Läsion
Patient kann den Daumen aufgrund der Parese des M. adductor pollicis nicht adduzieren
Wird er gebeten, ein Blatt zwischen Daumen und Zeigefinger zu halten, flektiert er den Daumen daher im Endglied
Parkinson-Krankheit
-> Therapie bei Beginn
Wahl des Mittels bei Therapiebeginn: Abhängig von Alter, Komorbidität, Verträglichkeit und psychosozialen Faktoren
L-Dopa + Decarboxylasehemmer (Benserazid oder Carbidopa); damit peripher nicht Aktivierung von L-Dopa (höhere Dosis und mehr UAW)
Stärkste Wirkung bei vergleichsweise geringen Nebenwirkungen
CAVE: Früh begonnene bzw. hohe Dosierungen von L-Dopa bedingen früheres Auftreten von Wirkungsfluktuationen und Dyskinesien
MAO-B-Hemmer (Selegilin, Rasagilin)
Normalerweise gute Verträglichkeit
CAVE: Häufig nicht ausreichende Wirksamkeit (insb. bei relevanten motorischen Symptomen), in hoher Dosierung ggf. unerwünschte kardiovaskuläre und zentralnervöse Stimulation
(Non-Ergot‑)Dopaminagonisten (Piribedil, Pramipexol, Ropinirol, Rotigotin)
Einmalgabe teilweise möglich: Retardpräparate (Ropinirol, Pramipexol) oder Pflaster (Rotigotin)
CAVE: Geringere Wirksamkeit und schlechteres Nebenwirkungsprofil im Vergleich zu L-Dopa
Parkinson-Krankheit:
Stärkere Symptomatik bzw. beginnende hypo- und hyperkinetische Wirkungsfluktuationen
Stärkere Symptomatik: Anpassung der jeweiligen Monotherapie bis zur suffizienten Symptomkontrolle bzw. bis zur Maximaldosis
Optionen bei hypo- oder hyperkinetischen Wirkungsfluktuationen
Bei bereits bestehender L-Dopa-Therapie
Dosierungsintervalle verkürzen
Kombinationstherapie: I.d.R. L-Dopa mit einer der anderen Wirkstoffgruppen
Non-Ergot-Dopaminagonisten
MAO-B-Hemmer
COMT-Hemmer (bestehende Basistherapie mit L-Dopa + Decarboxylasehemmerobligat)
Psychotische Episode bei Parkinson-Krankheit
ggf. Medis reduzieren/absetzen, am besten nicht L-Dopa, weil stärkste Wirkung auf Motorik
Auslöser beseitigen, häufig metabolische Sachen (Infekte)
Clozapin
Viele Antipsychotika wegen antidopaminerger Wirkung kontraindiziert
Akinetische Krise bei Parkinson-Krankheit
Mögliche Auslöser:
Reduktion/Absetzen von dopaminerger Medikation (insb. L-Dopa oder Dopaminagonisten)
Resorptionsstörungen (bspw. gastrointestinaler Infekt, Ileus)
Körperliche Stressfaktoren wie bspw. Infekte, Dehydrierung, OPs, metabolische Entgleisung
Klinik:
Ausgeprägte Akinese und Rigor
Meist vollständige Bewegungsunfähigkeit
Schwere Dysarthrie
Dysphagie
Fieber
Therapie:
Allgemeine Maßnahmen
Frühzeitige Behandlung und intensivmedizinische Überwachung
Auslösende Faktoren möglichst beseitigen/behandeln
Spezifische Therapie
Ausreichende dopaminerge Medikationszufuhr sicherstellen
L-Dopa
Amantadin i.v.
Gordon-II-Zeichen
Verzögerung bei der Beinrückstellung nach Auslösung des Patellarsehnenreflexes
Bei Chorea Huntington
GBS -> ausgeprägte Lähmungsform
Landry-Paralyse: Rasch aufsteigende Lähmung aller Extremitäten sowie der Rumpf- und Atemmuskulatur
-> invasive Beatmung
Miller-Fisher-Syndrom
Definition: Variante des GBS, die insb. die Hirnnerven betrifft
Klinische Symptome: Symptomtrias aus Ophthalmoplegie, sensibler Ataxie und Areflexie
IdR spontan komplette Remission
Meralgia paraesthetica
Sensibilitätsausfälle: Schmerzen und Parästhesienam lateralen Oberschenkel
Ursache: Kompression des N. cutaneus femoris lateralis am Lig. inguinale (L2-L4)
Jeansnerv
Hoffmann-Tinel-Zeichen
klinischer Test der Neurologie, bei dem durch Beklopfen eines geschädigten peripheren Nervs elektrisierende Missempfindungen (Parästhesien) im Versorgungsgebiet ausgelöst werden
Karpaltunnel-Syndrom
Schädigung des N. fibularis communis
beklopfen über Fibulakopf
Nervenschädigung
Neurapraxie (1 nach Seddon)
Temporäre Funktionsuntüchtigkeit eines Nerven bspw. aufgrund einer Kompression
Axon und umgebende Strukturen bleiben erhalten
Axonotmesis (2 nach Seddon)
Axonale Kontinuitätsverletzung bei erhaltenem Perineurium und Epineurium
Neurotmesis (3 nach Seddon)
komplette nervale Kontinuitätsverletzung mit ebenfalls durchtrenntem Hüllgewebe
Ohne chirurgische Versorgung sind die Aussichten auf Wiederherstellung der nervalen Funktion schlecht
Waller-Degeneration:
Bezeichnung für die aufwendigen Um- und Abbauvorgänge des distalen Teils eines durchtrennten Nerven
Dabei werden das Axon und die Myelinscheide abgebaut, das Epineurium und Perineurium bleiben erhalten
Neurom:
knotige, benigne Verdickung, die sich an einer nervalen Defektstelle ausbilden kann
Zeichen bei N. ulnaris Läsion
Positives Froment-Zeichen :
Diese kompensatorische Bewegung wird durch den M. flexor pollicis longus (N. medianus) vermittelt.
Jeanne-Zeichen: Hyperextension im Daumengrundgelenk
Durch Ausfall des M. adductor pollicis und Überwiegen des M. extensor pollicis longus sowie des M. abductor pollicis brevis
Hoffmann-Tinel-Zeichen: Beklopfen des Kubitaltunnels im Sulcus n. ulnaris führt bei Sulcus-nervi-ulnaris-Syndrom zu elektrisch einschießenden Schmerzen distal im Versorgungsgebiet des N. ulnaris
„Nasenstüberbewegung“: Patient macht schnippende Bewegungen mit dem Daumen und Zeigefinger gegen die flache Hand des Untersuchers → Prüfung der Kraft der Mm. interossei
Patient macht schnippende Bewegungen mit dem Daumen und Zeigefinger gegen die flache Hand des Untersuchers → Prüfung der Kraft der Mm. interossei
Bei einer Läsion des N. ulnaris ist dem Patienten die Bewegung nicht möglich oder der Anschlag gegen die Hand des Untersuchers abgeschwächt (sog. Signe de la Chiquenaude).
Kiloh-Nevin-Syndrom
Interosseus-anterior-Syndrom
Definition: Reine Läsion des motorischen N. interosseus antebrachii anterior
Motorik
Ausfall folgender Muskeln: M. flexor digitorum profundus von Finger II (und evtl. III) , M. flexor pollicis longus, M. pronator quadratus
Defizit: Fehlende Beugung der Endglieder von Daumen und Zeigefinger → Spitzgriff nicht möglich (sog. „Pinch Sign“) , mitunter auch Einschränkung der Pronation bei Flexion
Sensibilität: Intakt, keine Ausfälle
N. medianus Läsion
-> Tests/klinische Zeichen
Flaschenzeichen
Die Daumenabduktion ist durch den Ausfall des M. abductor pollicis brevis nicht mehr möglich, sodass ein rundes Gefäß nicht vollständig umschlossen werden kann.
Daumen-Kleinfinger-Opposition
Faustschlussprobe
Bei Karpaltunnelsyndrom zusätzlich
Das Beklopfen des Karpaltunnels führt zu elektrisch einschießenden Schmerzen distal im Versorgungsgebiet des N. medianus.
Karpalkompressionstest
Druck auf den Karpaltunnel führt zu elektrisch einschießenden Schmerzen distal im Versorgungsgebiet des N. medianus
Phalen-Zeichen
Bei forcierter Volarflexion oder Dorsalextension des Handgelenks über eine Minute kommt es zu elektrisch einschießenden Schmerzen distal im Versorgungsgebiet des N. medianus.
Bei Interosseus-anterior-Syndrom: Pinch Sign
Beim Spitzgriff bleiben die Endgelenke von Daumen und Zeigefinger durch Lähmung des M. flexor pollicis longus und M. flexor digitorum profundus des Zeigefingers gestreckt
Hirnnerven
Hirnnerv
Hauptinnervationsgebiete
Leitbefunde bei Ausfall
I
Nervus olfactorius
Sensorisch: Olfaktorische Wahrnehmung
Parosmie/Anosmie
II
Nervus opticus
Sensorisch: Visuelle Wahrnehmung
Visusverlust/ Erblindung
III
Nervus oculomotorius
Motorisch (somatisch)
M. levator palpebrae superiori
M. rectus superior, M. rectus inferior, M. rectus medialis und M. obliquus inferior
Ptosis
Auge zeigt Deviation nach außen unten
Motorisch (vegetativ - parasympathisch)
M. ciliaris
M. sphincter pupillae
Mydriasis, lichtstarre Pupillen
Eingeschränkte Nah-Akkommodationsfähigkeit
IV
Nervus trochlearis
Motorisch: M. obliquus superior
Schräg stehende, vertikale Doppelbilder
Auge zeigt Deviation nach oben innen
Kopfzwangshaltung mit Kopfneigung zur gesunden Seite und Bielschowsky-Phänomen
V
Nervus trigeminus
Sensibel: Gesichtshaut (N. ophthalmicus, N. maxillaris, N. mandibularis), vordere ⅔ der Zunge
Parästhesien und Dysästhesien im Gesichtsbereich
Ausfall des Kornealreflexes
Motorisch: M. masseter, M. temporalis und M. pterygoideus medialis et lateralis (nur N. mandibularis)
Ausfall der Kaumuskulatur
VI
Nervus abducens
Motorisch: M. rectus lateralis
Einwärtsschielen des betroffenen Auges
Kopfzwangshaltung mit Kopfdrehung in Richtung der betroffenen Seite
VII
Nervus facialis
Sensibel: Trommelfell
Sensorisch: Geschmackswahrnehmung der vorderen ⅔ der Zunge
Geschmacksstörungen
Motorisch
Mimische Muskulatur
M. stapedius
Ausfall der mimischen Muskulatur
Fehlender Lidschluss → Keratitis e lagophthalmo
Hängender Mundwinkel
Ggf. Stirnrunzeln nicht mehr möglich (peripher)
Ggf. Hyperakusis
VIII
Nervus vestibulocochlearis
Sensorisch
Gleichgewichtswahrnehmung (N. vestibularis)
Akustische Wahrnehmung (N. cochlearis)
Hör- und Gleichgewichtsausfälle
IX
Nervus glossopharyngeus
Sensibel: Hinteres ⅓ der Zunge, Gaumen und Pharynx, Mittelohr und Tuba auditiva (N. tympanicus)
Sensorisch: Geschmackswahrnehmung des hinteren ⅓ der Zunge
Hypästhesie
Motorisch: Obere Speisewegs- und Schlundmuskulatur, Gaumensegel
Ggf. Dysphagie
Schlaffes Gaumensegel („Kulissenphänomen“)
X
Nervus vagus
Sensibel (somatisch): Äußerer Gehörgang, Trachea, Larynx, Speiseröhre, Magen
Unterschiedlich stark ausgeprägte Dys- und Parästhesien in den Innervationsgebieten
Motorisch: Obere Speisewegs- und Schlundmuskulatur, Kehlkopf, Gaumensegel
Vegetativ: Herz, bestimmte Gefäße und Bauchorgane bis zum Cannon-Böhm-Punkt in der linken Kolonflexur
Glottisparese: Heiserkeit bei einseitiger Parese des N. laryngeus recurrens
Herz: Tachykardie
Magen-Darm: Obstipation
XI
Nervus accessorius
Motorisch: M. sternocleidomastoideus und M. trapezius
Kopfdrehung nach kontralateral erschwert
Ipsilaterales Schulterheben erschwert
XII
Nervus hypoglossus
Motorisch: Zungenmuskulatur
Abweichen der Zunge zur betroffenen Seite
Ophthalmoplegia XXX
Ophthalmoplegia interna
Bei leichter Druckschädigung des N. oculomotorius werden zunächst die parasympathischen Fasern geschädigt, was zu einer weiten, lichtstarren Pupille und gestörter Nah-Akkommodation bei erhaltener Augenmotilität führt
Ophthalmoplegia externa
Erhaltene autonome Funktion bei gestörter Augenmotilität
Häufige Ursache: Diabetes mellitus
Bielschowsky-Phänomen
Phänomen bei N. Trochlearis Parese
Zur größten Schielabweichung kommt es bei Kopfneigung zur Seite des paretischenMuskels, da der Bulbus nach oben innen abweicht. Kompensatorisch neigen die Patienten den Kopf zur Gegenseite.
Nukleäre Trigeminusläsion
Motorische und sensible Kerne des N. trigeminus liegen gesondert im Hirnstamm
Folge: Entweder Ausfall der Kaumuskulatur oder Sensibilitätsausfälle einer Gesichtshälfte (Zwiebelschalenartige Ausfälle entsprechend der Sölder-Linien)
Ramsay-Hunt-Syndrom
Zoster oticus mit peripherer Fazialisparese
Pseudobulbärer Affekt
pathologisches Lachen und Weinen mit inadäquater emotionaler Reaktion bei progressiver Bulbärparalyse (Sonderform bei ALS)
Pathologisches Lachen und Weinen wird häufig als Disinhibitionssyndrom durch Störung neuronaler Verbindungen erklärt.
Unterschied Läsion 1. und 2. Motoneuron
Für das 1. Motoneuron
Spastische Paresen
Gut auslösbare bis gesteigerte Eigenreflexe (Hyperreflexie)
Ggf. Pyramidenbahnzeichen
Für das 2. Motoneuron
Atrophische Paresen, anfangs insb. distaler Muskeln (etwa kleine Handmuskeln, Wadenmuskulatur)
Faszikulationen
Gold-Coast-Kriterien
-> Diagnosestellung ALS
Definition: Fortschreitende motorische Beeinträchtigung bei zuvor normaler motorischer Funktion mit
Nachweis einer Schädigung des 1. und 2. Motoneurons in einer Region* oder
Nachweis einer Schädigung des 2. Motoneurons in mind. 2 Regionen*
Und Ausschluss von Differenzialdiagnosen
*Bulbär, zervikal, thorakal oder lumbosakral
Pyramidenbahn
Tractus corticospinalis lateralis und anterior
Absteigende motorische Bahn von der Großhirnrinde (Motokortex) bis zu den α-Motoneuronen im Vorderhorn des Rückenmarks
Ca. 90% der Fasern kreuzen auf der Höhe der Medulla oblongata und verlaufen im Tractus corticospinalis lateralis abwärts
Die restlichen Fasern verlaufen im Tractus corticospinalis anterior abwärts und kreuzen erst auf Segmentebene
Vorderseitenstrang
Tractus spinothalamicus anterior und lateralis
Kreuzt auf Segmenthöhe oder knapp oberhalb
Vermittelt protopathische Sensibilität (Schmerz- und Temperaturreize)
Hinterstrang
Funiculus posterior, bestehend aus Fasciculus gracilis und cuneatus
Verläuft ipsilateral im Rückenmark
Kreuzt erst in Höhe der Medulla oblongata
Vermittelt epikritische Sensibilität (Berührung, Vibration, Druck) und Propriozeption(Eigenwahrnehmung mit Lage- und Stellungssinn von Muskeln und Gelenken)
Brown-Séquard-Syndrom
Definition: Inkomplettes halbseitiges Querschnittsyndrom mit Ischämie der linken oder rechten Rückenmarkshälfte
Ipsilateral
Segmental: Komplett aufgehobene Sensibilität und schlaffe Parese
Unterhalb der Läsion
Spastische Parese
Aufgehoben: Tiefensensibilität, Vibrationsempfinden und taktile Diskrimination
Kontralateral:
Aufgehobenes Schmerz- und Temperaturempfinden (siehe dissoziierte Empfindungsstörung)
Diagnostik
Klinisch: Ipsilateral positiver Babinski-Reflex
Konussyndrom
Conus-medullaris-Syndrom:
-> Rückenmark S3-Co1 (Somata des 2. Motoneurons von S3–Co1 sowie die entsprechenden Enden der langen Rückenmarksbahn, also die Axone der 1. Motoneurone von kranial)
Symptomatik:
eher symmetrisch
Reithosenanästhesie
Blasen- und Mastdarmentleerungsstörungen
Sexuelle Funktionsstörungen
Keine Paresen der unteren Extremität
Kaudasyndrom
Cauda-equina-Syndrom
-> Spinalnerven, also periphere Nerven L2-Co1 (Enthält die Axone der 2. Motoneurone von L2–Co1)
Asymmetrisch
Sensibilitätsstörungen der unteren Extremität und Reithosenanästhesie
Schlaffe Paresen der unteren Extremität
Valleix-Druckpunkte
Punkte über dem N. ischiadicus, die im Falle einer Nervenreizung druckschmerzhaft sein können (tiefe Palpation des M. gluteus maximus oder des Peroneusansatzes)
A.-radicularis-magna-Syndrom
Definition: „Maximalvariante“ eines Arteria-spinalis-anterior-Syndroms mit Verschluss der kaliberstarken A. radicularis magna (auch Adamkiewicz-Arterie), die der Aorta in Höhe Th 9–12 entspringt und das lumbale Rückenmark versorgt (führt Blut der A. spinalis anterior in dieser Region zu)
Ätiologie/Pathogenese: Verschluss der A. radicularis magna (meist bei Aortendissektion oder Operation an der Aorta descendens bei Aortenaneurysma) → Ischämie des vorderen sowie möglicherweise auch des hinteren Rückenmarks
Motorische Lähmung der Beine
Störung der protopathischen Sensibilität sowie (bei hinterer Beteiligung) der epikritischen Sensibilität → Inkomplettes bis komplettes Querschnittssyndrom
Hakim-Trias
-> bei Normaldruck Hydrozephalus
Gangstörung (siehe Video unter Tipps & Links)
Verlangsamter, kleinschrittiger und breitbasiger Gang
Im Verlauf zunehmende Instabilität mit Fallneigung und Stürzen, Start- und Schritthemmung
Demenz
Subkortikale Demenz mit Antriebsstörung, psychomotorischer Verlangsamung, Aufmerksamkeitsdefiziten
Harninkontinenz
Neurogene Blasenentleerungsstörung mit erhöhter Miktionsfrequenz und imperativem Harndrang
Zunehmendes Einnässen durch Fortschreiten der Gangstörung (die Toilette wird nicht erreicht) und abnehmendes Bewusstsein für den Harndrang infolge einer Frontalhirnstörung
Klivuskanten-Syndrom
Definition: Fehlen der Pupillenreaktion
Ätiologie: Beschädigung parasympathischer Efferenzen im intrakraniellen Verlauf (z.B. Schädigung des N. oculomotorius)
Krankes Auge: Mydriasis, keine Lichtreaktion (weder direkt noch indirekt)
Gesundes Auge: Normalbefund, Lichtreaktion erhalten (sowohl direkt als auch indirekt)
Visus ist beidseits erhalten
Sonderform -> Klivuskanten-Syndrom
Druckschaden des N. oculomotorius durch Hirndruck → Mydriasisund ggf. Augenmuskellähmung auf der betroffenen Seite
Pupillotonie + Sonderform
Pupillotonie: Harmlose, meist einseitige Störung der Pupillomotorik
Ätiologie: Häufig idiopathisch oder im Rahmen eines Adie-Syndroms, einer Ganglionitis ciliaris oder einer Polyneuropathie
Pathophysiologie: Degeneration der parasympathischen Nervenfasern der Pupille → Überempfindlichkeit der denervierten Muskeln
Symptome
Anisokorie : In heller Umgebung stärker ausgeprägt als in dunkler
Träge oder fehlende Lichtreaktion der Pupille mit langsamer Redilatation
Langsam ablaufende, jedoch ausgeprägte Verengung der Pupille bei Nahakkommodation
Diagnostik: Verabreichung von 0,25%igen oder 0,1%igen Pilocarpin-Augentropfen → Verengung der betroffenen Pupille, die gesunde Pupille reagiert nicht
Therapie: Nicht erforderlich
Sonderform:
Adie-Syndrom: Pupillotonie und Areflexie der unteren Extremität
Bildgebung Abszess -> MRT
T1: Zentral hypointense Läsion (= Nekrose), iso- bis hyperintenser Rand (= Kapsel), ggf. hypointenses Perifokalödem
T1 mit Kontrastmittel: Zentral hypointense Läsion (= Nekrose), die ringförmig Kontrastmittelaufnimmt (= Kapsel), häufig perifokale hypointense Bereiche (= perifokales Ödem)
T2: Zentraler hyperintenser Bereich (= Nekrose) mit iso- oder hypointensem Rand (= Kapsel)und perifokalen hyperintensen Bereichen (= perifokales Ödem)
DWI-Sequenz: Hyperintenses zentrales Areal (hypointens in ADC) -> Bei Läsionen, die ringförmig Kontrastmittel aufnehmen, kommen prinzipiell einige Differenzialdiagnosen infrage (Glioblastom, Abszess, Metastase). Ist eine Läsion allerdings in der DWI in den zentralen Bereichen hyperintens, dann ist bis zum Beweis des Gegenteils von einem Abszess auszugehen
Magnetresonanzspektroskopie (MRS): Ermöglicht Metabolitencharakterisierung innerhalb des Abszesses; unterschiedliche Peaks erlauben (eingeschränkt) differenzialdiagnostische Überlegungen zur Abszess-Ätiologie und zu anderen Befunden
Therapie Hirnabszess
Erst mal punktieren/operativ entfernen, um Erreger zu bestimmen, wenn das nicht innerhalb von wenigen Stunden möglich oder Pat. ultra unstabil, einfach BK und AB
Kalkulierte Kombinationstherapie (mehrere Antibiotika, ggf. mit Antimykotikum)
Bei ambulant und nosokomial/posttraumatisch erworbenem Abszess bspw. mit:
Cephalosporin der 3. Generation (Ceftriaxon oder Cefotaxim)
Metronidazol -> anaerobier
Vancomycin -> Staphylokokken
Voriconazol für Pilze
Verlaufsbeurteilung: Mittels MRT
Hinweisend auf Therapieerfolg: Abnahme der zentralen Läsion sowie der T2-Hypointensität der Kapsel (bei nicht-exzidierter Kapsel kann das länger dauern)
Definition komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS)
Laut aktueller Leitlinien ist das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) ein posttraumatisches Schmerzsyndrom einer Extremität, das mit inadäquaten chronischen Schmerzen und motorischen, autonomen oder sensorischen Störungen einhergeht.
CRPS I: Ohne Nachweis einer Nervenläsion
CRPS II: Mit Nachweis einer Nervenläsion
Risikofaktoren:
Traumata
Periphere gelenknahe Frakturen (typisch: distale Radiusfraktur)
Nervenverletzungen
Schmerzhafte Repositionsmanöver
Lang anhaltender Frakturschmerz
Therapeutische oder diagnostische Eingriffe
Einengende Verbände
Spinobulbäre Muskelatrophie
Non-5q-SMA -> Kennedy-Krankheit (≠ Foster-Kennedy-Syndrom -> ipsilaterale Atrophie des N. opticus und kontralaterale Stauungspapille, oftmals durch ein Meningeom des Os sphenoidale)
Ätiologie
X-chromosomal-rezessiver Erbgang
Trinukleotid-Repeat-Erkrankung im Androgenrezeptor-Gen
Erkrankungsbeginn: Sehr variabel, häufig im Erwachsenenalter
Zeichen der Degeneration des 2. Motoneurons
Denervierungszeichen
Fazial betonte Faszikulationen
Muskelatrophien
Endokrine Störungen durch Defekt des Androgenrezeptors
Häufig Infertilität bei Hodenatrophie
Häufig Gynäkomastie
Diagnosesicherung: Genetischer Mutationsnachweis
Meningeom -> CT/MRT Befund
Rundliche, scharf begrenzte Raumforderung
Dural-Tail-Sign: Verdickung der Dura seitlich der eigentlichen Basis eines Meningeoms, so dass es aussieht, als hätte das Meningeom einen Ausläufer
Mit KM: Ausgeprägtes Enhancement, variable Ödemneigung → Bild eines Schneeballes
Nativ im CT meist leicht hyperdens, gelegentlich Verkalkungen
Nativ im MRT: T1 → isointens, T2 → iso- bis hyperintens
Quantitative Bewusstseinsstörung
Somnolenz: Patient:in wird wach und lässt sich auch wach halten, schläft jedoch bei fehlender Ansprache immer wieder ein
Sopor: Patient:in wird kurz wach, lässt sich jedoch nicht wach halten
Koma: Patient:in wird nicht wach
Stadium I (leicht): Gezielte Abwehrbewegung, Pupillenreaktion und vestibulo-okulärer Reflex vorhanden
Stadium II (mittel): Ungezielte Abwehrbewegung und Pupillenreaktion verzögert,vestibulo-okulärer Reflex vorhanden
Stadium III (schwer): Unkonstante, ungezielte Abwehrbewegung, Beugesynergismenoder Strecksynergismen, Pupillenreaktion verzögert oder sogar erloschen, vestibulo-okulärer Reflex erloschen
Stadium IV (tief): Keine Abwehrbewegung und Strecksynergismen, Muskeltonusherabgesetzt, Pupillenreaktion und vestibulo-okulärer Reflex erloschen
Paraphasien
Paraphasien: Wortverwechslungen
Phonematische Paraphasie: Erschaffung neuer Wörter, die der Lautfolge nach nicht existieren, dem Ursprungswort aber ähnlich sind (z.B. „Bulme“ statt „Blume“), oder Verwendung existierender Wörter mit ähnlicher Lautfolge, aber deutlich abweichender Bedeutung (z.B. „Maus“ statt „Haus“)
Semantische Paraphasie: Statt korrekter Wörter werden andere, aber der Bedeutung nach verwandte Wörter verwendet (z.B. „Hund“ statt „Katze“ oder „rollen“ statt „laufen“)
Perseveration
Perseveration: Krankhaftes Wiederholen gleicher Worte, die unmittelbar zuvor gesagt wurden, aber im weiteren Kontext nicht mehr sinnvoll oder notwendig sind
Beispiel: „Dann habe ich eine Gabel… mit der Gabel… die Gabel… mit der Gabel den Kuchen gegessen.“
Neologismen
Neologismen: Wortneuschöpfungen, die im Sprachgebrauch so nicht existieren
Beispiele: „Augenhaare“ statt „Wimpern“ (Ursprung erkennbar), „Lalale“ statt „Blume“ (Ursprung entstellt), „Eisflügelpferd“ (völlige Neuschöpfung)
Sprachautomatismen
Paragrammatismus
Sprachautomatismen: Häufige Verwendung inhaltsleerer Floskeln bis hin zu aneinandergereihten sinnlosen Silben
Paragrammatismus: Meist komplexer, aber falscher Satzbau mit abweichender Abfolge von Satzteilen, Satzteilverdopplungen, Satzabbrüchen, fehlerhaften Konjugationen, Deklinationen
Motorische oder expressive Aphasie (veraltet Broca)
Definition:
Sprachproduktion: Expressive Sprachstörung mit telegrammartiger, agrammatikalischer Sprache und verzögertem Sprachduktus
Sprachverständnis meist intakt
Häufig gesteigerte Sprechanstrengung
Ursache:
Läsionen im motorischen Sprachzentrum (Broca-Areal)
Sensorische Aphasie (Wernicke)
Fließende Rede ohne sinnhaften Zusammenhalt
Häufig Neologismen
Läsionen im sensorischen Sprachzentrum(Wernicke-Areal)
Globale Aphasie (expressiv-rezeptive Aphasie)
Kombination aus expressiver und sensorischer Aphasie
Sprachproduktion und Sprachverständnis stark reduziert (häufig auch dysexekutive Symptome)
Läsionen in den motorischen und sensorischen Sprachzentren
Amnestische Aphasie (anomische)
Sprachverständnis intakt
Wortfindungsstörungen
Objekte können nicht benannt werden
Semantische Paraphasien
Fokale Läsionen
Temporal
Temporoparietal
Frontal
Diffuse Läsionen in mehreren Kortexarealen
TranskortikaleAphasie
motorisch:
Nachsprechen möglich
Sprachverständnis erhalten
Kaum eigenständige Formulierungen
Präzentrale Hirnareale
Nachsprechen ohne Sprachverständnis möglich
Wenig Spontansprache
Kaum Sprachverständnis
postzentrale Hirnareale
Zur Aufdeckung eines subklinischen Rigors der oberenExtremität kann die zu untersuchende Person aufgefordert werden, während der Untersuchung wiederholt Bewegungen des kontralateralen Arms auszuführen (z.B. Öffnen und Schließen der Hand). Auf diese Weise wird eine aktive Mitbewegung unterdrückt!
Muskuläre Hypotonie
Verminderter Tonus der Skelettmuskulatur
Spastik
Erhöhter Tonus bei passiver Dehnung der Skelettmuskulatur, geschwindigkeits- und beschleunigungsabhängig (Widerstand bei einsetzender schneller Bewegung und während der Beschleunigung größer als bei langsamer Bewegung)
Ggf. mit Taschenmesser-Phänomen: Zu Beginn der passiven Bewegung erhöhter muskulärer Tonus, gefolgt von einem raschen Nachlassen des Widerstandes
Rigor
Erhöhter Tonus mit „wachsartigem“ Widerstand bei passiver Dehnung der Skelettmuskulatur, nicht geschwindigkeitsabhängig
Ggf. mit Zahnradphänomen: Rigor mit ruckartigen Unterbrechungen durch einen überlagerten Tremor
-> Die Abgrenzung zur Spastik kann in der Praxis Probleme bereiten. Entscheidend ist, dass sich die Spastik durch eine langsame und sehr gleichmäßige passive Bewegung überwinden lässt, der Rigor aber durchgehend vorhanden ist.
Kraftgrade
Medical-Research-Council-Skala
0: Keine Muskelaktivität
Plegie (Paralyse): Vollständige Lähmung einzelner oder mehrerer Muskeln
1: Tastbare Muskelaktivität ohne Bewegungseffekt
Parese: Unvollständige Lähmung einzelner oder mehrerer Muskeln
2: Bewegung ohne Einfluss der Schwerkraft bzw. nur unter Ausschaltung der Schwerkraft möglich
3: Bewegung gegen die Schwerkraft möglich
4: Bewegung gegen leichten/mäßigen/kräfitgen Widerstand möglich
4-/4 (leicht/mäßig)
4+ (Bewegung gegen kräftigen Widerstand möglich, aber schwächer als Gegenseite)
Latente Parese: Nicht offensichtliche, nur im Seitenvergleich festzustellende Lähmung einzelner oder mehrerer Muskeln
5: Normalbefund: Seitengleiche Kraftentfaltunggegen kräftigen Widerstand
Volle Kraft
Zentrale Parese (1. Motoneuron) -> Befund
Muskeltonus ↑ (spastische Parese) /eutroph
Eine zentral bedingte Parese muss nicht immer zu einer spastischen Tonuserhöhung führen, eine spastische Parese ist jedoch immer zentralen Ursprungs.
Reflexniveau ↑
Klinische Zeichen:
Pyramidenbahnzeichen
Reflexzonenverbreiterung
Physiologische Fremdreflexe ↓
Unerschöpfliche Kloni
Auftreten von Massenbewegungen (Beim Versuch, differenzierte Bewegungen auszuführen, bewegen sich Muskeln bis in proximale Extremitätenabschnitte mit.)
Ursachen:
Multiple Sklerose
ZNS-Tumor
Schlaganfall
Schädel-Hirn-Trauma
Rückenmarksläsion
Periphere Parese (2. Motoneuron)
Muskeltonus ↓ (schlaffe Parese)/ atroph
Reflexniveau ↓/nicht auslösbar
Klinische Zeichen: Faszikulationen
Mechanische periphere Nervenläsionen
Motorische Neuropathien, z.B.
Mono- oder Polyneuropathien
Radikulopathien
Konus-Kauda-Syndrom
kloniforme Reflexsteigerung
Ausgeprägte Reflexantwort eines Muskeleigenreflexes mit unwillkürlichen, rhythmischen Kontraktionen. Sie wird als Pyramidenbahnzeichen gewertet, wenn sie nicht erschöpflich oder seitendifferent ist und entsteht durch eine fehlende Hemmung afferenter Impulse auf die α-Motoneurone.
Kreuzende Reflexantwort
Antwort auch des kontralateralen Effektormuskels, meist zusammen mit segmental benachbarten Muskeln/Muskelgruppen ipsilateral oder beidseits
Überspringende Reflexantwort
Überspringende Reflexantwort: Antwort segmental benachbarter Muskeln/Muskelgruppen zusammen mit dem eigentlichen Effektormuskel
Pathologische Fremdreflexe
Pathologische Fremdreflexe -> Primitivreflexe
Babinski-Gruppe
Babinski-Reflex:
Kräftiges Bestreichen des Fußaußenrandes mit z.B. der Spitze des Reflexhammergriffs
Gordon-Zeichen
Kompression der Wadenmuskulatur
Oppenheim-Zeichen
Kräftiges Bestreichen entlang der Tibiavorderkante
-> Pathologische Reflexantwort: Dorsalextension der Großzehe mit Beugung und Spreizung der Kleinzehen („Babinski positiv“)
Weitere:
Palmarer Greifreflex
Bestreichen der Handinnenfläche
Fingerbeugung (Zugreifen)
Beim Erwachsenen Zeichen einer schweren allgemeinen Hirnschädigung
Palmomentalreflex
Festes Bestreichen des Daumenballens von proximal nach distal
Kurzes Zucken der ipsilateralenKinnmuskulatur
Glabellareflex
Beklopfen der Glabella (zwischen den augenbrauen)
Unwillkürlicher und unerschöpflicher Augenschluss
Unerschöpfliche Reflexantwort kann beim Erwachsenen z.B. auf Morbus Parkinsonhinweisen
Rebound-Versuch
Rebound-Versuch (Prüfung des Rückprall- bzw. Rückstoßphänomens)
Definition des Rückprall- bzw. Rückstoßphänomens: Zerebellär vermittelte Fähigkeit, (tonische) Muskelaktivität gegen Widerstand sofort auszusetzen und gegenzusteuern, sobald der Widerstand wegfällt
Romberg-Stehversuch
Beschreibung
Klinischer Test zur Untersuchung einer (Stand‑)Ataxie
Kann helfen, zwischen sensibler und zerebellärer Ataxie zu unterscheiden
Patient:in bitten, mit dicht nebeneinander stehenden Füßen und vorgestreckten Armen zu stehen und dann die Augen zu schließen
Interpretation
Begriffsdefinition im ursprünglichen Sinne des Romberg-Stehversuchs
Romberg negativ: Auch nach Augenschluss anhaltend sicherer und ruhiger Stand auf kleinstmöglicher Standfläche ohne Schwanken, Ausgleichsbewegungen der Arme oder Ausfallschritte
Romberg positiv: Nach Augenschluss beginnendes Schwanken, erkennbare Ausgleichsbewegungen der Arme oder Ausfallschritte -> MERKE: Diese Definition setzt voraus, dass das Stehen vor Augenschluss unauffällig war, dies ist jedoch keineswegs immer der Fall!
Pathologische Befunde
Patient:in ist nicht in der Lage, stabil geradezustehen und schwankt ungerichtet hin und her
Bereits bei geöffneten Augen: Hinweis auf zerebelläre Funktionsstörung (zerebelläre Ataxie)
Erst einsetzend oder eindeutig zunehmend nach Augenschluss: Hinweis auf sensible Ataxie z.B. im Rahmen einer Polyneuropathie („Romberg positiv“ im ursprünglichen Sinne)
Patient:in zeigt eine Fallneigung in eine Richtung
Bereits bei geöffneten Augen: Hinweis auf lateralisierte Kleinhirnschädigung
Erst einsetzend oder eindeutig zunehmend nach Augenschluss („Romberg positiv“ im ursprünglichen Sinne): Hinweis auf zentral- oder peripher-vestibuläre Ursache (Bspw. Neuropathia vestibularis)
Unterberger-Tretversuch
Durchführung: Patient:in bitten, mit geschlossenen Augen ca. 50-mal auf der Stelle zu marschieren
Normalbefund: Patient:in dreht sich nicht oder höchstens um 45° (Unterberger unauffällig)
Pathologischer Befund: Bei wiederholter Durchführung reproduzierbare Drehung von >45° um die eigene Achse (Unterberger auffällig)
Störungsursache: Ipsilaterale (zur Drehrichtung) peripher-vestibuläre oder lateralisierte zerebelläre Schädigung
Richtung von Nystagmus bei Schwindel
immer zum aktiveren Organ
Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel: betroffenes Ohr
Neuropathia vestibularis: zum gesunden Ohr -> durch Fixation supprimierbar
Morbus Menière: Horizontaler Spontannystagmus während der Attacke, dessen Richtung wechseln kann -> Der Nystagmus schlägt immer in die Seite des aktiveren Vestibularorgans. Im Anfall ist zunächst das betroffene Vestibularorgan übererregt, sodass der Nystagmus in Richtung des kranken Ohrs geht (Reiznystagmus), am Ende der Attacke dreht sich der Nystagmus wieder um (Erholungsnystagmus), bevor er zum Erliegen kommt
Vestibulo-okulärer Reflex
BPLS: normal
Neuropathia vestibularis: gestört beim Kopfimpulstest zur betroffenen Seite (aktivierende Afferenz auf die nach kontralaterale Blickmotorik fehlt)
Kalorische Testung
Prinzip: Testung der Erregbarkeit des Gleichgewichtsorgans durch definierte thermischeReizung
Patient:in liegt mit 30° angehobenem Oberkörper auf einer Liege
Spülung des oben liegenden äußeren Gehörgangs mit je etwa 100 mL warmem (44 °C) und kaltem (30 °C) Wasser oder entsprechend temperierten Luftströmen
Dabei Beobachtung der Augenbewegungen zur Detektion der auftretenden Nystagmenmittels Frenzel-Brille
Oder Elektronystagmografie
Normalbefund
Warmreizung: Nystagmus zum gereizten Ohr
Kaltreizung: Nystagmus zur Gegenseite
Typischer Befund bei Neuropathia vestibularis: Unter- oder Unerregbarkeit des betroffenen Gleichgewichtsorgans (reduzierter oder fehlender Nystagmus bei Reizung)
Definition TIA
Transitorische ischämische Attacke
Kein Läsionsnachweis in diffusionsgewichteten MRT-Sequenzen
Stroke im Basilarisstromgebiet
Typische Konstellation:
Vigilanzminderung +
Zeichen einer Hirnstammschädigung +
schwere motorische Störung
Hirnstamminfarkt
Häufige Symptome
Vigilanzstörungen, Schwindel, Dysarthrie, Dysphagie, Okulomotorikstörungen, Ataxie, Singultus
Hemiplegia-alternans-Syndrom: „Gekreuzte Hirnstammsymptomatik“, bestehend aus
Ipsilateralen Hirnnervenausfällen und
Kontralateraler sensibler und/oder motorischer Halbseitensymptomatik
Befunde des ischämischen Schlaganfalls im nativ cCT
Befunde des ischämischen Schlaganfalls im Nativ-cCT
Zeit nach Symptombeginn
Typische Darstellung
2–6 h
Ggf. Frühzeichen wie
Verstrichene Sulci
Verlust der Mark-Rinden-Grenze und unscharfe Abgrenzung grauer und weißer Substanz in Basalganglien und insulärem Kortex
Hyperdenses Mediazeichen (bei Mediainfarkt)
12–24 h
Beginnende Demarkierung
Hypodensität im Infarktgebiet
Ggf. Ödembildung (insb. bei großen Infarkten) mit Kompression von Umgebungsstrukturen
Tag 10–18
Fogging-Phase
Passagere Nicht-Sichtbarkeit des Infarkts
Ab 3. Woche
Definitive Demarkierung
Bleibende Hypodensität im Infarktareal (liquorisodense Infarktnarbe)
Mismatch bei Stroke
DWI-FLAIR-Mismatch (MRT)
Ziel: Zeitliche Einordnung in Bezug auf das Thrombolysezeitfenster von 4,5 h bei Unknown-Onset Stroke
Prinzip:
In der Diffusionsgewichtung (DWI) wird bereits kurz nach Ischämiebeginn eine eingeschränkte Diffusion (Hyperintensität) sichtbar.
In der FLAIR-Sequenz (T2-gewichtete Wasserunterdrückung) tritt das Infarktsignal dagegen erst nach etwa 4,5 Stunden auf.
Darstellung einer Penumbra
Ziel: Abschätzung der Penumbra (minderperfundiertes Areal mit möglicherweise noch nicht irreversibel geschädigtem Gewebe um einen Infarktkern mit wahrscheinlich irreversibel geschädigtem Gewebe herum)
Zb bei Zeitfenster >6 h nach Symptombeginn
Modalitäten
Perfusions-CT
MRT: Perfusions-Diffusions-Mismatch
Das PWI-DWI-Mismatch („Penumbra Imaging“) beschreibt die Diskrepanz zwischen Perfusion und Diffusion im ischämischen Gebiet:
DWI (Diffusionsgewichtung): Zeigt das Infarktkern‑Areal, also bereits irreversibel geschädigtes Gewebe.
PWI (Perfusionsgewichtung): Zeigt Areale mit reduzierter Durchblutung (minderperfundiert, aber evtl. noch vital).
Kontraindikationen für intravenöse Thrombolysetherapie bei Schlaganfall
Blutungen
Intrakranielle Blutung
Nachgewiesene aktive Blutung in der Bildgebung
Zurückliegende Blutung
Lebensbedrohliche Blutung eines anderen Organs
Störungen der Blutgerinnung
Gerinnungsparameter: Thrombozyten <100.000/μL, INR >1,7
Systemische Faktoren
Unkontrollierbare, schwerwiegende arterielle Hypertonie
Blutdruck >185/110 mmHg (medikamentös vor Beginn der Lysetherapie nicht stabil einstellbar auf ≤180/105 mmHg)
Gewebedefekte und Zustände mit hohem Blutungsrisiko
Punktion nicht-komprimierbarer Organe
Große Operation oder Trauma
Entbindung
Neoplasien
Nach schlaganfall Prävention
Allgemein
Maßnahmen der Primärprävention (Risikofaktoren einstellen) sowie
Behandlung mit Statinen
Blutdruckeinstellung i.d.R. mit Zielkorridor von 120/70–140/90 mmHg
Schlaganfall OHNE Vorhofflimmern
Frühe Rezidivprophylaxe mit einfacher Thrombozytenaggregationshemmung
ASS; bei Unverträglichkeit: Clopidogrel
Beginn innerhalb von 24–48 h nach Symptombeginn
Schlaganfall MIT Vorhofflimmern
Therapeutische Antikoagulation mit DOAK oder Cumarinen
Keine zusätzliche Gabe von ASS oder Clopidogrel
Karotisstenose
Flussgeschwindigkeiten von ca. 300–500 cm/s sprechen für eine hochgradige Stenose
Vorgehen:
Symptomatische Stenose (innerhalb der letzten 6 Monate TIA, Ischämie oder retinaler Gefäßverschluss)
Maßnahmen der Sekundärprävention des ischämischen Schlaganfalls
Revaskularisierung: Insb. bei hochgradigen Stenosen empfohlen
Thrombendarteriektomie (offen chirurgisch)
Stentimplantation (endovaskulär)
Akut symptomatisch :
Auf dem Boden einer bestehenden Stenose kommt es zu einem embolischen Gefäßverschluss.
Rekanalisierende Therapie des ischämischen Schlaganfalls
Asymptomatische Stenose
Maßnahmen der Primärprävention des ischämischen Schlaganfalls
Ggf. Thrombozytenaggregationshemmung mit ASS und Statingabe
Revaskularisierung erwägen (bei hochgradigen Stenosen)
Klassifikation ischämischer Schlaganfall
TOAST-Klassifikation (Trial of Org 10172 in Acute Stroke Treatment) -> international etabliertes Klassifikationssystem zur Ätiologie-Einteilung ischämischer Schlaganfälle
Kategorie
Typische Mechanismen und Beispiele
1. Atherothrombotischer Schlaganfall
Schlaganfall infolge Atherosklerose großer Arterien mit Thrombose oder arterioarterieller Embolie.
Plaqueruptur oder Stenose großer hirnversorgender Arterien (z.B. A. carotis interna)
2. Kardioembolischer Schlaganfall
Embolie aus dem Herzen, meist durch Vorhofflimmern, Klappenerkrankung, Myxom oder frischen Infarkt.
Thrombusbildung im linken Vorhof oder Ventrikel; paradoxe Embolie über persistierendes Foramen ovale
3. Lakunärer Schlaganfall (kleingefäßbedingter Infarkt)
Folge von Mikroangiopathie kleiner perforierender Arterien (Lakunärinfarkte ≤1,5 cm).
Chronische arterielle Hypertonie mit hyaliner Arteriolosklerose; typische Lokalisation: Basalganglien, Thalamus
4. Schlaganfall durch sonstige definierte Ursache
Seltenere oder spezielle Ursachen.
Z.B. Dissektionen der A. carotis/vertebralis, Vaskulitiden, koagulopathische oder iatrogene Ursachen
5. Kryptogener Schlaganfall (unbestimmte Ursache)
Keine eindeutige Ursache trotz umfassender Diagnostik, oder mehrere mögliche Ursachen.
Häufig unterteilt in ESUS (Embolic Stroke of Undetermined Source) – vermutet embolische Genese ohne klare Quelle
TOAST-Klassifikation
Leitbefund
Sekundärprävention
TOAST-Kategorie
Leitbefund / Diagnostischer Hinweis
Bevorzugte Sekundärprävention
Atherosklerotisch
Stenose ≥50 % einer hirnzuführenden Arterie
Thrombozytenaggregationshemmung
Kardioembolisch
Vorhofflimmern, Klappenvitien, intrakardiale Thromben
Antikoagulation
Lakunär
Kleiner subkortikaler Infarkt ohne Kortikalbeteiligung
Thrombozytenaggregationshemmung, Blutdruckkontrolle
Seltene Ursache
Dissektion, Vaskulitis, Thrombophilie u.a.
Ursache-spezifisch
Kryptogen / ESUS
Keine eindeutige Ursache
Thrombozytenaggregationshemmung (kein Antikoagulanz-Benefit)
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