Was ist Diagnostik?
Tätigkeit des Feststellens, Beobachtens, des Erhebens von Informationen
Psychomotorik
Sich-Bemühen um ein durch-und-durch-Wissen, was einem in dem einzelnen Kind entgegentritt
Ganzheitlich (nicht nur Motorik, auch sozialverhalten etc)
Erkennen von Defiziten und Möglichkeiten der optimalen Förderung und Unterstützung aufzeigen
Was ist die Motoskopie?
Bewegungsbeobachtung
Grundlage psychomotorischer Diagnostik
Ziel
Haltungs- und Bewegungsauffälligkeiten erkennen
Psychosoziale Besonderheiten im Verhalten
Interaktion mit anderen, Umgang mit (Miss)Erfolgen
Beobachtung erfasst qualitative Merkmale
Für Planung von Fördermaßnahmen weitere Gesichtspunkte bedeutsam
Nachteil
Subjektive Beurteilung
Beobachtung in
Offenen Spiel- und Bewegungssituationen
Standardisierten Spiel- und Bewegungssituationen
Für bestimmte Situationen herbeizuführen, die beobachtet werden sollen
Beobachtung anhand
Freier Aufzeichnungen
Festgelegter Beobachtungskriterien
Was ist die Motometrie?
Messung mittels motorischer Tests
Quantitative Erfassung und Auswertung der Daten
Vergleiche möglich aufgrund der Standardisierung
Aussage über aktuellen Entwicklungsstand
Begründung für Zuweisung zu psychomotorischer Förderung
Was ist die Motographie?
Beobachtung anhand von Bewegungsaufnahmen
Einsatz von Videokameras und / oder Markern zur Bewegungsanalyse
Bewegung beliebig oft reproduzierbar
Genaue Analyse möglich
Erfassung des Bewegungszyklus
Wie sieht eine Ergänzung quantitativer Aussagen mit qualitativer Aussagen aus?
neben Fakt, wie oft Ziel getroffen wird
Auch beschreiben, wie ist die Wurfausführung, Stand etc
Wie sieht der Idealverlauf einer psychomotorischen Entwicklungsdiagnostik aus?
Anamnese
Datenerhebung mittels Gespräch / Fragebogen
Entwicklungsverlauf, Lebensbedingungen, Interessen
Beobachtung von Wahrnehmung und Bewegung
Beobachtungsverfahren
Visuell, auditiv, Taktil, kinästhetisch, vestibuläre Wahrnehmung
Wahrnehmung nicht beobachtbar, nur Reaktion zu interpretieren
Handgeschicklichkeit, Grobmotorik, Seitendominanz, Mimik
Screening-Verfahren
Verhalten bei Spiel- und Bewegungsangeboten
Beobachtung über längeren Zeitraum erforderlich
Motivation
Verhalten bei Misserfolgen
Ideen im Umgang mit Materialien usw
Sozialverhalten
Beobachtung in Bezug auf
Interaktionen Kind-Kind (Konfliktbereitschaft, Einordnung in Gruppe)
Interaktionen Kind-Testleiter (Kontaktaufnahme, Orientierung am Erwachsenen)
Selbstkonzept-Einschätzung (eher ungeeignet bei jüngeren Kindern)
Ausprägung der Selbstsicherheit
Selbstvertrauen
Fähigkeitseinschätzung
Einsatz motorischer Testverfahren
Was steht am Schluss der psychomotorischen Entwicklungsdiagnostik?
Evaluation
Nach bestimmter Förderdauer (0,5 bis 1 Jahr)
Effektivitätsüberprüfung
Elterngespräche, Tests, Beobachtung
Entscheidung über Beendigung oder Fortführung der Fördermaßnahme
Wozu dienen Motoriktests, worin lassen sich diese unterscheiden?
Dienen dazu, Merkmale des motorischen Fähigkeitsniveaus objektiv abzubilden
Unterscheidbar in
Inventare
Sehr weites Fähigkeitsspektrum
Relativ aufwendig - aber man erhält viele Informationen über die Kinder
Testbatterien
Überschaubare Anzahl inhaltlicher Bereiche, welche durch Untertests abgebildet werden
Screenings
Mithilfe wenigen Aufgaben werden motorisch auffällige Kinder ermittelt
Wenig Aufwand, schnell durchführbar
Was wird als Notwendigkeit für eine ungestörte Entwicklung gesehen?
Uneingeschränkte Bewegungsfähigkeit
Beeinträchtigte körperliche Leistungsfähigkeit führt häufig zu psychosozialen Störungen
Verhaltensauffälligkeiten, vermindertes Selbstwertgefühl, Übergewicht durch Bewegungsmangel
Die frühe Erkennung motorischer Defizite ist enorm wichtig, um entsprechende Fördermaßnahmen einzuleiten
Wann nutze ich ein Screening?
zur Statusdiagnostik
Wann nutze ich eine Batterie?
Leistungsniveau, Profil auch im Vergleich zu anderen oder Standardwerten
Wann verwende ich eine Verlaufsdiagnostik?
bei der Erfassung von Leistungsveränderungen
Was sind Zielgruppen für den Einsatz motorischer Testverfahren?
ADHS
Adipositas
Kognitive Defizite
Psychische Auffälligkeiten
Auffälliges Sozialverhalten
Was ist das Besondere an der Zielgruppe ADHS?
Hälfte aller Kinder mit koordinativen Störungen zeigen Symptome einer Aufmerksamkeitsstörung
Kinder mit Hyperaktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung sowie Lese-Rechtschreibschwäche zeigen häufig Symptome einer entwicklungsbedingten Koordinationsstörung
Was ist das besondere an der Zielgruppe Adipositas?
Es herrscht Uneinigkeit ob motorische Defizite die Folge oder Ursache von Adipositas sind
Adipöse Jugendliche haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung koordinativer Störungen
Jungen die an einer entwicklungsbedingten Störung leiden, haben ein erhöhtes Risiko, Adipositas zu entwickeln
Was ist das besondere an der Zielgruppe kognitiver Defizite?
Kinder mit entwicklungsbedingten Koordinationsstörungen sind in verschiedenen Bereichen der visuellen Wahrnehmung auffällig
Auch im visuell-räumlichen Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnise bestehen Defizite
Wie sind die Wechselwirkungen zwischen motorischen Defiziten und der Psyche?
Kinder mit motorischen Defiziten sind psychisch stark belastet
Probleme im sozialen Bereich sind eine häufige Begleiterscheinung
Was ist clumsiness?
Motorische Ungeschicklichkeit
Was ist der BOT-2?
Bruininks-Oseretzky Test der motorischen Fähigkeiten
Ursprung: Nikolai Oseretzky, Robert Bruininks
Überprüfung der fein- & grobmotorischen Fähigkeiten anhand ausgewählter Motorikbereiche
Diagnostik einer umschriebenen Entwicklungsstörung motorischer Funktionen
Diagnose sowie Planung und Evaluation von Therapien miteinander verknüpfen
Quantifizierung motorischer Auffälligkeiten
Erstellung eines altersspezifischen motorischen Fähigkeitsprofils
Testbatterie (4-14 Jahre)
8 Untertests
Feinmotorische Steuerung
Hand- und Körperkoordination
Kraft & Geschicklichkeit
53 Aufgaben
Durchführung
Einzeltest, 50-60 Minuten, verbale Anweisungen, zunächst Demonstration der Aufgabe
Raum: Tisch, 2 Stühle, Laufstrecke 15m
Was ist der MOT 4-6?
Motoriktests zur Erfassung des motorischen Entwicklungsstandes von 4-6 Jahren
Gesamtkörperkoordination
17 Testaufgaben
7 motorische Dimensionen
Gesamtkörpermasse Gewandheit & Koordinationsfähigkeit
Feinmotorische Geschicklichkeit
Gleichgewichtsvermögen
Reaktionsfähigkeit
Sprungkraft
Bewegungsgeschwindigkeit
Bewegungssteuerung
Einzeltest, Max 2 Kinder
20-25 Minuten
Demonstration
Erfassung des motorischen Entwicklungsstandes
Einordnung von Leistung in Vergleichsgruppe
Ermittlung von Merkmalsveränderungen
Überprüfung Effektivität von Fördermaßnahmen
Nachweis Förderbedürftigkeit
Was ist die Diagnostik mit Pfiffigunde?
Kindgerechtes Screening-Verfahren
5-8 Jahre
Strukturierte Beobachtung von Wahrnehmung und Motorik
Hinweise auf Hirnfunktionsstörungen
Entwicklungsstand
31 Beobachtungssituationen
Beobachtungsmerkmale aus
Fein- und Grobmotorik
Perzeption
Lateralität
Körperschema
Gedächtnis
Basiert auf keinem wissenschaftlichen Modell der Motorik
Videoaufnahme des Ablaufs
2 Fachleute + 3 Kinder
Geschichte der Prinzessin Pfiffigunde (Rollenspiel)
Keine Demonstration
Ziele
Überblick über Ausmaß, Stärke und Profil der Wahrnehmungsbeeinträchtigungen
Aufschluss über altersgerechte Entwicklung der Grob- und Feinmotorik
Stand der Lateralitätsentwicklung
Begründete Hinweise auf organische Beteiligung an Auffälligkeiten
Indikation weiterer Fördermaßnahmen
Was ist der Historische Hintergrund des M-ABC-2?
Beginn der Entwicklung im Jahr 1966
Entwicklung eines Vorläufer Test “Test of Motor Impairment”
Erscheinung des M-ABC im Jahr 1992
Seit 2008 auch in deutscher Bearbeitung
Referenzdatensätze für Land verfügbar
M-ABC = Movement Assessment Battery for Children
Seit 2024, M-ABC-3
Normwerte zwischen 3 und 25
Wie ist der Aufbau und die Durchführung des M-ABC 2?
Frei Testbatterien mit jeweils acht Untertests
Handgeschicklichkeit
Ballfertigkeiten
Balance
Wie unterscheidet sich der M-ABC in den Altersgruppen?
steigender Schwierigkeitsgrad
Aus welchen Tests wird die Handgeschicklichkeit gemessen?
Geschwindigkeit und Sicherheit der Bewegung für jede Hand
3-6 Jahre Taler einwerfen
7-11 Jahre Stifte einstecken
12-16 Jahre Stifte umdrehen
Koordination beider Hände bei der Bearbeitung einer einzelnen Handlung
Auge-Hand-Koordination
Welche Tests finden sich für die Ballfertigkeiten?
Anforderungen an Werfen und Fangen
Einnahme der richtigen Körperhaltung und Bewegung des Rumpfes
Ausrichtung der Arme, Hände und Finger
Zusammenspiel von Hand und Auge
Was sind die Dimensionen der Balance?
Statische Balance
Bestimmte Position halten
Dynamische Balance
Langsame und exakte Bewegungen
Schnelle und explosive Bewegungen
Wie wird der M-ABC ausgewertet?
Objektive Informationen über motorische Leistungsfähigkeit
Untertests mit standardisierten Normwerttabellen
Standardwerte und Prozentränge für Gesamttestwert und die drei Skalen
Qualitative Beobachtungen
Eigener Protokollbogen für jede Altersklasse
Protokollbogen umfasst Abbruchregeln, Zeitgrenzen, Bewertungen und Platz für zusätzliche Informationen
Was sind Mittelwert und Standardabweichung beim M-ABC-2?
Mittelwert: 10
Standardabweichung: 3
Was sind Vorteile motorischer Tests?
Einordnung der individuellen Leistung in der Vergleichsgruppe
Überprüfung der Effektivität von Fördermaßnahmen
Nachweis und objektive Begründung des Förderungsbedarfs
Was sind Nachteile motorischer Tests?
Tagesformabhängig, geringe kindliche Aufmerksamkeitsspanne
Subjektive Beobachtung (Pfiffigunde)
Leistungsdruck (BOT-2, MOT 4-6, M-ABC-2)
Was ist Psychomotorik?
Arbeitsbereich experimenteller psychologischer Wahrnehmungsforschung
Einheit körperlich-motorischer und psychisch-geistiger Prozesse
Jeder Mensch ist eine psychomotorische Einheit
Wechselseitige Beeinflussung
Auswirkungen auf Entwicklung
Pädagogisch-therapeutisches Konzept, welches diese Wechselwirkung nutzt
Wie hat sich die Psychomotorik in Deutschland entwickelt?
Ernst Jonny Kiphard ist Gründervater
1955 “Psychomotorische Übungsbehandlung” mit Helmut Hünnekens
Therapeutische Möglichkeiten einer psychisch wirksamen Bewegungstherapie
Gefühle und Affekte von Kindern drücken sich in Bewegung aus: Psychomotorik
Beeinflusst durch rhythmisch-musikalische Erziehung und Sinneserziehung
Statt Leistungs- und Produktorientiertheit setzen wir eine Erlebnis- und Persönlichkeitsorientierung, bei denen sich die Kinder spielerisch, frei und ungezwungen handelnd äußern und entwickeln können
Wie war der Weg der Institutionalisierung der Psychomotorik?
1974 Arbeitskreis spezielle Bewegungspädagogik und psychomotorische Therapie
1976 Gründung Aktionskreis Psychomotorik eV
1977 Berufsbild des Motopäden
1983 Diplom-Studiengang der Motologie an der Philipps-Universität Marburg
2006 Gründung Wissenschaftliche Vereinigung für Psychomotorik und Motologie eV
Wandel von ausschließlich rehabilitativem Einsatz zur ebenfalls präventiven Anwendung
Was ist Motologie?
Lehre von der Motorik als Grundlage der Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit des Menschen, ihrer Entwicklung, ihrer Störungen und deren Behandlung
Was ist Motogenese?
Aufbau, Differenzierung und Strukturierung von Wahrnehmungsmustern als Grundlage von Verhaltensstrategien
Was ist Motopathologie?
Lehre von motorischen Auffälligkeiten, Retardierungen und Störungen sowie deren Genese
Was ist die Motodiagnostik?
Methoden zur quantitativen und qualitativen Erfassung menschlicher Motorik
Was ist Motopädagogik?
Konzept der Persönlichkeitsbildung über motorische Lernprozesse
Was ist Mototherapie?
Bewegungsorientierte Methoden zur Behandlung von Auffälligkeiten, Retardierungen und Störungen im psychomotorischen Leistungs- und/oder Verhaltensbereich
Was sind Ziele der psychomotorischen Förderung?
Eigentätigkeit des Kindes fördern und zu selbstständigem Handeln anregen
durch Erfahrungen in der Gruppe zu einer Erweiterung seiner Handlungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit beizutragen
Die Selbstwahrnehmung des Kindes stärken
Kind Gelegenheit geben, die eignen Ressourcen zu erfahren und sich als kompetent und selbstwirksam zu erleben
Was sind Inhalte der psychomotorischen Förderung?
Körpererfahrung
Wahrnehmung und Erleben des eigenen Körpers
Sinneserfahrungen, Körperbewusstsein
Erfahren der körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten
Akzeptanz der eigenen Person
Materialerfahrung
Auseinandersetzung mit den räumlichen und dringlichen Gegebenheiten der Umwelt
Erfahren physikalischer Gesetzmäßigkeiten
Sich den materialen Eigenschaften der Objekte anpassen / sie sich passend machen
Sozialerfahrung
Mit anderen über Bewegung kommunizieren
Regeln aufstellen und flexibel mit ihnen umgehen
Erfahren von Nähe und Distanz, von Kooperation und Konkurrenz
Worauf beruht das Menschenbild in der Psychomotorik?
Beruht auf dem humanistischen Weltbild
Autonomie und soziale Interdependenz
Selbstverwirklichung
Ziel- und Sinnorientierung
Ganzheit
Bewegung ist geeignetes Mittel um diese Bedürfnisse zu erfüllen
Kind als aktiver Gestalter seiner Entwicklung
Selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Handeln sind Ziel und Methode
Welche verschiedenen Ansätze gibt es in der Psychomotorik?
Erklärende Ansätze
Funktionale Perspektive
Psychomotorische Übungsbehandlung - Kiphard
Sensorische Integration
Erkenntnisstrukturierende Perspektive
Handlungs- und erlebnisorientierter Ansatz
Verstehende Ansätze
Identitätsbildende Perspektive
Der verstehende Ansatz
Kindzentrierte Mototherapie
Die ökologisch-systematische Perspektive
Verstehender, systemisch-konstruktivistischer Ansatz
Was ist die psychomotorische Übungsbehandlung?
Begründer: Kiphard
Unterstützung der Gesamtpersönlichkeitsentwicklung des Kindes
Entfaltung individueller Handlungsmöglichkeiten
Lösung sozialer Aufgaben
Zu Beginn sehr übungszentriert
3 übergeordnete Lernbereiche (keine Hierarchie, immer Übungen aus allen Bereichen mit unterschiedlicher Gewichtung)
Wahrnehmungsbereich
Bewegungsbereich
Emotional-sozialer Bereich
Didaktische Prinzipien
Selbstständigkeit
Kreativität
Selbststeuerung
Funktionstraining wird abgelehnt
Nicht kindgemäß und ganzheitlich
Wahrnehmungsübungen - Haltung - Zirkus
Was ist die sensorische Integrationsbehandlung?
Begründer Ayres
Basiert auf neurophysiologischen Erkenntnissen
Verhaltensauffälligkeiten, Lernstörungen und Entwicklungsprobleme als Folge
Besondere Bedeutung der körpernahen Grundsinne
Vestibuläres System (Schwerkraft, Gleichgewicht, Bewegung)
Propriozeptives System (Muskeln und Gelenke)
Taktile System (Tastsinn)
Gelegenheit zu selbstbestimmtem Handeln
Kritik
Vernachlässigung des familiären Umfeldes, soziokultureller Voraussetzungen und individueller Erlebnisse
Sinn jeder Handlung besteht in Anpassungsreaktion
Auch psychische Befindlichkeiten werden auf misslungene Integration zurückgeführt
Was ist der handlungsorientierte Ansatz?
Begründet von Schilling
Bewegungsentwicklung als Adaptationsprozess des menschlichen Organismus an die Bedingungen der Umwelt durch Reifungsvorgänge, Lernprozesse und exogene Einflüsse
Ziel: Verbesserung der Anpassung an die Umweltbedingungen durch ständiges Wiederholen der Bewegungen
Mangelnde Anpassung -> Bewegungsstörungen -> Verhaltensprobleme
Anregungsreiche strukturierte Bewegungsangebote
Konzentration auf Stärken und Interessen
Erfolgserlebnisse
Widerspricht dem ganzheitlichen Anspruch der Psychomotorik
Was ist die kindzentrierte Entwicklungsförderung?
Psychomotorische Förderung als Hilfe zur Selbsthilfe
Aufbau eines positiven Selbstkonzeptes durch Körper- und Bewegungserfahrungen
Sinn im Handeln, nicht in Lob des Pädagogen
Weniger funktionell orientiert
Was ist verstehende Psychomotorik?
Bewegung als Bedeutungsphänomen
Ausdruck über symbolisierte Handlungen
Symbolische Ausdrucksmöglichkeiten als Heilfaktor
Fantasietätigkeit des Kindes im Vordergrund
Motive für Inszenierungen
Aufarbeiten von nicht ausreichend gemachten Erfahrungen
Erprobung verschiedener Rollen und Bilder
Darstellung von Hoffnungen, Wünschen und Ängsten, Aneignung wahrgenommener Informationen (zB über Medien)
Vorteil
Berücksichtigung individueller Handlungsbedeutungen
Botschaften des Kindes werden berücksichtigt
Gefahr der Überinterpretation
Vernachlässigung situativer oder organischer Faktoren (zB Aggression)
Was ist der systemisch-konstruktive Ansatz?
Begründet durch Balgo
Grundannahme, dass objektive Wirklichkeit nicht existiert
Bewegungsstörung als Bewertung des Betrachters
Nicht die Bewegung ist gestört, sondern das Verstehen der Bewegung
Therapie nur sinnvoll, wenn Kind sich gestört fühlt und Störung abbauen möchte
Praktische Gleichberechtigung zwischen Kind und Helfer
Therapeut stellt Wissen zur Verfügung und unterstützt
Kein eigenständiges Modell
Von welchen Rahmenbedingungen ist der Erfolg psychomotorischer Förderung abhängig?
Räume
Geräteausstattung
Beziehung zwischen Kindern und Pädagogen
Beziehungen zwischen Kindern
Individuelles Erleben der Bewegungsspiele
Beteiligung der Kinder an Gestaltung
Was sollte das Kind können, damit die psychomotorische Förderung angewendet werden kann?
sollte sich selbst als Verursacher der Handlung sehen
(Miss-)Erfolge auf die eigene Person beziehen können
Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen
Alternativen für stärkende Verhaltensweisen kennenlernen, um Einfluss auf das eigene Verhalten zu nehmen
Welche Regeln und Prinzipien bestehen?
Eigene Entscheidung über die Teilnahme
Handlungsimpulse vom Kind ausgehend
Eigenständigkeit verstärken und Bewertung vermeiden
Grenzen setzen und festlegen
Brücken bauen
Was sind die Vor- und Nachteile der Turnhalle?
Vorteile
Großer Bewegungsfreiraum
Seltener Konflikte
Möglichkeit, verschiedene Geräte und Vorrichtungen einzusetzen
Bewegungslandschaften (selbst gesteuertes Erproben und Üben)
Nachteile
Kinder verlieren sich oft darin
Begrenzter Kontakt zwischen den Kindern / weniger Begegnungen
Welche Materialien sollten bei der psychomotorischen Förderung genutzt werden?
keine Voraussetzung, Geräte einzusetzen
Spezielle psychomotorische Geräte statt bekannter Sportgeräte
Für Gleichgewicht, Koordination und / oder Wahrnehmung
Für Kinder oft motivierender als aus dem Sportunterricht bekannte Geräte
Geräte sollten mit Spiel und Spaß in Verbindung gebracht werden
Bsp: Schaumstoffteile, Wackelbretter, Sprossenwände, Pedalos, Schwungtücher, Seile
Was ist beim zeitlichen Rahmen zu beachten?
abhängig vom Kindesalter, spezifischer Problematik und der Institution
Kindergarten: eher kürzer, dafür häufiger
Schule: Anpassung an Einzel- und Doppelstunden
45-60 Minuten aktive Stunde an bestimmtem Tag, zu bestimmter Zeit
Regelmäßige Teilnahme wichtig
Betreuung durch zwei Pädagogen
Gesamtdauer abhängig vom Individuum
Mindestdauer 1 Jahr
Ersten drei Wochen = Probezeit (intensive Beobachtung des Kindes)
Danach vier Wochen Eingewöhnung
Beendigung der Maßnahmen erst bei individueller Verbesserung, spätestens aber wenn Kind selbst nicht mehr teilnehmen möchte
Wie sollten die Förderstunden gestaltet werden?
Für Kinder ist das Spiel der eigentliche Zweck, weshalb sie teilnehmen
Kinder sollen Begriff wählen, mit dem sie sich identifizieren
Entspannte, heitere und lockere Atmosphäre
Kind soll gar nicht an Frage denken, wieso es teilnimmt
Wahrnehmung fördern, neue Erfahrungen sammeln
Sinn in den Bewegungsmustern finden
Üben von
Bewegungssicherheit
Koordinationsfähigkeit
Gleichgewicht
Was sollte bei der Inhaltsauswahl beachtet werden?
Flexibilität
Bewegungsangebote auf Interessen und Bedürfnisse der Kinder ausrichten
Spielspaß und Lust am Sich-Erproben stehen im Vordergrund
Bedürfnisse einiger Kinder evtl stärker berücksichtigen, als die anderer
Alternativangebote für Kinder, die noch kein Interesse an geplanter Bewegung haben
Ablehnung von Angeboten akzeptieren
Inhalte mit Kindern absprechen
Wie sieht ein beispielhafter Stundenaufbau aus?
Einstimmungsphase
Individuelle, intensive Bewegungsangebote
Gruppenbezogene Angebote
Abschlussphase und Entspannung
Warum sollte die Gruppe immer einer Einzelförderung vorgezogen werden?
jede Gruppe hat eigene Dynamik
Kinder lernen von anderen Kindern
Verzicht auf alleinige Zuwendung des Erwachsenen nötig
Transferwirkung in den Alltag
Soziale Situationen
Wie sollte die Gruppenzusammensetzung gewählt sein?
Gruppe möglichst heterogen
Verschiedene Entwicklungsbesonderheiten und Verhaltensprobleme
Mögliches voneinander lernen und gegenseitiges Anregen
Homogene Gruppe - Gefahr, dass Kinder untereinander negative Verhaltensmodelle imitieren
Festlegung auf bestimmte Zielgruppe mit Gefahr der Stigmatisierung
Wie unterscheiden sich geschlossene und halb offene Gruppen voneinander?
geschossene
Zum gleichen Zeitpunkt beginnen und gemeinsam aufhören
Halb offen
In Zusammensetzung fluktuieren
Möglich Kind behutsam einzuführen und individueller Förderzeitraum
Erfahrene Kinder = Experten, helfen neuen Kindern
Welche Rolle nimmt der Pädagoge ein?
Beobachter als auch Interaktionspartner mit persönlicher Beziehung
Entzieht sich direkter Interventionen und Einflussnahme, aber immer als Person präsent
Spielsituation arrangieren und Ansprechpartner für Kinder sein
Bewusstsein für Rolle in Gruppe, Status und Wirken der Persönlichkeit auf die Kinder muss vorhanden sein
Verhaltensmerkmale
Aufmerksamkeit und Wachheit für vorhandene Situation
Zuversicht und Ruhe
Regulierung der Nähe
Nicht-direktives Verhalten
Gefühle und Problemlösungsverhalten reflektieren
Was sind Vor- und Nachteile, wenn zwei Pädagogen eine Gruppe betreuen?
Möglichkeit intensivere Betreuung einzelner Kinder
Situative Schwierigkeiten besser auffangen
Unterschiedliche Auffassung im Umgang mit Kindern
Unterschiedliche Stundengestaltung
Was sind Interventionsstrategien bei Konflikten?
Nicht Vermeidung von Störungen - Bewältigung Störverhaltens & Aufbau alternativer Verhaltensmöglichkeiten
Missverhältnis zwischen Situationsanforderungen und eigenen Verhaltensmöglichkeiten: Überlebensstrategien
Wahrnehmung der Umwelt als Störung
Gespräch mit Kind suchen
Was will es erreichen
Regelmäßiges oder zufälliges Auftreten
Möglichst viele Alternativverhaltensweisen finden
Paradoxe Intentionen
Problemverhalten auch durch Verdrängungs- oder Angstprozesse möglich
Störendes Verhalten = Angstabwehr
Psychomotorische Förderung
Aktiv mit Angst umgehen und nicht verdrängen
Indirekte Hilfe zur Problembewältigung geben
Ängste humorvoll verbalisieren
Welche Rolle spielt die Familie in der Förderung?
Familie als zentraler Lebensraum für Kinder
Eltern als wichtigste Bezugspersonen
Eltern sollten dabei unterstützt werden, Akzeptanz für und Umgang mit Entwicklungsbeeinträchtigung ihres Kindes aufzubringen
Eltern-Kind-Gruppen
Bei sehr jungen Kindern sinnvoll
Eltern und Kindern über Bewegung Raum für intensive Kommunikation geben
Sicherheit durch Anwesenheit der Bezugspersonen
Gemeinsame Bewegungsspiele
Beobachtungs- und Einfühlungsvermögen der Eltern wird gestärkt
Auch für Eltern psychomotorische Selbsterfahrungen
Elternarbeit in der Psychomotorik
Beratung
Elternabende
Individuelle Elterngespräche
Was ist die Developmental Coordination Disorder?
Hauptmerkmal dieser Störung ist eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Entwicklung der motorischen Koordination, die nicht allein durch eine Intelligenzverminderung oder eine umschriebene angeborene oder erworbene neurologische Störung erklärbar ist
Üblicherweise ist die motorische Ungeschicklichkeit verbunden mit einem gewissen Grad von Leistungsbeeinträchtigungen bei visuell-räumlichen Aufgaben
“Clumsiness”
“Motorische Ungeschicklichkeit”
“Umschriebene Entwicklungsstörung motorischer Funktionen”
Wie sieht die Prävalenz bei der DCD aus?
5 bis 15 % aller Grundschulkinder weisen motorische Koordinationsdefizite auf
Schweden: bei 6,1 % Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizite in Kombination mit motorischer Ungeschicklichkeit
Singapur: 4 % mit Störungen in der motorischen Koordination
Hohe Quote von DCD bei Kindern, die von Autismus betroffen sind
Hohe Komorbidität von DCD und ADHS
Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen
Keine Verknüpfung mit Bildungs- bzw. sozioökonomischem Level des Kindes
Betroffene Kinder werden meist im Alter zwischen 6 und 12 Jahren diagnostiziert, selten vor 5 Jahren
Was ist die Ätiologie hinter der DCD?
Propriozeptive und vestibuläre Störungen
Wahrnehmungsstörungen
Einschränkungen in der visuomotorischen und visuell-räumlichen Koordination
Schwierigkeiten bei der Planung motorischer Aktivitäten
Dyspraxie
Defizite in der Geschwindigkeit der motorischen Ausführung
Integration der sensorischen Beziehungen zur Körperwahrnehmung
Heterogenes Störungsbild
DCD wird durch motorische Leistungswerte definiert, die prozentual die niedrigen Werte im Rahmen der Testwerteverteilung interpretieren
Was sind Erklärungen für DCD?
besondere Defizite bei Aufgaben ohne visuelle Kontrolle
Annahme, dass insbesondere propriozeptive und vestibuläre Prozesse “gestört” sein sollten
Visuomotorische Defizite
Interpretiert als Störungen der visuomotorischen Kontrolle
Verlangsamung von Bewegungen
Defizitäre Antizipationsleistung
Planungsprobleme bei der Motorik
Wovon geht man heute als Ursache der DCD aus?
Neurobiologische Faktoren
Strukturell / Funktionell: Kleinhirn, Basalganglien, parietaler Kortex; sensorische Integration
Interne Modelle
Genetische Faktoren
Familiäre Häufung (spezifische Gene nicht identifiziert)
Komorbidität mit ADHS & Autismus
Perinatale Risikofaktoren
Frühgeburtlichkeit, niedriges Geburtsgewicht, Komplikationen während Schwangerschaft / Geburt
Umwelt- und Entwicklungsfaktoren
Mangelnde Bewegungserfahrung in der Kindheit
Gibt es eine grundsätzliche Erklärung für DCD?
nein
Monokausalen Erklärungen sollte misstraut werden
Was bedeutet retardiert und akzeleriert?
retardiert
Entwicklungsrückstand
Ist-Zustand ist hinter Soll-Zustand
Akzeleriert
Entwicklungsvorsprung
Ist-Zustand ist vor Soll-Zustand
Was zeigt die Prognose bei der DCD?
Probleme bleiben bis in das Erwachsenenalter bestehen
46 % der Heranwachsenden, die als Kind im Alter von 5 Jahren mit motorischen Defiziten diagnostiziert wurden, weisen im Alter von 15 Jahren immer noch motorische Probleme auf
Was sind Erklärungspfade für das Bleiben der motorischen Defizite bis ins Erwachsenenalter?
motorische Defizite sind permanent, lassen sich also nicht auf eine Entwicklungsverlangsamung zurückführen
Kinder mit DCD meiden viele Arten von Bewegungsaktivität; dies wurde in mehreren Längsschnittstudien festgestellt
Was sind die Folgen der DCD für die Fitness?
BMI erhöht gegenüber normaler Entwicklung
20 m Sprint ist langsamer als normaler Entwicklung bei Kindern von 4-6 Jahren
Wird mit dem Alter aber weniger
Weniger Leistung auf 6 Minuten-Lauf
Weniger Curl-ups
Weniger cm bei Jump and reach
Schlechter bei sit and reach
Was sind großmotorische Einschränkungen bei DCD?
Schlechte Gleichgewichtsleistungen
Probleme beim Fahrrad fahren
Schlechte Haltung, schnelle Ermüdung
Probleme beim längeren Stehen oder Sitzen aufgrund eines schwachen Muskeltonus
Schlechte Integration beider Körperhälften
ZB bei Sprungdisziplinen, Fahrrad fahren
Schlechte Auge-Hand-Koordination
ZB Fangen oder Schlagen eines Balles
Schwache Rhythmusfähigkeit
ZB beim Tanzen, Aerobic
Unsicherer Gang und Bewegungen, Schwierigkeiten bei Richtungswechseln, Stoppen und Starten
Übermäßige “begleitende Bewegungen” zB flügelschlagende Bewegungen der Arme beim Rennen
Tendenz zu stürzen und zu stolpern
Verspätetes Erreichen der Meilensteine in der Kindheit
Sitzen, Krabbeln und Gehen
Welche Beobachtungen wurden bei großmotorische Bewegungen gemacht?
Schnelle alternierende Bewegungen: Kind bewegt das Handgelenk schnell auf und ab
Abnormales Resultat: Dysdiadochokinese “flatterhafte” Bewegung durch Inhibition proximalen Muskelgruppen
Hüpfen auf der Stelle: Kind hüpft auf der Stelle, von einem Bein auf das andere in festem Rhythmus
Abnormales Resultat: Unfähigkeit zu hüpfen und vorgegebenes Muster einzuhalten, mangelnde Rhythmusfähigkeit
Problem: Motorisches Planen, motorisches Kurzzeitgedächtnis, Fähigkeit Rhythmen zu starten und beizubehalten
Was ist die posturale Stabilität?
beinhaltet das Beibehalten der Körperposition, spezifisch des Körperschwerpunktes, innerhalb bestimmter räumlicher Grenzen
Innerhalb dieser Grenzen behält der Körper seine Position, ohne Veränderung der Unterstützungsfläche
Was zeigt eine Studie zu Gleichgewichtsproblemen bei DCD?
Bei Wegstrecke deutliche Unterschiede
DCD haben geringere Strecke geschafft
Mit steigendem Anforderungsgrad in visueller Kontrolle wurde der Unterschied der Kinder mit und ohne DCD immer größer
Die Fläche, über der sich die Projektion des Körperschwerpunkts bei DCDs bewegt ist größer als bei typisch entwickelten Kindern
DCDs gelangen stärker an die Grenzen der posturalen Stabilität - Kontrollaufwand ist größer
Wie zeigt sich die Variabilität im Ellenbogengelenk bei Kindern mit DCD?
Sehr gering
Freiheitsgrade im Gelenk bleiben beschränkt, können nicht auf verschiedene Reaktionen reagieren und dies anpassen
Haben starres motorisches Konzept, dass sie nicht anpassen können
Welche Feinmotorischen Einschränkungen zeigen sich bei der DCD?
Geringe Feinmotorische Handkoordination, Probleme bei Koordination beider Hände - zB bei Essen mit Besteck, ein Musikinstrument spielen
Gering ausgeprägte manipulative Fertigkeiten - zB beim Zeichnen
Personen mit Dyspraxie haben Probleme mit dem Greifen eines Stiftes, drücken beim Schreiben zu hart auf
Ineffektives Greifen - zB Werkzeuggebrauch, Schlösser und Schlüssel
Probleme beim Anziehen und Körperpflege - zB Haare kämmen, Schuhe binden
Schwach definierte Händigkeit - zB werden beide Hände bei der gleichen Aufgabe zu unterschiedlichen Zeiten genutzt
Wie ist die Händigkeit bei DCD?
über 10 % Ambidexter
Knapp unter 60 % Rechtshänder
Nicht-Rechtshändigkeit kann als Ursache für DCD bestehen
Was sind Hypothesen zu Defiziten in der Graphomotorik?
Probleme bei der Muskelsteifigkeit und Kraftdosierung
Probleme bei der Generierung des motorischen Outputs / des motorischen Programms
Probleme beim motorischen Lernen: Schwierigkeiten beim Wechsel von einer Feedback- zu einer Feedforward-Kontrolle
Was zeigen Augenbewegungen bei DCD?
Tracking-Probleme
Ein sich langsam bewegendes Objekt mit den Augen zu verfolgen ohne den Kopf exzessiv zu bewegen
Häufige Blicksprünge zB beim Lesen
Probleme beim Wiederfinden - zB kann nicht schnell und effektiv von einem zum anderen Ort schauen (vom Fernsehen auf Zeitung und wieder zurück)
Was sind Vorstellungen?
wahrnehmungsartige Erscheinungen einer Person, ohne dass entsprechende externe Wahrnehmungsstimuli vorliegen
Was zeigen Untersuchungen zur Mentalen Chronometrie?
Zeigen bei sehr vielen Untersuchungen eine sehr hohe Übereinstimmung von aktiver und mentaler Dauer
Dies wird auf die gemeinsame repräsentationale Grundlage von motorischer Ausführung und Bewegungsvorstellungen zurückgeführt
Abweichungen (zB bei Gehstrecken im hohen Alter) werden dann als sehr spezifische Abweichung des Ergebnismusters erklärt
Was zeigen Auswertungen von Präzisionsaufgaben bei DCD?
Streuung bei Personen ohne DCD gering
Streuung bei Personen mit DCD deutlich erhöht
Chronometrie deutlich weniger ausgeprägt
In welchem Kortex wurde eine schwächere Aktivierung bei Auge-Hand-Koordination bei DCD festgestellt?
im linken posterior parietalen Kortex
Relevant für
Werkzeuggebrauch
Motorische Aufmerksamkeit
Dynamisches Körperschema
Was kam bei Studien zu mentalen Rotationen bei DCD raus?
je mehr das Bild gedreht, desto länger dauert die Antwortzeit
DCD Kinder weisen mehr Fehler bei Rotationen rechter Hände und linker Hände auf als normal entwickelte Kinder
DCD Kinder weisen bei Rotation von rechten Händen im Uhrzeigersinn und bei Rotation von linken Händen entgegen dem Uhrzeigersinn mehr Fehler auf
Unterschiede bei Rotation von Buchstaben fällt sehr viel geringer aus
DCD Kinder zeigen bei Bewegungsvorstellungen eine geringere Genauigkeit und höhere Reaktionszeiten auf als normal entwickelte
Bewegungsvorstellungen basieren auf der internen Simulation von motorischen Repräsentationen
Verringerte Vorstellungsleistungen auf motorische Defizite zurückzuführen
Was sind soziale Folgen der DCD?
Schwierigkeiten anderen Personen speziell in großen Räumen zuzuhören - können taktlos sein, unterbrechen häufig
Schwierigkeiten beim Verstehen nonverbaler Signale bzw. Der Bewertung verschiedener Tonlagen; nehmen vieles wörtlich, hören zu ohne zu verstehen
Vermeiden neue oder unvorhersehbare Situationen
Impulsiv - leicht zu frustrieren, wollen direktes Lob
Raten häufig
Tendenz schwierige Aufgaben zu vermeiden
Resultat: Werden leicht gestresst, werden deprimiert und ängstlich, Schlafschwierigkeiten, geringes Selbstwertgefühl, neigen zu emotionalen Ausbrüchen, Phobien, Ängsten, Obsessionen
Diejenigen mit besserer motorischer Fähigkeiten haben höhere Lebenszufriedenheit und geringere Einsamkeit & mehr Freiheit in ihrer Freizeit
Was wird in der Diagnostik eingesetzt?
Häufiges Instrument
Movement Assessment Battery M-ABC-2 bzw 3
Checklisten für Eltern und Lehrer altersabhängige Tests zur Überprüfung der motorischen Ungeschicklichkeit
Erfassung motorischer Ungeschicklichkeit
Was kann man in der Therapie mit DCD machen?
nur wenige Vorschläge für eine effektive Therapie, kaum empirische Überprüfungen zur Effektivität
Fortbildung der Eltern und Lehrer wichtig
Mehrmals pro Woche individualisierte Programme mit 4 bis 6 Kindern
Prozessorientierte (bottom-up) Strategien: grundlegende sensorische oder sensomotorische Prozesse werden gefördert
Allgemeine sensorische Trainings scheinen allerdings weniger hilfreich
Effektiv ist der CO-OP Ansatz
Cognitive Orientation to Daily Occupational Performance
Verbunden ist dieser Ansatz mit grundlegenden kognitiven Strategien
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