Was muss untersucht werden in der Recherche für ein Techn. Informationsprodukt?
1. Produktanalyse - Das Produkt an sich, Aufbau, Konstruktion
2. Zielegruppenanalyse - Der Nutzer der das Produkt verwendet
3. Tätigkeitsanalyse - Die unterschiedlichen Tätigkeiten für die das Produkt verwendet wird von den unterschiedlichen Nutzern
4. Die Rahmenbedingungen, Gesetze, Normen, Konkurrenz
Was ist nicht Aufgabe der Techn. Redaktion?
– Risikobewertung
– Identifikation von Sicherheitslücken
1. Materielle Quellen:
§ Bereits vorliegende Dokumentationen
§ Firmeneigenes Archiv
§ Fachzeitschriften und Fachbücher
§ Testberichte (Stiftung Warentest)
§ Analysen von Marktforschungsinstituten
§ Deutsches Institut für Normen (DIN)
§ Forschungsberichte von VDI und VDE
§ Forschungsberichte der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Unfallforschung
§ Schriften des Bundesinstituts für Berufsbildung
2. Persönliche Quellen:
§ Entwicklung
§ Marketing und Vertrieb
§ Konstruktion
§ Erprobung
§ Kundendienst
§ Normen
Was untersucht die Produktanalyse?
Untersucht was zu dokumentieren ist:
– Intendierte und tatsächliche Nutzungen des Produktes
– Wie das Produkt funktioniert und aufgebaut ist
– Ist das Produkt einfach zu bedienen oder benötigt es eine Schulung?
– Welche Einsatzkonditionen bestehen?
– Welches Gefährdungspotential ist bekannt?
– Besteht eine gesetzliche Regulierung des Produktes?
– Wie ist die Entsorgung zu handhaben?
– Position des Produktes am Markt
—> Bei komplexeren Produkten müssen zunächst Untersuchungskriterien festgelegt werden, die die Analyse auf bestimmte Aspekte fokussieren
Was untersucht die Nutzer- oder Zielgruppenanalyse?
Für wen wird dokumentiert? Wer ist die Primärzielgruppen, also der intendierte Nutzer Ihres Produktes und Ihrer Dokumentation (z.B. Endverbraucher). Wer ist der tatsächliche Nutzer?
Welche Stärken und Schwächen haben unsere Leser?
Was motiviert und interessiert sie? Was finden sie langweilig?
Worauf legen sie wert und was wirkt abschreckend?
—> Durch Adressatenanalyse oder Zielgruppenanalyse werden Nutzer zusammengefasst in homogene Segmente anhand eindeutiger und relevanter Kriterien wie Identität, Lesekompetenz oder Vorerfahrung
—> Stereotypisierung auf akademischem Niveau
Wie werden Nutzer segmentiert?
1. Ermittlung der relevanten Kriterien
2. Ermittlung der Nutzerdaten
3. Segmentierung der Nutzer anhand relevanter Kriterien oder durch Erstellen von Stereotypen durch z. Bsp. Persona-Methode
—> Mögliche Resultate:
o Eine eindeutig abgrenzbare, homogene Art an Nutzern
o Mehrere klar abgrenzbare Arten an Nutzern
o Nicht abgrenzbare, heterogene Nutzer
Was sind relevante Kriterien anhand derer Nutzer segmentiert werden können?
– Sozio-demografische Merkmale
– Vorwissen & Handwerkliches Geschick
– Sprachgebrauch
– Motivation & Erwartungen
– Lern- und Lesekompetenz
—> Wichtig ist alles, was die Fähigkeit und Motivation beeinflusst sich mit der Anleitung auseinander zu setzen. Demographische Merkmale sind daher generell am nützlichsten.
Was sind Quellen für Kundendaten?
Die Entwicklungsabteilung sowie die die Werbe- und Marketingabteilung sollte bereits Nutzerbefragungen durchgeführt haben und wissen wer die Kunden sind
Alternativ besteht die Möglichkeit:
– Selber Kundendatenbanken auszuwerten
– Selber Kundenbefragungen und Beobachtungen durchzuführen
– Mit Personal zu sprechen, die direkten Kundenkontakt haben
– Auswertung von Beschwerden und Rückfragen
– Erfahrungen mit anderen/ähnlichen Produkten
– Verbraucherzentralen, Handwerkskammern
– Internet, Fachzeitschriften
– Bibliotheken
– Sinus-Milieus für Deutschland und Sinus-Meta-Milieus für DACH-Raum
– Gesellschaft für Konsumforschung AG
– Forrester Research, Inc.
– Statista
Was ist die Persona Methode? Was sind Vor- und Nachteile?
Mit der Persona Methode wird eine fiktive Person erfunden auf Basis der Nutzerdaten.
1. Daten werden in einen erzählerischen Text umgewandelt
2. Erstellung einer Art Steckbrief mit Kurzbiographie
3. Der Persona wird ein Name, Aussehen, Hobbies, Informationen zu Freundeskreis, Job, Studium, Elternhaus, Einkommen usw. gegeben
4. Man stellt sich vor wie die Persona in typische Anwendungsszenarien handeln würde
Vorteile:
Macht die einzelnen Segmente greifbar und hilft sich in die Nutzer reinzudenken.
Nachteile:
Aufwendig! Daher nie mehr als 4-5 Personas und generell nur für Primärzielgruppen. Oft auch nur „vorläufige“ Personas, basierend auf Spekulationen basierend auf Nutzerdaten
Daher oft nicht empirisch verlässlich.
Was untersucht die Tätigkeitsanalyse?
Liste aller Tätigkeiten, die mit dem Produkt ausgeführt werden und wann, wo, wer und warum sie ausgeführt werden.
—> Muss zusammengebracht werden mit Nutzeranalyse durch Wer-macht-was-Matrix!
Wie wird eine Tätigkeitsnanalyse durchgeführt?
§ Testpersonen führen sämtliche Tätigkeiten aus die mit dem Produkt ausgeführt werden
§ Alle Einzelschritte werden in der Reihenfolge der Ausführung dokumentiert (idealerweise durch neutralen Beobachter)
§ Testpersonen werden während der Ausführung zusätzlich ausgefragt über Nutzererfahrung
§ Ähnliche Tätigkeiten werden identifiziert und kategorisiert
§ Zusammenhänge werden in eine logische Handlungsfolge gebracht
—> Ermöglicht eine sinnvolle Strukturierung des Inhalts einer Anleitung
—> Tätigkeiten können jz im Detail und mit vollem Kontext beschrieben werden
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