Nenne den Kommunikationsprozess in der richtigen Reihenfolge
Sender → Kodierung → Übertragung über Kommunikationskanäle/Medien → Dekodierung → Kommunikationswirkung beim Empfänger
Merksatz: Unternehmen formuliert die Botschaft, Zielgruppe versteht/interpretiert sie, danach kann sich Einstellung oder Verhalten ändern.
Was ist der Unterschied zwischen Kodierung und Dekodierung
Kodierung: Das Unternehmen übersetzt seine Botschaft in Texte, Bilder, Videos, Musik usw.
Dekodierung: Die Zielgruppe nimmt die Botschaft wahr und interpretiert/versteht sie.
Nenne die vier allgemeinen Ziele der Kommunikationspolitik
Einführungskommunikation (neue Produkte/Marken bekannt machen), Erinnerungskommunikation, Stabilisierungskommunikation (gegen Konkurrenz absichern) und Expansionskommunikation (z.B. Image verändern, neue Zielgruppen erschließen)
Welche drei Arten spezifischer Kommunikationsziele gibt es?
1. Streutechnische Ziele: Reichweite/Kontakte in der Zielgruppe.
2. Psychologische Ziele: Bekanntheit, Einstellungen, Image, Kaufabsicht.
3. Ökonomische Ziele: Umsatz, Absatz, Marktanteil.
Nenne vier Rahmenbedingungen der Kommunikationspolitik
1. Unternehmensinterne Bedingungen.
2. Markt- und gesellschaftliche Bedingungen.
3. Rechtliche Bedingungen, z. B. Kennzeichnung von Product Placement.
4. Medienlandschaft bzw. Mediennutzung der Zielgruppen
Welche vier Instrumente der Kommunikationspolitik sind klausurrelevant?
Corporate-Identity-Politik,
klassische Werbung,
Product Placement und
Sponsoring
Welche internen und externen Ziele hat Corporate Identity?
Intern: Wir-Gefühl, geringere Fluktuation/Fehlzeiten, höhere Motivation und Leistungsbereitschaft.
Extern: konsistentes Erscheinungsbild, Glaubwürdigkeit/Authentizität/Goodwill sowie Vertrauen, z. B. bei Investoren.
Nenne typische Vor- und Nachteile von Product Placement.
Vorteile: glaubwürdige bzw. natürliche Einbettung, hohe Reichweite, häufig geringe Werbevermeidung.
Nachteile: Wirkung hängt vom Erfolg des Formats ab, Kosten und Risiko des Verdachts auf Schleichwerbung/Kennzeichnungspflichten.
Nenne die Planungsphasen klassischer Werbung in der richtigen Reihenfolge.
Analyse der Ausgangssituation
Werbezielplanung
Werbebudgetplanung
Werbegestaltungsplanung
Werbestreuplanung/Mediaselektion und Timing
Realisation
Kontrolle.
Welche Gestaltungselemente einer Werbebotschaft gibt es?
Formale Elemente = Wie wird kommuniziert? Farben, Typografie, Form, Sprache, Musik. Inhaltliche Elemente = Was wird kommuniziert? rationale/sachliche Angaben, Intensität der Argumentation, soziale bzw. emotionale Appelle
Nenne die praktischen Methoden der Werbebudgetierung
Prozentsatz vom Umsatz/Gewinn; Werbekosten je Verkaufseinheit; verfügbare finanzielle Mittel; Orientierung an Konkurrenz; Objective-and-Task-Methode.
Wie funktioniert die Objective-and-Task-Methode?
Zuerst Kommunikationsziele konkret festlegen. Dann Maßnahmen bestimmen, die zur Zielerreichung nötig sind. Aus den Kosten dieser Maßnahmen wird das Werbebudget abgeleitet.
Vergleiche involvierte und nicht involvierte Konsumenten für die Werbegestaltung.
Involvierte Konsumenten: detaillierte, sachliche, objektiv-informative Botschaften; eher Nische/gezielte Ansprache.
Nicht involvierte Konsumenten: einfache, emotionale, aufmerksamkeitsstarke Botschaften; eher breite Masse.
Worin unterscheiden sich Konzepttest und Gestaltungstest?
Konzepttest: Testet einen einzelnen, noch nicht vollständig ausgearbeiteten Teil bzw. die Grundidee vor Fertigstellung.
Gestaltungstest: Testet die konkrete Gestaltung eines weitgehend/fertig ausgearbeiteten Werbemittels
Unterschied Intermediaselektion und Intramediaselektion?
Intermediaselektion: Auswahl der Mediengattung, z. B. TV, Instagram, Tageszeitung, Podcast.
Intramediaselektion: Auswahl des konkreten Mediums/Werbeträgers innerhalb der gewählten Gattung, z. B. eine bestimmte Zeitschrift oder ein bestimmter Instagram-Kanal
Welche vier Wachstumsstrategien der Produkt-Markt-Matrix gibt es?
Bestehende Produkte/bestehende Märkte: Marktdurchdringung.
Bestehende Produkte/neue Märkte: Marktentwicklung.
Neue Produkte/bestehende Märkte: Produktentwicklung.
Neue Produkte/neue Märkte: Diversifikation.
Worin unterscheiden sich Produktvariation und Produktdifferenzierung?
Produktvariation: bestehendes Produkt wird verändert/ersetzt; die alte Variante verschwindet meist vom Markt.
Produktdifferenzierung: zusätzliche Varianten werden neben dem bestehenden Produkt angeboten; mehrere Varianten bleiben parallel verfügbar und sprechen unterschiedliche Zielgruppen an
Was sind Kannibalisierungs- und Partizipationseffekt?
Kannibalisierungseffekt: Eine neue Variante nimmt Absatz/Umsatz von eigenen bestehenden Produkten weg.
Partizipationseffekt: Die neue Variante gewinnt zusätzliche Käufer oder bindet Käufer, die sonst zur Konkurrenz gegangen wären
Was ist deskriptive Forschung und wozu dient sie?
Deskriptive Forschung beschreibt die Häufigkeit bestimmter Phänomene sowie Merkmale, Einstellungen oder Verhaltensweisen einer Zielgruppe: Wer? Was? Wann? Wie? Sie baut oft auf bereits formulierten Hypothesen auf
Welche Erhebungsmethoden sind typisch für deskriptive Forschung?
Quantitativ ausgerichtete und standardisierte Erhebungen, besonders Befragungen, Beobachtungen und Panelerhebungen
Was kennzeichnet eine Zufallsauswahl?
Jedes Element der Grundgesamtheit besitzt eine bekannte, von null verschiedene Auswahlwahrscheinlichkeit. Dadurch sind Stichprobenfehler abschätzbar und statistische Verallgemeinerungen eher möglich.
Nenne die vier Messniveaus in der richtigen Reihenfolge
Nominalskala
Ordinalskala
Intervallskala
Verhältnisskala/Ratioskala.
Gib je ein Beispiel für die vier Messniveaus
Nominal: Wohnort/Marke.
Ordinal: Rangplatz oder Schulnote
Intervall: Temperatur in °C.
Verhältnis: Einkommen, Alter, Umsatz oder Stückzahl
Richtig oder falsch: Beim TKP wird das Medium mit dem höchsten TKP bevorzugt.
Falsch. Bei vergleichbarer Zielerreichung wird das Medium mit dem niedrigsten TKP bevorzugt, weil es 1.000 Zielgruppenkontakte am günstigsten liefert
Richtig oder falsch: Product Placement ist die gezielte Platzierung eines Markenartikels in der Handlung eines Films, einer Serie oder eines Videoclips.
Richtig
Richtig oder falsch: Kommunikationspolitik besteht nur aus Werbung und Public Relations
Falsch. Sie umfasst die Gesamtheit der Kommunikationsinstrumente und -maßnahmen, z. B. Corporate Identity, Werbung, Sponsoring, Product Placement sowie weitere Instrumente
Was versteht man unter Marketing?
Marketing ist die marktorientierte Führung des Unternehmens: Alle Aktivitäten werden an den Erfordernissen des Marktes ausgerichtet. Es umfasst das Schaffen, Kommunizieren, Bereitstellen und Austauschen von Angeboten mit Wert für Kunden und weitere Anspruchsgruppen.
Worin unterscheidet sich die Absatz- von der Marketingkonzeption?
Absatz: Ein vorgegebenes Produkt wird vor allem über Distribution/Verwertung verkauft.
Marketing: Bedürfnisse von Kunden und Markt bilden den Ausgangspunkt; daraus wird das Leistungsangebot gestaltet und der Marketing-Mix eingesetzt
Was bedeutet Kundenorientierung?
Kundenwahrnehmungen, Erfahrungen, Einstellungen und Erwartungen genau kennen; ein Angebot bereitstellen, das Bedürfnisse besser erfüllt als Konkurrenzangebote und zugleich Unternehmensziele erreicht
Welche Arten des Marketing können unterschieden werden?
Nach Funktionen: Absatz- und Beschaffungsmarketing.
Nach Institutionen: Marketing privater und öffentlicher Betriebe.
Nach Leistungsarten: Konsumgüter-, Investitionsgüter- und Dienstleistungsmarketing
Was sind Marketingziele?
Angestrebte zukünftige Zustände, die mit marketingpolitischen Instrumenten erreicht werden sollen.
Ökonomisch: Gewinn, Umsatz, Marktanteil.
Außerökonomisch: psychologische und soziale Ziele, z. B. Bekanntheit oder Image
Was ist der Marketing-Mix?
Das abgestimmte Zusammenspiel der Marketinginstrumente: Leistungsprogrammpolitik (Produkt, Sortiment, Service), Kontrahierungspolitik (Preis, Konditionen), Kommunikation und Distribution.
Was ist eine Situationsanalyse?
Analyse und Prognose entscheidungsrelevanter Daten. Sie umfasst Umweltanalyse (extern) und Unternehmensanalyse (intern)
Was untersucht die Umweltanalyse?
Externe Rahmenbedingungen der Makro- und Mikroumwelt. Ergebnis: Chancen und Risiken.
Was untersucht die Unternehmensanalyse?
Interne Leistungspotenziale und Führungspotenziale.
Ergebnis: Stärken und Schwächen im Hinblick auf Erfolgsfaktoren.
Was ist die Unternehmensmission?
Unternehmensgrundsätze, die das Wert- und Normengefüge eines Unternehmens ausdrücken. Sie ist Ausgangspunkt für strategische Unternehmensziele
Was ist ein strategisches Geschäftsfeld (SGF)?
Ein klar abgegrenzter Aktionsbereich mit eigenständiger Marktaufgabe und identifizierbarem Konkurrentenkreis. Abgrenzung u. a. nach Technologie, Produkt, Problemlösung, Wettbewerbern und Nachfragern
Welche Aufgabe hat die Ressourcenallokation?
Ressourcen auf strategische Geschäftsfelder so verteilen, dass Unternehmens- und Marketingziele erreicht werden. Bei Ziellücken werden strategische Stoßrichtungen festgelegt
Was bedeutet Positionierung?
Eine klare, relevante und gegenüber Konkurrenzangeboten unterscheidbare Verankerung eines Produktnutzens im Kopf der Zielgruppe
Was unterscheidet Umpositionierung und Neupositionierung?
Umpositionierung: bisherige Zielgruppe bleibt weitgehend erhalten, wird aber verschoben/erweitert.
Neupositionierung: völlig neue Zielgruppe und neuer Produktnutzen, weil die bisherige Konzeption nicht mehr trägt
Was ist eine Präferenzstrategie?
Erzielung eines komparativen Konkurrenzvorteils durch einen Leistungsvorteil, also Differenzierung in Kundennutzen, Qualität, Service, Marke o. Ä.
Was ist eine Preis-Mengen-Strategie?
Erzielung eines komparativen Konkurrenzvorteils durch Preisvorteile bzw. Kostenführerschaft.
Was bedeutet Gesamtmarktabdeckung?
Bearbeitung sämtlicher Marktsegmente. Möglich sind Economies of Scope durch gemeinsame Ressourcen, z. B. mehrere Produktlinien.
Was ist eine Nischenstrategie?
Konzentration auf ein oder wenige attraktive Segmente statt Gesamtmarktabdeckung. Ziel: weitgehende Alleinstellung bzw. Überlegenheit in wenig umkämpften Teilmärkten.
Was sind offensive, defensive, innovative und konventionelle Wettbewerbsstile?
Offensiv: aggressives Marktverhalten bis Verdrängung.
Defensiv: bestehende Position verteidigen.
Innovativ: Pionierstrategie/starke Innovationsausrichtung. Konventionell: erfolgreiche Konkurrenzstrategien imitieren (Folgerstrategie)
Welche fünf Phasen hat der Produktlebenszyklus?
Einführung,
Wachstum,
Reife,
Sättigung,
Degeneration
Welche typische Strategie passt zur Einführungsphase im Produktlebenszyklus?
Grundform ohne viele Varianten, Kundendienst im Aufbau, hohe Einführungswerbung, oft Hochpreis für Pioniergewinne oder Niedrigpreis zur raschen Marktdurchdringung.
Welche typische Strategie passt zur Reife-/Sättigungsphase?
Kampf um Marktanteile, Produktdifferenzierung, steigende Bedeutung der Konditionenpolitik, Preisdifferenzierung und Preissenkungen.
Welche typische Strategie passt zur Degenerationsphase?
Keine großen Produktänderungen, Sortimentskürzungen und Aufgabe untragfähiger Varianten, Werbeetat reduzieren; bei markentreuen und wenig preiselastischen Kunden können Preise ggf. steigen
Wer sind Träger von Kaufentscheidungen?
Haushalte: Individuen (Konsumenten) und Kollektive (Familien).
Unternehmen: Individuen (Einkäufer) und Kollektive (Buying Center).
Was umfasst Käuferverhalten?
Nicht nur den Kaufakt, sondern den gesamten Kaufentscheidungsprozess: vorgelagerte psychologische Prozesse wie Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Motive und Einstellungen sowie die Nachkaufphase, z. B. kognitive Dissonanz
Was kennzeichnet eine extensive Kaufentscheidung?
Komplexer, mehrstufiger Prozess mit hoher Informationssuche, hohem Involvement und hohem wahrgenommenem Risiko. Beispiel: Auto oder hochwertige Unterhaltungselektronik.
Was kennzeichnet eine habitualisierte Kaufentscheidung?
Quasi-automatischer Ablauf, geringe kognitive Steuerung, gewohnheitsmäßige Marken-/Produktwahl ohne neue Informationssuche. Beispiel: viele Güter des täglichen Bedarfs.
Was kennzeichnet eine limitierte Kaufentscheidung?
Bewusste Begrenzung des Aufwandes; bewährte Problemlösungsmuster und Schlüsselfaktoren wie Marke. Satisficing statt Suche nach der besten Alternative. Beispiel: mittel- bis hochpreisige, aber weniger wichtige Produkte
Was kennzeichnet eine impulsive Kaufentscheidung?
Stark reaktives, ungeplantes und reizgesteuertes Verhalten bei geringer kognitiver Kontrolle; hohes situationsspezifisches Involvement. Beispiel: günstige Produkte im Kassenbereich.
Welche Determinanten des Konsumentenverhaltens gibt es?
Psychische Determinanten: aktivierende und kognitive Prozesse. Umweltdeterminanten: Familie, Bezugsgruppen, persönliche Kommunikation/Meinungsführer, Kultur/soziale Schicht, Medienumwelt.
Was sind aktivierende Prozesse?
Vorgänge mit innerer Erregung und Spannung, vor allem auf emotionaler Ebene. Höhere Aktivierung erhöht Reaktionswahrscheinlichkeit, Reaktionsstärke und Bewusstheit; Überaktivierung kann Leistung senken
Was ist der Unterschied zwischen Bedürfnis, Motiv, Trieb und Ziel?
Bedürfnis: empfundener Mangelzustand.
Motiv: Bedürfnis plus Zielorientierung des Verhaltens.
Trieb: gedanklich nicht kontrollierbarer Verhaltensantrieb.
Ziel: emotionsfrei aus Anforderungen abgeleiteter Verhaltensantrieb.
Was ist eine Konsumeinstellung?
Relativ beständige innere Haltung und Reaktionsbereitschaft gegenüber einem Konsumobjekt; mit Kognitionen verbunden und langfristiger als Gefühle.
Wodurch unterscheiden sich Meinung, Überzeugung, Vorurteil, Stereotyp und Image?
Meinung: verbalisierte Einstellung.
Überzeugung: gedankliche Grundlage einer Einstellung.
Vorurteil/Stereotyp: pauschale, schlecht begründete und unreflektierte Einstellung. Image: ganzheitliches Bild des Einstellungsobjekts.
Was ist ein semantisches Differenzial?
Messinstrument für mehrdimensionale Konstrukte: meist 20–30 bipolare Adjektivpaare auf fünf- oder siebenstufigen Skalen, z. B. gut–schlecht oder aktiv–passiv.
Welche Dimensionen enthält das semantische Differenzial?
Evaluative Dimension (gut–schlecht), Stärke-Dimension (stark–schwach/hart–weich) und Aktivitätsdimension (aktiv–passiv/schnell–langsam).
Was sind Lebens- und Konsumstile?
Muster, wie Menschen Zeit verbringen und Geld ausgeben. Sie beruhen auf Erfahrungen, Einstellungen, Werten und Normen und eignen sich als breitbandige Vorhersage von Verhalten sowie zur Marktsegmentierung
Wofür steht der AIO-Ansatz?
AIO = Activities, Interests, Opinions.
Lebensstile werden über Aktivitäten, Interessen, Meinungen und demografische Merkmale erfasst
Was ist Involvement?
Subjektive Wichtigkeit eines Einstellungsobjekts für eine Person und die auf Informationsaufnahme/-verarbeitung gerichtete Aktiviertheit.
Hohes Involvement: rationale Argumentation;
Low Involvement: eher emotionale Ansprache
Was beeinflusst Informationsselektion?
Reiz selbst/Schlüsselreiz, Reizstärke, Reizumgebung, Involvement, Konsistenz mit bisherigen Kognitionen und Reizposition
Formen des Lernens werden unterschieden?
Automatisches Lernen: unwillkürlich, basiert auf Konditionierung.
Komplexes Lernen: bewusstes und vernunftgesteuertes Lernen
Wie beeinflusst die Familie Kaufentscheidungen?
Entscheidungen können individuell oder Ergebnis der Interaktion sein. Kinder gewinnen Einfluss; Frau und Mann beteiligen sich zunehmend gleichrangig. Externe soziale Quellen werden wichtiger
Was sind Bezugsgruppen?
Gruppen, die Anpassungsdruck und konformes Verhalten auslösen; Mitgliedschaft ist nicht nötig. Der Druck steigt typischerweise mit der sozialen Auffälligkeit des Produkts
Warum ist persönliche Kommunikation im Marketing wichtig?
Word-of-Mouth (WoM) ist häufig glaubwürdiger als Massenkommunikation. Bei hohem wahrgenommenem Kaufrisiko suchen Käufer mehr persönliche Kontakte; Einfluss ist auch über Meinungsführer/Influencer möglich
Was versteht man unter Kultur und sozialer Schicht?
Kultur: gesellschaftlich geteilte Muster des Denkens, Fühlens und Handelns.
Soziale Schicht: Stellung im sozialen System, beeinflusst z. B. durch Bildung, Einkommen und Beruf.
Welche Wirkungen haben Medien auf Konsumenten?
Informationsvermittlung, Nutzenstiftung/Unterhaltung und Beeinflussung von Meinungen/Einstellungen. Social Media gewinnen an Bedeutung, bieten aber häufig geringe Informationstiefe und bergen Fake-News-Risiken
Welche drei Wirkungen der Massenkommunikation werden unterschieden?
Informationswirkung: Wissen vermitteln.
Beeinflussungswirkung: Einstellungen/Konsumstile verstärken und Themen setzen.
Überzeugungswirkung: Einstellungen gezielt durch Sozialtechniken verändern
Welche Reize aktivieren in der Werbung?
Emotionale Reize (z. B. Kindchenschema), kognitive Reize (Irritation/Schemaabweichung) und physische Reize (groß, farbig, laut, schrill)
Wie unterscheidet sich Werbung bei hohem und niedrigem Involvement?
High Involvement: zentrale, produktbezogene Informationen und rationale Argumente verändern Überzeugungen.
Low Involvement: periphere Hinweise wie Bilder/Musik, emotionale Ebene und Konditionierung durch Wiederholung
Wie wirkt Low-Involvement-Kommunikation?
Durch Konditionierung: Ein neutraler Reiz (Marke) wird wiederholt mit einem positiven Reiz gekoppelt und dadurch mit positiven Emotionen verbunden
Was ist Marktforschung?
Beschaffung und Verarbeitung von Informationen über Unternehmensmärkte; sie liefert die Informationsgrundlagen für Marketingentscheidungen
Was ist das Ziel der Marktforschung?
Entscheidungsrelevante Informationen rechtzeitig für Entscheidungsträger bereitzustellen – unter finanziellen, personellen, zeitlichen und rechtlichen Restriktionen
Was ist eine explorative Studie?
Sie liefert erste Einsichten bei neuen, komplexen oder schlecht strukturierten Problemen; typischerweise qualitativ, etwa Fallstudien oder Einzel-/Gruppeninterviews
Was ist eine deskriptive Studie?
Sie beschreibt Sachverhalte, Häufigkeiten und Zusammenhänge sowie Entwicklungen; typischerweise quantitativ durch Befragung, Beobachtung oder Panel.
Was ist eine kausale Studie?
Sie überprüft Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen Variablen; typischerweise quantitativ durch Experimente, teils Panels
Was unterscheidet qualitative und quantitative Forschung?
Qualitativ: tiefgehende Analyse kleiner, nicht repräsentativer Gruppen; Hypothesengewinnung.
Quantitativ: umfangreiche, statistisch auswertbare und möglichst repräsentative Daten; Hypothesenprüfung
Was ist Sekundärforschung?
Recherche, Aufbereitung und Auswertung bereits vorhandener Daten, die intern oder extern zu einer ähnlichen oder anderen Fragestellung früher erhoben wurden (Desk Research).
Was ist Primärforschung?
Originäre Datenerhebung zum konkreten Problem durch das Unternehmen oder ein beauftragtes Institut. Grundformen: Befragung, Beobachtung; Spezialformen: Experiment und Panel.
Warum sollte Sekundärforschung vor Primärforschung stehen?
Sie ist oft schneller und kostengünstiger, kann einzige Datenquelle sein, liefert erste Einblicke und hilft bei der Planung einer anschließenden Primärerhebung.
Welche Vor- und Nachteile hat Sekundärforschung?
Vorteile: schnell, kostengünstig, ggf. einzige Quelle, unterstützt Primärforschung.
Nachteile: Daten evtl. nicht verfügbar, nicht passend, nicht aktuell, schlecht vergleichbar oder von unklarer Objektivität/Reliabilität/Validität.
Was ist eine Befragung?
Probanden geben selbst Auskunft über den Untersuchungsgegenstand. Systematisierung u. a. nach methodischem Ansatz, Kommunikationsart, Standardisierung, Teilnehmerzahl und Häufigkeit.
Wofür eignet sich eine quantitative Befragung?
Für deskriptive und kausale Studien mit standardisiertem Fragebogen und statistisch auswertbaren Daten; bei geeigneter Stichprobe sind Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit möglich
Wofür eignet sich eine qualitative Befragung?
Vor allem für explorative Untersuchungen psychologischer und soziologischer Phänomene; kleine Stichprobe, persönliche Befragung, wenig standardisiert und zur Hypothesengenerierung.
Welche Arten der Befragung nach Kommunikationsform gibt es?
Schriftlich, persönlich/Face-to-Face (oft CAPI), telefonisch (oft CATI), online und mobil per App.
Was kennzeichnet eine standardisierte Befragung?
Allen Befragten werden Fragen grundsätzlich in gleichem Wortlaut und gleicher Reihenfolge gestellt (Ausnahme Filterfragen). Das erhöht Vergleichbarkeit und erleichtert quantitative Auswertung
Welche Vor- und Nachteile hat die Standardisierung?
Vorteile: hohe Vergleichbarkeit, einfache quantitative Auswertung, geringere Verzerrungen, niedrigere Anforderungen an Interviewer.
Nachteile: geringe Anpassung an Einzelfälle, qualitative Aspekte schwer standardisierbar, Gültigkeit kann leiden
Was ist ein Gruppeninterview?
Qualitative Befragung einer kleinen Gruppe zur Nutzung gruppendynamischer Effekte. Es eröffnet Beiträge und Einsichten in Gruppenprozesse, aber Gruppennorm/Meinungsführer können Antworten verzerren
Was unterscheidet Ad-hoc- und Tracking-Forschung?
Ad-hoc-Forschung: einmalig, Querschnitt, zeitpunktbezogene Sachverhalte. Tracking: mehrmalig, Längsschnitt, Entwicklungen über die Zeit; Beispiel Panel.
Was erhöht Auskunftsfähigkeit und Auskunftsbereitschaft?
Klare, erinnerungsfreundliche und zum Gegenstand passende Fragen; angemessener Aufwand; nachvollziehbarer Grund für die Frage; sensible Inhalte sorgfältig behandeln. Listen, Bilder und Filter können helfen.
Was ist der Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Fragen?
Offen: freie Antwort, gut für Exploration, aber schwerer auszuwerten.
Geschlossen: vorgegebene Antwortmöglichkeiten, besser vergleichbar und auswertbar, kann relevante Antworten aber begrenzen.
Was ist Beobachtung?
Zielgerichtete, planmäßige Erfassung sinnlich wahrnehmbarer Sachverhalte im Moment ihres Auftretens
Was ist der Unterschied zwischen Feld- und Laborbeobachtung?
Feld: natürliche Umgebung, meist realitätsnäher, ggf. verdeckt.
Labor: künstliche kontrollierte Bedingungen, technische Hilfsmittel leichter einsetzbar, aber mögliche Verhaltensverzerrung durch die Situation.
Was unterscheidet teilnehmende und nichtteilnehmende Beobachtung?
Teilnehmend: Beobachter wirkt mit, z. B. Mystery Shopping; kann Verhalten beeinflussen und ist aufwändig.
Nichtteilnehmend: beobachtet/registriert nur; vorteilhaft für Objektivität und Unauffälligkeit.
Welche Vor- und Nachteile hat Beobachtung gegenüber Befragung?
Vorteile: unabhängig von Auskunftsfähigkeit/-bereitschaft, erfasst unbewusste und nonverbale Vorgänge sowie Verhalten im Moment.
Nachteile: innere Prozesse nicht direkt sichtbar, Deutung unsicher, Beobachtereffekt und Repräsentanzprobleme möglich.
Was ist eine Panelerhebung?
Längsschnittanalyse: derselbe Sachverhalt wird zu gleichen wiederkehrenden Zeitpunkten bei derselben Stichprobe auf gleiche Weise erhoben.
Ziel: Veränderungen, etwa durch Marketingmaßnahmen, erkennen.
Was unterscheidet Handelspanel und Verbraucherpanel?
Handelspanel: Abverkäufe, Preise, Lagerbestände und Distribution in Handelsgeschäften.
Verbraucherpanel: Einkäufe der Endverbraucher, z. B. Käuferzahl, Mengen, Werte, Marktanteile und Aktionskäufe
Was schränkt die Repräsentanz von Panels ein?
Unvollständige Marktabdeckung, bewusste Auswahl, Verweigerungsrate, Panelsterblichkeit und Panel-Effekte durch wiederholte Befragung.
Was ist ein Experiment?
Systematische Variation unabhängiger Variablen durch Forschende unter kontrollierten Bedingungen, um Kausalhypothesen zu prüfen.
Welche Elemente hat ein Experiment?
Testeinheiten, unabhängige Variable(n), abhängige Variable(n), kontrollierte Variablen und Störvariablen.
Was ist der Unterschied zwischen Labor- und Feldexperiment?
Labor: hohe Kontrolle, technische Hilfen, meist günstiger/schneller, aber geringere Realitätsnähe und Beobachtungseffekt.
Feld: hohe externe Validität und realer Kontext, aber teuer, langsam und Störeinflüsse schlechter kontrollierbar
Was sind interne und externe Validität?
Intern: Wirkung auf die abhängige Variable ist allein auf die unabhängige Variable zurückzuführen.
Extern: Ergebnisse lassen sich auf andere Personen, Situationen oder Zeiten übertragen. Interne Validität ist Voraussetzung der externen.
Was ist der Unterschied zwischen Voll- und Teilerhebung?
Vollerhebung: gesamte Grundgesamtheit wird untersucht.
Teilerhebung: Stichprobe wird untersucht und auf die Grundgesamtheit geschlossen; oft günstiger, schneller und bei zerstörenden Tests zwingend.
Was kennzeichnet eine nichtzufällige Auswahl?
Kein Zufallsmechanismus; der Zufallsfehler ist nicht berechenbar. Dazu zählen willkürliche Auswahl und bewusste Auswahl, z. B. Quoten- oder Konzentrationsverfahren.
Jedes Element besitzt eine bekannte, von null verschiedene Auswahlwahrscheinlichkeit. Dadurch lassen sich Stichprobenfehler berechnen und Konfidenzintervalle für die Grundgesamtheit angeben.
Was ist eine Quotenstichprobe?
Bewusste Auswahl, bei der Verteilungen relevanter Merkmale der Grundgesamtheit (z. B. Alter, Geschlecht) in der Stichprobe nachgebildet werden.
Was ist Messung?
Systematische Zuordnung von Werten, meist Zahlen, zu beobachteten Merkmalsausprägungen. Bei komplexen Konstrukten sind Operationalisierung und Skalierung nötig.
Was ist Reliabilität?
Ein Messinstrument liefert bei wiederholter Messung unter gleichen Bedingungen dasselbe Ergebnis.
Was ist Validität?
Ein Messinstrument misst tatsächlich das, was es messen soll, und bildet den Sachverhalt zutreffend ab.
Was ist Objektivität?
Messwerte kommen personenunabhängig zustande; sie hängen nicht von der durchführenden oder auswertenden Person ab.
Welche Schritte gehören zur Aufbereitung quantitativer Daten?
1. Fragebögen prüfen/redigieren.
2. Kodieren.
3. Daten übertragen und speichern.
4. Korrigieren, z. B. Missing Values/Gewichtung/Transformation.
5. Datenmatrix erstellen.
Was untersuchen univariate Verfahren?
Ausprägungen einer einzelnen Variablen: Häufigkeitsverteilung, Lageparameter und Streuungsmaße
Was ist der Unterschied zwischen Regressions- und Korrelationsanalyse?
Regression untersucht/formuliert die Art eines gerichteten Zusammenhangs zwischen abhängiger und unabhängiger Variable und erlaubt Prognosen.
Korrelation misst Stärke und Richtung eines Zusammenhangs, aber keine Kausalität
Was ist ein Produkt?
Kombination von Eigenschaften, die ein oder mehrere Bedürfnisse eines Nachfragers befriedigen kann und gleichzeitig Ziele des Anbieters erfüllt
Welche Elemente kann ein Produkt enthalten?
Grundelement/Produktfunktion, funktionale Eigenschaften, ästhetische Eigenschaften, symbolische Eigenschaften und Zusatzleistungen.
Was ist Grundnutzen?
Bedürfnisbefriedigung aus den physikalisch-funktionellen Eigenschaften des Produkts bzw. der eigentlichen Dienstleistung
Was ist Zusatznutzen?
Über den Grundnutzen hinausgehende Bedürfnisbefriedigung aus weiteren Produkteigenschaften.
Was sind Produkterweiterungs-, Erbauungs- und Geltungsnutzen?
Produkterweiterungsnutzen: zusätzliche Leistungen, z. B. Garantie. Erbauungsnutzen: ästhetische, über die Kernfunktion hinausgehende Befriedigung. Geltungsnutzen: soziale Anerkennung/Aufwertung durch Marke oder Anbieter.
Welche Instrumente umfasst die Produktpolitik?
Produktinnovation, Produktvariation, Produktdifferenzierung, Produkteliminierung und Servicepolitik
Was ist Produktinnovation?
Suche, Auswahl und Einführung eines neuen Produkts am Markt. Formen: Welt-, Markt- und Unternehmensneuheiten, neue Produktlinien, Verbesserungen, Ergänzungen, Neupositionierungen und Kostenreduktionen
Warum betreiben Unternehmen Produktinnovation?
Intern: Existenz-/Wachstumssicherung, Risikostreuung, Kostensenkung, Auslastung, Nutzung von Absatzkanälen.
Extern: Technikfortschritt, Konkurrenz, verändertes Konsumentenverhalten, Recht, begrenzte Lebensdauer
Was ist Brainstorming?
Kreative Ideengewinnung in einer Gruppe von meist 6–12 hierarchisch gleichgestellten Personen; in begrenzter Zeit werden möglichst viele Ideen ohne Kritik erzeugt und danach ausgewertet.
Welche Regeln gelten beim Brainstorming?
Keine positive oder negative Kritik; Fantasie nicht begrenzen; Quantität vor Qualität; Kombination und Modifikation vorhandener Ideen erwünscht
Was sind Vor- und Nachteile des Brainstorming?
Vorteile: geringer Zeit- und Kostenaufwand, leicht erlernbar.
Nachteil: Anteil brauchbarer Ideen ist oft nicht besonders hoch.
Was ist ein Produkt- und was ein Markttest?
Produkttest: Testpersonen bewerten Produktidee oder Produktleistung/Teilmerkmale.
Markttest: Verkaufserfolg und Marketingmaßnahmen vor Einführung unter realen oder simulierten Bedingungen testen
Was ist Produktvariation?
Änderung von Eigenschaften eines bestehenden Produkts, etwa wegen neuer Kundenwünsche, rechtlicher Vorgaben oder anderer Positionierung.
Produktpflege = kontinuierliche Verbesserung;
Relaunch = umfassende Modifikation.
Was ist Produktdifferenzierung?
Anbieten mehrerer Varianten für unterschiedliche Zielgruppen, meist mit verschiedenen Qualitäten und oft unterschiedlichen Marketingstrategien/Preisen
Was ist der Kannibalisierungseffekt?
Einführung einer neuen Variante senkt Absatz einer oder mehrerer eigener bestehender Varianten
Was ist der Partizipationseffekt?
Teil der Nachfrage nach einer neuen Variante, der nicht aus dem eigenen Sortiment abgezogen wird, sondern von Konkurrenz oder zusätzlichem Marktpotenzial stammt
Wann wird Produkteliminierung erwogen?
Etwa bei staatlichen Vorgaben, Ende des Produktlebenszyklus oder wenn Variation nicht rentabel ist. Methoden: Umsatzstrukturanalyse, Konzentrationsanalyse, Scoring-Modelle.
Was ist Servicepolitik?
Gestaltung von Nebenleistungen zur Förderung des Absatzes der Hauptleistung, z. B. Beratung, Kundendienst, Schulung, Wartung oder Reklamationsabwicklung.
Welche Ziele hat Servicepolitik?
Kundenbindung, Imageverbesserung, Präferenzbildung, Informationsrückfluss, Profilierung, größerer preispolitischer Spielraum und höhere Kundenzufriedenheit durch Nachkaufbetreuung.
Was unterscheidet Pre-Sales- und After-Sales-Service?
Pre-Sales: Leistungen vor Kauf, z. B. Beratung, Problemanalyse, Testlieferung.
After-Sales: Leistungen nach Kauf, z. B. Installation, Schulung, Ersatzteile, Wartung, Reparatur, Reklamationen
Was ist ein Preis?
Kalkulatorisch: monetäre Gegenleistung für eine bestimmte Menge und Qualität eines Gutes.
Betriebswirtschaftlich: Entgelt je Leistungsumfang. Kundenorientiert: Kosten des Gütererwerbs.
Was ist Kontrahierungspolitik?
Gesamtheit der Entscheidungstatbestände beim Vertragsabschluss zwischen Käufer und Verkäufer; sie umfasst Preispolitik und Konditionenpolitik.
Welche Ziele hat die Preispolitik?
Unternehmen: Absatz/Umsatz, Marktanteil, Deckungsbeitrag/Gewinn, Rentabilität.
Handel: Präsenz, Marktabdeckung, Distributionsgrad, einheitliches Preisniveau.
Konsumenten: Preis-, Preisgünstigkeits- und Qualitätswahrnehmung beeinflussen
Was bedeutet Preis-Qualitätsirradiation?
Konsumenten nutzen den Preis als Hinweis auf vermutete Produktqualität – besonders wenn andere Informationen fehlen, z. B. bei Vertrauens- und Erfahrungsgütern.
Welche Preispraktiken sind grundsätzlich verboten?
Preiskartelle, Preisbindungen, Missbrauch marktbeherrschender Stellung, Dumping, Lockvogelpreise, Wucherpreise und irreführende Mondpreise.
Welche Verfahren zur Bestimmung der Preishöhe gibt es?
Kostenorientierte, nachfrageorientierte, konkurrenzorientierte und nutzenorientierte Preisbestimmung.
Was ist kostenorientierte Preisbestimmung?
Preis wird auf Basis der Stückkosten plus Gewinn-/Deckungsspannenzuschlag kalkuliert. Vollkostenbasis enthält alle Stückkosten; Teilkostenbasis die Einzel-/variablen Kosten.
Wann ist kostenorientierte Preisbestimmung sinnvoll und wo liegt die Schwäche?
Sinnvoll bei starkem Kosten-/Rationalisierungswettbewerb, ähnlichen Kostenstrukturen und Ziel eines angemessenen Gewinns.
Schwäche: Markt, Zahlungsbereitschaft und Absatzwirkung werden kaum berücksichtigt
Was ist eine Preis-Absatz-Funktion (PAF)?
Sie beschreibt den Zusammenhang zwischen Angebotspreis p und erwarteter Absatzmenge x. Bei einer negativ geneigten PAF gilt: höherer Preis fi geringere Absatzmenge.
Was ist der Prohibitivpreis und was die Sättigungsmenge?
Prohibitivpreis: Preis, bei dem die Nachfrage auf null fällt. Sättigungsmenge: Menge, die bei Preis null maximal abgesetzt würde.
Was ist der Cournot-Punkt?
Gewinnmaximale Preis-Mengen-Kombination im Monopol. Dort gilt Grenzerlös = Grenzkosten; grafisch ist der Abstand zwischen Umsatz- und Kostenkurve maximal.
Was ist konkurrenzorientierte Preisbestimmung?
Preise orientieren sich an Konkurrenzpreisen.
Gefahr: abgestimmtes oder bewusst paralleles Verhalten; ungeeignet bei stark unterschiedlichen Kostenstrukturen.
Was ist dominierende und barometrische Preisführerschaft?
Dominierend: bedeutender Anbieter mit großem Marktanteil gibt Leitpreis vor. Barometrisch: mehrere bedeutende Anbieter geben gemeinsam Orientierung; ihnen wird besondere Marktübersicht zugeschrieben
Was ist nutzenorientierte Preisbestimmung?
Preis orientiert sich an dem Nutzen bzw. der Zahlungsbereitschaft aus Kundensicht, z. B. anhand von Preis-Leistungs-Verhältnissen oder Wirtschaftlichkeitsrechnungen.
Was ist Preisdifferenzierung?
Gleiche Ware wird verschiedenen Käufergruppen zu unterschiedlichen Preisen verkauft, im engen Verständnis gleichzeitig am gleichen Ort.
Was ist Preisdiskriminierung?
Die angebotenen Leistungen sind nicht völlig homogen, aber Preisunterschiede lassen sich nicht vollständig durch Kostenunterschiede erklären.
Welche Formen der Preisdifferenzierung gibt es?
Personell (z. B. Studenten), räumlich, zeitlich, quantitativ (Menge/Packungsgröße) und qualitativ/sachlich nach Verwendungszweck.
Was ist Skimming?
Dynamische Preisstrategie: zunächst hoher Preis, später schrittweise Preissenkungen; geeignet, um Zahlungsbereitschaften früher Käufer abzuschöpfen.
Was ist Penetration(-Skimming)?
Zunächst niedriger Einführungspreis, spätere Preiserhöhungen, wenn ein markentreuer Kundenstamm aufgebaut ist. Gute Qualität ist Voraussetzung.
Was ist Dauerniedrigpreisstrategie?
Dauerhaft niedriger Preis, oft bei Massenware/Discountern; der Preis ist zentrales Werbeargument, Marke und Verpackung sind weniger wichtig.
Was ist Konditionenpolitik?
Gestaltung ergänzender Bestandteile des Kaufvertrags, insbesondere Rabatte, Lieferbedingungen, Zahlungsbedingungen und Kreditpolitik
Was sind typische Rabattarten?
Skonto, Boni, Barzahlungsrabatt, Mengenrabatt, Treuerabatt, Zeitrabatt/Sale und Sonderrabatt
Was ist Absatzkreditpolitik?
Kreditierung von Kundenforderungen in Höhe des Kaufpreises.
Ziele: Kauf auslösen, Neukunden gewinnen, Stammkunden halten und Kaufzeitpunkt beeinflussen; Kosten- und Liquiditätswirkungen beachten
Was ist Kommunikation?
Austausch von Informationen zwischen Sender und Empfänger
Was ist Kommunikationspolitik?
Gesamtheit von Kommunikationsinstrumenten, Maßnahmen, Entscheidungen und Aktivitäten eines Unternehmens zur Festlegung und Übertragung von Informationen an Zielgruppen, um Kommunikationsziele zu erreichen.
Welche generellen Kommunikationsziele gibt es?
Einführungs-, Erhaltungs-/Erinnerungs-, Stabilisierung- und Expansionskommunikation.
Welche Arten von Kommunikationszielen gibt es?
Ökonomische Ziele (z. B. Umsatz),
psychologische Ziele (z. B. Aufmerksamkeit, Einstellung) und
streutechnische Ziele (Brutto-/Nettoreichweite).
Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind wichtig?
Keine Schleichwerbung, irreführende oder sittenwidrige Werbung; Regeln für Fernsehwerbung und Verbote bestimmter Produktwerbung beachten. Bezahltes Influencermarketing muss als Werbung erkennbar sein
Welche Instrumente gehören zur Kommunikationspolitik?
Medienwerbung, Public Relations, Verkaufsförderung, Direct Communications, Product Placement, Sponsoring, Event-Marketing und Online-Marketing
Was ist Corporate Identity?
Strategischer Rahmen für ein einheitliches Erscheinungsbild und Verhalten des Unternehmens nach innen und außen; Grundlage sind Soll-Image, Philosophie und Ziele.
Welche Elemente gehören zur Corporate Identity?
Corporate Mission, Corporate Design, Corporate Behavior und Corporate Communications.
Was ist Corporate Design?
Gestaltungsrahmen für sichtbare Kommunikationselemente, z. B. Gebäude, Farben, Schriftbild, Symbole, Firmenname und Kleidung
Was ist Corporate Behavior?
Verhalten des Unternehmens und seiner Mitarbeiter. Ziel: Wiedererkennbarkeit, positive Assoziationen und ein konsistenter Eindruck
Was sind Corporate Communications?
Abgestimmte Unternehmenskommunikation nach innen und außen, insbesondere Corporate Advertising und PR, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu erreichen.
Was ist Public Relations?
Planmäßige Gestaltung der Beziehungen zwischen Unternehmen und unterschiedlichen Öffentlichkeitsgruppen, z. B. Kunden, Banken, Aktionären, Mitarbeitenden und Staat.
Was ist klassische Werbung?
Maßnahmen zur Beeinflussung potenzieller Konsumenten zur Erreichung definierter Werbeziele; technisch: Belegung von Werbeträgern mit Werbemitteln gegen Entgelt.
Was unterscheidet Werbeträger und Werbemittel?
Werbeträger: Medium, das Botschaft transportiert, z. B. Zeitung, TV, Internet. Werbemittel: konkret gestaltetes Kommunikationsmittel, z. B. Anzeige, Spot, Banner.
Was ist eine Werbezielgruppe?
Die Empfänger einer Kommunikationsbotschaft, die zur Realisierung von Unternehmens- und Marketingzielen angesprochen werden sollen.
Warum erfolgt Zielgruppenbildung?
Märkte sind heterogen. Gruppen mit ähnlichen Merkmalen, Kauf-/Nutzungsverhalten und Mediennutzung können mit passenden Medien und Gestaltungsansätzen gezielter angesprochen werden.
Was ist Werbebudgetierung?
Festlegung der finanziellen Mittel, die in einer Periode zur Erreichung von Werbezielen eingesetzt werden
Welche Praktikermethoden der Werbebudgetierung gibt es?
Prozentsatz von Umsatz/Gewinn,
Werbekosten je Verkaufseinheit,
verfügbare Mittel,
Orientierung an Konkurrenzausgaben und
Objective-and-Task-Methode.
Warum ist die Objective-and-Task-Methode sachlogisch am überzeugendsten?
Sie startet mit operationalen Werbezielen, bestimmt notwendige Maßnahmen und berechnet deren Kosten. Bei fehlender Finanzierbarkeit werden Ziele/Maßnahmen angepasst.
Was ist Intermediaselektion?
Auswahl der Werbeträgergruppen bzw. Mediengattungen, z. B. Fernsehen, Zeitschriften und Internet.
Was ist Intramediaselektion?
Auswahl konkreter Titel, Sender oder Plattformen innerhalb zuvor gewählter Werbeträgergruppen, z. B. konkrete Zeitschrift oder TV-Sender
Was ist Brutto- und Nettoreichweite?
Bruttoreichweite = Zahl erzielter Kontakte (Mehrfachkontakte möglich).
Nettoreichweite = Zahl unterschiedlicher erreichter Personen.
Was ist der Tausenderkontaktpreis (TKP)?
Kosten, um 1.000 Kontakte bzw. je nach Definition 1.000 Leser/Zielgruppenleser zu erreichen. Für Kosten-Leistungs-Vergleiche wird meist der niedrigste TKP bevorzugt.
Was ist eine Kontaktbewertungs-/Werberesponsefunktion?
Hypothese über den Verlauf der Werbewirkung in Abhängigkeit von Mehrfachkontakten; mögliche Verläufe: linear, degressiv oder S-förmig
Was ist Product Placement?
Gezielte, entgeltliche Platzierung eines Markenartikels als deutlich wahrnehmbares reales Requisit in medialem Content, z. B. Film, Serie oder Videoclip.
Welche Vorteile und Probleme hat Product Placement?
Vorteile: Reichweite, Umfeld-/Imagetransfer, Umgehung von Zapping/Zipping und teils Werbebeschränkungen.
Probleme: Schleichwerbungsverdacht, begrenzte Steuerung, geeignete Projekte knapp, mögliche Reaktanz
Was ist Sponsoring?
Bereitstellung von Geld, Sachmitteln, Dienstleistungen oder Know-how zur Unterstützung von Personen/Institutionen gegen kommunikative Gegenleistung
Was ist ein Werbemittelpretest?
Test vor Schaltung bzw. Fertigstellung eines Werbemittels. Konzepttest prüft Entwürfe/Storyboards; Gestaltungstest prüft fertige Werbemittel
Was ist Distributionspolitik?
Entscheidungen über den Weg eines Produkts vom Hersteller bis zum Endverbraucher. Sie umfasst akquisitorische und physische Distribution.
Was ist akquisitorische Distribution?
Anbahnung und Abschluss von Geschäften, einschließlich Distributionssystem/Vertriebswege, Verkaufsmanagement und vertikalem Marketing.
Was ist physische Distribution?
Verteilung der Güter an Nachfrager (Distributionslogistik), z. B. Transportmittel, Transportwege und Lagerhaltung.
Was ist der Distributionsgrad?
Ausmaß der Erhältlichkeit eines Produkts, z. B. Anteil der relevanten Einzelhandelsgeschäfte, in denen es verfügbar ist
Welche Ziele hat Distributionspolitik?
Ökonomische Ziele (Absatz, Umsatz, Gewinn, Kosten), vertriebspartnerbezogene Ziele (Image, Beratung, Kooperation, Steuerbarkeit) und
versorgungsorientierte Ziele (Distributionsgrad, Lieferzeit, Lieferbereitschaft, Zuverlässigkeit).
Was ist der Unterschied zwischen direktem und indirektem Absatz?
Direkt: Vertrieb ausschließlich über eigene Organe. I
Indirekt: Vertrieb ganz oder teilweise über betriebsfremde Absatzorgane wie Handel oder Vermittler.
Nenne Beispiele für direkten Absatz
Eigene Verkaufsniederlassungen, Factory Outlet, Handelsreisende, Heimdienst/-vorführung, mobile Verkaufsstellen, Clubs und Online-Direktvertrieb.
Nenne Beispiele für indirekten Absatz.
Großhandel, Einzelhandel und Handelsvermittler wie Kommissionär, Handelsvertreter oder Handelsmakler
Was sind Vor- und Nachteile des direkten Absatzes?
Vorteile: höhere Abgabepreise, direkter Kundenkontakt, bessere Steuerung des Marketing-Mix, keine Handelsabhängigkeit.
Nachteile: hohe Vertriebs-/Investitionskosten, große Organisation nötig, begrenzte Erhältlichkeit
Was sind Vor- und Nachteile des indirekten Absatzes?
Vorteile: kleinerer eigener Vertrieb, hoher Distributionsgrad, Handel übernimmt Funktionen, geringere Investitionen.
Nachteile: niedrigerer Abgabepreis, kein direkter Endkundenkontakt, Handelsabhängigkeit und weniger Steuerung.
Was ist intensive, selektive und exklusive Distribution?
Intensiv: möglichst überall erhältlich.
Selektiv: ausgewählte Kanäle passend zum Produktimage.
Exklusiv: Beschränkung auf einen Kanal/Partner, oft vertraglich, z. B. Franchising
Was ist ein Leistungsprofil bei der Absatzwegewahl?
Optischer Vergleich vorselektierter Distributionsalternativen nach Kriterien, meist ohne Gewichtung. Es zeigt Stärken/Schwächen, liefert aber nicht zwingend eine dominante Alternative.
Was ist ein Handelsvertreter?
Selbstständiger Kaufmann, der im fremden Namen und für fremde Rechnung handelt; erfüllt ähnlich wie ein Reisender Vertriebsaufgaben, vertritt aber oft mehrere Firmen.
Was ist ein Handelsreisender?
Betriebseigener, weisungsgebundener Außendienstmitarbeiter, der das eigene Sortiment im Namen und für Rechnung des Unternehmens verkauft.
Welche Vorteile hat ein Handelsvertreter?
Breite Kontakte und Markt-/Brancheninformationen, keine Fixkosten, hohe Eigenmotivation durch Provision, gute Kundenbeziehungen und Akquisitionspotenzial bei Neueinführungen.
Welche Vorteile hat ein Handelsreisender?
Hohe Steuerbarkeit, regelmäßige Rückkopplung, hohe Identifikation mit Unternehmen/Produkt, gute eigene Produktkenntnis und geringer Kostenanstieg bei wachsendem Umsatz.
Was ist Verkaufsmanagement?
Alle betrieblichen Aktivitäten rund um den persönlichen Verkauf durch Mitarbeitende an Nachfrager: Aufträge gewinnen, Kunden informieren/überzeugen, Image pflegen und Marktinformationen beschaffen.
Was ist das Potenzialverfahren zur Planung des Außendienstes?
Erforderliche Zahl an Außendienstmitarbeitern = Umsatzpotenzial der Planperiode / erwarteter Umsatz pro Außendienstmitarbeiter
Was ist das Arbeitslastverfahren?
Erforderliche Zahl an Außendienstmitarbeitern = gesamte für Markt-/Kundenbearbeitung benötigte Arbeitszeit / verfügbare Arbeitszeit je Außendienstmitarbeiter
Was ist vertikales Marketing?
Koordination von Hersteller und Handel, um Zielkonflikte entlang der Absatzkette zu lösen. Ansätze: Stimulierung, Kooperation und Verträge.
Was ist Push- und Pull-Strategie?
Push: handelsgerichtetes Marketing drückt Produkte in die Kanäle.
Pull: konsumentengerichtetes Marketing erzeugt Nachfrage, die Produkte durch die Kanäle zieht.
Was ist Category Management?
Gemeinsames Management einer Warengruppe durch Handel und kompetente Hersteller als Lieferant/Berater, z. B. abgestimmte Konzepte zu Sortiment, Preis, Präsentation und Werbung
Was ist Efficient Consumer Response (ECR)?
Kooperationskonzept zur Senkung von Transaktionskosten und Verbesserung der Marktbearbeitung durch optimierten Waren- und Informationsfluss zwischen Hersteller und Handel.
Welche vier ECR-Basisstrategien gibt es?
Efficient Assortment, Efficient Promotion, Efficient Product Introduction und Efficient Replenishment.
Was sind Kontraktstrategien im vertikalen Marketing?
Vertragliche Vereinbarungen, um Einfluss auf Handelsmarketing zu nehmen und Bindung zu erhöhen.
Varianten: lose Formen, Vertragshändlerschaften und Franchising.
Was kennzeichnet Franchising?
Engste Kooperation: Hersteller überlässt Produkt, Verfahren und komplettes Marketingkonzept; bietet Beratung/Schulung, Händler setzt Konzept um. Beispiel: McDonald's
Last changed6 days ago