Was sind Tumorerkrankungen?
unkontrolliertes Wachstum von Tumorzellen, die gesundes Gewebe verdrängen und zerstören können
Prinzipiell können diese in allen Geweben und Organgen des menschlichen Körpers auftreten
Benigne = gutartig
Langsames Wachstum, gut abgrenzbar und differenziert, keine / wenig Zellveränderung
Maligne = bösartig
Schnelles Wachstum, schlecht abgrenzbar, hohe Mutationsrate
Was sind die häufigsten Tumorlokalisationen in Deutschland?
Frauen
Brustdrüse (30,5%)
Darm (12,3%)
Männer
Prostata (23%)
Lunge (13,9%)
Darm (13,3%)
Wie hängen Adipositas und Darmkrebserkrankungen zusammen?
Adipositas / Inaktivität führt zu Insulinresistenz
Insulinproduktion steigt
Entzündungsprozesse / -Faktoren steigen
Fettsäurenkonzentration steigt
Zelluläre Signale werden verändert
Änderung des Zellstoffwechsels
Änderung des Cell-Signaling
Erhöhung von oxidativen Stress
Erhöhung von mitogenen Effekten
Welche Schmerzursachen bestehen bei Tumorpatienten?
Tumorbedingt (60-90%)
Knochen-/Weichteilinfiltration
Kompression Nerven-/Blutgefäße
Tumornekrose
Tumorassoziierte Schmerzen
Pilzinfektion
Venenthrombose
Therapiebedingt (10 bis 25%)
Operation (Nervenläsion, Vernarbung, Ödem)
Chemotherapie (Entzündung, Paravast, Neuropathie)
Tumorunabhängig (3-10%)
Migräne
Spannungskopfschmerz
Arthritis
Rückenschmerz
Welche Früherkennungsmaßnahmen zahlt die Krankenkasse?
Gebärmutterhalskrebs
Ab 20 Jahren jährlich
Brustkrebs
Ab 30 Jahren jährlich
Ab 50 Jahren zweijährlich Mammographie
Hautkrebs
Ab 35 Jahren alle 2 Jahre
Prostatakrebs
Ab 45 Jahren jährlich
Darmkrebs
Ab 50 Jahren jährlicher Test auf okkultes Blut
Ab 55 Jahren 2 Darmspiegelungen
Wie unterscheiden sich Strahlen- und Chemotherapie?
Wirkungsweise:
Chemotherapie: Der gesamte Körper wird behandelt, meist über Medikamente (Zytostatika) als Infusion oder Tablette. Sie greift alle sich schnell teilenden Zellen an – auch gesunde wie Haarwurzeln oder Schleimhäute.
Strahlentherapie: Eine rein lokale Behandlung. Die hochenergetische Strahlung wird von außen (oder innen) gezielt auf den Tumor gerichtet, um die Erbsubstanz der Krebszellen in diesem bestimmten Bereich zu zerstören
Anwendungsgebiete
Chemotherapie: Ideal bei gestreuten Krebserkrankungen, da die Medikamente über das Blut jeden Winkel des Körpers erreichen.
Strahlentherapie: Ideal bei klar abgrenzbaren, lokalisierten Tumoren oder als ergänzende Maßnahme (Bestrahlung des Ursprungsortes nach einer OP). [1, 2, 3, 4]
Nebenwirkungen
Chemotherapie: Häufig systemisch, wie Haarausfall, Übelkeit, Müdigkeit (Fatigue) oder ein geschwächtes Immunsystem.
Strahlentherapie: Meist örtlich begrenzt. Typisch sind Hautrötungen, Reizungen der Schleimhäute im bestrahlten Bereich oder lokale Erschöpfung. [1, 2, 3, 4, 5]
Verabreichung
Chemotherapie: Häufig in Zyklen, zwischen denen Pausen zur Erholung des Körpers liegen.
Strahlentherapie: Oft in viele kleine Einzeldosen (Fraktionen) unterteilt, die meist täglich über Wochen ambulant verabreicht werden. [1, 2, 3, 4, 5]
Was sind Immuntherapien?
Immuntherapie erkennt Inhibitoren an Tumoren und setzt diese außer Gefecht
Immuncheckpoints: Regulationsmoleküle, die für die Steuerung der Immunreaktion und der Eigentoleranz essentiell sind
Durch Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren kann eine antineoplastische Wirkung erzielt werden
Was empfiehlt die S3-Leitlinie bei Tumorerkrankungen?
körperliche Aktivität während und nach der Krebsbehandlung, sofern keine medizinische Kontraindikation
Ziel ist Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Selbstständigkeit der Betroffenen
Effekte von Bewegung
Reduktion Fatigue
Verbesserung Ausdauer, Kraft, Mobilität
Verringerung therapiebedingter Nebenwirkungen
Positive Effekte auf psychisches Wohlbefinden und Lebensqualität
Unterstützung der Rehabilitation und Rückkehr in den Alltag
Individuell angepasste Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining, orientiert an Gesundheitszustand, Tumorart und Therapiephase
Kernaussage: Bewegung ist kein Zusatzangebot, sondern ein evidenzbasierter Bestandteil der Krebsbehandlung und Nachsorge
Wie sollten Patienten mit Krebs Sport treiben?
Onkologe und Chirurg geben Sport frei
Langsam starten
Aerob
Später dann auch Krafttraining und Balancetraining, sowie Stretching
Kein Sport mit Fieber oder extremer Müdigkeit oder Schmerzen
Inaktivität vermeiden
Was sind Trainingsempfehlungen für Krebspatienten gegen Fatigue Symptome?
kleine Umfänge
Mit leichten Kräftigungsübungen starten, um Muskeln neuronale anzusteuern und wieder leicht in Bewegung zu bringen
Worauf muss man bei verschiedenen Krebsarten achten?
Blutkrebs - Stammzellentransplantation
Lange immunsuppressive Phase
Geringe Intensität, kann jeden Tag trainieren
Knochenkrebs
Frakturrisiken
Resistenztraining ist wichtig
Häufig Probleme mit oberen Extremitäten
Beckenbodentraining (Herstellen Kontinenz)
Einschränkungen
Kommen nicht mit starken abdominalen Druckerhöhungen zurecht; Sitzen auf Fahrrad problematisch
Wie wird unspezifischer Rückenschmerz definiert?
Schmerz, Muskelverspannung oder Steifigkeitsgefühl unterhalb des Rippenbogens oberhalb der Gesäßfalte
Ggfalls auch mit Ausstrahlung in die Beine
Keine Krankheit - beschreibt Symptomkomplex
Nicht auf bekannte Pathologien wie Frakturen oder rheumatischen Erkrankungen
Keine klar definierte Ursache
Wie ist die Epidemiologie des unspezifischen Rückenschmerzes?
Monatsprävalenz weltweit ca 23 %
Lebenszeitprävalenz in Industrienationen über 70 %
Prognose variabel
Beschwerden nehmen innerhalb von 6 Wochen oft deutlich ab
70-85 % kehren innerhalb eines Monats zur Arbeit zurück
Bis zu 62 % nach 12 Monaten nicht schmerzfrei
Hohe Rückfallquote: 47-54 %
Was sind spezifische lumbale Rückenschmerzen?
Nachweis pathoanatomischer Zusammenhänge einzeln oder kombiniert bei Kompression neutraler Strukturen, Entzündung von Gelenken und struktureller Instabilität einer oder mehrerer Bewegungssegmente mit entsprechender Symptomatik
Klinisch relevante Diagnosen
4 % Bandscheibenprolaps
Nur 15 % der lumbalen Rückenschmerzen auf nachweisbare Pathologie zurückzuführen
Was sind Ursachen der unspezifischen Rückenschmerzen?
Funktionsstörungen und keine Krankheitsentitäten, die nur anhand klinischer Befunde und nicht oder nur unzureichend durch bildgebende Verfahren nachweisbar sind
Segmentale Dysfunktion
Iliosakralgelenk-Syndrom
Veränderte Wirbelsäulenstatik (zB hyperlordose)
Gestörte Muskelfunktion
Bindegewebsveränderungen
Systemische Probleme (wie Koordinationsstörungen)
Was sind intrinsiche Risikofaktoren für unspezifische Rückenschmerzen?
Frühere Rückenverletzungen oder -Beschwerden
Unzureichende körperliche Fitness bzw mangelnde Rumpfstabilität
Ungünstige Körperzusammensetzung (zb Übergewicht)
Fehlstellungen des Bewegungsapparates
Eingeschränkte Kraft oder Beweglichkeit
Gelenk- oder Bandlaxität (Überbeweglichkeit)
Psychosoziale Faktoren (zB Angst, negative Überzeugungen)
Was sind extrinsiche Risikofaktoren für unspezifische Rückenschmerzen?
Hohe Belastung der Wirbelsäule, insbesondere: häufiges (unfunktionelles) Heben und Tragen
Wiederholtes (unfunktionelles) Vorbeugen, oft kombiniert mit Rotationsbewegungen
Hohe Wiederholungszahlen gleicher Bewegungen
Ungünstige Arbeitsbedingungen
Belastende Umgebungsbedingungen
Bewegungsmangel bzw sitzender Lebensstil
Welche psychischen Risikofaktoren haben eine starke Evidenz?
Depression
Schmerzbezogene Kognitionen
Zb Katastrophieren
Passives schmerzverhalten
Was sind Red flags für eine spezifische Ursache mit dringendem Handlungsbedarf?
Frakturverdacht
Schwerwiegendes Trauma durch zB Sturz
Bagatelltrauma (zB Husten, Niesen) bei älteren oder potenziellen Osteoporosepatienten
Systemische Steroidtherapie
Verdacht auf Tumor
Höheres Alter
Tumorleiden in Vorgeschichte
B-Symptomatik
Fieber, Nachtschweiß, ungewollter Gewichtsverlust
Schmerz, der in Rückenlage zunimmt
Starker nächtlicher Schmerz
Verdacht auf Infektion
Durchgemachte bakterielle Infektion
Zurückliegende Infiltrationsbehandlung an Wirbelsäule
Immunsuppression
Auslandsaufenthalt
Verdacht auf Radikulopathie
Dermatombezogene Schmerzen
Konus-Kauda-Syndrom
Plötzlich einsetzende Blasen-/Mastdarmstörung
Gefühlsstörung
Nachlassen des Schmerzes und zunehmende Lähmung bis zum kompletten Funktionsverlust des Kennmuskels
Wann und wie lange sollte die Schmerzmittelgabe erfolgen?
wenn sich ohne nicht bewegt werden kann
Schmerzmittel nehmen, um sich in Bewegung halten zu können
Wieder absetzen, wenn Bewegung auch ohne möglich
Was sind die Bausteine der multimedialen Therapie?
schmerzmedizinische Behandlung
ZB medikamentöse, manuelle Therapie
Intensive Information und Schulung auf Basis eines biopsychosozialen Krankheitsmodells mit Inhalten zur Schmerzerkrankung und Bezug zur individuellen Problematik
Belastungsdosierte Steigerung der körperlichen Aktivität nach individueller Anleitung mit Motivierungs- und Beratungselementen für Alltagsaktivitäten und möglichst orientiert an verhaltenstherapeutischen Prinzipien
Körperwahrnehmungstraining zur differenzierten Symptomwahrnehmung bzw Erfassung von Leistungsgrenzen
Neu:
Schmerz-psychotherapeutische Behandlungsmaßnahmen zur Veränderung eines maladaptiven, auf Ruhe und Schonung oder Durchhalten ausgerichteten Krankheitsverhaltens
Stärkung eigener Ressourcen
Erlernen von Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken
Störungsorientierte Einzeltherapie
Welche Trainingsform ist beim unspezifischen Rückenschmerz überlegen?
nicht eindeutig bestimmbar
Individuell
Was sind die Ziele der neuen Rückenschule?
Verbesserung der Haltung und der Ausrichtung der Wirbelsäule
Stärkung der Rumpfmuskulatur und Verbesserung der Flexibilität
Aufklärung über richtige Körpermechanik im Alltag
Was ist die neue Rückenschule?
umfassendes Programm zur Prävention und Behandlung von Rückenschmerzen
Integration der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in Bezug auf Wirbelsäulengesundheit, Therapie und Ergonomie
Was sind die Kernkomponenten der neuen Rückenschule?
Aufklärung
Verständnis der Anatomie und Funktion der Wirbelsäule
Ursachenanalyse in individuellen Fällen
Erkennen von Risikofaktoren und Präventivmaßnahmen
Übungen
Gezielte Übungen zur Stärkung der Rumpf- und Rückenmuskulatur
Körperwahrnehmung und Flexibilitätsroutinen zur Verbesserung des Bewegungsausmaßes
Ergonomie
Richtiges Einrichten des Arbeitsplatzes
Richtige Hebetechniken
Tipps zur Aufrechterhaltung einer guten Haltung während des Tages
Was ist perturbationsgestütztes Training?
plötzliches auftreten von Lasten / zufällige Störungen der Wirbelsäulenstabilität
Hilft muskuläre Antworten auf plötzliche Lasten wieder zu reaktivieren
Steigerung der Kraftfähigkeit und neuromuskulären Kontrolle
Was ist die Schlingentherapie?
therapeutische und funktionelle Weiterentwicklung des Schlingentrainings
Ziel: Wiederherstellung funktioneller Bewegungsmuster durch hochgradige neuromuskuläre Stimulation
Grundvoraussetzung: geschlossene kinetische Kette, um die Funktionsumkehrung und somit ein neues Bewegungsmuster in der betroffenen Region zu erreichen
Durch Herauslösen der Patienten aus ihren gewohnten Bewegungsabläufen entsteht ein erhöhter sensomotorische Reiz
Was sind die Effekte eines multimedialen Rückentrainings?
Kombiniertes Kraft- und Beweglichkeits- und Ergonomietraining reduziert wirkungsvoll Rückenbeschwerden bei unterschiedlichen Beschwerdegraden
Reduzierung der Rückenbeschwerden wird überwiegend durch Trainingsumfang erklärt
Wem geht der unspezifische Rückenschmerz voraus?
einem spezifischen Rückenschmerz
Kann zb in Bandscheibenvorfall enden
Wie sieht die Epidemiologie der rheumatoiden Arthritis aus?
Prävalenz zwischen 0,3 und 1 % Inzidenz
Zwischen 20 und 50 je 100.000 Personen pro Jahr
Häufigkeitsgipfel bei Frauen 55-64 Jahre, bei Männern 65-75 Jahren
Frauen etwa dreimal so häufig betroffen
Was sind Risikofaktoren für die RA?
Alter und weibliches Geschlecht
Rauchen und Übergewicht mit erhöhtem Erkrankungsrisiko verbunden
Wie sieht die Pathogenese der RA aus?
Erhöhte Konzentration entzündungsfördernder Botenstoffe wie IL-6 im Blut
Chronische Entzündungsreaktion im Gelenk
Gewebeverdickung in der Gelenkkapsel, Gefäßneubildung
Bildung von entzündlichen Wucherungen der Gelenkschleimhaut
Zunehmende Schädigung der Gelenkoberfläche
Wodurch kennzeichnet sich die RA?
Gelenkentzündung
Schmerzhafte und geschwollene Gelenke
Funktionseinschränkungen
Was passiert bei der RA wenn sie unzureichend behandelt wird?
fortschreitende Gelenkzerstörung
Entzündung beeinflusst entscheidend die Prognose, sowohl hinsichtlich des Erhalts körperlicher Funktionen als auch hinsichtlich Komorbiditäten und Mortalität
Kann die Mortalität mittels Therapie gesenkt werden?
Schweregrad und Folgen der Erkrankung kann deutlich minimiert werden
Dennoch besteht weiter eine erhöhte Mortalität
Welche sind prognostisch ungünstige Faktoren für eine RA?
höheres Alter bei Beginn der Erkrankung
Schlechtere Regeneration und Ansprechen auf Therapie
Weibliches Geschlecht
Frauen erleiden größere Beeinträchtigung
Fehlende soziale Bezugssysteme
Schlechte ökonomische Bedingungen
Niedriges Bildungsniveau
Rauchen
Positiver Rheumafaktor
Bereits eingetretene knöcherne Destruktion
Verzögerter Therapiebeginn mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten
Welche Gelenkveränderungen zeigen sich bei RA?
entzündete Gelenkinnenhaut
Entzündungsstoffe und Immunzellen im Gelenk
Zerstörter Knorpel und Knochen
Warum sind Entzündungen in der Gelenkkapsel schwierig?
In Gelenkkapsel keine Kapillare
Entzündung / Bakterien im Gelenk können daher schlecht beseitigt werden
Bei RA sterile Entzündung
Therapeutisch muss Entzündung reduziert werden
Welche Komorbiditäten und Sekundärkomplikationen gibt es bei RA?
Befallen anderer Gelenke
Lungenfunktion kann beeinträchtigt werden
Cardiovaskuläre sekundärkomplikationen
Dadurch zirkulieren immer wieder entzündliche Zytokine
Sensorische Einschränkungen
Im Bereich der Augen
Hämatologische Einschränkungen
Neurodegeneration - Alzheimer
Welche Symptome zeigen sich bei der RA?
trockene Augen, Mund
Fahle Haut
Schwäche
Instabilität in Gelenken
Probleme mit Füßen
Probleme mit Atmung
Schmerzen in Gelenken
Wie wird RA diagnostiziert?
Anamnese / familiäre Disposition
Dauer der Gelenkschwellungen oder Gelenkschmerzen
Verlauf der Beschwerden
Bei RA häufig undulierend
Zahl der betroffenen Gelenke
Befallsmuster
Bei RA häufig Fingergrundgelenke
Eingeschränkter Faustschluss
Querdruckschmerz der Finger- und Zehen-Grundgelenke
Zeitpunkt des Auftretens der Beschwerden
ZB im Anschluss an ein Trauma, spontan oder nur nach übermäßiger Belastung
Morgensteifigkeit
Welche Blutmarker werden bei RA genommen?
Wahr oder falsch
Wenn Rheumafaktoren im Blutbild gefunden werden, ist RA nachgewiesen
Falsch, Spezifität liegt bei 80%
Welche Informationen liefert die Bildgebung bei der RA?
Was ist das Problem bei der RA?
Bei Schmerzen in Gelenken, schonen sich Menschen
Dadurch Inaktivität
Muskulatur wird geschwächt
Instabilität der Gelenke wird weiter angeregt
Deformität des Knorpels weiterfortschreitend
Wodurch wird die Prognose wesentlich bestimmt?
Durch Komorbiditäten
Zu Beginn der RA konnte eine Prävalenz von 32% festgestellt werden
36% Arterielle Hypertonie
23% Degenerative Gelenkerkrankungen
18% Schilddrüsenerkrankungen
13% Herzerkrankungen
12% Diabetes mellitus
11% Fettstoffwechselstörung
Wie sieht die kardiovaskuläre Komorbidität von RA aus?
Kardiovaskuläre Komorbidität von RA Patienten ist um das 1,5 bis 2 fache erhöht und vergleichbar dem anderer chronischer Erkrankungen zB Diabetes mellitus
Kardiovaskuläre Erkrankungen sind damit auch die häufigste Todesursache bei einer RA
Zunahme interstitieller Lungenerkrankungen stellt zweithäufigste Todesursache bei RA dar
Was ist das Window of opportunity?
bei Vorliegen einer RA soll innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Symptome eine krankheitsmodifizierende Therapie begonnen werden
Hier schlagen Therapiemethoden besonders gut an
Welche medikamentöse Therapie kann bei RA angesetzt werden?
DMARDs
Disease Modifying Anti-Rheumatic Drugs
Über symptomatische Effekte hinaus krankheitsmodifizierende Eigenschaften sollen anders als eine symptomatische Therapie einer Gelenkzerstörung vorbeugen
Bis zum Erreichen der Wirkung einer csDMARD-Therapie soll die KRankheitsaktivität mit einer Glukokortikoid-Therapie unterdrückt werden
GC-Therapie
Hat sich auf Grund ihrer symptomlindernden und entzündungshemmenden Wirkung in der Behandlung bewährt
Intraartikuläre Therapie
GC Injektionen
Welche Vorteile hat Bewegungstherapie bei RA?
Erhalt der Gelenkfunktion, der Muskelkraft und der Beweglichkeit
Grad der funktionellen und psychischen Beeinträchtigung verringern ohne negative Effekte auf Schmerz, Krankheitsaktivität oder strukturelle Gelenkveränderungen
Krafttraining effektiver als Ausdauertraining in Bezug auf Lebensqualität
Wie kann die Sporttherapie durchgeführt werden?
individuell auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Patienten zuschneiden
Im akuten Schub sollten die Patienten ihre bisherige Sportart schmerzadaptiert weiterführen
Bewegung kann Schmerzen lindern und Funktion verbessern
Was zeigen Yoga und Tai Chi für RA?
Yoga
Gute Evidenz für positive Effekte in Bezug auf Lebensqualität sowie physische und psychische Aspekte
Tai Chi
Evidenz inkonsistent
Was sind Inhalte der Ernährungstherapie bei RA?
Vitamin E, im Schub 200 mg/Tag sonst 100 mg/Tag
Vitamin D bei unzureichender Sonnenexposition 1000 I.E./Tag
Selen, im Schub 100 Mikrogramm/Tag sonst Hälfte
Nicht mehr als 2 Fleischmahlzeiten und 2 Eigelb die Woche
Fettreduzierte Milsch
2 Seefischmahlzeiten die Woche
Welche Effekte stehen mit Ernährungsumstellung im Zusammenhang?
Inflammation geht runter
Synovial Infiltration von Immunzellen geht runter
Was sind entzündungshemmende Nahrungsmittel?
Gemüse
Gewürze, Kräuter
Fetter Fisch oder Algenöl
Obst
Gesunde Nüsse, Samen und Öle
Vollkorn und Hülsenfrüchte
Fermentierte Lebensmittel
Was sind pro inflammatorische Lebensmittel?
Fette Fleisch- und Milchprodukte
Fast Food
Weißmehlprodukte
Zucker
Wie kennzeichnet sich die Arthrose?
Verlust von Gelenkknorpel
Die Enden der Knochen reiben aufeinander
Degenerative Erkrankung
Asymmetrisch
Alterserkrankung
Wie unterscheiden sich Arthritis und Arthrose?
Warum sollte man bei Arthrose nicht nicht belasten?
Eine Schonung im Sinne einer Nichtbelastung beschleunigt degenerativen Prozess
Wie sieht die Prävalenz bei Arthrose aus?
etwa 20% zwischen 18 und 79 Jahren
Prävalenz steigt mit dem Alter
In der sechsten Lebensdekade sind fast 30% betroffen
Mehr als die Hälfte haben Beschwerden am Kniegelenk, ein Viertel an der Hüfte
Ist Arthrose heilbar?
nein
Was sind Leitsymptome der Arthrose?
Schmerz
Funktionseinbußen
Wo befinden sich die pathologischen Veränderungen bei der Arthrose?
hyaliner Gelenkknorpel, des subchondralen Knochens sowie der Gelenkinnenhaut
Wie unterscheiden sich Effekte der Bewegungstherapie für Patienten mit Gon- und Coxarthrose?
Patienten profitieren gleichermaßen von der Therapie
Wirksamkeit vergleichbar mit Wirksamkeit nicht-steroidaler Entzündungshemmer
Was zeigen Studien bei der Kniegelenksdistraktion?
Zunahme der Gelenkspaltweite und MRT-Hinweise auf mehr Knorpeldicke bzw knorpelähnliches Reparaturgewebe
Metaanalyse fand klinische und strukturelle Verbesserungen, weist aber auf kleine Patientenzahlen und begrenzte Evidenz hin
Welche Bewegungsformen sind empfohlen bei Arthrose?
Zyklische Bewegung
Bewegung im Wasser
Ausdauertraining, Kräftigungstraining, funktionelles Training mit einem hohen Anteil an koordinativen Übungen sowie Trainingsformen zur Verbesserung der Beweglichkeit differenziert
Als Ausdauertraining eignen sich insbesondere zyklische Bewegungsformen mit geringen Impulsbelastungen wie Radfahren, Wlking, Schwimmen (Kraulbeinschlag) oder AquaJogging
Welche Muskulatur sollte bei Gonarthrose insbesondere gekräftigt werden?
Kniestrecker sowie hüftumgebende Muskulatur
Was ist Ziel der Bewegungstherapie bei Arthrose?
Ziel ist nicht “Knorpel reparieren”, sondern Schmerz reduzieren, Funktion verbessern und Alltagsaktivität erhalten
Bewegung ist auch bei stärkeren Beschwerden meist sicher; anfänglicher Schmerz bedeutet nicht automatisch Gelenkschaden
Medikamente sollen Bewegung ermöglichen, nicht ersetzen
Was ist beim Kniegelenk häufig bei Arthrose betroffen?
Rückseite der Patella
Wann wirken Bewegungsprogramme besser?
wenn sie mit Edukation, Zielsetzung und Verhaltensänderung kombiniert werden
Was ist die pAVK?
Periphere arterielle Verschlusskrankheit
Was passiert beim Aufwärmen?
Knorpel verdickt sich durch Wasser ansaugen
Kann bis 30 Minuten so bleiben
Abnahme ab 40-45 Minuten
Was ist Hintergrund der pAVK?
fortschreitende Stenosierung bzw den Verschluss (Okklusion) der arteriellen Beingefäße, seltener der Armgefäße
Durchblutungsstörung insbesondere der Beine
Etwa jeder vierte Patient über 55 Jahre von der pAVK betroffen
Männer viermal häufiger betroffen als Frauen
Besonders gefährdet: Raucher und Diabetiker
Bei Diabetikern sechsfach erhöhtes Risiko
Weitere Risikofaktoren
Hypertonie
Hypercholesterinämie
Hyperhomocysteinämie
CRP
Was ist ein Ulkus?
Offene, schlecht heilende Wunde der Haut
Entsteht durch chronische Minderdurchblutung
Typisch: schmerzhaft, oft an Zehen, Ferse oder Fußrand
Was ist Nekrose?
Abgestorbenes Gewebe durch Sauerstoffmangel
Haut oder tiefere Gewebeschichten verfärben sich dunkel bis schwarz
Zeichen einer fortgeschrittenen Durchblutungsstörung
Was ist Gangrän?
Ausgedehnte Nekrose mit Gewebezerfall
Kann trocken sein: schwarz, mumifiziert
Oder feucht / infiziert: geschwollen, übel riechend, hohes Sepsisrisiko
Was sind Anzeichen einer pAVK?
Ulkus
Nekrose
Gangrän
Was sind Stadien der pAVK?
I
Beschwerdefreiheit
II
Claudicatio intermittens
IIa
Schmerzfreie Gehstrecke über 200m
IIb
Schmerzfreie Gehstrecke unter 200m
III
Ruheschmerz
IV
Wie ist die Epidemiologie zur pAVK?
Deutlicher Anstieg der pAVK bezogenen Behandlungsfälle
Größter Anteil entfällt auf pAVK Stadium IIb
Besonders relevant: hoher Anteil fortgeschrittener Stadien mit Ruheschmerz, Ulzera oder Gangrän
Was sind die Säulen der pAVK Therapie?
Intervention
Medikamentös
Nicht-Medikamentös (Lebensstil)
Welche MEdikamente verbessern die Beinsymptome?
Nikotinverzicht
Statine
Antihypertensiva
Cilostazol
Welche MEdikamente nutzt man zur Vermeidung systemischer Komplikationen?
Blutdrucksenker
Cholesterinsenker
Antikoagulation
Was ist die Thrombendarteriektomie?
bei kurzstreckigen Verschlüssen der Beinarterien Eingesetzt
Blutgefäß wird von innen ausgeschält und das Material, welches das Gefäß verengt wird entfernt
Ist die Dauermethode oder die Intervallmethode für pAVK Patienten besser?
Intervall
Schmerz weniger relevant als bei Dauermethode
Wie hat Bewegungstherapie bei pAVK gewirkt?
Verbesserung der allgemeinen körperlichen Aktivität um 31%
Verbesserung um 60% nach Fragebogenauswertung
Erhöhung der maximalen Laufzeit
Besser als Medikamentös
Muss ein Arzt bei der Therapie von pAVK Patienten vor Ort sein?
Welche Rolle spielt Krafttraining bei der Bewegungstherapie für pAVK Patienten?
Krafttraining scheint keine Rolle zu spielen
Was ist Long Covid?
beschreibt anhaltende oder neu auftretende Beschwerden nach einer SARS-CoV-2 Infektion
Beschwerden können mehrere Organsysteme betreffen
Postinfektiöses Multisystemsyndrom
Was sind Symptome bei Long COVID?
Erschöpfung und ausgeprägte Fatigue
Belastungsintoleranz
Atemnot (bei Belastung)
Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
Schlafstörungen
Kreislaufbeschwerden
Herzrasen, Schwindel und orthostatische Intoleranz
Vom Sitzen ins Stehen
Muskel- und Gelenkschmerzen
In Ruhe relativ unauffällig, Patient bricht unter Belastung physiologisch ein
Ist Long COVID ein rein pulmonales Krankheitsbild?
Was sind sehr häufige Symptome bei Long COVID?
Fatigue
Dyspnoe
Leistungseinschränkung
Kopfschmerzen
Riech- und Schmeckstörungen
Was ist die Viruspersistenz?
Virus verschwindet nicht
Bleibt in Zelle erhalten und sorgt immer wieder für Verschlechterung der Lage des Patienten
Wodurch entsteht körperliche Leistungsfähigkeit?
Aus Kette physiologischer Prozesse
Ventilation
Gasaustausch
Lungengefäße
Herzzeitvolumen
Autonome Regulation
Mikrozirkulation
Sauerstoffextraktion im Muskel
Mitochondriale ATP Produktion
Kann die Lunge eileistungsbeschränktender Faktor sein?
Bei Long COVID ja
Personen haben dann Probleme mit der Ventilation
An welcher Stelle der Sauerstoffkaskade können vor allem Long COVID Betroffene Probleme haben?
Was sind Post-Exertional Malaise und Post-Exertional Symptom Exacerbation?
Personen haben unglaublichen Leidensdruck nach einer intensiven Belastung
Dauer über Tage, Wochen oder länger
Klinische Konsequenz
Belastung muss unterhalb der individuellen Schwellen bleiben
Wodurch entsteht Belastungsintoleranz vermutlich?
gestörte Energieproduktion
Immunologische Aktivierung
Autonome Dysregulation
Veränderte Sauerstoffverwertung im Gewebe
Klinisch zeigt sich dies als disproportionale Erschöpfung nach geringer Belastung
Welche Hinweise liegen bezüglich des Muskelstoffwechsels bei Long COVID vor?
reduzierte Oxidative Stoffwechselkapazität
Mitochondriale Dysfunktion bzw verminderte Enzymaktivität nach Belastung
Verschiebung zu schneller ermüdbaren Muskelfasern (Typ II)
Nach maximaler Belastung können sich metabolische und strukturelle Auffälligkeiten verstärken
Was ist ME/CFS?
Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom
Besonders schwere Form bzw schwerer Phänotyp von Long COVID
Ausgeprägte, nicht durch normale Ruhe vollständig bessernde Erschöpfung
Schlafstörungen, kognitive Einschränkungen, Schmerzen und autonome Symptome
Das zentrale Warnzeichen ist die PEM
Post-Exertional Malaise
Was ist PEM?
verzögerte Verschlimmerung der Symptome nach körperlicher (oder anderer) Belastung
Wird oft durch Aktivitäten. Ausgelöst, die zuvor gut vertragen wurden
Beginn typischerweise 12-48 Stunden nach Belastung
Symptome können Tage bis Wochen andauern und umfassen Müdigkeit, Schmerzen, Brain Fog, Dysautonomie und grippeähnliche Symptome
Wichtiges Warnzeichen bei postinfektiösen Syndromen
Keine normale Müdigkeit nach Belastung, sondern pathologische Erholungsstörung
Was gilt bei PEM?
Pacing statt Push harder
Aktivitäten so dosieren, dass sie innerhalb der individuellen Belastungsgrenze bleiben
Stabilisierung von Leistungsaufbau
Gesamtbelastung zählt: körperlich, kognitiv, emotional und orthostatisch
Pausen sollen vor Erschöpfung eingeplant werden, nicht erst danach
Aktivität wird nur gesteigert, wenn wiederholt stabile Erholung beobachtet wurde
Zuerst muss Energiegleichgewicht stabilisiert werden
Was sind Red Flags und Kontraindikationen bei der Sporttherapie mit Long COVID?
Belastungsinduzierte Sauerstoffentsättigung
Ungeklärte Brustschmerzen, Synkopen, relevante Rhythmusstörungen
Verdacht auf Myokarditis, Lungenembolie oder instabile kardiale Erkrankung
Schwere PEM nach Minimalbelastung
Zunehmende neurologische Ausfälle oder deutliche Verschlechterung
Was muss vor körperlichem Training ausgeschlossen werden?
Desaturation
Kardiale Beeinträchtigung
Welche Phänotypen können unterschieden werden?
Postinfektiöse Dekonditionierung ohne PEM
Atem-/kardio-pulmonale Einschränkung
Dysautonomie bzw. POTS/othostatische Intoleranz
ME/CFS-Phänotyp mit PEM/PESE
Schweres oder sehr schweres ME/CFS
Wie geht man mit Phänotyp 1 in der Therapie um?
vorsichtiger Trainingsaufbau sinnvoll
Geeignet sind niedrig dosiertes Ausdauertraining und leichtes Krafttraining
Beginn kurze Einheiten, niedrigere Intensität mit ausreichenden Pausen
Monitoring: HF, subjektive Belastung, Schlaf, Fatigue und Symptome am Folgetag
Wie geht man mit Phänotyp 4/5 um?
Bei PEM zunächst Pacing
Aktivität unterhalb Belastungsgrenze
Belastung umfasst körperliche, kognitive, emotionale und orthostatische Reize
Pausen geplant, bevor Symptome eskalieren
Aufbau erst, wenn über Tage bis Wochen stabile Erholung erreicht
Wie geht man mit Phänotyp 3 in der Sporttherapie um?
Symptome: Herzrasen, Schwindel, Kreislauf
Training zunächst liegend, sitzend
ZB Recumbent Bike, Rudern leicht, isometrische Übungen
Wichtig: Flüssigkeit, Salz, Kompression und langsame orthostatische Gewöhnung
Aufrechte Belastung erst später und stufenweise
Worauf ist bei Phänotyp 2 zu achten?
Starten mit kurzen Intervallbelastungen
Krafttraining mit sehr niedrigerer Einstiegslast, Fokus auf Alltagsfunktion
Kombination aus Ausdauer, Kraft und funktionellen Übungen
Therapieerfolg: mehr Alltagstoleranz, nicht nur bessere Testwerte
Ist die Borg-Skala uneingeschränkt nutzbar?
nein eingeschränkt, da subjektive Anstrengung PEM nicht sicher vorhersagt
Da PEM erst Stunden/Tage danach auftritt
Ab welcher Sauerstoffsättigung sollte man das Training abbrechen?
unter 90
Kann bei PEM ein Ausdauertraining stattfinden?
kein klassisches Ausdauertraining möglich
Wie kann die Atemtherapie gestaltet werden?
Nasenatmung, Atemrhythmus, Dyspnoe-Management
Orthostatische Intoleranz
Positionsmanagement, Kompressionsmaßnahmen, Flüssigkeit/Salz nach ärztlicher Rücksprache
Aktivität im Liegen oder Sitzen kann Einstieg erleichtern
Wie sieht die aktuelle Evidenzlage zur Rehabilitation bei Long Covid aus?
Neuere Reviews zeigen kurzfristige Verbesserungen durch Rehabilitation
Besonders häufig verbessert
6 Minuten Gehtest
Funktionelle Kapazität
Teilweise Fatigue
Langzeiteffekte deutlich weniger gesichert
PEM in vielen Studien nicht ausreichend als Sicherheitskriterium erfasst
Was ist die transkutane Vagusnervstimulation?
nicht-invasive Methode zur Stimulation des Vagusnervs über die Haut
Häufige Stimulationsorte sind Ohrregionen mit vagaler Innervation
Ziel ist Aktivierung vagaler afferenter Bahnen, die zentrale autonome und entzündungsmodulierende Netzwerke beeinflussen
Physiologisch wird tVNS mit einer Verschiebung hin zu prasympathischer Aktivität, veränderter Herzratenvariabilität und antiinflammatorischen Effekten in Verbindung gebracht
Über cholinergen antiinflammatorischen Reflex könnten tVNS die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine reduzieren
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