Was sind Räder?
stellen den Kontakt zwischen Karosserie und Fahrbahn her.
Übertragen Bremskräfte, Beschleunigungskräfte, Seitenführungskräfte
Nehmen Gewichtsgräfte des Fahrzeugs auf
Aus was besteht ein Rad?
FELGE + REIFEN
Wo steht etwas zu Reifen?
STVZO §36
Um einen Reifen auf Verkehrssicherheit zu prüfen, musst du die folgenden 5 Punkte kontrollieren. Am einfachsten merkst du dir dafür das Wort „P-A-P-S-T“ als Eselsbrücke:
Profiltiefe (mind. 1,6 mm)
Alter (DOT Nummer)
Reifendruck (Tankdeckel, Türholm)
Schäden (Sichtprüfung)
Tragbild (Gleichmäßige Abnutzung)
evtl. noch Radmuttern (eher nicht)
Reifenbezeichnung
GeschwindigkeitsIndex
M: max. 130 kmh
N: max. 140 kmh
H: max. 210 kmh
T: max. 190 kmh
S: max. 180 kmh
Q: max. 190 kmh
Wo im Fahrzeugschein steht die Reifenbezeichnung ?
15.1
15.2
Wie ist ein Reifen aufgebaut?
Bestandteile
Unterschied Diagonalreifen und Radialreifen
Der Hauptunterschied zwischen Diagonal- und Radialreifen liegt im inneren Aufbau der Karkasse, genauer gesagt in der Ausrichtung der Gewebeschichten (Cordlagen) unter der Lauffläche.
Während bei Diagonalreifen die Fäden kreuzweise schräg angeordnet sind, verlaufen sie bei Radialreifen im 90-Grad-Winkel (radial) zur Fahrtrichtung
Erkennung auf der Reifenflanke
Die Bauart lässt sich direkt an der Reifenbezeichnung ablesen. Ein Radialreifen trägt ein „R“ vor dem Felgendurchmesser (z.B. 195/65 R 15). Bei einem Diagonalreifen steht an dieser Stelle ein Bindestrich „-“ oder ein „B“ für Bias-Ply
Profiltiefe
1. Profiltiefe (Gesetz vs. Sicherheit)
Gesetzliches Minimum: In Deutschland und den meisten EU-Ländern liegt die gesetzliche Mindestprofiltiefe bei 1,6 mm. Bei Unterschreitung drohen Bußgelder und Punkte.
Empfehlung für Sommerreifen: Experten wie der ADAC raten zu mindestens 3 mm, da sonst das Aquaplaning-Risiko drastisch steigt.
Empfehlung für Winterreifen: Hier sollten es mindestens 4 mm sein, um im Schnee noch ausreichend Griff zu haben.
Der 1-Euro-Test: Der goldene Rand einer Ein-Euro-Münze ist exakt 3 mm breit. Verschwindet er im Profil, ist der Sommerreifen noch im sicheren Bereich.
Reifenalter
2. Das Reifenalter (Die DOT-Nummer)
(Department of Transportation)
Die Kennzeichnung: Das Alter lässt sich an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen. Die letzten vier Ziffern (z. B. 2224) stehen für die 22. Kalenderwoche im Jahr 2024.
2224
Das Limit: Unabhängig vom Profil altert die Gummimischung und wird spröde. Spätestens nach 6 Jahren (bei Winterreifen) bzw. 8 bis 10 Jahren (bei Sommerreifen) sollten Reifen ersetzt werden.
Reifendruck
Der Reifendruck (Sicherheit und Kosten)
Auswirkungen: Zu geringer Reifendruck erhöht den Kraftstoffverbrauch, verlängert den Bremsweg und lässt den Reifen ungleichmäßig verschleißen.
Kontrolle: Der Druck sollte alle zwei Wochen im kalten Zustand der Reifen geprüft werden. Die korrekten Werte stehen meist im Tankdeckel oder am Türholm der Fahrerseite
Wichtige Symbole und Kennzeichnungen
Wichtige Symbole & Kennzeichnungen
Das Alpine-Symbol (Schneeflocke im dreizackigen Berg): Dies ist das einzige gültige Symbol für zulässige Winter- und Ganzjahresreifen bei situativer Winterreifenpflicht.
Aus für alte M+S Reifen: Reifen, die nur eine „M+S“-Kennzeichnung (Matsch und Schnee) ohne das Alpine-Symbol besitzen, sind bei winterlichen Straßenverhältnissen strikt verboten.
Geschwindigkeitsindex: Der letzte Buchstabe der Reifenkennzeichnung (z. B. das „H“ bei 195/65 R15 91H) gibt die maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit an (H = bis 210 km/h). Dieser Wert darf nicht unter der eingetragenen Höchstgeschwindigkeit des Autos liegen
Radbolzen nachziehen
Nach dem Radwechsel: Sobald neue Reifen oder Räder montiert wurden, müssen die Radmuttern bzw. Radbolzen nach einer Fahrstrecke von ca. 50 Kilometern noch einmal mit einem Drehmomentschlüssel nachgezogen werden.
Der Grund: Durch die ersten Fahrbewegungen und Vibrationen können sich die Bolzen minimal setzen, was im schlimmsten Fall zum Lösen des Rades führen kan
Reifen von O nach SO tauschen (Reifenrotation)
Ungleichmäßiger Verschleiß: Bei fast allen Autos verschleißen die Reifen auf der Antriebsachse deutlich schneller.
Die Lösung: Um ein gleichmäßiges Abnutzungsbild zu erhalten und die maximale Lebensdauer herauszuholen, sollten die Reifen etwa alle 10.000 bis 15.000 Kilometer achsweise (von vorne nach hinten) getauscht werden.
Wichtig bei laufrichtungsgebundenen Reifen: Viele moderne Reifen besitzen ein V-Profil mit der Aufschrift „Rotation“ oder einem Pfeil auf der Flanke. Diese Reifen dürfen nur auf derselben Fahrzeugseite von vorn nach hinten getauscht werden, da sie sich sonst falsch herum drehen würden.
Welche Reifenkategorien werden auf dem Label verglichen?
Der Aufkleber beim Kauf: Jeder Neureifen besitzt ein standardisiertes EU-Label, ähnlich wie man es von Kühlschränken kennt. Es hilft dir, Reifen direkt miteinander zu vergleichen:
Kraftstoffeffizienz (Klassen A–E): Zeigt den Rollwiderstand. Ein A-Reifen spart im Vergleich zu Klasse E spürbar Kraftstoff.
Nasshaftung (Klassen A–E): Zeigt, wie gut der Reifen bei Nässe bremst. Der Bremswegunterschied zwischen Klasse A und E kann bei 80 km/h über 10 Meter betragen.
Rollgeräusch (Klasse A–C und Dezibel-Angabe): Gibt an, wie laut das Vorbeifahrgeräusch des Reifens im Außenbereich ist
Reifenlagerung
Kompletträder (Reifen auf Felgen): Sollten am besten liegend übereinander (z. B. auf einem Felgenbaum) oder hängend an der Wand gelagert werden.
Reifen ohne Felgen: Sollten senkrecht stehend gelagert und alle paar Wochen ein Stück gedreht werden, um Druckstellen (Standplatten) zu vermeiden.
Die Umgebung: Der Lagerort muss kühl, trocken und dunkel sein. UV-Strahlung und Benzin-/Ölkontakt lassen den Gummi extrem schnell altern und spröde werden
1. Radwechsel: Auswuchten nicht vergessen
Das Problem: Reifen und Felgen laufen nie zu 100 % rund. Schon minimale Gewichtsabweichungen von wenigen Gramm führen bei hohen Geschwindigkeiten zu einer Unwucht.
Die Folge: Das Lenkrad fängt an zu flattern oder zu vibrieren. Das strapaziert nicht nur die Nerven, sondern schädigt auf Dauer das Radlager, die Stoßdämpfer und die gesamte Radaufhängung.
Die Regel: Beim Neukauf von Reifen ist das Auswuchten Pflicht. Werden die Räder saisonal selbst gewechselt, sollten sie mindestens alle zwei Jahre in einer Werkstatt nachgewuchtet werden
Was tun bei Reifenpannen? (Das Reserverad stirbt aus)
Pannenset statt Ersatzrad: Moderne Autos haben aus Gewichts- und Platzgründen fast nie mehr ein echtes Ersatzrad im Kofferraum. Stattdessen liegt dort ein Reifenpannenset (Dichtmittel und Kompressor).
Das Problem bei Dichtmittel: Das Dichtmittel hilft nur bei kleinen Einstichen (z. B. durch einen Nagel) in der Lauffläche. Ist die Reifenflanke aufgerissen, versagt es. Zudem ist der Reifen nach der Nutzung von Dichtmittel nicht mehr reparierbar und muss zwingend ersetzt werden.
Haltbarkeit checken: Auch das flüssige Reifendichtmittel im Kofferraum altert und hat ein Ablaufdatum (meistens ca. 4 Jahre). Ist es abgelaufen, funktioniert es im Ernstfall nicht mehr
Tragfähigkeitsindex (Load Index)
Die unterschätzte Zahl: Neben der Reifengröße und dem Geschwindigkeitsindex steht auf der Flanke auch eine zweistellige oder dreistellige Zahl (z. B. die 91 bei 195/65 R15 91H).
91
Die Bedeutung: Das ist der Tragfähigkeitsindex. Er gibt an, wie viel Gewicht ein einzelner Reifen maximal tragen darf (91 steht beispielsweise für 615 kg).
Wichtig: Du darfst niemals Reifen mit einem niedrigeren Tragfähigkeitsindex montieren als im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) vorgegeben ist. Ein höherer Index ist dagegen völlig legal
Das Reifendruckkontrollsystem (RDKS)
Die Pflicht: Alle Neuwagen müssen seit November 2014 verpflichtend mit einem automatischen Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein.
Die zwei Systeme:
Indirektes RDKS: Misst den Druck nicht selbst, sondern erkennt einen Druckverlust über die ABS-Sensoren (ein Reifen mit weniger Luft hat einen kleineren Abrollumfang und dreht schneller). Kostenneutral beim Reifenwechsel.
Direktes RDKS: Hier sitzt in jedem Rad ein echter, batteriebetriebener Sensor im Ventil. Achtung beim Reifenwechsel: Diese Sensoren müssen beim Räderwechsel oft neu angelernt werden, und die Batterien halten nur etwa 5 bis 7 Jahre. Danach muss der gesamte Sensor getauscht werden.
Mischbereifung (Was ist erlaubt?)
Gesetzliche Vorgabe: Es ist in Deutschland gesetzlich verboten, Diagonal- und Radialreifen am selben Fahrzeug zu mischen.
Unterschiedliche Hersteller/Profile: Es ist gesetzlich erlaubt, auf der Vorderachse Reifen von Marke A und auf der Hinterachse Reifen von Marke B zu fahren (solange die Dimensionen stimmen).
Sicherheitsempfehlung: Aus Sicherheitsgründen raten Experten jedoch dringend davon ab. Am besten fährt sich ein Auto, wenn auf allen vier Positionen das exakt gleiche Reifenmodell des gleichen Herstellers montiert ist, da sonst das Fahrverhalten in extremen Situationen (z. B. bei Vollbremsungen im Regen) unberechenbar werden kann
Warum sind Reifen schwarz?
Der Ruß erfüllt extrem wichtige technische Aufgaben, die den Reifen überhaupt erst sicher machen:
Höhere Abriebfestigkeit: Ruß stabilisiert die Gummimischung, härtet sie und verringert den Verschleiß drastisch. Ohne Ruß würde ein Reifen keine 10 % seiner heutigen Laufleistung erreichen.
UV- und Ozonschutz: Das Carbon Black absorbiert schädliche UV-Strahlen der Sonne. Dadurch wird verhindert, dass der Gummi spröde, rissig und brüchig wird.
Bessere Wärmeableitung: Während der Fahrt entsteht durch Reibung und Verformung Hitze. Der Ruß leitet diese Wärme vom Profil ab und schützt den Reifen vor dem Überhitzen.
Optimale Bodenhaftung: Die physikalischen Eigenschaften von Ruß verbessern den Grip und die Kraftübertragung auf den Asphalt deutlich
Schneeketten
Schnee und Eis verhindern in bestimmten Maße den Kraftschluss zwischen Reifen und Fahrbahn.
Durch die Nutzung von Schneeketten kann der Kraftschluss verbessert werden.
Zulässige Höchstgeschwindigkeit: 50 kmh
StvzO §37
Reifenschäden und ihre Ursachen :
Einseitiger Verschleiß (Außen- oder Innenkante)
Schadensbild: Das Profil ist nur auf einer Seite des Reifens (entweder ganz außen oder ganz innen) stark abgefahren.
Ursachen:
Verstellte Spur: Zu viel Vorspur nutzt die Außenkanten ab, zu viel Nachspur die Innenkanten.
Verstellter Sturz: Ein falscher Neigungswinkel des Rades führt ebenfalls zu dieser einseitigen Belastung.
Defekte Fahrwerksteile: Ausgeschlagene Lager oder defekte Stoßdämpfer verändern die Radgeometrie während der Fahrt.
2. Beidseitiger Verschleiß an den Außenkanten
Schadensbild: Die Reifenmitte hat noch viel Profil, aber beide äußeren Schultern des Reifens sind stark abgefahren.
Zu geringer Luftdruck: Der Reifen läuft verstärkt auf seinen Außenkanten, während sich die Mitte nach innen wölbt.
Häufige Überladung: Das Fahrzeuggewicht drückt den Reifen platt, was denselben Effekt wie zu wenig Luftdruck hat.
3. Starker Verschleiß in der Reifenmitte
Schadensbild: Das Profil ist in der Mitte der Lauffläche komplett abgefahren, während die Außenkanten noch gut aussehen.
Zu hoher Luftdruck: Der Reifen bläht sich in der Mitte auf. Er hat nur noch im Zentrum Kontakt zur Straße und nutzt sich dort extrem schnell ab.
Risse
Schadensbild: Viele feine Risse in der Reifenflanke oder im Profilgrund. Das Gummi wirkt grau und spröde.
Hohes Alter: Die Weichmacher im Gummi verflüchtigen sich mit den Jahren.
Umwelteinflüsse: Starke UV-Einstrahlung (Sonne) und Ozon greifen das Material an.
Lange Standzeiten: Reifen, die monatelang unbewegt in der Sonne stehen (z. B. bei Wohnmobilen), altern extrem schnell.
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