Gesundheitskonzepte
In den 1960er-Jahren wurde das Risikofaktorenmodell zum Leitbild der Gesundheitsversorgung. Erläutern Sie die zentralen Annahmen des Risikofaktorenmodells.
Die Ursachen für Volkskrankheiten werden v.a. in individuellen biopsychischen Parametern und Verhaltensweisen gesehen. Erkrankungen können daher durch individuelle Verhaltensänderungen vermieden bzw. durch eine frühzeitige Diagnose (Krankheitsfrüherkennung) rechtzeitig behandelt werden. Psychische, soziale und umweltbezogene Faktoren von Erkrankungen werden wenig oder gar nicht beachtet.
Lernbare Zusammenfassung:
1. Ursachen: Volkskrankheiten entstehen durch individuelle biopsychische Parameter und individuelle Verhaltensweisen.
2. Lösung: Vermeidung durch individuelle Verhaltensänderungen und Behandlung durch frühzeitige Diagnose (Krankheitsfrüherkennung).
3. Schwachstelle: Psychische, soziale und umweltbezogene Faktoren werden wenig oder gar nicht beachtet.
Merksatz:
Biopsychik und Verhalten machen krank – Verhaltensänderung und Früherkennung heilen – Psyche, Soziales und Umwelt fehlen.
Eine allgemein gültige, anerkannte wissenschaftliche Definition von Gesundheit gibt es nicht. In der (Fach-)Öffentlichkeit wird oft die Definition der WHO von 1946 zitiert. Wie lautet diese?
Gesundheit ist ein Zustand vollkommen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.
Merksatz / Eselsbrücke (K-G-S):
Gesundheit ist vollkommenes Wohlbefinden in Körper, Geist und Soziales – nicht nur kein Gebrechen.
(Eselsbrücke für die 3 Dimensionen: K-G-S = Körperlich, Geistig, Soziales Wohlbefinden)
Kritik an der WHO-Definition:
1. Utopisch und unrealistisch: Ein Zustand „vollkommenen“ Wohlbefindens ist dauerhaft kaum erreichbar; nach dieser Definition wäre fast jeder Mensch krank.
2. Statisch statt dynamisch: Gesundheit wird als starrer Zustand („Zustand“) beschrieben und nicht als dynamischer Prozess des ständigen Ausbalancierens.
3. Medikalisierung des Alltags: Wenn jedes Unwohlsein als Abweichung von der Gesundheit gilt, führt das zu einer Übertherapierung normaler Lebensphasen.
Gesundheitskonzepte*****
Das Kohärenzgefühl mit seinen drei Teilkomponenten Verstehbarkeit, Bewältigbarkeit und Bedeutsamkeit ist der zentrale Begriff des Salutogenese-Modells von Antonovsky.
a) Erläutern Sie den Begriff „Kohärenzgefühl“.
b) Erklären Sie, was unter dem Begriff „Bewältigbarkeit“ zu verstehen ist.
Lösung a): Antonovsky zufolge wird der Gesundheits- und Krankheitszustand eines Menschen wesentlich durch seine psychologische Grundhaltung gegenüber der Welt und dem eigenen Leben bestimmt. Kohärenz bezeichnet eine Haltung gegenüber der Welt, die durch ein „durchdringendes, überdauerndes und dennoch dynamisches Gefühl des Vertrauens“ (Antonovsky 1997: 36) gekennzeichnet ist.
Lösung b): Bewältigbarkeit (auch als Handhabbarkeit bezeichnet): bezieht sich auf die Überzeugung eines Menschen, dass Anforderungen lösbar sind, weil er über die geeigneten Ressourcen verfügt oder sich im entscheidenden Moment andere Menschen helfend einbringen werden. Ein hohes Maß an Bewältigbarkeit hat zur Folge, dass man sich nicht in der Opferrolle sieht und auch beim Erleben unangenehmer Dinge (z. B. Krankheiten) damit umgehen kann und sich neu orientiert, anstatt längere Zeit zu trauern, mit dem eigenen Schicksal zu hadern oder sich dauerhaft benachteiligt zu fühlen.
Lernbare Zusammenfassung für die Prüfung:
Frage a: Erläutern Sie den Begriff „Kohärenzgefühl“.
Antwort a:
Psychologische Grundhaltung: Bestimmt nach Antonovsky maßgeblich den Gesundheits- und Krankheitszustand eines Menschen gegenüber der Welt und dem eigenen Leben.
Definition: Es beschreibt eine Haltung gegenüber der Welt, die durch ein „durchdringendes, überdauerndes und dennoch dynamisches Gefühl des Vertrauens“ gekennzeichnet ist.
Frage b: Erklären Sie, was unter dem Begriff „Bewältigbarkeit“ zu verstehen ist.
Antwort b:
Bedeutung: Auch als Handhabbarkeit bezeichnet. Es ist die Überzeugung, dass Anforderungen lösbar sind, weil geeignete eigene Ressourcen vorhanden sind oder andere helfend eingreifen.
Folge: Man sieht sich nicht in der Opferrolle, hadert nicht dauerhaft mit dem Schicksal, sondern geht mit belastenden Ereignissen (z. B. Krankheiten) aktiv um und orientiert sich neu.
Eselsbrücke & Merksatz:
Eselsbrücke für die 3 Säulen des Kohärenzgefühls (V-B-B):
V = Verstehbarkeit (Ich blicke durch)
B = Bewältigbarkeit (Ich habe Ressourcen / schaffe das)
B = Bedeutsamkeit (Es lohnt sich für mich)
Eselsbrücke für die Bewältigbarkeit (R-O-N):
R = Ressourcen vorhanden (eigene oder Helfer)
O = Keine Opferrolle / kein Schicksalshadern
N = Neuorientierung & aktiver Umgang
Kohärenz ist das dynamische Grundvertrauen in die Welt – Bewältigbarkeit bedeutet: Durch eigene Ressourcen oder Hilfen keine Opferrolle einnehmen, sondern aktiv handeln und sich neu orientieren.
Nach Hurrelmann ist Gesundheit das Ergebnis einer gelungenen Bewältigung von inneren und äußeren Anforderungen. Benennen Sie je drei innere und drei äußere Anforderungen.
Innere Anforderungen: Genetische Veranlagung, Körperliche Konstitution, Immunsystem, Nervensystem, Hormonsystem, Persönlichkeitsstruktur, Temperament, Belastbarkeit.
Äußere Anforderungen: Sozioökonomische Lage, Ökologisches Umfeld, Wohnbedingungen, Hygienische Verhältnisse, Bildungsangebot, Arbeitsbedingungen, private Lebensform, soziale Lebensform.
Lernbare Zusammenfassung (1:1 mit allen Begriffen deiner Karteikarte):
Frage:
Lösung:
Innere Anforderungen (Körper & Psyche):
Genetische Veranlagung
Körperliche Konstitution
Immunsystem
Nervensystem
Hormonsystem
Persönlichkeitsstruktur
Temperament
Belastbarkeit
Äußere Anforderungen (Umwelt & Gesellschaft):
Sozioökonomische Lage
Ökologisches Umfeld
Wohnbedingungen
Hygienische Verhältnisse
Bildungsangebot
Arbeitsbedingungen
Private Lebensform
Soziale Lebensform
(Für die Prüfung reichen jeweils drei, aber du kannst aus allen wählen.)
Eselsbrücke (Die "3-Körper-Systeme" & das "W-A-B-Umfeld"):
1. Für 3 innere Anforderungen:
Merkwort: I-N-G (oder die Körpersysteme)
I = Immunsystem
N = Nervensystem
G = Genetische Veranlagung
(Alternativ: Hormonsystem, Belastbarkeit, Temperament)
1. Für 3 äußere Anforderungen:
Merkwort: W-A-B
W = Wohnbedingungen
A = Arbeitsbedingungen
B = Bildungsangebot
(Alternativ: Sozioökonomische Lage, Ökologisches Umfeld, Hygienische Verhältnisse)
Gesundheit nach Hurrelmann (Modell der produktiven Realitätsverarbeitung) gelingt, wenn innere Körpersysteme (Immunsystem, Nervensystem, Genetik) mit der äußeren Umwelt (Wohnen, Arbeit, Bildung) im Gleichgewicht bewältigt werden.
Einflussfaktoren auf Gesundheit*****
Das Krankheitspanorama hat sich in den letzten Jahrzehnten von akuten zu chronischen Krankheiten gewandelt. Nennen Sie zwei Ursachen und geben Sie je ein Beispiel an.
Medizinisch-technischer Fortschritt (z. B. neue Behandlungsmethoden).
Soziale (wirtschaftliche) Lage der Bevölkerung (z. B. Verbesserung des Bildungswesens, Entwicklung von Zivilgesellschaft und Demokratie).
Verbesserung der Hygiene (z. B. Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung).
Lösung (3 mögliche Ursachen mit Beispielen – in der Prüfung reichen zwei):
1. Medizinisch-technischer Fortschritt
Beispiel: Neue Behandlungsmethoden.
2. Soziale (wirtschaftliche) Lage der Bevölkerung
Beispiel: Verbesserung des Bildungswesens, Entwicklung von Zivilgesellschaft und Demokratie.
3. Verbesserung der Hygiene
Beispiel: Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung.
Eselsbrücke (M-S-H):
M = Medizinisch-technischer Fortschritt (Behandlungsmethoden)
S = Soziale/wirtschaftliche Lage (Bildungswesen & Demokratie)
H = Hygiene (Trinkwasser & Abwasser)
Vom akuten Infekt zur chronischen Krankheit durch M-S-H: Medizinischer Fortschritt rettet, Soziale Lage und Bildung bilden, Hygiene durch Trinkwasser und Abwasser schützt.
Einflussfaktoren auf Gesundheit****
Frauen und Männer unterscheiden sich deutlich in ihrem Gesundheitsverhalten. Skizzieren Sie drei Konsequenzen, die sich daraus für die Ausgestaltung von Präventions- und Therapieangeboten ableiten lassen.
Frauen sind stärker an kommunikativen Aspekten und psychischen Unterstützungsmöglichkeiten interessiert.
Männer sind v. a. an niedrigschwelligen Angeboten interessiert, die keinen höheren Aufwand mit sich bringen (Durchführung z. B. direkt am Arbeitsplatz oder bei einmaligem Arztbesuch).
Männer fühlen sich v. a. durch Interventionen angesprochen, die Sport und körperliches Training beinhalten.
Einflussfaktoren auf Gesundheit – Drei Konsequenzen für Präventions- und Therapieangebote:
1. Frauen:
2. Männer (niedriger Aufwand):
Männer sind vor allem an niedrigschwelligen Angeboten interessiert, die keinen höheren Aufwand mit sich bringen (Durchführung z. B. direkt am Arbeitsplatz oder bei einmaligem Arztbesuch).
3. Männer (Sport/Training):
Männer fühlen sich vor allem durch Interventionen angesprochen, die Sport und körperliches Training beinhalten.
Eselsbrücke (K-N-S):
K = Kommunikation & Psyche (Frauen)
N = Niedrigschwellig ohne Aufwand (Männer)
S = Sport & körperliches Training (Männer)
Frauen reden und stärken die Psyche (K) – Männer wollen keinen Aufwand vor Ort (N) und machen Sport (S).
Einflussfaktoren auf Gesundheit
Der Zusammenhang zwischen Bildung und Gesundheit ist empirisch gut nachgewiesen. Erläutern Sie diesen Zusammenhang anhand der vier Indikatoren Lebenserwartung, objektiver und subjektiver Gesundheitszustand sowie Gesundheitsverhalten.
Lebenserwartung: Es existiert ein positiver Zusammenhang zwischen der Höhe der Bildung und der Lebenserwartung.
Objektiver Gesundheitszustand: Für eine Reihe von Gesundheitsbeschwerden und chronischen Erkrankungen ist ein positiver Zusammenhang mit dem Bildungsniveau nachgewiesen. Krankheiten und Beschwerden wie Herzinfarkt, Angina pectoris, Hypertonie, Arthrose, chronischer Rückenschmerz, chronische Bronchitis, psychische Erkrankungen treten bei Menschen mit einem höheren Bildungsniveau seltener auf.
Subjektiver Gesundheitszustand: Es existiert ein positiver Zusammenhang zwischen der Höhe der Bildung und der subjektiven Gesundheitsbewertung.
Gesundheitsverhalten: Angehörige niedrigerer Bildungsgruppen weisen häufiger gesundheitsriskante Verhaltensweisen (wie z. B. Rauchen, sportliche Inaktivität, Übergewicht) auf.
Lernbare Zusammenfassung (1:1 mit allen Pflichtbegriffen für die Prüfung):
1. Lebenserwartung:
Es existiert ein positiver Zusammenhang zwischen der Höhe der Bildung und der Lebenserwartung.
2. Objektiver Gesundheitszustand:
Für eine Reihe von Gesundheitsbeschwerden und chronischen Erkrankungen ist ein positiver Zusammenhang mit dem Bildungsniveau nachgewiesen. Krankheiten und Beschwerden wie Herzinfarkt, Angina pectoris, Hypertonie, Arthrose, chronischer Rückenschmerz, chronische Bronchitis, psychische Erkrankungen treten bei Menschen mit einem höheren Bildungsniveau seltener auf.
3. Subjektiver Gesundheitszustand:
Es existiert ein positiver Zusammenhang zwischen der Höhe der Bildung und der subjektiven Gesundheitsbewertung.
4. Gesundheitsverhalten:
Angehörige niedrigerer Bildungsgruppen weisen häufiger gesundheitsriskante Verhaltensweisen (wie z. B. Rauchen, sportliche Inaktivität, Übergewicht) auf.
Eselsbrücke (L-O-S-G):
L = Lebenserwartung (höhere Bildung = längeres Leben)
O = Objektiv (weniger messbare Krankheiten wie Hypertonie, Herzinfarkt, Rückenschmerz)
S = Subjektiv (bessere Selbsteinschätzung/Bewertung)
G = Gesundheitsverhalten (niedrigere Bildung = mehr Risiko: Rauchen, Inaktivität, Übergewicht)
Höhere Bildung bringt L-O-S-G: Höhere Lebenserwartung, seltener objektive Krankheiten (Herzinfarkt, Hypertonie, Rückenschmerz), bessere subjektive Bewertung und weniger riskantes Gesundheitsverhalten (Rauchen, Inaktivität, Übergewicht).
Gesundheitliche Ungleichheit
Legen Sie dar, was unter dem sozialen Gradienten von Gesundheit zu verstehen ist und geben Sie ein Beispiel.
Unter dem sozialen Gradienten von Gesundheit ist zu verstehen, dass eine sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen existiert, die ein Kontinuum entlang der sozialen Stufenleiter bildet. Beispiel: Morbiditäts- und Mortalitätsrisiken nehmen mit zunehmendem sozioökonomischen Status ab (z. B. höhere Lebenserwartung, geringere Betroffenheit von chronischen Krankheiten).
Definition:
Unter dem sozialen Gradienten von Gesundheit ist zu verstehen, dass eine sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen existiert, die ein Kontinuum entlang der sozialen Stufenleiter bildet.
Beispiel:
Morbiditäts- und Mortalitätsrisiken nehmen mit zunehmendem sozioökonomischen Status ab (z. B. höhere Lebenserwartung, geringere Betroffenheit von chronischen Krankheiten).
Eselsbrücke (K-S-M-M):
K = Kontinuum (durchgehender Verlauf)
S = Soziale Stufenleiter / sozioökonomischer Status
M = Morbidität sinkt (weniger chronische Krankheiten)
M = Mortalität sinkt (höhere Lebenserwartung)
Der soziale Gradient ist das Kontinuum auf der sozialen Stufenleiter: Steigt der Status, sinken Morbidität und Mortalität (mehr Lebenserwartung, weniger chronische Krankheiten).
Gesundheitliche Ungleichheit****
Es existieren zwei zentrale Thesen über die Ursachen gesundheitlicher Ungleichheit: Die Selektions- oder Drifthypothese und die Kausations- oder Verursachungshypothese. Legen Sie die Grundaussage beider Thesen dar und geben Sie für jede These ein Beispiel.
Selektions- oder Drifthypothese: Der Gesundheitszustand beeinflusst den sozioökonomischen Status. Beispiel: Genetische Dispositionen oder frühe Gesundheitsbeeinträchtigungen (z. B. chronische Krankheit oder Behinderung im Kindesalter) führen zu einer niedrigen sozioökonomischen Position im Erwachsenenalter (z. B. geringeres Bildungsniveau, niedrigere berufliche Position, geringeres Einkommen).
Kausations- oder Verursachungshypothese: Der sozioökonomische Status beeinflusst den Gesundheitszustand. Beispiel: Ein niedriger sozioökonomischer Status (z. B. geringes Bildungsniveau, Armut, niedrige berufliche Position) wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.
Prüfungsantwort zum Lernen
Die könntest du nahezu so in einer Klausur schreiben:
Selektions- oder Drifthypothese: Der Gesundheitszustand beeinflusst den sozioökonomischen Status. Genetische Dispositionen oder frühe Gesundheitsbeeinträchtigungen, beispielsweise eine chronische Krankheit oder Behinderung im Kindesalter, können zu einer niedrigeren sozioökonomischen Position im Erwachsenenalter führen, etwa zu einem geringeren Bildungsniveau, einer niedrigeren beruflichen Position oder einem geringeren Einkommen.
Kausations- oder Verursachungshypothese: Der sozioökonomische Status beeinflusst den Gesundheitszustand. Ein niedriger sozioökonomischer Status, beispielsweise durch geringes Bildungsniveau, Armut oder eine niedrige berufliche Position, wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.
Wörter, die für eine sehr gute Antwort unbedingt sitzen sollten
Selektions-/Drifthypothese: Gesundheitszustand – beeinflusst – sozioökonomischer Status – genetische Disposition – frühe Gesundheitsbeeinträchtigungen – chronische Krankheit – Behinderung – niedrigere sozioökonomische Position – Bildungsniveau – berufliche Position – Einkommen.
Kausations-/Verursachungshypothese: sozioökonomischer Status – beeinflusst – Gesundheitszustand – geringes Bildungsniveau – Armut – niedrige berufliche Position – negative Auswirkungen auf die Gesundheit.
4. Merksatz
Selektion: Gesundheit bestimmt die soziale Position. Kausation: Soziale Position bestimmt die Gesundheit.
Oder noch kürzer:
Selektion = Gesundheit → Status Kausation = Status → Gesundheit
5. Eselsbrücke
Bei Drift stellst du dir vor, jemand wird durch gesundheitliche Probleme sozial „nach unten getrieben“:
DRIFT = Krankheit lässt den sozialen Status driften.
Bei Kausation denkst du an CAUSE = Ursache:
Der soziale Status ist die Ursache für gesundheitliche Folgen.
Also:
DRIFT: krank → sozial niedriger KAUSATION: sozial niedriger → krank
Und für die Prüfung kannst du dir einen kleinen Kreis merken:
Krankheit → Status = Selektion Status → Krankheit = Kausation
Vorsorgeuntersuchungen im Kindes- und Jugendalter werden sozial ungleich in Anspruch genommen. Beschreiben Sie für drei soziodemografische Faktoren (z. B. Alter, Geschlecht, sozioökonomischer Status), wie diese als Inanspruchnahmebarrieren für Vorsorgeuntersuchungen im Kindes- und Jugendalter wirksam werden.
Alter der Kinder: ältere Kinder und Jugendliche.
Alter der Eltern: junge Mütter unter 20 Jahren.
Ethnische Herkunft: Migrationshintergrund.
Familiengröße und -struktur: kinderreiche Familien, alleinerziehende Elternteile.
Sozioökonomischer Status der Familie: einkommensschwache Familien, geringer Bildungsgrad, berufstätige Eltern, ländliches Wohnumfeld.
Lernbare Zusammenfassung
1:1 mit allen Pflichtbegriffen für die Prüfung
Alter der Kinder: Ältere Kinder und Jugendliche.
Alter der Eltern: Junge Mütter unter 20 Jahren.
Familiengröße und -struktur: Kinderreiche Familien, alleinerziehende Elternteile.
Sozioökonomischer Status der Familie: Einkommensschwache Familien, geringer Bildungsgrad, berufstätige Eltern, ländliches Wohnumfeld.
Eselsbrücke:
K-E-M-F-S
K = Kinderalter → ältere Kinder und Jugendliche
E = Elternalter → junge Mütter unter 20 Jahren
M = Migration → Migrationshintergrund
F = Familie → kinderreiche Familien, alleinerziehende Elternteile
S = sozioökonomischer Status → einkommensschwache Familien, geringer Bildungsgrad, berufstätige Eltern, ländliches Wohnumfeld
Du kannst dir also merken:
K – E – M – F – S
Kinder – Eltern – Migration – Familie – Status
Merksatz
Vorsorgeuntersuchungen werden sozial ungleich in Anspruch genommen: Barrieren zeigen sich besonders bei älteren Kindern und Jugendlichen, jungen Müttern unter 20 Jahren, Migrationshintergrund, kinderreichen oder alleinerziehenden Familien sowie bei einem ungünstigen sozioökonomischen Status mit Einkommensschwäche, geringem Bildungsgrad, berufstätigen Eltern oder ländlichem Wohnumfeld.
Noch kürzer zum Abrufen:
Ältere Kinder – junge Mütter – Migration – große/alleinerziehende Familie – niedriger sozioökonomischer Status.
Gesundheitssystem der Bundesrepublik
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die private Krankenversicherung (PKV) unterscheiden sich in wesentlichen Grundsätzen. Nennen Sie drei Strukturprinzipien, in denen sich die GKV und die PKV unterscheiden, und erläutern Sie diese Unterschiede.*****
Lernübersicht (Wortlaut der Karteikarte)
Prinzip 1: Versicherungsnehmer
GKV: Arbeiter und Angestellte bis zu einem Jahreseinkommen unterhalb der allgemeinen Versicherungspflichtgrenze (danach freiwillige Versicherung möglich)
PKV: Beamte, Arbeiter und Angestellte mit einem Jahreseinkommen oberhalb der allgemeinen Versicherungspflichtgrenze sowie Selbstständige
Prinzip 2: Mitversicherte Personen
GKV: Versicherte Person und beitragsfreie Mitversicherung von Kindern und Ehepartnern ohne bzw. mit nur geringem Einkommen
PKV: Individueller Versicherungsvertrag (für nicht erwerbstätige Familienangehörige müssen eigenständige Versicherungen abgeschlossen werden)
Prinzip 3: Leistungserbringung
GKV: Sachleistungen (Leistungserbringer rechnen direkt mit der Krankenkasse ab)
PKV: Kostenerstattungsprinzip (Versicherte bezahlen die Kosten der gesundheitlichen Versorgung zunächst eigenständig und bekommen diese Auslagen von der PKV zurückerstattet)
Prinzip 4: Versicherungsschutz
GKV: Kontrahierungszwang (der Krankenkassen, d. h., die Krankenkassen müssen den Interessenten einen Versicherungsschutz anbieten; eine Ablehnung aufgrund des Gesundheitszustandes ist nicht möglich)
PKV: Individueller Versicherungsvertrag (richtet sich nach persönlicher Risikosituation (Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Geschlecht und gewähltem Leistungsspektrum) Aufgrund der persönlichen Risikosituation sind Leistungseinschränkungen, höhere Beiträge oder sogar ein Versicherungsausschluss möglich.
Prinzip 5: Leistungsumfang
GKV: Gesetzlicher Leistungskatalog
PKV: Leistungsumfang wird individuell festgelegt (z. B. Einzelzimmer bei Krankenhausbehandlung, Chefarztbehandlung, Selbstbehalt)
Prinzip 6: Beitragshöhe
GKV: Einkommensabhängig bis zur sog. Beitragsbemessungsgrenze
PKV: Risikokalkulierte Beitragsfinanzierung sowie individuell gewählter Versicherungsumfang
3. Merksätze zur schnellen Einprägung
GKV: „Solidarisch und pauschal: Beitrag nach Einkommen, Sachleistung per Karte, Familie kostenfrei dabei, Aufnahme garantiert.“
PKV: „Individuell und privat: Beitrag nach Risiko, Rechnung zuerst selbst zahlen, jeder Kopf ein eigener Vertrag.“
4. Eselsbrücken
Die 6 Strukturprinzipien als Akronym: V-M-L-V-L-B („Viele Menschen Lieben Volle Leistungs-Budgets“)
Versicherungsnehmer
Mitversicherte Personen
Leistungserbringung
Versicherungsschutz
Leistungsumfang
Beitragshöhe
Unterscheidungs-Eselsbrücken:
GKV = Gemeinschaftlich (Karte vorlegen, Vorerkrankungen egal, Familie inklusive).
PKV = Privat (Kostenerstattung, Vertrag individuell nach Risiko).
Das Prinzip der Solidargemeinschaft äußert sich in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in verschiedenen Umverteilungsmechanismen. Nennen Sie zwei Umverteilungsmechanismen.
Von Gesunden zu Kranken; von Erwerbstätigen zu Rentnern; von Ledigen und Kinderlosen zu Verheirateten und Familien; von hohen Einkommen zu niedrigen Einkommen.
2. Lernübersicht (1:1 Originaltext der Karteikarte)
Von Gesunden zu Kranken;
von Erwerbstätigen zu Rentnern;
von Ledigen und Kinderlosen zu Verheirateten und Familien;
von hohen Einkommen zu niedrigen Einkommen.
3. Merksatz
„Die GKV verteilt solidarisch um: Von Gesunden, Erwerbstätigen, Kinderlosen und Besserverdienenden hin zu Kranken, Rentnern, Familien und Niedrigverdienern.“
4. Eselsbrücke
Die 4 Säulen der Umverteilung: G-E-L-H („Geld Entlastet Leistungsbedürftige Hilfeempfänger“)
Gesunde \rightarrow Kranke
Erwerbstätige \rightarrow Rentner
Ledige / Kinderlose \rightarrow Verheiratete / Familien
Hohe Einkommen \rightarrow Niedrige Einkommen
In der Privaten Krankenversicherung dominiert das Kostenerstattungsprinzip.
a) Erläutern Sie kurz das Kostenerstattungsprinzip
b) Geben Sie einen Vorteil und einen Nachteil des Kostenerstattungsprinzips an.
Lösung a): Der Versicherte streckt die Summen für Medikamente, Behandlungen u.a. vor, reicht die Rechnungen bei seiner privaten Krankenversicherung ein und bekommt die Kosten dann erstattet.
Lösung b):
Vorteil: Der Versicherte erhält einen Überblick über die Behandlungskosten. Das System ist transparenter.
Nachteil: Der Versicherte muss u. U. sehr hohe Summen vorstrecken. Inwiefern das Kostenerstattungsprinzip tatsächlich mit einer „sparsameren“ Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und damit mit einer Kosteneinsparung verknüpft ist, ist unklar.
Lernbare Zusammenfassung (Kompakt für die Prüfung)
a) Erläuterung des Kostenerstattungsprinzips:
Der Versicherte streckt die Summen für Behandlungen und Medikamente vor.
Er reicht die Rechnungen bei seiner privaten Krankenversicherung ein.
Er bekommt die Kosten anschließend erstattet.
b) Vorteil und Nachteil:
Vorteil: Überblick über die Behandlungskosten und höhere Transparenz im System.
Nachteil: Hohe finanzielle Summen müssen vorgestreckt werden; unklarer Zusammenhang mit tatsächlicher Sparsamkeit/Kosteneinsparung bei Gesundheitsleistungen.
Kostenerstattungsprinzip (PKV): Erst selbst zahlen, Rechnung einreichen, Geld zurückerhalten – schafft volle Kostentransparenz, verlangt aber finanzielle Vorleistung.
Eselsbrücke
Vorstrecken \rightarrow Einreichen \rightarrow Rückerstattung (VER-sichert nach dem VER-Prinzip)
Vorteil = Durchblick (Transparenz)
Nachteil = Vorleistung (Geld parken)
Beschreiben Sie kurz die wesentlichen Aufgaben und Ziele der Gesundheitswissenschaften.
die Gesundheit und das Wohlergehen aller Gesellschaftsmitglieder zu beobachten und zu wahren,
Gesundheitsbedürfnisse zu identifizieren,
Institutionen der Gesundheitsversorgung und -politik (durch Planungen und Evaluationen) zu unterstützen,
auch Aspekte wie Bedarfsgerechtigkeit, Wirtschaftlichkeit, Prävention, Kuration, Rehabilitation, Pflege und Wirksamkeit von Gesundheitsförderung.
„Gesundheitswissenschaften beobachten Gesundheit und Wohlergehen, erkennen Gesundheitsbedürfnisse und unterstützen Gesundheitsversorgung und -politik durch Planung und Evaluation.“
Dazu gehören:
Bedarfsgerechtigkeit – Wirtschaftlichkeit – Prävention – Kuration – Rehabilitation – Pflege – Wirksamkeit der Gesundheitsförderung.
Für die drei Hauptaufgaben:
B – I – U
Beobachten Identifizieren Unterstützen
👉 „Beobachten – Identifizieren – Unterstützen.“
Für die lange Aufzählung:
B – W – P – K – R – P – W
Bedarfsgerechtigkeit Wirtschaftlichkeit Prävention Kuration Rehabilitation Pflege Wirksamkeit
Als Merkspruch:
„Bei Wind Putzt Klaudia Richtig Prima Weiter.“
Nicht schön poetisch 😄 – aber genau dafür bleiben solche Eselsbrücken oft im Kopf.
Laien entwickeln unterschiedliche subjektive Gesundheitstheorien. Diese lassen sich in allgemeine Typen von subjektiven Gesundheitstheorien unterteilen. Benennen Sie die vier allgemeinen Typen von subjektiven Gesundheitstheorien und skizzieren Sie zwei dieser Theorien.
Lösung (Nennung):
Risikotheorien
Ressourcentheorien
Ausgleichs- und Balancetheorien
Schicksalstheorien
Lösung (Skizzierung von zwei Beispielen):
Risikotheorien: Gesundheit wird durch bestimmte Risiken und Belastungen gefährdet. Diese Risiken können als extern (z. B. Schadstoffe in der Umwelt) angesehen oder dem eigenen Verhalten (z. B. Mangel an Bewegung) zugeschrieben werden. Während bei externen Risiken eine personale Kontrolle als nur schwer möglich angesehen wird, ist diese bei verhaltensbedingten Risiken zumindest prinzipiell möglich.
Ressourcentheorien: Gesundheit wird durch den großen Einfluss der Verfügbarkeit von externen (z. B. vertrauensvolle soziale Beziehungen) und internen Ressourcen (z. B. berufliche Zufriedenheit) mitbestimmt. Durch eine Schwächung dieser Ressourcen wird auch die Gesundheit gefährdet.
Ausgleichs- und Balancetheorien: Gesundheit wird zwar durch bestimmte Risiken gefährdet, diese können aber ausgeglichen und kompensiert werden. Es wird ein Wechselspiel zwischen Risiko- und Schutzfaktoren angenommen. Als Kompensationsmöglichkeiten (z. B. bei einer belastenden beruflichen Tätigkeit) werden u. a. viel Ruhe und Entspannung in der Freizeit genannt. Diese Theorien nehmen an, dass jeder Mensch über ein optimales Gleichgewicht zwischen diesen Kräften verfügt, sie aber auch erkennen muss. Das Gleichgewicht zwischen diesen Kräften wird als labil angesehen, da es durch Anforderungen von außen und innen immer wieder gefährdet wird. Eine personale Kontrolle ist auf allen Ebenen möglich. Im Vordergrund stehen die positive Gestaltung von sozialen Beziehungen und die innere Zufriedenheit.
Schicksalstheorien: Gesundheit geht bei einem schicksalhaften oder altersbedingten Eintritt von Krankheit verloren. Als Krankheitsursachen werden vorwiegend biologische Alterungsprozesse und schicksalhafte Ereignisse angenommen. Der personale Einfluss wird als sehr gering eingeschätzt.
Erläutern Sie die zentralen Aussagen des Stress-Konzeptes von Lazarus.
Stress bzw. Stressreaktionen treten dann ein, wenn subjektiv ein Ungleichgewicht zwischen inneren und äußeren Anforderungen und den individuellen Bewältigungsressourcen empfunden wird.
Stress wird immer subjektiv eingeschätzt oder bewertet.
Wie konkrete Situationen vom Einzelnen erlebt werden, ist von dessen Lebenserfahrung, Persönlichkeit und den zur Verfügung stehenden personalen, sozialen und materiellen Bewältigungsressourcen abhängig.
„Stress entsteht bei Lazarus, wenn ein Mensch die Anforderungen subjektiv größer einschätzt als seine eigenen Bewältigungsressourcen.“
Wie die Situation erlebt wird, hängt von Lebenserfahrung, Persönlichkeit sowie personalen, sozialen und materiellen Ressourcen ab.
A – B – B
Anforderungen ↓ werden mit den Bewältigungsressourcen verglichen ↓ daraus entsteht die Bewertung
👉 „Anforderungen – Bewältigung – Bewertung“
Und für die Einflussfaktoren:
L – P – P – S – M
Lebenserfahrung Persönlichkeit Personale Ressourcen Soziale Ressourcen Materielle Ressourcen
Eselsatz:
„Lazarus Prüft Persönliche, Soziale Mittel.“
Oder noch leichter fürs Verständnis:
Situation + meine Bewertung + meine Ressourcen = mein Stresserleben.
Herr Meier, 48 Jahre, Straßenbauarbeiter, vier Kinder (23, 20, 17 und 15 Jahre), geschie-
den, wohnt alleine in einer kleinen 2-Zimmerwohnung in einem Hochhaus in Köln-
Finkenberg, einem sozialen Brennpunkt. Sein Vater starb kurz nach dem Renteneintritt an
den Folgen eines Herzinfarktes. Seine Mutter lebt seit zwei Jahren in einem Altenheim. Ihr
wurde in Folge einer Diabetes-mellitus Erkrankung ein Bein amputiert. Seit seiner Ehe-
scheidung vor acht Jahren lebt Herr Meier zurückgezogen. Nach der körperlich sehr an-
strengenden Arbeit ist er häufig total erschöpft. Den Feierabend verbringt er mit Bier, Ziga-
retten und Fastfood vor dem Fernseher. Geld ist immer knapp, u. a. sind Unterhaltszahlun-
gen für die Kinder fällig. Um mit den jüngeren Kollegen mitzuhalten, z. B. bei Arbeiten mit
dem Presslufthammer, geht Herr Meier oft über seine körperliche Leistungsfähigkeit hinaus
und zudem muss er sich noch belastende Kommentare von Kollegen und dem Chef anhö-
ren. Seine Kinder hat er schon lange nicht mehr gesehen. Seinem Bruder mit Familie geht
er lieber aus dem Weg, weil er sich als Versager fühlt. Seit vier Monaten leidet Herr Meier
unter Rückenschmerzen und das taube Gefühl in seinen Fingern stört ihn und macht ihm
Angst. Eine Arztkonsultation schiebt er jedoch immer wieder auf.
Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie für Herrn Meier den: Einfluss der sozialen Beziehungen bzw. sozialen Unterstützung auf die Gesundheit
Soziale Beziehungen/Unterstützung: Herr Meier lebt alleine und seit der Scheidung zurückgezogen. Zudem hat er keinen Kontakt zu seinen Kindern sowie zu seinem Bruder. Ein geringer Grad an sozialer Unterstützung wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. Das Mortalitätsrisiko steigt.
Lernübersicht (1:1 Originaltext der Karteikarte)
Soziale Beziehungen/Unterstützung:
Herr Meier lebt alleine und seit der Scheidung zurückgezogen. Zudem hat er keinen Kontakt zu seinen Kindern sowie zu seinem Bruder. Ein geringer Grad an sozialer Unterstützung wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. Das Mortalitätsrisiko steigt.
„Herr Meier lebt sozial zurückgezogen und erhält kaum Unterstützung. Geringe soziale Unterstützung belastet die Gesundheit und erhöht das Mortalitätsrisiko.“
A – K – U – M
Alleine Kein Kontakt Unterstützung gering Mortalitätsrisiko steigt
Merkspruch:
„Alleine, kein Kontakt – Unterstützung fehlt, Mortalität steigt.“
Oder noch kürzer für die Prüfung:
Isolation → wenig Unterstützung → schlechtere Gesundheit → höheres Mortalitätsrisiko
Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie für Herrn Meier den: Einfluss des Einkommens auf die Gesundheit
Einkommen: Bei Herrn Meier ist das Geld immer knapp u. a. aufgrund der Unterhaltszahlungen. Die ökonomische Lebenslage beeinflusst die physische und psychische Gesundheit. Ein geringeres Einkommen geht mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko einher. Zudem zeigen Untersuchungen: Je geringer das Einkommen, desto schlechter ist die Gesundheit (Herzinfarkt, Diabetes, chronische Bronchitis, Adipositas, etc.).
„Bei Herrn Meier ist das Geld durch die Unterhaltszahlungen knapp. Ein geringes Einkommen belastet die physische und psychische Gesundheit und erhöht das Mortalitätsrisiko.“
Ganz kurz im Kopf:
Wenig Einkommen → schlechtere Gesundheit → höheres Mortalitätsrisiko
G – G – M
Geld gering ↓ Gesundheit schlechter ↓ Mortalitätsrisiko höher
„Wenig Geld – Gesundheit gefährdet – Mortalität steigt.“
Für die vier Krankheitsbeispiele:
H – D – B – A
Herzinfarkt Diabetes Bronchitis Adipositas
„Herr Meier Denkt Beim Arbeiten.“
➡️ H – D – B – A
Das würde ich bei dieser Karte wirklich so lernen: Fallbezug „Unterhaltszahlungen/Geld knapp“ + Auswirkungen „physisch, psychisch, Mortalität“ + H-D-B-A als Beispiele.
Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie für Herrn Meier den: Einfluss der Wohnbedingungen auf die Gesundheit
Wohnbedingungen: Herr Meier wohnt in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung in einem Hochhaus in Köln-Finkenberg (sozialer Brennpunkt). Die Wohnverhältnisse haben einen bedeutenden Einfluss auf das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden. Dies hat wiederum Auswirkungen auf die Gesundheit. Die psychisch belastenden Effekte einer unbefriedigenden Wohnsituation sind nur schwer quantifizierbar. Sie spielen gleichwohl eine wichtige Rolle.
„Herr Meiers Wohnsituation beeinflusst sein körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden und damit seine Gesundheit.“
Noch kürzer:
„Wie man wohnt, beeinflusst, wie man sich körperlich, psychisch und sozial fühlt.“
W – K – P – S – G
Wohnbedingungen ↓ Körperliches Wohlbefinden Psychisches Wohlbefinden Soziales Wohlbefinden ↓ Gesundheit
„Wohnen kann Psyche, Soziales und Gesundheit beeinflussen.“
Oder ganz knapp fürs schnelle Abrufen in der Prüfung:
„Wohnung → Wohlbefinden → Gesundheit“
Und für die drei Bereiche:
K – P – S
Körperlich Psychisch Sozial
👉 „Körper – Psyche – Soziales“
Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie für Herrn Meier den: den Einfluss des individuellen Lebensstils (Gesundheitsverhalten) auf die Gesundheit.
Lebensstil/Gesundheitsverhalten: Herr Meier ist beruflich körperlich sehr gefordert. Abends ist er total erschöpft. Er verbringt den Abend mit Bier, Zigaretten und Fastfood vor dem Fernseher. Das Rauchen und auch der Alkoholkonsum fördern das Risiko für schwerwiegende und potentiell tödlich verlaufenden Krankheiten (Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Leberzirrhose, Schädigungen des Nervensystems, etc.). Seine hohe körperliche Belastung (Presslufthammer) während seiner Tätigkeit hat einen negativen Einfluss auf seine Gesundheit (siehe Rückenschmerzen, taubes Gefühl). Das Essen von Fastfood ist nicht gesundheitsfördernd.
„Herr Meiers Gesundheitsverhalten belastet ihn zusätzlich: körperliche Überlastung, Rauchen, Alkohol und Fastfood wirken sich negativ auf seine Gesundheit aus.“
Kurz zum Abrufen:
Überlastung + Rauchen + Alkohol + Fastfood = Gesundheitsrisiko
P – R – A – F
Presslufthammer Rauchen Alkohol Fastfood
👉 „PRAF macht Meier krank.“
Oder als Satz:
„Presslufthammer, Rauchen, Alkohol, Fastfood – vier Belastungen für die Gesundheit.“
Für die Krankheitsfolgen:
H – K – L – N
Herz-Kreislauf-Erkrankungen Krebs Leberzirrhose Nervenschäden
„Herr Meier Kann Lange Nicht.“
Damit hast du wieder genau die Prüfungslogik:
Fallbezug nennen → Verhalten beschreiben → gesundheitliche Folge erklären.
Manfred Beutel hat in einer umfassenden Literaturrecherche die Bedeutung personaler Ressourcen für die Bewältigung von Alltagsbelastungen und Lebensereignissen zusammengetragen. Nennen Sie vier gesundheitsfördernde personale Ressourcen, die Ihres Erachtens bei Herrn Meier gestärkt werden sollten.
Lösung (Nennung von vier Beispielen): Internale Kontrollüberzeugung, Kohärenzsinn, Selbstwirksamkeit, Intelligenz, Zuversicht, Optimismus, Selbstvertrauen, positives Selbstwertgefühl, Identität, stabiles Selbstsystem, unbekümmerte Selbsteinschätzung, interpersonales Vertrauen, positive Sicht auf Veränderungen, Selbstaufmerksamkeit, Widerstandsfähigkeit (Commitment, Challenge, Control), Kreativität, soziale Kompetenzen.
1. Internale Kontrollüberzeugung Herr Meier soll stärker das Gefühl entwickeln: 👉 „Ich selbst kann etwas an meiner Situation verändern.“
Also nicht nur denken: Arbeit, Geld, Gesundheit – alles passiert einfach mit mir.
2. Kohärenzsinn Er soll sein Leben und seine Belastungen besser als verstehbar, handhabbar und sinnvoll erleben können.
👉 „Ich verstehe, was passiert – ich kann damit umgehen – es lohnt sich, etwas zu verändern.“
3. Selbstwirksamkeit Das bedeutet:
👉 „Ich traue mir zu, etwas zu schaffen.“
Bei Herrn Meier beispielsweise: einen Arzttermin tatsächlich wahrnehmen, sein Gesundheitsverhalten verändern oder Grenzen bei der körperlichen Belastung setzen.
4. Zuversicht bzw. Optimismus Er braucht die Vorstellung:
👉 „Meine Situation kann sich verbessern.“
Denn wenn jemand überzeugt ist, dass sowieso nichts besser wird, wird er viel weniger wahrscheinlich aktiv.
Das Entscheidende ist also:
Personale Ressourcen helfen Herrn Meier, seine Belastungen besser zu bewältigen.
Lösung (Nennung von vier Beispielen):
Internale Kontrollüberzeugung, Kohärenzsinn, Selbstwirksamkeit, Intelligenz, Zuversicht, Optimismus, Selbstvertrauen, positives Selbstwertgefühl, Identität, stabiles Selbstsystem, unbekümmerte Selbsteinschätzung, interpersonales Vertrauen, positive Sicht auf Veränderungen, Selbstaufmerksamkeit, Widerstandsfähigkeit (Commitment, Challenge, Control), Kreativität, soziale Kompetenzen.
Da vier Beispiele reichen, würde ich nicht versuchen, diese komplette Monster-Liste auswendig zu lernen. 😄
Nimm diese vier:
Kontrollüberzeugung – Kohärenzsinn – Selbstwirksamkeit – Optimismus
„Herr Meier soll erkennen, dass er Einfluss hat, sein Leben bewältigen kann, sich selbst etwas zutraut und positiv nach vorne schaut.“
Das bedeutet:
Einfluss haben → verstehen/bewältigen → sich etwas zutrauen → zuversichtlich sein
K – K – S – O
Kontrollüberzeugung Kohärenzsinn Selbstwirksamkeit Optimismus
🧠 „Klaudia Kann Sehr Optimistisch.“
Oder direkt mit Herrn Meier:
„Kontrolle – Kohärenz – Selbstwirksamkeit – Optimismus“
K → K → S → O
Und als kleine Geschichte im Kopf:
Herr Meier sagt:
👉 „Ich KANN etwas beeinflussen.“ = Kontrollüberzeugung 👉 „Ich kann mein Leben VERSTEHEN und BEWÄLTIGEN.“ = Kohärenzsinn 👉 „Ich TRAUE MIR das zu.“ = Selbstwirksamkeit 👉 „Es kann BESSER werden.“ = Optimismus
Gesundheitliche Ungleichheit*****
Es gibt zahlreiche empirische Befunde, die die Zusammenhänge zwischen sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit aufzeigen.
a) Benennen Sie drei Zusammenhänge, mit denen dies exemplarisch untermauert werden kann.
b) Beschreiben Sie einen Zusammenhang zwischen sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit und geben Sie die Richtung des Zusammenhangs an.
Lösung a): Einkommen und Lebenserwartung; Berufliche Stellung und Morbidität; Sozialer Status und Morbidität; Einkommen und Gesundheit; Subjektive Gesundheit und Lebensqualität.
Lösung b): Je geringer das Einkommen, desto schlechter ist die Gesundheit. ODER: Je geringer das Einkommen, desto geringer ist die Lebenserwartung. ODER: Je geringer der soziale Status (Stellung im Beruf, Bildung, Einkommen), desto höher die Morbidität.
„Einkommen, Beruf und sozialer Status hängen mit Gesundheit, Krankheit und Lebenserwartung zusammen.“
Für Teil b):
„Je geringer das Einkommen, desto schlechter ist die Gesundheit.“
E – B – S → L – M – G
Einkommen Beruf Sozialer Status
wirken auf:
Lebenserwartung Morbidität Gesundheit
Kurz merken:
↓ Einkommen = ↓ Gesundheit ↓ Einkommen = ↓ Lebenserwartung ↓ sozialer Status = ↑ Morbidität
Es existieren zwei zentrale Thesen über die Ursachen gesundheitlicher Ungleichheit: Die Selektions- oder Drifthypothese und die Kausations- oder Verursachungshypothese. Erläutern Sie die Grundaussage beider Thesen und geben Sie für jede These ein Beispiel an.
Selektions- oder Drifthypothese: Der Gesundheitszustand beeinflusst den sozioökonomischen Status. „Krankheit macht arm.“ Beispiel: Genetische Dispositionen oder frühe Gesundheitsbeeinträchtigungen (z. B. chronische Krankheit oder Behinderung im Kindesalter) führen zu einer niedrigen sozioökonomischen Position im Erwachsenenalter (z. B. geringeres Bildungsniveau, niedrigere berufliche Position, geringeres Einkommen).
Kausations- oder Verursachungshypothese: Der sozioökonomische Status beeinflusst den Gesundheitszustand. „Armut macht krank.“ Beispiel: Ein niedriger sozioökonomischer Status (d. h. z. B. geringes Bildungsniveau, Armut, niedrige berufliche Position) wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.
Selektions- oder Drifthypothese
Kernaussage: „Krankheit macht arm“ (Gesundheitszustand beeinflusst den sozioökonomischen Status).
Erklärung: Genetische Dispositionen, chronische Krankheiten oder Behinderungen (bereits im Kindesalter) führen dazu, dass betroffene Personen in eine niedrigere sozioökonomische Position im Erwachsenenalter abdriften (z. B. geringeres Bildungsniveau, niedrigere berufliche Position, geringeres Einkommen).
Kausations- oder Verursachungshypothese
Kernaussage: „Armut macht krank“ (Sozioökonomischer Status beeinflusst den Gesundheitszustand).
Erklärung: Ein niedriger sozioökonomischer Status (z. B. geringes Bildungsniveau, Armut, niedrige berufliche Position, schlechtere Lebensbedingungen) ist die Ursache für eine schlechtere Gesundheit und wirkt sich negativ auf den Gesundheitszustand aus.
Merksätze
Drifthypothese: Wer krank ist, driftet sozial nach unten („Krankheit macht arm“).
Kausationshypothese: Niedriger Status ist die Ursache/Kausalität für Krankheit („Armut macht krank“).
Eselsbrücken
Drift \rightarrow Down: Die Krankheit zieht den sozialen Status nach unten.
Kausation \rightarrow Kohle: Fehlende Kohle ist die Ursache (Kausalität) für eine schlechte Gesundheit.
Sen und Nussbaum haben zwei gerechtigkeitstheoretische Ansätze vorgelegt, die sich mit der Reduktion gesundheitlicher Ungleichheit beschäftigen.
a) Nennen und beschreiben Sie die beiden Ansatzpunkte für mehr gesundheitliche Chancengleichheit.
b) Begründen Sie, welcher Ansatzpunkt eine eher langfristige Perspektive verfolgt.
Lösung a):
Verringerung der sozialen Ungleichheit über mehr Chancengleichheit in Schule, Ausbildung und Erwerbsleben.
Verringerung der Gesundheitsbelastungen bei Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status, d. h. Schaffung gesundheitsförderlicher Lebensbedingungen und Verbesserung der Gesundheitsversorgung.
Lösung b): Der erste Ansatz („Verringerung der sozialen Ungleichheit“) packt das Problem der sozialen Ungleichheit an der Wurzel. Dieser Ansatz erfordert grundlegende strukturelle Veränderungen und benötigt eine langfristige gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik.
1. Verringerung der sozialen Ungleichheit über mehr Chancengleichheit in Schule, Ausbildung und Erwerbsleben.
2. Verringerung der Gesundheitsbelastungen bei Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status, d. h. Schaffung gesundheitsförderlicher Lebensbedingungen und Verbesserung der Gesundheitsversorgung.
Erklärung:
Punkt 1 setzt gesellschaftlich ganz vorne an: Durch gerechte Bildung und Arbeitsmarktchancen soll Armut und Ungleichheit von vornherein verhindert werden.
Punkt 2 setzt direkt bei den Betroffenen an: Wer bereits in schwierigen sozialen Lagen lebt, soll durch gesündere Lebensräume (z. B. bessere Wohnungen, gesunde Arbeitsplätze) und gezielten Zugang zu medizinischer Hilfe geschützt und entlastet werden.
Der erste Ansatz („Verringerung der sozialen Ungleichheit“) packt das Problem der sozialen Ungleichheit an der Wurzel. Dieser Ansatz erfordert grundlegende strukturelle Veränderungen und benötigt eine langfristige gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik.
Schulsysteme, Bildungschancen und Einkommensstrukturen umzubauen, dauert viele Jahre und wirkt sich erst über Generationen hinweg aus. Daher ist dieser Ansatz grundlegend (an der Wurzel), aber zeitintensiv.
Ansatz 1 packt die Wurzel über Bildung und Chancen langfristig an, Ansatz 2 lindert die Belastung vor Ort durch bessere Bedingungen und Versorgung.
Wurzel vs. Pflaster:
Ansatz 1 = Wurzel behandeln (Bildung/Chancen \rightarrow braucht Zeit zum Wachsen/langfristig).
Ansatz 2 = Pflaster aufkleben (Belastungen senken & Versorgung verbessern \rightarrow direkte Hilfe).
Gesundheitssystem
Erläutern Sie einen Zielkonflikt, der bei jeder Gesundheitsreform in Deutschland auftritt.
Der größte Zielkonflikt bei jeder Gesundheitsreform in Deutschland ist der zwischen Bedarfsorientierung und Wirtschaftlichkeit. Der Bedarf an Gesundheitsleistungen ist im Prinzip unbegrenzt, wird aber durch den gesetzlichen Leistungskatalog der GKV eingegrenzt. Ein weiterer Zielkonflikt besteht zwischen der Einnahmebasis der gesetzlichen Krankenkassen und dem ärztlichen Einkommensanspruch.
3. Merksatz und Eselsbrücke
Merksatz: Unbegrenzter Bedarf an Medizin prallt auf die harte Grenze der Wirtschaftlichkeit (Geld).
Eselsbrücke: Bedarf vs. Budget (B-B-Konflikt): Was der Patient braucht, wird durch das begrenzt, was die Kasse bezahlen kann.
Die Politikwissenschaft hat hinsichtlich der Verbandsarbeit den Begriff des Neokorporatismus geschaffen. Erklären Sie diesen Begriff.
Neokorporatismus zielt darauf ab, dass organisierte Einzelinteressen systematisch in politische Entscheidungen eingebunden („inkorporiert“) werden. Diese Beteiligung reicht von Anhörungen bis hin zur Übernahme von Kontrollaufgaben (z. B. Ausschüttung öffentlicher Gelder). Verbände, die eigentlich private Interessen vertreten, übernehmen teilweise öffentliche Funktionen, um den Staat von Konflikten oder Überlastung zu entlasten.
Merksatz: Beim Neokorporatismus holt der Staat private Verbände mit ins Boot, damit sie öffentliche Aufgaben übernehmen und den Staat entlasten.
Eselsbrücke: In-korporieren = in den Körper des Staates einbauen. Der Staat holt sich Körperschaften/Verbände als Gehilfen, um Arbeit und Streit abzugeben.
Gesundheitskonzepte******
Ab Mitte des 20. Jahrhunderts vollzog sich eine Neuausrichtung von Public Health.
a) Arbeiten Sie den Unterschied zwischen Old und New Public Health anhand der Adressaten und relevanten Themengebiete heraus.
b) Nennen Sie zwei Beispiele für New Public Health in Deutschland und erläutern Sie eines der Beispiele.
a) Adressaten: Adressaten von Old Public Health waren gesundheitlich unterversorgte und sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Im Gegensatz dazu richtet sich New Public Health an die gesamte Bevölkerung.
Lösung a) Fach- bzw. Themengebiete: Mit Old Public Health wurde ein hygienebezogener Ansatz verfolgt, der auf den Fachgebieten Sozialmedizin, Umwelthygiene und Epidemiologie basierte. New Public Health zielt auf die medizinische und psychosoziale Versorgung und beinhaltet neben den Themengebieten Umwelt- und Sozialhygiene auch Gesundheitssystem- und Versorgungsforschung sowie Prävention.
Lösung b) Beispiele und Erläuterung: Als Beispiele für New Public Health in Deutschland gelten die AIDS-Prävention und die betriebliche Gesundheitsförderung.
AIDS-Prävention: Die Ansätze von New Public Health mündeten erstmals in großem Umfang in die staatliche und nichtstaatliche Gesundheitspolitik. Die Strategie zur verhältnisgestützten Verhaltensmodifikation führte zur dauerhaften Umstellung auf Risikovermeidung (safer sex) bei großen Teilen der betroffenen Gruppen. Sie beinhaltete die Respektierung der Lebensweise der Zielgruppen, eine persönliche Beratung und Kommunikation und eine dauerhafte Aufklärung über Gesundheitsgefährdungen und Verhaltensmöglichkeiten.
Betriebliche Gesundheitsförderung: Die gesetzlichen Krankenkassen leisteten mit Unterstützung von Public Health Professionals Pionierarbeit für die Umsetzung der betriebliche Gesundheitsförderung. In den Betrieben wurden Möglichkeiten der Risikosenkung und Ressourcenstärkung in Arbeits-, Betriebsabläufen und im Sozialklima ermittelt und umgesetzt. Gesundheitszirkel etablierten sich als Instrument der betrieblichen Gesundheitsförderung. In den Gesundheitszirkeln waren die Belegschaft, die Personalvertretung und das Management vertreten.
Gesundheitskonzepte – Old und New Public Health
Lernbar – in der Reihenfolge des Originaltextes
a) Adressaten
Adressaten von Old Public Health waren gesundheitlich unterversorgte und sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen.
Im Gegensatz dazu richtet sich New Public Health an die gesamte Bevölkerung.
⸻
a) Fach- bzw. Themengebiete
Mit Old Public Health wurde ein hygienebezogener Ansatz verfolgt.
Dieser basierte auf den Fachgebieten:
* Sozialmedizin
* Umwelthygiene
* Epidemiologie
New Public Health zielt dagegen auf die medizinische und psychosoziale Versorgung.
Zusätzlich beinhaltet New Public Health:
* Umwelt- und Sozialhygiene
* Gesundheitssystem- und Versorgungsforschung
* Prävention
b) Beispiele für New Public Health in Deutschland
Als Beispiele gelten:
* AIDS-Prävention
* betriebliche Gesundheitsförderung
AIDS-Prävention
Die Ansätze von New Public Health mündeten erstmals in großem Umfang in die staatliche und nichtstaatliche Gesundheitspolitik.
Die Strategie zur verhältnisgestützten Verhaltensmodifikation führte bei großen Teilen der betroffenen Gruppen zu einer dauerhaften Umstellung auf Risikovermeidung, also safer sex.
Dabei gehörten dazu:
* die Respektierung der Lebensweise der Zielgruppen
* eine persönliche Beratung und Kommunikation
* eine dauerhafte Aufklärung über Gesundheitsgefährdungen und Verhaltensmöglichkeiten
Betriebliche Gesundheitsförderung
Die gesetzlichen Krankenkassen leisteten mit Unterstützung von Public Health Professionals Pionierarbeit für die Umsetzung der betrieblichen Gesundheitsförderung.
In den Betrieben wurden Möglichkeiten zur:
* Risikosenkung
* Ressourcenstärkung
ermittelt und umgesetzt.
Dies bezog sich auf:
* Arbeitsabläufe
* Betriebsabläufe
* Sozialklima
Gesundheitszirkel etablierten sich als Instrument der betrieblichen Gesundheitsförderung.
In diesen Gesundheitszirkeln waren vertreten:
* Belegschaft
* Personalvertretung
* Management
Old Public Health richtet sich an gesundheitlich unterversorgte und sozial benachteiligte Gruppen und verfolgt einen hygienebezogenen Ansatz. New Public Health richtet sich an die gesamte Bevölkerung und umfasst zusätzlich medizinische und psychosoziale Versorgung, Versorgungsforschung und Prävention. Beispiele sind AIDS-Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung.
OLD = wenige Gruppen – NEW = alle.
Für Old Public Health:
SUE
S = Sozialmedizin
U = Umwelthygiene
E = Epidemiologie
Für die beiden Beispiele:
A + B
A = AIDS-Prävention
B = betriebliche Gesundheitsförderung
Und bei der betrieblichen Gesundheitsförderung:
Risiken runter – Ressourcen rauf.
Gesundheitszirkel:
BPM
B = Belegschaft
P = Personalvertretung
M = Management.
Gesundheit wird von Menschen individuell verschieden interpretiert.
a) Definieren Sie, was unter subjektiven Gesundheitskonzepten zu verstehen ist.
b) Benennen und erläutern Sie die vier Dimensionen zu subjektiven Gesundheitskonzepten, die von Faltermaier anhand von Studien in der deutschen Bevölkerung ermittelt wurden.
Lösung a): Unter subjektiven Gesundheitskonzepten werden Vorstellungen und Begriffe verstanden, mit denen Menschen (ihre eigene) Gesundheit beschreiben und bestimmen.
Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit: Gesundheit wird negativ durch das Fehlen einer Erkrankung oder einer Funktionseinschränkung bestimmt.
Gesundheit als Reservoir: Gesundheit wird als Potenzial an körperlicher und psychischer Energie und Stärke sowie als Widerstandskraft gegenüber äußeren Einflüssen verstanden. Das Reservoir bzw. Potenzial kann sich im Lebensverlauf verändern.
Gesundheit als Gleichgewicht oder Wohlbefinden: Gesundheit wird als körperliches und/oder psychisches Wohlbefinden und als im Gleichgewicht sein verstanden. Mit Letzterem wird ein Idealzustand beschrieben.
Gesundheit als funktionale Leistungsfähigkeit: Gesundheit wird als Fähigkeit verstanden, selbst erwartete oder v. a. arbeitsbezogene Leistungen erbringen zu können.
2. Lernbar – nah am Originaltext
a) Subjektive Gesundheitskonzepte
Unter subjektiven Gesundheitskonzepten werden Vorstellungen und Begriffe verstanden, mit denen Menschen ihre eigene Gesundheit beschreiben und bestimmen.
b) Vier Dimensionen subjektiver Gesundheitskonzepte nach Faltermayer
1. Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit
Gesundheit wird negativ durch das Fehlen einer Erkrankung oder einer Funktionseinschränkung bestimmt.
➡️ Gesundheit bedeutet hier: keine Krankheit und keine Funktionseinschränkung.
2. Gesundheit als Reservoir
Gesundheit wird als Potenzial an körperlicher und psychischer Energie und Stärke sowie als Widerstandskraft gegenüber äußeren Einflüssen verstanden.
Das Reservoir bzw. Potenzial kann sich im Lebensverlauf verändern.
➡️ Gesundheit bedeutet hier: Energie, Stärke und Widerstandskraft.
3. Gesundheit als Gleichgewicht oder Wohlbefinden
Gesundheit wird als körperliches und/oder psychisches Wohlbefinden und als im Gleichgewicht sein verstanden.
Mit dem Gleichgewicht wird ein Idealzustand beschrieben.
➡️ Gesundheit bedeutet hier: Wohlbefinden und Gleichgewicht.
4. Gesundheit als funktionale Leistungsfähigkeit
Gesundheit wird als Fähigkeit verstanden, selbst erwartete oder vor allem arbeitsbezogene Leistungen erbringen zu können.
➡️ Gesundheit bedeutet hier: leistungsfähig sein und Anforderungen erfüllen können.
Subjektive Gesundheitskonzepte beschreiben, wie Menschen ihre eigene Gesundheit verstehen: als Abwesenheit von Krankheit, als Reservoir von Kraft, als Gleichgewicht und Wohlbefinden oder als funktionale Leistungsfähigkeit.
Noch kürzer zum Auswendiglernen:
Gesund ist, wer nicht krank ist, Kraft hat, sich wohl und ausgeglichen fühlt und leistungsfähig ist.
Die vier Dimensionen sind:
A – R – G – L
A = Abwesenheit von Krankheit R = Reservoir G = Gleichgewicht/Wohlbefinden L = Leistungsfähigkeit
👉 Merksatz dazu:
„Anna Ruht Ganz Lange.“
Anna = Abwesenheit Ruht = Reservoir Ganz = Gleichgewicht Lange = Leistungsfähigkeit
Oder noch bildlicher:
„Nicht krank – Akku voll – Waage gerade – Arbeit klappt.“
Nicht krank → Abwesenheit von Krankheit
Akku voll 🔋 → Reservoir
Waage ⚖️ → Gleichgewicht/Wohlbefinden
Arbeit 💼 → Leistungsfähigkeit
Zu den wichtigsten Datenquellen der Gesundheitsberichterstattung (GBE) in Deutschland zählen das „Sozio-ökonomische Panel (SOEP)", der „Mikrozensus" (kleine Volkszählung) und „Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA)". Benennen Sie für die drei genannten Datenquellen jeweils den zentralen Datenhalter und geben Sie einen kurzen inhaltlichen Überblick.
Lösung Datenhalter:
SOEP: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).
Mikrozensus: Statistisches Bundesamt.
GEDA: Robert Koch-Institut (RKI).
Lösung Inhaltlicher Überblick:
SOEP: Das SOEP ist eine jährliche repräsentative Befragung der erwachsenen Mitglieder privater Haushalte. Im Längsschnittdesign werden u. a. Daten zu Erwerbs- und Familienbiografie, beruflicher Mobilität, Einkommenssituation, Gesundheit und Lebenszufriedenheit erhoben.
Mikrozensus: Der Mikrozensus ist eine amtliche repräsentative Statistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt in Deutschland. Jährlich wird ein Teil der Bevölkerung zu seiner wirtschaftlichen und sozialen Situation (u. a. Erwerbstätigkeit, Einkommen, Familienformen) befragt. Alle vier Jahre werden zusätzlich gesundheitsbezogene Themen erfragt.
GEDA: GEDA ist ein telefonischer Gesundheitssurvey der jährlich durchgeführt wird und zum zentralen Gesundheitsmonitoring des RKI gehört. In Deutschland lebende Personen werden zu ihrer Gesundheit (u. a. Erkrankungen, subjektive Gesundheit, gesundheitsrelevante Verhaltensweisen) und ihrer Lebenssituation (u. a. berufliche Stellung, Bildung) befragt.
Datenhalter
SOEP
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).
Mikrozensus
Statistisches Bundesamt.
GEDA
Robert Koch-Institut (RKI).
Inhaltlicher Überblick
Das SOEP ist eine jährliche repräsentative Befragung der erwachsenen Mitglieder privater Haushalte.
Im Längsschnittdesign werden unter anderem Daten erhoben zu:
Erwerbs- und Familienbiografie
beruflicher Mobilität
Einkommenssituation
Gesundheit
Lebenszufriedenheit
Der Mikrozensus ist eine amtliche repräsentative Statistik über die Bevölkerung und den Arbeitsmarkt in Deutschland.
Jährlich wird ein Teil der Bevölkerung zu seiner wirtschaftlichen und sozialen Situation befragt, unter anderem zu:
Erwerbstätigkeit
Einkommen
Familienformen
Alle vier Jahre werden zusätzlich gesundheitsbezogene Themen erfragt.
GEDA ist ein telefonischer Gesundheitssurvey, der jährlich durchgeführt wird und zum zentralen Gesundheitsmonitoring des RKI gehört.
In Deutschland lebende Personen werden zu ihrer Gesundheit befragt, unter anderem zu:
Erkrankungen
subjektiver Gesundheit
gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen
sowie zu ihrer Lebenssituation, unter anderem:
berufliche Stellung
Bildung
SOEP untersucht jährlich die Lebenssituation privater Haushalte, der Mikrozensus erfasst Bevölkerung und Arbeitsmarkt und GEDA untersucht jährlich die Gesundheit der in Deutschland lebenden Menschen.
Für die Datenhalter:
SOEP = DIW Mikrozensus = Statistisches Bundesamt GEDA = RKI
Hier würde ich die drei wirklich auseinanderhalten, denn genau das kann in der Prüfung durcheinandergehen:
SOEP = Leben
👉 Arbeit – Familie – Einkommen – Gesundheit – Lebenszufriedenheit
Stell dir vor, das SOEP fragt:
„Wie läuft dein LEBEN?“
Mikrozensus = Deutschland
👉 Bevölkerung – Arbeit – Einkommen – Familie
Stell dir eine kleine Volkszählung 🇩🇪 vor.
Mikrozensus = Deutschland zählt seine Leute.
GEDA = Gesundheit
Das steckt sogar schon im Namen:
GEsundheit in Deutschland Aktuell
👉 GEDA = Gesundheit aktuell
Und dazu:
GEDA → RKI
Das RKI passt logisch zu Gesundheit.
⭐ Eine Eselsbrücke für alle drei zusammen
„SOEP lebt – Mikro zählt – GEDA fühlt.“
SOEP lebt → Lebenssituation Mikro zählt → Bevölkerung und Arbeitsmarkt GEDA fühlt → Gesundheit
Und bei den Datenhaltern:
SOEP → DIW Mikro → Bundesamt GEDA → RKI
Beschreiben Sie drei aktuelle Trends des Krankheitsgeschehens in Deutschland.
(drei aus folgenden wählen):
Herz-Kreislauferkrankungen: Auch wenn Herz-Kreislauferkrankungen unverändert das Krankheitsspektrum dominieren, sinkt dennoch ihr Anteil an der Gesamtsterblichkeit, der Arbeitsunfähigkeit und der Frühberentung.
Krebserkrankungen: Einerseits steigt die Krebsinzidenz (Anzahl der Neuerkrankungen) an, gleichzeitig verbessern sich die Überlebenschancen der Erkrankten und die Sterblichkeit sinkt.
Infektionskrankheiten: Infektionskrankheiten wie z. B. Tuberkulose oder HIV-Infektionen gewinnen wieder an Bedeutung.
Psychische Erkrankungen: Psychische Erkrankungen nehmen tendenziell zu und sind häufiger Ursache von Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung.
Demenzerkrankungen: Die Zahl der demenziell erkrankten Menschen wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen.
Herz-Kreislauferkrankungen
Auch wenn Herz-Kreislauferkrankungen unverändert das Krankheitsspektrum dominieren, sinkt dennoch ihr Anteil an:
Gesamtsterblichkeit
Arbeitsunfähigkeit
Frühberentung
Krebserkrankungen
Einerseits steigt die Krebsinzidenz, also die Anzahl der Neuerkrankungen, an.
Gleichzeitig verbessern sich die Überlebenschancen der Erkrankten und die Sterblichkeit sinkt.
Infektionskrankheiten
Infektionskrankheiten wie zum Beispiel:
Tuberkulose
HIV-Infektionen
gewinnen wieder an Bedeutung.
Psychische Erkrankungen
Psychische Erkrankungen nehmen tendenziell zu und sind häufiger Ursache von:
Demenzerkrankungen
Die Zahl der demenziell erkrankten Menschen wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen.
Herz-Kreislauf bleibt häufig, Krebs nimmt zu, aber die Überlebenschancen steigen, Infektionen gewinnen wieder an Bedeutung, psychische Erkrankungen nehmen zu und auch Demenzerkrankungen werden häufiger.
Wenn du nur drei lernen willst, würde ich diese nehmen:
Krebs – Psyche – Demenz
Denn die sind besonders leicht auseinanderzuhalten:
Krebs: mehr Neuerkrankungen, weniger Sterblichkeit. Psyche: mehr Erkrankungen, mehr Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung. Demenz: Zahl der Erkrankten steigt.
Für alle fünf:
H – K – I – P – D
H = Herz-Kreislauf K = Krebs I = Infektionen P = Psyche D = Demenz
👉 Eselsatz:
„Heute Kommen Immer Viele Probleme Dazu.“
Und für die Entwicklung kannst du dir vorstellen:
Herz ↓ – Krebs ↑/↓ – Infektion ↑ – Psyche ↑ – Demenz ↑
Herz: Folgen sinken Krebs: Neuerkrankungen steigen, Sterblichkeit sinkt Infektionen: Bedeutung steigt Psyche: nimmt zu Demenz: nimmt zu
Die bildlichste Eselsbrücke wäre:
❤️ bleibt wichtig – 🎗️ mehr Fälle, aber bessere Chancen – 🦠 kommt zurück – 🧠 Psyche steigt – 👴 Demenz steigt.
Stellen Sie den Zusammenhang zwischen sozialer und gesundheitlicher Lage am Beispiel Alleinerziehender dar.
Der Anteil alleinerziehender Mütter und Väter steigt seit Jahren kontinuierlich an, wobei vor allem Frauen betroffen sind. Alleinerziehende verfügen häufig über geringe Ressourcen und sind einer hohen sozialen Isolation ausgesetzt. Etwa ein Drittel aller Alleinerziehenden ist von Einkommensarmut betroffen. Die schlechte ökonomische Situation der Familien führt im Zusammenspiel mit den subjektiven Belastungen durch die alleinige Verantwortung für Erziehung, Haushalt und Lebensunterhalt zu einer besonderen Belastungssituation. In Folge dessen weisen Alleinerziehende häufiger eine Beeinträchtigung ihres Gesundheitszustandes und ihres subjektiven Wohlbefindens auf.
Der Anteil alleinerziehender Mütter und Väter steigt seit Jahren kontinuierlich an, wobei vor allem Frauen betroffen sind.
Alleinerziehende verfügen häufig über geringe Ressourcen und sind einer hohen sozialen Isolation ausgesetzt.
Etwa ein Drittel aller Alleinerziehenden ist von Einkommensarmut betroffen.
Die schlechte ökonomische Situation der Familien führt im Zusammenspiel mit den subjektiven Belastungen durch die alleinige Verantwortung für:
Erziehung
Haushalt
Lebensunterhalt
zu einer besonderen Belastungssituation.
In Folge dessen weisen Alleinerziehende häufiger eine Beeinträchtigung ihres Gesundheitszustandes und ihres subjektiven Wohlbefindens auf.
Alleinerziehende haben häufig geringe Ressourcen, soziale Isolation und finanzielle Belastungen. Zusammen mit der alleinigen Verantwortung für Erziehung, Haushalt und Lebensunterhalt kann dies Gesundheit und Wohlbefinden beeinträchtigen.
Wenig Ressourcen + wenig Geld + viel Verantwortung = höhere gesundheitliche Belastung.
Denk an:
G – I – A – V – G
G = geringe Ressourcen I = Isolation A = Armut V = Verantwortung G = Gesundheit beeinträchtigt
👉 Als Satz:
„Geringe Ressourcen, Isolation und Armut plus Verantwortung belasten die Gesundheit.“
Ein Elternteil trägt drei schwere Taschen gleichzeitig:
👜 Erziehung 👜 Haushalt 👜 Lebensunterhalt
Und dazu kommen:
💶 wenig Geld 👤 Isolation
➡️ Das Ganze drückt auf Gesundheit und Wohlbefinden.
Geben Sie einen Überblick zur Entwicklung gesundheitlicher Ungleichheit in den westlichen Industrienationen und in Deutschland. Beziehen Sie sich dabei hinsichtlich der westlichen Industrienationen auf:
a) den Trend
b) die Lebenserwartung
c) das Sterbegeschehen (Mortalität)
d) Nehmen Sie für Deutschland Bezug auf das Krankheits- und Sterbegeschehen
Lösung a) Trend: In den westlichen Industrienationen zeichnet sich ein eindeutiger Trend zur Zunahme gesundheitlicher Ungleichheit ab.
Lösung b) Lebenserwartung: Anhand von Untersuchungen konnte belegt werden, dass die Lebenserwartung dem sozialen Gradienten folgt. Zwar nimmt die Lebenserwartung insgesamt und in jeder sozialen Schicht zu. Der soziale Gradient bleibt jedoch grundsätzlich bestehen und die Lebenserwartung der oberen Sozialschichten steigt deutlich mehr an als die der unteren Sozialschichten.
Lösung c) Mortalität: Der soziale Gradient hinsichtlich der Mortalität vergrößert sich. Während die Mortalität in den oberen Sozialschichten v. a. bei Herz-Kreislauferkrankungen sinkt, steigt sie in den unteren Sozialschichten für verschiedene Erkrankungen (z. B. Lungen- und Brustkrebs, Atemwegserkrankungen) an.
Lösung d) Deutschland: Auch in Deutschland haben sich die Differenzen im Mortalitätsrisiko der unterschiedlichen Einkommensgruppen vergrößert. Die Armuts- und Reichtumsberichte belegen eine Ausweitung der sozialen Ungleichheit im Krankheits- und Sterbegeschehen.
a) Trend
In den westlichen Industrienationen zeichnet sich ein eindeutiger Trend zur Zunahme gesundheitlicher Ungleichheit ab.
b) Lebenserwartung
Anhand von Untersuchungen konnte belegt werden, dass die Lebenserwartung dem sozialen Gradienten folgt.
Zwar nimmt die Lebenserwartung insgesamt und in jeder sozialen Schicht zu.
Der soziale Gradient bleibt jedoch grundsätzlich bestehen.
Die Lebenserwartung der oberen Sozialschichten steigt deutlich stärker an als die der unteren Sozialschichten.
c) Mortalität
Der soziale Gradient hinsichtlich der Mortalität vergrößert sich.
Während die Mortalität in den oberen Sozialschichten, vor allem bei Herz-Kreislauferkrankungen, sinkt, steigt sie in den unteren Sozialschichten für verschiedene Erkrankungen an.
Beispiele sind:
Lungenkrebs
Brustkrebs
Atemwegserkrankungen
d) Deutschland
Auch in Deutschland haben sich die Differenzen im Mortalitätsrisiko der unterschiedlichen Einkommensgruppen vergrößert.
Die Armuts- und Reichtumsberichte belegen eine Ausweitung der sozialen Ungleichheit im Krankheits- und Sterbegeschehen.
Die gesundheitliche Ungleichheit nimmt zu: Zwar steigt die Lebenserwartung in allen sozialen Schichten, aber in den oberen stärker. Gleichzeitig vergrößert sich der Unterschied bei der Sterblichkeit. Auch in Deutschland zeigen sich wachsende Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen.
Alle leben länger – aber oben stärker; unten bleibt Krankheit und Sterblichkeit höher.
Denk an eine soziale Treppe:
⬆️ oben = mehr Leben, weniger Sterblichkeit ⬇️ unten = weniger Zugewinn, mehr Krankheits- und Sterberisiko
Und für die vier Teile:
T – L – M – D
T = Trend → Ungleichheit nimmt zu L = Lebenserwartung → steigt überall, oben stärker M = Mortalität → Unterschied wird größer D = Deutschland → Einkommensunterschiede zeigen sich auch bei Krankheit und Sterben
Als Eselsatz:
„Trend, Leben, Mortalität – Deutschland zieht mit.“
„Oben geht’s schneller bergauf, unten bleibt das Risiko höher.“
Erklären Sie das Modell beruflicher Gratifikationskrisen nach Siegrist in seinen Grundzügen und benennen Sie drei Beispiele für Gratifikationen.
Lösung Grundzüge: Als berufliche Gratifikationskrise wird das Missverhältnis zwischen (hoher) erbrachter Arbeitsleistung und (vergleichsweise niedriger) erhaltener Belohnung bezeichnet.
Lösung Beispiele: Einkommen, Arbeitsplatzsicherheit, Anerkennung/Wertschätzung, beruflicher Status.
Grundzüge
Als berufliche Gratifikationskrise wird das Missverhältnis zwischen hoher erbrachter Arbeitsleistung und vergleichsweise niedriger erhaltener Belohnung bezeichnet.
Beispiele für Gratifikationen
Zu den Gratifikationen gehören zum Beispiel:
Arbeitsplatzsicherheit
Anerkennung / Wertschätzung
beruflicher Status
Für die Prüfungsfrage musst du drei Beispiele nennen.
Zum Beispiel:
Einkommen, Arbeitsplatzsicherheit und Anerkennung/Wertschätzung.
Nach Siegrist entsteht eine berufliche Gratifikationskrise, wenn hoher Arbeitseinsatz auf zu geringe Belohnung trifft.
Viel leisten – wenig bekommen = Gratifikationskrise.
Für die Gratifikationen:
Geld – Sicherheit – Anerkennung – Status.
Für das Modell selbst:
⚖️ „Viel rein – wenig raus“
Viel rein: Arbeitsleistung
Wenig raus: Belohnung
➡️ Gratifikationskrise
Das ist wahrscheinlich die einfachste Eselsbrücke überhaupt.
Für die Belohnungen:
E – A – A – S
E = Einkommen A = Arbeitsplatzsicherheit A = Anerkennung S = Status
„Ein Arbeitsplatz Anerkennt Status.“
Noch leichter als Bild:
💶 Geld 🔒 Sicherheit 👏 Anerkennung 🏅 Status
Und wenn du in der Prüfung plötzlich Siegrist liest, denkst du sofort:
Siegrist = Waage ⚖️ → Leistung gegen Belohnung.
Beschreiben Sie zwei Aspekte der Versorgungsungleichheit am Beispiel des unterschiedlichen Zugangs zu ambulanten Versorgungsleistungen in Abhängigkeit von der Art der Krankenversicherung.
Anhand von Daten kann belegt werden, dass:
privat Versicherte bei der Vergabe von ambulanten Arztterminen gegenüber gesetzlich Versicherten bevorzugt werden,
bei gesetzlich Versicherten Leistungen, die medizinisch notwendig gewesen wären, verweigert oder eingeschränkt wurden.
privat Versicherte bei der Vergabe von ambulanten Arztterminen gegenüber gesetzlich Versicherten bevorzugt werden
und
Versorgungsungleichheit zeigt sich darin, dass privat Versicherte bei Arztterminen bevorzugt werden und gesetzlich Versicherten notwendige Leistungen teilweise verweigert oder eingeschränkt werden.
Privat = schneller zum Termin. Gesetzlich = Leistungen eher eingeschränkt.
Denk an T + L:
T = Termin → privat Versicherte werden bevorzugt.
L = Leistung → bei gesetzlich Versicherten kann sie verweigert oder eingeschränkt werden.
👉 „Privat bekommt den Termin – gesetzlich kämpft um die Leistung.“
Oder als Bild:
📅 Termin → Privat vorne 🏥 Leistung → Gesetzlich eingeschränkt
Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die Private Krankenversicherung (PKV) unterscheiden sich in wesentlichen Strukturprinzipien. Erläutern Sie die Unterschiede zwischen GKV und PKV anhand der Versicherten, der Leistungserbringung, des Leistungsumfangs und der Beitragshöhe.
Versicherte
GKV
pflichtversicherte Erwerbspersonen
freiwillig Versicherte mit einem Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze
beitragsfrei mitversicherte Familienangehörige ohne bzw. mit geringem Einkommen
PKV
freiwillig Versicherte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze
Sachleistungsprinzip: Versicherte erhalten Leistungen, die von den Leistungserbringern direkt mit der Krankenkasse abgerechnet werden.
Solidarprinzip: Umverteilung, zum Beispiel von Gesunden zu Kranken.
Kostenerstattungsprinzip: Versicherte verauslagen die Kosten der gesundheitlichen Versorgung zunächst und bekommen diese anschließend zurückerstattet.
Der Leistungsumfang ist durch einen gesetzlichen Leistungskatalog festgelegt.
Der Leistungsumfang richtet sich nach dem individuellen Versicherungsvertrag.
Die Beitragshöhe ist einkommensabhängig bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze.
Es gilt eine risikokalkulierte Beitragsfinanzierung.
Die GKV funktioniert nach gesetzlichen und solidarischen Regeln: Sachleistung, gesetzlicher Leistungskatalog und einkommensabhängige Beiträge. Die PKV funktioniert individueller: Kostenerstattung, individueller Vertrag und risikokalkulierte Beiträge.
GKV = Gesetz, Solidarität, Einkommen. PKV = Vertrag, Erstattung, Risiko.
Für die vier Prüfungsbereiche:
V – L – U – B
V = Versicherte L = Leistungserbringung U = Umfang B = Beitrag
Denk bei der GKV an:
G = Gesetz
Gesetzlicher Leistungskatalog Geldbeitrag nach Einkommen Gemeinschaft = Solidarprinzip
Bei der PKV denkst du:
P = Persönlich
Persönlicher Vertrag Persönlich kalkuliertes Risiko Patient bekommt Rechnung und Erstattung
Und für den wichtigsten Unterschied bei der Leistung:
GKV → Karte hin, Leistung bekommen. PKV → Rechnung hin, Geld zurück.
Legen Sie die wesentlichen Inhalte des Pflegestärkungsgesetzes I und des Pflegestärkungsgesetzes II dar.
Pflegestärkungsgesetz I: Durch das Pflegestärkungsgesetz I wird mehr Geld für Leistungen der ambulanten und stationären Pflege zur Verfügung gestellt. Dafür wurde der Beitragssatz in der Pflegeversicherung geringfügig angehoben.
Lösung Pflegestärkungsgesetz II:
Im Pflegestärkungsgesetz II wird Pflegebedürftigkeit neu definiert, v. a. wird der Unterschied zwischen körperlichen Einschränkungen und Demenz eingeebnet.
Mit dem Pflegestärkungsgesetz II werden für das Begutachtungsverfahren die bisherigen Pflegestufen durch fünf neue Pflegegrade ersetzt.
Diese berücksichtigen neben medizinischen Faktoren auch Aspekte wie Mobilität, soziale Teilhabe und Alltagskompetenz.
Pflegestärkungsgesetz I
Durch das Pflegestärkungsgesetz I wird mehr Geld für Leistungen der ambulanten und stationären Pflege zur Verfügung gestellt.
Dafür wurde der Beitragssatz in der Pflegeversicherung geringfügig angehoben.
Pflegestärkungsgesetz II
Im Pflegestärkungsgesetz II wird Pflegebedürftigkeit neu definiert.
Vor allem wird der Unterschied zwischen:
körperlichen Einschränkungen
und Demenz
eingeebnet.
Diese berücksichtigen neben medizinischen Faktoren auch Aspekte wie:
Mobilität
soziale Teilhabe
Alltagskompetenz
Pflegestärkungsgesetz I stellt mehr Geld für ambulante und stationäre Pflege bereit. Pflegestärkungsgesetz II definiert Pflegebedürftigkeit neu und ersetzt die Pflegestufen durch fünf Pflegegrade.
PSG I = mehr Geld. PSG II = neue Pflegebedürftigkeit und fünf Pflegegrade.
Die einfachste Eselsbrücke ist:
I = Investieren
Pflegestärkungsgesetz I → mehr Geld
II = Individualisieren
Pflegestärkungsgesetz II → Pflegebedürftigkeit genauer und umfassender beurteilen
Und für PSG II:
5 Pflegegrade + MSA
M = Mobilität S = soziale Teilhabe A = Alltagskompetenz
👉 „II macht aus Stufen Grade und schaut auf MSA.“
Oder ganz knapp:
PSG I: Geld rauf. PSG II: Stufen weg – Grade her.
Gesundheitskonzepte****
a) Arbeiten Sie den Unterschied zwischen Old und New Public Health anhand der Adressatinnen bzw. Adressaten und relevanten Themengebiete heraus.
Lösung a) Adressatinnen bzw. Adressaten: Adressatinnen bzw. Adressaten von Old Public Health waren gesundheitlich unterversorgte und sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Im Gegensatz dazu richtet sich New Public Health an die gesamte Bevölkerung.
Betriebliche Gesundheitsförderung: Die gesetzlichen Krankenkassen leisteten mit Unterstützung von Public Health Professionals Pionierarbeit für die Umsetzung der betrieblichen Gesundheitsförderung. In den Betrieben wurden Möglichkeiten der Risikosenkung und Ressourcenstärkung in Arbeits-, Betriebsabläufen und im Sozialklima ermittelt und umgesetzt. Gesundheitszirkel etablierten sich als Instrument der betrieblichen Gesundheitsförderung. In den Gesundheitszirkeln waren die Belegschaft, die Personalvertretung und das Management vertreten.
Fallbeispiel: Frau R. ist 30 Jahre alt, gelernte Einzelhandelskauffrau, hat ein einjähriges Kind und lebt mit dem Kindesvater in einer Partnerschaft. Als Scheidungskind wuchs Frau R. mit ihrer Stiefschwester bei ihrem Vater auf. Der Vater ist in Folge seiner jahrelangen Alkoholabhängigkeit pflegebedürftig und lebt als Sozialhilfeempfänger in einem Pflegeheim. Die Stiefschwester ist seit ihrer frühesten Jugend drogenabhängig und lebt in einer Versorgungseinrichtung. Zur Mutter besteht kein Kontakt. Vor drei Jahren trennte sich Frau R. von ihrem damaligen Lebenspartner und verlor wenig später ihren Job. Frau R. hatte in ihrer Familie schon viele Krisensituationen überstanden und wollte sich auch dieses Mal nicht unterkriegen lassen. Außerdem konnte sie sich auf die Unterstützung ihrer Großeltern und ihrer besten Freundin verlassen. Also packte Frau R. es an und wurde aktiv. Dennoch fand sie erst nach einigen Versuchen einen passenden Job. Inzwischen lernte sie ihren neuen Lebenspartner kennen und ist stolze Mutter. In all den Jahren hat Frau R. immer versucht, den teilweise sehr schwierigen Kontakt zu ihrem Vater und zu ihrer Stiefschwester zu halten. Ihr Lebenspartner unterstützt sie jetzt dabei.
Zeigen Sie bezogen auf das Fallbeispiel für vier der genannten Faktoren auf, inwiefern Sie bei Frau R. Hinweise auf Resilienz erkennen können.
Stressreiche und potenziell traumatische Ereignisse erfolgreich bewältigen: Als Frau R. ihren Job verliert, lässt sie sich nicht entmutigen und stellt sich der Situation. Sie lässt sich bei der Jobsuche auch durch Misserfolge nicht beirren und sucht so lange, bis sie einen neuen passenden Job gefunden hat. Dass sie einen neuen Partner kennen lernt, lässt darauf schließen, dass sie trotz der Trennungserfahrung für eine neue Beziehung offen blieb.
Niedrige Neurotizismuswerte (z. B. emotionale Stabilität, keine bzw. geringe Neigung zu Nervosität und Angst):Frau R. ist durch die Erfahrungen in ihrer Herkunftsfamilien mit stressreichen Ereignissen und deren Bewältigung vertraut. Ihr Umgang mit der erneuten Krisensituation lässt vermuten, dass sie emotional stabil und eher nicht ängstlich ist.
Krisen und Schicksalsschläge schnell verarbeiten können: Frau R. reagiert auf die krisenhafte Situation nicht mit Resignation oder Ängstlichkeit. Stattdessen wird sie aktiv und begibt sich auf Jobsuche.
Starke interne Kontrollüberzeugungen haben (Überzeugung, dass ein Ereignis der eigenen Kontrolle unterliegt):Es kann davon ausgegangen werden, dass Frau R. auch aufgrund ihrer bisherigen Krisenerfahrungen davon überzeugt ist, die schwierige Situation bewältigen zu können. Sicher spielt dabei auch ihr Bewusstsein über vorhandene soziale Ressourcen eine Rolle.
Die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen: Frau R. weiß, was sie selbst zur Verbesserung ihrer schwierigen Situation tun kann und tut es. Das betrifft sowohl ihre Jobsuche als auch die Aufrechterhaltung des Kontaktes zu ihrer Herkunftsfamilie.
Auf ein gutes soziales Netz zurückgreifen können: In ihrer schwierigen Situation konnte sich Frau R. auf ihre Großeltern und auf ihre Freundin verlassen. Aktuell wird sie auch durch ihren Lebenspartner unterstützt. Außerdem ist zu vermuten, dass sich Frau R. durch ihr neues Familienleben generell bestärkt fühlt.
Stressreiche und potenziell traumatische Ereignisse erfolgreich bewältigen
Als Frau R. ihren Job verliert, lässt sie sich nicht entmutigen und stellt sich der Situation.
Sie lässt sich bei der Jobsuche auch durch Misserfolge nicht beirren und sucht so lange, bis sie einen neuen passenden Job gefunden hat.
Dass sie einen neuen Partner kennenlernt, lässt darauf schließen, dass sie trotz der Trennungserfahrung für eine neue Beziehung offen blieb.
Niedrige Neurotizismuswerte
Niedrige Neurotizismuswerte zeigen sich zum Beispiel in:
emotionaler Stabilität
keiner bzw. geringer Neigung zu Nervosität
geringer Neigung zu Angst
Frau R. ist durch die Erfahrungen in ihrer Herkunftsfamilie mit stressreichen Ereignissen und deren Bewältigung vertraut.
Ihr Umgang mit der erneuten Krisensituation lässt vermuten, dass sie emotional stabil und eher nicht ängstlich ist.
Krisen und Schicksalsschläge schnell verarbeiten können
Frau R. reagiert auf die krisenhafte Situation nicht mit Resignation oder Ängstlichkeit.
Stattdessen wird sie aktiv und begibt sich auf Jobsuche.
Starke interne Kontrollüberzeugungen
Es kann davon ausgegangen werden, dass Frau R. aufgrund ihrer bisherigen Krisenerfahrungen davon überzeugt ist, die schwierige Situation bewältigen zu können.
Dabei spielt auch ihr Bewusstsein über vorhandene soziale Ressourcen eine Rolle.
Die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen
Frau R. weiß, was sie selbst zur Verbesserung ihrer schwierigen Situation tun kann und tut es.
Das betrifft sowohl:
ihre Jobsuche
als auch die Aufrechterhaltung des Kontaktes zu ihrer Herkunftsfamilie
Auf ein gutes soziales Netz zurückgreifen können
In ihrer schwierigen Situation konnte sich Frau R. auf:
ihre Großeltern
ihre Freundin
verlassen.
Aktuell wird sie auch durch ihren Lebenspartner unterstützt.
Außerdem ist zu vermuten, dass sich Frau R. durch ihr neues Familienleben generell bestärkt fühlt.
Frau R. zeigt Resilienz, weil sie Krisen aktiv bewältigt, emotional stabil bleibt, an ihre eigenen Einflussmöglichkeiten glaubt, ihre Fähigkeiten realistisch einschätzt und soziale Unterstützung nutzt.
Sie gibt nicht auf, bleibt stabil, handelt selbst und holt sich Unterstützung.
Für die wichtigsten Faktoren kannst du dir merken:
K – S – K – F – N
K = Krisen bewältigen S = Stabilität K = Kontrollüberzeugung F = Fähigkeiten realistisch einschätzen N = Netzwerk
Als Satz:
„Krisen schaffen, stabil bleiben, Kontrolle behalten, Fähigkeiten kennen, Netzwerk nutzen.“
🧱 Krise → 🧠 stabil → 🎮 Kontrolle → 🛠 Fähigkeiten → 🤝 Netzwerk
Für Frau R. reicht als Gedächtnisbild eigentlich:
„Sie fällt hin, steht auf, handelt und lässt sich helfen.“
Das Geschlecht zählt zu den entscheidenden Einflussfaktoren auf die Gesundheit. Charakterisieren Sie die Unterschiede in der subjektiven und objektiven Gesundheit zwischen Frauen und Männern anhand der folgenden drei Faktoren.
Lösung a) Geschlechtsspezifische Morbiditätsprofile: Frauen und Männer weisen geschlechtsspezifische Morbiditätsprofile auf, d. h. sie unterscheiden sich in ihrem Krankheitsspektrum. Während Frauen im Vergleich häufiger an Diabetes, Arthrose, Rückenschmerzen, Depressionen erkranken, sind Männer häufiger von Herzinfarkten, koronarer Herzerkrankung, Krebs- und Suchterkrankungen betroffen.
Lösung b) Geschlechtsspezifische Selbsteinschätzung: Frauen geben häufiger als Männer an, unter chronischen Gesundheitsproblemen zu leiden, sich seelisch belastet zu fühlen sowie von gesundheitlichen Beschwerden und Einschränkungen betroffen zu sein. Insbesondere Männer unter 30 Jahren und ab 65 Jahren bewerten ihre Gesundheit dagegen deutlich besser als gleichaltrige Frauen.
Lösung c) Gesundheitsrelevante Verhaltensweisen: Frauen sind interessierter an gesundheitlichen Themen, besser informiert und nehmen professionelle Angebote zur Prävention und Gesundheitsförderung stärker in Anspruch als Männer. Männer sind zurückhaltender in der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, ernähren sich ungesünder, rauchen mehr, trinken häufiger Alkohol in gesundheitsschädlichen Mengen, verhalten sich riskanter im Straßenverkehr und sind häufiger übergewichtig als Frauen. Frauen wiederum treiben seltener Sport, nehmen häufiger psychotrope Medikamente und neigen zu einem ungesunden Essverhalten.
Das Konzept der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ist bedeutsam für ein umfassendes Gesundheitsverständnis.
a) Definieren Sie den Begriff „Gesundheitsbezogene Lebensqualität".
b) Benennen Sie die vier Dimensionen des Konstrukts der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.
Lösung a): Gesundheitsbezogene Lebensqualität kann verstanden werden als Selbstbericht von sozialen, psychischen, körperlichen und alltagsnahen Aspekten von Wohlbefinden und Funktionsfähigkeit.
Krankheitsbedingte körperliche Beschwerden
Psychische Verfassung
Erkrankungsbedingte funktionale Einschränkungen in alltäglichen Lebensbereichen
Ausgestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen und sozialer Interaktionen
a) Gesundheitsbezogene Lebensqualität
Gesundheitsbezogene Lebensqualität kann verstanden werden als Selbstbericht von sozialen, psychischen, körperlichen und alltagsnahen Aspekten von Wohlbefinden und Funktionsfähigkeit.
b) Vier Dimensionen
1. Krankheitsbedingte körperliche Beschwerden
➡️ körperliche Beschwerden, die durch eine Erkrankung entstehen.
2. Psychische Verfassung
➡️ psychisches bzw. seelisches Befinden.
3. Erkrankungsbedingte funktionale Einschränkungen in alltäglichen Lebensbereichen
➡️ Einschränkungen der Funktionsfähigkeit im Alltag aufgrund einer Erkrankung.
4. Ausgestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen und sozialer Interaktionen
➡️ Beziehungen zu anderen Menschen und soziale Kontakte.
Gesundheitsbezogene Lebensqualität beschreibt aus Sicht des Betroffenen körperliches und psychisches Wohlbefinden, die Funktionsfähigkeit im Alltag und die sozialen Beziehungen.
Körper – Psyche – Alltag – Soziales.
Merke dir:
K – P – A – S
K = Körperliche Beschwerden P = Psychische Verfassung A = Alltag / funktionale Einschränkungen S = Soziale Beziehungen
👉 „Körper, Psyche, Alltag, Soziales.“
🧍 Körper – 🧠 Psyche – 🏠 Alltag – 🤝 Soziales
Die Zusammenhänge zwischen sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit sind komplex und dynamisch. Das folgende Modell zur Erklärung gesundheitlicher Ungleichheit von Mackenbach stellt diese Zusammenhänge in vereinfachter Weise dar. Beschreiben Sie den Wirkungszusammenhang und die Wirkungsrichtung der einzelnen Elemente des Modells. Geben Sie für jedes Element des Modells ein Beispiel.
Modell zur Erklärung gesundheitlicher Ungleichheit nach Mackenbach
Ausgangspunkt des Modells ist der sozioökonomische Status.
Der Grundgedanke ist, dass sich der sozioökonomische Status auf die Gesundheit auswirkt und nicht andersherum.
Diese Auswirkungen sind indirekt und erfolgen über sozial ungleich verteilte Einflussfaktoren:
materielle Faktoren
psychosoziale Faktoren
Gesundheitsverhalten
Die jeweiligen Einflussfaktoren stehen wiederum in enger Wechselwirkung zueinander.
Die materiellen und psychosozialen Faktoren üben sowohl einen eigenständigen Einfluss auf den Gesundheitszustand aus als auch einen Einfluss, der über das gesundheitsbezogene Verhalten vermittelt wird.
Beispiele für die Elemente
Sozioökonomischer Status
Materielle Faktoren
verfügbares Einkommen
materielle Güter, z. B. Ausstattung der Wohnung oder Fahrzeug
soziale Absicherung
Psychosoziale Faktoren
Wohnumfeld
soziale Integration
Alltagsstress
Verhalten
Substanzkonsum
Bewegungsverhalten
Inanspruchnahme von Gesundheitsversorgung
Wohlbefinden
Nach Mackenbach beeinflusst der sozioökonomische Status über materielle und psychosoziale Faktoren sowie über das Gesundheitsverhalten den Gesundheitszustand.
Noch leichter:
Sozialer Status bestimmt Lebensbedingungen – Lebensbedingungen und Verhalten beeinflussen Gesundheit.
Die Reihenfolge ist:
S – M – P – V – G
S = sozioökonomischer Status M = materielle Faktoren P = psychosoziale Faktoren V = Verhalten G = Gesundheit
👉 Merksatz:
„Sozial – Materiell – Psychisch – Verhalten – Gesundheit.“
Oder als ganze Wirkungskette:
💶 Status → 🏠 Materielles → 🧠 Psychosoziales → 🚬 Verhalten → ❤️ Gesundheit
Und das Wichtigste für die Prüfung:
Mackenbach = Status wirkt auf Gesundheit.
Nicht vergessen: Materielle und psychosoziale Faktoren können Gesundheit direkt beeinflussen UND zusätzlich über das Verhalten.
Beschreibung: Ausgangspunkt des Modells ist der sozioökonomische Status. Der Grundgedanke dabei ist, dass sich der sozialökonomische Status auf die Gesundheit auswirkt und nicht andersherum. Diese Auswirkungen sind indirekt und erfolgen über sozial ungleich verteilte Einflussfaktoren: materielle Faktoren, psychosoziale Faktoren, (Gesundheits-)verhalten. Die jeweiligen Einflussfaktoren stehen wiederum in enger Wechselwirkung zueinander. Anhand der Darstellung wird deutlich, dass die materiellen und psychosozialen Faktoren sowohl einen eigenständigen Einfluss auf den Gesundheitszustand ausüben als auch über das gesundheitsbezogene Verhalten vermittelt werden.
Lösung Beispiele:
Sozioökonomischer Status: Bildung, beruflicher Status, Einkommen
Materielle Faktoren: verfügbares Einkommen, materielle Güter (Ausstattung der Wohnung, Fahrzeug), soziale Absicherung
Psychosoziale Faktoren: Wohnumfeld, soziale Integration, Alltagsstress
Verhalten: Substanzkonsum, Bewegungsverhalten, Inanspruchnahme von Gesundheitsversorgung
Gesundheit: Erkrankungen, Mobilität, Wohlbefinden
In Deutschland ist das Thema „Gesundheitliche Chancengleichheit" in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.
a) Benennen und erläutern Sie die beiden grundlegenden Ansatzpunkte zur Reduktion gesundheitlicher Ungleichheit
b) Argumentieren Sie kurz, welcher Ansatz langfristig eine Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheit bewirkt
Verringerung der sozialen Ungleichheit: über mehr Chancengleichheit in Schule, Ausbildung und Erwerbsleben.
Verringerung von Gesundheitsbelastungen: bei Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status, d.h. Schaffung gesundheitsförderlicher Lebensbedingungen und Verbesserung der Gesundheitsversorgung.
Lösung b): Der Ansatz „Verringerung der sozialen Ungleichheit" packt das Problem der sozialen Ungleichheit an der Wurzel, da er grundlegende strukturelle Veränderungen und eine langfristige gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema voraussetzt.
a) Zwei grundlegende Ansatzpunkte
1. Verringerung der sozialen Ungleichheit
Verringerung der sozialen Ungleichheit über mehr Chancengleichheit in:
Schule
Ausbildung
Erwerbsleben
2. Verringerung von Gesundheitsbelastungen
Verringerung von Gesundheitsbelastungen bei Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status.
Schaffung gesundheitsförderlicher Lebensbedingungen
Verbesserung der Gesundheitsversorgung
b) Welcher Ansatz wirkt langfristig?
Der Ansatz „Verringerung der sozialen Ungleichheit“ packt das Problem der sozialen Ungleichheit an der Wurzel.
Er setzt:
grundlegende strukturelle Veränderungen
und eine langfristige gesellschaftliche Auseinandersetzung
mit dem Thema voraus.
Gesundheitliche Ungleichheit kann entweder durch weniger soziale Ungleichheit oder durch weniger Gesundheitsbelastungen verringert werden. Langfristig wirkt die Verringerung sozialer Ungleichheit stärker, weil sie das Problem an der Wurzel angeht.
Soziale Ungleichheit verringern = Ursache verändern. Gesundheitsbelastungen verringern = Folgen abmildern.
Denk an einen kranken Baum 🌳:
Ansatz 1:
Wurzel
Soziale Ungleichheit verringern
→ Schule → Ausbildung → Erwerbsleben
Man verändert die Wurzel des Problems.
Ansatz 2:
Blätter
Gesundheitsbelastungen verringern
→ bessere Lebensbedingungen → bessere Gesundheitsversorgung
Man kümmert sich um die gesundheitlichen Auswirkungen.
Ganz einfache Eselsbrücke:
„Wurzel oder Wirkung“
Wurzel = soziale Ungleichheit Wirkung = Gesundheitsbelastungen
Und für die drei Bereiche der Chancengleichheit:
S – A – E
S = Schule A = Ausbildung E = Erwerbsleben
👉 „Schule – Ausbildung – Erwerbsleben: dort beginnt Chancengleichheit.“
Gesundheitssystem der Bundesrepublik - Strukturelle Probleme und aktuelle Reformansätze****
Erklären Sie die Funktion des Risikostrukturausgleichs und seine Auswirkung auf den Wettbewerb der Krankenkassen.
Funktion: Krankenkassen, die viele Menschen mit niedrigen Einkommen und höheren gesundheitlichen Belastungen versichern, sind hinsichtlich ihrer Finanzierung auf der Einnahmenseite benachteiligt. Diese Nachteile werden seit 1994 durch den Risikostrukturausgleich abgemildert. Es erfolgt ein teilweiser Lastenausgleich zwischen den Krankenkassen. Krankenkassen mit einer günstigeren Risikostruktur ihrer Versicherten müssen den benachteiligten Krankenkassen Kompensationszahlungen leisten.
Lösung Auswirkungen auf den Wettbewerb: Durch den Risikostrukturausgleich verringern sich die Unterschiede in den Beitragssätzen der Krankenkassen, ohne die Anreize zu eliminieren, attraktive Mitglieder zu werben und wirtschaftlich zu handeln. Der Risikostrukturausgleich ist die Voraussetzung für eine funktionsfähige und faire Kassenwahlfreiheit.
Funktion des Risikostrukturausgleichs
Krankenkassen, die viele Menschen mit niedrigen Einkommen und höheren gesundheitlichen Belastungen versichern, sind hinsichtlich ihrer Finanzierung auf der Einnahmenseite benachteiligt.
Diese Nachteile werden durch den Risikostrukturausgleich abgemildert.
Es erfolgt ein teilweiser Lastenausgleich zwischen den Krankenkassen.
Krankenkassen mit einer günstigeren Risikostruktur ihrer Versicherten müssen den benachteiligten Krankenkassen Kompensationszahlungen leisten.
Auswirkungen auf den Wettbewerb
Durch den Risikostrukturausgleich verringern sich die Unterschiede in den Beitragssätzen der Krankenkassen.
Dabei werden die Anreize nicht beseitigt,
* attraktive Mitglieder zu werben
* und wirtschaftlich zu handeln.
Der Risikostrukturausgleich ist damit eine Voraussetzung für eine funktionsfähige und faire Kassenwahlfreiheit.
Der Risikostrukturausgleich gleicht finanzielle Nachteile von Krankenkassen mit ungünstiger Versichertenstruktur teilweise aus und schafft dadurch fairere Wettbewerbsbedingungen, ohne den Wettbewerb abzuschaffen.
Ungleiche Risiken werden ausgeglichen – der Wettbewerb bleibt.
Denk an zwei Krankenkassen:
Kasse A
Viele gesunde Versicherte
➡️ günstige Risikostruktur
Kasse B
Viele kranke bzw. stärker belastete Versicherte
➡️ ungünstige Risikostruktur
Dann denkst du:
A hilft B beim Ausgleich.
👉 „Günstig gibt – belastet bekommt.“
Für den gesamten Mechanismus:
R – A – W
R = Risiken unterschiedlich
A = Ausgleich zwischen Kassen
W = Wettbewerb bleibt
„Risiko ausgleichen, Wettbewerb erhalten.“
Gesundheitssystem der Bundesrepublik - Strukturelle Probleme und aktuelle Reformansätze ****
Beschreiben Sie, was unter dem Kontrahierungszwang verstanden wird.
Unter dem Kontrahierungszwang wird die Verpflichtung der Krankenkassen (sowohl GKV als auch PKV) verstanden, jedes formal aufnahmeberechtigte Mitglied auch aufzunehmen. Mit der Einführung des Basistarifs in der PKV sind auch die privaten Kassen verpflichtet, diejenigen ohne vorherige Risikoprüfung aufzunehmen, die alle sonstigen Voraussetzungen erfüllen.
Unter dem Kontrahierungszwang wird die Verpflichtung der Krankenkassen verstanden, jedes formal aufnahmeberechtigte Mitglied auch aufzunehmen.
Dies betrifft sowohl die:
als auch die PKV
Mit der Einführung des Basistarifs in der PKV sind auch die privaten Krankenkassen verpflichtet, diejenigen ohne vorherige Risikoprüfung aufzunehmen, die alle sonstigen Voraussetzungen erfüllen.
Kontrahierungszwang bedeutet, dass Krankenkassen aufnahmeberechtigte Personen aufnehmen müssen; im Basistarif der PKV erfolgt dies ohne vorherige Risikoprüfung.
Aufnahmeberechtigt = Versicherung muss aufnehmen.
Denk bei Kontrahierungszwang an:
K = Kein Ablehnen
Kontrahierungszwang = Kein Ablehnen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Und für die PKV:
Basistarif = Basis für alle Berechtigten – ohne Risikoprüfung.
Als Bild:
🚪 Die Versicherungstür ist offen.
Wer die Voraussetzungen erfüllt, darf hinein.
👉 „Berechtigt? Dann Tür auf.“
Das reicht hier wirklich als Kern: Vertragspflicht statt Auswahl nach Risiko.
Gesundheitssystem der Bundesrepublik - Strukturelle Probleme und aktuelle Reformansätze
Das Prinzip der Solidargemeinschaft äußert sich in der GKV in den verschiedenen Umverteilungsmechanismen. Nennen Sie die vier Umverteilungsmechanismen der GKV.
von Gesunden zu Kranken
von Erwerbstätigen zu Rentnerinnen und Rentnern
von Ledigen und Kinderlosen zu Verheirateten und Familien
von hohen Einkommen zu niedrigen Einkommen
Das Prinzip der Solidargemeinschaft äußert sich in der GKV in vier Umverteilungsmechanismen:
1.
2.
3.
4.
In der GKV tragen Gesunde die Kranken, Erwerbstätige die Rentner, Ledige und Kinderlose die Familien und hohe Einkommen die niedrigen Einkommen mit.
Gesund → krank Arbeit → Rente Allein → Familie Reich → arm
Merke dir die vier Ausgangsgruppen:
G – E – L – H
G = Gesunde E = Erwerbstätige L = Ledige/Kinderlose H = hohe Einkommen
„Gesunde Erwerbstätige Leben Hoch.“
Dann weißt du, von wem umverteilt wird:
Gesunde → Kranke Erwerbstätige → Rentner Ledige/Kinderlose → Familien Hohe Einkommen → niedrige Einkommen
Oder noch einfacher als Bild:
❤️ gesund hilft krank 💼 Arbeit hilft Rente 👤 allein hilft Familie 💶 viel hilft wenig
Der Kern der ganzen Karte ist damit: Wer stärker ist, trägt den stärker Belasteten mit – das ist Solidarität.
Bis heute gibt es keine eindeutige und allgemein akzeptierte Definition von Gesundheit. Göckenjahn hat zur Annäherung an eine Gesundheitsdefinition drei Perspektiven der Betrachtung und Deutung von Gesundheit herausgearbeitet:
Gesundheit als Abgrenzungskonzept
Gesundheit als Funktionsaussage
Gesundheit als Wertaussage
Beschreiben Sie die drei genannten Perspektiven.
Gesundheit als Abgrenzungskonzept: Diese Perspektive ist eng verbunden mit der medizinischen Deutung und Diagnostik von Krankheiten. Gesundheit wird hier u. a. als Abwesenheit von Krankheit verstanden. Eine solche Abgrenzung von Gesundheit ist nur vordergründig konkret. Sie ist aber z. B. bei einer ärztlichen Krankschreibung häufig notwendig.
Gesundheit als Funktionsaussage: Zu dieser Perspektive gehört zum einen die körperliche und soziale Leistungs- und Arbeitsfähigkeit. Zum anderen umfasst sie alle Gesundheitsvorstellungen eines körperlich-seelischen Gleichgewichts bzw. einer flexiblen Anpassung an sich verändernde Umweltbedingungen. Im Mittelpunkt steht dabei häufig die Resistenz und Widerstandsfähigkeit von Menschen beispielsweise gegenüber Krankheitserregern. Auch diese Funktionsaussagen sind nur teilweise konkret.
Gesundheit als Wertaussage: Gesundheitsdefinitionen dieser Art verstehen Gesundheit als höchsten Wert oder als einen absoluten Richtwert. Die bekannteste wertorientierte Beschreibung ist die Gesundheitsdefinition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1948.
Diese Perspektive ist eng verbunden mit der medizinischen Deutung und Diagnostik von Krankheiten.
Gesundheit wird hier unter anderem als Abwesenheit von Krankheit verstanden.
Eine solche Abgrenzung von Gesundheit ist nur vordergründig konkret.
Sie ist aber zum Beispiel bei einer ärztlichen Krankschreibung häufig notwendig.
Zu dieser Perspektive gehört zum einen die körperliche und soziale Leistungs- und Arbeitsfähigkeit.
Zum anderen umfasst sie alle Gesundheitsvorstellungen eines körperlich-seelischen Gleichgewichts beziehungsweise einer flexiblen Anpassung an sich verändernde Umweltbedingungen.
Im Mittelpunkt steht dabei häufig die Resistenz und Widerstandsfähigkeit von Menschen, beispielsweise gegenüber Krankheitserregern.
Auch diese Funktionsaussagen sind nur teilweise konkret.
Gesundheitsdefinitionen dieser Art verstehen Gesundheit als höchsten Wert oder als einen absoluten Richtwert.
Die bekannteste wertorientierte Beschreibung ist die Gesundheitsdefinition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1948.
Gesundheit kann nach Göckenjan auf drei Arten verstanden werden: als Abgrenzung von Krankheit, als Funktions- und Leistungsfähigkeit und als besonders hoher Wert.
Abgrenzung = nicht krank. Funktion = leistungsfähig und anpassungsfähig. Wert = Gesundheit als höchstes Gut.
A – F – W
A = Abgrenzung F = Funktion W = Wert
Dazu der Satz:
„Abgrenzen – Funktionieren – Wertschätzen.“
Oder bildlich:
🚫 Abgrenzung → keine Krankheit ⚙️ Funktion → der Mensch funktioniert 🏆 Wert → Gesundheit als höchstes Gut
Das ist hier die einfachste Trennung: nicht krank – funktionieren – wertvoll.
Beziehen Sie sich auf das folgende Fallbeispiel. Interpretieren Sie den Gesundheitszustand von Herrn B. aus jeder der drei von Göckenjahn beschriebenen Perspektiven zur Betrachtung und Deutung von Gesundheit.
Fallbeispiel: Herr B. hat sich vor vier Monaten bei einem Sportunfall einen komplizierten Bruch im linken Schultergelenk zugezogen. Danach wurde er zweimal operiert und musste sechs Wochen einen Gipsverband tragen. Nun geht er viermal wöchentlich zur Krankengymnastik und ist wegen der ambulanten Rehabilitation weiterhin krankgeschrieben. Auf dem Weg zur „Reha" hat Herr B. mehrmals seine Kolleginnen und Kollegen in der Stadtverwaltung besucht. Das tut er seit einiger Zeit nicht mehr, da sie zunehmend sauer auf seine Besuche reagierten. Wegen einer Umstellung des EDV-Systems haben sie mehr Arbeit als üblich. Ein Kollege hat Herrn B. ganz direkt gefragt, warum der denn nicht seine sitzende Tätigkeit wieder aufnehmen könne, wo er doch topfit sei und äußerst ausgeruht. Bei der aktuellen Umstellung könne er viele für die Kolleginnen und Kollegen enorm entlastende Arbeiten übernehmen, bei denen er seinen linken Arm nicht belasten brauche - z. B. die Bürgersprechstunde, bei der er nur Sitzfleisch, Köpfchen und Redefähigkeit brauche (Fallbeispiel in Anlehnung an Franke 2012).
Gesundheit als Abgrenzungskonzept: Herr B. muss sich in Folge seiner Schulterfraktur medizinischen Behandlungen unterziehen. Er ist krankgeschrieben und damit aus der Perspektive „Gesundheit als Abgrenzungskonzept" z. Zt. nicht gesund, sondern krank.
Gesundheit als Funktionsaussage: Herr B. ist zwar aufgrund der ärztlichen Krankschreibung z.Zt. formal nicht arbeitsfähig. Seine körperliche und soziale Leistungs- und Arbeitsfähigkeit ist jedoch aufgrund seiner Schulterfraktur nicht völlig eingeschränkt. So kann er eigenständig die Rehabilitationsmaßnahmen wahrnehmen und soziale Kontakte pflegen. Im Sinne der Perspektive „Gesundheit als Funktionsaussage" ist Herr B. nicht eindeutig krank oder gesund.
Gesundheit als Wertaussage: Herr B. hat trotz seiner körperlichen Einschränkungen durch die Schulterfraktur und die Beanspruchung durch seine Rehabilitationsmaßnahmen seine Kolleginnen und Kollegen besucht. Das Vorgehen von Herrn B. kann bezogen auf sein körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden so interpretiert werden, das es ihm recht gut geht und er sich eher gesund als krank fühlt. Aus der Perspektive „Gesundheit als Wertaussage" heraus verfügt Herr B. sowohl über kranke als auch über gesunde Anteile.
Herr B. muss sich infolge seiner Schulterfraktur medizinischen Behandlungen unterziehen.
Er ist krankgeschrieben und damit aus der Perspektive „Gesundheit als Abgrenzungskonzept“ zurzeit nicht gesund, sondern krank.
Herr B. ist aufgrund der ärztlichen Krankschreibung zurzeit formal nicht arbeitsfähig.
Seine körperliche und soziale Leistungs- und Arbeitsfähigkeit ist jedoch nicht völlig eingeschränkt.
Er kann:
eigenständig die Rehabilitationsmaßnahmen wahrnehmen
und soziale Kontakte pflegen
Aus der Perspektive „Gesundheit als Funktionsaussage“ ist Herr B. deshalb nicht eindeutig krank oder gesund.
Herr B. hat trotz seiner körperlichen Einschränkungen durch die Schulterfraktur und die Beanspruchung durch seine Rehabilitationsmaßnahmen seine Kolleginnen und Kollegen besucht.
Sein Verhalten kann hinsichtlich seines:
körperlichen
geistigen
sozialen Wohlbefindens
so interpretiert werden, dass es ihm insgesamt recht gut geht und er sich eher gesund als krank fühlt.
Aus der Perspektive „Gesundheit als Wertaussage“ verfügt Herr B. sowohl über kranke als auch über gesunde Anteile.
Herr B. ist beim Abgrenzungskonzept krank, bei der Funktionsaussage teilweise leistungsfähig und bei der Wertaussage gleichzeitig krank und gesund.
Abgrenzung = krank. Funktion = teilweise gesund. Wert = krank und gesund zugleich.
A = Abgrenzung → Arzt sagt krank
F = Funktion → Funktioniert trotzdem teilweise
W = Wertaussage → Wohlbefinden zählt
„Arzt – Funktion – Wohlbefinden.“
Oder direkt auf Herrn B. bezogen:
🩺 Arzt: krank ⚙️ Funktion: teilweise fit ❤️ Wohlbefinden: eher gesund
Damit kannst du die drei Perspektiven im Fallbeispiel sehr sauber auseinanderhalten.
Die Stressforschung beschäftigt sich mit dem Einfluss von Stress auf die Gesundheit und benennt wichtige psychosoziale Stressoren. Benennen und erläutern Sie drei psychosoziale Belastungsarten . Geben Sie bitte jeweils ein Beispiel für dazugehörige Stressoren.
Alltagsärgernisse (daily hassles): Darunter fallen alltägliche Belastungen und kleinere Vorfälle im Alltag, die zu Ärger oder Frustration führen. Beispiele: Hetze, Zeitnot, lästige Aufgaben im Haushalt, ständiges Verlieren von Sachen.
Belastende/kritische Lebensereignisse (stressful life events): Darunter werden mehr oder weniger plötzliche Veränderungen im Leben verstanden. Beispiele: Tod einer wichtigen Bezugsperson, Scheidung, Arbeitsplatzverlust, Verlust von Gesundheit, Migration.
Chronische Belastungen (chronic stressors): Dauerbelastungen stellen langfristige Belastungen dar, die sich aus den individuellen sozialen Rollen oder aus den Lebensverhältnissen ergeben. Beispiele: Belastungen am Arbeitsplatz, Belastungen in der Elternrolle, Arbeitsplatzunsicherheit, Leben mit chronischer Krankheit, finanzielle Sorgen, Arbeitslosigkeit.
Kritische Übergänge im Lebenszyklus (Transitionen): Damit sind markante Wendepunkte im Leben gemeint. Beispiele: Eintritt ins Berufsleben, "Leeres-Nest"-Syndrom, Renteneintritt, Adoleszenz, Elternschaft.
Erkläre es zuerst dann mache es lernbar nah am Originaltext und danach Merksatz und Eselsbrücke
Als körperliche Aktivität wird jede moderate körperliche Bewegung bezeichnet, die auch Berufs- und Hausarbeit sowie Freizeit- und Fortbewegungsverhalten mit einschließt. Regelmäßige körperliche Aktivität gilt als bedeutsam für Gesundheit und Wohlbefinden. Stellen Sie den Wirkungszusammenhang her zwischen:
körperlicher Aktivität und Gesundheit und Wohlbefinden,
körperlicher Aktivität und Lebenserwartung,
körperlicher Aktivität und kardiovaskulären Erkrankungen,
körperlicher Aktivität und Stressregulation,
körperlicher Aktivität und Kompetenzentwicklung im jüngeren Lebensalter.
Gesundheit und Wohlbefinden: Körperliche Aktivität trägt zum Erhalt der Gesundheit und zur Steigerung des Wohlbefindens bei.
Lebenserwartung: Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf die Lebenserwartung aus.
Kardiovaskuläre Erkrankungen: Körperliche Aktivität wirkt sich vorbeugend auf kardiovaskuläre Erkrankungen aus.
Stressregulation: Körperliche Aktivität trägt zur Stressregulation bei.
Kompetenzentwicklung im jüngeren Lebensalter: Körperliche Aktivität unterstützt die Entwicklung sozialen und personalen Kompetenzen im jüngeren Lebensalter.
Als körperliche Aktivität wird jede moderate körperliche Bewegung bezeichnet, die auch:
Berufsarbeit
Hausarbeit
Freizeitverhalten
Fortbewegungsverhalten
mit einschließt.
Regelmäßige körperliche Aktivität ist bedeutsam für Gesundheit und Wohlbefinden.
Gesundheit und Wohlbefinden
Körperliche Aktivität trägt zum Erhalt der Gesundheit und zur Steigerung des Wohlbefindens bei.
Lebenserwartung
Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf die Lebenserwartung aus.
Kardiovaskuläre Erkrankungen
Körperliche Aktivität wirkt sich vorbeugend auf kardiovaskuläre Erkrankungen aus.
Stressregulation
Körperliche Aktivität trägt zur Stressregulation bei.
Kompetenzentwicklung im jüngeren Lebensalter
Körperliche Aktivität unterstützt die Entwicklung sozialer und personaler Kompetenzen im jüngeren Lebensalter.
Körperliche Aktivität erhält Gesundheit und Wohlbefinden, erhöht die Lebenserwartung, beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, hilft bei der Stressregulation und fördert bei jungen Menschen soziale und personale Kompetenzen.
Bewegung macht gesünder, lässt länger leben, schützt das Herz, baut Stress ab und stärkt Kompetenzen.
G – L – K – S – K
G = Gesundheit und Wohlbefinden L = Lebenserwartung K = kardiovaskuläre Erkrankungen S = Stressregulation K = Kompetenzentwicklung
„Gesund leben, Kreislauf schützen, Kompetenzen stärken.“
❤️ Gesundheit ⏳ länger leben 🫀 Herz schützen 😌 Stress runter 🤝 Kompetenzen rauf
Das ist hier die einfachste Lernlogik: Bewegung schützt Körper, Psyche und Entwicklung.
Erläutern Sie, was unter dem Begriff des „sozialen Gradienten" von Gesundheit zu verstehen ist.
Die sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen ist nicht auf Randgruppen beschränkt, sondern bildet ein Kontinuum entlang der sozialen Stufenleiter (sozialer Gradient), d. h., Morbidität und Mortalität nehmen mit zunehmendem sozioökonomischem Status ab.
Die sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen ist nicht auf Randgruppen beschränkt, sondern bildet ein Kontinuum entlang der sozialen Stufenleiter.
Dies wird als sozialer Gradient bezeichnet.
Dabei gilt:
Mit zunehmendem sozioökonomischem Status nehmen
Morbidität
und Mortalität
ab.
Der soziale Gradient bedeutet: Je höher der sozioökonomische Status, desto geringer sind im Durchschnitt Krankheit und Sterblichkeit.
Sozial höher = gesundheitlich besser.
Stell dir eine Treppe vor:
⬆️ oben: hoher sozialer Status ⬇️ unten: niedriger sozialer Status
Je höher du auf der Treppe kommst:
Krankheit ↓ Sterblichkeit ↓
„Status rauf – Krankheit runter.“
S↑ = M↓ + M↓
S = Status steigt M = Morbidität sinkt M = Mortalität sinkt
Und wenn in der Prüfung „sozialer Gradient“ steht, denkst du sofort:
„Gesundheit folgt einer sozialen Treppe.“
Im Rahmen des Armutsberichtes des Paritätischen Gesamtverbandes 2018 wurde anhand von Daten aus dem Sozioökonomischen Panel (SOEP) u.a. die gesundheitliche Situation in der deutschen Bevölkerung von Personen ab 18 Jahren im Zusammenhang mit Armutsbetroffenheit untersucht. Arbeiten Sie anhand der folgenden Abbildung den Zusammenhang zwischen dem subjektiv eingeschätzten Gesundheitszustand und der Armutsbetroffenheit heraus. Beschreiben Sie für jede der fünf Merkmalsausprägungen (,,sehr gut" usw.) die Gerichtetheit des Zusammenhangs (Unterschied zwischen arm", nicht arm").
Arme schätzen ihren Gesundheitszustand zu einem größeren Anteil als „sehr gut" ein, als Nicht-Arme.
Nicht-Arme schätzen ihren Gesundheitszustand zu einem größeren Anteil als „gut" ein, als Arme.
Nicht-Arme schätzen ihren Gesundheitszustand ebenfalls zu einem größeren Anteil als „zufriedenstellend" ein, als Arme.
Arme schätzen ihren Gesundheitszustand dagegen zu einem größeren Anteil als „weniger gut" ein, als Nicht-Arme.
Arme schätzen ihren Gesundheitszustand ebenfalls zu einem größeren Anteil als „schlecht" ein, als Nicht-Arme.
Sehr gut
Arme schätzen ihren Gesundheitszustand zu einem größeren Anteil als „sehr gut“ ein als Nicht-Arme.
Gut
Nicht-Arme schätzen ihren Gesundheitszustand zu einem größeren Anteil als „gut“ ein als Arme.
Zufriedenstellend
Nicht-Arme schätzen ihren Gesundheitszustand ebenfalls zu einem größeren Anteil als „zufriedenstellend“ ein als Arme.
Weniger gut
Arme schätzen ihren Gesundheitszustand dagegen zu einem größeren Anteil als „weniger gut“ ein als Nicht-Arme.
Schlecht
Arme schätzen ihren Gesundheitszustand ebenfalls zu einem größeren Anteil als „schlecht“ ein als Nicht-Arme.
Nicht-Arme bewerten ihre Gesundheit häufiger als gut oder zufriedenstellend, Arme häufiger als weniger gut oder schlecht.
Wichtig als kleine Ausnahme:
Bei „sehr gut“ liegen laut Abbildung die Armen höher.
S – G – Z – W – S
Sehr gut – Gut – Zufriedenstellend – Weniger gut – Schlecht
Und dazu die Richtung:
A – N – N – A – A
A = Arme N = Nicht-Arme
A N N A A
„Arme Naschen Nachts Auch Äpfel.“
Dann weißt du:
Sehr gut → Arme
Gut → Nicht-Arme
Zufriedenstellend → Nicht-Arme
Weniger gut → Arme
Schlecht → Arme
Das ist bei dieser Karte wahrscheinlich der schnellste Weg zum sicheren Abrufen.
Der größte Zielkonflikt bei jeder Gesundheitsreform in Deutschland ist der zwischen Bedarfsorientierung und Wirtschaftlichkeit. Der Bedarf an Gesundheitsleistungen ist im Prinzip unbegrenzt, wird aber durch den gesetzlichen Leistungskatalog der GKV eingegrenzt. Ein weiterer Zielkonflikt besteht zwischen der Einnahmebasis der gesetzlichen Krankenkassen (Einkommen der abhängig Beschäftigten) und dem ärztlichen Einkommensanspruch.
a) Arbeiten Sie den Unterschied zwischen Old und New Public Health anhand der Adressaten heraus.
b) Benennen Sie die fünf Themengebiete von New Public Health.
Lösung b) Themengebiete: New Public Health zielt auf die medizinische und psychosoziale Versorgung und beinhaltet neben den Themengebieten:
Umwelthygiene
Sozialhygiene
Gesundheitssystemforschung
Versorgungsforschung
Prävention
Beschreiben Sie kurz vier wesentliche Aufgaben und Ziele der Gesundheitswissenschaften.
Zu den wesentlichen Aufgaben und Zielen der Gesundheitswissenschaften gehören:
Institutionen der Gesundheitsversorgung und -politik durch Planungen und Evaluationen zu unterstützen,
Bedarfsgerechtigkeit, Wirtschaftlichkeit, Prävention, Kuration, Rehabilitation, Pflege und Wirksamkeit von Gesundheitsförderung zu beachten.
Die Gesundheit und das Wohlergehen aller Gesellschaftsmitglieder zu beobachten und zu wahren.
Gesundheitsbedürfnisse zu identifizieren.
Institutionen der Gesundheitsversorgung und Gesundheitspolitik durch Planungen und Evaluationen zu unterstützen.
Gesundheitswissenschaften beobachten die Gesundheit der Bevölkerung, erkennen ihre Bedürfnisse, unterstützen Versorgung und Politik bei Planung und Bewertung und achten auf eine bedarfsgerechte, wirtschaftliche und wirksame Versorgung.
Beobachten – Bedürfnisse erkennen – Planen und prüfen – Versorgung sinnvoll gestalten.
Merke dir die vier Schritte:
B – B – P – V
B = Beobachten B = Bedürfnisse erkennen P = Planen und prüfen V = Versorgung gestalten
„Beobachten, Bedarf erkennen, Planen, Versorgen.“
Oder als Ablauf im Kopf:
👀 Wie geht es den Menschen? 🔎 Was brauchen sie? 📋 Was planen wir – und funktioniert es? 🏥 Wie gestalten wir die Versorgung sinnvoll?
Das ist eigentlich die ganze Logik der Gesundheitswissenschaften: erst verstehen, dann planen, dann handeln und am Ende prüfen, ob es wirkt.
a) Erläutern Sie den Begriff „Kohärenzgefühl".
b) Erklären Sie, was unter dem Begriff „Bewältigbarkeit" zu verstehen ist.
a) Kohärenzgefühl: Antonovsky zufolge wird der Gesundheits- und Krankheitszustand eines Menschen wesentlich durch seine psychologische Grundhaltung gegenüber der Welt und dem eigenen Leben bestimmt. Kohärenz bezeichnet eine Haltung gegenüber der Welt, die durch ein „durchdringendes, überdauerndes und dennoch dynamisches Gefühl des Vertrauens" (Antonovsky 1997, S. 36) gekennzeichnet ist.
b) Bewältigbarkeit: Bewältigbarkeit (auch als Handhabbarkeit bezeichnet): bezieht sich auf die Überzeugung eines Menschen, dass Anforderungen lösbar sind, weil er über die geeigneten Ressourcen verfügt oder sich im entscheidenden Moment andere Menschen helfend einbringen werden. Ein hohes Maß an Bewältigbarkeit hat zur Folge, dass man sich nicht in der Opferrolle sieht und auch beim Erleben unangenehmer Dinge (z. B. Krankheiten) damit umgehen kann und sich neu orientiert, anstatt längere Zeit zu trauern, mit dem eigenen Schicksal zu hadern oder sich dauerhaft benachteiligt zu fühlen.
In den letzten Jahrzehnten hat sich das Krankheitspanorama von akuten zu chronischen Krankheiten gewandelt. Nennen Sie drei Ursachen dafür und geben Sie je ein Beispiel
Medizinisch-technischer Fortschritt (z. B. neue Behandlungsmethoden)
Soziale (wirtschaftliche) Lage der Bevölkerung (z. B. Verbesserung des Bildungswesens, Entwicklung der Zivilgesellschaft und der Demokratie)
Frage: In den letzten Jahrzehnten hat sich das Krankheitspanorama von akuten zu chronischen Krankheiten gewandelt. Nennen Sie drei Ursachen dafür und geben Sie je ein Beispiel.
Antwort:
1. Medizinisch-technischer Fortschritt: z. B. neue Behandlungsmethoden.
2. Soziale bzw. wirtschaftliche Lage der Bevölkerung: z. B. Verbesserung des Bildungswesens sowie Entwicklung der Zivilgesellschaft und der Demokratie.
3. Verbesserung der Hygiene: z. B. Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung.
Medizin, Menschen und Hygiene verändern das Krankheitspanorama.
Oder noch prüfungsnäher:
Medizinischer Fortschritt + bessere soziale Lage + bessere Hygiene → weniger akute, mehr chronische Krankheiten im Vordergrund.
Merke dir einfach:
M – S – H
M = Medizin S = Soziale Lage H = Hygiene
Und daraus:
„Mit Sauberkeit hält man länger.“
Mit → Medizin Sauberkeit → soziale Lage + Hygiene länger → Menschen leben länger, deshalb werden chronische Erkrankungen bedeutsamer.
Noch bildlicher: Stell dir drei Helfer vor, die die alten akuten Krankheiten zurückdrängen:
🩺 Arzt = medizinischer Fortschritt 🏫 Schule = soziale Lage 🚰 Wasserhahn = Hygiene
Dann brauchst du in der Prüfung nur an Arzt – Schule – Wasserhahn zu denken und hast alle drei Punkte.
Beschreiben Sie anhand der in der folgenden Abbildung dargestellten krankheitsbedingten Fehlzeiten für das Jahr 2017 folgende Aspekte:
a) die branchenübergreifende Rangfolge der drei häufigsten Erkrankungen
b) die drei häufigsten Erkrankungen im Gesundheits- und Sozialwesen mit ihrer Häufigkeitsausprägung in Prozent.
a) Branchenübergreifende Rangfolge: In der Rangfolge treten branchenübergreifend Muskel-/Skelett-Erkrankungen am häufigsten auf. Am zweithäufigsten führen Atemwegserkrankungen zu Arbeitsunfähigkeitstagen. An dritter Stelle stehen gleichrangig Verletzungen und psychische Erkrankungen.
Lösung b) Gesundheits- und Sozialwesen: Im Gesundheits- und Sozialwesen führen Muskel-/Skelett-Erkrankungen mit 21% am häufigsten zu Arbeitsunfähigkeitstagen. Gefolgt werden diese von psychischen Erkrankungen mit 15% und Atemwegserkrankungen mit 13%.
a) Branchenübergreifende Rangfolge
In der branchenübergreifenden Rangfolge treten
Muskel-/Skelett-Erkrankungen am häufigsten auf.
Atemwegserkrankungen führen am zweithäufigsten zu Arbeitsunfähigkeitstagen.
An dritter Stelle stehen Verletzungen und psychische Erkrankungen gleichrangig.
b) Gesundheits- und Sozialwesen
Im Gesundheits- und Sozialwesen führen
Muskel-/Skelett-Erkrankungen mit 21 %
psychische Erkrankungen mit 15 %
Atemwegserkrankungen mit 13 %
am häufigsten zu Arbeitsunfähigkeitstagen.
Über alle Branchen: Muskel-Skelett vor Atemwegen, danach Verletzungen und Psyche. Im Gesundheits- und Sozialwesen: Muskel-Skelett 21 %, Psyche 15 %, Atemwege 13 %.
Allgemein: M – A – V/P Gesundheitswesen: M – P – A
Für branchenübergreifend:
M – A – V/P
M = Muskel/Skelett A = Atemwege V/P = Verletzungen / Psyche
„Mein Atem verletzt die Psyche.“
Für das Gesundheits- und Sozialwesen:
21 – 15 – 13
Muskel – Psyche – Atem
„21 Knochen, 15 Gedanken, 13 Atemzüge.“
21 = Muskel/Skelett
15 = Psyche
13 = Atemwege
Das Entscheidende für die Prüfung ist wirklich nur dieser Wechsel: allgemein M-A-V/P, aber im Gesundheitswesen M-P-A.
Frauen und Männer weisen deutliche Unterschiede in ihrem Gesundheitsverhalten auf. Skizzieren Sie drei Konsequenzen, die sich daraus für die Ausgestaltung von Präventions- und Therapieangeboten ableiten lassen.
Männer sind v.a. an niedrigschwelligen Angeboten interessiert, die keinen höheren Aufwand mit sich bringen (Durchführung z. B. direkt am Arbeitsplatz oder bei einmaligem Arztbesuch).
Männer fühlen sich v.a. durch Interventionen angesprochen, die Sport und körperliches Training beinhalten.
Beschreiben Sie anhand der folgenden Tabelle den Zusammenhang zwischen allgemeinem Gesundheitszustand und dem sozioökonomischen Status (SES) von Kindern und Jugendlichen für:
a) die allgemeine Gerichtetheit des Zusammenhangs
b) die Ausprägung des Zusammenhangs für den Erhebungszeitpunkt 2009-2012
c) die Ausprägung des Zusammenhangs im Entwicklungsverlauf im Zeitraum von 2003-2017.
a) Allgemeine Gerichtetheit: Die Tabelle zeigt für den Zusammenhang zwischen allgemeinem Gesundheitszustand und sozioökonomischem Status bei Kindern und Jugendlichen eine Ausprägung, dass mit dem Niveau des SES auch der allgemeine Gesundheitszustand abnimmt. Oder anders ausgedrückt: in der KIGGS-Studie sind weniger Kinder und Jugendliche mit einem hohen SES gegenüber Kindern und Jugendlichen mit einem mittleren und niedrigen SES von einem mittelmäßigen bis sehr schlechten allgemeinen Gesundheitsstatus betroffen.
Lösung b) Erhebungszeitpunkt 2009-2012: KIGGS Welle 1 (2009-2012): In der KIGGS-Welle 1 sind die Kinder und Jugendlichen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status mit 10,6% am häufigsten von einem mittelmäßigen bis sehr schlechten allgemeinen Gesundheitszustand betroffen. Auch zu diesem Erhebungszeitpunkt sind mit 5,9% Kinder und Jugendliche mit mittlerem SES nicht so häufig und Kinder und Jugendliche mit einem hohen SES mit 3,2% am seltensten von einem mittelmäßigen bis sehr schlechten allgemeinen Gesundheitszustand betroffen.
Was bedeutet SES?
SES bedeutet sozioökonomischer Status. Er beschreibt die soziale und wirtschaftliche Stellung einer Person oder Familie. Bestimmt wird er vor allem durch Bildung, beruflichen Status und Einkommen.
Lernbar nah am Originaltext:
Die Tabelle zeigt einen Zusammenhang zwischen allgemeinem Gesundheitszustand und sozioökonomischem Status bei Kindern und Jugendlichen. Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen SES weisen häufiger einen mittelmäßigen bis sehr schlechten allgemeinen Gesundheitszustand auf als Kinder und Jugendliche mit einem mittleren oder hohen SES. Mit steigendem sozioökonomischem Status nimmt der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit einem mittelmäßigen bis sehr schlechten Gesundheitszustand ab.
Für den Erhebungszeitpunkt 2009–2012 zeigt sich: Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen SES sind mit 10,6 % am häufigsten von einem mittelmäßigen bis sehr schlechten allgemeinen Gesundheitszustand betroffen. Bei einem mittleren SES sind es 5,9 %, bei einem hohen SES 3,2 %.
Im Entwicklungsverlauf von 2003 bis 2017 bleibt der Zusammenhang bestehen. Kinder und Jugendliche mit niedrigem SES weisen über alle drei Erhebungszeitpunkte hinweg am häufigsten einen mittelmäßigen bis sehr schlechten Gesundheitszustand auf. Insgesamt nimmt die Häufigkeit der Betroffenheit jedoch in allen drei SES-Gruppen ab.
Je höher der SES, desto besser ist im Durchschnitt der Gesundheitszustand.
Stell dir eine SES-Treppe vor:
unten = niedriger SES = häufiger schlechtere Gesundheit
Mitte = mittlerer SES = mittlere Belastung
oben = hoher SES = seltener schlechtere Gesundheit
Für die Zahlen 2009–2012 kannst du dir merken:
10 – 6 – 3
also ungefähr: niedrig 10,6 % – mittel 5,9 % – hoch 3,2 %.
Noch kürzer als Eselsbrücke: „Je höher die soziale Stufe, desto kleiner die schlechte Gesundheitsquote.“
Lösung c) Entwicklungsverlauf 2003-2017: Der Zusammenhang zwischen allgemeinem Gesundheitszustand und sozioökonomischem Status bleibt über den Erhebungszeitraum von 2003 bis 2017 an sich und in seiner Gerichtetheit bestehen. D.h. über alle drei Erhebungszeitpunkte hinweg weisen die Kinder und Jugendlichen mit einem niedrigen SES gegenüber denen mit einem mittleren und hohen SES am häufigsten einen mittelmäßigen bis sehr schlechten allgemeinen Gesundheitszustand auf. Im Vergleich zwischen dem ersten und dritten Erhebungszeitpunkt nimmt aber die Häufigkeit der Betroffenheit über die drei Niveaus des SES hinweg insgesamt ab.
In Deutschland ist das Thema „Gesundheitliche
Chancengleichheit" in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.
b) Argumentieren Sie kurz, welcher Ansatz langfristig eine Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheit bewirkt.
a) Zwei grundlegende Ansatzpunkte zur Reduktion gesundheitlicher Ungleichheit
1. Verringerung der sozialen Ungleichheit:
über mehr Chancengleichheit in Schule, Ausbildung und Erwerbsleben.
2. Verringerung von Gesundheitsbelastungen:
bei Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status durch die Schaffung gesundheitsförderlicher Lebensbedingungen und die Verbesserung der Gesundheitsversorgung.
b) Langfristig wirksamer Ansatz
Der Ansatz „Verringerung der sozialen Ungleichheit“ packt das Problem der sozialen Ungleichheit an der Wurzel, da er grundlegende strukturelle Veränderungen und eine langfristige gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema voraussetzt.
Gesundheitliche Ungleichheit kann man an der Ursache oder an den Folgen bekämpfen.
Soziale Ungleichheit senken – Gesundheitsbelastungen senken.
Langfristig wirkt die Wurzel stärker als die Symptombehandlung.
Stell dir einen Baum vor. 🌳
Die Wurzel ist die soziale Ungleichheit:
Schule – Ausbildung – Beruf – Einkommen.
Die Blätter sind die gesundheitlichen Belastungen.
Du kannst also entweder:
die Blätter behandeln → Gesundheitsbelastungen verringern
oder
an die Wurzel gehen → soziale Ungleichheit verringern
Deshalb für Teil b):
„Wer dauerhaft etwas ändern will, muss an die Wurzel.“
Und für die zwei Ansätze:
S – G
S = soziale Ungleichheit senken
G = Gesundheitsbelastungen senken
*****Gesundheitssystem der Bundesrepublik - Strukturelle Probleme und aktuelle Reformansätze
Erläutern Sie die Funktion des Risikostrukturausgleichs und seine Auswirkung auf den Wettbewerb der Krankenkassen.
Auswirkungen auf den Wettbewerb: Durch den Risikostrukturausgleich verringern sich die Unterschiede in den Beitragssätzen der Krankenkassen, ohne die Anreize zu eliminieren, attraktive Mitglieder zu werben und wirtschaftlich zu handeln. Der Risikostrukturausgleich ist die Voraussetzung für eine funktionsfähige und faire Kassenwahlfreiheit.
Nennen Sie drei Umverteilungsmechanismen.
(Auswahl von drei):
von Erwerbstätigen zu Rentnerinnen bzw. Rentnern
Die WHO definierte in den 1940er Jahren Gesundheit als „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur des Freiseins von Krankheit und Gebrechen. Sich des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu erfreuen, ist eines der Grundrechte jedes Menschen, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung." Legen Sie jeweils zwei Aspekte dafür dar, inwiefern die Gesundheitsdefinition der WHO zum damaligen Zeitpunkt innovativ war und was aus heutiger Sicht an ihr kritikwürdig erscheint.
Lösung innovativ:
Die Definition der WHO (World Health Organization – Weltgesundheitsorganisation) galt zur damaligen Zeit als revolutionär, weil sie sich erstmals von der rein biomedizinischen Sichtweise löste .
Sie überwindet das naturwissenschaftliche Paradigma, indem sie das Wohlbefinden in allen Dimensionen des täglichen Lebens verankert.
Lösung kritikwürdig:
Kritisiert wird an ihr, dass sie Gesundheit als Zustand beschreibt.
Zusätzlich skizziert sie einen Idealzustand „völligen Wohlbefindens", der vermutlich nur für die wenigsten Menschen erreichbar ist.
LERNBAR – nah am Originaltext
Innovativ:
Die WHO-Definition galt zur damaligen Zeit als revolutionär, weil sie sich von der rein biomedizinischen Sichtweise löste.
Sie überwand das naturwissenschaftliche Paradigma, indem sie das Wohlbefinden in den verschiedenen Dimensionen des täglichen Lebens berücksichtigte: körperlich, geistig und sozial.
Kritikwürdig:
Kritisiert wird, dass die WHO Gesundheit als einen Zustand beschreibt. Gesundheit ist jedoch nicht statisch, sondern kann sich ständig verändern.
Die Definition beschreibt mit dem „vollständigen Wohlbefinden“ einen Idealzustand, der vermutlich nur für die wenigsten Menschen erreichbar ist.
Damals neu: Gesundheit ist mehr als „nicht krank“. Heute kritisch: Gesundheit ist weder starr noch vollkommen.
Denk an „3 – 2“:
3 Bereiche macht die WHO groß: K – G – S = Körperlich – Geistig – Sozial
2 Dinge werden kritisiert: Z – V = Zustand – Vollständig
👉 WHO = 3 Bereiche, aber 2 Probleme: KGS – ZV.
Oder als kleinen Satz:
„Körper, Geist und Soziales zählen – aber Zustand und Vollkommenheit sind zu starr.“
Das ist für diese Karte eigentlich der Kern, den du in der Prüfung sicher abrufen musst.
Bis heute gibt es keine eindeutige und allgemein akzeptierte Definition von Gesundheit. Göckenjahn hat zur Annäherung an eine Gesundheitsdefinition drei Perspektiven der Betrachtung und Deutung von Gesundheit herausgearbeitet. Beschreiben Sie die drei genannten Perspektiven.
Gesundheit als Abgrenzungskonzept: Diese Perspektive ist eng verbunden mit der medizinischen Deutung und Diagnostik von Krankheiten. Gesundheit wird hier unter anderem als Abwesenheit von Krankheit verstanden. Eine solche Abgrenzung von Gesundheit ist nur vordergründig konkret. Sie ist aber zum Beispiel bei einer ärztlichen Krankschreibung häufig notwendig .
Gesundheit als Funktionsaussage: Zu dieser Perspektive gehört zum einen die körperliche und soziale Leistungs- und Arbeitsfähigkeit. Zum anderen umfasst sie alle Gesundheitsvorstellungen eines körperlich-seelischen Gleichgewichts beziehungsweise einer flexiblen Anpassung an sich verändernde Umweltbedingungen. Im Mittelpunkt steht dabei häufig die Resistenz und Widerstandsfähigkeit von Menschen beispielsweise gegenüber Krankheitserregern. Auch diese Funktionsaussagen sind nur teilweise konkret.
Lernbar – nah am Originaltext
Frage: Bis heute gibt es keine eindeutige und allgemein akzeptierte Definition von Gesundheit. Göckenjahn unterscheidet drei Perspektiven der Betrachtung und Deutung von Gesundheit. Beschreiben Sie diese drei Perspektiven.
1. Gesundheit als Abgrenzungskonzept: Diese Perspektive ist eng mit der medizinischen Deutung und Diagnostik von Krankheiten verbunden. Gesundheit wird unter anderem als Abwesenheit von Krankheit verstanden. Eine solche Abgrenzung ist jedoch nur vordergründig eindeutig, zum Beispiel bei einer ärztlichen Krankschreibung.
2. Gesundheit als Funktionsaussage: Zu dieser Perspektive gehören die körperliche und soziale Leistungs- und Arbeitsfähigkeit. Außerdem umfasst sie Vorstellungen eines körperlich-seelischen Gleichgewichts sowie die flexible Anpassung an sich verändernde Umweltbedingungen. Im Mittelpunkt stehen häufig Resistenz und Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen oder Krankheitserregern.
3. Gesundheit als Wertaussage: Hier wird Gesundheit als höchster Wert oder als absoluter Richtwert verstanden. Die bekannteste wertorientierte Beschreibung ist die Gesundheitsdefinition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1948.
Gesundheit kann man abgrenzen, an Funktionen erkennen oder als Wert verstehen.
Oder ganz kurz:
Abgrenzung – Funktion – Wert.
AFW
„Arzt – Funktionieren – Wichtig“
Arzt → Abgrenzung: krank oder gesund Funktionieren → Leistungsfähigkeit und Anpassung Wichtig → Gesundheit als hoher Wert
Damit hast du die drei Perspektiven praktisch sofort im Kopf.
Fallbeschreibung
Stephen Hawking (1942 – 2018) wuchs als ältestes der drei Kinder des Tropenmediziners Frank Hawking und der Wirt-
schaftswissenschaftlerin Isobel Hawking im Norden Londons auf. Er sollte auf Wunsch seines Vaters Medizin studieren.
Doch noch vor Schulende nahm er probeweise an einer Aufnahmeprüfung für die Universität Oxford teil. Diese bestand
er mit Auszeichnung und erhielt ein Stipendium. Nach seinem Studium promovierte Stephen Hawking über theoretische
Astronomie und Kosmologie. Später hatte er u. a. eine Professur für Gravitationsphysik inne und forschte sehr erfolg-
reich auf dem Gebiet der Quantenkosmologie zur Thematik der Schwarzen Löcher.
Stephen Hawking erkrankte bereits mit 21 Jahren an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), einer unheilbaren degenerati-
ven Erkrankung des motorischen Nervensystems. Ihm wurden nur noch wenige Lebensjahre prophezeit. Die Diagnose
bewirkte bei Hawking einen enormen Motivationsschub. Nach dem Studium promovierte er trotz erster Lähmungser-
scheinungen. Hawking gründete eine Familie und wurde Vater von drei Kindern. Seine Familie und seine Kolleginnen
und Kollegen unterstützten ihn fortan bei der Bewältigung seines Alltags und bei der Verschriftlichung seiner For-
schungsarbeiten. Bald danach war er auf den Rollstuhl angewiesen. Hawking arbeitete und forschte jedoch unvermin-
dert weiter. Jahre später machte eine Lungenentzündung einen Luftröhrenschnitt notwendig und Hawking verlor in Folge
dessen seine Sprechfähigkeit. Auch durch die erheblichen körperlichen Einschränkungen als Folge seiner fortschreiten-
den Erkrankung und die zunehmende Unterstützungsbedürftigkeit ließ sich Hawking bis an sein Lebensende nicht da-
von abhalten, weiter zu forschen und öffentlich aufzutreten.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Hawking; http://www.hawking.org.uk/about-stephen.html [09.08.2019])
Beziehen Sie sich auf das Fallbeispiel (Stephen Hawking). Interpretieren Sie den Gesundheitszustand des erwachsenen Stephen Hawking aus jeder der drei von Göckenjahn beschriebenen Perspektiven zur Betrachtung und Deutung von Gesundheit.
Gesundheit als Abgrenzungskonzept: Hawking erkrankte an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) und erlebte im Verlauf seines Erwachsenenlebens durch die fortschreitende Erkrankung eine zunehmende körperliche Einschränkung. Aus der Perspektive „Gesundheit als Abgrenzungskonzept" war Hawking chronisch krank und körperlich (motorisch) behindert.
Gesundheit als Funktionsaussage: Hawking war einerseits aufgrund seiner chronischen Erkrankung und den damit einhergehenden Symptomen in seiner körperlichen Arbeits- und Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt und auf Unterstützung angewiesen. Seine geistige Arbeits- und Leistungsfähigkeit war jedoch nicht beeinträchtigt und eher überdurchschnittlich hoch. Im Sinne der Perspektive „Gesundheit als Funktionsaussage" war Hawking nicht eindeutig krank oder eindeutig gesund.
Gesundheit als Wertaussage: Hawking arbeitete trotz seiner Erkrankung Zeit seines Lebens, war familiär eingebunden und betrieb zudem unermüdliche Öffentlichkeitsarbeit. Seine Art zu leben und mit der Erkrankung umzugehen, können so interpretiert werden, dass Hawking Wohlbefinden und Zufriedenheit erlebte. Die Perspektive „Gesundheit als Wertaussage" legt nahe, dass er sowohl über kranke als auch über gesunde Anteile verfügte.
Lernbar
Gesundheit als Abgrenzungskonzept: Stephen Hawking erkrankte an ALS und erlebte im Verlauf seines Erwachsenenlebens durch die fortschreitende Erkrankung zunehmende körperliche Einschränkungen. Aus dieser Perspektive war Hawking chronisch krank und körperlich beziehungsweise motorisch stark eingeschränkt.
Gesundheit als Funktionsaussage: Hawking war aufgrund seiner chronischen Erkrankung und der damit verbundenen Symptome in seiner körperlichen Arbeits- und Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt und auf Unterstützung angewiesen. Seine geistige Arbeits- und Leistungsfähigkeit war jedoch nicht beeinträchtigt und überdurchschnittlich hoch. Im Sinne dieser Perspektive war Hawking deshalb nicht eindeutig krank oder eindeutig gesund.
Gesundheit als Wertaussage: Hawking arbeitete trotz seiner Erkrankung weiter, war familiär eingebunden und betrieb Öffentlichkeitsarbeit. Seine Lebensweise und sein Umgang mit der Erkrankung können so interpretiert werden, dass er Wohlbefinden und Zufriedenheit erleben konnte. Er verfügte damit sowohl über kranke als auch über gesunde Anteile.
Abgrenzung = Krankheit feststellen. Funktion = Was kann er noch? Wert = Wie lebt und erlebt er sein Leben?
Denk an Hawking in drei Bildern:
A = ALS → Abgrenzung → eindeutig krank. F = Forschen → Funktion → geistig weiterhin leistungsfähig. W = Weiterleben → Wertaussage → Familie, Arbeit, Öffentlichkeit, Wohlbefinden.
Kurz im Kopf:
„ALS – Forschen – Weiterleben.“
Damit hast du die drei Perspektiven sofort in der richtigen Reihenfolge: Abgrenzung – Funktion – Wert.
Definieren Sie den Begriff der sozialen Unterstützung.
Soziale Unterstützung umfasst den funktionalen beziehungsweise qualitativen Aspekt sozialer Beziehungen .
Soziale Unterstützung umfasst den funktionalen beziehungsweise qualitativen Aspekt sozialer Beziehungen.
Das bedeutet: Entscheidend ist, welche Unterstützung soziale Beziehungen tatsächlich geben und wie hilfreich diese Beziehungen für die betreffende Person sind.
Soziale Unterstützung bedeutet: Nicht die Anzahl der Menschen zählt, sondern was sie für mich tun.
Denk bei Unterstützung an:
„Unter-stützen = jemand stützt mich.“
Soziale Beziehung + hilfreiche Funktion = soziale Unterstützung.
„Nicht wie viele – sondern wie hilfreich.“
Benennen Sie die vier Formen der sozialen Unterstützung.
Emotionale Unterstützung
Instrumentelle Unterstützung
Informationelle Unterstützung
Evaluative Unterstützung
Emotionale Unterstützung: Zuwendung, Verständnis, Trost und Ermutigung.
Instrumentelle Unterstützung: Praktische und konkrete Hilfeleistungen.
Informationelle Unterstützung: Vermittlung von Informationen, Ratschlägen und Hinweisen.
Evaluative Unterstützung: Rückmeldung und Hilfe bei der Bewertung bzw. Einschätzung der eigenen Person oder einer Situation.
Soziale Unterstützung hilft dem Herzen, der Hand, dem Kopf und bei der Einschätzung.
Herz = emotional
Hand = instrumentell
Kopf = informationell
Einschätzung = evaluativ
Merke dir die Anfangsbuchstaben:
E – I – I – E
👉 „Emma informiert Ida ehrlich.“
E = Emotional I = Instrumentell I = Informationell E = Evaluativ
Und wenn du zusätzlich wissen willst, was dahintersteckt:
❤️ Emotion = fühlen 🛠️ Instrument = helfen 💡 Information = wissen 🪞 Evaluation = bewerten
Damit kannst du dir die vier Begriffe deutlich leichter herleiten, statt sie nur stumpf auswendig zu lernen.
Beziehen Sie sich auf das Fallbeispiel und überlegen Sie sich anhand der Fallbeschreibung, welche Formen der sozialen Unterstützung Stephen Hawking erlebt hat. Erläutern Sie anhand von zwei Formen der sozialen Unterstützung Ihre Überlegungen.
Emotionale Unterstützung: Hawking hat mit seiner Familie und seinen Kolleginnen und Kollegen tragende soziale Beziehungen erlebt. Er wurde in seinem Kranksein und seinem Wirken akzeptiert, wertgeschätzt und umsorgt.
Instrumentelle Unterstützung: Hawking wurde in der Bewältigung seines Alltags sowohl pflegerisch versorgt als auch mit konkreten Hilfestellungen (zum Beispiel Verschriftlichung seiner Forschungsarbeiten) unterstützt.
Instrumentelle Unterstützung: Hawking wurde bei der Bewältigung seines Alltags sowohl pflegerisch versorgt als auch durch konkrete Hilfestellungen unterstützt, zum Beispiel bei der Verschriftlichung seiner Forschungsarbeiten.
Hawking bekam Unterstützung für Herz und Hand.
❤️ Herz = emotionale Unterstützung: Akzeptanz, Wertschätzung, Umsorge.
✋ Hand = instrumentelle Unterstützung: praktische Hilfe, Pflege und konkrete Hilfestellungen.
Stell dir Hawking im Rollstuhl vor:
Neben ihm steht seine Familie mit einem HERZ ❤️ und jemand hilft ihm mit der HAND ✋ beim Schreiben.
HERZ = emotional HAND = instrumentell
So kannst du dir für dieses Fallbeispiel sofort merken:
„Herz trägt ihn – Hand hilft ihm.“
Hawking war in seinem Erwachsenenleben zweimal verheiratet und wurde durch beide Ehefrauen stark unterstützt. Dieses Phänomen wird mit der sogenannten Protektionshypothese erklärt.
a) Erklären Sie die Protektionshypothese.
b) Stellen Sie die diesbezüglichen Geschlechterunterschiede dar
a): Die Protektionshypothese geht davon aus, dass durch die Ehe ein sozialer Kontext geschaffen wird, in dem sich die Partner gegenseitig im gesundheitsbewussten und präventiven Verhalten, in kritischen Lebenssituationen und im Krankheitsfall unterstützen.
b): Der besonders starke protektive Effekt der Ehe für Männer wird häufig damit erklärt, dass sich vor allem die Ehefrauen für die gesundheitlichen Belange der Familie einsetzen . Männer betrachten in der Regel ihre Ehefrau als ihre engste Vertraute und suchen bei ihr Unterstützung, während Frauen auch andere Personen ihres Netzwerkes (zum Beispiel Freunde, Familie) als Quelle sozialer Unterstützung angeben.
Protektionshypothese
Die Protektionshypothese geht davon aus, dass durch die Ehe ein sozialer Kontext geschaffen wird, in dem sich die Partner gegenseitig im gesundheitsbewussten und präventiven Verhalten, in kritischen Lebenssituationen und im Krankheitsfall unterstützen.
Geschlechterunterschiede
Der besonders starke protektive Effekt der Ehe für Männer wird häufig damit erklärt, dass sich vor allem die Ehefrauen für die gesundheitlichen Belange der Familie einsetzen.
Männer betrachten ihre Ehefrau häufig als ihre engste Vertraute und suchen bei ihr Unterstützung.
Frauen nutzen dagegen auch andere Personen ihres sozialen Netzwerkes, zum Beispiel Freunde und Familie, als Quelle sozialer Unterstützung.
Ehe kann schützen, weil Partner auf Gesundheit achten, Krisen gemeinsam bewältigen und sich bei Krankheit unterstützen.
Für den Geschlechterunterschied:
Männer eher eine Hauptstütze – Frauen eher mehrere Stützen.
Stell dir einen Regenschirm ☂️ vor.
PROTEKTION = Schutzschirm.
Unter dem Schirm stehen zwei Ehepartner:
❤️ gesund leben 🤝 Krisen gemeinsam bewältigen 🩺 bei Krankheit helfen
Und für Männer und Frauen:
👨 Mann = oft EIN großer Schirm → Ehefrau
👩 Frau = mehrere kleine Schirme → Partner + Freunde + Familie
Kurzform fürs Gedächtnis
„Ehe schützt – Frau stützt.“
Und für den Unterschied:
„Mann: eine Hauptstütze. Frau: ein Netzwerk.“
Das ist bei dieser Karte wahrscheinlich die Kombination, die du wirklich sicher im Kopf haben musst.
Grundlagen der sozialen Ungleichheit
a) Definieren Sie den Begriff der sozialen Ungleichheit
b) Benennen Sie vier Basisdimensionen sozialer Ungleichheit
c) Erläutern Sie, was unter vertikaler und horizontaler sozialer Ungleichheit zu verstehen ist.
d) Erläutern Sie, was unter dem Begriff des sozialen Gradienten von Gesundheit zu verstehen ist.
Lösung a): Soziale Ungleichheit liegt dann vor, wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung in sozialen Beziehungsgefügen von den wertvollen Gütern einer Gesellschaft regelmäßig mehr als andere erhalten, wenn also als wertvoll geltende Güter nicht absolut gleich verteilt sind.
Lösung b): Als Basisdimensionen sozialer Ungleichheit gelten: Wissen, materieller Wohlstand, Macht und Prestige.
Lösung c):
Horizontale soziale Ungleichheit: Soziale Ungleichheit, die zwischen Gruppen besteht, wird als horizontale soziale Ungleichheit bezeichnet. Als Merkmale der horizontalen sozialen Ungleichheit gelten Alter, Geschlecht und Nationalität.
Vertikale soziale Ungleichheit: Vertikale soziale Ungleichheit wird mithilfe der Indikatoren Bildung, beruflicher Status und Einkommen erfasst, welche eine hierarchische Einordnung der Bevölkerung zulassen.
Lösung d): Die sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen ist nicht auf Randgruppen beschränkt, sondern bildet ein Kontinuum entlang der sozialen Stufenleiter (sozialer Gradient), das heißt, Morbidität und Mortalität nehmen mit zunehmendem sozioökonomischem Status ab .
Soziale Ungleichheit
Soziale Ungleichheit liegt vor, wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung in sozialen Beziehungsgefügen von den wertvollen Gütern einer Gesellschaft regelmäßig mehr als andere erhalten und diese Güter nicht gleich verteilt sind.
Basisdimensionen sozialer Ungleichheit
Wissen
materieller Wohlstand
Macht
Prestige
Horizontale soziale Ungleichheit
Soziale Ungleichheit, die zwischen Gruppen besteht, wird als horizontale soziale Ungleichheit bezeichnet.
Merkmale der horizontalen sozialen Ungleichheit sind:
Alter
Geschlecht
Nationalität
Vertikale soziale Ungleichheit
Vertikale soziale Ungleichheit wird mithilfe der Indikatoren
Bildung,
beruflicher Status und
erfasst.
Diese ermöglichen eine hierarchische Einordnung der Bevölkerung.
Sozialer Gradient
Mit zunehmendem sozioökonomischem Status nehmen Morbidität und Mortalität ab.
Soziale Ungleichheit heißt: Wissen, Wohlstand, Macht und Prestige sind unterschiedlich verteilt.
Für horizontal und vertikal:
Horizontal = Gruppen nebeneinander.
Vertikal = gesellschaftliche Leiter übereinander.
Und für den sozialen Gradienten:
Je höher der soziale Status, desto geringer durchschnittlich Krankheit und Sterblichkeit.
Für die vier Basisdimensionen:
W – W – M – P
Wissen – Wohlstand – Macht – Prestige
Stell dir vor:
„Wer Wissen und Wohlstand hat, bekommt Macht und Prestige.“
Damit hast du sofort alle vier.
Für horizontal:
H = HAG
Horizontal = H? Nein – denk:
A – G – N
Alter – Geschlecht – Nationalität
Stell dir drei Menschen nebeneinander vor:
ein junger Mensch, eine Frau, jemand mit anderer Nationalität.
➡️ Nebeneinander = horizontal.
Für vertikal:
B – B – E
Bildung – Beruf – Einkommen
Stell dir eine Leiter vor:
🎓 Bildung
💼 Beruf
💶 Einkommen
➡️ Leiter = vertikal.
🪜 Auf der sozialen Leiter nach oben:
Status ↑ → Morbidität ↓ → Mortalität ↓
Die stärkste Kurzform fürs Lernen ist daher:
„Oben auf der sozialen Leiter: weniger krank, geringere Sterblichkeit.“
Begründen Sie anhand des Fallbeispiels, inwiefern Hawking diesbezüglich als privilegiert gelten konnte.
Stephen Hawking entstammte einer Akademikerfamilie. Mit hoher Wahrscheinlichkeit verfügten die Eltern über ein ausreichendes Einkommen und konnten dem Sohn, auch vor dem eigenen Bildungshintergrund, frühzeitig Bildungschancen eröffnen. Hawking vollzog ebenfalls einen akademischen Bildungsweg, der ihm, auch über ein entsprechendes Einkommen, eine adäquate gesundheitliche Versorgung und eine außergewöhnliche Entwicklung ermöglichte.
Stephen Hawking entstammte einer Akademikerfamilie.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit verfügten seine Eltern über ein ausreichendes Einkommen und konnten ihm aufgrund ihres eigenen Bildungshintergrundes frühzeitig Bildungschancen eröffnen.
Hawking selbst vollzog ebenfalls einen akademischen Bildungsweg.
Dieser ermöglichte ihm über Bildung, beruflichen Status und ein entsprechendes Einkommen günstige soziale und materielle Voraussetzungen.
Dadurch standen ihm eine adäquate gesundheitliche Versorgung sowie umfangreiche Unterstützungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Hawking kann deshalb trotz seiner schweren Erkrankung hinsichtlich seines sozioökonomischen Status als privilegiert angesehen werden.
Privilegiert trotz Krankheit: Bildung, Beruf und Einkommen eröffneten Hawking bessere Chancen auf Versorgung und Unterstützung.
Hoher SES = mehr Ressourcen und bessere Gesundheitschancen.
Denk bei Hawking an B – B – E – V:
Bildung Beruf Einkommen → gute Versorgung
„Hawking hatte BBE – und dadurch V.“
🎓 Bildung ⬇️ 💼 Beruf ⬇️ 💰 Einkommen ⬇️ 🏥 Versorgung
Und der entscheidende Satz im Kopf:
„Schwer krank – aber sozial gut ausgestattet.“
Das trennt ganz sauber Gesundheitszustand und soziale Privilegierung voneinander.
Die Stressforschung beschäftigt sich mit dem Einfluss von Stress auf die Gesundheit und benennt wichtige psychosoziale Stressoren.
Benennen und erläutern Sie drei psychosoziale Belastungsarten. Geben Sie bitte jeweils ein Beispiel für dazugehörige Stressoren.
(Hinweis: Die Richtlinie führt vier mögliche Belastungsarten auf, von denen drei gefordert sind)
Als körperliche Aktivität wird jede moderate körperliche Bewegung bezeichnet, die auch Berufs- und Hausarbeit sowie Freizeit- und Fortbewegungsverhalten mit einschließt. Regelmäßige körperliche Aktivität gilt als bedeutsam für Gesundheit und Wohlbefinden.
Stellen Sie den Wirkungszusammenhang her zwischen:
Kompetenzentwicklung im jüngeren Lebensalter: Körperliche Aktivität unterstützt die Entwicklung sozialer und personaler Kompetenzen im jüngeren Lebensalter.
Körperliche Aktivität umfasst jede moderate körperliche Bewegung. Dazu gehören auch Berufs- und Hausarbeit sowie Freizeit- und Fortbewegungsverhalten.
Bewegung erhält Gesundheit, verlängert Leben, schützt das Herz, reguliert Stress und stärkt Kompetenzen.
Gesund – länger – Herz – Stress – Kompetenzen.
Nimm die Anfangsbuchstaben:
Gesundheit Lebenserwartung Kardiovaskulär Stressregulation Kompetenzentwicklung
Daraus:
„Gesunde Leute Können Stress Kontrollieren.“
G = Gesundheit L = Lebenserwartung K = Kardiovaskulär S = Stress K = Kompetenz
Wenn du in der Prüfung also körperliche Aktivität liest, denk sofort:
Dann hast du die fünf Wirkungen in der richtigen Reihenfolge im Kopf.
a) Benennen Sie vier Zusammenhänge, mit denen dies exemplarisch untermauert werden kann.
b) Beschreiben Sie zwei Zusammenhänge zwischen sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit und geben Sie die Richtung des Zusammenhangs an.
a) (Vier exemplarische Nennungen): (Hinweis: Die Richtlinie listet fünf mögliche Ausprägungen auf)
Einkommen und Lebenserwartung
Berufliche Stellung und Morbidität
Sozialer Status und Morbidität
Einkommen und Gesundheit
Subjektive Gesundheit und Lebensqualität
b) (Zwei Zusammenhänge mit Angabe der Richtung): (Hinweis: Die Richtlinie nennt drei mögliche Beschreibungen)
Je geringer das Einkommen, desto schlechter ist die Gesundheit.
Je geringer das Einkommen, desto geringer ist die Lebenserwartung.
Je geringer der soziale Status (Stellung im Beruf, Bildung, Einkommen), desto höher die Morbidität.
Vier exemplarische Zusammenhänge zwischen sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit sind:
berufliche Stellung und Morbidität
sozialer Status und Morbidität
Zusätzlich kann auch der Zusammenhang zwischen subjektiver Gesundheit und Lebensqualität genannt werden.
Für die Richtung der Zusammenhänge gilt:
Je geringer der soziale Status – also berufliche Stellung, Bildung und Einkommen –, desto höher ist die Morbidität.
Wenig Einkommen und niedriger Status bedeuten statistisch: schlechtere Gesundheit, kürzeres Leben und mehr Krankheit.
Wenig Geld – weniger Gesundheit – mehr Krankheit.
Denk an drei Pfeile:
Einkommen ↓ → Gesundheit ↓
Einkommen ↓ → Lebenserwartung ↓
Sozialer Status ↓ → Morbidität ↑
Und als Bild im Kopf:
„Geht die soziale Leiter runter, geht Gesundheit runter – Krankheit rauf.“
Das ist eigentlich der Kern dieser ganzen Karte.
Soziale Leiter ↓ = Gesundheit ↓ = Morbidität ↑
Damit kannst du dir auch die Richtung in der Prüfung sicher herleiten.
Zielkonflikt
Der größte Zielkonflikt bei jeder Gesundheitsreform in Deutschland ist der zwischen Bedarfsorientierung und Wirtschaftlichkeit. Der Bedarf an Gesundheitsleistungen ist im Prinzip unbegrenzt, wird aber durch den gesetzlichen Leistungskatalog der GKV (Gesetzlichen Krankenversicherung) eingegrenzt.
Ein weiterer Zielkonflikt besteht zwischen der Einnahmebasis der gesetzlichen Krankenkassen (Einkommen der abhängig Beschäftigten) und dem ärztlichen Einkommensanspruch.
Der größte Zielkonflikt bei Gesundheitsreformen in Deutschland besteht zwischen Bedarfsorientierung und Wirtschaftlichkeit.
Der Bedarf an Gesundheitsleistungen ist grundsätzlich sehr groß bzw. im Prinzip unbegrenzt. Die finanziellen Mittel sind jedoch begrenzt.
Deshalb wird der Leistungsumfang durch den gesetzlichen Leistungskatalog der GKV eingegrenzt.
Ein weiterer Zielkonflikt besteht zwischen der Einnahmebasis der gesetzlichen Krankenkassen, insbesondere den Einkommen der abhängig Beschäftigten, und dem Einkommensanspruch der Ärzte bzw. Leistungserbringer.
Gesundheit braucht viel – die Kasse hat nur begrenztes Geld.
Oder noch prüfungstauglicher:
Bedarf ist groß, Mittel sind begrenzt – deshalb entsteht der Zielkonflikt zwischen Versorgung und Wirtschaftlichkeit.
Stell dir eine Waage vor:
⚖️ links: Bedarf – „Was brauchen die Patienten?“
⚖️ rechts: Wirtschaftlichkeit – „Was können wir bezahlen?“
Die Waage soll im Gleichgewicht bleiben.
B + W = Brauchen und Wirtschaften.
Und für den Kern:
„Nicht alles, was medizinisch möglich ist, ist unbegrenzt finanzierbar.“
Einführung in das Gesundheitssystem und die Gesundheitswissenschaft
Fallbeispiel
Frau Meier, 54 Jahre, Reinigungskraft, drei erwachsene Kinder, verwitwet, lebt allein in einem sozialen Brennpunkt in einer Großstadt.
Seit dem Tod ihres Mannes vor zwei Jahren lebt Frau Meier sehr zurückgezogen. Nach der Arbeit ist sie meist völlig erschöpft und verbringt ihren Feierabend mit Alkohol und Zigaretten vor dem Fernseher. Ihre Arbeit empfindet Frau Meier als sehr belastend und sie hat oft Mühe, mit ihren Kolleginnen mitzuhalten und ihr Pensum zu schaffen. Sie leidet unter starken Rücken- und Kopfschmerzen. Zu ihrem Hausarzt geht sie aber nicht, denn sie hat Angst vor einer ernsthaften Erkrankung und den Folgen, die das haben könnte.
Sie muss schon jetzt ihre materiellen Ansprüche bescheiden halten, damit sie mit ihrem Einkommen über den Monat kommt. Die Kontakte zu Familie und Freunden hat Frau Meier abgebrochen, weil sie die vielen guten Ratschläge nicht mehr hören kann und sich nicht bevormunden lassen will.
Einführung in das Gesundheitssystem und die Gesundheitswissenschaft (14.03.2020) – Aufgabe 1: Gesundheitskonzepte (Teil a) Frage (1:1 wort für wort): Ab Mitte des 20. (zwanzigsten) Jahrhunderts vollzog sich eine Neuausrichtung von Public Health (Öffentlicher Gesundheit).
a) Arbeiten Sie den Unterschied zwischen Old (Altem) und New (Neuem) Public Health (Öffentlicher Gesundheit) anhand der Adressaten und der relevanten Themengebiete heraus.
Adressaten: Adressaten von Old Public Health waren gesundheitlich unterversorgte und sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Im Gegensatz dazu richtet sich New Public Health an die gesamte Bevölkerung.
Fach- bzw. Themengebiete: Mit Old Public Health wurde ein hygienebezogener Ansatz verfolgt, der auf den Fachgebieten Sozialmedizin, Umwelthygiene und Epidemiologie basierte. New Public Health zielt auf die medizinische und psychosoziale Versorgung und beinhaltet neben den Themengebieten Umwelt- und Sozialhygiene auch Gesundheitssystem- und Versorgungsforschung sowie Prävention.
Einführung in das Gesundheitssystem und die Gesundheitswissenschaft Gesundheitskonzepte
Nennen und erläutern Sie ein Beispiel für New Public Health (Neue Öffentliche Gesundheit) in Deutschland.
Als Beispiele für New Public Health in Deutschland gelten die AIDS-Prävention (Prävention des Erworbenen Immundefizienzsyndroms) und die betriebliche Gesundheitsförderung.
(Hinweis: In der Korrekturrichtlinie sind beide Beispiele voll ausgeführt, eines davon ist in der Prüfung zu erläutern) :
AIDS-Prävention: Die Strategie zur verhältnisgestützten Verhaltensmodifikation führte zur dauerhaften Umstellung auf Risikovermeidung (safer sex / geschützterer Sex) bei großen Teilen der betroffenen Gruppen. Sie beinhaltet die Respektierung der Lebensweise der Zielgruppen, eine persönliche Beratung und Kommunikation und eine dauerhafte Aufklärung über Gesundheitsgefährdungen und Verhaltensmöglichkeiten.
Betriebliche Gesundheitsförderung: Die gesetzlichen Krankenkassen leisteten mit Unterstützung von Public Health Professionals (Fachkräften der Öffentlichen Gesundheit) Pionierarbeit für die Umsetzung der betrieblichen Gesundheitsförderung. In den Betrieben wurden Möglichkeiten der Risikosenkung und Ressourcenstärkung in Arbeits-, Betriebsabläufen und im Sozialklima ermittelt und umgesetzt. Gesundheitszirkel etablierten sich als Instrument der betrieblichen Gesundheitsförderung. In den Gesundheitszirkeln sind die Belegschaft, die Personalvertretung und das Management vertreten.
Die AIDS-Prävention ist ein Beispiel für New Public Health in Deutschland.
Die Strategie einer verhältnisgestützten Verhaltensmodifikation führte bei großen Teilen der betroffenen Gruppen zu einer dauerhaften Umstellung auf Risikovermeidung, zum Beispiel durch Safer Sex bzw. geschützten Sex.
Dabei werden die Lebensweisen der Zielgruppen respektiert.
Zur Prävention gehören außerdem persönliche Beratung und Kommunikation sowie eine dauerhafte Aufklärung über Gesundheitsgefährdungen und Verhaltensmöglichkeiten.
Alternativ gilt auch die betriebliche Gesundheitsförderung als Beispiel für New Public Health.
Dabei werden in Betrieben Möglichkeiten zur Risikosenkung und Ressourcenstärkung in Arbeitsabläufen, Betriebsabläufen und im Sozialklima ermittelt und umgesetzt.
Ein wichtiges Instrument sind Gesundheitszirkel, in denen Belegschaft, Personalvertretung und Management vertreten sind.
New Public Health verhindert Krankheit, bevor sie behandelt werden muss.
Für die AIDS-Prävention:
Respektieren – beraten – aufklären – Risiko vermeiden.
Merke dir R-B-A-R:
R = Lebensweise respektieren B = beraten A = aufklären R = Risiko reduzieren
Als Bild im Kopf:
🧑🤝🧑 Menschen respektieren 💬 mit ihnen sprechen 📚 sie aufklären 🛡️ dadurch Risiken vermeiden
Und für die Prüfung würde ich wirklich nur AIDS-Prävention lernen. Die betriebliche Gesundheitsförderung kannst du als zweites Beispiel im Hinterkopf behalten, aber du musst dir nicht beide langen Erklärungen in den Kopf prügeln.
Einflussfaktoren auf Gesundheit (
(Hinweis: Die Richtlinie führt vier mögliche Belastungsarten auf, von denen drei gefordert sind):
Gesundheitssystem und die Gesundheitswissenschaft
Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie, welchen Einfluss die folgenden Faktoren auf die Gesundheit von Frau Meier ausüben. (Fallbeispiel siehe Karteikarte 1)
Soziale Beziehungen und soziale Unterstützung
Dass Frau Meier allein und ohne soziale Kontakte lebt, wirkt sich negativ auf ihre Gesundheit aus. Anhand von Studien konnten sowohl der Zusammenhang zwischen sozialer Integration und niedrigen Mortalitätsraten (Sterberaten) als auch die positive Wirkung von sozialen Interaktionen auf das psychische Wohlbefinden und die körperliche Gesundheit nachgewiesen werden.
Frau Meier lebt allein und ohne soziale Kontakte. Dies wirkt sich negativ auf ihre Gesundheit aus.
Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen sozialer Integration und niedrigen Mortalitätsraten.
Außerdem wirken sich soziale Interaktionen positiv auf das psychische Wohlbefinden und die körperliche Gesundheit aus.
Da Frau Meier ihre Kontakte zu Familie und Freunden abgebrochen hat, fehlen ihr soziale Integration und soziale Unterstützung.
Dadurch können sich ihre gesundheitlichen Belastungen zusätzlich verstärken.
Soziale Kontakte schützen – soziale Isolation belastet.
Mehr soziale Integration = besseres Wohlbefinden und geringeres Sterberisiko.
Merke dir S-I-G:
S = soziale Stütze I = soziale Integration G = bessere Gesundheit
Und für Frau Meier:
Allein = Belastung, eingebunden = Schutz.
Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie, welchen Einfluss die folgenden Faktoren auf die Gesundheit von Frau Meier ausüben. Einkommen
Die schlechte ökonomische Lebenslage wirkt sich negativ auf die Gesundheit von Frau Meier aus. Die sozio-epidemiologische Forschung konnte die Zusammenhänge belegen zwischen Einkommen und Lebenserwartung (je geringer das Einkommen, desto höher das Mortalitätsrisiko / Sterberisiko), zwischen Einkommen und Gesundheitszustand (je geringer das Einkommen, desto schlechter die Gesundheit und desto häufiger chronische Erkrankungen), zwischen Einkommen und Gesundheitsverhalten (je geringer das Einkommen, desto ungünstiger das Rauch- und Bewegungsverhalten).
Die schlechte ökonomische Lebenslage wirkt sich negativ auf die Gesundheit von Frau Meier aus.
Die sozioepidemiologische Forschung belegt Zusammenhänge zwischen:
Einkommen und Lebenserwartung:
Je geringer das Einkommen, desto höher ist das Mortalitäts- bzw. Sterberisiko.
Einkommen und Gesundheitszustand:
Je geringer das Einkommen, desto schlechter ist die Gesundheit und desto häufiger treten chronische Erkrankungen auf.
Einkommen und Gesundheitsverhalten:
Je geringer das Einkommen, desto ungünstiger ist häufig das Rauch- und Bewegungsverhalten.
Bei Frau Meier zeigen sich diese Belastungen unter anderem durch ihre finanziell eingeschränkte Lebenssituation, ihre körperlichen Beschwerden sowie Alkohol- und Zigarettenkonsum.
Wenig Einkommen – mehr Belastung, schlechtere Gesundheit, höheres Risiko.
Noch prüfungsnäher:
Je geringer das Einkommen, desto ungünstiger sind durchschnittlich Lebenserwartung, Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten.
Merke dir die 3 L/Gs des Einkommens:
💶 Einkommen wirkt auf
L = Lebenserwartung
G = Gesundheitszustand
G = Gesundheitsverhalten
Oder als Bild im Kopf:
Der Geldbeutel wird kleiner → drei Dinge verschlechtern sich:
💶 ↓ → ❤️ Gesundheit ↓
💶 ↓ → ⏳ Lebenserwartung ↓
💶 ↓ → 🚬 Gesundheitsverhalten ungünstiger
Der wichtigste Prüfungssatz ist deshalb:
„Je geringer das Einkommen, desto höher das Sterberisiko, desto schlechter die Gesundheit und desto ungünstiger häufig das Gesundheitsverhalten.“
Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie, welchen Einfluss die folgenden Faktoren auf die Gesundheit von Frau Meier ausüben. Wohnbedingungen
Frau Meier lebt in einem sozialen Brennpunkt. Die Wohnbedingungen haben einen bedeutenden Einfluss auf das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden und damit auf die Gesundheit. Auch wenn die psychisch belastenden Effekte einer unbefriedigenden Wohnsituation nur schwer quantifizierbar sind, spielen sie dennoch eine wichtige Rolle.
Frau Meier lebt in einem sozialen Brennpunkt.
Die Wohnbedingungen haben einen bedeutenden Einfluss auf das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden und damit auf die Gesundheit.
Eine unbefriedigende Wohnsituation kann psychisch belastend wirken.
Auch wenn diese psychischen Belastungen nur schwer quantifizierbar sind, spielen sie dennoch eine wichtige Rolle für die Gesundheit.
Wie wir wohnen, beeinflusst wie wir uns körperlich, psychisch und sozial fühlen.
Merke dir bei Wohnbedingungen:
W = Wohlbefinden in 3 Bereichen
Wohnung → KPS → Gesundheit
Oder noch einfacher:
Schlecht wohnen = mehr Belastung. Gut wohnen = mehr Wohlbefinden.
Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie, welchen Einfluss die folgenden Faktoren auf die Gesundheit von Frau Meier ausüben. Individueller Lebensstil (Gesundheitsverhalten)
Frau Meier ist durch ihre Arbeit körperlich sehr beansprucht und geht völlig erschöpft in den Feierabend. Für ihre Regeneration und gesundheitsförderliche Erholung tut sie in ihrer Freizeit nichts. Ihr regelmäßiger Konsum von Alkohol und Nikotin und ihr Bewegungsmangel schaden ihrer Gesundheit. Außerdem geht Frau Meier nicht ihren gesundheitlichen Beschwerden nach. Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass sich das Gesundheitsverhalten in erheblichem Maße auf die Gesundheit auswirkt.
Frau Meier ist durch ihre Arbeit körperlich stark beansprucht und geht völlig erschöpft in den Feierabend.
Für ihre Regeneration und gesundheitsförderliche Erholung tut sie in ihrer Freizeit nichts.
Ihr regelmäßiger Konsum von Alkohol und Nikotin sowie ihr Bewegungsmangel schaden ihrer Gesundheit.
Außerdem geht Frau Meier ihren gesundheitlichen Beschwerden nicht nach.
Forschungsergebnisse zeigen, dass sich das Gesundheitsverhalten in erheblichem Maße auf die Gesundheit auswirkt.
Belastung + keine Erholung + Alkohol + Nikotin + Bewegungsmangel + Beschwerden ignorieren = gesundheitliches Risiko.
Merke dir bei Frau Meier:
A – N – B – A
Alkohol Nikotin Bewegungsmangel Arztbesuch vermeiden
👉 „ANBA“ belastet Frau Meiers Gesundheit.
Und dazu der wichtigste Gedanke:
Arbeit erschöpft – Freizeit erholt nicht.
Einführung in das Gesundheitssystem und die Gesundheitswissenschaft****
Grundzüge: Als berufliche Gratifikationskrise wird das Missverhältnis zwischen (hoher) erbrachter Arbeitsleistung und (vergleichsweise niedriger) erhaltener Belohnung bezeichnet.
Beispiele für Gratifikationen: Einkommen, Arbeitsplatzsicherheit, Anerkennung/Wertschätzung, beruflicher Status.
Arbeiten Sie anhand der folgenden Abbildung folgende Zusammenhänge heraus und stellen Sie dabei auch die Richtung des Zusammenhangs bezüglich der Höhe der Arbeitsbelastung und der „Höhe" der beruflichen Stellung (hier „Berufsposition") dar:
Zusammenhang zwischen beruflicher Stellung, Höhe der Arbeitsbelastung und Gratifikationskrise
Zusammenhang zwischen beruflicher Stellung, Höhe der Arbeitsbelastung und geringer Kontrolle in der beruflichen Tätigkeit.
Zusammenhang zwischen beruflicher Stellung, Höhe der Arbeitsbelastung und Gratifikationskrise: Je niedriger die berufliche Stellung ist, desto höher ist die Arbeitsbelastung und desto häufiger treten Gratifikationskrisen auf. Oder: Je höher die berufliche Stellung ist, desto geringer ist die Arbeitsbelastung und desto seltener treten Gratifikationskrisen auf.
Zusammenhang zwischen beruflicher Stellung, Höhe der Arbeitsbelastung und geringer Kontrolle in der beruflichen Tätigkeit: Je niedriger die berufliche Stellung ist, desto höher ist die Arbeitsbelastung und desto häufiger wird geringe Kontrolle (Kontrollmöglichkeiten) erlebt. Oder: Je höher die berufliche Stellung ist, desto geringer ist die Arbeitsbelastung und desto seltener wird geringe Kontrolle (Kontrollmöglichkeiten) erlebt.
Berufliche Stellung – Arbeitsbelastung – Gratifikationskrise
Je niedriger die berufliche Stellung ist, desto höher ist die Arbeitsbelastung und desto häufiger treten Gratifikationskrisen auf.
Oder:
Je höher die berufliche Stellung ist, desto geringer ist die Arbeitsbelastung und desto seltener treten Gratifikationskrisen auf.
Berufliche Stellung – Arbeitsbelastung – geringe Kontrolle
Je niedriger die berufliche Stellung ist, desto höher ist die Arbeitsbelastung und desto häufiger wird geringe Kontrolle bzw. geringe Kontrollmöglichkeit in der beruflichen Tätigkeit erlebt.
Je höher die berufliche Stellung ist, desto geringer ist die Arbeitsbelastung und desto seltener wird geringe Kontrolle erlebt.
Je niedriger die Berufsposition, desto mehr Belastung, mehr Gratifikationskrisen und weniger Kontrolle.
Umgekehrt:
Je höher die Berufsposition, desto weniger Belastung, weniger Gratifikationskrisen und mehr Kontrolle.
Niedrig = B – G – K
Belastung ↑
Gratifikationskrisen ↑
Kontrolle ↓
„Unten: Belastung und Krise hoch – Kontrolle runter.“
Und für oben genau umgekehrt:
„Oben: Belastung und Krise runter – Kontrolle hoch.“
Das ist für diese Karte eigentlich die wichtigste Logik. Wenn du in der Prüfung die Richtung sicher kannst, hast du schon fast die ganze Antwort.
Gesundheitsförderung und Prävention
In der Prävention werden die drei Arten Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention unterschieden.
Definieren Sie zwei der genannten Präventionsbereiche und geben Sie jeweils ein Beispiel.
(Hinweis: In der Korrekturrichtlinie sind alle drei Ebenen definiert, zwei davon sind gefordert):
Primärprävention: zielt auf eine Vermeidung von Krankheitsursachen bei einem gesunden Menschen. Beispiel:Mach's-mit-Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Prävention von sexuell übertragbaren Erkrankungen.
Sekundärprävention: zielt auf eine Reduzierung von Risikofaktoren im Frühstadium einer Krankheit, um Krankheitsauslöser zu korrigieren. Beispiel: Eltern-Kind-Kuren zur Ressourcenstärkung in der Familie.
Tertiärprävention: zielt bei einer Erkrankung auf die Stabilisierung der gesundheitlichen Lage im Hinblick auf Folgeerkrankungen. Beispiel: Raucherentwöhnung zur Verhinderung von erneuten Herzinfarkten.
Primärprävention: Zielt auf die Vermeidung von Krankheitsursachen bei einem gesunden Menschen.
Beispiel: „Mach’s-mit“-Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Prävention sexuell übertragbarer Erkrankungen.
Sekundärprävention: Zielt auf die Reduzierung von Risikofaktoren im Frühstadium einer Krankheit, um Krankheitsauslöser zu korrigieren.
Beispiel: Eltern-Kind-Kuren zur Ressourcenstärkung in der Familie.
Tertiärprävention: Zielt bei einer bereits bestehenden Erkrankung auf die Stabilisierung der gesundheitlichen Lage und die Verhinderung von Folgeerkrankungen.
Beispiel: Raucherentwöhnung zur Verhinderung eines erneuten Herzinfarkts.
Primär verhindert – Sekundär erkennt und bremst – Tertiär verhindert Folgen.
Vorher – früh – danach.
Stell dir eine Krankheit wie ein Feuer vor:
🔥 Primär: Das Feuer soll gar nicht erst entstehen. → verhindern
🔥 Sekundär: Es glimmt schon – jetzt schnell eingreifen. → früh erkennen und bremsen
🔥 Tertiär: Es hat bereits gebrannt – jetzt weitere Schäden verhindern. → Folgen und Rückfälle vermeiden
Superkurz zum Auswendiglernen
P – S – T
P = Prävention vor Krankheit S = Start der Krankheit bremsen T = Trotz Krankheit Folgen verhindern
Fallbeispiel zu den
Maria ist achtzehn Jahre alt, lebt als Einzelkind mit ihren Eltern und geht noch zur Schule. Sie ist ein sehr lebenslustiger und kontaktfreudiger Teenager. Mit vierzehn Jahren ist Maria an Leukämie erkrankt und hat seitdem wiederholt längere Aufenthalte in verschiedenen Kliniken verbracht. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich immer wieder bedrohlich. Beide Eltern von Maria sind verbeamtet im Lehrerberuf tätig. Sie haben mit Krankheitsbeginn vor vier Jahren abwechselnd ihre Arbeitszeit reduziert, um Maria betreuen zu können und um in Zusammenarbeit mit ihrer Schule durch ein individuelles Homeschooling die weitere Schullaufbahn und den nun bevorstehenden Schulabschluss zu ermöglichen. Die Großeltern von Maria unterstützen die Familie in der Alltagsbewältigung und in finanziellen Angelegenheiten.
Gerade befindet sich Maria wieder seit zwei Wochen in der Klinik, weil sie infolge einer Infektion mit dem Corona-Virus Corona Virus Disease 2019 beatmungspflichtig geworden war. Es ist sehr belastend für sie, dass sie nur sehr eingeschränkt Besuch empfangen und dann auch nicht im direkten Kontakt sein darf. Andererseits hat Maria aufgrund bisheriger Erfahrungen großes Vertrauen in das Pflege- und ärztliche Personal. Sie gilt auf der Station als Sonnenschein und ihr gutes Verhältnis zu allen hilft ihr über die schweren Tage hinweg.
Sobald Maria wach und nicht mehr beatmet war, wollte sie in den Behandlungsprozess einbezogen werden und möglichst viel eigenständig tun. Sie hat einen starken Willen und gibt die Hoffnung nicht auf, wieder gesund zu werden. An schlechten Tagen ringt Maria bei körperlicher Anstrengung noch schnell nach Luft und ist dann wütend auf ihre Erkrankung. Aber meist ist Maria trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen zufrieden und kann auch immer wieder über sich selber lachen.
Außerdem träumt Maria schon lange davon, nach dem Schulabschluss den Führerschein zu machen, musste das aber immer wieder hinten anstellen. Jetzt recherchiert sie gerade, ob sie die theoretische Ausbildung und Prüfung dafür nicht irgendwo online machen kann. Dann könnte sie vielleicht schon bald damit beginnen, wenn die guten Tage wieder überwiegen. Ihre Eltern und Großeltern und auch ihre zwei besten Freundinnen unterstützen und bestärken sie in diesem Vorhaben und sind auch in allen anderen Belangen für sie da.
Beziehen Sie sich auf das Fallbeispiel. Interpretieren Sie den Gesundheitszustand von Maria aus jeder der drei von Göckenjahn beschriebenen Perspektiven zur Betrachtung und Deutung von Gesundheit. (Hinweis: Siehe Karteikarte 1 für den Text des Fallbeispiels)
Gesundheit als Abgrenzungskonzept: Maria ist vor vier Jahren an einer lebensbedrohlichen Erkrankung mit chronischem Verlauf erkrankt. Immer wieder hat sie krankheitsbedingte Krisen erlebt und war gerade im Zuge einer Infektion mit dem Coronavirus Corona Virus Disease 2019 beatmungspflichtig geworden. Aus der Perspektive „Gesundheit als Abgrenzungskonzept" ist Maria chronisch krank.
Gesundheit als Funktionsaussage: Maria ist einerseits aufgrund ihrer chronischen Erkrankung und den damit einhergehenden Symptomen in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt und auf Unterstützung angewiesen. Andererseits hat sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten immer wieder aktiv zur Krankheitsbewältigung beigetragen und sowohl ihre Schulbildung verfolgt als auch Zukunftspläne geschmiedet. Im Sinne der Perspektive „Gesundheit als Funktionsaussage" ist Maria nicht eindeutig krank oder eindeutig gesund.
Gesundheit als Wertaussage: Maria nimmt trotz ihrer Erkrankung nach ihren Möglichkeiten am Leben teil. Sie möchte die Schule beenden und den Führerschein machen. Trotz ihrer lebensbedrohlichen Erkrankung und häufiger gesundheitlicher Krisen arbeitet sie auf beides hin und erlebt Zufriedenheit. Die Perspektive „Gesundheit als Wertaussage" legt nahe, dass sie sowohl über kranke als auch über gesunde Anteile verfügt.
Maria ist seit vier Jahren an einer lebensbedrohlichen Erkrankung mit chronischem Verlauf erkrankt. Immer wieder erlebt sie krankheitsbedingte Krisen und wurde im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion beatmungspflichtig.
Aus der Perspektive „Gesundheit als Abgrenzungskonzept“ ist Maria chronisch krank.
Maria ist aufgrund ihrer chronischen Erkrankung und der damit verbundenen Symptome in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt und auf Unterstützung angewiesen.
Andererseits trägt sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv zur Krankheitsbewältigung bei, verfolgt ihre Schulausbildung und entwickelt Zukunftspläne.
Im Sinne der Perspektive „Gesundheit als Funktionsaussage“ ist Maria nicht eindeutig krank oder eindeutig gesund.
Maria nimmt trotz ihrer Erkrankung nach ihren Möglichkeiten am Leben teil. Sie möchte die Schule beenden und den Führerschein machen.
Trotz ihrer lebensbedrohlichen Erkrankung und wiederkehrender gesundheitlicher Krisen verfolgt sie ihre Ziele und erlebt Zufriedenheit.
Die Perspektive „Gesundheit als Wertaussage“ legt nahe, dass Maria sowohl über kranke als auch über gesunde Anteile verfügt.
Abgrenzung fragt nach der Krankheit – Funktion nach dem Können – Wert nach dem Erleben.
Bei Maria:
krank – trotzdem handlungsfähig – trotzdem Lebensqualität.
Denk bei den drei Perspektiven an:
A = Arzt → Was ist diagnostiziert? → Maria hat Leukämie → krank
F = Funktionieren → Was kann sie trotz Krankheit noch? → Schule, Behandlung, Zukunftspläne → nicht eindeutig krank oder gesund
W = Wohlbefinden → Wie erlebt sie ihr Leben? → zufrieden, Hoffnung, Freunde, Familie → gesunde und kranke Anteile
Ultrakurz
Arzt – Funktion – Wohlbefinden
= Krankheit – Können – Lebensgefühl
Das ist bei dieser Aufgabe eigentlich der ganze Schlüssel.
Benennen Sie die vier Formen der sozialen Unterstützung und geben Sie je ein Beispiel.
Emotionale Unterstützung: Wertschätzung, Akzeptanz
Instrumentelle Unterstützung: konkrete Hilfe, materielle Hilfe
Informationelle Unterstützung: Bereitstellung von Informationen
Evaluative Unterstützung: Angebote zur Situationsbewertung, Entscheidungsfindung, Problemlösung
Beziehen Sie sich auf das Fallbeispiel und überlegen Sie sich anhand der Fallbeschreibung, welche Formen der sozialen Unterstützung Maria erlebt. Erläutern Sie anhand von zwei Formen der sozialen Unterstützung Ihre Überlegungen. (Hinweis: Siehe Karteikarte 1 für den Text des Fallbeispiels)
(Hinweis: Die Richtlinie führt zwei exemplarische Erläuterungen auf, die voll zu werten sind)
Emotionale Unterstützung: Maria ist in gutem Kontakt mit ihren Eltern, Großeltern und mit ihren Freundinnen. Sie wird von dem genannten Personenkreis in ihrem Alltag und ihren persönlichen Vorhaben und Wünschen unterstützt. Im Krankenhaus hat Maria auch zum Personal einen guten Kontakt und Vertrauen, was unter den Bedingungen der Kontaktbeschränkung umso bedeutsamer für den Genesungsprozess ist.
Instrumentelle Unterstützung: Maria erlebt vor allem durch ihre Eltern Unterstützung in der Alltagsbewältigung und durch das Homeschooling. Aber auch die Großeltern helfen mit und unterstützen die Familie finanziell. Maria wird auch durch das Pflege- und ärztliche Personal in ihrer Krankheitsbewältigung unterstützt.
a) Definieren Sie den Begriff der sozialen Ungleichheit.
b) Benennen Sie vier Basisdimensionen sozialer Ungleichheit.
a): Soziale Ungleichheit liegt dann vor, wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung in sozialen Beziehungsgefügen von den wertvollen Gütern einer Gesellschaft regelmäßig mehr als andere erhalten, wenn also als wertvoll geltende Güter nicht absolut gleich verteilt sind.
b): Als Basisdimensionen sozialer Ungleichheit gelten: Wissen, materieller Wohlstand, Macht und Prestige.
Erläutern Sie, was unter vertikaler und horizontaler sozialer Ungleichheit zu verstehen ist.
In einem der aktuellen Erklärungsansätze in der Ungleichheitsforschung wird „Gesundheit als soziales Produkt" diskutiert, das sowohl von der Verteilung materieller und sozialer Ressourcen als auch vom psychosozialen Stressniveau abhängig ist. Es wird angenommen, dass ein hoher Grad der Ungleichheit mit einer ungerechten Ressourcenverteilung (zum Beispiel Einkommens- und Bildungschancen) einhergeht.
Begründen Sie anhand des Fallbeispiels, inwiefern Maria diesbezüglich als privilegiert gelten kann. (Hinweis: Siehe Karteikarte 1 für den Text des Fallbeispiels)
Marias Eltern haben mit Krankheitsbeginn vor vier Jahren abwechselnd ihre Arbeitszeit reduziert, um Maria betreuen und schulisch unterstützen zu können. Dabei können sie sich aufgrund ihres Beamtenstatus auf ein sicheres Arbeitsverhältnis stützen und werden finanziell durch die Großeltern entlastet. Beide Eltern sind im Lehrerberuf tätig und können Maria deshalb sehr qualifiziert und zielgerichtet in ihrer Schullaufbahn unterstützen.
Gesundheit als soziales Produkt ist von der Verteilung materieller und sozialer Ressourcen sowie vom psychosozialen Stressniveau abhängig.
Maria kann diesbezüglich als privilegiert gelten.
Ihre Eltern haben mit Krankheitsbeginn vor vier Jahren abwechselnd ihre Arbeitszeit reduziert, um Maria betreuen und schulisch unterstützen zu können.
Dabei können sie sich aufgrund ihres Beamtenstatus auf ein sicheres Arbeitsverhältnis stützen und werden zusätzlich finanziell durch die Großeltern entlastet.
Beide Eltern sind im Lehrerberuf tätig und können Maria deshalb qualifiziert und zielgerichtet bei ihrer Schullaufbahn unterstützen.
Maria verfügt somit über günstige materielle, soziale und bildungsbezogene Ressourcen, die ihre Krankheitsbewältigung unterstützen und psychosoziale Belastungen verringern können.
Gesundheit ist auch sozial: Geld, Bildung und Unterstützung beeinflussen Gesundheitschancen.
sichere Eltern + finanzielle Hilfe + Bildungsunterstützung + soziale Unterstützung = günstige Ressourcen.
Denk an Marias 4 S:
S – Sicherer Beruf der Eltern → Beamtenstatus
S – Soziale Unterstützung → Eltern, Großeltern, Freundinnen
S – Schulische Unterstützung → Eltern sind Lehrer, Homeschooling
S – Sicherheit durch finanzielle Ressourcen → Eltern + Unterstützung der Großeltern
Ganz kurz fürs Abrufen:
Sicher – sozial – Schule – Geld
→ deshalb ist Maria sozial vergleichsweise privilegiert, obwohl sie schwer erkrankt ist.
Im Zuge der Corona Pandemie wird sich die soziale Ungleichheit in Deutschland vermutlich noch verschärfen. Führen Sie aus, inwiefern der Kontrahierungszwang in diesem Zusammenhang bedeutsam ist.
Im Zuge der Corona Pandemie sind viele Menschen von Kurzarbeit oder Kündigung betroffen. Mit dieser Veränderung ihrer Einkommenssituation werden die betroffenen Menschen aus der Perspektive der Krankenkassen zu „unattraktiven" Mitgliedern, die sie ohne Kontrahierungszwang nicht freiwillig aufnehmen würden.
Damit würde vermutlich zusätzlich auch die Dunkelziffer der Menschen ohne Krankenversicherung noch weiter ansteigen und sich die gesundheitliche Versorgung von Menschen in sozial benachteiligten Lebenslagen weiter verschlechtern.
Im Zuge der Corona-Pandemie waren viele Menschen von Kurzarbeit oder Kündigung betroffen. Dadurch veränderte und verschlechterte sich teilweise ihre Einkommenssituation.
Aus Sicht der Krankenkassen können diese Menschen zu wirtschaftlich „unattraktiveren“ Mitgliedern werden.
Der Kontrahierungszwang verhindert, dass Krankenkassen solche Mitglieder einfach ablehnen oder nur besonders attraktive Versicherte auswählen.
Damit trägt der Kontrahierungszwang dazu bei, dass auch Menschen in sozial benachteiligten Lebenslagen Zugang zur Krankenversicherung und gesundheitlichen Versorgung behalten.
Ohne einen solchen Schutz könnte sich die soziale und gesundheitliche Ungleichheit weiter verschärfen.
Kontrahierungszwang heißt: Die Krankenkasse darf sich nicht nur die „guten Risiken“ aussuchen.
Wenig Einkommen = kein Grund zur Ablehnung.
Denk bei KONTRAHIERUNGSZWANG an:
„Kasse MUSS kontrahieren.“
K = Kasse M = muss A = aufnehmen
👉 KMA: Kasse muss aufnehmen.
Und für den ganzen Zusammenhang:
Corona → weniger Einkommen → weniger attraktiv → Kontrahierungszwang schützt.
Impfungen gegen Kinderkrankheiten oder spezifische Erkrankungen im Erwachsenenalter gehören zu den Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge. Gegenwärtig wird eine künftige Impfpflicht gegen das Coronavirus Corona Virus Disease 2019 diskutiert.
Legen Sie Ihre persönliche Position zu einer Impfpflicht gegen Corona Virus Disease 2019 dar. Überlegen Sie, welche Argumente dafür und welche Argumente dagegen sprechen könnten.
Argumente, die für eine Impfpflicht gegen Corona Virus Disease 2019 sprechen: Impfungen stellen eine wirksame Maßnahme dar, um einen guten allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung zu erhalten und damit das Gesundheitssystem zu entlasten. Beide Aspekte sind durch die Corona Pandemie gefährdet und könnten durch eine Impfung positiv beeinflusst werden.
Argumente, die gegen eine Impfpflicht gegen Corona Virus Disease 2019 sprechen: Gegen eine Impfpflicht spricht beispielsweise, dass eine medizinische Behandlung das Einverständnis der zu behandelnden Person voraussetzt. Dagegen könnte auch sprechen, dass jede medizinische Behandlung grundsätzlich eine individuell abgestimmte Therapie sein sollte. Beides wäre im Rahmen einer Impfpflicht nicht gegeben.
Lernstoff (nah am Originaltext)
Argumente, die für eine Impfpflicht gegen Corona Virus Disease 2019 sprechen:
Impfungen stellen eine wirksame Maßnahme dar, um einen guten allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung zu erhalten.
Sie dienen dazu, das Gesundheitssystem zu entlasten.
Beide Aspekte sind durch die Corona-Pandemie gefährdet und könnten durch eine Impfung positiv beeinflusst werden.
Argumente, die gegen eine Impfpflicht gegen Corona Virus Disease 2019 sprechen:
Eine medizinische Behandlung setzt grundsätzlich das Einverständnis der zu behandelnden Person voraus.
Jede medizinische Behandlung sollte grundsätzlich eine individuell abgestimmte Therapie sein.
Beide Voraussetzungen wären im Rahmen einer Impfpflicht nicht gegeben.
PRO Impfpflicht: Schutz der Bevölkerungsgesundheit und Entlastung des Gesundheitssystems.
CONTRA Impfpflicht: Fehlendes Einverständnis und fehlende individuelle Abstimmung.
Merke dir die beiden Kernpaare mit der Formel „GE vs. EI“:
PRO = GE
Gesundheit der Bevölkerung
Entlastung des Gesundheitssystems
CONTRA = EI
Einverständnis fehlt
Individualität fehlt
Martin Fröhlich ist 22 Jahre alt und fliegt seit einigen Jahren jeden Sommer mit seinen Kumpels nach Mallorca. Darauf will er auch in diesem Jahr ungeachtet der Berichterstattung und der aktuellen Reisewarnungen bezüglich der Corona-Pandemie nicht verzichten.
Altklausur Einführung in das Gesundheitssystem und die Gesundheitswissenschaft****
Laien entwickeln unterschiedliche subjektive Gesundheitstheorien. Diese lassen sich in allgemeine Typen von subjektiven Gesundheitstheorien unterteilen.
Benennen Sie die vier allgemeinen Typen von subjektiven Gesundheitstheorien und beschreiben Sie zwei dieser Theorien.
(Hinweis: Die Richtlinie führt alle vier Typen vollständig auf, zwei Beschreibungen waren gefordert)
Risikotheorien: Gesundheit wird durch bestimmte Risiken und Belastungen gefährdet. Diese Risiken können als extern (zum Beispiel Schadstoffe in der Umwelt) angesehen oder dem eigenen Verhalten (zum Beispiel Mangel an Bewegung) zugeschrieben werden. Während bei externen Risiken eine personale Kontrolle als nur schwer möglich angesehen wird, ist diese bei verhaltensbedingten Risiken zumindest prinzipiell möglich.
Ressourcentheorien: Gesundheit wird durch den großen Einfluss der Verfügbarkeit von externen (zum Beispiel vertrauensvolle soziale Beziehungen) und internen Ressourcen (zum Beispiel robuste Konstitution) mitbestimmt. Durch eine Schwächung dieser Ressourcen wird auch die Gesundheit gefährdet.
Ausgleichs- und Balancetheorien: Gesundheit wird zwar durch bestimmte Risiken gefährdet, diese können aber ausgeglichen und kompensiert werden. Es wird ein Wechselspiel zwischen Risiko- und Schutzfaktoren angenommen. Als Kompensationsmöglichkeiten (zum Beispiel bei einer belastenden beruflichen Tätigkeit) werden unter anderem viel Ruhe und Entspannung in der Freizeit genannt. Diese Theorien nehmen an, dass jeder Mensch über ein optimales Gleichgewicht zwischen diesen Kräften verfügt, sie aber auch erkennen muss. Das Gleichgewicht zwischen diesen Kräften wird als labil angesehen, da es durch Anforderungen von außen und innen immer wieder gefährdet wird. Eine personale Kontrolle ist auf allen Ebenen möglich. Im Vordergrund stehen die positive Gestaltung von sozialen Beziehungen und die innere Zufriedenheit.
Die vier allgemeinen Typen subjektiver Gesundheitstheorien:
Risikotheorien:
Gesundheit wird durch bestimmte Risiken und Belastungen gefährdet.
Diese Risiken können als extern (zum Beispiel Schadstoffe in der Umwelt) angesehen oder dem eigenen Verhalten (zum Beispiel Mangel an Bewegung) zugeschrieben werden.
Während bei externen Risiken eine personale Kontrolle als nur schwer möglich angesehen wird, ist diese bei verhaltensbedingten Risiken zumindest prinzipiell möglich.
Ressourcentheorien:
Gesundheit wird durch den großen Einfluss der Verfügbarkeit von externen (zum Beispiel vertrauensvolle soziale Beziehungen) und internen Ressourcen (zum Beispiel robuste Konstitution) mitbestimmt.
Durch eine Schwächung dieser Ressourcen wird auch die Gesundheit gefährdet.
Ausgleichs- und Balancetheorien:
Gesundheit wird zwar durch bestimmte Risiken gefährdet, diese können aber ausgeglichen und kompensiert werden.
Es wird ein Wechselspiel zwischen Risiko- und Schutzfaktoren angenommen.
Als Kompensationsmöglichkeiten (zum Beispiel bei einer belastenden beruflichen Tätigkeit) werden unter anderem viel Ruhe und Entspannung in der Freizeit genannt.
Diese Theorien nehmen an, dass jeder Mensch über ein optimales Gleichgewicht zwischen diesen Kräften verfügt, sie aber auch erkennen muss.
Das Gleichgewicht zwischen diesen Kräften wird als labil angesehen, da es durch Anforderungen von außen und innen immer wieder gefährdet wird.
Eine personale Kontrolle ist auf allen Ebenen möglich.
Im Vordergrund stehen die positive Gestaltung von sozialen Beziehungen und die innere Zufriedenheit.
Schicksalstheorien:
Gesundheit geht bei einem schicksalhaften oder altersbedingten Eintritt von Krankheit verloren.
Als Krankheitsursachen werden vorwiegend biologische Alterungsprozesse und schicksalhafte Ereignisse angenommen.
Der personale Einfluss wird als sehr gering eingeschätzt.
Die vier subjektiven Gesundheitstheorien unterscheiden sich nach ihrer Ursachenzuschreibung: Risiken (Gefahren meiden), Ressourcen (Kräfte stärken), Balance (Gleichgewicht austarieren) und Schicksal (Fremdbestimmung akzeptieren).
Merke dir das Akronym „R-A-R-S“ (wie ein seltener Zustand, engl. rare):
R – Risikotheorien (Gefahren von innen & außen)
A – Ausgleichs- und Balancetheorien (Waage zwischen Stress & Ruhe)
R – Ressourcentheorien (Depot an inneren & äußeren Kräften)
S – Schicksalstheorien (Alterung & Schicksal ohne eigene Kontrolle)
Das Modell gesundheitlicher Überzeugungen (siehe Abbildung) wurde entwickelt, um herauszufinden, wie Menschen dazu bewegt werden können, an Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen beziehungsweise ärztliche Empfehlungen zu befolgen. Den Kern des Modells bilden Kosten-Nutzen-Überlegungen, nach denen eine Verhaltensänderung nur stattfindet, wenn der zu erwartende Nutzen die Anstrengungen und Unannehmlichkeiten (Kosten) übersteigt.
Erläutern Sie anhand des Modells gesundheitlicher Überzeugung mögliche Kosten-Nutzen-Überlegungen, die Martin Fröhlichs Gesundheitsverhalten wahrscheinlich zugrunde liegen. Nehmen Sie dabei auf jeden der sieben Modellbausteine entlang der beiden Pfade des Modells Bezug. (Fallbeispiel siehe Karteikarte 1)
Demografische Variablen und sozio-psychologische Variablen: Gesundheitsvorstellungen unterscheiden sich nach Alter und Geschlecht. Männer assoziieren Gesundheit eher mit der Abwesenheit von Krankheit und mit funktionaler Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus zeigen Männer eher ein risikoreiches Gesundheitsverhalten. Insofern erlebt Martin Fröhlich sich aufgrund seines Alters und Geschlecht eher als gesund und ungefährdet.
Pfad „Wahrgenommene Gesundheitsbedrohung":
Wahrgenommene Anfälligkeit und Ernsthaftigkeit: Martin Fröhlich erlebt sich als gesund und ungefährdet. Er nimmt die Pandemie insgesamt eher nicht so ernst und sieht sie für sich selbst als nicht relevant an.
Handlungsanstöße: Auch die Berichterstattung und die Reisewarnungen ändern an seiner Risiko- und „Kostenwahrnehmung" nichts.
Wahrgenommene Gesundheitsbedrohung: Martin Fröhlich nimmt die Pandemie für sich nicht als gesundheitlich bedrohlich wahr.
Pfad „Erwarteter Nutzen":
Wahrgenommener Nutzen und Barrieren: Martin Fröhlich sieht nicht, dass der Verzicht auf die Reise zu seiner Gesunderhaltung beiträgt. Außerdem kommt der Verzicht auf seinen wohlverdienten und gewohnten Urlaub bloß wegen dieser Pandemie für ihn gar nicht in Frage.
Erwarteter Nutzen: Martin Fröhlich zieht den Verzicht auf die Reise nicht in Betracht, weil er seine Gesundheit dadurch gar nicht bedroht sieht und es darum für ihn gar keinen Unterschied macht.
Gesundheitsverhalten: Martin Fröhlich entscheidet sich aufgrund seiner Kosten-Nutzen-Abwägungen gegen eine Verhaltensänderung und zeigt bezogen auf die beschriebene Situation ein riskantes Gesundheitsverhalten.
Demografische Variablen und sozio-psychologische Variablen:
Gesundheitsvorstellungen unterscheiden sich nach Alter und Geschlecht.
Männer assoziieren Gesundheit eher mit der Abwesenheit von Krankheit und mit funktionaler Leistungsfähigkeit.
Darüber hinaus zeigen Männer eher ein risikoreiches Gesundheitsverhalten.
Insofern erlebt Martin Fröhlich sich aufgrund seines Alters und Geschlechts eher als gesund und ungefährdet.
Pfad „Wahrgenommene Gesundheitsbedrohung“:
Handlungsanstöße: Auch die Berichterstattung und die Reisewarnungen ändern an seiner Risiko- und „Kostenwahrnehmung“ nichts.
Pfad „Erwarteter Nutzen“:
Gesundheitsverhalten:
Martin Fröhlich entscheidet sich aufgrund seiner Kosten-Nutzen-Abwägungen gegen eine Verhaltensänderung und zeigt bezogen auf die beschriebene Situation ein riskantes Gesundheitsverhalten.
Das Modell gesundheitlicher Überzeugungen steuert das Verhalten über zwei Pfade: Nur wer eine subjektive Bedrohung (Anfälligkeit/Ernsthaftigkeit) spürt und wessen Nutzen die Kosten übersteigt, ändert sein Verhalten; Martin sieht weder Gefahr noch Nutzen und behält sein Risikoverhalten bei.
Merke dir die Kernstruktur des HBM mit „D-B-N-V“ (Das Bringt Nichts Verändern):
D – Demografie (jung & männlich \rightarrow fühlt sich unbesiegbar)
B – Bedrohung (weder anfällig noch ernst \rightarrow Reisewarnung ignoriert)
N – Nutzen/Kosten (Urlaubsverlust wiegt schwerer als Null-Nutzen)
V – Verhalten (keine Änderung \rightarrow er fliegt nach Mallorca)
Es ist weltweit und auch in Deutschland eine Zunahme von Infektionskrankheiten zu verzeichnen. In pandemischem Ausmaß trifft dies aktuell auf die anhaltende Verbreitung von COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) zu.
Erklären Sie anhand von zwei Aspekten, inwiefern die Globalisierung die aktuelle Pandemie begünstigt.
(Hinweis: Die Richtlinie listet vier mögliche Aspekte auf, zwei waren gefordert)
Der starke Anstieg des Flugverkehrs (Business- und Urlaubsreisen) eröffnet Übertragungswege, indem einerseits Menschen auf engem Raum zusammenkommen und indem andererseits immer mehr Menschen in kurzer Zeit das Virus weitertragen.
Auch im Zuge der Arbeitsmigration kann sich das Virus rasant verbreiten (zum Beispiel Ausnahmeregelungen für Saisonarbeitende, Nichteinhaltung hygienischer Vorschriften aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen).
Der weltweite Populismus trägt mit seiner Wissenschaftsfeindlichkeit (zum Beispiel Verschwörungstheorien, Ablehnung von Impfungen) zur Negierung der Bedrohung durch die Pandemie bei und verhindert damit die Umsetzung wichtiger Maßnahmen zu deren Bekämpfung.
Die sozialen Medien tragen zur gezielten Verbreitung von populistischen Botschaften bei.
Flugverkehr:
Arbeitsmigration:
Weltweiter Populismus:
Soziale Medien:
Globalisierung begünstigt die Pandemie physisch durch rasanten Flugverkehr und prekäre Arbeitsmigration sowie kommunikativ/gesellschaftlich durch populistische Wissenschaftsfeindlichkeit über soziale Medien.
Merke dir das Wort „F-A-P-S“ (wie die globalen Fallen der Pandemie):
F – Flugverkehr (Enge & schnelle weltweite Weiterverbreitung)
A – Arbeitsmigration (Saisonkräfte & schlechte Hygienebedingungen)
P – Populismus (Wissenschaftsfeindlichkeit & Negierung der Bedrohung)
S – Soziale Medien (schnelle Verbreitung von Falschmeldungen/Botschaften)
extdokument zu Aufgabe 3.1 b
Bundesagentur für Arbeit / 03.06.2020 / Presseinfo Nr. 32: „Der Arbeitsmarkt ist wegen der Corona-Pandemie weiterhin stark unter Druck. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind auch im Mai gestiegen, allerdings nicht mehr so stark wie im April. Bei der Beschäftigung sind erste Spuren sichtbar. Die Kurzarbeit hat das Niveau der Krise von 2009 deutlich überschritten. Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern ist weiterhin rückläufig, hat sich aber immerhin gefangen.", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.
(Teil 3.1 a, b)
3.1 a) Erläutern Sie, was unter vertikaler sozialer Ungleichheit zu verstehen ist.
3.1 b) Interpretieren Sie die folgende Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit im Sinne der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die soziale Ungleichheit. (Text der Pressemitteilung siehe Karteikarte 7)
a): Vertikale soziale Ungleichheit wird mithilfe der Indikatoren Bildung, beruflicher Status und Einkommen erfasst, welche eine hierarchische Einordnung der Bevölkerung zulassen.
b): Der Lockdown infolge der Corona-Pandemie hat zu einer deutlichen Verschärfung des Arbeitsmarktes geführt. Die gesunkene Nachfrage zieht in vielen Beschäftigungsbereichen einen Stellenabbau mit der Folge von Entlassungen und Kurzarbeit nach sich. Viele Beschäftigte sehen ihren Arbeitsplatz als bedroht an. Die befristeten staatlichen Maßnahmen (zum Beispiel Kurzarbeitergeld, Soforthilfen für Kleinunternehmen und Freiberufler) können die Einkommenseinbußen der Betroffenen nur bedingt auffangen. Besonders Menschen mit geringen Einkommen werden kaum auf Rücklagen zurückgreifen können. Viele Menschen haben infolge der Corona-Pandemie ihre Beschäftigung verloren oder sind von Existenzunsicherheit bedroht. Dies wird in der Folge zu einer Verschärfung der sozialen Ungleichheit führen.
a) Definition vertikale soziale Ungleichheit:
Vertikale soziale Ungleichheit wird mithilfe der Indikatoren Bildung, beruflicher Status und Einkommen erfasst, welche eine hierarchische Einordnung der Bevölkerung zulassen.
b) Interpretation der Pressemitteilung (Auswirkungen auf die soziale Ungleichheit):
Der Lockdown infolge der Corona-Pandemie hat zu einer deutlichen Verschärfung des Arbeitsmarktes geführt.
Die gesunkene Nachfrage zieht in vielen Beschäftigungsbereichen einen Stellenabbau mit der Folge von Entlassungen und Kurzarbeit nach sich.
Viele Beschäftigte sehen ihren Arbeitsplatz als bedroht an.
Die befristeten staatlichen Maßnahmen (zum Beispiel Kurzarbeitergeld, Soforthilfen für Kleinunternehmen und Freiberufler) können die Einkommenseinbußen der Betroffenen nur bedingt auffangen.
Besonders Menschen mit geringem Einkommen werden kaum auf Rücklagen zurückgreifen können.
Viele Menschen haben infolge der Corona-Pandemie ihre Beschäftigung verloren oder sind von Existenzunsicherheit bedroht.
Dies wird in der Folge zu einer Verschärfung der sozialen Ungleichheit führen.
Vertikale Ungleichheit sortiert nach Bildung, Beruf und Einkommen – durch Krisen wie Lockdowns geraten besonders Geringverdiener ohne Rücklagen in Kurzarbeit und Existenznot, was die soziale Schere vergrößert.
Merke dir die Formel „B-B-E führt zum S-E-K-E-Effekt“:
Die 3 vertikalen Indikatoren:
B – Bildung
B – Beruf (Status)
E – Einkommen
Die Kette der Krisenfolgen:
S – Stellenabbau & Nachfragerückgang
E – Einkommenseinbußen (Hilfen federn nur bedingt ab)
K – Keine Rücklagen bei Geringverdienern
E – Existenzunsicherheit \rightarrow vertikale Ungleichheit verschärft sich
Einführung in das Gesundheitssystem und die Gesundheitswissenschaft zu Aufgabe 3.2 b) Tabelle
Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Versicherte nach Diagnose und Versichertenstatus 2015
Gesamtergebnis:
Insgesamt verzeichnen arbeitslose Männer mit 2343 Tagen signifikant mehr Arbeitsunfähigkeitstage als pflichtversicherte Beschäftigte mit 1711 Tagen (Verhältnis: 137%).
Haupttreiber der Überhang-Morbidität bei Arbeitslosen (Werte weit über 100%):
Krankheiten des Nervensystems: 177 Tage bei Arbeitslosen gegenüber 30 Tagen bei Beschäftigten (Verhältnis: 591%).
Psychische und Verhaltensstörungen: 705 Tage bei Arbeitslosen gegenüber 191 Tagen bei Beschäftigten (Verhältnis: 370%).
Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten: 30 Tage bei Arbeitslosen gegenüber 13 Tagen bei Beschäftigten (Verhältnis: 229%).
Neubildungen: 77 Tage bei Arbeitslosen gegenüber 46 Tagen bei Beschäftigten (Verhältnis: 170%).
Absolute Spitzenreiter bei den Krankheitstagen:
Muskel-Skelett-System und Bindegewebe: Bildet bei beiden Gruppen das höchste absolute Tagesvolumen (644 Tage bei Arbeitslosen vs. 479 Tage bei Beschäftigten; Verhältnis: 134%).
Diagnosen mit höherem Aufkommen bei Erwerbstätigen (Werte unter 100%):
Krankheiten des Atmungssystems: 116 Tage bei Arbeitslosen vs. 274 Tage bei Beschäftigten (Verhältnis: 42%).
Infektiöse und parasitäre Krankheiten: 41 Tage bei Arbeitslosen vs. 82 Tage bei Beschäftigten (Verhältnis: 50%).
Verletzungen und Vergiftungen: 182 Tage bei Arbeitslosen vs. 223 Tage bei Beschäftigten (Verhältnis: 82%).
Arbeitslosigkeit vervielfacht vor allem psychische und neurologische Erkrankungen (Nervensystem fast 6\times, Psyche fast 4\times), während Erwerbstätige primär bei Infekten, Atemwegen und Unfällen höhere Fehlzeiten aufweisen; Muskel-Skelett bleibt bei beiden der größte absolute Block.
Merke dir die Tabelle mit der „Kopf-vs.-Arbeitsplatz-Regel“:
Arbeitslose leiden am „KOPF“ (Überhang):
Nerven (591\%) + Psyche (370\%) \rightarrow Arbeitslosigkeit schlägt massiv auf Nerven und Psyche.
Beschäftigte leiden am „KONTAKT & ARBEITSPLATZ“ (Gegentrend):
Atemwege (42\%) & Infektionen (50\%) durch Kontakt mit Kollegen.
Unfälle/Verletzungen (82\%) durch Arbeitsrisiken.
Das schwere Fundament für beide:
Rücken/Muskel-Skelett hat bei beiden die meisten Tage überhaupt.
3.2 a) Definieren Sie den Begriff des sozialen Gradienten von Gesundheit.
3.2 b) Beziehen Sie sich auf die folgenden Daten aus dem BKK-Gesundheitsreport 2016 (siehe nachfolgende Abbildung) und betrachten Sie hier die absoluten Zahlen zu Psychischen und Verhaltensstörungen. Arbeiten Sie für die Erkrankung folgende vier Unterschiede als Trendaussage heraus:
Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Gruppe der pflichtversicherten Beschäftigten
Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Gruppe der Arbeitslosen
Unterschied zwischen Männern im Vergleich von Arbeitslosen und pflichtversicherten Beschäftigten
Unterschied zwischen Frauen im Vergleich von Arbeitslosen und pflichtversicherten Beschäftigten. (Tabelle siehe Karteikarte 9)
a): Die sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen ist nicht auf Randgruppen beschränkt, sondern bildet ein Kontinuum entlang der sozialen Stufenleiter (sozialer Gradient), das heißt, Morbidität (Krankheitshäufigkeit) und Mortalität (Sterblichkeit) nehmen mit zunehmendem sozioökonomischem Status ab.
b):
Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Gruppe der pflichtversicherten Beschäftigten:Männer sind seltener als Frauen von psychischen und Verhaltensstörungen betroffen.
Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Gruppe der Arbeitslosen: Männer sind seltener als Frauen von psychischen und Verhaltensstörungen betroffen.
Unterschied zwischen Männern im Vergleich von Arbeitslosen und pflichtversicherten Beschäftigten:Arbeitslose Männer sind deutlich häufiger betroffen als pflichtversicherte beschäftigte Männer.
Unterschied zwischen Frauen im Vergleich von Arbeitslosen und pflichtversicherten Beschäftigten:Arbeitslose Frauen sind deutlich häufiger betroffen als pflichtversicherte beschäftigte Frauen.
a) Definition des Begriffs des sozialen Gradienten von Gesundheit:
Die sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen ist nicht auf Randgruppen beschränkt, sondern bildet ein Kontinuum entlang der sozialen Stufenleiter (sozialer Gradient).
Das heißt, Morbidität (Krankheitshäufigkeit) und Mortalität (Sterblichkeit) nehmen mit zunehmendem sozioökonomischem Status ab.
b) Die vier Trendaussagen zu Psychischen und Verhaltensstörungen:
Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Gruppe der pflichtversicherten Beschäftigten: Männer sind seltener als Frauen von psychischen und Verhaltensstörungen betroffen.
Unterschied zwischen Männern im Vergleich von Arbeitslosen und pflichtversicherten Beschäftigten: Arbeitslose Männer sind deutlich häufiger betroffen als pflichtversicherte beschäftigte Männer.
Unterschied zwischen Frauen im Vergleich von Arbeitslosen und pflichtversicherten Beschäftigten: Arbeitslose Frauen sind deutlich häufiger betroffen als pflichtversicherte beschäftigte Frauen.
Der soziale Gradient bedeutet: Je höher der Status, desto gesünder (Stufenleiter für alle). Bei der Psyche gilt zweifach: Frauen sind häufiger betroffen als Männer und Arbeitslose deutlich häufiger als Erwerbstätige.
Merke dir die „Leiter- und F-A-Regel“:
Leiter: Sozialer Gradient = Stufe für Stufe weniger Krankheit (Morbidität) und Tod (Mortalität) nach oben.
F – Frauen tragen bei der Psyche immer das höhere Risiko gegenüber Männern (egal ob mit Job oder ohne).
A – Arbeitslose tragen bei der Psyche immer das deutlich höhere Risiko gegenüber Beschäftigten (egal ob Mann oder Frau).
GKV vs. PKV (Teil 4.1)
4.1 Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die Private Krankenversicherung (PKV) unterscheiden sich in wesentlichen Strukturprinzipien.
Benennen Sie die Unterschiede zwischen GKV (Gesetzlicher Krankenversicherung) und PKV (Privater Krankenversicherung) anhand der Versicherten und des Leistungsumfangs mit Hilfe der folgenden Tabelle.
Strukturprinzip: Versicherte
GKV (Gesetzliche Krankenversicherung): pflichtversicherte Erwerbspersonen und freiwillig Versicherte mit einem Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze; beitragsfrei mitversicherte Familienangehörige ohne beziehungsweise mit geringem Einkommen.
PKV (Private Krankenversicherung): freiwillig Versicherte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.
Strukturprinzip: Leistungsumfang
GKV (Gesetzliche Krankenversicherung): durch gesetzlichen Leistungskatalog festgelegt.
PKV (Private Krankenversicherung): Leistungsumfang nach individuellem Versicherungsvertrag.
Die GKV versichert unterhalb der Grenze (inklusive Familie) mit gesetzlichem Katalog; die PKV versichert oberhalb der Grenze mit individuellem Vertrag.
Merke dir die Gegenüberstellung mit dem Schlagwort „G-U-G vs. P-O-I“:
GKV = G-U-G
Gesetzlich / Familie mitversichert
Unterhalb der Versicherungspflichtgrenze
Gesetzlicher Leistungskatalog
PKV = P-O-I
Privat
Oberhalb der Versicherungspflichtgrenze
Individueller Versicherungsvertrag
Nehmen Sie Stellung zu der politischen Forderung, dass Menschen, die bewusst in Risikoländer reisen, einen Corona-Test nach ihrer Rückkehr selbst bezahlen sollten. Wägen Sie dabei das Für-und-Wider ab.
Argument dafür: Menschen, die bewusst das Risiko einer Ansteckung in Kauf nehmen, indem sie in ein deklariertes Risikoland reisen, sollten auch die Kosten (hier der Test) für ihr Risikoverhalten selbst tragen.
Argument dagegen: Menschen können sich auf vielfältigen Wegen und auch im Herkunftsland anstecken, wo es auch regionale Hotspots mit einem deutlich erhöhten Ansteckungsrisiko gibt.
Argument dafür:
Menschen, die bewusst das Risiko einer Ansteckung in Kauf nehmen, indem sie in ein deklariertes Risikoland reisen, sollten auch die Kosten (hier der Test) für ihr Risikoverhalten selbst tragen.
Argument dagegen:
Menschen können sich auf vielfältigen Wegen und auch im Herkunftsland anstecken, wo es auch regionale Hotspots mit einem deutlich erhöhten Ansteckungsrisiko gibt.
PRO Selbstzahlung: Verursacherprinzip bei bewusstem Risikoverhalten im Ausland.
CONTRA Selbstzahlung: Inländisches Ansteckungsrisiko über vielfältige Wege und regionale Hotspots ist ebenso vorhanden.
Merke dir das Gegensatzpaar „Eigenes Risiko vs. Eigener Hotspot“:
DAFÜR = Eigenes Risiko: Wer ins Risikoland reist, zahlt seinen Test selbst.
DAGEGEN = Eigener Hotspot: Ansteckung droht genauso im Inland (Hotspots vor der Haustür).
Definieren Sie die Begriffe Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention.
Primärprävention: zielt auf eine Vermeidung von Krankheitsursachen bei einem gesunden Menschen.
Sekundärprävention: zielt auf eine Reduzierung von Risikofaktoren im Frühstadium einer Krankheit, um Krankheitsauslöser zu korrigieren.
Tertiärprävention: zielt bei einer Erkrankung auf die Stabilisierung der gesundheitlichen Lage im Hinblick auf Folgeerkrankungen.
Erklären Sie, inwiefern die Corona-App als Maßnahme der Sekundärprävention einzuordnen ist.
Die Corona-App spielt sich in einem Krankheitsspektrum ab und dient hier sowohl der Reduktion der Übertragung des Erregers als auch der Unterbrechung von Infektionsketten.
Der 61-jährige Michael J. Fox ist ein ehemaliger kanadisch-US-amerikanischer Schauspieler und Filmproduzent. Zum Hollywood-Star wurde er in den 1980er-Jahren mit der Hauptrolle in der Fernsehserie Familienbande sowie als Marty McFly in der Zurück-in-die-Zukunft-Filmtrilogie. Bei Michael J. Fox wurde im Jahr 1991 die Parkinson-Krankheit diagnostiziert. Im Dezember 1998 räumte er gegenüber der Öffentlichkeit ein, an Parkinson erkrankt zu sein.
Nach seiner Erkrankung an der Parkinson-Krankheit gründete er die Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research (MJFF) und engagiert sich in der Wissenschaftspolitik. Er unterstützt seitdem andere Betroffene genauso wie die Forschung bei der Suche nach Heilung. Durch die Behandlung mit Medikamenten konnte Michael J. Fox die Symptome (Zittern, Steifheit, etc.) weitestgehend in den Griff bekommen, sodass sie ihn nicht ständig in seinem Alltag beeinträchtigen. Die Medikamente helfen dem Schauspieler mittlerweile seit rund 30 Jahren, trotz der Krankheit, mit seiner Familie und in der Arbeit mit seiner Parkinson-Foundation ein erfülltes Leben zu führen.
Unternehmungen und öffentliche Auftritte müssen, so verrieten Michael J. Fox und seine Frau Tracy Pollan 2012 im Gespräch mit dem „AARP Magazine", stets rund um die Einnahme der Parkinson-Medikamente geplant werden. Denn im Laufe der Jahre haben sich die Symptome vermehrt und verschlimmert. Mit den motorischen Einschränkungen musste der heute 61-Jährige lernen, umzugehen. Außerdem musste er sich nach und nach eingestehen, dass seine Gedächtnisleistung nachließ. Dennoch hat er über die letzten 30 Jahre weiter in Hollywood gearbeitet, war unter anderem in „Scrubs" oder „The Good Wife" (in Gastrollen) zu sehen. Denn eins ist klar: Michael J. Fox lässt sich von seiner Parkinson-Erkrankung nicht unterkriegen - egal, ob privat oder beruflich.
Beziehen Sie sich auf das obige Fallbeispiel. Interpretieren Sie den Gesundheitszustand von Michael J. Fox aus jeder der drei von Gerd Göckenjan beschriebenen Perspektiven zur Betrachtung und Deutung von Gesundheit. (Fallbeispiel siehe Karteikarte 1)
Gesundheit als Abgrenzungskonzept: Michael J. Fox erkrankte an Parkinson und erlebte im Verlauf seines Erwachsenenlebens durch die fortschreitende Erkrankung eine zunehmende körperliche Einschränkung. Aus der Perspektive „Gesundheit als Abgrenzungskonzept" ist Michael J. Fox chronisch krank und körperlich (motorisch) eingeschränkt.
Gesundheit als Funktionsaussage: Michael J. Fox ist einerseits aufgrund seiner chronischen Erkrankung und den damit einhergehenden Symptomen in seiner körperlichen Arbeits- und Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt. Seine soziale Arbeits- und Leistungsfähigkeit ist jedoch nicht beeinträchtigt und eher überdurchschnittlich hoch. Er engagiert sich in der Wissenschaftspolitik. Er unterstützt seitdem andere Betroffene genauso wie die Forschung bei der Suche nach Heilung. Im Sinne der Perspektive „Gesundheit als Funktionsaussage" ist Michael J. Fox nicht eindeutig krank oder eindeutig gesund.
Gesundheit als Wertaussage: Michael J. Fox arbeitet trotz seiner Erkrankung Zeit seines Lebens, ist familiär eingebunden und betreibt zudem unermüdliche Öffentlichkeitsarbeit mit seiner Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research (MJFF). Seine Art zu leben und mit der Erkrankung umzugehen, könnten so interpretiert werden, dass Michael J. Fox Wohlbefinden und Zufriedenheit erlebt. Er führt ein erfülltes Leben. Die Perspektive „Gesundheit als Wertaussage" legt nahe, dass er sowohl über kranke als auch über gesunde Anteile verfügt.
Gesundheit als Abgrenzungskonzept:
Michael J. Fox erkrankte an Parkinson und erlebte im Verlauf seines Erwachsenenlebens durch die fortschreitende Erkrankung eine zunehmende körperliche Einschränkung.
Aus der Perspektive „Gesundheit als Abgrenzungskonzept“ ist Michael J. Fox chronisch krank und körperlich (motorisch) eingeschränkt.
Gesundheit als Funktionsaussage:
Michael J. Fox ist einerseits aufgrund seiner chronischen Erkrankung und den damit einhergehenden Symptomen in seiner körperlichen Arbeits- und Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt.
Seine soziale Arbeits- und Leistungsfähigkeit ist jedoch nicht beeinträchtigt und eher überdurchschnittlich hoch.
Er engagiert sich in der Wissenschaftspolitik.
Er unterstützt seitdem andere Betroffene genauso wie die Forschung bei der Suche nach Heilung.
Im Sinne der Perspektive „Gesundheit als Funktionsaussage“ ist Michael J. Fox nicht eindeutig krank oder eindeutig gesund.
Gesundheit als Wertaussage:
Michael J. Fox arbeitet trotz seiner Erkrankung Zeit seines Lebens, ist familiär eingebunden und betreibt zudem unermüdliche Öffentlichkeitsarbeit mit seiner Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research (MJFF).
Seine Art zu leben und mit der Erkrankung umzugehen, könnten so interpretiert werden, dass Michael J. Fox Wohlbefinden und Zufriedenheit erlebt.
Er führt ein erfülltes Leben.
Die Perspektive „Gesundheit als Wertaussage“ legt nahe, dass er sowohl über kranke als auch über gesunde Anteile verfügt.
Nach Göckenjan ist Fox nach dem Abgrenzungskonzept chronisch krank, nach der Funktionsaussage teils eingeschränkt (Körper), teils überdurchschnittlich fähig (Soziales) und nach der Wertaussage durch Wohlbefinden und Lebensqualität sowohl gesund als auch krank.
Merke dir die drei Göckenjan-Perspektiven mit „A-F-W“ (Alle Finden Werte):
A – Abgrenzungskonzept \rightarrow Schwarz-Weiß-Sicht (Fox = chronisch krank)
F – Funktionsaussage \rightarrow Funktionieren im Alltag (Körper blockiert vs. Soziales läuft \rightarrow weder noch)
W – Wertaussage \rightarrow Wertvolles, erfülltes Leben (trotz Parkinson = gesunde Anteile vorhanden)
Die Auseinandersetzung mit der inneren und äußeren Lebenswelt erfolgt in den einzelnen Lebensabschnitten unter spezifischen Bedingungen. Diese sogenannte Entwicklungsaufgaben müssen von jedem Individuum angemessen bewältigt (also produktiv verarbeitet) werden, damit von ihnen positive Auswirkungen auf Persönlichkeit und Gesundheit ausgehen können.
Nennen Sie zwei soziale Ressourcen und zwei personale Ressourcen von Kindern und Jugendlichen, die eine protektive Wirkung auf die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben haben.
Soziale Ressourcen mit protektiver Wirkung: ein hoher Bildungsgrad der Eltern, eine gute finanzielle Lage der Familie; familiärer Zusammenhalt, enge Geschwisterbeziehungen, ein guter Freund/eine gute Freundin; eine vertrauensvolle Beziehung zu einem Erwachsenen außerhalb der Familie, unterstützende Systeme, wie Kirchen oder Sportvereine.
Personale Ressourcen mit protektiver Wirkung: der Erstgeborenenstatus, ein positives Temperament (aktiv/offen), aktiv-problemlösende Coping-Strategien; überdurchschnittliche Intelligenz, Begabungen (musisch/sportlich etc.); prosoziales Verhalten und ein sicheres Bindungsverhalten.
Soziale Ressourcen mit protektiver Wirkung:
ein hoher Bildungsgrad der Eltern
eine gute finanzielle Lage der Familie
familiärer Zusammenhalt
enge Geschwisterbeziehungen
ein guter Freund / eine gute Freundin
eine vertrauensvolle Beziehung zu einem Erwachsenen außerhalb der Familie
unterstützende Systeme, wie Kirchen oder Sportvereine
Personale Ressourcen mit protektiver Wirkung:
der Erstgeborenenstatus
ein positives Temperament (aktiv / offen)
aktiv-problemlösende Coping-Strategien
überdurchschnittliche Intelligenz
Begabungen (musisch / sportlich etc.)
prosoziales Verhalten und ein sicheres Bindungsverhalten
Soziale Ressourcen kommen von außen (Elternbildung/-geld, Familie, Freunde, Vereine).
Personale Ressourcen liegen im Kind selbst (Erstgeborener, Temperament, Intelligenz/Talent, Coping, Bindung).
Merke dir die beiden Bereiche mit „U-M-F-E-L-D vs. T-I-C-K-S“:
SOZIAL = UMFELD:
Unterstützungssysteme (Vereine/Kirche)
Moneten & Bildung der Eltern (Geld/Status)
Familienzusammenhalt & Geschwister
Erwachsene Vertrauensperson / Freunde
PERSONAL = TICKS (Eigenschaften des Kindes):
Temperament (positiv/offen) & Talente (Sport/Musik)
Intelligenz (überdurchschnittlich)
Coping (aktive Problemlösung)
Kind 1 (Erstgeborenenstatus)
Sichere Bindung & prosoziales Verhalten
Die Zahl der Menschen, die hierzulande bereits ihren 100. Geburtstag feiern konnten, hat im Jahr 2021 mit 23.513 Personen einen neuen Höchststand erreicht. Rund 80 Prozent der über 100-jährigen Personen sind Frauen. Die folgende Grafik zeigt die Anzahl der mindestens 100-jährigen Männer in Deutschland. Erläutern Sie die Grafik.
Die Grafik des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2022 zeigt die Zahl der mindestens 100-jährigen Männer in Deutschland von 2011 bis 2021. Die Anzahl der hochbetagten Männer in Deutschland hält sich zwischen 2012 und 2018 relativ konstant zwischen 2.000 und 2.400 mindestens 100-jährigen Männern.
Ab dem Jahr 2019 bis 2021 steigt die Anzahl der mindestens 100-jährigen Männer rapide an und liegt nun bei 4.647. Die Zahl der Herren, die auf ein so langes Leben zurückblicken kann, stieg im Zeitraum von 2011 bis 2021 um knapp 150 Prozent.
Im Studienbrief 2 befassen Sie sich mit den Einflussfaktoren auf die Gesundheit. Es gibt wissenschaftlich belegte förderliche Effekte, damit jemand sehr alt wird. Stellen wir uns folgenden Mann vor: Josef Müller ist am 15.05.2021 einhundert Jahre, also sehr alt geworden. Veranschaulichen Sie idealtypisch,
a) die private Lebensform,
b) das verfügbare Einkommen,
c) den Bildungsstatus sowie
d) den individuellen Lebensstil von Josef Müller.
a) die private Lebensform: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die Lebenserwartung von verheirateten Personen höher ist als von ledigen Personen. Der Unterschied zeigt sich insbesondere bei Männern. Man kann dies anhand der Protektionshypothese erklären. Durch die Ehe wird ein sozialer Kontext geschaffen, der gesundheitsförderlich ist. Idealtypisch ist beziehungsweise war Josef Müller verheiratet.
b) das verfügbare Einkommen: Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Höhe des Einkommens und der Lebenserwartung. Männer der ärmsten Haushalte haben im Vergleich zu Männern der reichsten Haushalte ein fast sechsfach höheres Mortalitätsrisiko. Der Unterschied in der Lebenserwartung beträgt 14 Jahre. Idealtypisch verfügt Josef Müller über ein hohes Einkommen beziehungsweise Rente/Pension (größer gleich 150 Prozent des medianen Einkommens).
c) den Bildungsstatus sowie: Untersuchungen zeigen, dass eine geringe schulische und berufliche Bildung mit einer kürzeren Lebenszeit korreliert. Es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Schulbildung und Lebenserwartung. Idealtypisch hat Josef Müller Abitur gemacht und im Anschluss studiert beziehungsweise eine sehr gute berufliche Bildung absolviert.
d) den individuellen Lebensstil von Josef Müller: Rauchen, riskanter Alkoholkonsum, Medikamentenmissbrauch sowie der Konsum von illegalen Drogen wirken sich negativ auf die Gesundheit aus und auf die allgemeine Sterblichkeit beziehungsweise Lebenserwartung. Idealtypisch hat Josef Müller zeit seines Lebens nicht geraucht, keine Drogen konsumiert und nur gelegentlich Alkohol getrunken.
a) die private Lebensform:
Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die Lebenserwartung von verheirateten Personen höher ist als von ledigen Personen.
Der Unterschied zeigt sich insbesondere bei Männern.
Man kann dies anhand der Protektionshypothese erklären.
Durch die Ehe wird ein sozialer Kontext geschaffen, der gesundheitsförderlich ist.
Idealtypisch ist beziehungsweise war Josef Müller verheiratet.
b) das verfügbare Einkommen:
Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Höhe des Einkommens und der Lebenserwartung.
Männer der ärmsten Haushalte haben im Vergleich zu Männern der reichsten Haushalte ein fast sechsfach höheres Mortalitätsrisiko.
Der Unterschied in der Lebenserwartung beträgt 14 Jahre.
Idealtypisch verfügt Josef Müller über ein hohes Einkommen beziehungsweise Rente/Pension (größer gleich 150 Prozent des medianen Einkommens).
c) den Bildungsstatus:
Untersuchungen zeigen, dass eine geringe schulische und berufliche Bildung mit einer kürzeren Lebenszeit korreliert.
Es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Schulbildung und Lebenserwartung.
Idealtypisch hat Josef Müller Abitur gemacht und im Anschluss studiert beziehungsweise eine sehr gute berufliche Bildung absolviert.
d) den individuellen Lebensstil von Josef Müller:
Rauchen, riskanter Alkoholkonsum, Medikamentenmissbrauch sowie der Konsum von illegalen Drogen wirken sich negativ auf die Gesundheit aus und auf die allgemeine Sterblichkeit beziehungsweise Lebenserwartung.
Idealtypisch hat Josef Müller zeit seines Lebens nicht geraucht, keine Drogen konsumiert und nur gelegentlich Alkohol getrunken.
Der 100-jährige Josef Müller profitiert von den vier Säulen der Langlebigkeit: Ehe (Protektionshypothese), Wohlstand (\ge 150\% Medianeinkommen / 14 Jahre Vorteil), hoher Bildung (Abitur/Studium) und gesundem Lebensstil (kein Nikotin/Drogen, kaum Alkohol).
Merke dir das Wort „E-B-E-L“ (Ein Bestes Ewiges Leben):
E – Ehe / Lebensform (Protektionshypothese schützt Mann)
B – Bildung (Abitur / Studium)
E – Einkommen (\ge 150\% Median / 6-fach geringeres Sterberisiko)
L – Lebensstil (ohne Qualm, Drogen & Missbrauch; Alkohol nur selten)
2.3 Rund 80 Prozent der über 100-jährigen Personen sind Frauen. Erläutern Sie zwei Gründe, weshalb Frauen eine circa fünf Jahre höhere Lebenserwartung haben als Männer.
Frauen und Männer unterscheiden sich in ihren gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen. Dies ist empirisch belegt. Frauen sind über gesundheitsrelevante Themen besser informiert und nehmen beispielsweise professionelle Angebote zur Prävention und Gesundheitsförderung deutlich stärker in Anspruch als Männer.
Frauen haben ein besseres Gesundheitsverhalten als Männer. Beispielsweise rauchen prozentual weniger Frauen als Männer und der riskante Alkoholkonsum ist bei Frauen auch geringer als bei Männern. Dies hat zur Folge, dass die Sterblichkeit beziehungsweise das Mortalitätsrisiko von Männern höher ist als von Frauen.
Informationsstand und Prävention:
Frauen und Männer unterscheiden sich in ihren gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen; dies ist empirisch belegt.
Frauen sind über gesundheitsrelevante Themen besser informiert.
Frauen nehmen professionelle Angebote zur Prävention und Gesundheitsförderung deutlich stärker in Anspruch als Männer.
Gesundheitsverhalten und Konsummuster:
Frauen haben ein besseres Gesundheitsverhalten als Männer.
Prozentual rauchen weniger Frauen als Männer.
Der riskante Alkoholkonsum ist bei Frauen ebenfalls geringer als bei Männern.
Dies hat zur Folge, dass die Sterblichkeit beziehungsweise das Mortalitätsrisiko von Männern höher ist als von Frauen.
Frauen leben rund fünf Jahre länger, weil sie besser informiert sind, mehr Vorsorge/Prävention nutzen und weniger Tabak sowie Alkohol konsumieren (geringeres Mortalitätsrisiko).
Merke dir das Wort „P-I-K-S“ für den Vorsprung der Frauen:
P – Prävention wird deutlich stärker genutzt
I – Information über Gesundheit ist höher
K – Konsum von Tabak (Rauchen) ist prozentual seltener
S – Schlucken von riskantem Alkohol ist deutlich geringer
Fallbeispiel zu Aufgabe 3
Mia und Jonas Müller sind seit acht Jahren verheiratet und haben drei Kinder im Alter von sieben, vier und zwei Jahren. Die beiden haben sehr jung geheiratet. Mia Müller ist jetzt 26 Jahre alt und Jonas Müller ist 28 Jahre alt. Beide sind zur Hauptschule gegangen und Jonas Müller - der keine berufliche Ausbildung absolviert hat - arbeitet derzeit bei einem großen Logistikunternehmen und fährt Pakete aus. Er muss oft Überstunden machen und die Verantwortung für die Betreuung der Kinder liegt bei Mia Müller. Sie hat damals mit 17 Jahren ihre Ausbildung zur Verkäuferin abgebrochen. Den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder bestreitet die Familie mit dem (geringen) Einkommen von Jonas Müller, Kindergeld und Wohngeld.
Die beiden jüngeren Kinder besuchen den Kindergarten und fühlen sich dort sehr wohl. Auch Mia und Jonas Müller sind mit dem Kindergarten eigentlich ganz zufrieden, denn die Erzieherinnen sind alle sehr nett zu ihr und ihren Kindern. Dennoch versucht Mia Müller beim Abholen der Kinder den Erzieherinnen möglichst aus dem Weg zu gehen, da diese sie immer wieder mit irgendwelchen Anforderungen konfrontieren. So soll sie sich schon seit längerer Zeit mit dem mittleren Kind in einer logopädischen Praxis vorstellen und für das jüngste Kind steht eine U-Untersuchung mit Impfung in der Kinderarztpraxis an.
Solchen Terminen geht Mia Müller möglichst aus dem Weg. Beide Praxen kann sie nur mit dem Bus erreichen und jede Busfahrt mit ihren lebhaften Kindern ist eine Herausforderung für sie. Falls das mittlere Kind dann vielleicht öfter zu einer logopädischen Behandlung müsste, wüsste sie gar nicht, wie sie das schaffen soll. Vor dem Kinderarztbesuch graut ihr auch, denn da gibt es während des langen Wartens immer Theater mit den Kindern. Sie kann dann nur wenig ausrichten und erntet von allen Seiten vorwurfsvolle Blicke.
Einige Studien zur Versorgungsungleichheit belegen, dass es Barrieren für die Inanspruchnahme von gesundheitlichen Versorgungsleistungen von Kindern und Jugendlichen gibt:
Soziodemografische Faktoren: Alter der Kinder und Eltern, ethnische Herkunft, Familiengröße und Familienstruktur, sozioökonomischer Status
Personale Faktoren: Einstellungen, Überzeugungen, Selbstwirksamkeitserwartungen, Kommunikationsfähigkeit
Strukturelle und organisatorische Faktoren: große räumliche Distanz zwischen dem Wohnort der Familie und der Lage der Praxis, lange Wartezeiten, ungünstige Öffnungszeiten, schlechte Transportmöglichkeiten des Kindes
Arbeiten Sie anhand des Fallbeispiels heraus, welche der oben dargestellten Inanspruchnahmebarrieren Sie im Fall von Mia Müller wahrnehmen. (Fallbeispiel siehe Karteikarte 7)
Für Mia Müller ist es aufgrund bestehender Barrieren schwierig, anstehende gesundheitliche Versorgungsleistungen für ihre Kinder in Anspruch zu nehmen.
Soziodemografische Faktoren: Mia Müller hat ihr erstes Kind bereits mit 19 Jahren bekommen (junge Mutter). Familie Müller zählt mit ihren drei Kindern zu den kinderreichen Familien. Ihr Hauptschulabschluss und ihre fehlende Berufsausbildung (Abbruch der Verkäuferausbildung) weist auf einen niedrigen Bildungsgrad hin. Aufgrund des niedrigen Einkommens etc. gilt die Familie als einkommensschwach.
Personale Faktoren: Mia Müller weiß, dass es ihren Kindern schwerfällt, sich ruhig zu verhalten. Aus der Erfahrung heraus geht sie davon aus, dass es ihr dann nur sehr eingeschränkt gelingt, das Verhalten ihrer Kinder positiv zu beeinflussen (Selbstwirksamkeitserwartungen). Deshalb erwartet sie von vornherein Schwierigkeiten, wenn sie an die anstehenden Busfahrten und die notwendigen Besuche in der Kinderarzt- und logopädischen Praxis denkt (Überzeugungen). Außerdem empfindet sie die vorwurfsvollen Blicke des Personals beim Kinderarzt jedes Mal als ungerechtfertigte Zurechtweisung gegenüber ihren Kindern und in ihrer Rolle als Mutter (Einstellungen). Mia Müller geht den Erzieherinnen im Kindergarten aus dem Weg, weil sie davon ausgeht, dass diese sie bei jeder Gelegenheit mit neuen Anforderungen konfrontieren (Überzeugungen/Kommunikationsfähigkeit).
Strukturelle und organisatorische Faktoren: Für Mia Müller liegt zwischen ihrem Wohnort und der Kinderarzt- beziehungsweise logopädischen Praxis eine große räumliche Distanz. Sie muss den öffentlichen Nahverkehr benutzen, um in die Praxen zu gelangen. Mia Müller muss mit ihren Kindern in der Kinderarztpraxis lange Wartezeiten überbrücken.
Tabelle zu Aufgabe 4.1
4.1 Die Tabelle zeigt die Entwicklung der Gesundheitsausgaben in Millionen Euro, je Einwohner und als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in %. Erläutern Sie die Tabelle. (Tabelle siehe Karteikarte 9)
Die Tabelle zeigt den Verlauf der Gesundheitsausgaben absolut in Euro, als Anteil vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Prozent und je Einwohner in Euro im Zeitraum von 1992 bis 2020.
Die Gesundheitsausgaben sind im Zeitraum von 1992 bis 2020 um circa 176 Prozent angestiegen. Allein von 2019 bis 2020 stiegen die Ausgaben um 6,7 Prozent. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt steigt kontinuierlich an von 9,4 Prozent auf 13,1 Prozent. Dies entspricht einer Steigerung von circa 39 Prozent. In den Jahren 2019 auf 2020 stieg der Anteil alleine von 11,9 Prozent auf 13,1 Prozent.
Die Gesundheitsausgaben je Einwohner in Euro steigen analog zu den Gesamtausgaben. Hier liegt der prozentuale Anstieg im Zeitraum von 1992 bis 2020 bei 167 Prozent. In den Jahren 2010 bis 2020 stiegen die Gesundheitsausgaben je Einwohner um knapp 50 Prozent.
Gesundheitssystem der Bundesrepublik (Teil 4.2)
4.2 Geben Sie zwei wesentliche Gründe für die Entwicklung der Gesundheitsausgaben an.
Der demografische Wandel wirkt sich auf die Gesundheitsausgaben aus. Die Krankheitskosten steigen stark an mit dem Lebensalter insbesondere in den letzten fünf Lebensjahren. Die Alterung der Gesellschaft lässt somit auch die Behandlungskosten pro Patientin beziehungsweise Patient stark ansteigen.
Der medizinische Fortschritt - zum Teil wird dieser Kostenfaktor als überbewertet betrachtet - ist ein wesentlicher Grund für die höheren Gesundheitsausgaben. Die Verwendung von kostspieligen neuen Technologien und Medikamenten erhöht die Gesundheitsausgaben.
Prävention und Gesundheitsförderung
Geben Sie zu Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention jeweils ein Beispiel an.
Primärprävention: Ernährungsberatung
Sekundärprävention: Eltern-Kind-Kuren zur Ressourcenstärkung in der Familie
Tertiärprävention: Raucherentwöhnung zur Verhinderung von erneuten Herzinfarkten
Karteikarte 1
Patricia, 21 Jahre alt, ist alleinerziehend und Mutter von zwei Töchtern (2 und 4 Jahre). Gemeinsam mit ihren Kindern wohnt sie in einer kleinen 2-Zimmerwohnung in einem Hochhauskomplex im sozialen Brennpunkt Köln-Chorweiler und ohne Grünflächen vor der Tür.
Ihre Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten, die sie nach ihrem Hauptschulabschluss begonnen hat, hat sie abgebrochen als sie von ihrer ersten Schwangerschaft erfuhr. Der Vater der beiden Kinder ist kurz vor der Geburt der jüngeren Tochter abgehauen und zahlt seitdem keinen Unterhalt. Die alleinerziehende 21-Jährige ist somit auf Bürgergeld angewiesen. Zu ihren Eltern hat Patricia kaum Kontakt, da das Verhältnis noch nie gut war und somit erfährt sie von ihren Eltern ebenfalls keine Unterstützung. Seitdem ihr Ex-Partner sie und ihre Kinder verlassen hat, lebt Patricia sehr zurückgezogen, fühlt sich einsam und trifft nur sehr selten ihre einzige Freundin. Sie schämt sich für ihre Wohnung und ihren Lebensstil. Auch wenn ihre Kinder im Kindergarten sind, verbringt sie die Zeit meistens alleine und verfällt oft in eine depressionsartige Stimmung.
Aufgrund fehlender Motivation treibt sie keinen Sport, bewegt sich generell wenig, guckt sehr viel Fernsehen und ernährt sich meistens nur von Fertiggerichten, Fast Food und Süßigkeiten. Seitdem sie in ihren Schwangerschaften einige Kilos zugenommen hat, wird sie diese auch nicht mehr los und ist inzwischen stark übergewichtig. Patricia fühlt sich in ihrem Körper überhaupt nicht mehr wohl, ist geschwächt und antriebslos. Sie hat sich fest vorgenommen, ihren Hausarzt aufzusuchen, doch seither schiebt sie es immer wieder auf.
Einführung in das Gesundheitssystem und die Gesundheitswissenschaft ****
Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde eine Neuausrichtung von Public Health vorangetrieben. a) Beschreiben Sie in den Grundzügen, worin der Unterschied zwischen „Old" und „New" Public Health liegt.
Der Paradigmenwechsel zwischen den beiden Strömungen der Öffentlichen Gesundheit lässt sich wie folgt differenzieren:
Old Public Health (Alte Öffentliche Gesundheit): Dieser Ansatz war stark hygienebezogen, medizinisch-biologisch und bakteriologisch orientiert. Der primäre Fokus lag auf der Bekämpfung von akuten Infektionskrankheiten und Seuchen durch strukturelle Maßnahmen wie den Aufbau einer Kanalisation, die Sicherung der Trinkwasserqualität und Desinfektion. Die Adressaten waren vorwiegend gesundheitlich unterversorgte und akut von Armut betroffene Randgruppen der Gesellschaft.
New Public Health (Neue Öffentliche Gesundheit): Dieser moderne Ansatz reagiert auf den epidemiologischen Übergang hin zu chronischen, nicht übertragbaren Erkrankungen (Zivilisationskrankheiten). Der Fokus verschiebt sich auf umweltbezogene, soziale und verhaltensbezogene Determinanten von Gesundheit. Es handelt sich um ein interdisziplinäres Arbeitsfeld, das Gesundheitssystemforschung, Versorgungsforschung sowie psychosoziale Prävention und Ressourcenstärkung integriert. Die Adressatin ist die gesamte Bevölkerung im Sinne einer universellen Ausrichtung.
Erläutern Sie ein selbstgewähltes Beispiel für „New" Public Health in Deutschland.
Ein exzellentes Beispiel für ein Handlungsfeld der Neuen Öffentlichen Gesundheit in Deutschland ist die Betriebliche Gesundheitsförderung:
Diese basiert maßgeblich auf dem sogenannten Setting-Ansatz (Lebenswelt-Ansatz) der Weltgesundheitsorganisation.
Das Ziel besteht darin, nicht nur das individuelle Verhalten der Beschäftigten zu modifizieren (beispielsweise durch Rückenschulen oder Ernährungsberatung), sondern vor allem die Arbeitsbedingungen gesundheitsförderlich zu gestalten (Verhältnisprävention).
Ein zentrales Instrument hierbei sind partizipative Gesundheitszirkel, in denen die Belegschaft, die Personalvertretung und das Management gemeinsam Belastungen analysieren und Ressourcen im Betrieb stärken, um chronischen Erkrankungen oder psychischen Belastungen präventiv zu begegnen.
Einführung in das Gesundheitssystem und die Gesundheitswissenschaft (01.07.2023) – Aufgabe 1: Gesundheitskonzepte (Teil 1.2) 1.2 In den 1980er-Jahren entwickelte David Seedhouse folgende Kernvorstellungen von Gesundheit:
Gesundheit als Idealzustand mit völligem Wohlbefinden ohne jede körperliche, psychische und soziale Störung;
Gesundheit als persönliche Stärke, die auf körperlichen und psychischen Eigenschaften beruht;
Gesundheit als Leistungsfähigkeit der Erfüllung von gesellschaftlichen Anforderungen;
Gesundheit als Gebrauchsgut (Ware), das hergestellt und eingekauft werden kann.
Nehmen Sie zu den Kernvorstellungen von Gesundheit kritisch Stellung.
Eine kritische gesundheitswissenschaftliche Analyse dieser vier Kernvorstellungen offenbart erhebliche theoretische und praktische Defizite:
Kritik an Gesundheit als Idealzustand: Diese Vorstellung ist utopisch und statisch. Ein „völliges Wohlbefinden" ohne jede Störung ist im Lebensverlauf kaum erreichbar. Dies führt zu einer pathologisierenden Sichtweise, da Menschen mit chronischen Erkrankungen oder leichten Behinderungen per Definition niemals als gesund gelten könnten, obwohl sie subjektiv eine hohe Lebensqualität empfinden können.
Kritik an Gesundheit als persönliche Stärke: Hierbei findet eine einseitige Individualisierung von Gesundheit statt. Wenn Gesundheit nur auf internen Eigenschaften beruht, wird die Verantwortung für Krankheiten komplett dem Individuum zugeschrieben (Opferbeschuldigung / englisch: Victim Blaming). Soziale, ökonomische und umweltbezogene Determinanten werden vollständig ausgeblendet.
Kritik an Gesundheit als Leistungsfähigkeit: Diese Perspektive reduziert den Menschen auf seine rein ökonomische Verwertbarkeit und Funktionstüchtigkeit im kapitalistischen Wirtschaftssystem. Wer den gesellschaftlichen Leistungsanforderungen (beispielsweise durch Alter oder Krankheit) nicht mehr entspricht, verliert nach dieser Logik seinen Anspruch auf Gesundheit.
Kritik an Gesundheit als Gebrauchsgut (Ware): Diese Kommerzialisierung ignoriert die fundamentale Struktur der gesundheitlichen Ungleichheit. Wenn Gesundheit käuflich ist, hängt sie direkt von der ökonomischen Kaufkraft ab. Dies verschärft den sozialen Gradienten massiv und widerspricht dem Public-Health-Prinzip, dass Gesundheit ein universelles Menschenrecht darstellt.
Kritik an Gesundheit als Idealzustand:
Diese Vorstellung ist utopisch und statisch.
Ein „völliges Wohlbefinden“ ohne jede Störung ist im Lebensverlauf kaum erreichbar.
Dies führt zu einer pathologisierenden Sichtweise, da Menschen mit chronischen Erkrankungen oder leichten Behinderungen per Definition niemals als gesund gelten könnten, obwohl sie subjektiv eine hohe Lebensqualität empfinden können.
Kritik an Gesundheit als persönliche Stärke:
Hierbei findet eine einseitige Individualisierung von Gesundheit statt.
Wenn Gesundheit nur auf internen Eigenschaften beruht, wird die Verantwortung für Krankheiten komplett dem Individuum zugeschrieben (Opferbeschuldigung / englisch: Victim Blaming).
Soziale, ökonomische und umweltbezogene Determinanten werden vollständig ausgeblendet.
Kritik an Gesundheit als Leistungsfähigkeit:
Diese Perspektive reduziert den Menschen auf seine rein ökonomische Verwertbarkeit und Funktionstüchtigkeit im kapitalistischen Wirtschaftssystem.
Wer den gesellschaftlichen Leistungsanforderungen (beispielsweise durch Alter oder Krankheit) nicht mehr entspricht, verliert nach dieser Logik seinen Anspruch auf Gesundheit.
Kritik an Gesundheit als Gebrauchsgut (Ware):
Diese Kommerzialisierung ignoriert die fundamentale Struktur der gesundheitlichen Ungleichheit.
Wenn Gesundheit käuflich ist, hängt sie direkt von der ökonomischen Kaufkraft ab.
Dies verschärft den sozialen Gradienten massiv und widerspricht dem Public-Health-Prinzip, dass Gesundheit ein universelles Menschenrecht darstellt.
Die Seedhouse-Kritik zeigt: Gesundheit darf nicht als utopisches Ideal (pathologisierend), reine Eigenverantwortung (Victim Blaming), ökonomische Verwertbarkeit (Ausgrenzung bei Leistungsschwäche) oder käufliche Ware (Verletzung des Menschenrechts / Vertiefung des sozialen Gradienten) verengt werden.
Merke dir die Kritikpunkte mit dem Begriff „U-V-K-M“ (Ungerechte Vorstellungen Kritisieren Müssen):
U – Utopisch (Idealzustand \rightarrow schließt chronisch Kranke aus)
V – Victim Blaming (Persönliche Stärke \rightarrow blendet soziale Umwelt aus)
K – Kapitalismus (Leistungsfähigkeit \rightarrow Mensch nur ökonomisches Werkzeug)
M – Menschenrechtsverletzung (Ware/Gebrauchsgut \rightarrow spaltet nach Kaufkraft)
Einflussfaktoren (Teil a) Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie, welchen Einfluss die folgenden Faktoren auf die Gesundheit von Patricia ausüben.
a) Soziale Beziehungen und soziale Unterstützung (Fallbeispiel siehe Karteikarte 1)
Soziale Bindungen haben einen nachweislich protektiven Einfluss auf die psychische und physische Gesundheit. Bei Patricia liegt jedoch ein eklatanter Mangel an sozialer Unterstützung vor:
Sie hat keinen Kontakt zu ihren Eltern und erfährt von diesen keinerlei Rückhalt.
Der Partner hat sie verlassen und entzieht sich der familiären Mitverantwortung.
Sie lebt isoliert, empfindet tiefe Einsamkeit und trifft ihre einzige Freundin nur sehr selten aus Scham.
Das Fehlen von emotionaler Unterstützung (beispielsweise Zuspruch, Wertschätzung) und instrumenteller Unterstützung (beispielsweise konkrete Hilfe bei der Kinderbetreuung) begünstigt direkt ihre depressionsartige Stimmung, mindert ihre psychische Resilienz und verstärkt ihre Antriebslosigkeit.
Einflussfaktoren (Teil b) Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie, welchen Einfluss die folgenden Faktoren auf die Gesundheit von Patricia ausüben.
b) Bildungseinflüsse und Einkommen (Fallbeispiel siehe Karteikarte 1)
Bildung und Einkommen sind die zentralen vertikalen Indikatoren der sozialen Ungleichheit, die über den sozialen Gradienten die Morbidität bestimmen:
Bildung: Patricia verfügt lediglich über einen Hauptschulabschluss und eine abgebrochene Berufsausbildung. Dies schränkt ihre gesundheitsbezogene Wissensaneignung und kritische Informationsbewertung (Gesundheitskompetenz / englisch: Health Literacy) stark ein.
Einkommen: Als Empfängerin von Bürgergeld und ohne Unterhaltszahlungen des Vaters lebt sie in absoluter ökonomischer Deprivation (Armut).
Diese Kombination limitiert ihre materiellen Handlungsspielräume im Alltag massiv. Sie schämt sich für ihren Lebensstil, was ihren sozialen Rückzug und ihre psychische Belastung weiter chronifiziert.
Einflussfaktoren (Teil c) Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie, welchen Einfluss die folgenden Faktoren auf die Gesundheit von Patricia ausüben.
c) Private Lebensformen (Fallbeispiel siehe Karteikarte 1)
Die Struktur des privaten Haushalts bedingt das alltägliche Stressniveau:
Patricia lebt in der Lebensform der jungen, alleinerziehenden Mutter von zwei Kleinkindern im Alter von zwei und vier Jahren.
Diese Konstellation geht empirisch mit der höchsten kumulierten zeitlichen, psychischen und physischen Belastung im familiären Setting einher.
Da sie die gesamte Erziehungs- und Care-Arbeit (Pflege- und Betreuungsarbeit) ohne partnerschaftliche Unterstützung bewältigen muss, befindet sie sich in einem Zustand chronischer Überforderung, was sich in ihrer permanenten Erschöpfung, Schwächung und Antriebslosigkeit manifestiert.
Einflussfaktoren (Teil d) Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie, welchen Einfluss die folgenden Faktoren auf die Gesundheit von Patricia ausüben.
d) Wohnbedingungen (Fallbeispiel siehe Karteikarte 1)
Die Wohnumwelt ist ein entscheidender Faktor der Verhältnisprävention:
Patricia bewohnt eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung mit zwei Kindern in einem Hochhauskomplex in einem sozialen Brennpunkt (Köln-Chorweiler).
Es fehlen jegliche Grünflächen oder parkähnliche Strukturen unmittelbar vor der Tür.
Diese räumliche Enge bietet keinerlei Rückzugsmöglichkeiten für Privatsphäre, was psychosozialen Stress induziert. Das Fehlen von Grünflächen im Wohnumfeld nimmt ihr die Möglichkeit für niedrigschwellige Bewegung, körperliche Aktivität im Freien und psychische Regeneration. Zudem führt die Wohnadresse zu einer sozialen Stigmatisierung, für die sie sich schämt.
Einflussfaktoren (Teil e) Nehmen Sie Bezug auf das Fallbeispiel und beschreiben Sie, welchen Einfluss die folgenden Faktoren auf die Gesundheit von Patricia ausüben.
e) Individueller Lebensstil (Gesundheitsverhalten) (Fallbeispiel siehe Karteikarte 1)
Patricias individuelles Verhalten schädigt ihre gesundheitliche Konstitution auf multiplen Ebenen:
Sie zeigt extremen Bewegungsmangel (kein Sport, viel Fernsehen).
Sie ernährt sich fehlerhaft und ungesund (Ausschließlicher Konsum von Fertiggerichten, Fast Food und Süßigkeiten).
Dies hat zu einer manifesten Adipositas (starkes Übergewicht) geführt, wodurch sie sich körperlich unwohl, geschwächt und antriebslos fühlt.
Zudem schiebt sie den dringend notwendigen Besuch beim Hausarzt immer wieder auf (Inanspruchnahmebarriere durch Prokrastination), wodurch das Risiko einer schwerwiegenden Chronifizierung ihrer physischen und psychischen Beschwerden drastisch ansteigt.
Reformansätze
Die folgende Grafik zeigt den Überschuss und das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Erläutern Sie die Grafik. (Werte aus der Statista-Grafik „Diagnose: Defizit“ siehe unten)
Datenwerte der Grafik:
Jahr 2014: Defizit von ein Komma zwei null Milliarden Euro (-1,20 Milliarden Euro)
Jahr 2015: Defizit von ein Komma eins vier Milliarden Euro (-1,14 Milliarden Euro)
Jahr 2016: Überschuss von ein Komma drei acht Milliarden Euro (1,38 Milliarden Euro)
Jahr 2017: Überschuss von drei Komma eins fünf Milliarden Euro (3,15 Milliarden Euro)
Jahr 2018: Überschuss von zwei Komma null null Milliarden Euro (2,00 Milliarden Euro)
Jahr 2019: Defizit von ein Komma fünf mit fünf null Milliarden Euro (-1,50 Milliarden Euro)
Jahr 2020: Defizit von zwei Komma sechs fünf Milliarden Euro (-2,65 Milliarden Euro)
Jahr 2021: Defizit von fünf Komma sieben mit sieben null Milliarden Euro (-5,70 Milliarden Euro)
Die Infografik von Statista dokumentiert die jährlichen Finanzergebnisse der gesetzlichen Krankenkassen im Zeitraum von 2014 bis 2021:
In den Jahren 2014 und 2015 verzeichneten die Kassen moderate Defizite von knapp über einer Milliarde Euro.
Im Zeitraum von 2016 bis 2018 kam es zu einer deutlichen Konsolidierung mit beachtlichen Überschüssen, die im Jahr 2017 ihren historischen Höchststand mit plus drei Komma eins fünf Milliarden Euro erreichten.
Ab dem Jahr 2019 rutschte das System erneut in die roten Zahlen (minus ein Komma fünf null Milliarden Euro). Im Zuge der weltweiten Corona-Pandemie kam es in den Jahren 2020 und 2021 zu einer dramatischen Explosion des Defizits, welches im Jahr 2021 mit minus fünf Komma sieben Rechnungsdaten Milliarden Euro einen besorgniserregenden und absoluten Tiefpunkt markierte.
Begründen Sie anhand von drei Argumenten ausführlich, wie dem steigenden Defizit der gesetzlichen Krankenversicherungen begegnet werden könnte. Beziehen Sie hierbei auch die privaten Krankenversicherungen mit ein.
Um die strukturelle Finanzkrise der Gesetzlichen Krankenversicherung nachhaltig zu lösen, können folgende drei ordnungspolitischen Strategien begründet werden:
Einführung einer integrierten Bürgerversicherung unter Abschaffung des dualen Systems: Durch die Zusammenführung von Gesetzlicher Krankenversicherung und Privater Krankenversicherung würde die solidarische Einnahmenbasis massiv verbreitert. Bisher entziehen sich Gutverdiener, Beamte und Selbstständige dem Solidarausgleich der gesetzlichen Kassen. Wenn alle Bürgerinnen und Bürger einkommensabhängig in ein einheitliches System einzahlen, führt dies zu erheblichen Mehreinnahmen und einer Stabilisierung des Systems.
Anhebung oder Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze: Aktuell werden Einkommen nur bis zu einer gesetzlich definierten Obergrenze zur Beitragsberechnung herangezogen. Einkommensanteile darüber hinaus sind beitragsfrei. Eine Anhebung dieser Grenze würde dafür sorgen, dass wirtschaftlich leistungsstärkere Schichten einen proportional angemesseneren Beitrag zur Finanzierung der gesundheitlichen Versorgung leisten, was zu einer direkten Entlastung der Defizite führt.
Erweiterung der Beitragsfinanzierung auf alle Einkommensarten: Die Gesetzliche Krankenversicherung finanziert sich bisher fast ausschließlich über Beiträge auf das Einkommen aus abhängiger Erwerbsarbeit. Um die Finanzierung vom demografischen Wandel und dem Arbeitsmarkt zu entkoppeln, sollten auch andere Einkunftsarten wie Kapitalerträge, Mieteinnahmen, Zinsen und Unternehmensgewinne beitragspflichtig werden. Dies sorgt für eine krisenfeste und gerechtere Verteilung der finanziellen Lasten.
1. Einführung einer integrierten Bürgerversicherung unter Abschaffung des dualen Systems:
Durch die Zusammenführung von Gesetzlicher Krankenversicherung und Privater Krankenversicherung würde die solidarische Einnahmenbasis massiv verbreitert.
Bisher entziehen sich Gutverdiener, Beamte und Selbstständige dem Solidarausgleich der gesetzlichen Kassen.
Wenn alle Bürgerinnen und Bürger einkommensabhängig in ein einheitliches System einzahlen, führt dies zu erheblichen Mehreinnahmen und einer Stabilisierung des Systems.
2. Anhebung oder Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze:
Aktuell werden Einkommen nur bis zu einer gesetzlich definierten Obergrenze zur Beitragsberechnung herangezogen.
Einkommensanteile darüber hinaus sind beitragsfrei.
Eine Anhebung dieser Grenze würde dafür sorgen, dass wirtschaftlich leistungsstärkere Schichten einen proportional angemesseneren Beitrag zur Finanzierung der gesundheitlichen Versorgung leisten, was zu einer direkten Entlastung der Defizite führt.
3. Erweiterung der Beitragsfinanzierung auf alle Einkommensarten:
Die Gesetzliche Krankenversicherung finanziert sich bisher fast ausschließlich über Beiträge auf das Einkommen aus abhängiger Erwerbsarbeit.
Um die Finanzierung vom demografischen Wandel und dem Arbeitsmarkt zu entkoppeln, sollten auch andere Einkunftsarten wie Kapitalerträge, Mieteinnahmen, Zinsen und Unternehmensgewinne beitragspflichtig werden.
Dies sorgt für eine krisenfeste und gerechtere Verteilung der finanziellen Lasten.
Die drei Reformansätze gegen GKV-Defizite erweitern das System: Alle Menschen rein (Bürgerversicherung statt PKV), alle Einkommenshöhen ran (Grenze anheben/aufheben) und alle Einkunftsarten belasten (Zinsen, Mieten, Gewinne statt nur Arbeit).
Merke dir die drei Reformhebel mit dem Wort „A-L-L-E“:
ALLE Bürger \rightarrow Bürgerversicherung (PKV abschaffen; Beamte, Selbstständige & Reiche zahlen ein)
ALLE Höhen \rightarrow Beitragsbemessungsgrenze (Deckel hoch oder weg \rightarrow starke Schultern zahlen mehr)
ALLE Quellen \rightarrow Einkommensarten (Mieten, Zinsen, Gewinne und Aktienerträge einbeziehen)
Impfungen gehören zu den effektivsten Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Ordnen Sie die Präventionsmaßnahme Impfen der entsprechenden Art der Prävention zu und begründen Sie dies.
Zuordnung: Die Schutzimpfung ist eindeutig der Primärprävention zuzuordnen.
Begründung: Die Primärprävention setzt zeitlich vor dem Eintritt einer biologischen Erkrankung beziehungsweise vor dem Auftreten von messbaren Symptomen bei gesunden Individuen an. Das primäre Ziel besteht darin, die Entstehung von Krankheitsursachen lückenlos zu verhindern.
Durch die Applikation von Impfstoffen wird das Immunsystem eines gesunden Menschen gezielt angeregt, spezifische Antikörper und Gedächtniszellen aufzubauen, ohne die Erkrankung durchmachen zu müssen. Dadurch wird das Individuum vor einer zukünftigen Infektion geschützt. Zudem dient es über die Herdenimmunität dem kollektiven Schutz der Bevölkerung.
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gibt es in Deutschland - mit einer Ausnahme keine Imppflicht. Die Ausnahme bildet die Masern-Impfpflicht, die durch das am 01. März 2020 in Kraft getretene Masernschutzgesetz gilt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht jährlich aktuelle Impfempfehlungen aus, unter anderem für Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Diskutieren Sie anhand von jeweils vier Pro- und Kontra-Argumenten die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gegen Kinderkrankheiten für Säuglinge, Kinder und Jugendliche und nehmen Sie anschließend begründet Stellung. Bitte diskutieren Sie im Fließtext.
Die Einführung einer allgemeinen gesetzlichen Impfpflicht für Minderjährige berührt komplexe medizinische, ethische, juristische und gesellschaftliche Fragestellungen und muss differenziert abgewogen werden.
Vier Pro-Argumente für eine allgemeine Impfpflicht:
Gewährleistung der Herdenimmunität zum Schutz vulnerabler Gruppen: Bestimmte hochgradig infektiöse Krankheiten (beispielsweise Masern) erfordern eine Herdenimmunität von mindestens 95 Prozent in der Bevölkerung. Eine Impfpflicht sichert diese Quote und schützt somit Säuglinge, die noch zu jung für eine Impfung sind, sowie immunsupprimierte oder chronisch kranke Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.
Potenzial zur vollständigen Eradikation (Ausrottung) von Krankheitserregern: Wie die historische Ausrottung der Pocken gezeigt hat, können schwere Infektionskrankheiten durch weltweit flächendeckende, verpflichtende Impfquoten dauerhaft und global eliminiert werden, wodurch zukünftige Generationen vollständig geschützt sind.
Staatliche Fürsorgepflicht und Schutz des Kindeswohls: Kinder haben ein verfassungsmäßig geschütztes Grundrecht auf den bestmöglichen Schutz ihrer Gesundheit. Wenn Eltern aufgrund von Desinformation oder Nachlässigkeit notwendige Schutzimpfungen verweigern, muss der Staat im Sinne seiner Wächterfunktion eingreifen, um das Kind vor vermeidbaren, schweren Gesundheitsschäden oder dem Tod zu bewahren.
Nachhaltige Entlastung und Wirtschaftlichkeit des Gesundheitssystems: Durch die Vermeidung von Krankheitsausbrüchen werden teure stationäre Krankenhausbehandlungen, intensivmedizinische Betreuungen und die langfristigen Kosten von bleibenden Folgeschäden (beispielsweise Gehirnentzündungen bei Masern) verhindert. Dies sichert die finanziellen Ressourcen der Solidargemeinschaft.
Vier Kontra-Argumente gegen eine allgemeine Impfpflicht:
Schwerwiegender Eingriff in das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit: Eine Impfpflicht stellt einen massiven staatlichen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper dar. Eine medizinische Intervention gegen den expliziten Willen der Erziehungsberechtigten widerspricht fundamentalen ethischen Prinzipien der modernen Medizin.
Risiko von Impfkomplikationen und unvorhersehbaren Nebenwirkungen: Obwohl moderne Impfstoffe wissenschaftlich als sicher und evidenzbasiert gelten, birgt jede medizinische Intervention ein minimales Restrisiko für gesundheitliche Komplikationen beziehungsweise Impfschäden. Ein staatlicher Zwang ist ethisch hochgradig problematisch, wenn er Individuen der Gefahr eines Schadens aussetzt.
Verletzung des verfassungsmäßigen Elternrechts: Das Grundgesetz überträgt die primäre Pflege und Erziehung der Kinder den Eltern. Eine staatlich erzwungene Impfung stellt einen tiefgreifenden Übergriff in diese familiäre Autonomie und die individuelle Entscheidungsfreiheit der Erziehungsberechtigten dar.
Erzeugung von gesellschaftlicher Reaktanz und Vertrauensverlust: Staatlicher Zwang führt in Teilen der Bevölkerung zu erheblichem Widerstand, Radikalisierung und Misstrauen gegenüber dem gesamten Gesundheitssystem und staatlichen Institutionen. Dies kann dazu führen, dass betroffene Familien auch andere wichtige Angebote (wie die regulären Kinderfrüherkennungsuntersuchungen) aus Angst vor Sanktionen meiden.
Begründete Stellungnahme: Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass eine allgemeine Impfpflicht stets die absolute Grenze (Ultima Ratio) des staatlichen Handelns darstellen muss. Bevor ein so tiefgreifender Grundrechtseingriff legitimiert wird, müssen alle milderen Mittel im Sinne der Gesundheitsbildung vollständig ausgeschöpft werden. Hierzu zählen flächendeckende, transparente, laienverständliche und niedrigschwellige Aufklärungskampagnen durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst, die direkt in den Lebenswelten (Settings) wie Kitas und Schulen ansetzen. Erst wenn sich zeigt, dass trotz optimaler Aufklärung die Herdenimmunität dauerhaft unterschritten wird und eine konkrete, schwerwiegende Bedrohung für das Gesundheitssystem und das Leben vulnerabler Gruppen droht, ist eine gesetzlich verankerte Impfpflicht ethisch und gesundheitspolitisch als gerechtfertigt anzusehen.
Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen" (Weltgesundheitsorganisation, 1948, Seite 1).
a) Erläutern Sie, weshalb diese Definition der Weltgesundheitsorganisation kritisch betrachtet werden kann.
Diese Definition kann dahingehend kritisch betrachtet werden, da diese einen idealistischen Ansatz verfolgt, der nicht erreichbar ist.
Gesundheit bedeutet Vielfältigkeit und Individualität. Dafür sollten möglichst alle Dimensionen, die einen Einfluss auf die Gesundheit haben, miteinbezogen werden.
b) Gesundheit kann für jeden Menschen etwas anderes bedeuten. Nennen Sie sechs Dimensionen von Gesundheit und führen Sie jeweils ein Beispiel dazu auf.
(Inhaltliche Struktur basierend auf der Abbildung 3.1: Dimensionen von Gesundheit in Anlehnung an Naidoo und Wills, 2005, Seite 80)
Physisch (den Körper betreffend, zum Beispiel Fitness, gesund sein): Gute Gesundheit und Beschwerdefreiheit.
Psychisch (positives Lebens- und Selbstwertgefühl): Optimistische Lebenseinstellung.
Sozial (Gefühl der sozialen Unterstützung, Infrastrukturen für Gesundheit, zum Beispiel Einkommen, Integration): Vertrauen und Halt durch die Familie und Freundinnen und Freunden.
Emotional (Gefühle ausdrücken können, Beziehungen entwickeln und erhalten können): Gefühle äußern können und dabei respektiert zu werden.
Spirituell (moralische und religiöse Grundsätze in der Praxis umsetzen können): Religion frei wählen und praktizieren zu können.
Sexuell (Bereitschaft und Fähigkeit die eigene Sexualität befriedigend ausdrücken zu können): Eigene Sexualität ausdrücken und leben zu können.
(Zusatzdimensionen aus der Umwelt/Gesellschaft-Ebene der Grafik: Wohnen, Verkehr, Hygiene, Trinkwasser)
Physisch (den Körper betreffend, zum Beispiel Fitness, gesund sein):
Beispiel: Gute Gesundheit und Beschwerdefreiheit.
Psychisch (positives Lebens- und Selbstwertgefühl):
Beispiel: Optimistische Lebenseinstellung.
Sozial (Gefühl der sozialen Unterstützung, Infrastrukturen für Gesundheit, zum Beispiel Einkommen, Integration):
Beispiel: Vertrauen und Halt durch die Familie und Freundinnen und Freunden.
Emotional (Gefühle ausdrücken können, Beziehungen entwickeln und erhalten können):
Beispiel: Gefühle äußern können und dabei respektiert zu werden.
Spirituell (moralische und religiöse Grundsätze in der Praxis umsetzen können):
Beispiel: Religion frei wählen und praktizieren zu können.
Sexuell (Bereitschaft und Fähigkeit die eigene Sexualität befriedigend ausdrücken zu können):
Beispiel: Eigene Sexualität ausdrücken und leben zu können.
(Hinweis zur Grafik: Zusatzdimensionen aus der Umwelt-/Gesellschafts-Ebene: Wohnen, Verkehr, Hygiene, Trinkwasser).
Nach Naidoo & Wills umfasst Gesundheit sechs Dimensionen: den Körper (physisch), den Geist (psychisch), das Netzwerk (sozial), die Gefühle (emotional), den Glauben/Werte (spirituell) und die Sexualität (sexuell).
Merke dir das Wort „P-P-S-E-S-S“ (sprich: P-P-Stress):
P – Physisch \rightarrow Beschwerdefreiheit & Fitness
P – Psychisch \rightarrow Optimismus & Selbstwert
S – Sozial \rightarrow Familie & Freunde als Halt
E – Emotional \rightarrow Gefühle äußern & respektiert werden
S – Spirituell \rightarrow Religion & Werte praktizieren
S – Sexuell \rightarrow Eigene Sexualität leben
c) Skizzieren Sie, was unter dem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum verstanden wird.
Die gesundheitliche Situation eines Individuums kann als praktischer Ansatz im Kontext eines Gesundheits-Krankheits-Kontinuums beschrieben werden. Gesundheit und Krankheit werden zu verschiedenen Zeitpunkten innerhalb dieses Kontinuums unterschiedlich bewertet.
Zwischen den Zeitpunkten 1 und 2 verschiebt sich die Position in Richtung Krankheit, während sie sich zwischen Zeitpunkt 2 und Zeitpunkt 3 in Richtung Gesundheit verschiebt. Ein Beispiel für die Verschiebung von Zeitpunkt 1 nach Zeitpunkt 2 könnte eine akute Erkrankung sein, während die Entwicklung von Zeitpunkt 2 nach Zeitpunkt 3 Veränderungen im Gesundheitsverhalten eines erwachsenen Nikotinabhängigen sein könnte.
Aus der Perspektive des Kontinuums können die Unterschiede zwischen Gesundheitsförderung und Prävention weiterhin eingeordnet werden.
Grundkonzept des Kontinuums:
Die gesundheitliche Situation eines Individuums kann als praktischer Ansatz im Kontext eines Gesundheits-Krankheits-Kontinuums beschrieben werden.
Gesundheit und Krankheit werden zu verschiedenen Zeitpunkten innerhalb dieses Kontinuums unterschiedlich bewertet.
Dynamik und Verschiebung an Zeitpunkten:
Zwischen den Zeitpunkten 1 und 2 verschiebt sich die Position in Richtung Krankheit.
Zwischen Zeitpunkt 2 und Zeitpunkt 3 verschiebt sich die Position in Richtung Gesundheit.
Konkrete Beispiele für Verschiebungen:
Verschiebung von Zeitpunkt 1 nach 2 (Richtung Krankheit): Ein Beispiel könnte eine akute Erkrankung sein.
Entwicklung von Zeitpunkt 2 nach 3 (Richtung Gesundheit): Ein Beispiel könnten Veränderungen im Gesundheitsverhalten eines erwachsenen Nikotinabhängigen sein.
Bedeutung für Prävention und Gesundheitsförderung:
Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum ist eine dynamische Skala: Akute Erkrankungen verschieben die Position nach links Richtung Krankheit (Zeitpunkt 1 \rightarrow 2), positive Verhaltensänderungen wie der Rauchstopp verschieben sie nach rechts Richtung Gesundheit (Zeitpunkt 2 \rightarrow 3).
Merke dir das Bild der „Schieberegler-Skala (K \leftrightarrow G)“:
Punkt 1 \rightarrow 2 = Rotes Warnsignal (nach links zu K):
Akute Krankheit wirft den Schieberegler Richtung Krankheit.
Punkt 2 \rightarrow 3 = Grüner Hebel (nach rechts zu G):
Nikotinausstieg / Verhaltensänderung schiebt den Regler zurück Richtung Gesundheit.
Definieren Sie den Begriff Gesundheitsförderung und erläutern Sie, welche Rolle die Weltgesundheitsorganisation (Weltgesundheitsorganisation) bei der Einführung spielte.
Gesundheitsförderung strebt eine bessere Gesundheit und Bedürfnisbefriedigung für Menschen an und verschiebt sich im Gesundheits-Krankheits-Kontinuum in Richtung Gesundheit. Der Begriff wurde 1986 mit der Ottawa Charta der Weltgesundheitsorganisation eingeführt.
Gesundheitsförderung umfasst Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitsressourcen von Menschen, sowohl auf individueller als auch auf Gruppenebene in verschiedenen Lebensbereichen. Der Setting-Ansatz (Lebenswelt-Ansatz) verbindet das Gesundheitsinteresse mit Alltagsaktivitäten in unterschiedlichen Lebenswelten.
Definition und Ziel:
Gesundheitsförderung strebt eine bessere Gesundheit und Bedürfnisbefriedigung für Menschen an und verschiebt sich im Gesundheits-Krankheits-Kontinuum in Richtung Gesundheit.
Rolle der Weltgesundheitsorganisation (WHO):
Der Begriff wurde 1986 mit der Ottawa Charta der Weltgesundheitsorganisation eingeführt.
Maßnahmen und Ebenen:
Gesundheitsförderung umfasst Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitsressourcen von Menschen, sowohl auf individueller als auch auf Gruppenebene in verschiedenen Lebensbereichen.
Der Setting-Ansatz:
Der Setting-Ansatz (Lebenswelt-Ansatz) verbindet das Gesundheitsinteresse mit Alltagsaktivitäten in unterschiedlichen Lebenswelten.
Gesundheitsförderung (1986 durch die WHO / Ottawa-Charta eingeführt) stärkt Gesundheitsressourcen von Einzelnen und Gruppen und verbindet über den Setting-Ansatz den Alltag in Lebenswelten mit einer Verschiebung im Kontinuum Richtung Gesundheit.
Merke dir die Kernfakten mit dem Wort „O-R-T-E“:
O – Ottawa-Charta 1986 der WHO (Geburtsstunde des Begriffs)
R – Ressourcen stärken (auf Individual- und Gruppenebene)
T – Transfer ins Kontinuum (Verschiebung nach rechts Richtung Gesundheit)
E – Einbettung in Lebenswelten (Setting-Ansatz verknüpft Alltag & Gesundheit)
Beschreiben Sie die drei Arten von Prävention jeweils anhand der Zielvorstellung und jeweils anhand eines Beispiels.
Primärprävention: zielt auf eine Vermeidung von Krankheitsursachen bei einem gesunden Menschen. Beispiel:Impfungen.
Sekundärprävention: zielt auf eine Reduzierung von Risikofaktoren im Frühstadium einer Krankheit, um Krankheitsauslöser zu korrigieren. Beispiel: Krebsvorsorgeuntersuchungen wie die Prostatakrebsvorsorgeuntersuchung.
Tertiärprävention: zielt bei einer Erkrankung auf die Stabilisierung der gesundheitlichen Lage im Hinblick auf Folgeerkrankungen. Beispiel: Diabetesberatung zur Verhinderung von Folgeerkrankungen durch Diabetes mellitus.
Klima und Gesundheit
Aufgrund der steigenden Temperaturen in den Sommermonaten schlugen Amtsärztinnen und Amtsärzte kürzlich vor, auch in Deutschland für Beschäftigte eine verlängerte Mittagspause, angelehnt an die südeuropäische „Siesta", einzuführen.
Erläutern Sie, wie Umwelteinflüsse und Gesundheit zusammenhängen und wieso solch eine Regelung für manche Berufsgruppen sinnvoll sein könnte.
Die Gesundheit und das Wohlbefinden werden durch äußere Umwelteinflüsse maßgeblich beeinflusst. So steigt beispielsweise die Zahl der Hitzetode in Europa seit den letzten Jahren. Die Klimakrise wird in Zukunft dazu führen, dass auch die Sommer in Deutschland immer heißer und trockener werden. Der Juli 2023 war beispielsweise weltweit der heißeste Monat in der Geschichte seit der Wetteraufzeichnung. Diese Klimaänderung beeinflusst die Menschen in allen Lebenslagen - so auch in der Ausübung des Berufs.
Starke Hitze und hohe Temperaturen erhöhen das Risiko auf Überhitzung, Wasser- und Elektrolytverlust und belasten vor allem das Gehirn, den Kreislauf und die Nieren. Auch die Leistungsfähigkeit von Menschen wird beeinträchtigt. So können Konzentrationsprobleme durch schlechten Schlaf bei fehlender Abkühlung in der Nacht eine Folge von Hitze sein, was auch das Risiko eines Arbeitsunfalls erhöhen kann. Aber auch Kreislaufprobleme können bei Hitze vermehrt auftreten und bestehende Erkrankungen sich verschlechtern. Die Frühgeburtenrate steigt ebenso durch Hitze an.
Eine verlängerte Mittagspause, angelehnt an die südeuropäische Siesta, kann für alle Beschäftigte in Deutschland gesundheitsfördernd sein und ist daher als positiv zu bewerten. Jedoch gibt es Berufsgruppen, die besonders vor Hitze geschützt werden müssen. Dazu zählen etwa alle Menschen, die draußen im Freien und in der Sonne arbeiten müssen (zum Beispiel Straßenarbeiterinnen und Straßenarbeiter). Dennoch können Arbeitgebende Maßnahmen schaffen, um alle Beschäftigten auch im Büro zu schützen. Dazu zählt neben der installation von effektivem Sonnenschutz im Büro, auch das Beschaffen von Klimaanlagen und Ventilatoren, die Bereitstellung von Getränken und die Lockerung des Dress-Codes im Büro oder die Möglichkeit gänzlich auf Vertrauensarbeitszeit umzustellen.
Zusammenhang Umwelteinflüsse, Hitze und Gesundheit:
Die Gesundheit und das Wohlbefinden werden durch äußere Umwelteinflüsse maßgeblich beeinflusst.
So steigt beispielsweise die Zahl der Hitzetode in Europa seit den letzten Jahren.
Die Klimakrise wird in Zukunft dazu führen, dass auch die Sommer in Deutschland immer heißer und trockener werden (der Juli 2023 war beispielsweise weltweit der heißeste Monat in der Geschichte seit der Wetteraufzeichnung).
Diese Klimaänderung beeinflusst die Menschen in allen Lebenslagen – so auch in der Ausübung des Berufs.
Starke Hitze und hohe Temperaturen erhöhen das Risiko auf Überhitzung, Wasser- und Elektrolytverlust und belasten vor allem das Gehirn, den Kreislauf und die Nieren.
Auch die Leistungsfähigkeit von Menschen wird beeinträchtigt.
Konzentrationsprobleme durch schlechten Schlaf bei fehlender Abkühlung in der Nacht können eine Folge von Hitze sein, was auch das Risiko eines Arbeitsunfalls erhöhen kann.
Kreislaufprobleme können bei Hitze vermehrt auftreten und bestehende Erkrankungen sich verschlechtern.
Die Frühgeburtenrate steigt ebenso durch Hitze an.
Sinnhaftigkeit der Siesta und Schutz von Berufsgruppen:
Eine verlängerte Mittagspause, angelehnt an die südeuropäische Siesta, kann für alle Beschäftigte in Deutschland gesundheitsfördernd sein und ist daher als positiv zu bewerten.
Es gibt Berufsgruppen, die besonders vor Hitze geschützt werden müssen: Dazu zählen etwa alle Menschen, die draußen im Freien und in der Sonne arbeiten müssen (zum Beispiel Straßenarbeiterinnen und Straßenarbeiter).
Betriebliche Schutzmaßnahmen im Büro:
Dennoch können Arbeitgebende Maßnahmen schaffen, um alle Beschäftigten auch im Büro zu schützen.
Dazu zählt neben der Installation von effektivem Sonnenschutz im Büro auch das Beschaffen von Klimaanlagen und Ventilatoren.
Die Bereitstellung von Getränken.
Die Lockerung des Dress-Codes im Büro.
Die Möglichkeit, gänzlich auf Vertrauensarbeitszeit umzustellen.
Klimawandel und Hitze belasten Gehirn, Kreislauf, Nieren und Konzentration (Unfallgefahr, Frühgeburten) – eine Siesta schützt besonders Außenberufe (Straßenbau), während im Büro Kühlung, Getränke, lockere Kleidung und Vertrauensarbeitszeit entlasten.
Merke dir die Hitzefolgen und Maßnahmen mit dem Wort „S-I-E-S-T-A“:
S – Schlafdefizit & Konzentrationsverlust \rightarrow Arbeitsunfallrisiko steigt
I – Innere Organe belastet (Gehirn, Kreislauf, Nieren durch Wasser-/Elektrolytverlust)
Extreme Gefährdung von Außenarbeitern (z. B. Straßenbau)
Sonnenschutz, Klimaanlagen & Ventilatoren im Büro
Trinken bereitstellen & Textilien lockern (Dresscode-Lockerung)
Arbeitszeit flexibilisieren (Vertrauensarbeitszeit / Siesta-Pause)
Definieren Sie den Begriff Environmental Justice.
Environmental Justice (Umweltgerechtigkeit) bezieht sich darauf, ob Umweltbelastungen gleichmäßig auf alle Bevölkerungsgruppen verteilt sind. Es gibt erhebliche Unterschiede in der Wohnqualität, wobei sozial benachteiligte Gruppen oft näher an Umweltbelastungen leben. Dies hängt vor allem mit Grundstückspreisen und Mietniveaus zusammen. Die individuelle wirtschaftliche Lage beeinflusst die Gesundheit erheblich, da Wohnqualität käuflich ist.
Die Verantwortung für erforderliche Maßnahmen liegt vor allem bei politischen Entscheidungsträgern. Aber auch globale Klimaveränderungen führen dazu, dass vor allem der globale Süden stärker an den Folgen der Klimakrise, wie etwa Dürre und infolgedessen Hunger und gesundheitliche Einschränkungen, leidet, wobei der globale Norden zum Großteil für den hohen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß verantwortlich ist.
Environmental Justice (Umweltgerechtigkeit) bezieht sich darauf, ob Umweltbelastungen gleichmäßig auf alle Bevölkerungsgruppen verteilt sind.
Soziale Ungleichheit und Wohnqualität:
Es gibt erhebliche Unterschiede in der Wohnqualität, wobei sozial benachteiligte Gruppen oft näher an Umweltbelastungen leben.
Dies hängt vor allem mit Grundstückspreisen und Mietniveaus zusammen.
Die individuelle wirtschaftliche Lage beeinflusst die Gesundheit erheblich, da Wohnqualität käuflich ist.
Die Verantwortung für erforderliche Maßnahmen liegt vor allem bei politischen Entscheidungsträgern.
Globale Dimension der Klimakrise:
Globale Klimaveränderungen führen dazu, dass vor allem der globale Süden stärker an den Folgen der Klimakrise, wie etwa Dürre und infolgedessen Hunger und gesundheitliche Einschränkungen, leidet.
Der globale Norden ist zum Großteil für den hohen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß verantwortlich.
Environmental Justice fordert eine gerechte Verteilung von Umweltbelastungen – denn lokal bestimmt das Geld über die Wohnqualität (sozial Schwache wohnen im Schmutz/Lärm) und global leidet der arme Süden unter der \text{CO}_2-Last des reichen Nordens.
Merke dir die beiden Ebenen mit dem Wort „W-O-H-N-E-N“:
W – Wohnqualität ist käuflich (Miete & Grundstückspreise bestimmen Belastung)
O – Ort bestimmt Gesundheit (sozial Schwache näher an Belastungen)
H – Hunger & Dürre im globalen Süden
N – Norden verursacht den Großteil des \text{CO}_2-Ausstoßes
E – Environmental Justice = Faire Verteilung der Umweltlasten
N – Notwendige Maßnahmen liegen bei politischen Entscheidungsträgern
Karteikarte 8
Stellen Sie sich eine obdachlose Person während der Corona-Pandemie vor. Welchen Einfluss könnten die folgenden Faktoren auf die Gesundheit dieser Person ausüben?
Bei dieser Fragestellung ist es wichtig, dass Sie die unterschiedlichen influencefaktoren im Kontext einer Obdachlosigkeit reflektieren. Bitte führen Sie dafür begründete Argumente auf.
Einflussfaktoren
a) Soziale Beziehungen und soziale Unterstützung (Kontext siehe Karteikarte 8)
Viele obdachlose Menschen rutschen aufgrund von schwierigen Lebenseinschnitten in die Situation, auf der Straße zu leben. Durch psychische Erkrankungen oder Abhängigkeiten können oftmals auch zwischenmenschliche Beziehungen zerstört werden.
In der Corona-Pandemie waren diese Menschen meist auf sich allein gestellt, der Lock Down (Ausgangssperre / Schließung) erschwerte diese Problematik nochmals, da auch ehrenamtliche Tätigkeiten reduziert stattfanden. Dies könnte teilweise verstärkt zur sozialen Isolation und Einsamkeit geführt haben, was die Gesundheit dieser Bevölkerungsgruppe ganzheitlich beeinflusst haben könnte.
Viele obdachlose Menschen rutschen aufgrund von schwierigen Lebenseinschnitten in die Situation, auf der Straße zu leben.
Durch psychische Erkrankungen oder Abhängigkeiten können oftmals auch zwischenmenschliche Beziehungen zerstört werden.
In der Corona-Pandemie waren diese Menschen meist auf sich allein gestellt.
Der Lock Down (Ausgangssperre / Schließung) erschwerte diese Problematik nochmals, da auch ehrenamtliche Tätigkeiten reduziert stattfanden.
Dies könnte teilweise verstärkt zur sozialen Isolation und Einsamkeit geführt haben, was die Gesundheit dieser Bevölkerungsgruppe ganzheitlich beeinflusst haben könnte.
Schwierige Lebenseinschnitte, Psyche und Sucht zerstören oft das persönliche Umfeld von Obdachlosen – im Lockdown führten wegbrechende ehrenamtliche Hilfen zu extremer sozialer Isolation und Einsamkeit, die ihre Gesundheit ganzheitlich schädigten.
Merke dir die Kausalkette mit dem Wort „I-S-O-L-I-E-R-T“:
I – Individuelle Krisen (Lebenseinschnitte führen auf die Straße)
S – Sucht & psychische Krankheiten (zerstören Beziehungen)
O – Obdachlose stehen während der Pandemie alleine da
L – Lockdown & Schließungen
E – Ehrenamtliche Hilfen brechen weg
R – Radikal verstärkte Einsamkeit
T – Totale (ganzheitliche) Beeinträchtigung der Gesundheit
b) Bildungseinflüsse und Einkommen (Kontext siehe Karteikarte 8)
Obdachlose Menschen haben meist kein oder nur ein geringes Einkommen, was dazu führt, dass Hygieneartikel oder Desinfektionsmittel nicht gekauft werden konnten. Diese Menschen sind häufig auf das Ehrenamt oder Spenden angewiesen.
Oftmals leiden obdachlose Menschen unter Abhängigkeiten oder psychischen Erkrankungen, was einen Wiedereintritt in die Arbeitswelt oder in eine Ausbildung/Studium zudem erschwert - insbesondere während der Pandemie.
c) Umwelt und Wohnbedingungen (Kontext siehe Karteikarte 8)
Obdachlose Menschen hatten keine Möglichkeit, sich vor der Erkrankung zu schützen oder sich bei einer Infektion adäquat zu isolieren, was dazu geführt haben könnte, dass sich die Erkrankung auch innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe weiter verbreitete.
Außerdem waren hygienische Bedingungen oftmals nicht gegeben oder es gab keine Möglichkeit auf einen Rückzugsort - unter anderem wegen des Lock Downs (Ausgangssperre / Schließung).
d) Gesundheitsverhalten (Kontext siehe Karteikarte 8)
Aufgrund von Vorerkrankungen oder Abhängigkeiten ist auch die Motivation auf ein verbessertes Gesundheitsverhalten bei obdachlosen Menschen meist schlecht beziehungsweise reduziert.
Zudem haben Gesundheitskampagnen und -empfehlungen im Zuge der Corona-Pandemie obdachlose Menschen meist gar nicht oder nur unzureichend erreicht und somit nur bedingt einen positiv Einfluss auf das Gesundheitsverhalten dieser Menschen.
e) Gesundheitsversorgung (Kontext siehe Karteikarte 8)
Die Gesundheitsversorgung während der Corona-Pandemie konnte teilweise nicht mehr wie vor der Pandemie aufrechterhalten werden. Untersuchungen oder geplante Operationen mussten verschoben werden oder Stationen beziehungsweise Praxen von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten waren überfüllt. Obdachlosen wurde somit der Zugang zu Gesundheitsleistungen erschwert.
Zudem war der Zutritt zu Einrichtungen, aber auch Verkehrsmittel, nur mit gültigem negativem Test oder Impfbescheinigung möglich, was für diese Personengruppe weitere Hürden darstellen konnte.
Nennen Sie für die vertikale soziale Ungleichheit und für die horizontale soziale Ungleichheit jeweils drei Indikatoren.
Indikatoren vertikaler sozialer Ungleichheit:
Beruflicher Status
Indikatoren horizontaler sozialer Ungleichheit:
Definieren Sie den Begriff Gesundheitsförderung und erläutern Sie, welche Rolle die Weltgesundheitsorganisation bei der Einführung spielte.
Erläutern Sie den Setting-Ansatz (Lebenswelt-Ansatz) der Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation.
Die Ottawa-Charta für Gesundheitsförderung wurde von der Weltgesundheitsorganisation im Jahr 1986 veröffentlicht. Dieses Dokument stellt einen wichtigen Meilenstein in der Gesundheitsförderung dar und betont die Bedeutung von Maßnahmen und Ansätzen zur Verbesserung der Gesundheit in verschiedenen Lebensbereichen. Der Setting-Ansatz ist eine zentrale Komponente der Ottawa-Charta.
Der Setting-Ansatz in der Ottawa-Charta bezieht sich auf die Idee, dass die Gesundheit der Menschen maßgeblich von den Umgebungen und Lebenssituationen beeinflusst wird, in denen sie leben, arbeiten, spielen und lernen. Um die Gesundheit zu fördern, sollte die Aufmerksamkeit nicht nur auf individuelles Verhalten und biomedizinische Faktoren gerichtet sein, sondern auch auf die Gestaltung und Verbesserung dieser Umgebungen, die als "Settings" bezeichnet werden. Die Charta identifiziert verschiedene Settings, in denen Gesundheitsförderung stattfinden sollte, darunter etwa Schulen, Arbeitsplätze, Gemeinden und Gesundheitsdienste.
Der Setting-Ansatz betont die Idee, dass Gesundheitsförderung in diesen Settings durch die Schaffung gesunder Bedingungen und die Förderung gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen erreicht werden kann. Dies bedeutet, dass nicht nur die individuellen Fähigkeiten und Einstellungen der Menschen berücksichtigt werden, sondern auch die Strukturen und Bedingungen in diesen Lebensbereichen, die ihre Gesundheit beeinflussen.
Außerdem betont der Setting-Ansatz der Ottawa-Charta die Notwendigkeit der Zusammenarbeit und Koordination zwischen verschiedenen Akteurinnen und Akteuren, darunter Regierungen, Gemeinschaften, Arbeitgebende und Bildungseinrichtungen, um gemeinsam die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern. Indem Gesundheitsförderung in verschiedenen Lebensbereichen verankert wird, trägt der Setting-Ansatz dazu bei, die Gesundheit breiter Bevölkerungsgruppen zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen, anstatt nur auf die Behandlung von Krankheiten abzuzielen
Historischer Kontext & Kernbedeutung:
Die Ottawa-Charta für Gesundheitsförderung wurde von der Weltgesundheitsorganisation im Jahr 1986 veröffentlicht.
Dieses Dokument stellt einen wichtigen Meilenstein in der Gesundheitsförderung dar und betont die Bedeutung von Maßnahmen und Ansätzen zur Verbesserung der Gesundheit in verschiedenen Lebensbereichen.
Der Setting-Ansatz ist eine zentrale Komponente der Ottawa-Charta.
Grundidee und Definition:
Der Setting-Ansatz in der Ottawa-Charta bezieht sich auf die Idee, dass die Gesundheit der Menschen maßgeblich von den Umgebungen und Lebenssituationen beeinflusst wird, in denen sie leben, arbeiten, spielen und lernen.
Um die Gesundheit zu fördern, sollte die Aufmerksamkeit nicht nur auf individuelles Verhalten und biomedizinische Faktoren gerichtet sein, sondern auch auf die Gestaltung und Verbesserung dieser Umgebungen, die als „Settings“ bezeichnet werden.
Die Charta identifiziert verschiedene Settings, in denen Gesundheitsförderung stattfinden sollte, darunter etwa Schulen, Arbeitsplätze, Gemeinden und Gesundheitsdienste.
Verhalten und Verhältnisse:
Der Setting-Ansatz betont die Idee, dass Gesundheitsförderung in diesen Settings durch die Schaffung gesunder Bedingungen und die Förderung gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen erreicht werden kann.
Dies bedeutet, dass nicht nur die individuellen Fähigkeiten und Einstellungen der Menschen berücksichtigt werden, sondern auch die Strukturen und Bedingungen in diesen Lebensbereichen, die ihre Gesundheit beeinflussen.
Zusammenarbeit und Zielrichtung:
Außerdem betont der Setting-Ansatz der Ottawa-Charta die Notwendigkeit der Zusammenarbeit und Koordination zwischen verschiedenen Akteurinnen und Akteuren, darunter Regierungen, Gemeinschaften, Arbeitgebende und Bildungseinrichtungen, um gemeinsam die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern.
Indem Gesundheitsförderung in verschiedenen Lebensbereichen verankert wird, trägt der Setting-Ansatz dazu bei, die Gesundheit breiter Bevölkerungsgruppen zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen, anstatt nur auf die Behandlung von Krankheiten abzuzielen.
Der Setting-Ansatz (Ottawa-Charta 1986) fördert Gesundheit dort, wo Menschen leben, lernen, arbeiten und spielen (Schulen, Betriebe, Kommunen), indem Verhalten und Verhältnisse/Strukturen gemeinsam durch alle Akteure gestaltet werden, statt nur Krankheiten zu behandeln.
Merke dir die Kernaspekte mit dem Wort „L-E-B-E-N“:
L – Lebenswelten-Formel („leben, lernen, arbeiten, spielen“ in Schule, Betrieb, Gemeinde)
E – Entwicklung gesunder Bedingungen (Verhältnisse & Strukturen ändern)
B – Breite Kooperation (Regierungen, Arbeitgeber, Bildungseinrichtungen)
E – Einstellungen & Fähigkeiten der Menschen stärken (Verhalten)
N – Nicht nur behandeln, sondern Krankheiten vorbeugen und Gesundheit fördern
Skizzieren Sie drei gesundheitsfördernde Maßnahmen im Sinne des Setting-Ansatzes (Lebenswelt-Ansatz) der Ottawa-Charta.
In der Korrekturrichtlinie werden drei beispielhafte Handlungsfelder wie folgt skizziert:
Setting Schule: Beispielsweise könnte in Schulen der Setting-Ansatz bedeuten, gesunde Ernährungsmöglichkeiten in der Schulcafeteria anzubieten, Bewegung und Sport zu fördern, die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen oder rauchfreie Umgebungen zu schaffen.
Setting Arbeitsplatz: In Arbeitsumgebungen könnte dies die Schaffung sicherer Arbeitsbedingungen, die Förderung von Work-Life-Balance (Ausgewogenheit von Berufs- und Privatleben) und die Unterstützung von Maßnahmen zur Stressbewältigung umfassen.
Kommunales Wohnviertel: Die Gemeinde kann Grünflächen, Parks und öffentliche Freizeitbereiche schaffen und pflegen, um den Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit zu bieten, im Freien aktiv zu sein. Eine andere Maßnahme wäre die Schaffung von Geh- und Radwegen oder das Initiieren von Gemeinschaftsveranstaltungen und Gesundheitsinitiativen, wie etwa Gesundheitsmessen, Workshops, Sportveranstaltungen und gemeinsame Aktivitäten, die das soziale Wohlbefinden stärken.
Einflussfaktoren auf die Gesundheit
In einigen Ländern, unter anderem in Großbritannien, wird in vielen Museen für alle Besucherinnen und Besucher freier Eintritt angeboten. Auch in Deutschland finden solche Aktionen an manchen Tagen im Jahr statt, beispielsweise am 31.10.2023.
Beschreiben Sie anhand von zwei Argumenten, inwiefern sich das Angebot von kostenfrei zugänglichen Museen auf die Gesundheit von Menschen auswirken kann.
Das Angebot kostenfreien Zugangs zu Museen kann sich positiv auf die Gesundheit von Menschen auswirken, unter anderem durch etwa:
Reduzierung von Stress und sozialer Isolation: Der Besuch von Museen bietet den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, dem Alltagsstress zu entfliehen und in eine Welt der Kunst, Kultur und Geschichte einzutauchen. Dies kann zu einer Reduzierung von Stress führen, da Museen einen Ort der Entspannung und des Nachdenkens darstellen können. Darüber hinaus fördert der Museumsbesuch die soziale Interaktion, da Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit haben, sich mit anderen Menschen über die ausgestellten Werke auszutauschen (zum Beispiel durch Führungen). Dies kann dazu beitragen, soziale Isolation zu verringern, die insbesondere für die psychische Gesundheit schädlich sein kann.
Förderung des geistigen Wohlbefindens: Der Besuch von Museen kann das geistige Wohlbefinden anregen, da die Neugierde geweckt und das Lernen gefördert werden kann. Die Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Geschichte kann das Interesse an verschiedenen Themen wecken und das Gehirn stimulieren. Dies kann zur geistigen Gesundheit beitragen, insbesondere bei älteren Menschen, da es dazu beitragen kann, geistig aktiv zu bleiben. Darüber hinaus kann der Museumsbesuch die Kreativität anregen und die Fähigkeit zur Problemlösung fördern, was ebenfalls positive Auswirkungen auf die geistige Gesundheit haben kann.
Förderung von lebenslangem Lernen und Bildung: Der Zugang zu Museen ermöglicht den Menschen, lebenslanges Lernen zu praktizieren. Museen sind reiche Quellen für Bildung und Wissenserwerb. Wenn Menschen die Möglichkeit haben, Museen kostenfrei zu besuchen, fördert dies lebenslanges Lernen und die Weiterentwicklung von Wissen und Fähigkeiten. Dies ist besonders in einer Zeit des schnellen Wandels und der ständigen Weiterentwicklung von Wissen von Bedeutung. Menschen, die kontinuierlich lernen, sind oft besser in der Lage, sich den Anforderungen des modernen Lebens anzupassen. Dies wiederum kann ihr Selbstbewusstsein stärken und das Gefühl der Selbstwirksamkeit fördern, was sich positiv auf die psychische Gesundheit auswirken kann.
Soziale Gleichberechtigung fördert die Gesundheit: Wenn Museen kostenfrei zugänglich sind, werden sie für Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten und Einkommensgruppen zugänglich. Dies fördert die soziale Gleichberechtigung, da es Menschen unabhängig von ihrem finanziellen Hintergrund ermöglicht, an kulturellen Aktivitäten teilzunehmen und kulturelles Kapital zu erwerben. Dies ist wichtig, da soziale Ungleichheit oft mit gesundheitlichen Ungleichheiten einhergeht. Menschen mit niedrigerem Einkommen haben tendenziell einen schlechteren Zugang zu Bildung, kulturellen Aktivitäten und anderen gesundheitsfördernden Ressourcen.
Grenzen Sie die Begriffe Morbidität (Krankheitshäufigkeit) und Mortalität (Sterblichkeit) voneinander ab.
Morbidität beschreibt das Auftreten von Krankheiten oder Gesundheitsproblemen in einer Bevölkerung, während Mortalität sich auf die Anzahl der Todesfälle in einer Bevölkerung bezieht.
Beide Begriffe sind von großer Bedeutung für die Gesundheitsüberwachung, Forschung und Gesundheitspolitik, da sie dazu beitragen, Gesundheitstrends zu verstehen und Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung zu entwickeln.
Verfassen Sie fünf begründete Argumente, inwiefern sich ein Migrationshintergrund einer Person auf die Gesundheit dieser Person auswirken kann.
Die offizielle Lösung der Korrekturrichtlinie führt hierzu folgende fünf Argumente auf:
Zugang zur Gesundheitsversorgung: Personen mit Migrationshintergrund können aufgrund von Sprachbarrieren, fehlendem Wissen über das Gesundheitssystem im Gastland oder rechtlichen Einschränkungen Schwierigkeiten beim Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Dies kann zu Verzögerungen bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten führen.
Kulturelle Unterschiede: Kulturelle Unterschiede zwischen dem Herkunftsland und dem Aufnahmeland können sich auf die Gesundheit auswirken. Unterschiedliche kulturelle Einstellungen zur Gesundheit, Ernährung und medizinischen Behandlungen können das Gesundheitsverhalten beeinflussen.
Psychosoziale Belastungen: Migrantinnen beziehungsweise Migranten und Flüchtende können psychosozialen Belastungen ausgesetzt sein, die sich auf die Gesundheit auswirken, darunter Traumata aus dem Herkunftsland, Stress durch die Einwanderung und soziale Isolation im Aufnahmeland. Dies kann das Risiko für psychische Gesundheitsprobleme erhöhen.
Arbeitsbedingungen und Einkommen: Migrantinnen und Migranten sind oft in Jobs mit niedrigerem Einkommen und schlechteren Arbeitsbedingungen beschäftigt. Dies kann zu stressbedingten Gesundheitsproblemen und einem Mangel an finanziellen Ressourcen für eine angemessene Gesundheitsversorgung führen.
Diskriminierung und soziale Integration: Diskriminierung und soziale Isolation können die Gesundheit negativ beeinflussen. Menschen mit Migrationshintergrund können Diskriminierungserfahrungen machen, die sich auf ihre psychische und physische Gesundheit auswirken. Die Fähigkeit, sich in die Gesellschaft zu integrieren, kann ebenfalls einen großen Einfluss auf die Gesundheit haben.
Zusammenfassung der Korrekturrichtlinie: Zusammenfassend kann der Migrationshintergrund einer Person erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben, da er den Zugang zur Gesundheitsversorgung, kulturelle Faktoren, psychosoziale Belastungen, Arbeitsbedingungen und soziale Integration beeinflusst. Die Anerkennung dieser Zusammenhänge ist wichtig, um die Gesundheit von Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern und Gesundheitsdisparitäten (gesundheitliche Ungleichheiten) abzubauen. Es ist notwendig, Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitiken kultursensibel und inklusiv zu gestalten.
Beschreiben Sie das Konzept der Familiengesundheitspflege in seinen Grundzügen und nennen Sie drei Zielgruppen, an die die Familiengesundheitspflege adressiert werden kann.
Grundzüge: Die Familiengesundheitspflege (Family Health Nursing and Midwifery) wurde vom europäischen Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt mit dem Ziel, die primäre Gesundheitsversorgung zu stärken. Die Familiengesundheitspflege ist auf die gesamte Lebensspanne und alle Familienmitglieder ausgerichtet, wobei der Familienbegriff in diesem Konzept „offen" gehalten wird. Als Familie wird demnach eine Gruppe verstanden, die sich als eine solche definiert, also jegliche Form des sozialen Zusammenlebens.
Zielgruppen (laut Korrekturrichtlinie können hierzu genannt werden):
Gesundheitlich, sozial und wirtschaftlich benachteiligte Einzelpersonen, Familien und Bevölkerungsgruppen.
Vulnerable (verletzliche) Gruppen, wie Menschen mit Migrationshintergrund, Kinder und Jugendliche, Frauen mit Risikoschwangerschaften, ältere Menschen etc. (et cetera).
Familien in Krisen- und Umbruchsituationen.
Alleinerziehende Elternteile.
Chronisch kranke und/oder pflegebedürftige Menschen.
Menschen mit Behinderungen.
Erläutern Sie den Unterschied zwischen health inequality (gesundheitliche Ungleichheit) und health inequity (gesundheitliche Ungerechtigkeit) jeweils anhand eines selbstgewählten Beispiels.
Der Begriff health inequality umfasst sämtliche soziale Unterschiede im Gesundheitszustand (beispielsweise Erkrankungen aufgrund von Alter), während health inequity darauf hinweist, dass es sich um als ungerecht empfundene soziale Unterschiede im Gesundheitszustand handelt, also problematische gesundheitliche Ungleichheiten (beispielsweise der Zugang zu Angeboten der medizinischen Gesundheitsversorgung aufgrund des Wohnortes).
Grenzen Sie die Verhaltensprävention von der Verhältnisprävention ab.
Die Abgrenzung gestaltet sich laut Korrekturrichtlinie wie folgt:
Verhältnisprävention: Sie bezieht sich auf Aktivitäten der Verbesserung der Risikodimensionen in Bezug auf die Rahmenbedingungen der Lebens- und Arbeitssituation von Menschen. Beispiele für eine bevölkerungsbezogene Verhältnisprävention wären etwa verstärkte Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit oder die Einrichtung von Fahrradstraßen in Stadtgebieten.
Verhaltensprävention: Eine individuumsbezogene Verhaltensprävention setzt demgegenüber in der Regel am konkreten Gesundheitsverhalten in verschiedenen Kontexten an (zum Beispiel am Essverhalten, am Suchtverhalten, am Bewegungsverhalten), um für die Gesundheit nachteilige Verhaltensmuster gezielt zu beeinflussen. Hierzu bedient sich die Verhaltensprävention unterschiedlicher Herangehensweisen: Informationsbereitstellung als gesundheitliche Aufklärung, Methoden der organisierten Gesundheitserziehung, Bonusprogramme der Krankenkassen als direkter finanzieller Anreiz.
Zusatzaspekt: Die gesundheitliche Situation von Kindern und Jugendlichen wird neben den einwirkenden Kontexten der Familie, Nachbarschaft sowie der Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wesentlich durch ihr sukzessiv im Zuge der Sozialisation gelerntes Gesundheitsverhalten bestimmt.
Lernstoff
Dichotomes Modell:
Gesundheit und Krankheit schließen sich gegenseitig aus (Schwarz-Weiß-Prinzip: entweder gesund oder krank).
Bezug zu Göckenjan: Entspricht dem Abgrenzungskonzept.
Kontinuum-Modell (das dritte Modell):
Gesundheit und Krankheit sind zwei Gegenpole auf einer gemeinsamen, kontinuierlichen Achse (Salutogenese).
Bezug zu Göckenjan: Entspricht der Funktionsaussage (Graduelle Abstufung: weder vollkommen gesund noch vollkommen krank).
Orthogonales Modell:
Gesundheit und Krankheit existieren als zwei unabhängige Achsen nebeneinander.
Man kann objektiv krank sein und sich gleichzeitig subjektiv gesund/erfüllt fühlen.
Bezug zu Göckenjan: Entspricht der Wertaussage (Gleichzeitiges Vorhandensein von gesunden und kranken Anteilen bei hoher Lebensqualität).
Dichotom = Entweder/Oder (Göckenjan: Abgrenzungskonzept).
Kontinuum = Stufenlose Skala (Göckenjan: Funktionsaussage).
Orthogonal = Zwei getrennte Achsen nebeneinander (Göckenjan: Wertaussage).
Merke dir das Kürzel „D-K-O zu A-F-W“:
Dichotom \rightarrow Abgrenzung (Schalter an/aus: Krank oder gesund)
Kontinuum \rightarrow Funktion (Schieberegler: Mehr oder weniger leistungsfähig)
Orthogonal \rightarrow Werte (Kreuzdiagramm: Krank auf Papier, aber wertvoll & wohlauf im Leben)
Last changed3 days ago