Bluma Zeigarnik (1900-1988)
Der Zeigarnik-Effekt besagt, dass sich Menschen besser an unvollendete Aufgaben erinnern, da diese eine mentale Spannung erzeugen, die bis zum Abschluss bestehen bleibt.
Nach Erledigung der Aufgabe lässt diese Spannung nach, und die Erinnerung verblasst schneller.
Der Effekt basiert auf Kurt Lewins Theorie der psychischen Spannungssysteme, die beschreibt, wie unerfüllte Ziele kognitive Prozesse aktiv halten.
Bluma Zeigarnik, Lewins Schülerin, übertrug dieses Konzept auf das Gedächtnis und zeigte experimentell, wie unerledigte Aufgaben unsere Aufmerksamkeit binden.
Leo Festinger (1919-1989)
Leo Festingers Theorie der kognitiven Dissonanz erklärt, wie Menschen Widersprüche zwischen Überzeugungen und Handlungen reduzieren, um psychisches Unbehagen zu verringern.
Strategien zur Dissonanzreduktion umfassen Verhaltensänderung, Änderung von Kognitionen, Hinzufügen neuer Kognitionen, Reduzierung der Bedeutung, Bestätigende Informationen und Trivialisierung.
Lieberman und Kollegen zeigten, dass Dissonanzreduktion auch unbewusst erfolgt:
Teilnehmer passten ihre Bewertungen von Kunstwerken an, obwohl sie durch Ablenkung an bewusster Reflexion gehindert wurden.
Matthew D. Lieberman (geb. 1970)
In der Studie von 2001 untersuchten Lieberman und Kollegen, ob kognitive Dissonanzreduktion auch ohne bewusste Anstrengung erfolgen kann.
Teilnehmer bewerteten Kunstwerke und wählten zwischen gleich bewerteten Werken, was Dissonanz erzeugte.
Nach einer Ablenkungsaufgabe, die bewusstes Nachdenken minimierte, passten sie ihre Bewertungen an, indem sie die gewählten Werke höher bewerteten.
Dies deutet darauf hin, dass die Reduktion kognitiver Dissonanz automatisch und ohne bewusste Kontrolle stattfinden kann.
Jason P. Rose
In der Studie von Rose et al. (2012) wurde untersucht, wie Wahlmöglichkeiten und Placebo-Erwartungen die Schmerzwahrnehmung beeinflussen.
Teilnehmer:innen wurden einem Eiswassertest unterzogen und erhielten entweder eine Wahl zwischen zwei vermeintlichen Schmerzmitteln (tatsächlich Placebos) oder keine Wahlmöglichkeit.
Die Ergebnisse zeigten, dass diejenigen mit Wahlmöglichkeit eine stärkere Schmerzlinderung erfuhren, was auf einen verstärkten Placebo-Effekt hindeutet.
Diese Effekte wurden durch eine Verringerung der Angst vermittelt.
Die Studie legt nahe, dass die Möglichkeit, eine Behandlung selbst auszuwählen, die Wirksamkeit von Placebo-Behandlungen erhöhen kann.
Fritz Heider (1896-1688)
Fritz Heiders Attributionstheorie erklärt, wie Menschen Verhalten durch dispositionale (innere) und situationale (äußere) Faktoren erklären.
In seiner Alltagspsychologie beschrieb er intuitive Strategien, mit denen Menschen Verhalten verstehen und vorhersagen.
Er zeigte, dass Menschen nach Konsistenz in Beziehungen und Einstellungen streben und Verhalten anderer oft auf innere Eigenschaften statt äußere Einflüsse zurückführen.
Solomon Asch (1907-1996)
Solomon Asch, polnisch-amerikanischer Sozialpsychologe, zeigte in seiner Konformitätsstudie (1951), wie Gruppenzwang die Wahrnehmung beeinflusst.
Teilnehmer passten ihre korrekten Antworten der Mehrheit an, die absichtlich falsche Angaben machte, was die Macht des sozialen Drucks verdeutlichte.
Gruppendruck ist ab vier Personen am stärksten, nimmt aber bei größeren Gruppen leicht ab.
Soziale Unterstützung durch einen Gleichgesinnten reduziert den Druck deutlich.
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