Bezeichnungen eines Brückenbauwerks
Unterschiedung von Brücken nach dem Hauptbaustoff
Massivbrücken (Stahlbeton oder Spannbetonbrücken)
Stahlbrücken
Verbundbrücken
Holzbrücken
Haupttragsysteme für Straßen- und Eisenbahn-Brücken
Balkenbrücke
einfeldrig:
in massiver Bauweise: ab ca. L = 12 (15) m häufig vorgespannt
mehrfeldrig:
(Stützeweite kann durch ausgeprägte Vouten vergrößert werden)
in massiver Bauweise:
ab ca. L = 15 m vorgespannt, offene Querschnitte bis ca. L = 50 m, darüber Hohlästen
Überbau frei drehbar auf Unterbau gelagert
Verhältnis der Stützweiten vom Mittelfeld zu den Endfeldern beachten (siehe andere Karteikarte)
Vorteile:
Längenänderungen des Überbaus aus Vorspannung und Temperatur sowie Durchbiegungen infolge Belastung sind zwängungsfrei möglich. (Unterschied Einfeldträger (stat. best.) und Mehrfeldträger (stat. unbest.) beachten)
Balkenbrücken mit konstanter Konstruktionshöhe werden als parallelgurtig bezeich net und stellen im Hinblick auf die Herstellung die wirtschaftlichste Bauart dar.
Nachteile:
geringe Stützweiten verglichen mit anderen Haupttragsystemen
Rahmenbrücke
für kleine Stützweiten auch als geschlossene Rahmen, für größere Brückenlänge auch als Schrägstielbauwerke
biegesteife Verbindung zwischen Riegel und Stiel
Rahmenbrücken sind eine Sonderform der integralen Bauwerke (Integrale Bauwerke: Überbau u. Widerlager/Stützen direkt verbunden, keine Lager. Semi-integrale Bauwerke: mehrfeldriger Überbau, der mit den Innenstützen biegesteif verbunden und auf den Widerlagern gelenkig gelagert ist.)
Durch Einspannung geringere Biegmomente im Feld => geringere Bauhöhe
keine Lager => verringerte Wartungskosten während der Nutzungsphase
Schrägstielbrücken: Stiele werden geneigt ausgeführt => Sprengwerkswirkung verstärkt sich => höhere Drucknormalkräfte, die im Riegel und in den Stielen günstig zum Überdrücken der Biegeanteile wirken
Analogie Sprengwerk:
Zwar geringere Biegemomente im Feld, dafür aber hohe Horizontalkräfte an den Stützenfußpunkten => Gründung muss das auch können
hohe Zwangsbeanspruchungen infolge Temperatur, weil sich Bauwerk nicht frei in Längsrichtung verformen kann
=> hoher Aufwand für die Gründung, welche die Unverschieblichkeit der Auflagerpunkte garantieren muss
=> ungeeignet bei schlechtem Baugrund
=> Begrenzung der Riegellänge, weil Zwangskräfte mit zumehmender Stützweite steigen
Fachwerkbrücke
in Massivbauweise nicht sinnvoll
eigenen sich besonders für Stahlbrücken
System mit untenliegender Fahrbahn besonders geeignet bei geringer Bauhöhe
aufwändige Herstellung und Unterhaltung durch aufwändigen Korrosionsschutz
nicht geeignet bei kleinen Radien
Bogenbrücke
üblicherweise aus Stahlbeton
Variante: Gewölbereihe
zur Überbrückung einer einzigen Spannweite (z. B. Tal mit tiefem Einschnitt)
aus der Haupttragwirkung (Sprengwerkswirkung?) resultieren im Bogen hauptsächlich Druckkräfte, Biegemomente im Bogen haben untergeordnete Bedeutung
Nachteile
man braucht guten Baugrund, da viel Druck aus dem Bogen in den Baugrund kommt
und laut Skript: Der Bogen erzeugt einen großen Bogenschub an den Lagerpunkten (Lagerungspunkte Bogen = “Kämpferpunkt”). Guter Baugrund zur Aufnahme des Bogenschubs erforderlich.
Stabbogenbrücke
Im Unterschied zur Bogenbrücke wirkt die Fahrbahnplatte bei der Stabbogenbrücke nicht nur als Gewicht, sondern als Zugband zwischen den beiden Kämpfern.
üblicherweise in Stahlbauweise
gut geeignet bei geringer Bauhöhe
Variante Netwerkbogenbrücke:
(Stützweite kann vergrößert werden)
Die Hänger bilden ein Hängernetz, das wie die Diagonalen eines Fachwerks eine schubsteife Verbindung von Bogen und Ver steifungsträger erzeugt. Dadurch werden die Biegemomente und damit die Kon struktionshöhe sowohl des Bogens als auch des Versteifungsträgers deutlich redu ziert.
Schrägseilbrücke
große Spannweiten realisierbar / Einsatz für größere Stützweiten, für die andere Systeme technisch begrenzt sind
Bauwerk im Freivorbau (d. h. ohne Hilfsstützen) herstellbar. Die einzelnen Abschnitte werden mit dem gleichzeitigen Einbau weiterer Schrägseile vorgebaut.
Bei Schrägseilbrücken wird die Fahrbahn mit schrägen, geneigten Seilen an einem Pylon aufgehängt. Die in den Pylon eingeleiteten Zugkräfte werden rückwärtig durch Schrägseile zum Randfeld aufgenommen. Die Verankerung der Zugkräfte erfolgt so, dass die Horizontalkräfte aus den Seilen als Druckkräfte vom Versteifungsträger aufgenommen und ausgeglichen werden. Damit entsteht ein für Horizontalkräfte innerlich geschlossenes, d.h. selbst verankertes System.
kaum als Eisenbahnbrücke wegen des verformungsweichen Tragsystems
Hängebrücke
üblicherweise im Stahlbau
Vorteile
Einsatz für größere Stützweiten, für die andere Systeme technisch begrenzt sind
Bei erdverankerten Hängebrücken wird die Zugkraft aus dem Tragseil in Ankerblöcken, die aus Schwergewichtswiderlagern oder Zugpfählen bestehen, verankert. Sie hat den Vorteil, dass zunächst die Tragseile und Pylone aufgebaut werden können und dann der Versteifungsträger abschnittsweise ohne Gerüst eingehängt werden kann.
Tragseile (also nicht die vertikalen Seile (nicht sicher)) können praktisch nicht ausgetauscht werden => hohe Anforderungen an Korrosionsschutz und Dauerhaftigkeit der Verankerung der Tragseile am Ende der Brücke
Versteifungsträger (horizontale Platte / Fahrbahnträger, der an den Seilen hängt?) sehr schlank => dynamische Probleme (Flatterschwingungen)
Anforderungen an ein Brückenbauwerk
Einhaltung der vorgegebenen Trassierung
Bereitstellung der erforderlichen Querschnittsbreite: Die Querschnittsbreite ist von der Nutzung abhängig, bei Straßenbrücken von der Anzahl der Fahrspuren, bei Eisenbahnbrücken von der Anzahl der überführten Gleise und bei Fußgänger- und Radwegbrücken von der Nut zung.
Gewährleistung der Robustheit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit
Herstellbarkeit
wirtschaftlicher Abtrag der Verkehrslasten
Teile eines Bauwerksentwurfes
Erläuterungsbericht
Übersichtskarte zur Baumaßnahme
Kostenberechnung
Baugrundgutachten mit geotechnischen Untersuchungen
Entwurfszeichnungen
Entwurfsstatik
Verhältnis der Stützweiten bei Balkenbrücken
Die Stützenstellung beeinflusst den Momentenverlauf und damit die Beanspru chungsgrößen.
Randfelder sollten aus statischen sowie aus gestalterischen Grün den eine etwas kleinere Stützweite als die Innenfelder aufweisen.
Bei einem Stützweitenverhältnis von 1 : 1,35 : 1 sind die Feld- und Stützmomente bei Gleichlast nahezu gleich groß.
Wird das Verhältnis von Rand- zu Innenfeld kleiner als 1 : 2, können aus Gleichlast abhebende Kräfte am Endauflager entstehen. Das ist möglichst zu vermeiden.
Richtlinien
RE-ING (Entwurf):
Richtlinie für den Entwurf, die konstruktive Ausbildung und Ausstattung von Ingenieurbauten
RAB-ING (Entwurf):
Richtlinie für das Aufstellen von Bauwerksentwürfen für Ingenieurbauten
Ziel: einheitliche Bauwerksentwürfe
ZTV-ING (Baudurchführung):
Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten
Sind Vertragsgrundlage
RiZ-ING:
Richtzeichnungen für Ingenieurbauten
Geländer, Kappen etc. nach standardisierten Zeichnungen
Eisenbahnbrücken:
Richtlinie 804 für Neubau
Ständige Lasten
Setzt sich zusammen aus Überbaulasten, Lasten aus dem Fahrbahnbelag und Brückenausstattung (Geländer, Kappe etc.)
Wichte Fahrbahnbelag 25 kN/m³
Vertikale Verkehrslasten => LM 1 und LM 4
Einwirkungen für Straßenbrücken nach EC für Brücken mit Einzelstützweiten bis 200 m und Fahrbahnbreiten bis 42 m. Für größere Stützweiten liegen die Werte auf der sicheren Seite, werden aber unwirtschaftlich.
Unterteilung der Fahrbahn (Breite zwischen den Schrammborden (Brückenbreite abzüglich der Kappenbreiten)) in rechnerische Fahrstreifen mit w = 3 m und Restfläche - unabhängig von dem wirklichen Fahrstreifen:
Es gilt: Fahrstreifen 1 isst am höchsten belastet, Fahrstreifen 2 am zweithöchsten, Fahrstreifen 3 am dritthöchsten. Die Lage der Streifen in nicht festgelegt (also es muss Streifen 1 nicht immer auf der rechten Seite liegen), sondern die Lage muss so gewählt werden, dass für den Einzelnachweis die ungünstigste Beanspruchung aus dem LM resultiert.
LM 1:
UDL: gleichmäßig verteilte Flächenlasten - festeglegt je Fahrstreifen
Tandem-System (TS): Einzellasten
Fahrstreifen 1: 300 kN je Achse, d. h. 600 kN je Tandemachse, 150 kN je Rad
Fahrstreifen 2: 200 kN je Achse, d. h. 400 kN je Tandemachse, 100 kN je Rad
Fahrstreifen 3: 100 kN je Achse, d. h. 200 kN je Tandemachse, 50 kN je Rad
Abstand der Doppelachsen in Längsrichtgung: 1,2 m
Radaufstandsfläche: 40 x 40 cm²
Eine (vollstände) Tandenachse je Fahrstreifen
Aber: Für lokale Nachweise ist es zulässig, auch nur eine Achse oder Radlast an zusetzen, wenn dies zu ungünstigeren Ergebnisse führt.
Wie bei den UDL-Lasten sind die TS-Lasten zwar an den Fahrstreifen gekoppelt, aber die Tandemachse eines Fahrstreifens ist in Querrichtung nicht an die Tandemachse des benachbarten Fahrstreifens gekoppelt
Tandemachsen können innerhalb ihren Fahrstreifens in Querrichtung unabhängig voneinander verschoben werden, um ungünstigste Kombi zu erreichen (aber Radabstand >= 0,50 m (“Achsabstand” der Räder, also nicht Radaußenkante zu Radaußenkante))
Aber: Bei globalen Nachweisen sollte jede Doppelachse in der Mitte der rechnerischen Fahrstreifen angesetzt werden.
Verschiebung in Brückenlängsrichtung gekoppelt, um ungünstigste Kombi zu errechichen (nicht sicher)
Für ungünstigste Stellung von Einzellasten auf Plattenbrücken bspw. Homberg-Tafeln
LM 4:
Menschenansammlungen: 5 kN/m², auch auf Geh- und Radweg
Horizontale Verkehrslasten
wichtig für Lagerbemessung
Bremsen und Anfahren:
=> gleichmäßig verteilte Streckennormalkraft
Zentrifugalkräfte:
Windlasten
Abhängig von der Windzone, der Bauwerkshöhe über dem Gelände und den Brückenabmessungen
Tabelle für Windzone 1+2 und Tabelle für Windzone 3+4
Eingangswerte:
Höhe der resultierenden Winflast über dem Geländ
Verhältnis b/d
b = Gesamtbreite Deckbrücke (?) (= Überbaubreite?)
d = Höhe des Überbaus
d mit oder ohne Verkehr (Höhe Verkehrsband 2 m)
Außergewöhnliche Einwirkungen aus Straßenfahrzeugen
Anprall an Unterbauten
1500 kN in Fahrtrichtung an Pfeiler und andere stützende Bauteile
750 kN quer
Anprall am Überbau
Fahrzeuge auf Geh- und Radwegen:
eine Doppelachse aus dem Fahrstreifen 2 (200 kN gesamt bzw. 100 kN je Rad)
längs oder quer
Lage des Rades:
bei weichen Schutzeinrichtunge, die überwunden werden können: Rad bis an Außenkante Überbau (inkl. Kappengesims)
bei Betonschutzwänden: bis an Schutzeinrichtung heran
Verteilung der Einzellast auf dem Kragarm:
Berechnung der mitwirkenden Plattenbreite bM bspw. über Formel nach Rombach
=> Stützmoment = Einzellast * Hebel / bM
Achtung: Überschneidung der Verteilungsfläche der Einzellasten im blau markierten Bereich
=> Stützmoment = 2 * Einzellast * Hebel / bM
Maßgebende Stelle: Einzellasten am Überbauende, weil mitwirkende Breite geringer:
Temperatureinwirkungen
Überlagerung der Temperaturanteile (gleichmäßige und ungleichmäßige Abkühlung/Erwärmung) nur dann, wenn beide Temperaturanteile Schnittgrößern verursachen. Z. B. bei einem Merhfeldträger mit Lagern verursacht nur die ungleichmäßige Abkühlung/Erwärmung Schnittgrößen, die konstante aber nicht
Verkehrslastgruppen
Durch die Festlegung von Verkehrslastgruppen wird die gleichzeitig anzunehmende Einwirkung verschiedener Lastmodelle, sowohl der vertikalen als auch der horizontalen Einwirkungen, geregelt.
Jede dieser sich gegenseitig ausschließenden Lastgruppen gr1 bis gr6 gilt als eine charakteristische Einwirkung bei Kombination mit den anderen Einwirkungen wie z.B. Wind, Temperatur.
(Teilweise muss eine Verkehrslastgruppe aufgesplittet werden, weil es für bspw. für UDL und TS unterschiedliche Kombinationsbeiwerte gibt.)
Einwirkungskombination
GZT (STR/GEO):
Teilsicherheitsbeiwert Gamma für ständige Einwirkungen:
ungünstig: 1,35
günstig: 1,5
Bei Eisenbahnbrücken ist zu beachten, dass die ständigen Lasten wegen des Schotterbetts größeren Streuungen unterliegen:
ungünstig: 1,5
günstig: 0,9
Teilsicherheitsbeiwert Gamma für Einwirkungen aus Straßenverkehr: 1,35 (im Unterschied zum Hochbau: 1,5)
Teilsicherheitsbeiwert Gamma für vertikale Einwirkungen aus Fußgängerverkehr: 1,5
Lastverteilung bei Einzellasten auf Platten
Aufgaben des Überbaus
Eigentliche Verkehrsfläche
Bestandteil der Haupttragkonstruktion
Überlegungen zur Wahl des Querschnitts des Überbaus
technisch:
Gesamtlänge des Bauwerks, Stützweiten, Gradiente der Fahrbahn
Krümmungsverhältnisse im Grundriss
Tragwerksart (Balkenbrücke, Bogenbrücke, Rahmenbrücke)
statisches System (Einfeldträger, Durchlaufträger, Rahmen)
Bauweise (Stahlbeton, Spannbeton)
betrieblich:
Größe der Nutzlast
Anforderungen aus der späteren Nutzung (Verformungen, Fahrdynamik)
wirtschaftlich:
Anforderungen aus dem Bauverfahren (Zwischen und Bauzustände)
gestalterisch:
filigranes und schlankes Erscheinungsbild
Farbgebung der Oberfläche
Licht-Schatten-Effekte
Tragsysteme bei Massivbrücken
Massivbrücken: Plattenbrücken: Stützweite
Angaben von Scheel:
max. ca. 20 m, auch mit Vorspannung
ab ca. 15 m vorspannen
RE-ING:
ohne Vorspannung, einfeldrig: bis 15 m
ohne Vorspannen, mehrfeldrig: bis 20 m
mit Vorspannung, einfeldrig: bis 25 m
mit Vorspannen, mehrfeldrig: bis 35 m
Massivbrücken: Plattenbrücken: Vor- und Nachteile
Massivbrücken: Plattenbrücken: Konstruktionshöhe (Plattendicke)
50 bis 100 cm
Massivbrücken: Plattenbrücken: Tragsysteme
zweiseitig gelenkig gelagerter Einfeldträger
beidseitig eingespannter Einfeldträger (Rahmenbrücken)
Durchlaufträger (Mehrfeldplatte)
Hohlplattenbrücken nach RE-ING nicht zulässig. Probleme:
Dichtheit
Aufschwimmen der Hohlkörper
Verdichtungsmängel unter den Hohlkörpern
Massivbrücken: Plattenbrücken: Lagerung
Linienlager (Betongelenk, Einspannung bei Rahmenbrücken)
Einzellagerungen mit engem Abstand (ca. 3-5 fache der Plattendicke)
Massivbrücken: Plattenbrücken: Entwurfskriterien
Tragfähigkeit Betondruckzone (keine Druckbewehrung, denn mit Druckbewehrung bräuchte man Bügel, und was will man nicht) => daraus resultiert oft eine große Plattendicke
Verzicht auf Schubbewehrung
konstruktive Vorgaben (z.B. Betondeckung Spannglieder)
erforderliche Steifigkeit (Durchbiegung am freien Rand)
Massivbrücken: Plattenbrücken: Tragverhalten
Flächentragwerke mit einer Belastung senkrecht zur Mittelachse
Lastabtrag in zwei senkrecht zueinanderstehenden Richtungen
größerer Lastabtrag über die kürzere Stützweite
Hauptbiegemomente maßgebend für die Berechnung (bei rechtwinkligen Platten fallen die Richtungen der Hauptmomente mit den Richtungen des orthogonalen Achsenpaars zusammen)
Massivbrücken: Plattenbrücken: Bewehrungsanordnung
Längsbewehrung in der 2. Lage
Grund (nicht sicher): dicke Längsbewehrung, d. h. größere Kräfte werden übertragen => Stöße brauchen Quereisen, da aufgrund der grpßen Kräfte Querzug entsteht => (dicke (nicht sicher)) Quereisen müssen zwischen Stoß und Außenkante bzw. in der 1. Lage liegen
Massivbrücken: Plattenbrücken: schiefwinklige Platten
Allg. Lastabtrag mehr über die stumpfen Ecken (=> hohe Querkräfte in den stumpfen Ecken, siehe auch Auflagerkräfte)
Schiefe ab 75° vernachlässigbar
Schiefe von 30° bis 75° technisch möglich
schmale Platte:
breite Platte:
Widerspruch klären: Laut Skript, S. 76 Hauptmomente nahezu senkrecht zu den Lagerungsrändern, laut Mitschrift längs zu den freien Rändern
Auflagerkräfte:
grundsätzlich anders als bei rechtwinkligen Platten
große, konzentrierte Kräfte im Bereich der stumpfen Ecke
abhängig von:
Winkel der Schiefe
Anzahl der Lager
=> mehr Lager => (noch) mehr Lastabtrag über die stumpfen Ecken (nicht sicher)
=> Obwohl mehr Lager, steigt die Auflagerkraft des einzelnen Lagern in der stumpfen Ecke
Nachgiebigkeit der Lager (starr / weich)
=> nachgiebige Lager modellieren (bei starren Lagern werden die Auflagerkräfte übermäßig groß (nicht sicher))
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Stützweite
Scheel:
max. ca. 35 m
ohne Vorspannung, ein- und mehrfeldrig: bis 25 m
mit Vorspannung, einfeldrig: bis 30 m
mit Vorspannen, mehrfeldrig: bis 40 m
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Vor- und Nachteile
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Konstruktionshöhe (Plattendicke)
In der Mitte: 30 cm
Am Anschnitt zum Hauptträger: 30…45 cm
Am Kragarmende: 25 cm
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Querschnittsteile
Fahrbahnplatte
Hauptträger
Querträger:
Endquerträger
Feldquerträger => heutzutage unüblich wegen des hohen Schalungsaufwandes
Stützquerträger
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Querschnittsausbildung
einstegige Plattenbalken-Querschnitte nur für schmale Brücken (kräftige Endquerträger zur Aufnahme der Torsionsmomente erforderlich)
einstegige Plattenbalkn-Querschnitte nicht für Straßenbrücken, sondern für Fußgängerbrücken
Fahrbahnplatten von Straßenbrücken möglichst schlaff bewehrt, d.h. ohne Quervorspannung
Wenn doch Quervorspannung der Platte, auch Querträger vorspannnen, weil sonst die Vorspannung der Platte in den Quertäger abfließt
Quervorspannung macht die Platte recht steif, da hohe Druckkräfte => wenn Last auf einer Seite, biegt sich die andere Seite mit durch (höhere Querverteilung (nicht sicher))
Fahrbahnplatten von Eisenbahnbrücken möglichst mit Quervorspannung
schmale Stege vermeiden (Gefahr von Betoniermängeln, schlechte Verankerungsmöglichkeit von Spanngliedern)
Stege als Fertigteile mit Ortbetonplatte möglich
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Fahrbahnplatte: Funktionen
Lastabtrag zu den Hauptträgern
Obergurt des Balkens (Teil des Längssysstems)
Lastverteilung von Einzellasten
Scheibenwirkung zur Aufnahme von Horizontalkräften (Bremsen, Wind)
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Fahrbahnplatte: Tragsystem
Tragsystem:
unendlich langer Plattenstreifen (im Bereich ohne Querträger)
dreiseitig gelagerte Platte (im Bereich von Querträgern)
Lagerung: elastische Einspannung in die Hauptträger mit unterschiedlichem Einspanngrad
Unterschied zum Hochbau: Dort werden die Lagerungen der Platten i. d. R. starr angenommen, im Brückenbau nachgiebig => Ist v. a. wichtig wegen der Einzellasten im Brückenbau im Unterschied zum Hochbau
Einspanngrad:
über die Brückenlänge veränderlich
an Stellen mit Querträgern ist die Fahrbahnplatte voll eingespannt, dazwischen sinkt der Einspanngrad
Einspanngrad für zweistegige Plattenbalken nach Holst
Einspanngrad abhängig von:
Plattensteifigkeit EI = b*h(Pl)³/12
der Lage im Feld:
der Torsionssteifigkeit der Hauptträger:
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Hauptträger: “Eigenschaften”
Steg + Obergurt (Fahrbahnplatte)
freie Verformung durch biegesteife Verbindung mit der Fahrbahnplatte und den anderen Hauptträgern behindert
Querverteilung der Lasten (kein „Hebelgesetz“)
Nicht sicher: Hebelgesetzt: Wenn Last auf dem einen Auflager steht, geht alles in das linke und nichts in das rechte Auflager. Steht die Last zwischen den Lagern, können die Auflagerkräfte wie bei der normalen Berechnung über Summe M = 0 (also das Verhältnis der Hebelarme zu den Auflagern => Hebelgesetzt) berechnet werden.
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Hauptträger: Querverteilung
lineare Querverteilung bei zwei Hauptträgern:
nicht-lineare, d.h. gekrümmte Querverteilung bei drei oder mehr Hauptträgern (entsprechend der Form der Biegelinie):
Querverteilung abhängig von:
der Biegesteifigkeit der Hauptträger
der Lage über die Brückenlänge (Querverteilung über die Brückenlänge unterschiedlich):
Querverteilung größer in der Nähe von Querträgern
Nicht sicher: Querträger ermöglichen überhaupt erst die Querverteilung. Sie sind quasi das Lager für das Torsionsmoment, d. h. ein Hauptträger mit hoher Torsionssteifigkeit bringt nicht, wenn es keine Lager (Querträger) gibt, die das Torsionsmoment aufnehmen können.
der Biegesteifigkeit und Spannweite der Fahrbahnplatte
der Spannweite der Hauptträger
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: positive Plattenquermomente am Anschnitt zum Hauptträger
Massivbrücken: Plattenbrücken: Beispiel aus InfoCAD
Stützmoment im Punkt S im Hauptträger 1:
Variant 1: Torsionssteifigkeit groß, ohne EQT
(=> wenig Querverteilung)
M = - 7000 kNm
Variante 2: Torsionssteifigkeit groß, mit EQT (aber ohne Querträger im Bereich des hier gemeinten Stützmomentes über der Mittelstütze)
(=> viel Querverteilung)
M = 5700 kNm
Variante 3: Torsionssteifigkeit klein, mit EQT (aber ohne Querträger im Bereich des hier gemeinten Stützmomentes über der Mittelstütze)
M = -6680 kNm
Das zeigt:
Wenn Querverteilung groß, geht mehr Last in den Hauptträger 2
Eine hohe Torsionssteifigkeit ohne EQT bringt für die Querverteilung nichts
Moment in der Platte (quer zur Brückenlängsrichtung) im Schnitt I:
Variant 1: Torsionssteifigkeit groß, ohne EQT (=> wenig Querverteilung)
habe ich nicht mit aufgeschrieben
Variante 2: Torsionssteifigkeit groß, mit EQT (=> viel Querverteilung)
pos. Moment
Variante 3: Torsionssteifigkeit klein, mit EQT (=> wenig Querverteilung)
pos. Moment noch größer
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Querträger: Funktionen
zur Verteilung der Lasten auf die Hauptträger
zur Aussteifung des Querschnittsystems
Querträgerlose Plattenbalkenbrücken statisch möglich
aber nach RE-ING nicht zulässig. Querträger mindestens über den Auflagern (d. h. End- und Stützquertäger) erforderlich, wichtig für den Lastfall Lagerwechsel
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Querträger: Arten
Endquerträger => müssen nach RE-ING angeordnet werden
Stützquerträger => müssen nach RE-ING angeordnet werden
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Querträger: Endquerträger (EQT)
Ableitung von Auflager- und Torsionskräften (insbesondere bei indirekter Hauptträgerlagerung), z.B. Lagerwechsel
Aussteifung gegen Kippen für die Hauptträger (vermindert die Verdrehung der Hauptträger)
Platz zur Einleitung von Spannkräften (Ankerkonstruktionen)
Verankerung des Fahrbahnüberganges durch ausreichende Querschnittshöhe (Plattendicke reicht nicht aus)
Unterstützung des Plattenrandes am Brückenende
müssen immer angeordnet werden (zur Erhöhung der Seitensteifigkeit des Überbauendes) nach RE-ING, Teil 2, Abschnitt 2 („in der Regel“)
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Querträger: Stützquerträger
Verbesserung der Steifigkeitsverhältnisse des Quertragsystems
Hindernis für die Baudurchführung (Leitungen)
Torsionseinspannung für die Hauptträger
Erleichtern das Auswechseln von Lagern
Ausführung auch ohne biegesteife Verbindung mit der Fahrbahnplatte möglich
Anordnung nach RE-ING, Teil 2, Abschnitt 2 erforderlich
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Querträger: Feldquerträger
größte lastverteilende Wirkung bei Anordnung in Feldmitte
alternativ zwei Querträger in l/3
weitere Querträger wirkungslos
heutzutage unüblich wegen des hohen Schalungsaufwandes
Massivbrücken: Plattenbalkenbrücken: Schnittgrößenermittlung
üblicherweise mit FE-Berechnung
Schalenmodelle bilden die Realität besser ab, aber nicht genau
Problem (früher): Man kommt nur an die Spannungen heran, nicht an die Schnittgrßen. Heute gibt es Bemessungsobjekte, die die Spannungen in einem begrenzten Bereich aufintegrieren und die daraus resultierenden Schnittgrößen in diesem Bereich angeben können.
Trägerrostmodell mit Hauptträgern und Platte als Stabsystem
Diskussion der Steifigkeiten erforderlich
Torsionssteifigkeit baut sich im Zustand 2 ab (aber nicht bei Spannbetonberücken)
Berücksichtigung der mitwirkenden Plattenbreite für die Hauptträger
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: Stützweite
Scheel: max. ca. 120 m
nur in Spannbeton
wirtschaftlich ab 40 m Stützweite
einfeldrig bis 100 m
mehrfeldrig bis 150 m (gevoutet)
beim Freivorbau ist mehr Stützweite möglich als beim Taktschiebeverfahren oder Vorschubgerüst
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: Vor- und Nachteile
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: Querschnittsteile
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: Eigenschaften
Weiterentwicklung der Plattenbalkenbrücken (untere Druckplatte)
Einsatzgebiet bei großer Torsionsbeanspruchung (z.B. bei im Grundriss gekrümmten Systemen, Lagerung auf Einzelstützen)
gleichmäßige Belastung der Hauptträger bei außermittiger Beanspruchung, Weiterleitung der Last durch den Schubfluss im Hohlkasten (keine Querbiegung der Platte wie beim Plattenbalken)
wirtschaftlich ab 40 m Stützweite (hoher Schalungsaufwand)
bevorzugter Querschnittstyp bei Großbrücken aus Spannbeton (Freivorbau und Taktschiebeverfahren möglich)
externe Vorspannung im Innern des Hohlkastens vorgeschrieben (bei Straßenbrücken)
Aufnahme von Biegemomenten mit wechselndem Vorzeichen
große und veränderliche Brückenbreiten möglich
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: Abmessungen / Wahl der Konstruktionshöhe Kh
Wahl der Konstruktionshöhe Kh (Kh = 2,5…4,0 m):
aus statischen Gründen
Innenraum muss begehbar sein zu Inspektionszwecken (deshlab auch Bodenöffnung in der unteren Gurtplatte erforderlich)
Schalmaterial muss ausbaubar sein
Platzbedarf und Zugänglichkeit der externen Vorspannung
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: Besonderheiten bei Eisenbahnbrücken
Stützweiten 40…60 m (=> geringer als bei Straßenbrücken (nicht sicher))
große Steifigkeiten aufgrund hoher Durchbiegungsanforderungen
Schlankheit L/10 bis L/12 (geringer als bei Straßenbrücken)
vorgespannte Fahrbahnplatte (längs und quer (nicht sicher) als Regelbauweise
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: Querschnitte
einzellige Hohlkästen bis zu einer Brückenbreite von ca. 12 m sinnvoll
keine Quervorspannung der Fahrbahnplatte erforderlich (außer bei Eisenbahnbrücken (nicht sicher))
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: Externe Vorspannung
seit 1998 sind Straßenbrücken mit Hohlkästen nur noch mit externen Spanngliedern oder in Mischbauweise (interne und externe Spannglieder) auszuführen (RE-ING, Teil 2, Abschnitt 2)
Stege sollten frei von Spanngliedern gehalten werden
=> vereinfachte Betonage
Austauschbarkeit und Überprüfbarkeit der Vorspannung theoretisch möglich (Platz für Spannpressen vorsehen)
=> aber praktisch schwierig
Regelungen nach DIN EN 1992, Teil 2, NA.TT
RE-ING, Teil 2, Abschnitt 2: keine beweglichen Kopplungen von externen Spanngliedern
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: Fahrbahnplatte
analog zur Plattenbalkenbrücke
stärkere Einspannung in die Stege möglich
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: untere Gurtplatte
Tragfunktion als Platte nur untergeordnet
Tragfunktion in Längsrichtung als Druck- bzw. Zuggurt
Tragfunktion in Querrichtung als Rahmenelement zur Erhaltung der Querschnittsform
Dicke der Platte ergibt sich aus der größten Schubbeanspruchung
immer schlaff bewehrt
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: Besonderheiten durch geneigte Stege
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: Querträger
nur an den Auflagern
Aussteifung des Kastens
hohe Biege- und Schubbeanspruchung bei indirekter Lagerung (Auflager nicht unter den Stegen) – Aufhängespannglieder erforderlich:
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: Schnittgrößenermittlung
Berechnung an unterschiedlichen Tragwerksmodellen für die Längs- und Querrichtung
Nicht sicher: War früher so, heute wird alles an einem Modell (mit Schalenmodellen) gerechnet
Längsrichtung: Betrachtung des einzelligen Hohlkastens als Einzelstab unter Berücksichtigung der tatsächlichen Verteilung der Fahrbahnlasten in Querrichtung
Querrichtung: Berechnung eines Rahmens getrennt für symmetrische Lasten aus Eigengewicht und unsymmetrischen Lasten aus Verkehrslast
Besonderheit bei unsymmetrischen Lasten siehe andere Karteikarte
Berechnung der Fahrbahntafel als Plattentragwerk, getrennte Schnittgrößenermittlung für die Kragarme und die Fahrbahnplatte zwischen den Stegen
Massivbrücken: Hohlkastenbrücken: unsymmetrische Lasten, Profilverformung, zusätzliche Längsspannungen (Verträglichkeit)
Unsymmetrische Last wird aufgeteilt in symmentrischen und antimetrischen Anteil
Anitmetrischer Anteil wird aufgeteilt in einen verdrehenden und einen verformennden Lastanteil. Der verdrehende Lastanteil verursacht Torsion (Torsionsmoment betrifft die Berachtung der Brücke in Lämgsrichtung) und der verformende Lastanteil verursacht eine Profilverformung (betrifft die Querrichtung; Profilverformung bedeutet quasi, dass man auch in Querrichtung in der Fahrbahnplatte und der unteren Gurtplatte Schnittgrößen hat).
Die Profilverformung wird aufgeteilt in (bzw. verursacht (nicht sicher)) die Querbiegemomente (aufgrund des Gleichgewichtes) und die zusätzlichen Längsspannungen (aufgrund der Verträglichkeit)
Veträglichkeit meint, dass die zusätzlichen Längsspannungen die Verträglichkeit zwischen der getrennten berechneten Längs- und Querrichtung herstellen:
Nicht sicher: In dem oben gezeigten Beispiel steht die Last auf dem linken Steg, wodurch der linke “Teil” des Hohlkastens insgesamt mehr belastet ist als der rechte. Dadurch sind auch in Brückenlängsrichtung die Normalspannungen im linken Teil der Brücke betragsmäßig größer als im rechten. Das sind diese zusätzlichen Längsspannungen bzw. die Verträglichkeit.
Die zusätzlichen Längsspannungen dürfen vernachlässigt werden, wenn
Nicht sicher: Heutzutage werden die Profilverformung und die zusätzlichen Längsspannungen durch die EDV mit den Schalenmodellen automatisch berücksichtigt, d. h. Längs- und Querrichtung werden nicht mehr getrennt betrachtet, sondern es wird an einem Modell gerechnet.
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