In welchen Drüsen werden Hormone gebildet?
Hypophyse, Schilddrüse, Nebennierenrinde, Eierstöcke (und Plazenta) oder Hoden
Was bedeutet endokrin?
werden direkt ins Blut abgegeben
In welche Strukturtypen kann man Hormone einteilen?
Peptid- oder Proteohormone (Hormone des Hypothalamus, der Hypophyse, der Nebenschilddrüsen, des Thymus, der Langerhans- Inseln des Pankreas, des Gastrointestinaltrakts, der Leber, der Nieren und der Herzvorhöfe)
Steroidhormone (Nebennierenrinden- und Sexualhormone)
Steroidhormon-Analoge (Vitamin-D-Hormone)
Hormone, die Derivate der Aminosäuren Tyrosin (Nebennierenmark- und Schilddrüsenhormone) oder Tryptophan (Melatonin) sind
Was ist die Hauptaufgabe der Schilddrüse?
Bildung und Freisetzung von
Ø Levothyroxin (Tetraiodthryonin, T4)
Ø Liothyronin (Triiodthyronin, T3)
Ø Pep\dhormon Calcitonin
Struktur von T3 und T4
Welche Funktion haben Schilddrüsenhormone?
§ Steuern Grundumsatz des Körpers (gesamter Stoffwechsel auf Hochtouren oder Sparflamme)
§ Steigern Proteinbiosynthese und Abbau von Kohlehydraten und Fetten
§ Mitverantwortlich für normale Entwicklung der Organe während der Wachstumsphase
§ Thyreotroper Regelkreis
Was ist der Thyreotrophe Regelkreis?
Welche Erkrankungen an der Schilddrüse gibt es?
Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
§ Kretinismus: angeborener Mangel an Schilddrüsenhormonen, Wachstumsstörung, Gehirnentwicklungsstörung, etc.
§ Hashimoto-Thyreoiditis: autoimmune Schilddrüsenentzündung
Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
§ Immunugene Form: Morbus Basedow
§ Nichtimmunogene Form: Nervosität, Beschleunigung des Herschlages, Exophthalmus (Glotzauge)
Struma (Kropf)
§ Iodmangel, Vergößerung der Schilddrüse
Wie erfolgt die Biosynthese von Thyreoglobulin?
4 Teilschritte der Biosynthese
Ø Iodination: Aufnahme des Iodids aus Blut
Ø Iodisation: Oxidation des Iodid zu Iodradikal oder Hypoiodit
(„iodierendes Intermediat“)
Ø Iodierung spezifischer Tyrosinreste ortho zu Phenolgruppe über die Thyreoperoxidase
Ø Phenolkupplung
Struktur-Wirkungs-Beziehung von T3
Synthese Levothyroxin
Wann wird T4 und wann T3 verabreicht und was ist der Unterschied?
T4 = Prohormon
Levothyroxin-Na (Euthyrox®, T4): orale Gabe, 80% resorbiert; 0.03 % ungebunden, Plasmahalbwertszeit 6-7 Tage
T3 = Wirkform
Liothyronin-Na (Thybon®, T3), 0.3 % ungebunden, Plasmahalbwertszeit 1-2 Tage; T3 wird nur gegeben, wenn rascher Wirkeintrib erforderlich
Wie wirken Thyreostatika?
Inhibieren die Thyreoperoxidase
verhindert Iodierung von Tyrosin an Threoglobulin, da Thionamide als alternatives Substrat agieren
Wo wird Insulin gebildet?
In den B-Zellen des Pankreas
Was ist Typ-1-Diabetes?
Absoluter Insulinmangel – Behandlung mit Insulin
Was ist Typ-2-Diabetes?
relativer Insulinmangel – Behandlung mittels oraler Antidiabetika
In welche zwei Klassen kann man Antidiabetika unterteilen und welche Wirkstoffklassen fallen darunter?
Insulinotrope Antidiabetika (bewirken vermehrte Freisetzung von Insulin aus B-Zellen des Pankreas)
Ø Sulfonylharnstoffe
Ø Glinide
Ø GLP-1-Agonisten (Inkretinmimetika)
Ø Gliptine (DPP-4-Inhibitoren)
Nicht insulinotrope Antidiabetika (wirken unabhängig von einer möglichen endogenen Insulinsekrektion)
Ø Biguanide
Ø 𝛼-Glucosidase Inhibitoren
Ø Gliflozine (SGLT2 Inhibitoren)
Insulin
§ Isoelektrischer Punkt bei pH 5.4
§ Gespeichert als Hexamer + 2 Zn2+
§ Nur Monomer bindet an Insulirezeptor
§ Stimulation der Glucoseaufnahme, Glykogensynthese, Lipogenese, etc.
Humaninsulin vs Insulinanaloga
Humaninsulin wird gentechnisch hergestellt:
Ø Normalinsulin: wirkt rasch (nach 15-30 min) und hält 6-8h an
Ø Verzögerungsinsulin, NPH-Insulin: Herabsetzen der Löslichkeit bewirkt Wirkungseintrib nach ca. 2h und Wirkdauer bis zu 12 h
Insulinanaloga:
Ø Kurzwirkend: Neigung zu Dimer und Hexamer-Bildung wird erniedrigt
Ø Langwirkend: verlangsamte Abdiffusion aus Depot, Wirkdauer bis zu 24h
Insulinotrope Antidiabetika: Sulfonylharnstoffe
§ Nur wirksam wenn B-Zellen noch Insulin freisetzen
§ Interaktion mit dem Sulfonylharnstoff-Rezeptor Subtyp-1 (SUR1)
§ Nach Bindung wird K-Kanal geschlossen und Insulin freigesetzt
§ Auch bei niedrigem Blutglusosespiegel, daher Gefahr der Hypoglykämie
Struktur-Wirkungs-Beziehungen Sulfonylharnstoffe
Nenne drei Vertreter der Sulfonylharnstoffe und Eigenschaften
Glibenclamid: 50-90% orale Bioverfügbarkeit, Wirkdauer 6-8 h, erster Vertreter der 2. Generation
Glimepirid: vollständige orale Bioverfügbarkeit, bis zu 24 h Wirkdauer, Hypoglykämie-Risiko scheint niedriger als bei anderen Vertretern
Gliquidon: kann bei diabetischer Nephropathie eingesetzt werden
Insulinotrope Antidiabetika: Glinide
§ Weiterentwicklung der Sulfonylharnstoffe
§ Unterschiede hauptsächlich in pharmakokinetischen Eigenschaften
§ Carbonsäure liegt anionisch vor
§ Wirkung vergleichbar (Bindung an SUR1 Untereinheit)
§ Affinität geringer, weil nicht alle 3 Bindestellen ausgenutzt werden können
Was ist der Inkretin-Effekt?
§ Aufnahme von Kohlenhydraten aus der Nahrung löst höhere Insulinfreisetzung aus als die intravenöse Gabe der gleichen Glukosemenge
§ Verantwortlich: Peptidhormone im Dünndarm = Inkretine
Ø Glucagon-like-peptide 1 (GLP-11)
Ø Glucoseabhängiges insulinotropes Peptid (GIP)
§ Diese binden an GLP-1 Rezeptor und lösen Signalkaskade und
schließlich Freisetzung von Insulin aus
§ Inaktivierung durch Abspaltung von 2 AS durch Dipeptidylpeptidase-4 (DDP-4)
§ Therapeutisch nutzbar:
§ Inkretinmimetika (GLP1 Agonisten)
§ DPP-4-Inhibitoren (Gliptine)
Nicht-insulinotrope Antidiabetika: Biguanide
Wahl bei Diabetes-Typ-2
§ Führt nicht zur Insulinfreisetzung, kein erhöhtes Hypoglykämie-Risiko
§ Senkt Blutglucosespiegel nur beim Diabetiker, nicht beim Stoffwechselgesunden
§ Liegt bei physiologischem pH als einfach positiv geladene Spezies vor
§ Molekularer Wirkmechanismus nicht ganz klar
Nicht-insulinotrope Antidiabetika: 𝛼-Glucosidase-Inhibtoren
§ 𝛼-Glucosidasen im Dünndarm katalysieren die Hydrolyse 𝛼-glykosidischer Bindungen von nicht resorbierten Di-, Oligo- und Polysacchariden zur resorbierbaren Glucose
§ Acarbose: Pseudetetrasachharid und Transition State Inhibitor
§ Verzögert Abbau von Kohlehydraten und Resorption der freigesetzten Glucose
§ Ziel: Blutglucosespitzen nach Mahlzeiten (Postprandiale Hyperglykämie) zu reduzieren
Nicht-insulinotrope Antidiabetika: Gliflozine (SGLT2-Inhibitoren)
§ Glukose-Rückresorption hauptsächlich durch SGLT2 (sodium glucose linked transporter 2) in Nieren
§ Hemmung der SGLT2 verhindern Rückresorp\on, verstärken renale Glukoseausscheidung und senken dadurch Blutglucosespiegel
§ Mechanismus von Insulin unabhängig
Synthese von Dapagliflozin
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