Was beschreibt das Untersteuern/Übersteuern?
Untersteuern und Übersteuern beschreiben das physikalische Verhalten eines Autos in Kurven, wenn die Reifen ihre Haftungsgrenze überschreiten
Was beeinflusst das Über/untersteuern?
Die Lage des Schwerpunktes
Liegt der Schwerpunkt vorn, schiebt sich das Fahrzeug über die Vorderachse aus der Kurve hinaus. Um die gewollte Fahrtrichtung einzuhalten, muss der FZ Führer die Räder weiter einschlagen, als wolle er eine engeren Kurve befahren.
Liegt der Schwerpunkt hinten, wird das Übersteuern verstärkt. Die Hinterachse dränkt aus der Kurve hinaus und der tatsächlich gefahrene Bogen wird enger.
Zeichnung:
Welche Aufgabe hat diesbezüglich das ESP?
Das ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) greift bei Unter- und Übersteuern blitzschnell ein, indem es gezielt einzelne Räder abbremst und bei Bedarf die Motorleistung drosselt.
Was bedeutet Untersteuern?
Beim Untersteuern rutscht das Fahrzeug über die Vorderachse. Das Auto lenkt weniger stark ein, als Sie es am Lenkrad vorgeben, und drängt zum äußeren Kurvenrand
Typische Ursachen?
hohe Geschwindigkeit
zu schnelle Lenkbewegung
Wir reagiert der Fahrschüler hierbei?
Fuß vom Gas: Dadurch verlagert sich das Gewicht nach vorne auf die Vorderachse, was den Grip der Vorderreifen erhöht.
Lenkwinkel leicht öffnen: Klingt paradox, aber wenn Sie das Lenkrad ein Stück zurückdrehen (gerader stellen), können die Reifen wieder Grip aufbauen. Zu starkes Einlenken verschlimmert das Rutschen nur.
Blicken Sie dorthin, wo Sie hinwollen: Schauen Sie nicht auf das Hindernis, sondern konzentrieren Sie sich auf den Kurvenausgang
Wie reagiert das ESP hierbei?
Das Fahrzeug lenkt in einer Kurve nicht stark genug ein.
Die Reaktion des ESP: Das System drosselt sofort das Motorgas und bremst gezielt das kurveninnere Hinterrad ab.
Der physikalische Effekt: Stellen Sie sich einen Einkaufswagen vor, bei dem Sie das hintere linke Rad blockieren – der Wagen wird automatisch nach links drängen. Genau das passiert hier: Durch die Bremsung zieht sich die Nase des Autos aktiv hinein in die Kurve.
Was bedeutet Übersteuern?
Beim Übersteuern verliert die Hinterachse die Haftung. Das Heck des Fahrzeugs drängt nach außen, wodurch sich das Auto stärker in die Kurve hineindreht als beabsichtigt und im schlimmsten Fall ins Schleudern gerät.
Zu viel Gas geben in der Kurve (Lastwechsel) oder plötzliches Bremsen, wodurch das Heck leicht wird.
Wie reagiert das ESP diesbezüglich?
Das Fahrzeug lenkt zu stark ein, das Heck drängt nach außen und das Auto droht sich zu drehen.
Die Reaktion des ESP: Das System bremst blitzschnell das kurvenäußere Vorderrad ab.
Der physikalische Effekt: Dieses Rad wirkt wie ein stabiler Dreh- und Angelpunkt (ein Anker) an der Außenseite. Es bremst die zu schnelle Drehbewegung des Autos ab und fängt das ausbrechende Heck wieder ein, noch bevor der Fahrer überhaupt reagieren kann.
Wir muss der Fahrschüler richtig reagieren?
Fuß vom Gas / Auskuppeln: Sofort die Beschleunigung stoppen, um die Reifen zu entlasten. Bei Schaltwagen die Kupplung treten.
Gegenlenken: Schnelles, aber dosiertes Lenken in die Richtung, in die das Heck ausbricht (bricht das Heck nach rechts aus, lenken Sie nach rechts).
Nicht abrupt bremsen: Eine Vollbremsung im falschen Moment kann das Fahrzeug komplett instabil machen, es sei denn, ein Unfall ist unvermeidbar (dann greift das ABS
Wie erkennt das Auto, dass das ESP eingreifen muss ?
Das Steuergerät vergleicht 25-mal pro Sekunde zwei entscheidende Faktoren miteinander:
Was will der Fahrer? Das erfährt das ESP über den Lenkwinkelsensor am Lenkrad.
Was macht das Auto wirklich? Das messen Raddrehzahl-Sensoren der Drehungen des Autos um die eigene Achse registriert.
Sobald die tatsächliche Fahrtrichtung vom Lenkwunsch abweicht, greift das System vollautomatisch und unbemerkt im Hintergrund ein !!!
Last changed8 days ago