Was ist der Kammsche Kreis?
Der Kammsche Kreis ist eine physikalische Darstellung , die zeigt, wie viel Kraft ein Reifen maximal auf die Fahrbahn übertragen kann.
Das Grundprinzip
Ein Reifen kann nur eine begrenzte Gesamtreibungskraft auf die Straße übertragen. Diese maximale Kraft wird im Diagramm durch den Radius des Kreises dargestellt. Die wirkenden Kräfte teilen sich in zwei Hauptrichtungen auf:
Längskräfte: Kräfte, die beim Beschleunigen (Antriebskraft) oder Bremsen (Bremskraft) entstehen.
Querkräfte: Kräfte, die das Fahrzeug in der Spur halten (Seitenführungskräfte bei Kurvenfahrt.
Haftung vs. Gleiten
Innerhalb des Kreises: Die Kombination aus Längs- und Querkraft ist kleiner als der Radius. Der Reifen befindet sich im Bereich der Haftreibung – das Fahrzeug fährt stabil.
Auf der Kreislinie: Das absolute Limit des Reifens (maximaler Grip) ist erreicht.
Außerhalb des Kreises: Die Kräfte übersteigen die physikalische Grenze. Der Reifen wechselt in die Gleitreibung, bricht aus und das Fahrzeug gerät außer Kontrolle (Rutschen, Unter-/Übersteuern).
Das wichtigste Prinzip des Kammschen Kreises lautet: Ein Reifen kann jede Kraft nur einmal übertragen. Wenn Sie einen Teil der Reifenhaftung für Kurvenkräfte verbrauchen, steht dieser Anteil nicht mehr zum Bremsen oder Beschleunigen zur Verfügung.
Beispiel:
Beispiel Vollbremsung: Stehen Sie voll auf der Bremse, beansprucht die Bremskraft
des Kreisradius. Versuchen Sie nun gleichzeitig zu lenken, verlässt die resultierende Kraft den Kreis – das Fahrzeug rutscht geradeaus.
Beispiel Kurvenfahrt: Fahren Sie extrem schnell durch eine Kurve ("auf der letzten Rille"), benötigt die Seitenführung fast
des Radius. Jedes zusätzliche Bremsen oder Gasgeben führt unweigerlich zum Abfliegen
Physikalische Darstellung KAMMSCHER KREIS
Was versteht man unter der resultierenden Kraft?
Wenn Sie mit dem Auto fahren, wirken am Reifen meistens zwei Kräfte gleichzeitig:
Längskraft : Die Kraft durch Bremsen oder Beschleunigen (vorwärts/rückwärts).
Seitenkraft: Kraft durch das Lenken in der Kurve (seitwärts).
Diese beiden Kräfte stehen im rechten Winkel zueinander. Die Resultierende ist die diagonale Kraft, die schräg dazwischen entsteht.
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