Definieren Sie den Begriff Narkose und nennen Sie die zentralen Komponenten einer Allgemeinanästhesie.
Eine Narkose ist ein kontrollierter, reversibler Zustand von Bewusstlosigkeit und Schmerzfreiheit, der diagnostische oder operative Eingriffe ermöglicht.
Die vier zentralen Komponenten sind:
Hypnose (Bewusstseinsausschaltung)
Analgesie (Schmerzausschaltung)
Muskelrelaxation (Muskelerschlaffung)
Reflexdämpfung (Unterdrückung vegetativer und motorischer Reflexe)
Beschreiben Sie die Aufgaben der Anästhesiepflege im perioperativen Ablauf.
Die Anästhesiepflege begleitet den Patienten prä-, intra- und postoperativ.
Aufgaben:
Präoperativ:
Arbeitsplatz vorbereiten
Gerätecheck durchführen
Medikamente vorbereiten
Patientenidentifikation prüfen
Patient aufnehmen und informieren
Intraoperativ:
Assistenz bei Einleitung
Überwachung von Vitalparametern
Medikamentengabe nach Anordnung
Dokumentation
Unterstützung bei Notfällen
Postoperativ:
Ausleitung begleiten
Transport organisieren
Übergabe in den Aufwachraum
postoperative Überwachung
Erläutern Sie die Bedeutung der Patientenidentifikation bei der Aufnahme in den OP.
Die Patientenidentifikation dient der Vermeidung von Verwechslungen.
Kontrolliert werden:
Name
Geburtsdatum
geplanter Eingriff
OP-Seite
Einwilligungen
Bedeutung: Verhindert Eingriffe am falschen Patienten oder an der falschen Körperseite und ist ein zentraler Bestandteil der Patientensicherheit.
Analysieren Sie die Bedeutung der WHO Surgical Safety Checklist für die Patientensicherheit im OP.
Die WHO-Checkliste verbessert die Kommunikation im Team und reduziert Fehler.
Ziele:
richtige Patientenidentifikation
richtiger Eingriff
richtige OP-Seite
Kontrolle von Allergien
Sicherstellung notwendiger Materialien
Bestandteile:
Sign In (vor Narkose)
Time Out (vor Hautschnitt)
Sign Out (vor Verlassen des OP)
Sie reduziert Komplikationen und erhöht die Patientensicherheit erheblich.
Erläutern Sie den Begriff PONV.
PONV bedeutet:
Postoperative Nausea and Vomiting
also postoperative Übelkeit und Erbrechen.
Es handelt sich um eine häufige Komplikation nach Operationen und Anästhesien.
Folgen:
Unwohlsein
Aspirationsrisiko
verzögerte Mobilisation
längerer Krankenhausaufenthalt
Benennen Sie das Assessment, mit dem das PONV-Risiko eingeschätzt wird.
Der Apfel-Score.
Risikofaktoren:
weibliches Geschlecht
Nichtraucher
PONV oder Kinetose in der Anamnese
postoperativer Opioidbedarf
Je mehr Faktoren vorliegen, desto höher ist das Risiko.
Benennen Sie die Komponenten des Standard-Anästhesie-Arbeitsplatzes.
Dazu gehören:
Narkosegerät
EKG-Monitor
Pulsoxymetrie
nichtinvasive Blutdruckmessung
Kapnometrie/Kapnographie
Sauerstoffversorgung
Absaugung
Beatmungsbeutel
Defibrillator in Reichweite
Nennen Sie die Grade der Cormack-und-Lehane-Klassifikation.
Grad I
Gesamte Glottis sichtbar.
Grad II
Nur hinterer Teil der Glottis sichtbar.
Grad III
Nur Epiglottis sichtbar.
Grad IV
Weder Epiglottis noch Glottis sichtbar.
Je höher der Grad, desto schwieriger die Intubation.
Benennen Sie die Reihenfolge der Medikamente bei der Narkoseeinleitung.
Typischerweise:
Opioid
z. B. Fentanyl
Hypnotikum
z. B. Propofol
Muskelrelaxans
z. B. Rocuronium
Merksatz: Opioid → Hypnotikum → Relaxans
Nennen Sie die vier Klassifikationen nach Mallampati.
Mallampati I
Uvula, Tonsillenpfeiler und weicher Gaumen vollständig sichtbar.
Mallampati II
Uvula teilweise sichtbar.
Mallampati III
Nur weicher Gaumen sichtbar.
Mallampati IV
Nur harter Gaumen sichtbar.
Je höher der Grad, desto schwieriger kann die Intubation sein.
Benennen Sie die Nebenwirkungen von Opioiden.
Häufig:
Atemdepression
Übelkeit
Erbrechen
Bradykardie
Sedierung
Miosis
Obstipation
Harnverhalt
Juckreiz
Klinisch wichtigste Nebenwirkung: → Atemdepression
Benennen Sie fünf Bestandteile des Gerätechecks am Narkosegerät.
Beispiele:
Sauerstoffversorgung prüfen
Dichtigkeit des Systems prüfen
Absaugung prüfen
Beatmungsfunktion prüfen
Atemschläuche kontrollieren
Vaporfüllstände kontrollieren
Notfallbeatmungsbeutel prüfen
Fünf davon reichen in der Prüfung.
Erläutern Sie die pharmakologische Wirkung von Propofol auf das Herz-Kreislauf-System.
Propofol verursacht:
Vasodilatation
Senkung des systemischen Gefäßwiderstandes
Blutdruckabfall
verminderte Vorlast
Zusätzlich kann Propofol:
Bradykardien fördern
die Myokardkontraktilität leicht reduzieren
Klinisch wichtigste Folge: → Hypotonie
Nennen Sie die zwei Gruppen der Muskelrelaxanzien.
Depolarisierende Muskelrelaxanzien
Beispiel:
Succinylcholin
Nichtdepolarisierende Muskelrelaxanzien
Rocuronium
Atracurium
Cisatracurium
Welche Nebenwirkungen können bei Succinylcholin auftreten?
Wichtige Nebenwirkungen:
Hyperkaliämie
Muskelschmerzen
erhöhter Augeninnendruck
erhöhter intrakranieller Druck
Trigger einer malignen Hyperthermie
Herzrhythmusstörungen
Besonders prüfungsrelevant: Hyperkaliämie und maligne Hyperthermie.
Beschreiben Sie die Physiologie des Schmerzes.
Der Schmerzreiz entsteht durch Aktivierung von Nozizeptoren.
Ablauf:
Transduktion
Schmerzreiz wird aufgenommen.
Transmission
Weiterleitung über Nervenfasern zum Rückenmark.
Modulation
Verarbeitung im Rückenmark.
Perzeption
bewusste Schmerzwahrnehmung im Gehirn.
Nennen Sie je drei Auswirkungen akuten und chronischen Schmerzes.
Akuter Schmerz
Tachykardie
Hypertonie
erhöhter Sauerstoffverbrauch
Weitere:
Immobilisation
Stressreaktion
Chronischer Schmerz
soziale Isolation
Depression
Schmerzgedächtnis
Schlafstörungen
Arbeitsunfähigkeit
Nennen und beschreiben Sie je ein eindimensionales Assessmentinstrument für Kinder und Erwachsene.
Kind ab ca. 4 Jahren
Faces Pain Scale (FPS-R)
Das Kind zeigt auf ein Gesicht, das seiner Schmerzstärke entspricht.
Skala: 0–10 Punkte
Erwachsene
Numerische Ratingskala (NRS)
Patient bewertet seinen Schmerz:
0 = kein Schmerz
10 = stärkster vorstellbarer Schmerz
Einfach und schnell anwendbar.
Erläutern Sie die Stufen 1 bis 3 der WHO-Schmerzskala.
Stufe 1
Nichtopioide
Paracetamol
Metamizol
Ibuprofen
Stufe 2
Schwache Opioide + Nichtopioide
Tramadol
Tilidin
Stufe 3
Starke Opioide + Nichtopioide
Morphin
Oxycodon
Fentanyl
Grundsatz: „By the ladder“ – stufenweise Eskalation.
Nennen Sie fünf nichtmedikamentöse Maßnahmen des Schmerzmanagements.
Lagerung
Wärme- oder Kälteanwendungen
Entspannungsverfahren
Ablenkung (Musik, Gespräche)
Angehörige einbeziehen
Weitere Beispiele:
Atemtechniken
Mobilisation
beruhigende Umgebung
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